Theorie des Geldangebots

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1 Theorie des Geldangebots Prof. r. Peter Bofinger / Oliver Hülsewig, Würzburg (erschienen in: as Wirtschaftsstudium Jg. 32, Nr. 3, S , 23) er Geldangebotsprozess nimmt in der Geldpolitik einen besonderen Stellenwert ein. Im Mittelpunkt steht hier die Frage, wie Geld im Sinne eines Geldmengenaggregats M1, M2 oder M3 in einer Volkswirtschaft entsteht. er vorliegende Beitrag stellt den Geldangebotsprozess im Rahmen eines preistheoretischen Modells dar, das die Steuerungsmöglichkeit der Notenbank, die Entscheidungen der Geschäftsbanken und der Nichtbanken am Geld- und reditmarkt sowie die Rolle des Geldschöpfungsmultiplikators integriert. I. Einleitung In der Geldpolitik spielt der Prozess des Geldangebots eine entscheidende Rolle. Im ern geht es dabei um die Frage, wie in einer Volkswirtschaft Geld im Sinne eines Geldmengenaggregats M1, M2 oder M3 entsteht. Aufgrund des starken Einflusses der Geldmenge auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist es aus Sicht der Notenbank entscheidend, dass sie den Geldangebotsprozess gemäß ihren geldpolitischen Zielvorstellungen möglichst umfassend beeinflussen kann. Allerdings besitzt die Notenbank keine direkte Steuerungsgewalt über die Geldmenge. Eine Steuerungsmöglichkeit ergibt sich vielmehr aus zwei institutionellen Faktoren, die in dieser Form in zahlreichen Industrieländern gelten: - ie Notenbank verfügt über ein Monopol bei der Emission von Banknoten (Notenemissionsmonopol). Mit dem Beginn der dritten Stufe der Europäischen Währungsunion ist für eutschland entsprechend Artikel 15a,1 Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG-Vertrag) dieses Recht auf die Europäische Zentralbank (EZB) übertragen worden. Zwar besitzen die nationalen Regierungen auch in der Währungsunion das Recht zur Ausgabe von Münzen ( Münzregal ), jedoch bedarf der Umfang dieser Ausgabe der Genehmigung der EZB (Artikel 15a,2 EG-Vertrag). Banknoten und Münzen ergeben zusammen den Bargeldbestand einer Volkswirtschaft. - ie Notenbank ist darüber hinaus der einzige Anbieter von Zentralbankguthaben, welche die Geschäftsbanken entweder als Mindestreserve halten müssen oder für die

2 Abwicklung von Zahlungsverkehrstransaktionen einsetzen können. ie Ausgestaltung der Mindestreservevorschrift der EZB erlaubt den Geschäftsbanken Mindestreserven als Arbeitsguthaben zu verwenden, weswegen die zusätzliche Haltung von Reserveguthaben bspw. in Form von Überschussreserven für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs weitgehend überflüssig ist (vgl. hierzu auch Europäische Zentralbank, 21, apitel 4). er Bargeldbestand und die Zentralbankguthaben bilden zusammen die Geldbasis, die vereinfacht gesprochen den Inputfaktor für den Output Geldmenge im Sinne von M1, M2 oder M3 darstellt. Ziel dieses Beitrages ist es, den Geldangebotsprozess, der den Zusammenhang zwischen der Geldmenge und der Geldbasis abbildet, zu beleuchten. II. Ein preistheoretisches Geldschöpfungsmodell Im folgenden Modell wird der Geldangebotsprozess durch das reditvergabeverhalten der Geschäftsbanken erklärt (siehe hierzu Bofinger et al., 1996 sowie Bofinger, 21). Entsprechend der geldpolitischen Praxis der EZB unterstellen wir dabei, dass die Notenbank am Geldmarkt eine Strategie der Zinssteuerung betreibt und den Geldmarktsatz als geldpolitisches Operating Target fixiert. iese Annahme impliziert, dass die Geschäftsbanken einen unbegrenzten Zugang zu Refinanzierungskrediten (Zentralbankgeld) haben, d.h. dass sie keiner quantitativen Beschränkung unterliegen. ie Notenbank hingegen erhält einen direkten Einfluss auf den Geldschöpfungsprozess über den von ihr festgelegten Refinanzierungssatz. 1. Modellannahmen amit die folgende arstellung nicht zu komplex wird, wollen wir vorab einige vereinfachende Annahmen treffen: (1) er für den Geldschöpfungsprozess benötigte Rohstoff Geldbasis lässt sich aus der Notenbankbilanz herleiten. Wir unterstellen hier eine vereinfachte Notenbankbilanz, die auf der Aktivseite lediglich Refinanzierungskredite an die Geschäftsbanken (B) und auf der Passivseite den Bargeldbestand (C) und die Reserveguthaben der Geschäftsbanken (R) ausweist. 2

3 Tabelle 1: Eine einfache Notenbankbilanz Aktiva Passiva redite an Geschäftsbanken (B) Bargeldumlauf (C) Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken (R) Sämtliche weiteren Bilanzpositionen, wie bspw. die Nettoforderungsposition gegenüber dem Ausland und dem Staat sowie sonstige Aktiva und Passiva, werden vernachlässigt. ie Geldbasis ist dann definiert als: B = C + R. (2) Eine ähnliche Vereinfachung treffen wir hinsichtlich der konsolidierten Bilanz des Bankensystems, welche die Bilanz der Zentralbank und die Bilanz des Bankensektors zusammenfasst. ie konsolidierte Bilanz des Bankensystems enthält auf der Aktivseite die reditvergabe an Nichtbanken () und auf der Passivseite den Bargeldbestand (C) und die Einlagen (). Weitere Bilanzpositionen, wie bspw. die Nettoforderungen des Bankensystems gegenüber dem Ausland, die redite an den Staat, der Saldo der sonstigen Aktiva und Passiva sowie das Geldkapital, bleiben unberücksichtigt. Tabelle 2: Vereinfachte konsolidierte Bilanz des Bankensystems Aktiva Passiva redite der Geschäftsbanken an Bargeldumlauf (C) private Nichtbanken () Einlagen () er Bargeldumlauf und die Einlagen definieren die Geldmenge (M), so dass gilt: = C + = M. iese Vereinfachung führt also zu einer Übereinstimmung von Geldmenge und reditvolumen. Alternativ zu diesen Annahmen ließe sich das reditvolumen als der gesamte Forderungsbestand des Bankensektors gegenüber Nichtbanken auffassen und die Geldmengen in einer breiten Abgrenzung als Summe aller Verbindlichkeiten des Bankensektors gegenüber den Nichtbanken definieren. iese Sichtweise führt ebenso zu einer Übereinstimmung von Geld und redit. 3

4 Prinzipiell gilt, dass Banken Geld schaffen, indem sie Forderungstitel ankaufen. iese können in verbriefter Form (Anleihen) oder in unverbriefter Form (arlehen) von inländischen Nichtbanken, inländischen Banken oder dem Ausland begeben oder aufgenommen worden sein. er Markt für Forderungstitel und der makroökonomische Markt für Geld sind folglich exakte Spiegelbilder. Anstelle von Forderungstiteln wird im folgenden vereinfachend von Bankkrediten gesprochen. abei ist die reditvergabe der Geschäftsbanken mit dem Ankauf eines Forderungstitels identisch, so dass die Geschäftsbanken immer zugleich als reditanbieter und Nachfrager nach Forderungstiteln auftreten. Mit steigender reditvergabe steigt durch den Ankauf von Forderungstiteln die Geldmenge (vgl. Bofinger et al., 2, S ). In diesem Sinne entspricht das reditangebot dem Geldangebot. ie gleiche Logik trifft auch für die Nichtbanken zu. Sie fragen redite und Geld nach. er reditnachfrage liegt schließlich der Wunsch zugrunde, Geld zu erhalten, um damit Transaktionen tätigen zu können. a die Märkte für Bankkredite und für Geld somit identisch sind, muss für die Angebots- und Nachfrageseite jeweils nur eine Verhaltensfunktion abgeleitet werden. Wir beschränken uns auf die reditangebotsfunktion, die der Geldangebotsfunktion entspricht, und auf die Geldnachfragefunktion, die mit der reditnachfragefunktion übereinstimmt. In der folgenden arstellung unterstellen wir zudem konstante Preise, so dass kein Unterschied zwischen realen und nominalen Größen getroffen werden muss. 2. ie reditangebotsfunktion Ausgangspunkt unseres Modells ist ein Bankensektor, der aus vielen identischen Geschäftsbanken besteht, die sich als Preisnehmer verhalten. ie Geschäftsbanken vergeben redite an Nichtbanken (), die sie über Einlagen () und Zentralbankkredite (B) nach Abzug der Reservehaltung (R) finanzieren. Aus Sicht der Banken sind der reditzins ( r ), der Einlagenzins ( r ) und der Refinanzierungssatz der Notenbank ( r ) exogene Größen, die nicht von ihnen beeinflusst werden können. er Gewinn der repräsentativen Geschäftsbank, die den Bankensektor beschreibt, lautet: (1) Π = r r r (B R) J, NB und entspricht der ifferenz aus den Erlösen und den osten der reditvergabe an die Nichtbanken. abei bezeichnet (J) die reditausfallkosten, die mit der Menge an unein- NB 4

5 uneinbr uneinbr gebrachten rediten ( ) identisch sind: J =. as Ausfallrisiko der reditvergabe (d) sei durch den Anteil der uneinbringlichen redite an der gesamten reditvergabe gegeben: uneinbr (2) d = /, mit: d 1. Wir unterstellen dabei, dass die Höhe des Ausfallrisikos von der reditvergabe und der gesamtwirtschaftlichen Situation abhängig ist, wobei letztere mit Hilfe des Einkommens (Y) abgebildet wird. iese Annahme basiert auf der Vermutung, dass der Anteil der uneingebrachten redite in einer Rezession tendenziell höher ausfallen sollte als in einer Hochkonjunktur, da in einem schlechteren wirtschaftlichen Umfeld die Anzahl der insolventen Unternehmen und Haushalte steigt. Um diesen Zusammenhang formal darzustellen, verwenden wir folgende lineare Approximation: (3) d = f = β, Y Y wobei der Parameter (β ) einen Insolvenzfaktor beschreibt. Unter den getroffenen Annahmen nehmen die reditausfallkosten (J) überproportional mit der Menge an vergebenen rediten zu. Je besser im Gegenzug die konjunkturelle Lage ist, desto niedriger sind die reditausfallkosten infolge eines gesunkene reditvergaberisikos. ie reditausfallkosten lassen sich damit zusammenfassen zu: 2 (4) J = d = β Y ie Bilanzgleichung der repräsentativen Geschäftsbank ist durch (5) + R = + B gegeben, wobei bei annahmegemäß fehlenden Überschussreserven die Höhe der Reservehaltung (R) durch die Mindestreservevorschrift der Zentralbank: R = rr festgelegt ist. er Parameter (rr), mit rr 1, entspricht dem Mindestreservesatz auf Einlagen, der von der Notenbank fixiert wird. Entsprechend der geldpolitischen Praxis der EZB werden Mindestreserven zum Geldmarktsatz ( ) verzinst. er Zusammenhang zwischen der Geldmenge (reditmenge) und der Geldbasis (Refinanzierungskredite) wird durch die Multiplikatorrelation (m) beschrieben: M = mb, wobei der Multiplikator durch das Verhältnis zwischen der Bargeldhaltung und den Einlagen, dem sogenannten Bargeldhaltungskoeffizienten (c) und dem Mindestreserve- 5

6 satz der Zentralbank (rr) bestimmt ist: m = (1 + c) /(c + rr), mit c = C /. Wegen M = C +, gilt: 1 (6) C + = mb = (c + rr) B. a aus Sicht einer einzelnen Geschäftsbank Einlagen und die Fremdmittelaufnahme am Geldmarkt (Interbankengeldmarkt) alternative Refinanzierungsformen darstellen, nehmen wir aus Gründen der Arbitrage vereinfachend an (bei Abwesenheit von Verwaltungs- und ontoführungsgebühren), dass sich der Einlagenzins ( Geldmarktsatz ( ) anpasst (vgl. Freixas und Rochet, 1997, S. 54). r ) stets an den ie repräsentative Geschäftsbank maximiert ihren Gewinn durch die Wahl ihres optimalen reditangebots unter Berücksichtigung der Bilanzgleichung und der Mindestreservevorschrift. Setzt man die reditausfallkostenfunktion (4) und die Bilanzidentität (5) in die Gewinnfunktion (1) ein und leitet diese nach dem reditvolumen ab, dann erhält man das folgende optimale reditangebot aus der Bedingung erster Ordnung: S r rnb (7) = Y, 2β wobei hier zuvor die Einlagen () entsprechend der Multiplikatorrelation (6) durch die Zentralbankkredite (B) substituiert worden sind. as reditangebot des Bankensektors steigt mit dem reditzins ( r ) und dem Einkommen (Y) und fällt mit einem Anstieg des Refinanzierungssatzes ( r ) und des Insolvenzfaktors ( β ). In einem Zins/Mengen- NB iagramm (siehe Abbildung 1) ist die Steigung der reditangebotskurve durch dr / d S = 2β / Y gegeben und positiv. er von der Notenbank festgelegte Refinanzierungssatz ist ein Lageparameter dieser urve. ie reditvergabe des Bankensektors bestimmt die Höhe der Geldmenge (M) und damit die Höhe der Einlagen (). ie Höhe der Zentralbankkredite (B), die mit der Höhe der Geldbasis identisch ist, hängt von den Bargeldpräferenzen der Nichtbanken (C) und der festgelegten Mindestreservevorschrift (R) ab. 3. ie Geldnachfragefunktion Entsprechend dem üblichen Vorgehen in der Geldtheorie soll die Geldnachfrage positiv vom Einkommen und negativ vom Zinssatz abhängen. Während das Einkommen (Y) als Maß für das zu bewältigende Transaktionsvolumen angesehen werden kann, spiegelt 6

7 der Zinssatz die Opportunitätskosten der Geldhaltung wider. a im Rahmen des Modells unterstellt wird, dass verbriefte und unverbriefte Forderungen vollkommene Substitute sind, entspricht dieser Zinssatz dem reditzinssatz tion ist durch: (8) M = = ay br, mit: a, b > ( r ). ie Geldnachfragefunk- gegeben und ist der Einfachheit halber linear. er Parameter (a) beschreibt die Einkommenselastizität und der Parameter (b) die Zinselastizität der Geldnachfrage. Sofern M =, gilt stets ay br. 4. er makroökonomische Markt für Geld und redit Ein Gleichgewicht auf dem Geld- und reditmarkt liegt dann vor, wenn das reditbzw. Geldangebot der redit- bzw. Geldnachfrage entspricht. (9) = S bzw. M = S M M. Wie in Abbildung 1 dargestellt, ergibt sich das Gleichgewicht grafisch als Schnittpunkt der reditangebotskurve (Geldangebot) und der reditnachfragekurve (Geldnachfrage). Abbildung 1: er Markt makroökonomische Geld- und reditmarkt r S = M S = S (r,r NB, β,y) o r = M = (r,y) M = M, Hierbei sei nochmals betont, dass Geld- und reditangebot sowie Geld- und reditnachfrage aufgrund der Annahme der vollkommenen Substituierbarkeit von verbrieften und unverbrieften Forderungstiteln jeweils identisch sind. Ferner sei nochmals erwähnt, 7

8 dass auf diesem Markt Geld im Sinne einer Geldmenge gehandelt wird. ies soll durch die Bezeichnung makroökonomischer Geldmarkt explizit zum Ausdruck kommen, wodurch er vom Markt für Zentralbankgeld (Refinanzierungskredite) zu differenzieren ist. as Gleichgewicht auf dem makroökonomischen Geld- bzw. reditmarkt lässt sich auch formal bestimmen. Verwendet man die konkreten Funktionen für das reditangebot (7) und die Geldnachfrage (8) und setzt diese gleich: r rnb (1) Y = ay brnb, 2β so erhält man den gleichgewichtigen reditzins: 2aβ + rnb (11) r = Y. 2bβ + Y Setzt man diesen Ausdruck in die Geldnachfragefunktion ein, dann ergibt sich die gleichgewichtige Geldmenge als: ay brnb (12) M = Y. 2bβ + Y Während der gleichgewichtige reditzins mit zunehmendem Refinanzierungssatz steigt, sinkt die gleichgewichtige Geld- bzw. reditmenge, wenn die Notenbank im Rahmen einer restriktiven Geldpolitik den Refinanzierungszins erhöht. 5. er Markt für Zentralbankgeld (Refinanzierungskredite) ie Bestimmung der gleichgewichtigen Geld- und reditmenge ist vor allem deshalb sinnvoll, weil aus diesem Gleichgewicht unter Verwendung der Multiplikatorrelation die Zentralbankkreditnachfrage des Bankensektors hergeleitet werden kann. Aus Sicht der Notenbank ist die Nachfrage nach Zentralbankkrediten für ihre geldpolitische Steuerung von zentraler Bedeutung. Wegen: M = mb, gilt M ay brnb (13) B = = Y m m(2b β + Y) ie Nachfrage nach Zentralbankkrediten des Bankensektors wird endogen über die gleichgewichtige Geldmenge bestimmt und hängt dementsprechend negativ vom Refinanzierungszins der Notenbank ( ) ab. Abbildung 2 stellt diesen Zusammenhang grafisch dar. 8

9 Abbildung 2: er Markt für Zentralbankgeld B (r NB,m, β,y) * B B Bei einer Strategie der Zinssteuerung legt die Notenbank die Höhe des Geldmarktsatzes ( r * NB ) fest und die Geschäftsbanken wählen die Höhe ihrer Zentralbankverschuldung: B = B (r * NB, m, β, Y). 6. as preistheoretische Modell Aus den oben durchgeführten separaten arstellungen des Geld- und reditmarktes sowie des Marktes für Zentralbankgeld lässt sich nun ein umfassendes Geldangebotsmodell formulieren, welches das Verhalten der drei am Geldschöpfungsprozess beteiligten Akteure Notenbank, Geschäftsbanken und Nichtbanken explizit zusammenführt. ie Stufen, die dieser Prozess beinhaltet, werden deutlich, wenn man die bisher verwendeten Abbildungen 1 und 2 sowie den Multiplikator in einer Graphik integriert (Abbildung 3) Auf dem makroökonomischen Geld- und reditmarkt, der im ersten Quadranten beschrieben ist, werden die Höhe des gleichgewichtigen Geld- und reditvolumens sowie der gleichgewichtige reditzins ermittelt. as reditangebot der Geschäftsbanken wird hierbei unmittelbar von der Notenbank beeinflusst, da der geltende Refinanzierungssatz ein ostenfaktor des reditangebots ist. ie reditangebotskurve gilt also lediglich für einen bestimmten Refinanzierungssatz (hier: ). 9

10 Für die gleichgewichtige Geld- und reditmenge ( ) benötigen die reditinstitute die Menge ( B ) an Geldbasis, was anhand der Multiplikatorrelation, die im zweiten Quadranten abgetragen ist, abgelesen werden kann. ie Steigung dieser urve muss größer als eins sein. ie ombination ( ) und ( B ) im dritten Quadranten stellt dann einen rnb Punkt auf der Nachfragekurve nach Zentralbankkrediten der reditinstitute dar, d.h. bei einem Refinanzierungssatz in Höhe von ( Höhe von ( B M ) fragen die reditinstitute Reservegeld in ) nach. Um die gesamte Nachfragekurve zu ermitteln, muss analysiert Abbildung 3: er Geldangebotsprozess IV: ie Zinsrelation I: er makroökonomische Geld- und reditmarkt r M S (r NB ) M S (r 1 NB ) r 1 r M 1 B M M 1 M, B B 1 m III: er Markt für Zentralbankgeld B II: er Multiplikator 1

11 werden, wie die Geschäftsbanken auf eine Variation des Refinanzierungssatzes reagieren. Eine Senkung des Refinanzierungssatzes auf ( ) erlaubt den Geschäftsbanken, ihr reditangebot zu niedrigeren Zinsen auf den Markt zu bringen bzw. zu jedem Zinssatz eine höhere reditmenge anzubieten, was gleichbedeutend mit einer Rechtsverschiebung der reditangebotskurve ist. er Refinanzierungszins wirkt somit als Shiftparameter der reditangebotskurve. Aus der gestiegenen gleichgewichtigen Geldmenge ( ) lässt sich erneut über den Multiplikator die notwendige Geldbasis ( B ) M1 1 bestimmen, die höher ist, da mehr redite vergeben werden. Verbindet man die Punkte im dritten Quadranten, dann erhält man eine fallende Nachfragekurve für Zentralbankgeld, wie sie bereits in Abbildung 2 dargestellt wurde. ie Notenbank erhält also über die Steuerung des Refinanzierungssatzes einen Einfluss auf die Geldmenge, die wiederum die Höhe der Geldbasis bestimmt. ie Verbindung der Gleichgewichtspunkte ergibt im vierten Quadranten eine positive Relation zwischen dem Refinanzierungszins und dem reditzins. Jeder gleichgewichtige Zinssatz am reditmarkt geht mit genau einem korrespondierenden Refinanzierungssatz einher. ie Zinsrelation ist also ähnlich zu interpretieren wie die Multiplikatorrelation zwischen Geldmenge und Geldbasis im zweiten Quadranten. ie Steigung dieser Relation ist durch dr / dr = Y /(2bβ Y) gegeben und positiv, da Y, b, β > (siehe NB + Gleichung 11). ie Zinsrelation beschreibt wie sich Änderungen des Refinanzierungssatzes auf den reditzins auswirken. Festzuhalten bleibt, dass die Geldmenge das Ergebnis eines interdependenten Prozesses ist, bei dem die Notenbank die Inputkosten (Refinanzierungssatz) festlegt und das Verhalten der Geschäftsbanken und Nichtbanken (unter Berücksichtigung des Notenbankverhaltens) die Höhe der Geldmenge und die Höhe des reditzinses bestimmt. Verändert die Notenbank ihren geldpolitischen urs, indem sie den Refinanzierungssatz variiert, kommt es zu Anpassungsprozessen, die bereits in der formalen und grafischen Lösung des Modells beschrieben sind. Bei einer expansiven Geldpolitik (Senkung des Refinanzierungssatzes) kommt es zu einer Ausweitung des Angebots an Bankkrediten. Bei einer gegebenen reditnachfrage resultiert daraus eine höhere gleichgewichtige Geld- /reditmenge zu einem niedrigeren reditzinssatz. Auf diesem Weg kann die Notenbank also eine höhere Geldmenge realisieren. 1 11

12 Zusätzlich erlaubt das Modell zwischen einer kurz- und mittelfristigen Perspektive zu unterscheiden. Während die Notenbank in der mittleren Frist die Geldmenge mit Hilfe ihres Steuerungsverfahrens kontrollieren kann, ist die Geldmenge in der sehr kurzen Frist kaum beeinflussbar. ie Anpassung des reditportfolios der Banken benötigt Zeit. ies gilt insbesondere für die Einschränkung des reditangebots, das nicht über Nacht durch ündigung der laufenden redite erfolgen kann. aher ist die Reagibilität des reditangebots auf Änderungen des Refinanzierungssatzes in der sehr kurzen Frist sehr niedrig. Im Vergleich zur arstellung in Abbildung 3 würde eine identische Senkung des Refinanzierungssatzes dann nur eine sehr viel geringere Rechtsverschiebung der reditangebotskurve bewirken. ie Erhöhung der gleichgewichtigen Geldmenge und der benötigten Geldbasis fiele ebenfalls erheblich geringer aus. ies bewirkt, dass die Nachfragekurve nach Zentralbankkrediten in der sehr kurzen Frist nahezu zinsunelastisch wird (d.h. sehr steil verläuft). Um bedeutende Änderungen in der Geldmenge herbeizuführen, müsste die Notenbank dann extreme Zinsschwankungen des Refinanzierungssatzes zulassen, was jedoch in der Realität von den meisten Notenbanken vermieden wird. III. Resümee er vorliegende Beitrag stellt den Geldangebotsprozess im Rahmen eines preistheoretischen Modells dar, das die Steuerungsmöglichkeit der Notenbank und die Entscheidungen der Geschäftsbanken und der Nichtbanken explizit zusammenführt. Folgende Ergebnisse des Geldangebotsprozesses lassen sich festhalten: 1. ie Geldmenge entsteht durch einen interdependenten Prozess, an dem neben der Zentralbank die Geschäftsbanken und die Nichtbanken beteiligt sind. 2. ie Notenbank beeinflusst den Geldangebotsprozess durch die Festlegung des Zinssatzes für Zentralbankkredite (Operating Target). 3. ie Höhe der Geldmenge beeinflusst die Höhe der Geldbasis, die von den Bargeldpräferenzen der Nichtbanken und der Mindestreservevorschrift der Zentralbank abhängig ist. Letztlich zeigt der Ansatz, dass eine Notenbank die Geldmenge entsprechend ihrer geldpolitischen Zielvorstellung mittelfristig steuern kann. ies setzt jedoch voraus, dass 12

13 sie die Refinanzierungskonditionen am Geldmarkt so variiert, dass diese mit der zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung korrespondieren. Literaturempfehlungen: Bofinger, P.: Monetary Policy: Goals, Institutions, Strategies, and Instruments. Oxford 21. Bofinger, P./ Reischle, J./ Schächter, A.: Theorie des Geldangebots. In: von Hagen, J./ von Stein, J. (Hrsg.): Obst/ Hintner Geld-, Bank-, und Börsenwesen. Stuttgart 2, S Bofinger, P./ Reischle, J./ Schächter, A.: Geldpolitik: Ziele, Institutionen, Strategien und Instrumente. München Europäische Zentralbank: ie Geldpolitik der EZB. Frankfurt am Main 21. Freixas, X./ Rochet, J.-C.: Microeconomics of Banking. Cambridge, Massachusetts Nautz,.: ie Geldmarktsteuerung der Europäischen Zentralbank und das Geldangebot der Banken. Heidelberg 2. 13

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