Analyse von Stelleninseraten für Psychologinnen und Psychologen

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1 Analyse von Stelleninseraten für Psychologinnen und Psychologen Zusammenfassung Die folgenden Trends lassen sich aus dieser Untersuchung ablesen. Für eine umfassende Stellensuche sollten sowohl die Stellenanzeiger der gängigen Tageszeitungen als auch die fachspezifischen Online-Plattformen, wie auch die fachspezifischen Magazine genutzt werden. Die meisten Psychologinnen und Psychologen finden eine Stelle entweder im Gesundheitsbereich oder im Sektor der öffentlichen Dienstleistungen. Die Chance eine Stelle in einer therapeutischen oder beraterischen Funktion zu finden, steht sehr gut, wenn der / die Stellensuchende eine Weiter bildung oder zumindest genügend Berufserfahrung vorweisen kann. Schliesslich scheint es zurzeit keine Rolle zu spielen, ob ein Psychologe oder eine Psychologin den Abschluss an der Universität oder an der Fachhochschule gemacht hat. Dies scheint vor allem der Fall zu sein, wenn es sich um mögliche Einsteigerstellen handelt. Methodische Aspekte Fragestellungen Quellen und Erhebungszeitraum Auswertungskriterien Die folgenden Fragestellungen wurden in diese Analyse miteinbezogen: Wie sieht das Verhältnis der Stellenausschreibungen zwischen Printmedien und Online-Inseraten aus? Wird ein Medium von den Arbeitgebern bevorzugt oder werden alle Stellen sowohl per Zeitung als auch per Internet ausgeschrieben? Was für Zusatzqualifikationen werden von Hochschulabsolventen verlangt? Unterscheiden die Arbeitgeber zwischen einem Uni- und FH-Abschluss? Die Stelleninserate wurden über einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten ( ) gesammelt. Die Inserate stammen aus schweizerischen Tages- und Wochenzeitungen, wie Alpha, NZZ, Stellefant der BaZ, Tagesanzeiger und dem «Stellenmarkt», aber auch aus der Fachzeitschrift für Psychologinnen und Psychologen, dem Psychoscope. Zusätzlich wurden die Stelleninserate des Online-Stellenmarkt der Föderation der PsychologInnen auf miteinbezogen. Gesammelt und verwendet wurden alle Inserate, die einen Hochschulabschluss in Psychologie voraussetzten. Insgesamt wurden 58 Stelleninserate ausgewertet, wobei sich die Anzahl schliesslich auf 57 reduzierte. Eine Stellenausschreibung wurde doppelt geführt. Die Inserate wurden nach den folgenden Aspekten untersucht: Beschäftigungsbereiche Tätigkeiten / Funktionen Anstellungsverhältnis Fachbereiche in der klinischen Psychologie Verlangte Ausbildung / Alternative Ausbildungen Zusätzliche Qualifikationen Beschäftigungsgrad Regionen Online vs. Print 1 / 5

2 Ergebnisse Vergleich Online vs. Print Dem Diagramm 1 ist zu entnehmen, dass ungefähr gleich viele Stellen in Printmedien wie auf dem Internet ausgeschrieben sind. 45 % der Stellenausschreibungen stammen aus dem Online-Portal, 50 % aus Zeitungen und 5 % wurden sowohl Online wie auch in der Zeitung geführt. PsychologInnen auf Stellensuche erhalten die breitesten Ergebnisse, wenn sie sowohl die Stellenmärkte der Tageszeitungen berücksichtigen, als auch die Fach zeitschriften wie Psychoscope und die spezifischen Online-Stellenmärkte. Diagramm 1: Vergleich Online-Stellenmarkt vs. Printanzeigen Beschäftigungsbereiche (Branche) Diagramm 2 zeigt die verschiedenen Branchen, in denen PsychologInnen in den hier ausgewerteten Inseraten gesucht werden. Ein Drittel der Stellen (30 %) finden sich im Gesundheitswesen, wobei die meisten Stellen in psychiatrischen Kliniken und Diensten zu finden sind. Zum Gesundheitswesen werden auch die Stellen in Reha-Kliniken und Gesundheitsmanagement gezählt. Die Stellen der öffentlichen Dienste, wie zum Beispiel die Erziehungsdirektion, machen mit 19 % den zweitgrössten Anteil aus. Der Rest der Inserate ist ziemlich gleichmässig auf die verbleibenden Branchen aufgeteilt. 12 % der Stelleninserate beziehen sich sowohl auf Stellenangebote im sozialen Dienst (Fachstellen, Aids-Hilfe, Stiftungen, Krebsliga), wie auch auf Stellen an Schulen und Gymnasien. 11 % der PsychologInnen werden an den Hochschulen gesucht, wobei 7 % Ausschreibungen von der FH sind und 4 % von der Universität. 9 % der Stelleninserate stammen aus dem Sektor der privaten Dienstleistungen und schliesslich 7 % nehmen die Stellenausschreibungen von Non-Profit-Organisationen und kirchlichen Institutionen ein. Diagramm 2: Branchen für Psychologinnen und Psychologen 2 / 5

3 Tätigkeiten / Funktion Im folgenden Diagramm 3 werden die Tätigkeiten und Funktionen für PsychologInnen dargestellt. Aufgrund der häufig sehr vielseitigen Beschreibungen der gesuchten Tätigkeiten, wurden die Inserate anhand von Mehrfachnennungen kategorisiert. Dementsprechend ist zu beachten, dass die Prozentangaben grösser wirken, als dies in Wirklichkeit der Fall ist. PsychologInnen werden grösstenteils entweder für therapeutische (30 %) oder beraterische (26 %) Tätigkeiten gesucht. Bei 12 % der Stellenanzeigen wird eine gemischte Tätigkeit aus Therapie und Beratung verlangt. 16 % der ausgeschriebenen Stellen beziehen sich auf den Bereich der Sachbearbeitung (z.b. Qualitätsmanagement, schreiben und redigieren von Texten). Die 11 % der Forschung zugeschriebenen Stellen werden noch zusätzlich unterteilt Assistenten- und Doktorandenstellen 2 % und Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter 9 %. 5 % der Stelleninserate beziehen sich auf eine Unterrichtstätigkeit an Gymnasien. Die restlichen 37 % der gesammelten Inserate beinhalten sehr unterschiedliche Zusatztätigkeiten und Funktionen, wie zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit, Präsenz an Schulanlässen, unterstützende Funktionen von Mitarbeiterteams, Supervision, Mitarbeit von Projekten und Schulentwicklung, Kurse und Weiterbildungen organisieren und leiten und Krisenmanagement. Diagramm 3: Tätigkeiten und Funktionen Verlangte Ausbildung / Alternative Ausbildungen Zusätzliche Qualifikationen Mittlerweile scheint sich das Bologna System im psychologischen Fachbereich gut durchgesetzt zu haben. Bei über der Hälfte (63 %) der Inserate wird kein Unterschied mehr zwischen universitärem und Fachhochschulabschluss gemacht. Bei 19 % der Inserate wird explizit ein universitärer Masterabschluss verlangt. Und schliesslich bei 14 % der Stellenanzeigen wurden auch andere Studienrichtungen erwähnt, wie zum Beispiel Soziologie, Theologie, Medizin, Pädagogik, Heilpädagogik, BWL, Rechtswissenschaften, Sozialarbeit und Pflege. Auch bei den alternativ gesuchten Studienrichtungen scheint fast kein Unterschied zwischen universitär und FH gemacht zu werden. Im folgenden Diagramm 4 sollen die zusätzlich verlangten Qualifikationen für PsychologInnen dargestellt werden. Zusätzliche Qualifikationen werden vor allem im Bereich der Weiterbildungen (70 %) verlangt. Genauer betrachtet bedeutet dies, dass 47 % der ArbeitgeberInnen eine angefangene oder bereits abgeschlossene Psychotherapieausbildung erwarten, 16 % verlangen eine sonstige Zusatzausbildung (z. B. Paar- und Familientherapie, Fortbildung in Psychoonkologie) und 4 % der Stellen weisen auf ein Höheres Lehramt hin. 13 / 5

4 Bei 66 % der Stelleninserate wird Berufserfahrung verlangt. Davon sind 47 % spezifische Berufserfahrung und 19 % erwarten Therapie-Erfahrung. Zusätzlich werden von den Stellenanwärterinnen und Stellenanwärtern in 19 % der Fälle ein FSP-Titel und bei 5 % eine Promotion gefordert. Berufsspezifische Kenntnisse werden bei 39 % der Stelleninserate verlangt, davon sind 23 % Diagnostik und Methodik Kenntnisse. Die restlichen 16 % erwarten andere Berufskenntnisse, wie zum Beispiel Kenntnisse über Wirtschaft, Gesetzeslagen und die IV. 26 % aller ausgeschriebenen Stellen verlangen Sprachkenntnisse. Davon entfallen 9 % auf Französischkenntnisse, 5 % auf Deutsch- und Italienischkenntnisse, 3 % auf andere Sprachen wie Romanisch oder Spanisch und je 2 % auf eine 2. Amtssprache oder Englisch. Bei 16 % der Inserate werden von den zukünftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gängige EDV Kenntnisse gefordert. Für 12 % der verlangten zusätzlichen Qualifikationen kann keine nähere Zuordnung gemacht werden. Dazu zählen Fahrausweise oder explizit erwähnte theologische Grundhaltung. Diagramm 4: Zusätzliche Qualifikationen Anstellungsverhältnis Beschäftigungsgrad Regionen In 79 % der Fälle sind die bei den hier gesammelten Inseraten Festanstellungen ausgeschrieben. Die restlichen In 7 % der Fälle werden befristete Stellen ausgeschrieben und 4 % der Ausschreibungen sind Praktika-Stellen. Die restlichen 10 % sind Stelleninserate für Leitungs- und Führungspositionen. Nicht in allen Stelleninseraten wurde eine Angabe über den Beschäftigungsgrad gemacht. In dieser Analyse wurden diese Inserate in die Kategorie % eingeteilt. Fast die Hälfte (49 %) aller Stellenausschreibungen beziehen sich auf Stellen mit einem Beschäftigungsgrad zwischen %. Für den Beschäftigungsgrad % wurden 37 % aller gesammelten Inserate gezählt und 14 % aller Ausschreibungen beziehen sich auf Teilzeitstellen mit einem Beschäftigungsgrad bis 40 %. Die Verteilung der ausgeschriebenen Stellen über die Schweiz sieht folgendermassen aus: 42 % der Stellen finden sich im Grossraum Zürich, 19 % im Grossraum Bern, 16 % in der Ostschweiz und im Graubünden, 12 % in der Zentral- und Innerschweiz und schliesslich 4 % der offenen Stellen befinden sich im Wallis. 4 / 5

5 Fachbereiche (klinische Psychologie) Schliesslich interessierte auch noch die Verteilung der einzelnen möglichen Fachbereiche der klinischen Psychologie über die hier gesammelten Inserate. Insgesamt sind von den 57 gesammelten Inseraten 37 dem klinischen Bereich zuzuordnen. In Diagramm 5 ist ersichtlich, dass die meisten Stellen (19 %) in psychiatrischen und Reha-Kliniken angeboten werden. Gefolgt mit 12 % von den verschiedenen Fachstellen wie zum Beispiel die Aids-Fachstellen, Fachstellen für Alkoholprobleme oder kirchlich geführte Fachstellen. In 9 % der Fälle bieten Schulen Stellen für klinische Psychologinnen und Psychologen und bei 7 % sind dies die psychiatrischen Dienste. 21 % der hier gesammelten Stellen können den oben erwähnten Fachbereichen nicht zugeordnet werden. Dazu gehören Ausschreibungen im Gesundheitsmanagement, in Sonderschulen und Stiftungen und Arbeitsplätze an so genannten Schnittstellen, wie zum Beispiel die Krebsliga im Spital. Diagramm 5: Fachbereich Quelle: Bettina Meyers, BIZ-Bern-Mittelland, August / 5

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