Reglement über die Bildung von technischen Rückstellungen der Personalvorsorgeeinrichtung (RückstellungsR)

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1 314.3b EVANGELISCH-REFORMIERTE GESAMTKIRCHGEMEINDE BERN Reglement über die Bildung von technischen Rückstellungen der Personalvorsorgeeinrichtung (RückstellungsR) vom 21. November 2007

2 314.3b Rückstellungsreglement Inhaltsverzeichnis A. Allgemeine Bestimmungen...4 Zweck...4 Definitionen...4 Vorsorgekapitalien...4 Technische Rückstellungen...4 Nicht-technische Rückstellungen...4 Wertschwankungsreserve...4 Versicherungstechnische Grundlagen...5 Biometrische Grundlagen...5 Technischer Zinssatz...5 Aktuelle Grundlagen...5 Zuständigkeiten...5 Abgrenzungen am Stichtag...5 B. Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen...6 Rückstellungsarten...6 Vorsorgekapitalien der aktiven Versicherten...7 Vorsorgekapitalien der Rentner...7 Zunahme der Lebenserwartung...7 Risikoschwankungsreserve...8 Pensionierungsverluste...8 pendente und latente Leistungsfälle...9 die Änderung der technischen Grundlagen...9 Tarifumstellung der aktiven Versicherten...9 Teuerungsanpassung bei den aktiven Versicherten 10 Rentenerhöhungen / 11

3 Rückstellungsreglement 314.3b Sonderereignisse Nicht-technische Rückstellungen C. Schluss- und Übergangsbestimmungen Teilliquidation Anschluss eines Versichertenkollektivs Inkrafttreten / 11

4 314.3b Rückstellungsreglement Der Grosse Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde Bern, gestützt auf Art. 18 Abs. 4 des Organisationsreglements, beschliesst auf Antrag des Kleinen Kirchenrates: A. Allgemeine Bestimmungen Zweck Definitionen Vorsorgekapitalien Technische Rückstellungen Nicht-technische Rückstellungen Wertschwankungsreserve Art. 1 Dieses Reglement legt die Regeln zur Bildung von Rückstellungen und Schwankungsreserven gemäss Art. 48e BVV2 1 fest. Die Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER 26 werden dabei berücksichtigt und der Grundsatz der Stetigkeit wird beachtet. Art. 2 1 Vorsorgekapitalien und Rückstellungen werden zur Absicherung von Verpflichtungen der Pensionskasse versicherungstechnisch berechnet und auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. a) Die Vorsorgekapitalien umfassen die Summe der individuellen Rechtsansprüche der aktiven Versicherten und Rentner. b) Die technischen Rückstellungen sichern die Leistungsversprechen der Pensionskasse, die durch die reglementarischen Beiträge nicht oder nicht genügend gedeckt sind oder die Schwankungen unterliegen können. Zusätzlich werden bereits bekannte o- der absehbare Verpflichtungen, welche die Pensionskasse nach dem Stichtag belasten, angemessen berücksichtigt. c) Die nicht-technischen Rückstellungen beziehen sich auf jene Verbindlichkeiten, welche nicht direkt mit der Erfüllung von Vorsorgeverpflichtungen zu tun haben. 2 Die Wertschwankungsreserve wird für die den Vermögensanlagen (einschliesslich Immobilien) zugrunde liegenden marktspezifischen Risiken auf der Passivseite der Bilanz gebildet, um die nachhaltige Erfüllung der Leistungsversprechen zu unterstützen. Sie wird bei der Berechnung des Deckungsgrades gemäss Art. 44 BVV2 1 Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, SR / 11

5 Rückstellungsreglement 314.3b Versicherungstechnische Grundlagen Biometrische Grundlagen Technischer Zinssatz Aktuelle Grundlagen Zuständigkeiten Abgrenzungen am Stichtag nicht dem versicherungstechnisch notwendigen Vorsorgekapital zugeordnet. Bezüglich Äufnung der Wertschwankungsreserve wird auf die Anlageordnung der Pensionskasse verwiesen. Art. 3 1 Die Basis für die versicherungsmathematischen Berechnungen bilden die biometrischen Grundlagen (Sterbe- und Invalidisierungstafeln) und der technische Zinssatz. a) Die verwendeten biometrischen Grundlagen müssen die Besonderheiten des Versichertenbestandes und allgemeine Entwicklungen berücksichtigen. Bei Bedarf werden die biometrischen Grundlagen verstärkt. b) Der technische Zinssatz wird so festgelegt, dass er langfristig gesehen mit einer angemessenen Marge unterhalb der effektiven Vermögensrendite liegt und über einen längeren Zeitraum beibehalten werden kann. Dabei werden auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt und die effektiv erzielte Rendite bzw. die Wertveränderungen mit den Annahmen verglichen. 2 Die Pensionskasse verwendet zurzeit die technische Grundlage EVK Der technische Zinssatz beträgt 3.5 %. Beide versicherungstechnischen Grundlagen werden jeweils im Anhang der Jahresberichterstattung ausgewiesen. Art. 4 1 Die Kassenkommission beschliesst auf Empfehlung des Experten für berufliche Vorsorge, welche versicherungstechnischen Grundlagen verwendet werden. 2 Der Experte für berufliche Vorsorge prüft periodisch die Eignung der verwendeten versicherungstechnischen Grundlagen anhand der effektiven Entwicklung des Versichertenbestandes einerseits und der realistischerweise zu erzielenden Rendite andererseits. Er schlägt der Kassenkommission allfällige Anpassungen vor. Art. 5 1 Soweit nachstehend nichts anderes erwähnt ist, werden die Vorsorgekapitalien und technischen Rückstellungen grundsätzlich auf der Basis des Versichertenbe- 5 / 11

6 314.3b Rückstellungsreglement standes per 31. Dezember ermittelt. 2 Austritte per 31. Dezember gehören nicht mehr zum aktiven Versichertenbestand. Neue Rentenbezüger per 1. Januar gehören noch nicht zum Rentnerbestand. Aus dem Transfer zum Rentenbezug entstehende Kosten werden in den technischen Rückstellungen ausgewiesen. 3 Veränderungen innerhalb des Rentnerbestandes, die auf den 1. Januar wirksam werden, sind in den technischen Rückstellungen zu berücksichtigen. B. Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen Rückstellungsarten Art. 6 1 Basierend auf den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER 26 werden die folgenden versicherungstechnischen Verbindlichkeiten in der Jahresberichterstattung ausgewiesen: a) Vorsorgekapital der aktiven Versicherten und der Rentner b) technische Rückstellungen ba) die Zunahme der Lebenserwartung, bb) Schwankungen im Risikoverlauf von aktiven Versicherten, bc) Risiken von Rentnerbeständen, bd) Pensionierungsverluste, be) Überbrückungsrenten, bf) pendente und latente Leistungsfälle, bg) die Senkung des technischen Zinssatzes, bh) Teuerungsanpassung bei den aktiven Versicherten, bi) 2 c) nicht-technische Rückstellungen ca) nicht-technische Verpflichtungen (z. B. Pro- 2 Aufgehoben am / 11

7 Rückstellungsreglement 314.3b Vorsorgekapitalien der aktiven Versicherten Vorsorgekapitalien der Rentner Zunahme der Lebenserwartung zessrisiken). 2 Das Vorsorgekapital und die technischen Rückstellungen werden jährlich vom Experten für berufliche Vorsorge nach der statischen Methode in geschlossener Kasse berechnet. Art. 7 Die Vorsorgekapitalien entsprechen den Freizügigkeitsleistungen der aktiven Versicherten, berechnet mit dem aktiven Versichertenbestand per 31. Dezember. Art. 8 1 Die Vorsorgekapitalien entsprechen a) für die Rentenkasse: den Barwerten der laufenden Renten und der damit verbundenen anwartschaftlichen Leistungen; b) für die Sparkasse: den Barwerten der laufenden Alters- und Hinterlassenrenten und der damit verbundenen anwartschaftlichen Leistungen sowie den Barwerten der laufenden Invalidenrenten und der Altersgutschriften zuzüglich dem vorhandenen Altersguthaben. 2 Die Berechnung erfolgt für den Rentnerbestand per 31. Dezember. Art. 9 1 Diese Rückstellung wird gebildet, um den finanziellen Auswirkungen der seit Veröffentlichung der verwendeten technischen Grundlagen angenommenen Zunahme der Lebenserwartung Rechnung zu tragen. Dadurch soll die Einführung neuer versicherungstechnischer Grundlagen möglichst erfolgsneutral vorgenommen werden können. Notwendigkeit und Höhe dieser Rückstellung werden vom Experten festgelegt. 2 Der Sollbetrag der Rückstellung entspricht 0.5 % a) des Vorsorgekapitals der Rentner, ohne Barwerte für Überbrückungsrenten, b) des Vorsorgekapitals der aktiven Versicherten der Rentenkasse, multipliziert mit der Differenz zwischen dem Berech- 7 / 11

8 314.3b Rückstellungsreglement Risikoschwankungsreserve Pensionierungsverluste nungsjahr und dem Jahr der Veröffentlichung der angewendeten Grundlagen. Art Die Risiken Tod und Invalidität unterliegen in der Regel kurzfristigen Schwankungen. Eine unvorhergesehene Häufung von Schadenfällen kann die Pensionskasse finanziell erheblich belasten. 2 Soweit die Pensionskasse über eine Stopp Loss- Rückversicherung verfügt, entspricht die Rückstellung dem Selbstbehalt abzüglich des Anteils der reglementarischen Beiträge für die Risiken Tod und Invalidität zuzüglich der Stopp Loss-Versicherungsprämie, berechnet auf dem Versichertenbestand per 1. Januar. 3 Verfügt die Pensionskasse über keine Rückversicherung, so wird die Höhe der Rückstellung nach einer versicherungsmathematischen Methode berechnet. Dabei wird in Abhängigkeit der Risikoeigenschaften des aktuellen Versichertenbestandes (per 1. Januar), eines einjährigen Zeithorizontes und unter Verwendung der technischen Grundlagen der Bedarf zur Deckung des Gesamtschadens mit einer Wahrscheinlichkeit von in der Regel 99 % berechnet. Der Sollbetrag der in der Bilanz auszuweisenden Rückstellung entspricht dem Gesamtschaden abzüglich des Anteils der reglementarischen Beiträge für die Risiken Tod und Invalidität. 4 Der Anteil der reglementarischen Beiträge für die Risiken Tod und Invalidität entspricht in der Regel der einjährigen Risikoprämie; bei ungenügender Finanzierung kann der Experte für berufliche Vorsorge diesen Beitragsanteil mit schriftlicher Begründung tiefer ansetzen. 5 Die Bildung bzw. Auflösung der Rückstellung wird jährlich vom Experten für berufliche Vorsorge bestimmt. Art Sind die reglementarischen Leistungen bei Pensionierung im Vergleich mit den technischen Grundlagen zu hoch, führt dies zu Pensionierungsverlusten. 2 In der Rentenkasse entstehen keine Pensionierungsverluste. 8 / 11

9 Rückstellungsreglement 314.3b pendente und latente Leistungsfälle die Änderung der technischen Grundlagen Tarifumstellung der aktiven Versicherten 3 In der Sparkasse entstehen Pensionierungsverluste, wenn der Umwandlungssatz im Vergleich mit den technischen Grundlagen zu hoch ist. Die Rückstellung wird ermittelt, indem der Faktor des durch das vorhandene Altersguthaben nicht gedeckten Anteils des Barwertes der Altersleistungen, ermittelt im ordentlichen Rücktrittsalter, mit der Summe der Altersguthaben der aktiven Versicherten ab Alter 50 multipliziert wird. 4 Dazu addiert werden die aus Pensionierungen per 1. Januar effektiv entstehenden Kosten. Art. 12 Hängige oder strittige Leistungsfälle können die Vorsorgeeinrichtung erheblich belasten. Zum Auffangen dieser Kosten wird eine Rückstellung auf Grund der bekannten Fälle und der Schadenerfahrung der Pensionskasse gebildet. Art Wird eine Änderung der technischen Grundlagen angestrebt, können Rückstellungen gebildet werden. Bei den aktiven Versicherten kann diese Rückstellung während mehrerer Jahre notwendig sein, nämlich solange, als die Berechnungsgrundlagen des Vorsorgereglements nicht den neuen technischen Grundlagen angepasst wurden. 2 Die Rückstellung entspricht a) bei den aktiven Versicherten: der Differenz zwischen dem versicherungstechnischen Deckungskapital mit den neuen technischen Grundlagen (neue biometrische Grundlagen oder neuer technischer Zinsfuss) und der Summe der Freizügigkeitsleistungen; b) bei den Rentnern: der Differenz zwischen dem versicherungstechnischen Deckungskapital mit den neuen technischen Grundlagen (neuer technischer Zinsfuss) und dem Vorsorgekapital der Rentner. 3 Die Rückstellung aufgrund neuer biometrischer Grundlagen, die bekannt sind, aber für die Berechnung der Freizügigkeitsleistungen noch nicht angewendet werden, wird gesondert ausgewiesen und mit 9 / 11

10 314.3b Rückstellungsreglement Teuerungsanpassung bei den aktiven Versicherten Rentenerhöhungen Sonderereignisse Nicht-technische Rückstellungen Tarifumstellung der aktiven Versicherten bezeichnet. Art. 14 Werden die Kosten von Lohnerhöhungen nicht vollständig durch Einmaleinlagen eingekauft, so wird für die effektiven Lohnerhöhungen per 1. Januar eine Rückstellung gebildet. Die Rückstellung entspricht den tatsächlichen Kosten der Lohnerhöhungen in der Rentenkasse abzüglich der per 1. Januar fällig werdenden Nachzahlungen. Art Art. 16 Mit der Sonderereignisse werden Ereignisse berücksichtigt, welche kurzfristig die Bildung besonderer Rückstellungen erfordern. Dies kann beispielsweise der Fall sein bei a) einem konkreten Entscheid, die Leistungen der aktiven Versicherten und der Rentner zu verbessern, b) einer Umstellung des Versicherungsplanes mit Garantieleistungen, c) einer Fusion oder einer Teilliquidation. Art. 17 Es handelt sich um Rückstellungen, die nicht direkt mit der Erfüllung von Vorsorgeverpflichtungen zu tun haben, beispielsweise für Prozessrisiken. Diese Rückstellungen werden bei Bedarf gebildet und im Anhang zur Jahresrechnung erläutert. Sie dürfen nicht zu Willkür- und Glättungseffekten führen. C. Schluss- und Übergangsbestimmungen Teilliquidation Art. 18 Bei Teilliquidation besteht für den abgehenden Versichertenbestand ein anteilmässiger Anspruch auf Vorsorgekapitalien und gegebenenfalls auf technische Rückstellungen. Es gelten die Bestimmungen des Teilliquidationsreglements. 3 Aufgehoben am Aufgehoben am / 11

11 Rückstellungsreglement 314.3b Anschluss eines Versichertenkollektivs Art. 19 Bei Anschluss eines Versichertenkollektivs hat sich dieses in die technischen Rückstellungen einzukaufen, insoweit es die entsprechenden Risiken in der Pensionskasse vergrössert. Inkrafttreten Art. 20 Das vorliegende Reglement tritt auf den 1. Dezember 2007 in Kraft und gilt erstmals für den kaufmännischen Jahresabschluss der Pensionskasse per 31. Dezember Bern, 21. November 2007 Im Namen des Grossen Kirchenrates Der Präsident: Der Kirchmeier: Werner Rieke Beat Wiesendanger Änderungen 27. November 2013 In Kraft ab : Art. 6 b) bi), Art. 15 Abs. 1, Art. 15 Abs / 11

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