Voller Angst nach oben

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1 Voller Angst nach oben A K T I E N E T F S Z E R T I F I K AT E Mit dem jüngsten Börseneinbruch ist die Verunsicherung stark gestiegen. BÖRSE ONLINE hat die Chartprofis befragt, welche Werte sie gerade jetzt für kaufenswert halten. Um es einmal mit den Worten unseres Außenministers Guido Westerwelle zu sagen: Das war ein Warnschuss! Während aber die FDP noch lang an ihrer Wahlschlappe von Nordrhein- Westfalen zu knabbern haben dürfte, gingen die Börsen nach dem starken Einbruch Anfang Mai schon wieder zur Tagesordnung über und holten einen Großteil der angehäuften Verluste wieder auf. Der bereits jetzt legendäre Fondsmanager Jens Ehrhardt spricht ja gern von einer wall of worries, an der Aktienkurse besonders KAUFEN Produkt A C H T I N V E S T M E N T I D E E N F Ü R J E D E N T Y P WKN Drei-Monats- Performance Zwölf-Monats- Performance Kurs am Stopp Lyxor ETF Brasilien LYX 0BE 11,7 % 69,3 % 27,67 21,90 34,00 Carnival ,7 % 54,0 % 30,18 24,40 38,00 Gold-ETC A0L P78 24,8 % 44,6 % 97,66 73,50 130,00 Industrial-Goods & Services-ETF LYX 0AT 18,4 % 50,2 % 27,42 22,80 34,00 Kaffee-ETC A0K RJT 6,2 % 4,1 % 2,05 1,70 2,50 OBX-Zertifikat CB0 7MF 8,0 % 54,5 % 43,00 35,80 50,00 Travel & Leisure-ETF A0F 5UC 12,2 % 28,6 % 18,76 14,80 23,00 Vale A0R N7M 14,3 % 76,4 % 22,40 17,40 28,00 Ziel Quelle: Fondsgesellschaften, Zertifikateweb, eigene Recherche AFP/Spencer Platt (3); privat 18

2 Händler an der Wall Street: Der Einbruch vom 6. Mai war legendär, aber vermutlich keine Trendwende. gut nach oben klettern könnten. Unter Marktinsidern gilt eine solche Mauer der Angst als besonders Hausse-trächtig, denn die Aufwärtsbewegung wird in solch einem Fall von einem hohen Maß Skepsis begleitet und sorgt für einen stetigen Nachschub an Käufern, die sich erst nach und nach in den Aktienmarkt trauen. BÖRSE ONLINE hat sich in der Woche nach dem starken Börseneinbruch unter allen elf Regionalmanagern der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) umgehört. Gefragt wurde nach deren favorisierten Branchen und Regionen für die kommenden sechs bis zwölf Monate. Um das Dutzend vollzumachen, haben wir zudem die Meinung von Wilfried Kölz eingeholt, der schon vor gut einem Vierteljahr anlässlich der VTAD-Frühjahrstagung mit einer sehr beeindruckenden Prognose von sich reden machte und recht behielt. Der deutschen Umlaufrendite, die sich da- Bis Juni geht es mit den Börsen abwärts. Im Sommer kommt es dann zu einem kräftigen Anstieg. W I L F R I E D K Ö L Z, Z Y K L E N F O R S C H E R mals noch oberhalb von 2,80 Prozent bewegte, sagte der Zy klenforscher einen spektakulären Einbruch bis mindestens 2,36 Prozent voraus. Am 7. Mai notierte die Umlaufrendite sogar noch einmal um 0,07 Prozentpunkte unter dem prognostizierten Niveau. Grund genug, Wilfried Kölz nach seiner Meinung zu den Aktienmärkten zu befragen. Die sieht das Nürnberger VTAD-Mitglied derzeit noch sehr skeptisch: Bis Juni geht es mit den Börsen abwärts. Er rechnet mit einem Einbruch des DAX um mindestens 1000 Punkte. Ausgehend vom Jahreshoch bei 6341 Zählern wird der Index seiner Meinung nach also Richtung 5300 Punkte fallen. Doch Kölz ist kein Schwarzmaler: Im Sommer kommt es dann zu einem kräftigen Anstieg. Die Skepsis unter den Profis ist ansonsten eher groß. Ein Viertel der Befragten wollte sich in dieser aktuell sehr wackeligen Phase erst gar nicht äußern, Karin 19

3 Der Kaffee-ETC konnte den Abwärtstrend überwinden, der durch das 2008er-Hoch und das Zwischenhoch von April 2010 definiert wurde. Über ein mögliches Zwischenziel um 2,30 Euro sollte das Papier tendenziell die Notierungslücke um 2,45/2,55 Euro anpeilen. Eine sehr gute Unterstützung hat sich zwischen 1,77 und 1,84 Euro etabliert, wo sich eine horizontale Zone und ein Aufwärtstrend befinden. N I V E A U S V O N A N G E P E I LT Roller aus Stuttgart war lediglich für Short-Positionen zu haben, andere konnten sich gerade einmal zu einem Anlagefavoriten durchringen. So teilte Oliver Paesler, Manager des auf ETFs spezialisierten Pellucida Multi Asset Fund B mit, inzwischen zu mehr als 90 Prozent neutral, also am Geldmarkt, positioniert zu sein. Als einzig verbliebene, mithin weiter interessante Position nennt der VTAD-Regionalmanager aus Der Lyxor ETF Brazil kletterte im April auf ein neues Rekordhoch, der Ausbruch war aber noch nicht nachhaltig. Bei der anschließenden Korrektur wurde der 200-Tage- Durchschnitt erfolgreich getestet. Zusammen mit einer seit anderthalb Jahren etablierten Aufwärtstrendlinie ergibt sich um 25,50/26 Euro eine wichtige Unterstützung. Darunter wäre die waagerechte Zone um 22/23,50 Euro gefragt. Die brasilianische Rohstoffaktie Vale weist einen stabilen mittelfristigen Aufwärtstrend auf. Bei aktuell etwa 21,50 Euro verlaufend ist dieser aber latent gefährdet. Nach einem Durchbruch könnte allerdings schon die horizontale Unterstützungszone um 20/21 Euro wertvolle Dienste leisten. Diese wird auch die steigende 200-Tage-Linie bald erreicht haben. Widerstand liegt am Jahreshoch von 26 Euro. 20 Kaufen Beobachten R Ü T T E LT A M R E K O R D H O C H W E I T E R H I N I N S TA B I L E N B A H N E N Verkaufen Kaffee-Ernte: Die weltweite Nachfrage steigt, ein Investment sollte sich lohnen. Hannover den DJ-Stoxx-600-Industrial- Goods & Services-ETF. Die Schwergewichte des derzeit zu knapp einem Viertel in Großbritannien und zu etwa einem Fünftel in Deutschland investierten Branchenindex heißen Siemens, ABB aus der Schweiz und Schneider Electric aus Frankreich. Ebenfalls in der Favoritenrolle taucht die Reisebranche, sprich der DJ Stoxx 600 Travel & Leisure auf. Dieser mit einem Anteil von annähernd 60 Prozent stark von britischen Werten dominierte Index gefällt dem Frankfurter VTAD-Manager Frederik Altmann besonders gut. Das Barometer kann ebenso wie der oben genannte Industrieindex über ETF-Strukturen kostengünstig nachgebildet werden. Die jährlichen Gebühren liegen bei 0,165 respektive 0,3 Prozent. Ein interessanter Einzelwert aus dem Reisesektor ist der britisch-amerikanische Konzern Carnival (siehe Heft 15/10, Seite 36), der weltweit größte Anbieter von Kreuzfahrten. Nachdem sich im vergangenen Jahr angesichts der Krise viele den Urlaub gespart haben, entlädt sich die angestaute Reiselust. Bei Carnival ist der Buchungsandrang so groß, dass die Preise wieder um fünf Prozent angehoben werden konnten. Die aus Bloomberg/Susana Gonzales; Ipon/Stefan Boness

4 fundamentaler und aus technischer Sicht grund solide Aktie sollte unserer Meinung nach gute Chancen haben, den positiven Kurstrend dieses Jahres fortzusetzen. Das Potenzial reicht um weitere rund 20 Prozent gen Norden, der Titel würde dann in die Widerstandszone im Bereich um 36/38 Euro hineinlaufen. Der VTAD-Manager aus Regensburg Richard Mayr wiederum ist in Hinsicht auf drei Aktienmärkte positiv gestimmt, die eine Gemeinsamkeit aufweisen: Australien, Kanada und Norwegen verfügen nicht zuletzt wegen ihres Rohstoffreichtums über eine gegenüber dem Euro sehr solide heimische Währung. Vor allem die hierzulande bisher vergleichsweise wenig beachtete Börse Oslo sollten Anleger als Depotbeimischung in Erwägung ziehen. Das ausgewählte Zertifikat auf den technisch solide aussehenden OBX-Index rechnet zwar keine Dividenden an, verheißt angesichts einer gegenüber dem Euro tendenziell weiter aufwerten den norwegischen Krone aber zusätzliche Währungsgewinne. Die eindeutigen Schwergewichte des mehr als 50 Titel umfassenden Barometers sind der Ölwert Statoil, die Telekomgesellschaft Telenor und DnB Nor, das größte norwegische Finanzinstitut. O S L O E R B Ö R S E B L E I B T I M A U F W I N D S O L I D E R H A LT U M 1 7 E U R 0 Wird die ansteigende Unterstützungsformation aus mittelfristigem Aufwärtstrend und steigender 200-Tage-Linie um 39/40 Euro weiter behauptet, dann kann das OBX-Zertifikat eine Erfolg versprechende Attacke auf den horizontalen Widerstandsbereich um 45,50/47,50 Euro lancieren. Eine gute horizontale Haltezone hat sich in diesem Winter zudem zwischen etwa 36,40 und 37,80 Euro etabliert. Bei der jüngsten Korrektur des Travel & Leisure- ETF hat ein mittelfristiger Aufwärtstrend exakt gehalten. Zusammen mit der 200-Tage-Linie ergibt sich um 17,00/17,50 Euro eine sehr solide Unterstützung. Hält diese nicht, wäre ein Absacker bis etwa 15 Euro denkbar. Auf der Oberseite könnte der ETF in die horizontale Zone zwischen 21,50 und 23 Euro hineinlaufen, die sich von Winter bis Sommer 2008 etabliert hat. Palmen in der Südsee: Die Reisebranche wächst allen Turbulenzen zum Trotz. Während bisher vor allem interessante Einzelmeinungen herausgestellt wurden, gibt es einen Aktienmarkt, der von den Befragten mit Abstand am häufigsten genannt wurde: die Börse São Paulo. Brasilien wird nicht nur von unserem Interview partner Jürgen Nowacki, dem stellvertretenden VTAD-Vorsitzenden, favorisiert, sondern auch von dem Nürnberger VTAD-Leiter Manfred Dürschner (der dar- Kaufen Beobachten E R H O L U N G S E T Z T S I C H F O R T Verkaufen Der Kurs der Carnival-Aktie konnte auf Euro-Basis im März einen Abwärtstrend durchbrechen, der von dem im Dezember 2005 markierten Rekordhoch ausging. Die Erholungs hausse ist intakt, solange die robuste langfristige Aufwärtstrendgerade verteidigt wird, die aktuell bei etwa 27 Euro verläuft. Als mittelfristiges Ziel niveau dient die horizontale Zone zwischen 36 und 38 Euro, die sich 2007 etabliert hat. 21

5 Der seit März 2009 gültige Aufwärtstrend des Industrial-Goods & Services-ETF hat auch bei der drastischen Korrektur von Anfang Mai gehalten. Wird das Zwischentief um 26,70 Euro allerdings durchbrochen, sind weitere Abschläge Richtung 25 Euro, also bis zur 200-Tage-Linie, zu befürchten. Nach einer Wiederaufnahme der Hausse könnte das Barometer in die Widerstandszone 32/35 Euro laufen. H Ä LT D E R A U F WÄ R T S T R E N D? aussieht am Freitag, dem 14. Mai, konnte er erstmals in der Historie Notierungen über der magischen 1000-Euro-Marke ausmachen (siehe Seite 8). Keine Frage: Die alte negative Korrelation zwischen Dollar und Goldpreis ist seit geraumer Zeit aufgehoben, was dem Euro-Anleger zugutekommt. Es gibt fundamentale Gründe zuhauf, warum der Goldpreis auch in den nächsten Jahren weiter stark klettern sollte (siehe Titelgeschichte Heft 06/10). Aus charttechnischer Sicht ist der Weg seit dem Ausbruch über das bisherige Rekordhoch ohnehin nach Der Goldpreis hat die 1000-Euro-Marke erreicht (siehe Seite 8). Angesichts einer überkauften Situation ist es vorstellbar, dass es erst einmal zu einer Konsolidierung kommt. So könnte der im Bezugsverhältnis zehn zu eins gehandelte Gold-ETC im Laufe der nächsten Monate den stabilen mittelfristigen Aufwärtstrend testen, der sich aktuell um 85 Euro bewegt, pro Monat aber um etwa drei Prozent steigt. über hinaus Indien und Afrika als Kontinent nennt). Stefan Salomon aus Berlin wiederum konnte sich wie Oliver Paesler nur zu einer Nennung durchringen eben Brasilien. Heimische Anleger können sich beispielsweise den Lyxor ETF Brazil ins Depot legen. Dieser bildet die Entwicklung des brasilianischen Leitindex Boves pa nach. Wer sich an einen Einzelwert vom Zuckerhut wagen will, der kann mit einem Depotanteil von maximal vier Prozent Anteilscheine von Vale erwerben. Mit einem Anteil von einem Drittel ist der Bergbaukonzern der weltweit größte Produzent von Eisenerz und der zweitgrößte Förderer von Nickel. Gelingt dem Aktienkurs der Ausbruch über den Widerstandsbereich G O L D E N E Z E I T E N F Ü R A N L E G E R zwischen 25 und 26 Euro, kann er sein Rekordhoch von 2008 testen, das bei etwa 29 Euro auszumachen ist. Brasilien hat sich bei der Umfrage also als eindeutiger Favorit unter den Aktienmärkten herauskristallisiert. Eine Anlageklasse aber gibt es, die ihn noch eindeutig toppt Edelmetalle, zuvorderst Gold. Auch BÖRSE ONLINE ist seit etlichen Jahren bullish für das gelbe Metall gestimmt. Nach einer zweimonatigen Korrekturphase ab Dezember 2009 strebt der Goldpreis seit Februar wieder nach oben und schaffte in der zweiten Maiwoche endlich auch auf Dollar-Basis ein neues Rekordhoch. Den hiesigen Anleger interessiert natürlich vor allem, wie es in Euro Goldbarren: als Basisinvestment für jeden Anleger ein unverzichtbarer Depotbaustein. oben offen. Natürlich sind zwischenzeitliche Rückschläge jederzeit mit einzukalkulieren. Unter Berücksichtigung der bei Charttechnikern beliebten Fibonacci Extensions ergibt sich mittelfristig aber ein Zielniveau zwischen 1500 und 1650 Dollar. Je nach Wechselkurs sollten also Preise von 1200 bis 1400 Euro je Feinunze Gold realistisch sein. Mit einem Anteil von mindestens zehn Prozent sollte Gold in jedem Portfolio als feste Basis dienen. Eine ganz spezielle Nische stellt dagegen ein anderer Rohstoff dar, der bei unserer Umfrage ebenfalls als mittelfristiger Favorit genannt wurde. Als Beimischung kann Kaffee durchaus wertvolle Dienste leisten, da kaum eine Korrelation zu den globalen Aktienmärkten vorhanden ist. Der ausgewählte Kaffee-ETC, der 0,49 Prozent an jährlichen Gebühren kostet, bildet die Wertentwicklung des DJ-UBS Coffee- Sub-Index nach. Dieses Barometer orientiert sich an der Preisentwicklung von Kaffee-Future-Kontrakten, die an der London Metal Exchange gehandelt werden. Bei dem Kaffee-ETC werden täglich anfal- Bloomberg/Chris Ratcliffe 22

6 N A C H G E F R A G T Der Euro wird weiter fallen JÜRGEN NOWACKI ist stellvertretender VTAD- Vorsitzender, Geschäftsführer von My-Broker und Chef redakteur des Target Trader. Herr Nowacki, trinken Sie so gern Kaffee oder wie kommen Sie auf diese eher ungewöhnliche Anlageidee? Ja, in der Tat, ich komme kaum an einem Starbucks-Laden vorbei. Das kann aber natürlich kein Grund sein, eine Kaufempfehlung für Kaffee auszusprechen, zumal Agrarrohstoffe ein schweres Geschäft sind. Wer sich aber mit den Besonderheiten der Agrarmärkte wie Wetterphänomenen, Anbauflächen und Konjunkturzyklen auseinandersetzt, wird feststellen, dass diese Assetklasse durchaus ihren Charme hat. Seit einem Jahr ist eine unspektakuläre Seitwärtstendenz zwischen 115 und 155 Cent festzustellen. Wieso sollte Kaffee für den Anleger interessant sein? Für die Erntezeit 2010/2011, die in Südamerika im April begann, wird zwar mit einer etwas höheren brasilianischen Produktionsmenge gerechnet. In den Anbaugebieten in Costa Rica, Guatemala und Nicaragua sind dagegen durch eine stärkere, El-Niño-bedingte Trockenheit Produktionsrückgänge zu erwarten. Auch Vietnam hat stark darunter zu leiden. Demgegenüber steht eine tendenziell steigende Nachfrage, vor allem in China und Indien. Noch wird die globale Kaffeenachfrage von den Ländern mit dem größten Verbrauch, also den USA, Deutschland und Japan, geprägt. Stabilisieren sich deren Arbeitsmärkte nach einer Rezession, wirkt das zusätzlich auf den Preis, besonders für die hochwertigen und teuren Hochlandsorten. Kaffeepflanzen benötigen vier Jahre, bevor sie Früchte tragen. Eine Ausweitung der Produktionsflächen ist erst mit großer Zeitverzögerung marktwirksam. Ich glaube, dass der Kaffeepreis von derzeit 134 auf 160 Cent klettert. Unter den Aktienmärkten gefällt Ihnen Brasilien. Gibt es an der Samba-Börse Einzelwerte, die Sie derzeit für besonders attraktiv halten? Ja, den Ölwert Petrobras sowie Vale, den global drittgrößten Bergbaukonzern, der besonders von der Eisenerz-Liefervertragsumstellung von Jahres- auf Drei- Monats-Verträge profitieren sollte. Und wie sehen Sie die Aktienmärkte allgemein? Der Euro wird weiter fallen und die Aktienmärkte weiter belasten. Dieser Stresstest ist erst vorbei, wenn für die Märkte klar ist, dass Griechenland seine Reformpläne abarbeitet. SM lende Zinsgutschriften thesauriert. Der Markt befindet sich gegenwärtig in einer moderaten Contango-Situation. Demnach werden Kontrakte, die erst in einem Jahr fällig werden, zu knapp fünf Prozent teurer gehandelt als die nächstfälligen. Der Aufschlag auf Zwei-Jahres-Sicht liegt sogar bei etwa acht Prozent. Dieser Abstand muss bei einer längerfristigen Anlage also erst einmal gutgemacht werden, wenngleich ein Teil davon durch den Zinsertrag aufgefangen wird. Alles in allem sollten die Chancen gut stehen, mit einem Portfolio aus den vorgestellten acht Papieren nicht nur den Gesamtmarkt zu schlagen, sondern selbst im Falle weiter seitwärts oder leicht abwärts konsolidierender Börsen auf Sicht von mehreren Monaten eine positive Rendite zu erzielen. Da durch das Euro- Rettungspaket von EU und EZB derzeit viel neues Geld in das Finanzsystem gepumpt wird, dürfte per saldo aber ohnehin mit weiteren steigenden Aktienkursen (und einer heraufziehenden starken Inflation) zu rechnen sein. Ein DAX- Sambatänzerin in Rio: Brasilien ist aber auch für Anleger ein attraktiver Ort. Stand von 8000 Punkten für den Sommer 2011 bleibt trotz aller Unsicherheiten ein durchaus realistisches Szenario (siehe Titelgeschichte Heft 20/2010). Bei den vorgestellten Favoriten kann es aber ratsam sein, durch einen Verkauf der Hälfte der Position auch einmal Teilgewinne mitzunehmen, wenn das avisierte Zielniveau erreicht wurde. Auf jeden Fall unerlässlich ist es, im Sinne der Risikokontrolle die angegebenen Stoppkurse strikt einzuhalten. Mit gestaffelten Limits werden wir die Empfehlungen auch im Trend-Depot (siehe Seite 35) umsetzen. Dabei kaufen wir also nicht alle Positionen auf einen Schlag, sondern setzen die Limits nur teilweise auf dem aktuellen Niveau der Papiere, gern aber auch fünf oder gar zehn Prozent darunter. So ist gewährleistet, dass wir im Falle einer doch noch einmal stärker ausfallenden Korrektur nicht allzu stark ins Hintertreffen geraten weitere Warnschüsse sind also gleich einkalkuliert. STEFAN MAYRIEDL glaubt daran, dass Sachwerte wie Aktien und Gold kräftig klettern. mayr B O E R S E - O N L I N E. D E Mit unserer Suchmaschine können Sie Aktien auch nach charttechnischen Kriterien wählen: Fürst Fugger; AP/Renzo Gostoli 24

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