Globale Anlagestrategie

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1 Globale Anlagestrategie 2. Quartal 2015 R & A Group Research & Asset Management AG Bodmerstrasse 3 CH-8002 Zürich Phone

2 Inhalt Executive Summary Seite 4 Teil I: Performance-Übersicht Seite 6 Teil II: Weltwirtschaft Selbsttragendes Wachstum Eurozone? Seite 7 Teil III: Geldpolitik Fed reduziert Prognose Seite 33 Teil IV: Anleihen EZB drückt Renditeniveau weiter Seite 37 Teil V: Weltwährungen Vorübergehend Dollar Korrektur Seite 53 Teil VI: Hedge Funds schwaches 2014 Seite 56 Teil VII: Aktienmärkte Erholung Eurozone eingepreist? Seite 57 Teil VIII: Rohstoffe Bodenbildung der Ölpreise Seite 84 Teil IX: Anlagestrategie Europa zusehends bevorzugt Seite 90 Das Inhaltsverzeichnis entspricht der aktuellen Anlagestrategie. Nachfolgend ein Auszug daraus. Seite -2-

3 Eurozone: Nachzügler holen auf Nachdem die Wirtschaft der Eurozone 2014 enttäuscht hat, hat dieses Jahr mit klaren Verbesserungen begonnen. Das BIP-Wachstum hat sich bereits im vierten Quartal 2014 beschleunigt, und wir erwarten für die erste Jahreshälfte nun eine weitere Verbesserung auf nahezu 2% Wachstum (aufs Jahr hochgerechnet). Während der laufende Aufschwung in Deutschland nur wenig hinter früheren Zyklen zurückgeblieben ist, liegt die Wirtschaftsleistung Italiens, nachdem sie 2014 weiter rückläufig war, nun fast 10% unter dem Niveau von Spanien, die viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone, befindet sich demgegenüber mit etwa 2% Wachstum in den letzten Quartalen auf einem soliden Erholungspfad. Wir erwarten eine bessere Konjunktur in Frankreich und Italien, wobei in Frankreich die Indikatoren bereits auf ein solides erstes Quartal hinweisen. Während der positive Effekt fallender Rohöl-Preise auf den Konsum bald nachlassen wird, wird die ausgeprägte Euro- Schwäche die Exporte und damit die Erholung insgesamt begünstigen. Mit der Festigung des Aufschwungs wird auch die Arbeitslosigkeit sinken, und ein selbsttragender Aufschwung ist somit für Kontinentaleuropa erstmals seit Jahren in Reichweite Feb. 13 Aug. 13 Feb. 14 Aug. 14 Feb Quelle: Markit Europa: Einkaufsmanager-Indizes Deutschland Frankreich Italien Spanien Deutschland: Wirtschaftszyklen (BIP) Jahre Quelle: Bundesbank, GFSO, eigene Berechnungen Seite -3-

4 Erholung der Inflationserwartungen Zusammen mit dem starken Rückgang der Ölpreise sind die Inflationserwartungen im Schluss- Quartal 2014 sowohl in der Eurozone als auch in den USA stark gesunken. Nach der Ankündigung eines umfassenden Anleihen-Kauf- Programms durch die EZB im Januar haben sich die Inflationserwartungen in der Eurozone allerdings sichtbar erholt Inflationserwartungen (10 Jahre, %) 1.0 USA 0.5 Deutschland Frankreich 0.0 Italien Mrz. 11 Mrz. 12 Mrz. 13 Mrz. 14 Mrz. 15 Quelle: Bloomberg Eurozone: Inflation Konsumentenpreise (%Vorjahr) Kerninflation (%Vorjahr) -1 Feb. 07 Feb. 09 Feb. 11 Feb. 13 Feb Quelle: Eurostat USA: Inflation Konsumentenpreise (%Vorjahr) Kerninflation (%Vorjahr) -3 Jan. 07 Jan. 09 Jan. 11 Jan. 13 Jan. 15 Quelle: Bureau of Labor Statistics Globale Inflation Aktuell 3Mt. Änd. 12Mt. Änd. USA Eurozone UK Japan Asien China Hong Kong Taiwan Südkorea Singapur Indien Indonesien Thailand Malaysia Philippinen Lateinamerika Brasilien Mexico Osteuropa Russland Polen Tschechische Rep Ungarn Türkei Kerninflation (falls verfügbar); Quelle: Nationale Statistiken Seite -4-

5 Teil III: Geldpolitik Fed reduziert Prognose Die Geldpolitik in den Industrieländern wird weitgehend durch die Beschäftigungsentwicklung bestimmt. In den USA rechtfertigt die gesunkene Arbeitslosigkeit eine weniger lockere Politik. Die Zinserhöhungen dürften allerdings verhaltener ausfallen als bisher angenommen, wobei die erste Erhöhung im Juni oder, etwas wahrscheinlicher, im September stattfinden wird. Die EZB hat im März begonnen, die quantitative Lockerung zu implementieren und wird bis September 2016 monatlich Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro kaufen. In einigen Ländern (Dänemark, Schweden, Schweiz) sind die Zinsen negativ, um rekordtiefen Inflationsraten und, im Falle Dänemarks und der Schweiz, dem Aufwertungsdruck auf die Währung entgegenzutreten. In Asien sind die Notenbank-Zinsen stabil bis rückläufig, da der Rückgang der Inflation als Folge gesunkener Ölpreise in der ersten Jahreshälfte ein Zeitfenster für eine lockerere Geldpolitik öffnet. Brasilien ist das einzige unter den grösseren Ländern, in welchem die Leitzinsen weiter erhöht werden. Geldpolitischer Ausblick Notenbank-Zinsen Zins in 12 Monaten 3Mt.Forw. Libor Aktuell Letzte Änderung Zins Trend Jun Eurozone Unverändert 0.00 Grossbritannien Erhöhung 0.85 Schweiz Unverändert Russland Senkung - USA Erhöhung 1.08 Kanada Unverändert 0.77 Australien Unverändert 1.96 Brasilien Erhöhung - Japan Unverändert 0.16 China Senkung - Indien Senkung - *Daten per 23. Mrz Quelle: Notenbanken, Börsen, eigene Prognosen Mt.-Zinsen (2 J. Forward) -0.5 US$ Libor -1.0 Euribor CHF Libor - Mrz. 14 Jun. 14 Sep. 14 Dez. 14 Mrz. 15 Seite -5-

6 Was treibt den Dollar? Der U.S. Dollar hat in den vergangenen zwölf Monaten handelsgewichtet um 15% und gegenüber dem Euro sogar um 30% zugelegt. Längerfristig ist der Dollar eine schwache Währung. Er durchlief aber in den frühen 1980er und späten 1990er Jahren Phasen ausgeprägter Stärke. Da die geldpolitischen Pfade in entgegengesetzte Richtungen zeigen das Fed wird die Zinsen erhöhen, während die Geldschleusen der EZB (und der Bank of Japan) weit geöffnet bleiben, ist der zugrundeliegende Dollar-Trend positiv, trotz zwischenzeitlicher Korrekturen. Profiteure des stärkeren Dollars sind insbesondere die Wirtschaft der Eurozone und europäische Aktien (wir erwarten mittelfristig von europäischen Aktien eine bessere Performance als von Geldmarkt-Anlagen oder Anleihen in Dollar) U.S. Dollar (handelsgewichtet) 60 Jan. 73 Jan. 83 Jan. 93 Jan. 03 Jan Quelle: Federal Reserv e 0.80 U.S. Dollar per Euro 0.60 Relative Kaufkraft +1 Standardabweichung 1 Standardabw eichung Quelle: Eigene Berechnungen U.S. Dollar Erwartungen Notenbank-Zinsen USA Eurozone 0.0 Jun. 15 Jun. 16 Jun. 17 Jun. 18 Jun Quelle: CME, Lif f e Notenbank Bilanzen (indexiert) FED EZB 80 Jun. 09 Jun. 11 Jun. 13 Jun. 15 Quelle: FED, EZB Seite -6-

7 Teil VII: Aktienmärkte Erholung Eurozone eingepreist? Die Aktienmärkte der Eurozone befanden sich im ersten Quartal in einer bemerkenswerten und unüblichen Konstellation. Im Gefolge besserer Wirtschaftsdaten und der Ankündigung der quantitativen Lockerung der EZB haben die Märkte von globalen Vermögensverschiebungen profitiert. Gleichzeitig hat die EZB-Politik den Abwärtsdruck auf die Anleihen-Renditen und den Euro verstärkt, was den Börsen weiteren Auftrieb verliehen hat. Die Wahrnehmung der Wirtschaft der Eurozone und der Aktienmärkte hat sich in den letzten Monaten tatsächlich dramatisch verändert, nachdem eine selbsttragende wirtschaftliche Erholung, ganz im Gegensatz zu den letzten Jahren, in Reichweite gerückt ist. Die europäischen Börsen sind kurzfristig betrachtet sicherlich teuer geworden, und in der Eurozone ist tatsächlich eine «Eurozone-Prämie» aufgebaut worden. Der Ausblick bleibt dennoch positiv zumindest solange sich die Konjunkturlage bessert, die Anleihen-Renditen nahe null verharren und der Euro zur Schwäche neigt. Eine vorübergehend deutliche Korrektur beim Dollar könnte auch eine überfällige Aktien-Korrektur auslösen. Wir würden Schwächephasen aber zum Ausbau von Positionen nutzen. Da das Potential für positive Überraschungen in Europa sowohl bei der Wirtschaft als auch den Unternehmensgewinnen nun höher ist als in anderen Regionen, haben die Börsen Europas eine gute Chance besser abzuschneiden als globale Indizes. Der U.S. Markt hat im ersten Quartal unter reduzierten Gewinnschätzungen aufgrund des starken Dollars gelitten. In vergleichbarer Währung hat der Markt dennoch fast mit Europa mitgehalten. Der Dollar bleibt somit die Unbekannte für die Gewinne von U.S. Unternehmen und damit die Aktienkursentwicklung. Aus europäischer Sicht dürften allerdings entweder die Aufwertung des Dollars oder eine positive Lokalwährungsperformance zu einem insgesamt positiven Gesamtertrag von U.S. Aktien im weiteren Jahresverlauf führen. Mittelfristig wird der Markt durch vergleichswiese tiefe Anleihen-Renditen und lediglich moderate Fed-Zinserhöhungen gestützt werden. Ausserhalb der Kernmärkte Europas und der USA erwarten wir weiterhin positive Erträge in den Schwellenländern Asiens, trotz eines mittelfristig verlangsamten Wachstums in China. Die Region profitiert weiterhin von Reformen (Bsp. Indien, China, Indonesien), einer lockereren Geldpolitik und gesunkenen Ölpreisen. Wir erwarten allerdings weiterhin keine Outperformance der Schwellenländer insgesamt. Japan profitiert davon, dass Märkte mit einer sehr lockeren Geldpolitik von vielen Investoren favorisiert werden. Seite -7-

8 Interessante Aktien-Renditen im Vergleich zu Anleihen Die Dividendenrenditen in Europa liegen deutlich über der Rendite von Anleihen mittlerer Laufzeit, was Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiv macht, zumindest wenn die Wirtschaft der Eurozone wächst. In den USA ist die Rendite- Lücke geringer, da neben Dividenden auch ein wesentlicher Teil der Cash Flows mittels Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückgeführt wird. Die Renditen auf Basis freier Cash Flows sind ansprechend. Neben positiven operativen Resultaten widerspiegelt sich in hohen freien Cash Flows aber auch eine Zurückhaltung der Unternehmen bei den Investitionen Free Cash Flow Rendite* Stoxx Europe 600 S&P *Konsum, Gesundheit, Industrie, Technologie. Quelle: Eigene Berechnungen Dividendenrendite MSCI World Mrz. 00 Mrz. 03 Mrz. 06 Mrz. 09 Mrz. 12 Mrz Dividendenrendite USA S&P 500 Rendite 5-j. Staatsanl. USA 0 Mrz. 00 Mrz. 03 Mrz. 06 Mrz. 09 Mrz. 12 Mrz Dividendenrendite MSCI Europa Rendite 5-j. Staatsanl. Deutschland -0.5 Mrz. 00 Mrz. 03 Mrz. 06 Mrz. 09 Mrz. 12 Mrz. 15 Seite -8-

9 Die R & A Group ist ein unabhängiges, auf Finanzmarkt-Analysen und Vermögensverwaltung spezialisiertes Unternehmen. Die R & A Group zeichnet sich aus durch ein umfangreiches Investment Research mit einem Schwerpunkt in den Bereichen Anlagestrategie und Aktienselektion. Das 2001 gegründete Unternehmen ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich und Mitglied des führenden Branchenverbandes VSV (Verband Schweizerischer Vermögensverwalter). Investment- Research at Work TM Disclaimer: Wir übernehmen keine Gewährleistung für die Richtigkeit der Informationen in diesem Dokument, obgleich die Informationen auf Quellen beruhen, die wir für verlässlich halten. Wir sind unabhängig und haben keine Geschäftsverbindungen mit Unternehmen, die in diesem Dokument erwähnt sind. Ansichten, Schätzungen und Prognosen in diesem Dokument reflektieren unsere Beurteilung zum Zeitpunkt des Schreibens. Wir haben keine Verpflichtung, dieses Dokument zu aktualisieren, zu ändern oder zu ergänzen oder den Leser zu benachrichtigen, wenn sich Ansichten, Schätzungen oder Prognosen ändern oder nicht mehr akkurat sind. Dieses Dokument ist ausschliesslich zu Informationszwecken bestimmt und stellt keine Offerte zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder anderen Wertschriften oder jede andere Anlageentscheidung dar. Dieses Dokument darf Personen in den USA, Grossbritannien und anderen Ländern, die dies allenfalls untersagen, nicht abgegeben werden. Die Datenquellen sind jeweils vermerkt (ausgenommen sind Kursgraphiken; hier stammen die Daten von Börsen oder Indexanbietern). R & A Group Research & Asset Management AG Bodmerstrasse 3 CH-8002 Zürich. Telefon Seite -9-

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