Praxisbericht zur Umsetzung eines Datawarehouse im Rahmen von Solvency II. Dr. Alexander Metz 9. Dezember 2010

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1 Praxisbericht zur eines Datawarehouse im Rahmen von Solvency II Metz 9. Dezember 2010

2 Gliederung 1. Ausgangslage - Ziele 2. Projektplan und 3. Systematische Weiterentwicklung DWH 4. Zusammenfassung Seite 2

3 Ausgangslage Ziele: Vorbereitung auf die sich abzeichnenden Anforderungen aus IFRS und Solvency II Anforderungen, Ziele Controlling und Risikomanagement: Effiziente und einfache Verfügbarkeit bilanzieller und ökonomische Kennzahlen für Solvency II und zur Unternehmenssteuerung Effiziente Berichterstattung (Reports zur Berichterstattung an AR, VS, ) Unterstützung aktuarielle Analyse (Abwicklungsdreiecke paid und incurred nach Sparten, Vertragsarten, ) Unterstützung Rating-Berichterstattung (GuV- und Bilanzkennzahlen sowie Zusatzauswertungen entsprechend der Ratinganforderungen) Anforderungen, Ziele Rechnungswesen: Unterstützung bei der Aufstellung der GuV- und Bilanzkennzahlen nach IFRS Unterstützung bei der Erstellung der IFRS-Notes 0 Zentrale und einheitliche Datenquelle zur allgemeinen Berichtserstellung und Steuerung, Basis des MIS Seite 3

4 Zusätzlich Anforderungen durch Entwicklung des regulatorischen Umfelds Anforderungen KonTraG DRS 5/20 DCGK Einrichtung Überwachungssystem zur Früherkennung den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Entwicklungen ( 91 (2) AktG) Berichterstattung über Risiken der künft. Entwicklung im Konzernlagebericht Dt. Corporate Governance Kodex / Entsprechungserklärung für börsennotierte Unternehmen gem. Transparenz- und Publizitätsgesetz R29/2002 Funktionstrennung, RM im Kapitalanlagebereich, Anlageverordnung SOX 404 Sarb.OxleyAct (2002): Management Assessment of Internal Controls (Sect. 404) R15/2005 Anlagemanagement und interne Risikomanagement- und Kontrollverfahren R06/2005 RV-Aufsicht, Übergangsregelung bis 03/ EU-RiLi MARisk Novellierung EU-AbschlussprüferRiLi, Untern. mit öffentli. Interesse 9. Novellierung VAG, BAFIN-Rundschreiben zu den Mindestanforderungen an das RM KonTraG DRS 5/20 DCGK/ TransPuG R29/2002 SOX 404 R06/2005 R15/ EU-RiLi (Euro-SOX) 9. VAG Novelle MaRisk VA Solvency II Seite 4

5 Gegenüber den ursprünglichen Zielen sind die Anforderungen an das DWH weiter gestiegen Solvency II Berichterstattung gemäß Säule 3 Die im Rahmen der aktuellen Diskussionen vorgesehenen Berichtsanforderungen zu Solvency II stellen eine zusätzliche Herausforderungen für das DWH dar Management Informationssystem Zentraler Zugang zu zeitnahen Berichten zur Risikoentwicklung und zum Geschäftsverlauf Effizientes Füllen von Standardmodellen (QIS, Rating) auch für Hochrechnungen und Planungen Risikomodellierung Aufbereitung detaillierter Informationen zur Risikomodellierung Basis eines zentralen Data Managements Seite 5

6 Professionelles Data Management ist wesentliche Voraussetzung für interne Risikomodelle Interne Struktur der Dokumentation des internen Risikomodells der Deutschen Rück Überblick Aufsichtsrat Vorstand Prüfungsleiter BAFin Methoden, Konzepte, und Modelle Vorstand Interne Revision Prüfungsleiter BAFin Daten, Kalibrierung und Parametrisierung Interne Revision Fachprüfer BAFin Interner Fachspezialist Algorithmen Fachprüfer BAFin Interner Fachspezialist Programm- und technische Dokumentationen Fachprüfer BAFin Interner Fachspezialist Seite 6

7 Lösungsansatz: Projekt Datawarehouse (DWH) DWH: (SQL Server > SQL Server 2008 R2) Sammelstelle für Daten aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens -> SELF: Sicher, Effizient, Langfristig und Flexibel nutzbar ETL-Prozess: (Tools: SSIS - SQL Server Integration Services ) Extract (Daten aus verschiedene Datenquellen zusammentragen) Transform (Konsolidierung der Daten zu einem einheitlichen Format und Bereinigung von Fehlern - Staging Area) Load (Laden der Daten in die Zieldatenbank Core DWH) Core DWH: (Tools: MS Reporting Services) Aggregation bestimmter Kennzahlen zur weiteren Analyse -> Data Marts, OLAP (Online Analytical Processing ) Cubes Schnittstelle zu Vorsystemen Datenaufbereitung und Modellierung Data Marts, OLAP Cubes: (Tools: MS Analysis Services und ProClarity) Erstellung von Berichten Frontend Seite 7

8 Gliederung 1. Ausgangslage - Ziele 2. Projektplan und 3. Systematische Weiterentwicklung DWH 4. Zusammenfassung Seite 8

9 Das DW-Projekt kann grob in drei Phasen gegliedert werden Vorstudie Herbst 2007: Bedarfsanalyse Entscheidung für eine DW-Plattform Konzeption und in 2008: Konzeption der Kernfunktionen des DWH Entwurf, Aufbau Datenmodelle Datenbank und entsprechender Data Marts Konzeption und waren nicht strikt getrennt, sondern wurden teilweise parallel umgesetzt Kontinuierliche Weiterentwicklung : Aufbau neuer Funktionalitäten (z.b. Implementierung von Plan- und Hochrechnungszahlen, Einbezug zusätzlicher Gesellschaften, ) Seite 9

10 Ergebnisse Vorstudie Aus der individuellen Sicht des Unternehmens optimale Lösung gewählt 100,0 90,0 80,0 70,0 60,0 50,0 40,0 Gesamt-Gewichtet Marktdurchdringung Wirtschaftlichkeit Funktionalität Technik Seite 10

11 Neben der Festlegung des Tools wurde ein Grobkonzept des DWH erarbeitet Datenquellen Data Warehouse Themen Frontend Proris IFRS SAP DWH Verband Berichte First SQL Server Access, Excel VT - NL VT - L Analysen Scorecard s Papier Controlli ng Seite 11

12 Technischer Aufbau: Entwicklungs- und Produktionsumgebung SQLT64 Daten laden (Staging Area) Daten verknüpfen (Core DWH) Daten für Analysen aufbereiten (OLAP Würfel) Daten analysieren für Analysen der Anwender Staging Area Core DWH Reporting Services Übertragung der Neuentwicklungen auf die Produktion nach Qualitätssicherung Freigabe durch Core DWH-Verantwortliche sowie durch IT (verantwortlich für Produktionssystem) SQLDWT Staging Area Core DWH Reporting Services für Anpassungen und Neuentwicklungen Schnittstellen anpassen erweitern Datenmodelle, Verarbeitungslogiken CoreDWH erweitern OLAP Würfel anpassen bzw. neu entwickeln Reports erstellen Seite 12 Ausbaustufe: Zusätzlicher Server zum Test der Produktionsumgebung zur Verfügung

13 Fokus beim Roll out: Umfangreiches Angebot an Reports zur Akzeptanzsteigerung OLAP Würfel Berichtsname Besitzer Kommentar DR VT Abwicklungsdreieck NL Konzerncontrolling Abw.-Dreieck (Def. Rating) DR VT GuV40 incl. Clean Cut Rückführung (Bilanzsicht) Konzerncontrolling Analog Proris-Bericht DR VT Blockstatistiken NL RV1 Gemäß Vorlage RV1 DR VT GuV Leben (Bilanzsicht) Leben Vereinfachte GuV Leben Vb VT Abwicklungsdreieck in Quoten RV2 Vb VT Abwicklungsdreieck_VB RV2 Vb VT GuV 02 RV2 Vb VT Retrostatistik neu RV2 Vb VT Zedentenstatistik neu RV2 DR Vb GuV 02_kurz_Leben Leben Vereinfachte GuV Leben DR/VB KA DR Bestandsübersicht KA Bilanz Konzerncontrolling KA nach HGB-Struktur DR/VB KA DR Bestandsübersicht KA Risiko Konzerncontrolling KA nach Risiko-Struktur DR/VB KA DR Ertragsübersicht KA Bilanz Konzerncontrolling KA-Ertr. nach HGB-Struktur DR/VB KA SAP-Kosten DR Ertragsübersicht KA Risiko SAP Kosten Konzerncontrolling Konzerncontrolling KA-Ertr. nach Risiko-Struktur Kosten-Arten, -Gruppen Seite 13

14 Rollen- und Nutzerkonzept wichtiger Baustein für die Organisation des DWH Controlling ReWe DR - VT VB - VT KA Anwender: Liest fertige Berichte Risiko-Berichte AR-Report Bilanz u. GuV Rating-Vorlagen Technische GuV Zedentenübersichten RVI-Übersichten Abwicklungsdreiecke Technische GuV Assetplanung Analyst: Erstellt freie Analysen Abwicklungsdreiecke Risikoanalysen Bilanzanalysen Abwicklungsdreiecke Spartenanalysen Vertragsanalysen Spartenanalysen Zedentenanalysen Vertragsanalysen Performanceanalysen Entwickler DM: Pflegt und erstellt OLAP Würfel und Berichte Entwickler DWH: Pflegt und erweitert die DWH-Lösung Anpassen und Erstellung neuer OLAP Würfel Anpassen bestehender Berichte Erstellen neuer Berichte Neue Daten einbinden (Definition und neuer Datenschnittstellen) Anpassen und Erweitern der bestehenden Verarbeitungsregeln Anpassen und Erweitern der bestehenden Datenstrukturen Seite 14

15 Zur Reduktion des Wartungsaufwands Automatisierung häufiger Arbeitsschritte Frequenz Datenaufbereitung Mögliche Ausbaustufe Datenaufbereitung Art des Updates / Aufwand inkl. Wartung und Pflege DR VT Wöchentlich Täglich Vollautomatisch / 0,7 Tage / Monat VB VT Wöchentlich Täglich Vollautomatisch / 0,5 Tage / Monat KA Monatlich Manuell / 0,5 Tage / Monat SAP Bilanz Kosten Quartalsweise Manuell / 0,3 Tage / Monat Seite 15

16 Berichte Anforderungen, Wünsche Optimierungen OLAP Würfel Change Management ein entsprechender Prozess muss etabliert werden etabliert werden Anpassungen Anpassungen Anpassungen OLAP Würfel Staging Area Seite 16 DR-NL Proris VB-NL Anforderungen, Wünsche Optimierungen CoreDWH Anpassungen Anforderungen, Wünsche Optimierungen DWH Änderungen: Dimensionen, Kennzahlen, Sonstiges DR/VB Leben Core DWH SAP KA First SAP Daten Bilanz/Kosten Anpassungen Anpassungen Änderungen: Dimensionen, Kennzahlen, Sonstiges Änderungen: Dimensionen, Kennzahlen, Sonstiges

17 Projektaufwände insgesamt im Rahmen aufwändiger, Externer Schulungsaufwand wenig effizient Projektplanung (01.08) VS tatsächlicher Aufwand (12.09) Projektkosten intern 08 extern 08 intern 09 extern 09 Konzeption Realisierung ,3 66, ,2 Schulungen 46,6 5,8 Gesamt , Externe Schulungen haben sich als wenig effizient ggü. training in the project gezeigt deutlich geringerer Schulungsaufwand als geplant Seite 17

18 Gliederung 1. Ausgangslage - Ziele 2. Projektplan und 3. Systematische Weiterentwicklung DWH 4. Zusammenfassung Seite 18

19 Der Projekterfolg muss durch systematischen Ausbau gesichert werden Weiterentwicklungsschritte: Implementierung qualitativer Daten Systematische Überprüfung Vertragskonditionen Limitauslastungen zum Risikomanagement Einbezug weiterer Konzerngesellschaften Einbezug versicherungstechnischer DR Swiss Kapitalanlageinformationen Konzern Renewal Plattform Zusätzlich systematische technische Verbesserungen Aufbau DWH zur Erfassung Erneuerungsinformationen (Kumulkontrolle, Konditionsanalyse, Prozessunterstützung, Budgetkontrolle, Datenbasis Risikomodellierung) Seite 19

20 Beispiel für die verfügbaren Daten im DWH Beispiel: DR-NL Dimensionen: 21 Kennzahlen: 351 BIL: 173 CRM: 75 WST: 103 Daten ab 1995 Jahreskennzahlen IST Anfalljahr Bilanzjahr Zeichnungsjahr Reines Datenvolumen auf SQLDWT: ca. 141 GB Plan & HoRe Alle Schätzphasen seit Februar 2008 Seite 20

21 Gliederung 1. Ausgangslage - Ziele 2. Projektplan und 3. Systematische Weiterentwicklung DWH 4. Zusammenfassung Seite 21

22 Zusammenfassung Wozu ein DWH: Voraussetzung zur Erfüllung heutiger und zukünftiger Berichtsanforderungen Basis für intergrierte Management Informationssysteme Basis für Risikomodelle und Risikocontrolling Erfolgsfaktoren: Initialprojekt zur Schaffung einer ersten Basis (Fokus quick wins ) Systematische Weiterentwicklung des DWHs (technisch, inhaltlich) Klare Zuständigkeiten und Prozesse Kommunikation und Abstimmung der DWH-Lösungen im Unternehmen Übergreifende Akzeptanz der geschaffenen Lösungen Seite 22

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