MARKTAUSBLICK 2. HALBJAHR 2014

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1 MARKTAUSBLICK 2. HALBJAHR 2014 Volksbank Schweiz Juli 2014

2 Eckpunkte der Anlagestrategie (I) ANLAGEKLASSEN: WEITERHIN LEICHTE ÜBERGEWICHTUNG BEI AKTIEN 2

3 Eckpunkte der Anlagestrategie (II) ANLAGEREGIONEN UND ANLAGEKLASSEN IM ÜBERBLICK Die US-Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von -2,9 %. Verantwortlich dafür waren vor allem temporäre Faktoren (kalter Winter, auslaufende Arbeitslosenunterstützung). Verschiedene Indikatoren deuten auf ein anziehendes Wirtschaftswachstum im zweiten und dritten Quartal hin. In der Eurozone reagierte die EZB auf das anhaltend schwache Wachstum sowie die steigenden Deflationssorgen und senkte Anfang Juni die Leitzinsen und kündigte die Bereitschaft zu weiteren geldpolitischen Lockerungen an. Dies machte sich sowohl an den Aktien- als auch Rentenmärkten positiv bemerkbar. Die geopolitischen Risiken nahmen im ersten Halbjahr 2014 weiter zu: Während sich der Russland-Ukraine-Konflikt leicht entspannte, gesellten sich mit dem ISIS-Vormarsch im Irak sowie den anhaltenden Unruhen in Brasilien neue Brennpunkte zu den Krisenherden dieser Welt. Die Auswirkungen dieser Krisen auf die internationalen Finanzmärkte sind aktuell noch sehr gering, könnten sich aber im weiteren Jahresverlauf intensivieren. Die Schwellenländer gewannen dank der EZB-Zinssenkung sowie der anhaltend lockeren Geldpolitik durch Fed-Chefin Yellen weitere Zeit. Dies dürfte sich kurzfristig positiv in den Kursen bemerkbar machen, langfristig bleiben wir aber bei unserer Meinung, dass viele Schwellenländer auf Grund struktureller Probleme in einen Bärenmarkt eintreten werden. Wir bleiben bei unserer moderaten pro-risiko -Haltung, d.h. wir bevorzugen Aktien gegenüber Anleihen. Regional halten wir an unserem Übergewicht in den USA sowie unserer leichten Übergewichtung in Europa fest. Angesichts zunehmender geopolitischer Risiken, schwächerer Wachstumsaussichten sowie kurzfristig bereits überkauften technischen Indikatoren steigt allerdings die Wahrscheinlichkeit einer leichten Korrektur über die Sommermonate. Mögliche Kurskorrekturen sehen wir als Chance für Neueinstiege und nicht als Gefahr: Die Kombination aus einer geringen Inflation, einem schwachen Wachstums sowie einer anhaltend lockeren Geldpolitik unterstützt langfristig die Aktienmärkte. 3

4 Eckpunkte der Anlagestrategie (III) GLOBALER AKTIENMARKTAUSBLICK Taktischer Ausblick (bis zu drei Monate) Nach den jüngsten kräftigen Kursanstiegen sehen wir über die Sommermonate die steigende Gefahr einer aufziehenden Korrektur. Viele technische Indikatoren notieren aktuell im überkauften Bereich in der Regel ist es schwierig für die Aktienmärkte, sich auf solch hohen Niveaus zu halten. Gleichzeitig sind die Sommermonate auf Grund der Ferien traditionell Monate mit nur geringen Handelsumsätzen und daher anfällig für eine Korrektur. Sollten sich zusätzlich noch die geopolitischen Risiken verschärfen, könnten die Sommermonate von einer deutlich anziehenden Volatilität geprägt werden. Zyklische Perspektive (drei bis zwölf Monate) Für unsere zyklische Perspektive begutachten wir die drei Indikatoren Bewertung, Liquidität und wirtschaftliches Momentum: Die Bewertungen an den internationalen Aktienmärkten sind bereits anspruchsvoll, jedoch noch nicht an jenen Extremwerten angekommen, welche in der Vergangenheit von negativen Erträgen über die kommenden zwölf Monate begleitet wurden. Die Unterstützung von Seiten der globalen Notenbanken ist weiterhin gegeben. Die jüngsten Schritte der EZB sowie auch die Ankündigungen von Fed-Chefin Yellen, die Geldpolitik länger locker zu lassen, stützen die Märkte (Liquidität). Hingegen enttäuschten die jüngsten Wirtschaftsdaten, auch wenn es erste Anzeichen gibt, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten und dritten Quartal leicht anziehen dürfte (Momentum). Folglich erwarten wir auch über die kommenden zwölf Monate steigende Aktienkurse, wenn auch das Risiko einer Korrektur an den Märkten steigt. Kurskorrekturen sollten Anleger allerdings für Nachkäufe und nicht für Verkäufe nutzen. 4

5 Eckpunkte der Anlagestrategie (IV) REGIONALE AKTIENMARKTBEWERTUNG FÜR DIE KOMMENDEN DREI BIS ZWÖLF MONATE USA: Amerikanische Aktien bleiben unsere bevorzugte Anlagekategorie. Die Gewinne der Unternehmen profitieren von einer fallenden Arbeitslosenrate sowie höheren Auslandsgewinnen in Europa, die Geldpolitik der Fed bleibt locker und die Wirtschaft dürfte sich nach einem äußerst schwachen Jahresstart im Jahresverlauf erholen. Europa: Europäische Aktien sind im Vergleich zu amerikanischen Aktien immer noch günstig bewertet, allerdings bereiten die Unternehmensgewinne sowie das verhaltene Wachstum nach wie vor Sorgen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, welche Folgen der große EZB-Bankenstresstest im dritten Quartal mit sich bringt. Positiv zu werten ist der jüngste Zinssenkungsschritt der EZB sowie die Ankündigung von neuen Lockerungsmaßnahmen (falls benötigt) dies dürfte die Kurse stützen. Wir halten ein leichtes Übergewicht in Europa, wobei wir die Risiken in Europa höher einschätzen als in den USA. Japan: Obwohl die jüngsten Veröffentlichungen des Core Tokio Inflationsindex einen Anstieg der Inflation auf über 2 % andeuten, bleiben die Zukunftsaussichten der Abenomics ungewiss. Der Inflationsanstieg ist größtenteils auf den schwachen Yen zurückzuführen, während die strukturellen Reformen stärker Deflationär anstatt Inflationär wirken. Da die Bank of Japan (BoJ) sich aktuell eher in Zurückhaltung übt und der Yen eher stärker anstatt schwächer wird, erwarten wir eine geringe Kursdynamik im kommenden Halbjahr. Schwellenländer: Kurzfristig dürften die Ankündigung der Beibehaltung der lockeren Geldpolitik in den USA sowie die jüngsten Zinsschritte in Europa den Schwellenländer auftrieb geben. Nichtsdestotrotz bleiben eine Reihe von strukturellen (hohe Leistungsbilanzdefizite, fehlender Reformeifer, geringe Inlandsnachfrage) Problemen bestehen. Diese dürften früher oder später zu erneuten sozialen Spannungen und Unruhen führen. Die Währungen vieler Schwellenländer bleiben deshalb besonders fragile, da sie den leichtesten Anpassungsmechanismus darstellen. Kurzfristig neutral, langfristig untergewichten. 5

6 ANLAGEREGIONEN UND ASSETKLASSEN IM DETAIL 6

7 USA (I) WIRTSCHAFT WÄCHST LANGSAMER ALS ERWARTET GELDPOLITIK BLEIBT ABER LOCKER Die amerikanische Wirtschaft vermeldete zu Jahresbeginn enttäuschende Daten: Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im ersten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von -2,9 %. Dies war das schlechteste Ergebnis der US-Wirtschaft außerhalb einer Rezession seit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Im zweiten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung wieder etwas angezogen haben, nichtsdestotrotz sind die Wachstumserwartungen für das Gesamtjahr mittlerweile bei nur noch 2,2 % angekommen (Jahresanfang: ca. 2,8 %). Trotzdem sprechen nach wie vor zahlreiche Fakten für amerikanische Aktien: Das schwächer als erwartete Wirtschaftswachstum ist im Vergleich zu vielen anderen Wirtschaftsregionen der Welt (z.b. Eurozone) immer noch attraktiv Die US-Unternehmen verfügen über solide Bilanzen, hohe Cashvorräte sowie hohe Gewinnmargen. Dank einer leichten Erholung in der Eurozone dürften die Auslandsgewinne heuer stark anziehen. Diese relative Stärke der US-Unternehmen wird insbesondere im Vergleich zu europäischen Unternehmen deutlich (siehe nächste Folien). Die sinkende Arbeitslosigkeit sowie die fortschreitende Erholung am US-Häusermarkt erhöht das für den Konsum verfügbare Einkommen und stützt die Wirtschaft. Der am stärksten unterstützende Faktor bleibt aber die US-Geldpolitik. So versprach Fed-Chefin Janet Yellen bei einer Anhörung vor dem US-Kongress im Mai, dass der lockere geldpolitische Kurs der Fed weiterhin angemessen bleibe. Gleichzeitig äußerte sie Bedenken über den Zustand des Arbeitsmarktes, bekräftigte aber, dass sie derzeit nicht die Gefahr einer Blase an den Finanzmärkten sehe. Diese Auskünfte der Fed-Chefin wurden klar dahingehend interpretiert, dass die Geldpolitik auf Grund einer fehlenden Preisblase bei Aktien und Anleihen weiterhin locker bleibt selbst wenn das QE3-Programm (monatliche Anleihenaufkäufe) im Herbst diesen Jahres auslaufen sollte. 7

8 USA (II) DEUTLICH HÖHERE GEWINNMARGEN SORGEN FÜR STEIGENDE AKTIENKURSE IN DEN USA! Quellen: Societe Generale, BCA 8

9 USA (III) US-UNTERNEHMEN HÄNGEN IHRE EUROPÄISCHE KONKURRENTEN IN SACHEN GEWINNE AB! 9

10 Europa (I) EZB GREIFT DEN AKTIENMÄRKTEN UNTER DIE ARME Das Wachstum in der Eurozone wird nach wie vor von Deutschland (1. Quartal 14: +0,8 %) angetrieben. Hingegen enttäuschten Frankreich (Stagnation) und Italien (-0,1 %) mit ihren Daten. Es wird immer deutlicher, dass die Eurozone tiefgreifende strukturelle Reformen anpacken muss, um langfristig wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Da dies aktuell nicht bzw. nur sehr zaghaft geschieht, dürfte das Wirtschaftswachstum weiterhin äußerst schwach bleiben. Für die Aktienmärkte muss ein Umfeld mit niedrigen Wachstumsraten per se nichts schlechtes sein. So lange die Inflation niedrig bleibt und keine Deflation droht, die Geldpolitik locker bleibt und die Unternehmensgewinne leicht wachsen, stellt dies ein positives Umfeld für die Aktienmärkte dar. Auf Grund der schwachen Wirtschaftsaussichten kommt insbesondere der Geldpolitik der EZB entscheidende Bedeutung zu und Präsident Draghi enttäuschte die Anleger nicht: So wurden im Juni die Leitzinsen auf 0,15 % gesenkt, weitere geldpolitische Lockerungen in Aussicht gestellt und Anfang Juli ebenfalls eine transparentere Geldpolitik nach dem Vorbild der US-Fed beschlossen. Dies dürfte die Aktienkurse der europäischen Unternehmen unterstützen. Wir empfehlen eine leichte Übergewichtung von europäischen Aktien, wobei sich Anleger der Fragilität der Wirtschaft und damit der höheren Risiken in der Eurozone bewusst sein sollten. Quelle: Bloomberg 10

11 Europa (II) HISTORISCH BETRACHTET BESTEHT NOCH WEITERES AUFWÄRTSPOTENTIAL FÜR DEN DAX Besonders interessant sind die beiden Aufschwünge von 1982 und 1992: Während beider Aufschwungphasen war eine extrem steile Zinsstrukturkurve (d.h. niedrige Zinsen am kurzen Ende und deutlich höhere Zinsen am langen Ende) an den Zinsmärkten charakteristisch. Genau diese steile Zinsstrukturkurve sehen wir auch aktuell wieder an den Märkten. Gleichzeitig zeigen aber beide Kurven, dass mit fortlaufenden Kursgewinnen die Gefahr einer Korrektur steigt. Quelle: Commerzbank 11

12 Japan MIT DEN STRUKTURREFORMEN BEGINNT DER SCHWIERIGSTE TEIL DER MISSION Aktuell bereitet Premierminister Shinzo Abe den dritten Pfeil seines umfangreichen Reformprogrammes vor: Nachdem die ersten beiden Pfeile massives Gelddrucken durch die japanische Notenbank und immense Ausweitung der öffentlichen Ausgaben für Infrastrukturprojekte im vergangenen Jahr das Wachstum angekurbelt und die Inflation von einem 15-Jahres- Schnitt von -0,3 % auf 1,3 Prozent im Jahr 2013 erhöht haben, geht es mit dem dritten Pfeil nun darum, mittels tiefgreifenden Strukturreformen das langfristige Wachstum anzukurbeln. Darunter fallen Pläne wie die Senkung der Unternehmenssteuer von aktuell 35 % auf unter 30 %, die Einführung von Sonderwirtschaftszonen sowie der Erhöhung der Frauenerwerbsquote. Viele dieser Maßnahmen bringen tiefgreifende Veränderungen mit sich daher dürfte es viele Jahre wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis hier der nachhaltige Effekt sichtbar wird. Auch enttäuschte die Ankündigung des jüngsten Reformpakets viele Marktteilnehmer, da es den Anschein hat, als ob ein großer, übergeordneter Plan doch weiterhin fehlt. Der japanische Aktienmarkt bleibt bis auf weiteres eine Wette auf den Yen: Sollte der Yen deutlich schwächer werden dürfte der Markt zulegen (et vice versa). Angesichts der aktuellen Zurückhaltung der japanischen Notenbank halten wir dies allerdings für unwahrscheinlich. Folglich spricht aktuell vieles für einen seitwärts tendierenden japanischen Aktienmarkt mit nur geringer Aufwärtsdynamik. Quelle: Bloomberg 12

13 Schwellenländer (I) ANHALTEND LOCKERE GELDPOLITIK IN EUROPA & DEN USA BRINGT NEUE GALGENFRIST Viele Schwellenländerbörsen zählen bislang zu den absoluten Gewinnern im Börsenjahr Nach den starken Kursverlusten im vergangenen Jahr zeigten viele Märkte eine technische Gegenkorrektur und die Kurse stiegen. Nichtsdestotrotz sollten Anleger keineswegs die Augen verschließen: Die Fundamentaldaten vieler Länder bleiben schwach, die politischen Machtverhältnisse oftmals fragil und wichtige strukturelle Reformen werden kaum angepackt. Kurzfristig profitieren die Schwellenländer von der Ankündigung der Fed, die Geldpolitik auch nach dem Auslaufen der monatlichen Anleihenankäufe im Herbst noch länger locker zu halten. Langfristig dürften allerdings die strukturellen Probleme in den Schwellenländern wieder die Oberhand gewinnen. Die Divergenz bei der Entwicklung der Währung sowie der Aktienkurse (siehe Grafik rechts) deutet bereits auf bestehende Risiken in den Aktienmärkten hin. Während an den Aktienmärkten nur die Finanzinvestoren zu Gange sind, sind dies an den Währungsmärkten die realen Wirtschaftsteilnehmer wie Exporteure und Importeure. Deshalb zeigen die Währungsmärkte ein sehr realitätsgetreueres Bild der wirtschaftlichen Lage vieler Schwellenländer als derzeit die Aktienmärkte. Quelle: Bloomberg 13

14 Schwellenländer (II) SCHWELLENLÄNDER-AKTIEN: WIEDERHOLT SICH DIE GESCHICHTE? Aktienkurse der Schwellenländer relativ zu den globalen Aktienkursen Betrachtet man die beiden jüngsten Börsenaufschwünge an den Schwellenländer von 1995 bis heute ( the latest bull market ) sowie von 1979 bis 2002 ( the previous bull market ) so fällt auf, dass sich die beiden Linien beinahe Deckungsgleich verhalten. Schwellenländeraktien hinken nun seit 2010 der Performance der globalen Aktienmärkte hinterher. Wir raten Anleger langfristig bei den Schwellenländern weiterhin zur äußersten Vorsicht, kurzfristig bring die Fed-Geldpolitik ein wenig Zeit und damit möglicherweise leicht steigende Aktienkurse - für die Schwellenländer. Quelle: BCA 14

15 Exkurs: Wodurch enden Börsenaufschwünge? WANN BZW. WODURCH ENDEN BÖRSENAUFSCHWÜNGE UND WIE IST DIE AKTUELLE LAGE? Vereinfacht dargestellt gibt es vier zentrale Entwicklungen, welche Börsenaufschwünge beenden können: 1. Eine Rezession bzw. ein externer Schock, welche die Gewinne der Unternehmen über die kommenden Jahre deutlich negativ beeinflussen Beispiel: Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/ Die Bewertungsniveaus von Aktien (KGVs, KBVs, etc.) werden weit über ihren fairen Wert hinausgepusht Beispiel: dot.com-blase Anfang des Jahrtausends. 3. Plötzlicher Rückgang der für die Finanzmärkte verfügbaren Liquidität (restriktivere Geldpolitik) 4. Schwarzer Schwan : Unvorhersehbares, plötzlich auftretendes Ereignis, welches erhebliche Marktverwerfungen mit sich bringt Beispiel: Terroranschlag auf das WTC im September Während sich die ersten drei Punkte analysieren lassen, stellt der Schwarze Schwan ganz klar ein Ereignis dar, welches nicht prognostizierbar ist und damit jene Unsicherheit dar, mit welcher wir an den Finanzmärkten leben müssen. 15

16 Wirtschaft & Gewinne der Unternehmen (I) AN DEN VERHALTENEN WACHSTUMSAUSSICHTEN DÜRFTE SICH NUR WENIG ÄNDERN Quelle: Pictet Asset M. 16

17 Wirtschaft & Gewinne der Unternehmen (II) UNTERNEHMENSGEWINNE AUCH 2014 WEITERHIN STEIGEND Trotz der nur verhaltenen Wachstumsaussichten dürften sich die Unternehmensgewinne im Jahr 2014 weiterhin positiv entwickeln. In den USA sollten die Unternehmen von der langsam fortschreitenden Erholung in Europa profitieren, was die Auslandsgewinne steigen lassen dürfte (siehe Grafik rechts). In Europa dürften sich die geringeren Finanzierungskosten sowie die Erholung in der Peripherie positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken. Fazit: Obwohl die wirtschaftliche Erholung nur langsam voranschreitet, erscheint das Risiko des Rückfalls in eine globale Rezession gering. Auch die Unternehmensgewinne zeigen sich weiterhin robust und dürften angesichts ausbleibender Kostentreiber (keine Lohninflation, geringe Rohstoffpreise) gut unterstützt bleiben. Quelle: BCA 17

18 Liquidität & Bewertung LIQUIDITÄT WEITERHIN HOCH AKTIEN NICHT MEHR GÜNSTIG, ABER AUCH NICHT EXTREM TEUER Quelle: BCA 18

19 Fazit Exkurs: Wodurch enden Börsenaufschwünge? RESÜMEE: DER NÄCHSTE GROßE ABSCHWUNG IST NOCH NICHT IN SICHT Liquidität / Geldpolitik Juni 2014 April 2011 Oktober 2007 März 2000 positiv positiv negativ negativ Wirtschaftszyklus positiv neutral negativ neutral Bewertungen neutral neutral negativ negativ 19

20 Rentenmärkte FALLENDE RENDITEN AN DEN RENTENMÄRKTEN Seit Jahresanfang gaben die Renditen der europäischen Staatsanleihen weiter nach. So fielen z.b. 10-jährige deutsche Staatsanleihen von knapp 2 % zu Jahresbeginn auf aktuell rund 1,27 %. Auch fielen im Zuge der Suche nach Rendite die Spreads von italienischen und spanischen Staatsanleihen stark. Die fallenden Renditen sind vor allem eine Reaktion auf die schwächeren Wachstumsaussichten sowie die sinkende Inflationsrate. So lange diese beiden Faktoren anhalten, dürfte das Risiko von fallenden Kursen bei vielen Anleihen begrenzt bleiben. Bei den Unternehmensanleihen kam es zu einem weiteren Zusammenlaufen der Spreads sowohl im Investmentgrade- als auch im Non-Investmentgrade-Bereich. Wir empfehlen weiterhin eine kleine Depotbeimischung von Staatsanleihen, primär aus Diversifikationsgesichtspunkten. Stehen Ertragsziele an erster Stelle, so sind Unternehmensanleihen (insbesondere aus dem High Yield- und Nachrangbereich) weiterhin zu bevorzugen. Quelle: BCA 20

21 Rohstoffe & Gold (I) ROHSTOFFE: NUR GERINGES LANGFRISTIGES PREISPOTENTIAL ERKENNBAR Rohstoffpreise bewegten sich in der Vergangenheit häufig in Form von Superzyklen, d.h. über ein, zwei Jahrzehnte anhaltende starke Preisanstiege, gefolgt von mehreren Jahrzehnten mit seitwärts bzw. leicht fallenden Märkten. Der jüngste Superzyklus zu Beginn der 00er-Jahre wurde vor allem durch drei Faktoren befeuert: Eine boomende Nachfrage aus China, einem fallenden US-Dollar sowie einem geringen Angebot in Folge der fallenden Preise von 1980 bis Derzeit stellt sich die Situation differenzierter dar: China wächst deutlich langsamer und weniger Investitionsgetrieben als noch vor wenigen Jahren, der US- Dollar gewinnt in Folge der verhältnismäßig guten Lage der US-Wirtschaft an Fahrt und im Zuge des Preisbooms wurden auch die Anbauflächen rapide ausgebaut. Dies bedeutet, dass sämtliche Preistreiber der Vergangenheit derzeit nur noch äußerst schwach am Markt vertreten sind. Daher betrachten wir die Zukunftsaussichten von Rohstoffen eher eingetrübt. Auch der Goldpreis bewegt sich aktuell in einer Trading-Range ohne große Ausbrüche nach oben oder unten. Quelle: BCA 21

22 Rohstoffe & Gold (II) GOLDPREIS VERHARRT SEIT ÜBER EINEM JAHR IN EINER ENGEN HANDELSSPANNE Quelle: Bloomberg 22

23 Risiken WELCHE GEFAHREN WIR AKTUELL AN DEN FINANZMÄRKTEN SEHEN # 1: Risiko eines Hard Landings in China Aktuell schätzen wir diese Gefahr als gering ein, da die Regierung in Peking bei schwächerem Wachstum über sehr viele Möglichkeiten und auch die finanziellen Mittel verfügt, um den Wachstum auf die Sprünge zu helfen. Nichtdestotrotz dürfte sich das Wachstum weiter abschwächen. # 2: Die Fed steigt zu schnell und früh aus ihrer Nullzinspolitik aus Dies könnte dann passieren, wenn das Wachstum in den kommenden Monaten deutlich anzieht und auch die Inflationserwartungen nach oben gehen. Zusätzlich Kopfzerbrechen bereitet allerdings die Neubesetzung des FMOC-Ausschusses. Hier sind die neuen Mitglieder sehr viel mehr Hawks (d.h. machen sich mehr Sorgen um die Inflation) als Doves (mehr Sorgen um die Arbeitslosigkeit), was zu einem früheren Ende der lockeren Geldpolitik führen könnte. # 3: Die Fed steigt zu spät aus ihrer Ultra-lockeren Geldpolitik aus Diese Gefahr droht, falls die Fed zu lange an ihrer lockeren Geldpolitik festhält und eine starke Inflation droht. Allerdings dürften eine Reihe von strukturellen Faktoren (fallende Rohstoffpreise, technologischer Fortschritt, unterdrückte CAPEX-Orders, etc.) dafür sorgen, dass die Inflationsrate tendenziell gering bleibt. # 4: Politische und wirtschaftliche Fragilität vieler Schwellenländer Diese Gefahr ist sicher äußerst real: Viele Länder wie VEN, RUS, UKR, BRA verpassten in den Boomjahren die Durchführung von strukturellen Reformen und sind nun unter Druck. Die Unzufriedenheit führt zu sozialen Unruhen, welche nur schwer zu kontrollieren sind hier droht eine ständige Gefahrenquelle! Auch die geopolitischen Risiken aus dem Aufschwung Chinas, der defensiven Position Russlands sowie der Instabilität im Nahen Osten sind nicht zu unterschätzen. 23

24 Termine 2. Halbjahr 2014 WICHTIGE TERMINE FÜR ANLEGER IM 2. HALBJAHR 2014 Im zweiten Halbjahr stehen eine Reihe wichtiger Events an wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Termine und sagen Ihnen, worauf Sie besonders achten müssen: Datum Land Event Relevanz* 10. August Türkei 18. September Oktober Schottland Eurozone 5. Oktober Brasilien 4. November USA Präsidentschaftswahlen Premier Erdogan gilt bei der Direktwahl des Präsidentschaftsamtes als Favorit allerdings sind soziale Unruhen während und bei einer Wahl Erdogans in der Türkei nicht ausgeschlossen. Unabhängigkeitsreferendum Das schottische Volk stimmt darüber ab, ob die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland erreicht werden soll. Laut Wahlumfragen zeichnet sich derzeit eher ein Verbleib im Königreich ab. Bankenstresstest Dem Stresstest von europäischen Banken kommt enorm wichtige Bedeutung zu. Sollten viele der 124 europäischen Bankkonzerne durchfallen, dürfte es zu enormen Verwerfungen an den europäischen Finanzmärkten kommen. Die EZB wird allerdings alles unternehmen, um einen Bank-run auf schwache Banken zu verhindern. Präsidentschaftswahlen Die anhaltende Unzufriedenheit des Volkes mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation bringt Präsidentin Dilma Roussef in Bedrängnis. Gelingt die Wiederwahl? Kongresswahlen Den Demokraten unter Präsident Obama droht bei den Kongresswahlen eine herbe Niederlage gegen die Republikaner und der Verlust der Mehrheit im Senat. niedrig niedrig extrem hoch mittel hoch Quelle: BCA; * Relevanz des Events für die globalen Aktienmärkte, für die jeweiligen nationalen Aktienmärkte ist die Relevanz stets äußerst hoch 24

25 Anhang STATISTIKEN, KURSE UND ALLGEMEINE INFORMATIONEN 25

26 Statistik & Kurse (I) AKTIENMARKTENTWICKLUNG SEIT JAHRESBEGINN Quelle: Bloomberg 26

27 Statistik & Kurse (II) AKTIENMARKTSEKTOREN IM ÜBERBLICK (MSCI WORLD INDEX) Quelle: Bloomberg 27

28 Statistik & Kurse (III) GLOBALE KONJUNKTUR: EINKAUFSMANAGERINDIZES Quelle: Bloomberg 28

29 Strategische Asset Allocation (Perspektive: 5 bis 7 Jahre) UNSERE STRATEGISCHEN ÜBERLEGUNGEN ZU DEN EINZELNEN ASSETKLASSEN Liquidität & Staatsanleihen bester Qualität (Investmentgrade) Liquidität und Anleihen bester Qualität werden angesichts des niedrigen Zinsumfelds über die kommenden Jahre nicht mehr jene Erträge erwirtschaften, wie sie es in den vergangenen Jahren getan haben. Die Erträge dürften ca. bei 0,5 2,5 % p.a. liegen, je nach gewähltem Marktsegment. Aus Diversifikationsgesichtspunkten empfiehlt es sich aber durchaus Staatsanleihen höchster Qualität in geringem Umfang einem Portfolio beizumischen (wirkungsvoller Depotschutz in Krisenzeiten). Unternehmensanleihen Die Beimischung von Unternehmensanleihen sowohl aus dem Investmentgrade als auch dem High Yield-Segment empfiehlt sich für beinahe sämtliche Anlegertypen. Zusätzlich reduzieren Unternehmensanleihen im Vergleich zu Staatsanleihen die Zinssensitivität eines Anleihenportfolios (insbesondere High Yield- Anleihen). Aktien Aktien offerieren aktuell hohe Dividendenrenditen und im Vergleich zu Anleihen attraktive Bewertungen. Die jüngste Finanz- und Schuldenkrise führte bei vielen Anlegern zu einer spürbaren Aktienaversion und einer Flucht in sichere Anlagen (Staatsanleihen der USA und Deutschland, Gold). Die Rückkehr dieser Anleger sowie ein Mangel an Alternativen dürften die Aktienkurse über die kommenden Jahre weiter nach oben treiben. Wir erwarten über längere Sicht Renditen von 5 7 % p.a. Alternative Anlagen (Hedge Fonds) Alternative Investmentanlagen wie z.b. Hedge Fonds offerieren Investoren den Zugang zu Anlagestrategien, welche im Vergleich zu Aktien und Anleihen ein differenziertes Chance-Risiko-Profil versprechen sowie hervorragende Diversifikationseigenschaften versprechen. Nichtsdestotrotz ist es in diesem Segment sehr schwierig, vielversprechende Fonds im Voraus zu erkennen. Trotz teilweise attraktiver Investmentchancen nehmen wir auf Grund schwieriger Bewertungen, zunehmendem regulatorischen Druck sowie der Komplexität dieser Anlagen eine vorsichtige Grundhaltung ein. Rohstoffe Im Gegensatz zu Aktien (Dividenden) und Anleihen (Zinsen) offerieren Rohstoffe kein regelmäßiges Einkommen. Dies führt dazu, dass Rohstoffpreise stark von der vorhandenen Angebots- und Nachfragedynamik beeinflusst werden, was zusätzlich in einer höheren Volatilität resultiert. Ein steigender US-Dollar, eine geringere Nachfragedynamik aus China, sowie ein nachlassendes Investoreninteresse sorgen dafür, dass der Superzyklus der 2000er-Jahre sein Ende gefunden hat. In Folge der geringen Ertragserwartungen sowie der hohen Volatilität und Korrelation mit dem Aktienmarkt bedeutet dies für uns, dass Rohstoffe aus strategischer Sicht für uns keinen Portfoliobestandteil darstellen einzig kurzfristig (taktisch) kann sich ein solcher ergeben. ergibt Währungen Studien zeigen, dass über einen längeren Zeitraum die Beimischung von Fremdwährungen nur einen geringen Ertrag liefert bei allerdings einer deutlichen Zunahme der Volatilität. Daher halten wir den Fremdwährungsanteil gering (Hedging) insbesondere im Anleihenbereich.. 29

30 Autor Patrick Schuchter, MSc CAIA Patrick Schuchter ist seit 2014 verantwortlich für die Vermögensverwaltung der Volksbank Vorarlberg. Seit September 2011 bei der Volksbank Vorarlberg war er zuvor im Portfoliomanagement tätig. Patrick besitzt einen Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Hochschule Liechtenstein sowie einen Master in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Basel. Gleichzeitig verbrachte er im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes Zeit an der renommierten London School of Economics (LSE). Zusätzlich absolvierte er die Ausbildung zum Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA). 30

31 Risikohinweise DISCLAIMER Die in dieser Broschüre enthaltenen Aussagen dienen der unverbindlichen Information basierend auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss. Die dem Marktausblick zugrunde liegenden Informationen können sich ändern, die Volksbank Schweiz ist nicht zur Aktualisierung dieser Broschüre verpflichtet. Die dargestellten Daten sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die Bedürfnisse und persönlichen Verhältnisse von Anlegern im Einzelfall (z. B. Risikobereitschaft, Kenntnisse und Erfahrungen, Anlageziele und finanziellen Verhältnisse, steuerliche Situation) und ersetzen keinesfalls eine individuelle Beratung. Zu den Risiken der einzelnen Veranlagungen verweisen wir auf die Information zu Veranlagungen Risikohinweise, die jederzeit bei der Volksbank Schweiz kostenlos angefordert werden können und unter abrufbar sind. Die Angaben stammen überdies aus Quellen, die wir als zuverlässig einstufen, für die wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Jegliche Haftung im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Broschüre, insbesondere für die Richtigkeit und Vollständigkeit der angeführten Daten und Prognosen, ist ausgeschlossen. Diese Broschüre ist kein Angebot und auch keine Einladung zur Erstellung eines Angebots zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Wir weisen darauf hin, dass die in Tabellen und/oder Grafiken (Charts) abgebildeten Vergangenheitsdaten zur Zinsentwicklung sowie zur Wertentwicklung von Wertpapieren, Indizes, Rohstoffen und Währungen keinen verlässlichen Indikator für deren weiteren Verlauf in der Zukunft darstellen. Die Verteilung dieser Broschüre kann durch gesetzliche Regelungen in bestimmten Ländern wie etwa den Vereinigten Staaten von Amerika verboten sein. Personen, in deren Besitz diese Broschüre gelangt, müssen sich über etwaige Verbote oder Beschränkungen informieren und diese einhalten. Quelle der Marktdaten (wenn nicht anders angegeben): Bloomberg. Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Volksbank AG, Hauptstrasse 111, CH-9430 St. Margrethen. 31

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