Lösungen zum Aufgabentraining - Finanzwirtschaftliches Management

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1 Aufgabe 1 Lösungen zum Aufgabentraining - Finanzwirtschaftliches Management Beachten Sie bei der Bearbeitung jeder Aufgabe, dass fünf Punkte etwa sechs Minuten Bearbeitungszeit (inklusive Lesezeit) entsprechen. Das heißt, die Punktezahl gibt Ihnen schon einen Hinweis auf die erwartete Intensität bzw. das gewünschte Ausmaß Ihrer Lösung. Die Aufgabe 1 verlangt von Ihnen einen Vorteilhaftigkeitsvergleich Was sagt Ihnen die Kapitalwertmethode in Bezug auf notwendige Angaben? Sie brauchen drei Parameter: einen Markt-Zinssatz (der wie hier als Mindestrendite angegeben werden kann), einen Vergleichszeitraum (hier als Nutzungsdauer der Anlage angegeben), einen Zahlungsüberschuss pro Periode (dieser kann wie hier verklausuliert" als Differenz von Auszahlungen und Einzahlungen angezeigt werden; Auszahlungen in t 0 werden natürlich ohne Barabzinsung einbezogen - hier Anschaffungsnebenkosten von ,10 ) Ferner sollte Ihnen die folgende ökonomische Interpretation präsent sein: Kapitalwert = 0: Der Investor erhält sein eingesetztes Kapital zurück und eine Verzinsung der ausstehenden Beträge in Höhe des Kalkulationszinssatzes. Die Investition hat keinen Vorteil gegenüber der Anlage am Kapitalmarkt zum gleichen (risikoäquivalenten) Zinssatz. An dieser Stelle befindet sich der interne Zinsfuß. Kapitalwert > 0: Der Investor erhält sein eingesetztes Kapital zurück und eine Verzinsung der ausstehenden Beträge, die den Kalkulationszinssatz übersteigen. Kapitalwert < 0: Die Investition kann eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals zum Kalkulationszinssatz nicht gewährleisten. Ferner ist die Kapitalwertmethode ein Modell, das mit Prognosedaten arbeitet machen Sie sich dies immer wieder bewusst, wenn Sie nach den Risiken der Methode befragt werden (siehe Aufgabenteil b). Es handelt sich in der Aufgabenstellung also weniger um Besonderheiten einer Branche, eines Produktes oder einer Investition als vielmehr im Wesentlichen um die Risiken von zukünftigen Schätzungen, also um die Fragen: Wie sicher ist die angenommene Höhe der Ein- und Auszahlung? Wie sicher ist der Zeitpunkt der Zahlungen? Wie ist die Vollständigkeit aller potenziellen Größen gewährleistet? Ihr rechnerisches Ergebnis allein spricht bei einem Vorteilhaftigkeitsvergleich nicht für sich. Die Summe der Barwertüberschüsse abzüglich der Investitionsauszahlung (0 Kapitalwert) muss mindestens null sein, d. h. hier im Umkehrschluss, dass der Kaufpreis maximal 1 Mio. betragen darf. Lösungen a) Einzahlungsüberschüsse (E - A): Jahr 1-3 Einzahlungsüberschüsse jeweils BIBU TLBB

2 Barwert: BWF (3 Jahre/10 %) 2, = ,80 alternativ: einzelne Abzinsung der Einzahlungsüberschüsse (t 1 - t 3) Jahr EÜ Abz.-Faktor Barwert , , , , , , , ,30 Barwertüberschüsse Jahre ,10./. Nebenkosten (Sofortauszahlung) ,10 maximaler Kaufpreis ,00 Bei einem Kapitalwert von 0 entspricht die interne Verzinsung dem Kalkulationszinssatz, hier genau 10 % p. a. (KW) 0 = - a 0 + Barwerte der Einzahlungsüberschüsse; durch Umstellung ergibt sich: ao = Barwerte der Einzahlungsüberschüsse Hier ist der Kaufpreis (= Anschaffungsauszahlung) = Barwert aller Zahlungen b) Die Risiken liegen in den angenommenen Ein- und Auszahlungen über die vier Jahre sowie im festgelegten Kalkulationszinsfuß, z. B.: Umsatzentwicklung der Produkte, die mit der Anlage gefertigt werden und zu den oben angegebenen Einzahlungen enthalten sind; Preis- und Absatzmengenrisiken Die zeitliche Verteilung der Einzahlungen kann abweichen. Die zeitliche Verteilung der Auszahlungen kann abweichen, vor allem da es sich um eine gebrauchte Anlage handelt (Instandhaltung und Reparatur). Wie entwickeln sich weitere Kosten wie Löhne, Material usw., die zu Auszahlungen führen? Inwieweit können die erwirtschafteten Einzahlungsüberschüsse zu dem festgelegten Kalkulationszinsfuß auch wieder angelegt werden? Aufgabe 2 Die Rentabilitätsbegriffe weisen immer schon auf den Divisor des zu berechnenden Bruches hin. Achtung: Das Gesamtkapital ist die Summe aus Eigen- und Fremdkapital oder auch einfach die Bilanzsumme! Die Gesamtkapitalrentabilität beinhaltet nicht nur den Jahresüberschuss (das ist quasi der Teil, der auf das Eigenkapital entfällt), sondern auch die erwirtschafteten Aufwandszinsen (das ist der Teil des langfristig zur Verfügung gestellten Fremdkapitals). Risiko (Leverage-Risk) Liegt die Gesamtkapitalrentabilität unter dem Fremdkapitalzinssatz, verringert sich die Eigenkapitalrentabilität umso stärker, je größer der Anteil der Fremdfinanzierung an der Gesamtfinanzierung der Investition ausfällt. Somit liegt das Risiko des Leverage-Effektes in potenziellen Veränderungen der BIBU TLBB

3 Beschaffungs- und Absatzmärkte bei Beeinflussung der betrieblichen Verzinsung sowie der Finanzmärkte. Zu beachten ist ferner, zu welcher Rendite eventuell überschüssiges oder freigesetztes Kapital angelegt werden kann, wenn der Leverage-Effekt ausgenutzt werden soll. Finanzwirtschaftliches Risiko (steigende Fremdkapitalzinsen) Es besteht eine Unsicherheit über die Höhe der Fremdkapitalzinsen, die variabel sind und ansteigen können. Eine Absicherung gegen steigende Fremdkapitalzinsen ist durch Kauf eines Payer-Swap oder auch Cap möglich. Leistungswirtschaftliches Risiko Es kommt zu einer stärkeren Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern. Es besteht eine Unsicherheit der mit Investitionen erzielbaren Erträge eines Unternehmens, was eine sinkende Gesamtrentabilität zur Folge haben kann. Dies kann verursacht werden durch: höhere Einstandspreise (z. B. Rohstoffe), Absatzprobleme und daraus folgend geringerem Gewinn. a) EKR = ,04% ,75% UR = ,22% ,96% GKR = ( ,1) ,21% ( ,4) ,01% b) Die Eigenkapitalrentabilität ist gesunken, obwohl die Umsatzrentabilität 2013 im Vergleich zu 2012 gestiegen ist. c) KUH = ,36 mal ,26 mal EK-Quote = ,82% ,22% V.-Grad = , ,81 Die Kapitalumschlagshäufigkeit ist gesunken, d. h., der Prozess, aus Umsatzerlösen Kapital zu erwirtschaften, hat länger gedauert. Somit verringert sich die Eigenkapitalrentabilität trotz gestiegener Umsatzrentabilität. Die Eigenkapitalquote ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und der Verschuldungsgrad ist gesunken. Da in beiden Jahren die Eigenkapitalrentabilität höher war als der Fremdkapitalzinssatz (10 %), besteht ein positiver Leverage-Effekt, der sich bei sinkendem Verschuldungsgrad verringert. BIBU TLBB

4 Aufgabe 3 Teilaufgabe a) Diese Aufgabe ist sicherlich eine sehr anspruchsvolle und schwierige Herausforderung der IHK-Abschlussprüfung. Es fängt schon damit an, dass hier eine Fülle von Informationen angeboten wird, während in der ersten Fragestellung abstrakt von Finanzierungsregeln die Rede ist. Wie erhält man also den Bezug zum Sachverhalt? Beachten Sie ferner, dass Erläutern" im Imperativ steht - ein Hinweis darauf, dass hier noch nicht gerechnet, sondern ein grundlegendes Prinzip genannt werden soll. Welche Finanzierungsregel kennen Sie? Die Regel ist die goldene Finanzierungsregel - diese muss man kennen und hier als relevant einstufen. Wenn einem nicht die Details der Regel einfallen, sollte man sich wenigstens daran erinnern, dass es sich um eine laufzeitkongruente Vorgabe handelt, das heißt, in dieser Regel werden die Laufzeiten der Investitionsseite (= Aktivseite der Bilanz) zur Finanzierungsseite ins Verhältnis gesetzt. Daraus ergeben sich dann die Deckungsgrade I und II. Teilaufgabe b) Auch in dieser Teilaufgabe kann man leider nicht alle notwendigen Angaben unmittelbar aus der Aufgabenstellung ablesen, sondern muss sie zunächst in Nebenrechnungen ermitteln. Eine wichtige Hilfe ist allerdings die Aufteilung innerhalb der Aufgabenstellung in einzelne Rechengrößen. Nichtsdestotrotz muss man erkennen, aus welchen Teilen die Gesamtlösung zusammenzusetzen ist, zunächst einmal die Kostengrößen als solche: Materialkosten, Fertigungskosten, Verwaltungs- und Vertriebskosten. Diese müssen mit ihrer Bindungsdauer gewichtet werden - und hier lag der Hase im Pfeffer"! Gerechnet wird mit Jahreszinstagen (also 360). Die Kapitalbindungsdauer der Materialkosten ( /Tag) setzt sich zusammen aus: durchschnittliche Lagerdauer (9 Tage), abzüglich Lieferanten-Zahlungsziel (die Kapitalbindung beginnt ja erst dann, wenn ich bezahle), Fertigungsdauer (12 Tage; für den Anteil der Materialkosten ist nicht der hälftige Ansatz zu wählen, da die Materialkosten in der Wertschöpfungskette des Unternehmens voll" ab Anfang der Fertigung einbezogen werden), Lagerdauer der Fertigerzeugnisse (15 Tage), Kundenzahlungsziel; hier ist das tatsächliche", also von den Kunden in Anspruch genommene zu ermitteln (siehe Fußnote 2 der Nebenrechnungen in den n). Summe: 56 Tage. Die Kapitalbindungsdauer der Fertigungskosten setzt sich zusammen aus: Fertigungsdauer (6 Tage - hier ist der Hinweis auf die hälftige Kapitalbindung während der Fertigungsphase zu beachten, deshalb werden nur 12/2 = 6 Tage angesetzt), Lagerdauer der Fertigerzeugnisse (15 Tage, siehe Aufgabenstellung), Kundenzahlungsziel (35 Tage; hier ist das tatsächliche", also von den Kunden in Anspruch genommene zu ermitteln, siehe Fußnote 2 der Nebenrechnungen). Summe: 56 Tage (dass sich die Summe aus Materialdauer und Zahlungsziel der Lieferanten (-6) mit der hälftigen Anrechnung der Fertigungskosten (-6) kompensiert, ist Zufall). Die Kapitalbindungsdauer der Verwaltungs- und Vertriebskosten setzt sich zusammen aus: BIBU TLBB

5 durchschnittliche Lagerdauer (9 Tage), Fertigungsdauer (12 Tage) Lagerdauer der Fertigerzeugnisse (15 Tage), Kundenzahlungsziel (35 Tage; hier ist das tatsächliche", also von den Kunden in Anspruch genommene zu ermitteln, siehe Fußnote 2 der Nebenrechnungen). Nun müssen die einzelnen Kostenarten mit ihren Tagessätzen angesetzt und mit ihren Bindungsdauern multipliziert werden. In der Summe erhalten Sie dann Lösungen a) Die Einrichtung eines eisernen Bestandes (Mindestbestand) erhöht zwar die Vorräte und damit das Umlaufvermögen. Der eiserne Bestand bedeutet aber eine langfristige Kapitalbindung. Entsprechend dem Finanzierungsgrundsatz, dass die Kapitalbindungsdauer der Kapitalüberlassungsdauer entsprechen sollte, muss daher der eiserne Bestand langfristig finanziert werden. b) Das schlägt sich in der goldenen Finanzierungsregel" nieder, die ihren Ausdruck in den Kennzahlen der Deckungsgrade findet. danach sollte das Verhältnis EK und lfr. FK beim Deckungsgrad II (B) mindestens gleich oder besser größer als 1 sein working capital. Das gilt entsprechend auch für den Deckungsgrad I (A), der nur auf das Eigenkapital abzielt. Lager 1 Fertigung Lager FE Debitorenziel 2 Kreditorenziel 9 T 12 T 15 T 35 T 15 T Material: (9-15) = 56 Tage /Tg Fertigung: 6 (=12/2) = 56 Tage /Tg Verw./Vt: Tage /Tg Kapitalbedarf für die Umlauffinanzierung c) Kredit mit 24 Mio. > gesamter Kapitalbedarf Mio. (Investition AV 20 Mio. + UV 3,338 Mio.) Der zugesagte Kredit reicht aus. d) 1. Unterfinanzierung Da nur Fremdkapitalfinanzierung zu betrachten ist, muss die Kreditwürdigkeit des Unternehmens ausreichen, um zusätzliche Kredite aufnehmen zu können. Der Verschuldungsgrad steigt. In diesem Fall wird das Ergebnis des Unternehmens durch zusätzliche (unter Umständen höhere) Fremdkapitalzinsen belastet, was zulasten der EK-Rentabilität gehen kann, wenn die Gesamtkapitalrentabilität < FK-Zinssatz. 2. Überfinanzierung Die Frage ist, ob die überzähligen" Mittel sinnvoll und gewinnbringend angelegt werden können. Die zu hohen" Fremdkapitalzinsen belasten das Ergebnis und gehen ggf. zulasten der EK-Rentabilität. 1 Ø Lagerdauer Material = 360 Tage / LU 40 = 9 Tage 2 30 % 20 Tage = 6 Tage 30 % 30 Tage = 9 Tage 40 % 50 Tage = 20 Tage 100% 35 Tage BIBU TLBB

6 Aufgabe 4 Thema der Aufgabe ist ein Vorteilhaftigkeitsvergleich bei einer Zinsentscheidung. Dabei gilt immer, dass der Zins - völlig unabhängig davon, an welches underlying (Bezugs- oder auch Referenzgröße) - gekoppelt ist. Dies gilt aufgrund der fehlenden Sicherheit über die Änderung des variablen Zinsanteils. Teilaufgabe a) Beachten Sie, dass die Tilgung kein Kosten- bzw. Aufwandsposten ist. Entscheidend ist beim Annuitätendarlehen im Rahmen des Aufwandsvergleiches der Zinssatz. Sie vergleichen hier also die 6 % des Annuitätendarlehens mit dem maximal angenommenen Zinssatz Euribor (4,5 %) plus 1 %, also mit der Grenzrate von 5,5 %. Demnach fällt die Entscheidung zugunsten des variablen Darlehens. Teilaufgabe d) Eine Eselsbrücke zur Unterscheidung von Cap und Collar : Der Cap ist wie eine Kappe, die aufgesetzt wird und somit bedeckend wirkt, was nur bei steigenden Zinsen sinnvoll ist. Der Collar arbeitet entgegengesetzt, allerdings nicht mit dem Ziel, die Zinsen nach unten zu begrenzen, sondern um als Kombination eines Cap und Floor von fallenden Zinsen zu profitieren. Der Schuldner kann die Prämie für den Cap aus dem Verkauf des Floor zumindest zum Teil finanzieren. Ein Floor dient dem Gläubiger zur Absicherung gegen Zinssenkungen und dem Schuldner zu einem zusätzlichen Profit. Ein Zins-Floor ist eine vertragliche Vereinbarung, mit der sich der Verkäufer eines Floor verpflichtet, während der vereinbarten Laufzeit an den Käufer immer dann eine Ausgleichszahlung zu leisten, wenn der Referenzzins (Marktsatz, z. B. Libor) zu Beginn der Referenzperiode die vereinbarte Zinsuntergrenze ( floor rate ) unterschreitet. Die Ausgleichszahlung entspricht dem Wert der Differenz zwischen Referenzzins und Zinsuntergrenze. Aufgabe 5 Die Begriffe Zahlungsfähigkeit" und Finanzplan" weisen eindeutig auf die Zahlungsmittelebene hin. Das heißt: Aufwendungen wie Abschreibungen, die nicht zahlungswirksam sind, sind bei dieser Aufgabe außen vor zu lassen. Eine zusätzlich Nebenberechnung erfordert die Quantifizierung der Einzahlungen anhand der Zahlungsgewohnheiten der Kunden = Debitoren (Debitorenzahlungsziel). Diese müssen mit den richtigen Monatsumsätzen multipliziert werden, sodass für jeden Monat drei Einzahlungsquellen (eben die verschiedenen Monatsumsätze) auszurechnen sind. Der Begriff der Annuität" verleitet dazu zu glauben, es handele sich um einen Jahresbetrag. Hier gilt es aber genau zu lesen, dass es sich um die monatliche Rate einer Annuität handelt. BIBU TLBB

7 Lösungen a) Finanzplan Februar März April Mai AB Zahlungsmittel Einzahlungen aus Dezember Januar Februar März April Mai Summe Einzahlungen Auszahlungen Material Lohn/Gehalt sonstige Betriebskosten Annuität (kalk. Abschreibungen) Summe Auszahlungen Endbestand Zahlungsmittel b) Im Monat Februar könnte ein Teil des Überschusses zinsbringend als Festgeld für zwei Monate angelegt werden. Für März ist der Anlagebetrag zu gering. In den Monaten April und Mai liegt eine Unterdeckung vor, die entweder durch Erweiterung der Kreditlinie oder geduldete Überziehung gedeckt werden könnte. Aufgabe 6 Hier gilt es, präzise Lösungen sowohl rechnerisch als auch verbal zu erbringen. Jede der fünf Teilaufgaben ist mit vier Punkten (also in etwa vier Minuten) zu bearbeiten, also keine Zeit zu verlieren! Teilaufgabe a) Der Begriff Deckungsgrad" wirft im Rahmen von Finanzierungsthemen die Frage nach kongruenten Laufzeiten auf Aktiv- bzw. Passivseite aus, also hier: langfristiges Vermögen zu langfristig zur Verfügung stehendem Kapital (im 1. Grad das Eigenkapital, im erweiterten" 2. Grad um das langfristige Fremdkapital zu ergänzen). Teilaufgabe c) Hier ist zu beachten, dass in der Bilanz unter den Verbindlichkeiten der Zusatz durch Grundpfandrechte gesichert" vermerkt ist. Damit sind zusätzliche Sicherheiten aus Grundstücken beschränkt (nämlich auf die errechneten ). BIBU TLBB

8 Lösungen a) 1. Deckungsgrad I = Deckungsgrad II = ( ) ,54% -> nicht erfüllt 100,00% -> erfüllt 2. Um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern, sollen Kapitalbindungsdauer und Kapitalüberlassung übereinstimmen (Grundsatz der Fristenkongruenz). 61,5 % des Anlagevermögens konnte die Klimatec GmbH mit Eigenkapital finanzieren. Nach der horizontalen goldenen Bilanzregel" in der engeren Fassung sollte das Anlagevermögen in vollem Umfang mit Eigenkapital finanziert sein, weil dieses langfristig zur Verfügung steht (in der betrieblichen Praxis allerdings wird diese Regel meist nicht eingehalten). Der Grundsatz der Fristenkongruenz wird aber erfüllt, wenn die Klimatec GmbH zur Finanzierung des Anlagevermögens neben dem Eigenkapital auch langfristig zur Verfügung stehendes Fremdkapital heranzieht (horizontale goldene Bilanzregel im weiteren Sinne). b) Grundschuld fiduziarisch/abstrakt für Kontokorrentkredite geeignet Hypothek akzessorisch für Kontokorrentkredite nicht geeignet c) 60% von = aber sind bereits ausgenutzt, also stehen nur noch als Sicherheit zur Verfügung. d) Zession ist die Abtretung von Forderungen zur Sicherung eines Kredites. Vorteile der offenen Zession für den Zessionar, z. B.: erhöhte Sicherheit, da eine Mehrfachzession ausgeschlossen ist, schuldbefreiende Zahlung nur an den Zessionar. Nachteil der offenen Zession für den Zedenten, z. B.: schwindendes Ansehen des Zedenten und eventuell Verlust des Drittschuldners als Käufer. Aufgabe 7 Hier gilt es, mithilfe der Kenntnisse der dynamischen Investitionsrechnung - es sind mehrere Lösungswege möglich - zu einer Aussage zu kommen. Diese muss auch als Antwort formuliert werden! Als zusätzlicher Schwierigkeitsgrad liegen dieser Aufgabe Tabellen mit vermeintlich gleichen Werten bei. Hier gilt es vor allem, den Zinssatz und die Laufzeit korrekt abzulesen! Teilaufgabe a) Die Begriffe Investition" und Kalkulationszinsfuß" deuten eindeutig auf eine Berechnung mithilfe eines dynamischen Investitionsrechnungsverfahrens hin. Außer der Lösung aus den n ist auch ein alternativer Ansatz möglich: Man kann auch den Barwert aller Einzahlungen (hier: Einsparungen) ermitteln, indem man für jedes Jahr die Einsparung von mit ihrem ABF (Abzinsungs- oder Barwertfaktor, siehe Anlage 1) multipliziert und dann die sechs Produkte zusammenaddiert. Abzüglich der Ausgangsinvestition von erhält man auch auf diesem Weg einen positiven Barwert von ,67. Die Investition ist somit eindeutig vorteilhaft im Sinne der Kapitalwertmethode. Multipliziert mit dem BWF (Zeile n = BIBU TLBB

9 6 bei 8 % in der Tabelle aus Anlage 1) von 4, erhält man wieder den jährlichen Vorteil von 3.552,77 wie in den n. Lösungen a) a 0 KWF (sechs Jahre/8 %) = durchschnittliche jährliche Auszahlung , = ,25 durchschnittliche jährliche Einsparung/Einzahlung = > durchschnittliche jährliche Auszahlung = ,25 Das entspricht einem durchschnittlichen Überschuss von 3.552,77 p. a. Die Investition lohnt sich, wenn die durchschnittlichen jährlichen Einzahlungen größer als die durchschnittlichen jährlichen Auszahlungen sind, d. h. wenn sich daraus ein durchschnittlicher jährlicher (positiver) Überschuss ergibt. Hier: Die Investition lohnt sich, da der jährliche Zins- und Tilgungsanteil von ,25 p. a. durch die Heizkostenersparnis von p. a. um 3.552,77 überschritten wird. b) Statische Investitionsrechnungsverfahren werden aufgrund der Werte (z. B. Kosten, Erlöse oder Einnahmenüberschüsse) einer Periode durchgeführt und berücksichtigen nicht die unterschiedlichen Geldwerte innerhalb des Zeitablaufes (nominelle Durchschnittsbetrachtung). Dynamische Verfahren dagegen können im Rahmen des Zeitablaufes mit unterschiedlichen Beträgen (Einzahlungsüberschüssen) je Periode rechnen und berücksichtigen durch Abzinsung den heutigen Wert späterer Zahlungsströme (Barwert). Aufgabe 8 Teilaufgabe c) Die dargestellten Risiken betreffen nicht nur die Forfaitierung, sondern treten immer dann auf, wenn Forderungen im Ausland in ausländischer Währung entstehen: das Transferrisiko (das Risiko, dass der Staat des Schuldners keine Auslandsüberweisung zulässt), das Konvertierungsrisiko (das Risiko, dass der Schuldnerstaat keinen Umtausch in Devisen zulässt) und das ganz normale" Preisrisiko durch Währungsschwankungen. Das Zahlungsrisiko - oder auch Ausfall- oder auch Adressenrisiko - wiederum ist kein spezifisches Exporteurrisiko, sondern tritt bei allen Geschäften auf, die nicht Zug um Zug" abgewickelt werden, sondern mit Rechnungstellung und damit mit einem Zahlungsziel verbunden sind. Teilaufgabe d) Die Lösung dieser Aufgabe kann einen etwas verwirren, weil die Lösung nämlich eigentlich in der Aufgabenstellung schon genannt ist. Ausgehend von dem grundsätzlichen Risiko einer Forfaitierung ist es hier nur notwendig, das schon genannte Akkreditiv als Lösung dieses Risikos zu erkennen und zu nennen (nicht zu beschreiben, es gibt dafür nur 2 Punkte!). Teilaufgabe e) Da weder konkrete Summe noch Details zur Wechselabrechnung (z. B. Diskontsatz oder Wechselprovision) genannt werden, soll hier nur als allgemeiner Hinweis Folgendes erläutert werden: Die Wechselsumme wird nicht ausgezahlt, sondern nur der Nettobetrag" (nach Abzug von Diskont, Spesen und Gebühren). Daher muss unter Umständen der eigentliche Betrag, den der Importeur bezahlen soll, BIBU TLBB

10 hochgerechnet" werden, damit dieser Betrag tatsächlich vorfinanziert wird. Genau dieser Mehrbetrag" gegenüber der eigentlichen Kaufsumme ist der in den n beschriebene Abnehmerzins. Vielleicht fragen Sie sich, was hinter dem Satz in der Ausgangssituation Die Betriebsbereitschaft..." steckt. Nun, er enthält gar keine verborgenen Informationen zur Bearbeitung. Er wäre nur dann zu beachten, wenn Abschreibungen zu berücksichtigen sind: Bis zur Fertigstellung oder auch Betriebsbereitschaft einer Anlage ist diese bilanziell als Anlage im Bau" zu behandeln, das heißt ohne Abschreibungen zu berücksichtigen. Lösungen a) Voraussetzung für eine Forfaitierung ist, dass die Exportforderung rechtswirksam entstanden ist sowie im rechtlichen Sinne unbedingt unwiderruflich, einredefrei und abtretbar ist. b) Forfaitierung ist der Ankauf mittel- und langfristiger Exportforderungen unter Verzicht des Rückgriffes auf den Forderungsverkäufer. Der Forfaitierung liegt ein Kaufvertrag zwischen dem Exporteur als Forderungsverkäufer und einer Bank (Forfaiteur) als Forderungskäufer zugrunde. Aufgrund der Forfaitierung gehen alle Rechte aus der Forderung, aber auch die Risiken auf den Forfaiteur über. Bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners kann die Bank keinen Rückgriff auf den Forderungsverkäufer nehmen. c) Transferrisiko Konvertierungsrisiko Zahlungsrisiko unter Umständen auch ein Währungsrisiko d) Der Exporteur haftet lediglich für den rechtlichen Bestand der Forderung und für Einreden (Mängelrügen) aus dem Kaufvertrag. Aus Sicherungsgründen werden in erster Linie abstrakte, d. h. vom Grundgeschäft losgelöste Forderungen forfaitiert. Aus diesem Grund wird das Finanzierungsgeschäft auf Wechselbasis abgewickelt oder es muss von der Bank des Importeurs eine Bankgarantie oder Bankbürgschaft oder ein Akkreditiv gestellt werden. e) Diskont/Diskontsatz: ein Zinsabzug bei noch nicht fälligen Zahlungen, der insbesondere beim Ankauf von Wechseln für die Zeit vom Verfalltag bis zum Fälligkeitstag erhoben wird, wobei dem Verkäufer des Wechsels die um den Diskont gekürzte Wechselsumme ausbezahlt wird Bereitstellungsprovision: ein Entgelt für die vertraglich zugesagte Frist (Bereitstellungsdauer), in deren Verlauf die Bank verpflichtet ist, einen zugesagten Kredit auszuzahlen oder eine abgeschlossene Forfaitierung abzurechnen, wenn bestimmte, dafür festgelegte Voraussetzungen erfüllt sind Respekttage: Im Bereich der Forfaitierung bezeichnen Respekttage die bei der Diskontierung in Anrechnung gebrachte Zahl der Tage (in der Regel fünf, in Ausnahmefällen bis zu 60), die erfahrungsgemäß vergehen, bevor der Wechselerlös nach Wechselfälligkeit beim Wechselinhaber eingeht. Die Anzahl der Respekttage wird der Laufzeit des Wechsels hinzugerechnet. Abnehmerzins: Unter einem Abnehmerzins versteht man den Zinssatz, den ein Exporteur seinem Importeur für die Einräumung eines Zahlungszieles in Rechnung stellt. (Ziel des Exporteurs ist es, dass mindestens alle ihm entstehenden Kosten für die Absicherung und Refinanzierung dieses Zahlungszieles bei seiner Bank vom Importeur getragen werden, damit der eigene Exporterlös nicht geschmälert wird. In diesem Falle spricht man von einem kostendeckenden Abnehmerzins.) BIBU TLBB

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