Ergebnisse der Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterbefragung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema Mitarbeitergespräche

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1 Ergebnisse der Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterbefragung 2010 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema Mitarbeitergespräche

2 Zielsetzung & Durchführung Im März/April 2010 wurden seitens der Leitung der FSU Jena weitere Entscheidungen für den Fortgang der Einführung von Mitarbeitergesprächen (im Folgenden mit MAG abgekürzt) an der FSU Jena getätigt. Der Personalrat wurde im Vorfeld in die Planungen einbezogen. Vor der Ein- und Durchführung von MAG sollte ein Meinungsbild unter den technischen bzw. nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität erhoben werden. Hierzu konnte eine von der Personalentwicklung durchgeführte Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genutzt werden, welche um Fragen bezüglich MAG ergänzt wurde.

3 Stichprobe Es konnten insgesamt 227 Personen gewonnen werden, die den Online-Fragebogen ganz oder teilweise ausgefüllt haben. Demographische Daten werden für die Analyse nicht betrachtet. Die durchschnittliche Teilnehmerin ist zwischen 30 und 40, weiblich, 5-10 Jahre an der FSU und in der Entgeltgruppe E1 bis E8. Auf eine gesonderte Auswertung einzelner Gruppen wird verzichtet. Es werden nur Gruppen mit jeweils mindestens 10 Mitarbeitern verglichen.

4 Besteht die Notwendigkeit einer Einführung von Mitarbeitergesprächen? 47,1% ja, 33,0% nein, 19,8% keine Angabe Top 5- Gründe, warum ein Bedarf besteht: Kommunikation, Reflektion über die Zusammenarbeit im Team und mit dem Vorgesetzten Feedback für die eigenen Leistungen Effektivere Zusammenarbeit und Veränderungen in der Organisation Eigene Entwicklung in der Organisation Probleme ansprechen, auf Missverständnisse aufmerksam machen

5 Warum besteht die Notwendigkeit eventuell nicht? Top 5 Gründe, dass ein MAG nicht notwendig ist: Es wird erwartet, dass ein MAG keine Änderungen nach sich zieht MAG werden als Mittel zur kurzfristigen Problemlösung angesehen Die aktuelle Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten/Team funktioniert problemlos MAG werden bei Bedarf schon durchgeführt Es besteht die potentielle Möglichkeit, dass durch MAG verstärkt Kontrolle/Druck aufgebaut werden oder die Führungssituation im Allgemeinen aktuell schlecht ist

6 Welche Themen sollen in einem MAG angesprochen werden? Mögliche Themen dieses MAG (geordnet nach prozentualer Nennung): 63,0 % Probleme, die bei der Arbeit aufgetreten sind 57,3 % Maßnahmen für meine Fort- und Weiterbildung 52,0 % Meine Entwicklungsperspektiven 49,8 % Positive Aspekte, die bei der Arbeit aufgetreten sind 45,8 % Die Zusammenarbeit im Team 44,5 % Ziele/Zielvereinbarungen 43,2 % Unsere gemeinsame Zukunft 32,6 % Meine Schwächen (d.h. die Schwächen des Mitarbeiters) 31,7 % Meine Stärken (d.h. die Stärken des Mitarbeiters) 26,0 % Darüber, wie ich meinen Vorgesetzten erlebe Sonstige u.a. Themen (insg. 8 Nennungen): Lohn/Gehalt Eigene Entwicklungen Aufgaben(-erläuterung)

7 Unterschiede zwischen Mitarbeitergruppen Nur 48,7% der Mitarbeiter mit MAG-Erfahrung sehen auch an der FSU Jena Bedarf dafür, hingegen sagen 61,5% der Mitarbeiter ohne MAG-Erfahrung, dass der Bedarf besteht Mitarbeiter mit Personalverantwortung haben signifikant häufiger selbstberichtete MAG-Erfahrung als Mitarbeiter ohne Hinsichtlich des Alters sowie der Zeit an der FSU Jena ergeben sich keine signifikanten Unterschiede Mitarbeiter höherer Entgeltgruppen (E13-E15) möchten eher über ihre Schwächen sprechen und darüber, wie der Mitarbeiter seinen Vorgesetzten erlebt, als Mitarbeiter der Entgeltgruppe E1-E8.

8 Anregungen (ohne Kategorisierung, als Zusammenfassung, unsortiert) Längst überfällig Evaluation notwendig Veränderungen, die besprochen werden, sollten nicht aus den Augen verloren werden MAG während der Arbeitszeit Entwicklungsmöglichkeiten sollten aufgezeigt werden Anreize zur Motivationssteigerung (auch für Weiterbildungen) sollten gesetzt werden Hinzuziehen eines Dritten (Neutral oder z.b. Personalrat) sollte ermöglicht werden Entwicklungen in und um die Uni herum sollten kommuniziert werden Institutionalisierung führt zu mehr Druck/Kontrolle Kontrolle der Gespräche durch Dez. 5

9 Schlussfolgerungen Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FSU sehen größtenteils den Bedarf eines MAG. Die Themen können von Mitarbeiter zu Mitarbeiter variieren, was ein striktes Festhalten an Muss - Themen widerspricht. Die Möglichkeit, Themen vorzugeben, aus denen ausgewählt werden kann, scheint daher ein gangbarer Weg. Die Kommunikation der Ziele und der Verfahrensweise muss gelingen. Dadurch sollte auch der Eindruck von Kontrolle und Druckaufbau wegfallen.

10 Schlussfolgerungen Die Unterstützung durch die Universitätsleitung hinsichtlich des MAG und der eventuell daraufhin folgenden Maßnahmen muss vorhanden sein. Die Vorgesetzten bzw. Personen mit Personalverantwortung sollten hinsichtlich der Durchführung und Themenauswahl dazu motiviert werden, auch Themen ins Gespräch aufzunehmen, die ihnen eventuell unpassend erscheinen, aber für den Mitarbeiter wichtig sind. Ebenso natürlich vice versa.

11 Kontakt Friedrich-Schiller-Universität Jena Lehrstuhl für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie Prof. Dr. R. Trimpop Dipl.-Psych. Alexander Danne Telefon: Telefax:

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