Finanzierungsrechnung Konzeption und Stand der Umsetzung

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1 Schuldner-Gläubiger-Beziehungen in der Finanzierungsrechnung Konzeption und Stand der Umsetzung 21. Wissenschaftliches Kolloquium des Statistischen Bundesamtes

2 Schuldner-Gläubiger-Beziehungen in der Finanzierungsrechnung Aufbau des Vortrags I. Die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung in Deutschland i. Konzeption und Aufbau ii. Ausgewählte Ergebnisse und analytische Verwendung II. Schuldner-Gläubiger-Beziehungen in der Finanzierungsrechnung i. Konzeption ii. Vorgehen, Schwierigkeiten und Nutzung iii. Ausgewählte Ergebnisse im Kreditbereich III. Weiteres Vorgehen und Ausblick 2

3 I. Finanzierungsrechnung in Deutschland i. Konzeption und Aufbau Was ist die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung? Zeigt auf, wer in einer Volkswirtschaft in welcher Form und in welchem Umfang finanzielle Mittel bereitgestellt oder beansprucht hat. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen Inlandsproduktrechnung Input-Output- Rechnung Finanzierungsrechnung Ströme Bestände Zentrale Eckdaten der Finanzierungsrechnung - Sekundärstatistik (ca. 20 regelmäßige interne und externe Primärquellen) - Quartalsdaten ab 1991 Q1 gemäß ESVG 1995 (verfügbar nach 3 ½ Monaten) - Erste Publikation im Jahr 1955 (Bestände: 1971) 3

4 I. Finanzierungsrechnung in Deutschland i. Konzeption und Aufbau 4

5 I. Finanzierungsrechnung in Deutschland i. Konzeption und Aufbau Gliederung der Sektoren Inländische nichtfinanzielle Sektoren Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Staat Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck Inländische finanzielle Sektoren Monetäre Finanzinstitute Sonstige Finanzinstitute Versicherungen und Pensionseinrichtungen Übrige Welt Deutsche Bundesbank Gliederung der Finanzinstrumente Währungsgold und Sonderziehungsrechte Bargeld und Einlagen Bargeld und Sichteinlagen Termingelder Spareinlagen (einschl. Sparbriefe) Schuldverschreibungen Geldmarktpapiere Langfristige festverzinsliche Wertpapiere Kredite Aktien und Sonstige Anteilsrechte Investmentzertifikate Ansprüche gegenüber Versicherungen Sonstige Forderungen bzw. Verbindlichkeiten Deutsche Bundesbank 5

6 I. Finanzierungsrechnung in Deutschland ii. Ausgewählte Ergebnisse und analytische Verwendung Position (Angaben für Ende 2011 in Mrd ) Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Monetäre Finanzinstitute (insgesamt) Private Haushalte (inkl. POOE) Sachvermögensbildung und Sparen Nettoinvestitionen (inkl. Nettozugang an nichtpr. Verm.gütern) 43,6 0,1 43,2 Sparen und Vermögensübertragungen 58,5 5,0 179,2 Finanzierungssaldo/Nettogeldvermögensbildung 14,9 4,9 136,0 Geldvermögensbildung insgesamt 156,0 80,1 146,8 darunter: Bargeld und Einlagen 13,5 22,6 66,7 Wertpapiere 81,0-42,6 2,8 Kredite 48,5 122,7 Ansprüche gegenüber Versicherungen -0,6 59,2 Außenfinanzierung insgesamt 171,6 75,2 10,8 darunter: Bargeld und Einlagen 147,3 Wertpapiere 26,9-53,3 Kredite 79,8 10,4 Ansprüche gegenüber Versicherungen 5,8 4,8 Quelle: Deutsche Bundesbank 6

7 I. Finanzierungsrechnung in Deutschland ii. Ausgewählte Ergebnisse und analytische Verwendung Ergebnisse werden bislang vor allem genutzt für Geldpolitische Fragestellungen - Sektorale Vermögensstruktur und monetäre Analyse (Geldnachfrage) - Finanzierungsstruktur, -dynamik und ihre Determinanten ( Deleveraging ) - Struktur und Umfang der Finanzintermediation ( Schattenbankensystem ) Monetäre Transmission Makroprudenzielle Fragestellungen - Tragfähigkeit sektoraler Verschuldung (Höhe, Struktur, Laufzeiten) - Analyse von Zyklen im gesamten Finanzsystem Konjunkturelle Fragestellungen - Zusammenhang zwischen Vermögen (Höhe, Struktur ) und Konsum 7

8 II. Schuldner-Gläubiger-Beziehungen i. Konzeption Was sind Schuldner-Gläubiger-Beziehungen? Bisher: Berechnung der einzelnen Sektoren relativ unabhängig voneinander Ergebnisbeispiel: Private Haushalte hielten Ende 2011 Anleihen im Wert von 250 Mrd. Jetzt: Integrierte Berechnung der Sektoren auf Instrumentenebene Ergebnisbeispiel: Private Haushalte hielten Ende 2011 Anleihen von inl. Unternehmen i.h.v. 100 Mrd und ausl. Staatsanleihen i.h.v. 150 Mrd. Erweiterung des Konzepts der Finanzierungsrechnung: Zeigt auf, wer in einer Volkswirtschaft wem bzw. von wem in welcher Form und in welchem Umfang finanzielle Mittel bereitgestellt oder beansprucht hat. 8

9 II. Schuldner-Gläubiger-Beziehungen i. Konzeption Private Haushalte Nichtfin. Kap.gesellschaften Aktiva Passiva Aktiva Passiva Einlagen Kredite Einlagen Einlagen Kredite Wertpapiere Kredite Wertpapiere Monetäre Finanzinstitute Versicherungen Aktiva Passiva Aktiva Passiva Kredite Einlagen Kredite Einlagen Wertpapiere Wertpapiere 9

10 II. Schuldner-Gläubiger-Beziehungen i. Konzeption 10

11 II. Schuldner-Gläubiger-Beziehungen ii. Vorgehen, Schwierigkeiten und Nutzung Grundsätzliches Vorgehen Nutzung mehrerer Primärstatistiken für eine Zelle (bspw. Wertpapierkäufe von nichtfin. Kapitalgesellschaften) und deren konsistente Zusammenführung Zentrale Anforderungen und Schwierigkeiten Idealerweise: Identische Methodik der Primärquellen (Sektoren/Instrumente, Periodizität, zeitliche Verfügbarkeit, Revisionspolitik ) Tatsächlich: Methodische Abweichungen (ESVG 95 vs. BPM5, Monats- vs. Jahresdaten, verfügbar nach 1 Monat/Quartal/Jahr ) Rechenaufwand steigt erheblich Vorteile und Nutzung - Qualität und Transparenz werden weiter verbessert - Neue Analysemöglichkeiten, insb. für Geldpolitik und Finanzstabilität 11

12 II. Schuldner-Gläubiger-Beziehungen iii. Ausgewählte Ergebnisse im Kreditbereich Position (Angaben für Ende 2011 in Mrd ) Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Monetäre Finanzinstitute (insgesamt) Private Haushalte (inkl. POOE) Sachvermögensbildung und Sparen Finanzierungssaldo/Nettogeldvermögensbildung 14,9 4,9 136,0 Geldvermögensbildung insgesamt 156,0 80,1 146,8 darunter: Bargeld und Einlagen 13,5 22,6 66,7 Außenfinanzierung insgesamt 171,6 75,2 10,8 darunter: Bargeld und Einlagen 147,3 Wertpapiere 26,9-53,3 Kredite 79,8 10,4 von inländischen MFI's 7,7 9,1 von inländischen nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften und sonstigen Finanzinstituten und von Versicherungen 44,8 1,4 von Staat und Ausland 27,2-0,1 Ansprüche gegenüber Versicherungen 5,8 4,8 Quelle: Deutsche Bundesbank 12

13 II. Schuldner-Gläubiger-Beziehungen iii. Ausgewählte Ergebnisse im Kreditbereich PH PH MFI MFI NFK VUPK+SFI NFK VUPK+SFI Welt Staat Welt Staat 13

14 III. Weiteres Vorgehen und Ausblick Stand der Umsetzung - Detaillierte Schuldner-Gläubiger-Beziehungen für Einlagen und Kredite - Erstmalige Publikation im Jahr 2011 Weiteres Vorgehen - Umsetzung des ESVG 2010 für Verflechtungen von Einlagen und Krediten - Kompilierung derartiger Beziehungen für Wertpapiere (ESVG 2010) Überprüfung vorhandener / neuer Primärquellen auf Eignung Konzeption einer konsistenten Rechnung (spez. Problem: Bewertungen) Sukzessive Implementierung der jeweiligen Finanzinstrumente (Schuldverschreibungen, börsennotierte Aktien, Investmentfondsanteile) Ausblick Erstmalige Publikation detaillierter Ergebnisse für den gesamten Wertpapierbereich für Ende 2014/Anfang 2015 geplant 14

15 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 21. Wissenschaftliches Kolloquium des Statistischen Bundesamtes

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