Evaluation der innova Entwicklungspartnerschaft für Selbsthilfegenossenschaften im Rahmen der GI EQUAL

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1 Evaluation der innova Entwicklungspartnerschaft für Selbsthilfegenossenschaften im Rahmen der GI EQUAL Schriftliche Ausgangsbefragung von Teilnehmenden in Modellprojekten - Kurzdarstellung der Ergebnisse - Durchführung: Univation e.v. Institut für Evaluation Hohenstaufenring 63 D Köln Tel.:+49(0)221/ Fax.:+49(0)221/

2 3 Durchführung und Zweck der Befragung Die im April/Mai 03 und zwischen Juli 04 und Januar 05 durchgeführte schriftliche Befragung von Teilnehmenden in den versetzt gestarteten Modellprojekten diente zur Erfassung folgender Ausgangsdaten: Merkmale sowie Einstellung / Wissensbasis der Teilnehmenden zur genossenschaftlichen Unternehmensform. Die schriftliche Befragung wurde in einer überarbeiteten, an die neueren Modellprojekte angepassten Form - überwiegend im Paper-and- Pencil-Format durchgeführt. In zwei Modellprojekten wurden die Fragebogen per versandt. Aus Gründen des Datenschutzes wurden die Fragebogen über die Projektentwickler an die Teilnehmenden ausgegeben und wieder an Univation zurückgegeben. Insgesamt liegen 86 ausgefüllte Fragebogen aus folgenden Modellprojekten vor: Modellprojekt 1 Anzahl Rückläufe Prozent Muldental Grimma (MTL) 17 19,8 Leipziger Südraum 13 15,1 Sprungbrett (Riesa) 11 12,8 Stadtteilgenossenschaft (Berlin- Schöneberg) 20 23,3 RAW-tempel (Berlin-Friedrichshain) 7 8,7 Wohnungsnahe Dienstleistungen (Dortmund) 10 11,6 SAGES (Freiburg) 5 5,8 Genossenschaft der Filmschaffenden (Köln) 3 3,5 Modellprojekte insgesamt ,0 Tabelle 1: Rückläufe Da keine Vollerhebung der Teilnehmenden in allen genannten Modellprojekten vorliegt, unterliegen die Ergebnisse einer eingeschränkten Aussagekraft. 1 Aus den MP Lausitzer Zeitreisen eg (Lauchhammer) und Euregio-IT (Heinsberg) liegen keine Rückläufe vor.

3 4 Zentrale Ergebnisse der Befragung Merkmale von Teilnehmenden Geschlecht der Teilnehmenden Geschlecht 47% Männlich Weiblich 53% Abb.1: Geschlecht der Teilnehmenden Mit 40 weiblichen (46,5%) und 46 männlichen Teilnehmenden ist das Geschlechterverhältnis relativ ausgewogen. Herkunft der Teilnehmenden Alte Bundesländer Neue Bundesländer 0 Alte Bundesländer Neue Bundesländer Abb. 2: Herkunft der Teilnehmenden Es besteht ein deutlicher Überhang bei Teilnehmenden aus den Neuen Bundesländern: 33 Personen (38,8%) geben ihren Wohnort in den Alten Bundesländern an, 52 Teilnehmende (61,2%) kommen aus den Neuen Bundesländern.

4 5 Bildungsabschluss der Teilnehmenden n=86 Fach/- Hochschulabschluss 38 Abitur bzw. allg. fachgebundene Hochschulreife 9 Mittlere Reife/ Realschulabschluss 26 Volks-/ Hauptschulabschluss 6 Zur Zeit (noch) kein Schulabschluss Abb. 3: Bildungsabschluss der Teilnehmenden Höchster Bildungsabschluss der TN (n=86) Häufigkeit Prozent Zur Zeit (noch) kein Schulabschluss 1 1,2 Volks-/ Hauptschulabschluss 8 9,3 Mittlere Reife/ Realschulabschluss 26 30,2 Abitur bzw. allg. fachgebundene Hochschulreife 9 10,5 Fach/-Hochschulabschluss 38 44,2 Anderer Abschluss 4 4,7 Gesamt ,0 Tabelle 2: Bildungsabschluss der Teilnehmenden Insgesamt ist ein hoher Bildungsstand in den Modellprojekten zu verzeichnen: mehr als 50% der befragten Teilnehmenden in den erfassten Modellprojekten verfügen über einen Fach-/Hochschulabschluss bzw. Abitur/ allg. Hochschulreife. Auch der mittlere Bildungsbereich ist relativ stark vertreten: gut 30% der Teilnehmenden haben Mittlere Reife bzw. Realschulabschluss. Volks-/ Hauptschulabschlüsse kommen mit etwas weniger als 10% eher seltener vor. Als weitere Abschlüsse (offene Frage) wurden berufsfachliche Abschlüsse und Meister angegeben. Die Betrachtung der Bildungsabschlüsse differenziert nach Geschlechtern ergibt folgendes Bild:

5 6 Höchster Bildungsabschluss Männer/Frauen Frauen (n=40) Männer (n=46) Zur Zeit (noch) kein Schulabschluss ,1% Volks-/ Hauptschulabschluss 1 2,5 % 7 15,2 % Mittlere Reife/ Realschulabschluss % 12 30,4 % Abitur bzw. allg. fachgebundene Hochschulreife 3 7, % Fach/-Hochschulabschluss % 20 43,4 % Anderer Abschluss 4 10 % 0 0 gesamt % % Tabelle 3: Bildungsabschluss nach Geschlechtern Der Bildungsstand von Männern und Frauen ist in beiden Gruppen als hoch zu bezeichnen (jeweils über 50 % Fach-/Hochschulabschluss bzw. Abitur/ allg. Hochschulreife), der Anteil innerhalb der Gruppe der Männer mit Fach-/Hochschulabschluss bzw. Abitur/ allg. Hochschulreife liegt mit 56 %, allerdings leicht über dem der Frauen (52%). Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich bei Abitur bzw. allg. fachgebundener Hochschulreife: hier ist der Anteil innerhalb der Gruppe der Männer gegenüber dem der Frauen fast doppelt so hoch. In der Gruppe der weiblichen Teilnehmenden ist umgekehrt der Anteil mit Fach/-Hochschulabschluss gegenüber dem der männlichen Teilnehmenden gering erhöht (45%: 43%). Im mittleren Bildungsbereich sind die Frauen etwas stärker vertreten: 5 % mehr Frauen als Männer verfügen über Mittlere Reife/ Realschulabschluss, wohingegen im unteren Bildungsbereich die männlichen Teilnehmenden dominieren: der Anteil der Männer mit Volks-/ Hauptschulabschluss ist gegenüber dem der Frauen sechs mal so hoch.

6 7 Einstellung / Wissensbasis der Teilnehmenden zur genossenschaftlichen Unternehmensform Mitgliedschaft in lokaler Initiative, Verein, Genossenschaft 60,00% 50,00% 40,00% 30,00% 20,00% 10,00% 0,00% ja nein Abb. 4: Mitgliedschaften Die 81 auf die Frage nach Mitgliedschaft in einer lokalen Initiative, Verein, Genossenschaft antwortenden Personen sind/waren fast zu gleichen Teilen Mitglied bzw. nicht Mitglied (etwas über 50 % Mitgliedschaften). Mit gut 60 % ist der Anteil der Frauen mit Mitgliedschaft gegenüber der Gruppe der Männer (40 %) deutlich höher. Organisationsform, Dauer und Funktion bei Mitgliedschaft Von den 39 Personen, die im Falle einer Mitgliedschaft die Organisationsform angeben, gehören bzw. gehörten über 60 % einem Verein an, gut ¼ der Teilnehmenden sind/waren genossenschaftlich organisiert, lokalen Initiativen angeschlossen sind/waren knapp 11% (5 P.) der Teilnehmenden. Knapp 50 % (18 P.) geben eine lange Mitgliedschaft in der jeweiligen Organisation an (7-10 Jahre u. länger). Gut 30 % (12 P.) sind/waren 3-6 Jahre Mitglied, lediglich bei gut 20 % (8 P.) ist/war die Mitgliedschaft mit bis zu 2 Jahren relativ kurz.

7 8 Organisationsform Genossenschaft Verein Lokale Initiative Genossenschaft Lokale Initiative Verein Abb. 5: Organisationsform bei Mitgliedschaft Gut 40 % (19 P.) der antwortenden Befragten waren Funktionsträger in der genannten Organisation. Der Anteil der Männer mit besonderen Funktionen in den von ihnen genannten Organisationen ist mit 63 % (12 P.) gegenüber dem Anteil der Frauen (26% = 7 P) mehr als doppelt so groß. Folgende Funktionen sind benannt: Funktion Anzahl Nennungen 2 Vorstand 9 Kassenwart 4 Stellv. Vorsitzender / Beisitzer 2 Geschäftsführung / Projektpartner 2 Funktionen insgesamt 19 Tabelle 4: Funktionen in Organisationen Bekanntheit von Genossenschaften bei Nichtmitgliedschaft Knapp ¾ der antwortenden Befragten (56=74,4 %) ist eine oder mehrere Genossenschaften in der näheren Umgebung bekannt. 2 Angaben nach Häufigkeit.

8 9 Vertrautheit mit der genossenschaftlichen Unternehmensform Unternehmensform der Genossenschaften ist mir... Häufigkeit Prozent Vertraut 8 9,3 Eher vertraut 22 25,6 Eher nicht vertraut 27 31,4 Nicht vertraut 26 30,2 Gesamt 83 96,5 Tabelle 5: Vertrautheit mit der genossenschaftlichen Unternehmensform Im Gegensatz zum hohen Bekanntheitsgrad ist die Vertrautheit mit der genossenschaftlichen Unternehmensform weniger verbreitet: Über 60 % der Teilnehmenden ist mit der genossenschaftlichen Unternehmensform eher nicht vertraut bzw. nicht vertraut. Der Anteil in der Gruppe der Männer liegt hier mit ca. 67 % etwas über dem der Frauen (knapp 60%). Gut ein Drittel der Teilnehmenden ist mit der genossenschaftlichen Unternehmensform eher vertraut bzw. vertraut: Ca. ¼ der Teilnehmenden gibt an, mit der genossenschaftlichen Unternehmensform eher vertraut zu sein. Der Anteil der mit der genossenschaftlichen Unternehmensform vertrauten Teilnehmenden liegt knapp unter 10 %. Komplementär zu den eher nicht bzw. nicht mit der genossenschaftlichen Unternehmensform Vertrauten sind vergleichsweise mehr Frauen als Männer mit der genossenschaftlichen Unternehmensform eher vertraut bzw. vertraut (ca. 40%: ca. 30%). Bei Betrachtung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Bildungsabschlüsse fällt auf, dass aus der Gruppe der Teilnehmenden mit Volks- /Hauptschulabschluss: niemand mit der genossenschaftlichen Unternehmensform vertraut bzw. eher vertraut ist. Der größte Anteil der mit der genossenschaftlichen Unternehmensform Vertrauten bzw. eher Vertrauten findet sich mit 57% in der Gruppe der Teilnehmenden mit Mittlerer Reife/ Realschulabschluss sowie mit Abitur bzw. 44 % in der allg. und fachgebundene Hochschulreife gegenüber 34,9 % bei allen Teilnehmenden. Einstellung der Teilnehmenden gegenüber Organisationsformen Bei den Fragen nach einer positiven Einstellung gegenüber der Genossenschaft bzw. dem Verein als Organisationsform, wird keine von beiden eindeutig

9 10 favorisiert: Bei beiden trifft zu über zwei Dritteln eine positive Einschätzung voll bzw. eher zu. Die Genossenschaft als Organisationsform erhält mit drei Vierteln vergleichsweise höhere Werte gegenüber gut zwei Dritteln beim Verein. Im Einzelnen sehen die Ergebnisse wie folgt aus: Der genossenschaftlichen Unternehmensform stehe ich positiv gegenüber. Häufigkeit Prozent Trifft voll zu 25 29,1 Trifft eher zu 40 46,5 Trifft eher nicht zu 8 9,3 Trifft überhaupt nicht zu 3 3,5 Kann ich nicht bewerten 8 9,3 Gesamt 84 97,7 Tabelle 6: Einstellung der Teilnehmenden gegenüber der genossenschaftlichen Unternehmensform Dem Verein als Organisationsform stehe ich positiv gegenüber. Häufigkeit Prozent Trifft voll zu 25 29,1 Trifft eher zu 35 40,7 Trifft eher nicht zu 10 11,6 Trifft überhaupt nicht zu 3 3,5 Kann ich nicht bewerten 9 10,5 Gesamt 82 95,3 Tabelle 6: Einstellung der Teilnehmenden gegenüber dem Verein als Organisationsform Eine Differenzierung der positiven Einstellungen gegenüber Genossenschaft und Verein nach Geschlecht erbringt keine nennenswerten Unterschiede. Bezogen auf die Angaben zur Herkunft der Teilnehmenden fällt auf, dass für Teilnehmende aus den Neuen Bundesländern mit 84% deutlich häufiger eine positive Einstellung zur genossenschaftlichen Unternehmensform voll zutrifft, bzw. zutrifft, als für Teilnehmende in den Alten Bundesländern (69,7% voll zutreffend, bzw. zutreffend). Auch dem Verein als Organisationsform stehen Teilnehmende aus den Neuen Bundesländern häufiger positiv gegenüber als solche aus den Alten Bundesländern (Neue: 75,5%, Alte: 68,75%: voll zutreffend, bzw. zutreffend).

10 11 Erwartungen der Teilnehmenden an das Genossenschaftsprojekt der innova Erwartung Anzahl Nennungen 3 Schaffung von Arbeitsplätzen 28 Unterstützung/ Stabilisierung von Gründungen 22 Wissensvermittlung / Qualifizierung / fachlicher Austausch Information / Beratung 8 Funktionsfähige Genossenschaft als Ergebnis 6 Persönliche Erwartungen 1 keine Beurteilung / Keine Erwartungen 3 Tabelle 7: Erwartungen der Teilnehmenden 12 Zur offenen Frage nach den Erwartungen der Teilnehmenden an die Genossenschaftsprojekte der innova ergab erwartungsgemäß eine sehr hohe Anzahl von Nennungen (insgesamt 50) im Bereich Schaffung von Arbeitsplätzen und Unterstützung/ Stabilisierung von Genossenschaftsgründungen. Deutlich wird auch der hohe Bedarf nach Wissensvermittlung / Qualifizierung und Information / Beratung mit insgesamt 20 Nennungen. 3 Angaben nach Häufigkeit.

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