MMZ: Was ist Ihre persönliche Motivation zum Einsatz einer Lernplattform/von ILIAS beim Sprachenlernen?

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1 Dr. Susana Cañuelo Sarrión ist seit August 2012 Lektorin für Spanisch am Romanischen Seminar der Universität Mannheim. In einem Interview erklärt sie ihren Bezug zu elearning und die Integration multimedialer Elemente in ihre Lehre. MMZ: Frau Dr. Cañuelo Sarrión, Sie sind eine der aktivsten elearning-dozentinnen an der Universität Mannheim. Wie setzten Sie elearning konkret in Ihren Lehrveranstaltungen ein? Dr. Susana Cañuelo Sarrión: Ich unterrichte Spanisch am Romanischen Seminar der Universität Mannheim, d.h. ich benutze ILIAS im Rahmen der Sprachlehre. ELearning- und Blended-Learning- Angebote sind heutzutage bei der Sprachlehre sehr wichtig geworden. Zum einem eignen sich Lernplattformen und andere Web 2.0-Werkzeuge bestens für ein Fernstudium. Zum anderen bieten diese Werkzeuge eine wunderbare Möglichkeit, den Präsenzunterricht zu bereichern. Bei unseren Sprachkursen handelt es sich um Pflichtpräsenzkurse, so dass wir ILIAS für Blended- Learning- Angebote nutzen. MMZ: Was ist Ihre persönliche Motivation zum Einsatz einer Lernplattform/von ILIAS beim Sprachenlernen? Dr. Susana Cañuelo Sarrión: Eine Sprache lernt man nicht nur im Unterricht, sondern indem man diese überall und wann immer möglich benutzt. Im Unterricht lernt man die Grundlage, die Bausteine der Sprache, die man dann aber auch in realen Kommunikationssituationen außerhalb des Unterrichts verwenden sollte. So bietet ILIAS die Möglichkeit, über die Präsenzstunden hinaus zu kommunizieren, und damit die Sprache öfter zu benutzen. Durch Blended-Learning-Werkzeuge erweitert man also das Spektrum der Möglichkeiten, die Sprache anzuwenden und damit zu lernen. Nicht nur die Kommunikation wird gefördert, sondern auch die Kooperation, die Autonomie der Lernenden und ihre digitalen Kompetenzen. Mit einer Lernplattform wie ILIAS kann man weiterhin andere Formen des Unterrichts wagen, wie den sogenannten "Flipped Classroom", oder, wie ich letztes Semester probiert habe, die "Flipped Referate". 1

2 MMZ: Das klingt sehr interessant. Sie erschaffen mit Blended-Learning also eine abwechslungsreichere und nachhaltigere Lehre. Wie setzten Sie Ihre Blended-Learning-Ideen exakt um? Haben Sie Tipps für eine zielführende Gestaltung des Kurses? Dr. Susana Cañuelo Sarrión: Bei der konkreten Umsetzung der Möglichkeiten von ILIAS für meine Sprachkurse sind mir die folgenden Punkte wichtig formale Gestaltung Kommunikation, Kooperation und Austausch Selbstlernen Ich lege sehr viel Wert auf die Gestaltung, weil ich davon überzeugt bin, dass eine Lernplattform ein Lernraum ist, wo man sich wohl fühlen soll. Es soll attraktiv und benutzerfreundlich sein. Mit Überschriften, Tabellen, Registern und Bildern sowie einer klaren Anordnung der Objekte versuche ich, eine gute Orientierung im Kursraum zu bieten und die Lernenden so zur Mitarbeit zu motivieren. Überblick eines Kurses 2

3 MMZ: Sie nutzen ILIAS auch als Kommunikationsinstrument. Wie sieht diese Kommunikation mit Ihren Studierenden konkret aus? Dr. Susana Cañuelo Sarrión: Die Kommunikation zwischen den Lernenden und mir wird auch durch ILIAS kanalisiert. Im Kursforum sollen Fragen zum Organisatorischen und zum Inhalt gestellt werden. Diese beantworte ich natürlich sobald wie möglich, sie können aber auch durch andere KursteilnehmerInnen beantwortet werden. Die Abgabe von klassischen Aufsätzen wird durch die Funktion Aufgabe geregelt. Das trägt zu einer besseren Einhaltung der Fristen bei und stellt darüber hinaus sicher, dass keine Datei verloren geht. Ein Forum für die Kommunikation zum Organisatorischen und zum Inhalt und das Objekt Aufgaben Dr. Susana Cañuelo Sarrión: Weiterhin benutze ich, vor allem in Anfängerkursen, oft die Foren zum Üben von bestimmten Konstruktionen. Damit steht nicht die grammatische Richtigkeit im Vordergrund, sondern das Anliegen, die Kommunikation zwischen den Studierenden anzuregen. Deshalb korrigiere ich die Beiträge an dieser Stelle nicht. Bei Wikis, Glossaren und edupads wiederum geht es primär um die kollaborative Erstellung von Inhalten. 3

4 Foren, Wikis und edupads als kommunikative und kollaborative Werkzeuge MMZ: Als weiteren Punkt nennen Sie das Selbstlernen. Wie unterstützen Sie dieses durch Blended-Learning? Dr. Susana Cañuelo Sarrión: Die Autonomie der Lernenden wird auch dadurch gefördert, dass viele zusätzliche Materialien angeboten werden. So befinden sich auf der rechten Seite des Kursraumes interessante Webfeeds zu Seiten, die mit dem Kurs inhaltlich zu tun haben. 4

5 Webfeeds zur Wirtschaftspresse im Kurs zur Wirtschaftspanisch Dr. Susana Cañuelo Sarrión: In praktischen Registern stelle ich viele weitere Links zum Selbstlernen zur Verfügung. Und in den Kursordnern bringe ich immer auch weitere Aufgaben und Links unter. Natürlich gibt es darunter auch Ordner, in denen die Teilnehmenden Schreibrechte haben und eigenes Material selbst hochladen dürfen, zum Beispiel Präsentationen, oder selbstgestaltete MindMaps zu den Vokabeln der Präsenzstunde. ILIAS soll also nicht eine Einbahnstraße sein, sondern ein Raum zum Austausch. 5

6 Hauptordnerstruktur und Register mit Selbstlernressourcen MMZ: Wie evaluieren Sie das mediale Engagement ihrer Studierenden in ILIAS? Dr. Susana Cañuelo Sarrión: Bis auf die Einsendeaufgaben überprüfe ich nicht, inwieweit diese Angebote tatsächlich genutzt werden. Ich insistiere freilich schon und animiere die Studierenden, davon zu profitieren, werde aber dabei nicht zum Kontrolleur. Ich stehe ihnen zur Seite und lasse mir immer etwas Neues einfallen, was ich noch anbieten kann. Das Multimedia-Zentrum Mannheim bedankt sich herzlich bei Susana Cañuelo Sarrión für das lebendige Interview. [Text-/Bildrechte: Dr. Susana Cañuelo Sarrión] 6

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