Umsatzwachstum und Absatzstagnation in 2014

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1 Apothekenmarkt Umsatzwachstum und Absatzstagnation in 2014 Fast 90 Prozent des Umsatzes im Pharmamarkt spielt sich in der Apotheke ab. In 2014 konnte ein Wachstum von 11 Prozent erzielt werden. Wachstumstreiber sind Rx-Präparate gegen schwere Erkrankungen, Biologika sowie weiterhin der Versandhandel. Autorin: Dr. Gisela Maag, IMS Health 87 Prozent des Umsatzes (zu Listenpreisen/berechneten Preisen) und 91 Prozent der Menge (Basis: Zähleinheiten) des gesamten Pharmamarktes entfallen auf das Apothekensegment, der Rest auf den Klinikbereich. Die Marktentwicklung wird somit vor allem durch das Geschehen im ambulanten Sektor bestimmt. Der Umsatz mit Arzneimitteln im Apothekenmarkt 2014 erhöht sich nach Abzug der Herstellerzwangsrabatte im Segment der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um rund 11 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen durch rezeptpflichtige Arzneimittel bedingt, auf die 85 Prozent des Umsatzes entfallen. Rx-Medikamente und patentgeschützte Originalarzneien verzeichnen insgesamt die höchsten Zuwächse (+13 Prozent/+ 25 Prozent), rezeptfreie Präparate (OTC) und Generika wachsen im mittleren einstelligen Bereich (+3 Prozent/+5 Prozent). Ein Großteil der Generika ist allerdings über Rabattverträge preislich geregelt, weshalb die tatsächliche Entwicklung schwächer ausfallen dürfte als den Berechnungen auf Basis von Listenpreisen zu Grunde gelegt. Die Umsatzentwicklung erklärt sich wesentlich durch zwei Faktoren. Zum einen spiegelt sich in der vermeintlich hohen Steigerungsrate ein statistischer Effekt wieder, da der Herstellerzwangsrabatt für geschützte, nicht festbetragsgeregelte Präparate zu Beginn des Jahres von 16 Prozent auf zunächst 6 Prozent (erstes Quartal 2014), dann 7 Prozent (seit 1. April 2014) abgesenkt wurde. Dennoch wurden 2014 allein über Herstellerzwangsrabatte an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und Private Krankenversicherung (PKV) insgesamt zwei Milliarden Euro an Einsparungen erbracht; hinzu kommen weitere Einsparungen: im GKV-Segment aus Erstattungsbeträgen über 250 Millionen Euro und durch Rabattverträge laut Bundesministerium für Gesundheit 3,15 Milliarden Euro. Zu den zusätzlich für die PKV abzuführenden Zwangsrabatten liegen keine offiziellen Werte vor. Ferner kommen noch weitere fast 120 Millionen Euro für im ambulanten Bereich von Krankenhäusern außerhalb des Klinikbudgets eingesetzte Medikamente hinzu. Addiert man die Abschläge durch Apothekennachlässe gegenüber der GKV, so ergibt sich in Summe ein Einsparvolumen von weit über sechs Milliarden Euro. Brächte man dieses Volumen im Rahmen der gesamten Ausgabenbetrachtung in Abzug, fiele die Steigerung niedriger aus. Zum anderen verbuchen Arzneimittelgruppen zur Behandlung meist schwerer Erkrankungen zweistellige Zuwächse. Dies gilt allein für die Hälfte der umsatzstärksten Top 10-Gruppen. Mit über 200 Prozent Steigerung legen antivirale Mittel exklusive HIV-Therapeutika am stärksten zu. Dieses Marktwachstum verdankt sich Neueinführungen zur Hepatitis C-Therapie. Inzwischen hat der GKV-Spitzenverband als zuständiges Gremium für Preisverhandlungen mit Herstellern Erstattungsbeträge vereinbart. Zudem haben einige Krankenkassen mit Herstellern Rabattverträge über die neuen Hepatitis C-Therapien abgeschlossen. Weiterhin legt der Umsatz von Arzneien aus den Bereichen Immunmo- Dr. Gisela Maag zeichnet als Pressesprecherin bei IMS Health in Frankfurt. Der Anbieter von Informationen und Dienstleistungen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie verknüpft Healthcare-Informationen mit analytischem Know-how und Consulting-Expertise. In regelmäßigen Abständen äußern sich an dieser Stelle Experten von IMS Health zu aktuellen Themen und stellen ihr Wissen über hochspezialisierte Märkte zur Verfügung. 34 Healthcare Marketing 5/2015

2 dulatoren und Krebstherapeutika zu: Anti-TNF- Produkte, Immunsuppressiva, Proteinkinasehemmer, Antineoplastika und Virustatika zur AIDS-Behandlung wachsen sämtlich im niedrigen zweistelligen Bereich. Das zweistellige Plus erklärt sich unter anderem aus der Tatsache, dass innovative Therapien immer häufiger die ambulante Behandlung ernster Erkrankungen ermöglichen. Vor diesem Hintergrund verbuchen die zehn führenden Produktgruppen im Apothekenmarkt 2014 ein Umsatzwachstum von rund 21 Prozent, das entspricht rund 1,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung hat auch Konsequenzen für die Umsatzkonzentration der Top 10-Gruppen, die sich gegenüber Vorjahr um drei Prozentpunkte auf einen Marktanteil von 29 Prozent erhöht hat (siehe Grafik Seite 36 oben). Der Absatz des Apothekenmarktes stagniert 2014 mit positivem Vorzeichen. Insgesamt gingen rund 1,5 Milliarden Packungen über die Apothekentheken und den Versand. Während rezeptpflichtige Präparate gering wachsen (+1 Prozent), tendieren rezeptfreie Arzneimittel leicht rückläufig (-1 Prozent). Für die stagnierende Mengenentwicklung gibt es mindestens zwei Gründe. Eine Erklärung liegt in der Entwicklung von Arzneimittelgruppen, die der Linderung von Erkältungsbeschwerden dienen (siehe Grafik Seite 36 unten). Diese verbuchen sämtliche Rückgänge, was sich aus dem Umstand erklärt, dass in den ersten Monaten des Vorjahres eine außergewöhnlich starke Erkältungswelle zu einem hohen Zuwachs bei den entsprechenden Präparategruppen geführt hatte verlief die Erkältungswelle hingegen deutlich schwächer. Ein weiterer Grund für die Absatzstagnation liegt darin, dass bei Rx-Arzneien mehr große (+4 Prozent) und weniger kleine bis mittlere Packungen (-3 Prozent/-2 Prozent) abgegeben wurden. Dies betrifft vor allem Generika unter Rabattvertrag, deren Umsetzungsquote sich in 2014 im GKV-Segment wieder erhöht hat. Bei patentgeschützten Arzneimitteln erklärt sich der Anstieg großer Packungen unter anderem durch den Einsatz bewährter Präparate sowie über die Etablierung von Therapien. Unter anderem im Zuge der Initiierung neuer Therapien stieg in diesem Segment auch die Abgabe kleiner Packungen. Ferner mag es bei einigen Erkrankungen auch Mehrbedarfe bei chronischen Erkrankungen geben. Auch Ulkustherapeutika etwa gegen Magengeschwüre, die häufig zur Co-Medikation eingesetzt werden, verbuchen einen Mengenzuwachs von 4 Prozent. Erwähnenswert ist auch die RICHTUNGSWEISEND Pharmakommunikation aus dem Norden vonmende.de health & brand care Steigerung von 5 Prozent bei Hypnotika/ Sedativa, die ausschließlich auf rezeptfreie Medikationen zurückgeht. Dies könnte mit der 16. AMG-Novelle zu tun haben, da seit der Lockerung des Heilmittelwerbeverbotes im Oktober 2012 pflanzliche Schlaf- und Beruhigungsmittel direkt beim Verbraucher beworben werden dürfen. Zunehmende Bedeutung von Biologika Biologika spielen im Versorgungsgeschehen mit Arzneimitteln eine zunehmend wichtigere Rolle, einschließlich sogenannter Biosimilars, also Nachbauten von Biopharmazeutika nach deren Patentablauf. Ihr Wirkstoff ist vergleichbar, jedoch nicht identisch mit dem des Referenzproduktes, da die einzelnen Schritte des Herstellungsprozesses nicht detailliert nachgeahmt werden können. Biopharmazeutika haben die Medizin revolutioniert und sind heute integraler Bestandteil vieler Therapiebereiche. Die Marktentwicklung der Präparate zeigt sich überdurchschnittlich verzeichneten Biopharmazeutika im hiesigen Pharma-Gesamtmarkt (Apotheke + Klinik) einen Marktanteil von 23 Prozent nach Umsatz (im - Anzeige - Apothekensegment zum Abgabepreis des pharmazeutischen Herstellers ohne Berücksichtigung jeglicher Rabatte/berechneten Preisen im Kliniksegment), das entspricht einem Volumen von 8,4 Milliarden Euro. Über die vergangenen vier Jahre betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum über 10 Prozent und ist damit mehr als doppelt so hoch wie das des Gesamtmarktes. Nach Arzneigruppen aufgeschlüsselt entfällt im Jahr 2014 über die Hälfte des Umsatzes auf drei Kategorien. Der größte Anteil mit 24 Prozent erstreckt sich auf Anti-TNF- Therapeutika zur Behandlung von Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis und chronischen Darmentzündungen. An zweiter Stelle stehen Humaninsuline und Analoga zur Behandlung von Diabetes mit 16 Prozent, gefolgt von Antineoplasten zum Einsatz in der Krebstherapie mit 13 Prozent. Der Anteil von Biosimilars unter allen Biopharmazeutika ist mit 1,2 Prozent zwar noch gering. Im Kontext von Biologika, bei denen es jedoch bereits Biosimilars gibt, entfällt auf die Nachahmer ein Anteil von 27 Prozent der insgesamt 360 Millionen Euro. Im Apothekensegment mit Biosimilarkonkurrenz erreichen Biosimilars 2014 einen Marktanteil von 53 Prozent nach Menge (Basis: 3,2 Millionen Zähleinheiten, zum Beispiel Tabletten, Kapseln, Healthcare Marketing 5/

3 Umsatzstärkste Arzneigruppen im Apothekenmarkt 2014 Basis: ATC3-Klassifikationsniveau, Umsatz in Mio. EUR abzüglich Rabatten* Quelle: IMS PharmaScope Real, Basis: *Umsatz in Euro zum Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers (ApU=Erstattungsbetrag für AMNOG Produkte und Listenpreis für übrige Produkte) abzüglich Hersteller-Zwangsrabatten im GKV-Markt, ohne Einsparungen aus Rabattverträgen 130a SGB V. Seit Juli 2009 sind Marktinformationen zum Versandhandel integriert IMS Health Verschreibungspflichtige Arzneimittel: Wachstum durch Innovationen, statistischer Einfluss durch reduzierten Zwangsrabatt Absatzstärkste Arzneigruppen im Apothekenmarkt 2014 Basis: ATC3-Klassifikationsniveau, Absatz in Mio. Packungen Quelle: IMS PharmaScope Real; Absatz in Mio. Packungseinheiten, 2015 IMS Health Mengenrückgang bei Erkältungsmitteln stellt einen von mehreren Faktoren für die insgesamt stagnierende Abgabemenge dar 36 Healthcare Marketing 5/2015

4 etc.) und 26 Prozent nach Umsatz (344 Millionen Euro zum Abgabepreis des pharmazeutischen Herstellers, ohne Abzug jeglicher Rabatte), bei einem Marktwachstum, während bei originalen Biologika die Entwicklung rückläufig tendiert. Wie sich Biosimilars im Einzelnen entwickeln, hängt unter anderem wesentlich von der Indikation, vom Wettbewerberumfeld (Anzahl verfügbarer Präparate, Preis, Innovationen und Weiterentwicklungen) und gesundheitspolitischen Vorgaben wie zum Beispiel Biosimilarquoten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) ab. KV-spezifische Biosimilarquoten beispielsweise bei Epoietinpräparaten haben sich positiv auf die Marktdurchdringung ausgewirkt. Zuwachs über den Versandhandel Der Gesamtmarkt rezeptfreier Arznei- und Gesundheitsmittel, die über die Apotheken abgegeben wurden, wächst 2014 um 2,5 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro (zu effektiven Verkaufspreisen). Die Menge nach abgegebenen Packungen tendiert leicht rückläufig (-1,1 Prozent, 847 Millionen Stück). Der Umsatz speist sich primär aus der Selbstmedikation, auf die 81 Prozent entfallen. Über den Selbstkauf der Verbraucher/Patienten wird auch der vergleichsweise größte Zuwachs generiert (+2,7 Prozent), während Verordnungen auf GKV- und Privatrezept nur jeweils um 1,6 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent wachsen. Während der Umsatz in der Vorortapotheke mit rund 1 Prozent nur leicht steigt, legt der Versandhandel um rund 11 Prozent zu (siehe Grafik Seite 38 oben). Die Menge abgegebener Packungen ist in der Offizin leicht rückläufig (-2 Prozent), während sie sich über den elektronischen/telefonischen Bestellweg um 8 Prozent erhöht. Ein wesentlicher Grund für den Mengenrückgang in der stationären Apotheke liegt darin, dass sich die starke Erkältungswelle des Vorjahres so in 2014 nicht wiederholte. Volumeneinbußen im bestehenden Sortiment der Offizin werden jedoch durch Preiserhöhungen und Neuprodukte ausgeglichen. Die Verluste bei der größten rezeptfreien Produktgruppe, nämlich den Erkältungsmitteln, werden, Offizin und Versandhandel zusammen betrachtet, durch Wachstum in annähernd allen anderen OTC-Kategorien ausgeglichen. So verzeichnet beispielsweise die zweit umsatzstärkste Gruppe der Schmerzmittel einschließlich Mitteln für Muskeln und Gelenke einen Zuwachs von 4 Prozent, auf Platz drei befindliche Präparate für MARKEN SCHÄRFEN Strategiestarkes Marketing aus dem Norden vonmende.de - Anzeige - health & brand care den Verdauungstrakt von 7 Prozent. Bei Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln (Rang 4) steigt der Umsatz um 4 Prozent. Die Verlagerung der Nachfrage von der Vorortapotheke in den Versandhandel ist ein seit mehreren Jahren zu beobachtender Trend. Gegenüber noch vor einigen Jahren abgenommen hat der Abstand in der Produktkonzentration beider Vertriebskanäle. War die Verdichtung im Versandhandel einst deutlich größer das heißt, weniger Produkte erreichten einen größeren Umsatz-/ Absatzanteil so hat hier eine Angleichung stattgefunden, zumindest was die führenden zehn Produkte angeht. Zum Vergleich: 2012 standen bei Arznei- und Gesundheitsmitteln im Versandhandel die zehn führenden Produkte für 16 Prozent des Umsatzes und 19 Prozent des Absatzes. In der Offizin entfielen auf die Top 10-Produkte rund 12 Prozent nach Umsatz und 15 Prozent nach Absatz generierten die Top 10-Produkte über den Onlinekanal 14 Prozent des Umsatzes und 13 Prozent des Absatzes. In der Offizin belaufen sich die entsprechenden Werte auf 12 Prozent beziehungsweise 13 Prozent. Breites Sortiment für Wachstum Dieses Ergebnis ist in dreifacher Hinsicht interessant: So hat sich der Versandhandel der Offizin immer weiter angenähert und bedient heute alle OTC-Märkte und Packungsgrößen, nicht mehr nur Tabubereiche, hochpreisige Segmente oder teure Großpackungen. Um Wachstum zu erzielen, braucht der Versandhandel das breite Sortiment. Die Hersteller ihrerseits haben erkannt, dass sie den Versandhandel nicht meiden können, wenn sie wachsen wollen und betreiben daher ein aktives Versandhandelsgeschäft. Hinzu kommt, dass viele Versandhändler auch Großhändler sind und die Produkte vorrätig haben. Der Verbraucher schließlich verhält sich bei seinen Einkäufen im Versandhandel wie in der Offizin: Es werden über das elektronische Bestellwesen ebenfalls Präparate für den Akutbedarf geordert, preiswerte Angebote wie es sie etwa bei Nasensprays gibt, wahrgenommen, und auch sensible Produkte wie Augentropfen und ähnliches gekauft. Der Versandhandel wird damit zunehmend eine normale Apotheke, nur mit dem Unterschied, dass eine Lieferung erfolgt. Der Verbraucher erachtet diesen Vertriebsweg zunehmend als ebenso selbstverständlich wie etwa bei Büchern, Kleidung und Reisen. Healthcare Marketing 5/

5 Umsatzwachstum in Offizin und Versandhandel der elektronische/telefonische Bestellweg wächst überproportional Rezeptfreie Arznei- und Nichtarzneimittel, OTC-GMS, Apotheke Offizin-/VH-Umsatz Mio. Euro, Marktanteil Wert Quelle: IMS Consumer Report Apotheke, 2015 IMS Health Der Versandhandel ist wesentlicher Treiber des Umsatzwachstums im OTC-Markt 2014 bis 2018 wird am globalen Pharmamarkt ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 3-6 Prozent erwartet Quelle: IMS Market Prognosis, Oct 2014, Basis Umsatz: Herstellerabgabepreise (Listenpreise), ohne Berücksichtigung jeglicher Rabatte IMS Health Für Deutschland erwartet IMS Health ein moderates Wachstum von 2 bis 5 Prozent 38 Healthcare Marketing 5/2015

6 Apothekenkosmetik und medizinischer Sachbedarf Das erweiterte Segment der Kosmetikund Körperpflegeprodukte legt ebenfalls vor allem durch den Versandhandel zu, dessen Umsatz um 11 Prozent auf 182 Millionen Euro wächst dies entspricht einem Marktanteil von 13 Prozent. Unter den drei umsatzstärksten Kategorien legen vor allem Haarpflegeprodukte (Rang 3, 204 Millionen Euro Gesamtumsatz) zu. Der Versandhandelsanteil dieser Produktgruppe ist mit 21 Prozent überproportional hoch. Wachstumstreiber bei der Haarpflege sind vor allem hochpreisige Produkte gegen Haarausfall sowie Anti-Läusemittel, die beide den Versandhandelsumsatz steigern. Demgegenüber stagniert die Vorortapotheke bei einer roten Null (-0,5 Prozent), sodass sich insgesamt aufgrund des geringeren Marktanteils des Onlinegeschäfts ein Zuwachs von 1 Prozent ergibt. Ein Absatzplus zeigt sich lediglich für das elektronische/telefonische Bestellgeschäft (+4 Prozent), während in der Vorortoffizin ein Mengenrückgang in gleicher Höhe festzustellen ist. Produkte des medizinischen Sachbedarfs (Tests, Heil- und Hilfsmittel) verzeichnen mit rund 3 Prozent Umsatzzuwachs auf insgesamt 2,6 Millionen Euro und knapp einem Prozent Absatzsteigerung einen leichten Aufwärtstrend, der sich dem Verkauf über die Offizine verdankt. Der Versandhandel hat eine geringe Bedeutung, da auch andere Kanäle genutzt werden wie zum Beispiel der Diabetes- Fachhandel für Blutzuckerteststreifen. Wachstumstreiber beim medizinischen Sachbedarf sind vor allem Produkte zur Wundversorgung, im Besonderen spezielle Wundverbände und Erste Hilfe Sets. Ausblick: Pharmamarkt wächst moderat Wachstumsraten im höheren einstelligen bis niedrigem zweistelligen Bereich sind Märkte in den kommenden Jahren nur noch in den sogenannten Pharmerging Markets zu erwarten. Dazu zählen vor allem die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) mit Wachstumsraten zwischen 8 und 11 Prozent (siehe Grafik Seite 38 unten). Für Deutschland erwartet IMS Health nach einer Prognose von Oktober 2014 für die kommenden Jahre ein moderates Wachstum von 2 bis 5 Prozent. Dies entspricht nahezu dem Durchschnitt der Erwartungen für die etablierten Märkte insgesamt (3 bis 6 Prozent), während für Frankreich und Spanien ein Schrumpfen des Marktes prognostiziert wird. Gründe für die erwartete Entwicklung in Deutschland sind unter anderem innovative Präparate als Wachstumsmotor auf der einen Seite, jedoch auch kostenbremsende gesundheitspolitische Vorgaben wie zum Beispiel das bis 2017 bleibende Preismoratorium, aber auch Verhandlungen über Preise und Rabattverträge auf der anderen Seite.

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