Europas Energiewende: Alle sitzen in einem Boot, aber rudern alle in die gleiche Richtung? Matthias Dürr, RWE AG Brüssel, 27.

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1 Europas Energiewende: Alle sitzen in einem Boot, aber rudern alle in die gleiche Richtung? Matthias Dürr, RWE AG Brüssel, 27.November 2012

2 RWE AG RWE zählt zu den fünf führenden Strom- und Gasanbietern in Europa Mit unserem Know-how bei der Förderung von Öl, Gas und Braunkohle, dem Bau und Betrieb von konventionellen und erneuerbaren Kraftwerken, dem Handel mit Commodities sowie dem Transport und der Vermarktung von Strom und Gas sind wir auf allen Wertschöpfungsstufen des Energiesektors tätig. Rund Mitarbeiter versorgen über unsere vollkonsolidierten Beteiligungsgesellschaften fast 17 Millionen Kunden mit Strom und nahezu 8 Millionen Kunden mit Gas. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir einen Umsatz von knapp 52 Mrd. erwirtschaftet Mit der Unternehmensstrategie: RWE wird nachhaltiger, internationaler und robuster antworten wir auf zukünftige Herausforderungen im Energiesektor. Grundlage sind unser Kraftwerksportfolio und unser Investitionsprogramm zum Bau hoch effizienter, klimaschonender und flexibler Erzeugungskapazitäten. Auf dem Gebiet der Offshore-Windkraft sind wir bereits einer der größten Investoren in Europa RWE Zentrale in Essen Matthias Dürr, RWE AG,

3 Energy Savings first! Matthias Dürr, RWE AG,

4 Herausforderung Markt: Immer weniger Strom wird an der Börse gehandelt Bruttostromverbrauch Deutschland (in Twh) % Wettbewerb ~ 550 ~ % Wettbewerb 20% Wettbewerb Kraft-Wärme- Kopplung Erneuerbare Energien Konventionelle Subventionskraftwerke Konventionelle u. nukleare Kraftwerke Quelle: eigene Berechnungen Matthias Dürr, RWE AG,

5 Februar 2012: Kapazität war knapp, Strompreise unerwartet moderat Regulierungsversagen? Deutscher Strommarkt am 08. Februar 2012, Uhr: Strompreis: 210 / MWh; Frankreich: > 2000 MWh! Solar Wasser Wind Thermische Anlagen Installierte Leistung Nicht verfügbare Leistung Benötigte Regelleistung 1) Deutscher Inlandsverbrauch 2) Exportsaldo Verbliebene Kapazitätsreserve (<2 GW) Quelle: ENTSO-E, EEX, BDEW 1) 5 GW der verfügbaren Leistung werden von den Übertragungsnetzbetreibern vorgehalten, um kurzfristige Frequenzstörungen im Netz auszugleichen 2) Schätzung Matthias Dürr, RWE AG,

6 Energiewende / Kernenergieausstieg erfordert zwingend den Ausbau der nationalen Stromübertragungsnetze weil: es ein Überangebot im Norden gibt und eine logistische Lücke im Süden, ausgelöst durch das Abschalten der KKWs Nachfrage und Angebot sind nicht im Gleichgewicht! Angebot <Nachfrage Angebot >Nachfrage Matthias Dürr, RWE AG,

7 Europas wirtschaftliche Dekarbonisierung bis 2050 Energie Roadmap 2050 Reduktion von CO2-Emissionen von % bis 2050 Vollständige Dekarbonisierung des Energiesektors Gebrauch von CO2 armen Technologien inkl. CCS CCS in Deutschland nicht durchsetzbar Schwarzer Peter zwischen Bundesregierung und Ländern wegen Opt-Out Klausel Matthias Dürr, RWE AG,

8 Europäische Energiewende: Wie geht es weiter? Setzen wir wirklich auf den Markt? Integration der Erneuerbaren Gibt es die richtigen Preissignale oder soll es der Staat richten? Matthias Dürr, RWE AG,

9 Anstehende Verschärfung des ETS Matthias Dürr, RWE AG,

10 Hintergrund für die eingeleitete Reform: (kurzfristige Maßnahmen) Zu viele Zertifikate auf dem Markt Wirtschaftliche Rezession Vorrangige Einspeisung erneuerbare Energien Folge: Preis für CO2- Zertifikate weit unter 10 /t Kein Anreiz, in umweltfreundliche Technologien zu investieren Matthias Dürr, RWE AG,

11 Vorschlag für ein Backloading Die Europäische Kommission hat am 12. November 2012 einen Entwurf zur Gesetzesänderung zur verzögerten Versteigerung von 900 Millionen Emissionszertifikaten in der dritten Handelsperiode des EU-ETS ( ) vorgelegt. Ein erster Entwurf zur Gesetzesänderung wurde bereits früher in diesem Jahr vorgelegt jedoch OHNE konkrete Zahlen Backloading = Verknappung der CO2- Zertifikate durch verzögerte Versteigerung Keine endgültige Lösung, da zurückgehaltene Zertifikate am Ende der Handelsperiode (bis spätestens 2020) wieder auf den Markt geworfen werden müssen Matthias Dürr, RWE AG,

12 Entwurf zur Gesetzesänderung Adjustments to the volumes of allowances to be auctioned in referred to in Article 10(2) Year Volume of reduction Volume of increase Matthias Dürr, RWE AG,

13 Systemischer Ansatz? Herausforderung: Kohärenter Ansatz bei energie-und umweltpolitischen Instrumenten Strukturelles Grundproblem noch nicht gelöst: Vereinbarkeit des ETS mit anderen Instrumenten der Energie- und Klimapolitik (Binnenmarkt, Erneuerbare, etc.) Risiko eines erneuten Preisverfalls: Vorrangige Einspeisung der EE bleiben unberücksichtigt Mehr Erneuerbare Energien Neue verbindliche Energie-Effizienz-Vorgaben CO2- Ausstoß Zertifikats- Preise Ohne Abstimmung der Instrumente besteht das Risiko, dass beim Klimaschutz volkswirtschaftlich zweimal zur Kasse gebeten wird: 1. Maßnahme zur Effizienzsteigerung/ Einspeisung Erneuerbare 2. Erneute Verknappung der Zertifikate Matthias Dürr, RWE AG,

14 ETS-Zukunft Vorschläge zu strukturellen Änderungen Im Kohlenstoff-Bericht der Kommission vom 14. November werden 6 Optionen vorgestellt, wie das ETS strukturell gestärkt werden kann: 1. eine Verschärfung des CO2-Klimaziels von 20 auf 30% bis Ende eine dauerhafte Rückhaltung von ETS-Zertifikaten (Set-Aside) 3. eine Verschärfung des linearen Reduktionsfaktors von derzeit 1.74% pro Jahr 4. eine Ausdehnung des Anwendungsbereichs auf andere Sektoren 5. eine Einschränkung internationaler Gutschriften (die zu einem guten Teil für den aktuellen Zertifikate-Überschuss verantwortlich gemacht werden) 6. Eingriffe in das Preismanagement bis hin zu Mindestpreisen floor prices Matthias Dürr, RWE AG,

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