Prozessorientierte Wirtschaftsdidaktik und Einsatz von ERP-Systemen im Unterricht

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1 15. Hochschultage Berufliche Bildung Fachtagung 18 (Wirtschaft und Verwaltung) Prozessorientierte Wirtschaftsdidaktik und Einsatz von ERP-Systemen im Unterricht Leitung: Prof. Dr. Tade Tramm (Hamburg) Prof. Dr. Karl Wilbers (Nürnberg)

2 Fachtagung 18: Wirtschaft & Verwaltung Mittwoch 8:30 8:45 9:30 10:15 10:45 11:30 Donnerstag Einführung (Wilbers) Praxisbeispiel: OSZ Bürowirtschaft, Berlin (Dörrer) Prozessorientierung,lernfeldübergreifenden Kompetenzen u. system. Perspektive (Tramm) Pause Praxisbeispiel: Bayern zentrale Perspektive (Sailer & Kerber) Praxisbeispiel: Berufskolleg Herford (Reich-Ziess & Banisz) 13:00 Pause 14:00 Praxisbeispiel: Österreich zentrale Perspektive (Pscheidl-Schubert) 14:45 Praxisbeispiel: Berufl. Schulzentrum Wirtschaft & DV Würzburg (Schuller) 15:30 8:30 9:00 9:45 11:00 12:00 Überleitung vom ersten Tag (Tramm & Wilbers) Praxisbeispiel: Multimedia BBS Hannover (Strahler) Unterschiede und Gemeinsamkeiten (Pongratz) Diskussion: Konsequenzen schulische Vernetzung und Support

3 Zielsetzung der Fachtagung Übergreifende Zielsetzungen Erfassung des Diskussionsstandes in Wissenschaft und Praxis Vernetzung der Diskussion und der Akteure Spezifische Fragestellungen: Gesamtverständnis Unternehmen prozessorientierter Ansatz? Stellenwert ERP in kaufmännischen Curricula? Welche Software? Erfolgkritische Faktoren, problematische Aspekte? Bedeutung Modellunternehmen? Support für Schulen und Lehrkräfte? Felder für pädagogische Innovationsforschung?

4 Empfehlungen des Culik-Workshops zur ERP-Integration (Budde 2004) Notwendigkeit von ERP-Softwarequalifikation Im Rahmen der lernfeldorientierten Erstqualifikation von Industriekaufleuten wie auch anderer kaufmännischer Berufsbilder muss die ERP-Softwarequalifikation einen unverzichtbaren Baustein bilden. Nur so können angehende Kaufleute auf die Anforderungen des späteren Berufslebens praxisrelevant vorbereitet werden. Prozessorientierung der ERP-Softwarequalifikation Die ERP-Softwarequalifikation sollte nach Meinung der Workshopteilnehmer nicht auf eine reine Programmbedienungsschulung fokussieren. Von entscheidender Relevanz ist vielmehr das Verständnis für betriebliche Prozessabläufe und ein entsprechendes Schnittstellenmanagement. Diese Kenntnisse sind an Hand einer ERP-Software strukturbildend zu erarbeiten. Problemaspekt Modellunternehmen Eine prozessorientierte ERP-Softwarequalifikation muss auf der Basis eines Modellunternehmens realisiert werden. Der Entwurf einer kompletten Modellunternehmung ist für eine Schule alleine nur schwer bis gar nicht leistbar. Als erster Schritt steht deshalb eine Teillösung zur Diskussion, die zunächst nur Teilbereiche des Modellunternehmens abbildet (z.b. Verkauf und Einkauf). Problemaspekt Datenkranz Eng damit verbunden ist die Erstellung eines schlüssigen und auf Entscheidungssituationen hin ausgerichteten Datenkranzes. Hersteller bieten auf diesem Gebiet kaum Hilfestellungen. Letztlich bleibt nur die schrittweise Erfassung von Datenbeständen. Dabei wird vorgeschlagen, die Datenbestände nicht zu weit zu fassen, sondern überschaubar zu halten.

5 Empfehlungen des Culik-Workshops zur ERP-Integration 2003 (Budde 2004) Problemaspekt Rahmenbedingungen Die Rahmenbedingungen in den einzelnen Schulen sind sehr unterschiedlich, von Schulen mit mehrzügigen Semestern an Industriekaufleuten bis hin zu kleineren Bündelschulen mit ausgesprochen heterogener Klassenzusammensetzung. Besonders in heterogener Umgebung sollte im Zweifel eine kleine Lösung der ERP-Software-Qualifikation zu wählen, um so möglichst viele Auszubildende zu erreichen. Dabei sollten von Anbeginn an alle später betroffenen Kollegen einbezogen werden, weil sonst Akzeptanzprobleme zu erwarten sind. Beratung und Unterstützung Softwarehersteller sind nur bedingt für die Beratung geeignet, da sie sich naturgemäß primär an ihren wirtschaftlichen Interessen orientieren und auf die besondere Situation eine Berufsschule gar nicht eingehen können. Von Seiten der Kultusministerien werden bestenfalls Empfehlungen ausgesprochen. Häufig stammen diese von Expertengruppen, die sich eher am Rande mit den zur Auswahl stehenden Programmen beschäftigt haben. Die Systemfrage Es ist eine ausgesprochen verkrampfte und damit künstliche Diskussion darüber zu beobachten, welches ERP-Programm am geeignetsten sei. Diese Debatte führt inhaltlich in die falsche Richtung, zielt sie doch nicht auf die curricular-didaktische Basisthematik (Prozessorientierung), sondern bleibt einer rein technischen Betrachtung verhaftet. Es gibt nicht das optimale ERP-System; alle Anwendungen haben ihre Licht- und Schattenseiten Schattenseiten.

6 Moderierte Diskussion Leitfragen: Welche Kompetenzen sollten Schüler, sollten Lehrer haben? Welche Unterstützung können Schulen erfahren? Welche Möglichkeiten bestehen zur Vernetzung der Entwicklungsarbeiten an den Schulen? Teilnehmende: Achim Ramesohl, Director Business Solutions, Microsoft Deutschland Stefan Marien, OSZ Bürowirtschaft Berlin Bernd Strahler, Multimedia BBS Hannover Edgar Sailer, ISB München

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