Bewertung von Feedback-Berichten aus ärztlicher Sicht Ergebnisse aus den Disease Management Programmen (DMP) in der Region Nordrhein

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1 Bewertung von Feedback-Berichten aus ärztlicher Sicht Ergebnisse aus den Disease Management Programmen (DMP) in der Region Nordrhein Bernd Hagen, Lutz Altenhofen, Sabine Groos, Jens Kretschmann / DMP-Projektbüro Köln EbM-Kongress 2011, TU Berlin Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland

2 Feedback-Berichte im Kontext der DMP DMP-Vertrag Diabetes mellitus Typ 2 Nordrhein, 11, Absatz 2, u. a. Maßnahmen mit Erinnerungs- und Rückmeldungsfunktionen strukturiertes Feedback auf der Basis der Dokumentationsdaten für die teilnehmenden Ärzte mit der Möglichkeit einer regelmäßigen Selbstkontrolle Sicherstellung einer systematischen und aktuellen Information der Ärzte Gemäß Anlage 9 des DMP-Vertrags sollen die Feedback-Berichte vorrangiges Element der ärztlichen DMP-Qualitätssicherung sein die Umsetzung der zentralen DMP-Intentionen gewährleisten halbjährlich zugesandt werden, alle relevanten Daten auswerten und die der eigenen Praxis mit dem Durchschnitt aller Praxen vergleichen 2

3 Feedback-Bericht: Beispiel aus Nordrhein (1) 3

4 Feedback-Bericht: Beispiel aus Nordrhein (2) 4

5 Was bewirken Feedback-Berichte? Forschungsstand hierzu attestiert der Einzelmaßnahme Feedback nur schwache Effekte, z. B. Foy et al. (2005): wenig bekannt über die Details, wie Audit und Feedback am wirksamsten genutzt werden können Jamtvedt et al. (2010): Audit und Feedback können professionelles Handeln effektiv verbessern. Die Effekte sind klein bis mäßig, jedoch größer, je weniger zu Beginn Leitlinien berücksichtigt werden und je häufiger das Feedback erfolgt Aber wie werden diese Berichte überhaupt aufgenommen? In welchem Umfang findet eine aktive Auseinandersetzung mit ihnen statt? strukturierte Befragung hierzu zwischen 2004 und 2010 in der Region Nordrhein Schwerpunkt hierbei Feedbacks zu den DMP Diabetes mellitus Typ 2 und Koronare Herzkrankheit 5

6 Feedback-Bewertung: Rücklauf absolut pro Jahr Feedbacks mit Rückantwort Feedbacks ohne Rückantwort

7 Feedback-Bewertung: Rücklaufquoten pro DMP/Jahr 40 % Diabetes mellitus Typ 2 Koronare Herzkrankheit 30 Brustkrebs mittlere Quote (%): 28,2 21,3 15,9 9,5 20,1 5,1 23,

8 Feedback-Bewertung: Gesamtnote pro DMP/Jahr Mittelwert, Skala von 1, trifft voll und ganz zu bis 5, trifft überhaupt nicht zu 2,5 2 Diabetes mellitus Typ 2 ( 2 = 50,6; df = 6; p <.001) 1,5 Koronare Herzkrankheit ( 2 = 21,6; df = 4; p <.001) Brustkrebs ( 2 = 2,2; df = 2; p =.337)

9 Feedback-Bewertung: differenzierte Bewertung Mittelwert, Skala von 1, trifft voll und ganz zu bis 5, trifft überhaupt nicht zu 3 aktuell verständlich relevant informativ übersichtlich QZ-brauchbar 2 = 384,8; df = 5; p <.001 2,5 2 = 2367,9; df = 5; p < = 1105,2; df = 5; p < ,5 1 Diabetes mellitus Typ 2 Koronare Herzkrankheit Brustkrebs 9

10 Feedback-Bewertung: spezifische Aspekte Ausprägung 1, trifft voll und ganz zu, und 2, trifft eher zu, zusammengefasst Berichtsumfang angemessen 73,6 72,6 Zusammenfassung sinnvoll 88,0 87,3 Quote Qualitätsziel verständlich 85,0 79,7 Diabetes mellitus Typ 2 Koronare Herzkrankeit CME nützlich (nur KHK) 80, % 10

11 Feedback-Bewertung: Anhand des Berichts überprüft Ausprägung 1, häufiger, und 2, gelegentlich, zusammengefasst Umstellung der Medikation 57,1 59,3 Schulung 47,3 51,6 Überweisung Fehler in der Dokumentation 44,6 37,3 44,5 42,5 Diabetes mellitus Typ 2 Koronare Herzkrankheit % 11

12 Feedback-Bewertung: Besprechung des Berichts mit Personal 53,7 50,0 mit Kollegen 28,9 24,5 im Qualitätszirkel 11,2 8,6 mit sonstigen Personen 2,0 4,3 Diabetes mellitus Typ 2 Koronare Herzkrankheit insgesamt 74,5 69, % 12

13 Feedback-Bewertung: Informationsgehalt, Auswirkung Ausprägung 1, trifft voll und ganz zu, und 2, trifft eher zu, zusammengefasst QS-Zielerreichung informativ 78,1 regionaler Vergleich informativ 68,5 Altersverteilung informativ 51,5 Bericht wirkt sich auf die Behandlung aus (ja) 52,6 46,8 Diabetes mellitus Typ 2 Koronare Herzkrankheit % 13

14 Feedback-Bewertung: Resümee Rücklauf mit unter einem Fünftel aller Aussendungen vermutlich nicht repräsentativ für die Gesamtgruppe aller DMP-Teilnehmer insgesamt positive Bewertung der Berichte, die sich über die Zeit sogar leicht verbessert differenzierte Bewertung der Berichte: Informationsgehalt und Aktualität werden besonders positiv bewertet, für Diskussionen im Qualitätszirkel dagegen weniger brauchbar eine aktive Auseinandersetzung mit den Berichten wird in hohem Ausmaß berichtet, vor allem hinsichtlich der Überprüfung der Medikation und der Besprechung mit Dritten Verbesserungsbedarf wird vor allem bei der Länge und der weiteren Integration in die ärztliche Qualitätssicherung gesehen möglicherweise wurde bislang die Bedeutung des Instruments Feedback unterschätzt: knapp die Hälfte der Befragten räumt ein, der Bericht wirke sich auf ihr ärztliches Handeln aus 14

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