Vorsorgestiftung für Gesundheit und Soziales. Reglement über die Bildung und Auflösung von technischen Rückstellungen

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1 Vorsorgestiftung für Gesundheit und Soziales Reglement über die Bildung und Auflösung von technischen Rückstellungen Sarnen, 1. Januar 2006

2 Inhaltsverzeichnis 1. Grundsätze und Ziele Einleitung Technische Grundlagen 1 2. Technische Rückstellungen Risikofonds (Risikoschwankungs-Rückstellung) Rückstellung für die Zunahme der Lebenserwartung Rentner Rückstellung technischer Zinssatz Weitere Rückstellungen 3 3. Freie Mittel 4

3 1 1. Grundsätze und Ziele 1.1 Einleitung Gemäss Art. 48e BVV2 hat die Vorsorgestiftung für Gesundheit und Soziales (nachfolgend Vorsorgestiftung genannt) in einem Reglement Regeln zur Bildung von Rückstellungen und Wertschwankungsreserven festzulegen. Die Wertschwankungsreserve wird im Anlagereglement festgelegt. Das vorliegende Reglement bestimmt unter Beachtung des Grundsatzes der Stetigkeit die Rahmenbedingungen für die technischen Rückstellungen und die Verwendung von freien Mitteln. Der Experte für berufliche Vorsorge äussert sich periodisch im Rahmen des Deckungskapitalberichts, mindestens aber alle drei Jahre in seiner versicherungstechnischen Bilanz zu den Rückstellungen. Aufgrund dieser Berichte überprüft der Stiftungsrat periodisch das vorliegende Reglement und passt es allfälligen neuen Gegebenheiten an. 1.2 Technische Grundlagen Alle notwendigen technischen Berechnungen sind mit den gleichen technischen Grundlagen vorzunehmen. Bei deren Auswahl ist darauf zu achten, dass sie das Verhalten des Versichertenbestandes beschreiben. Die Wahl der Grundlagen beeinflusst die Höhe der Verpflichtungen und der notwendigen Rückstellungen und somit den Bestand an freien Mitteln. Bei der Vorsorgestiftung werden die technischen Grundlagen BVG 2000 mit einem technischen Zinsfuss von 3.5 % verwendet. Die Barwerte der anwartschaftlichen Ehegattenrenten werden nach der sogenannten kollektiven Methode bestimmt, d.h. es wird von statistischen Verheiratungshäufigkeiten ausgegangen.

4 2 2. Technische Rückstellungen 2.1 Risikofonds (Risikoschwankungs-Rückstellung) Sachverhalt Die Todesfall- und Invaliditätsrisiken unterliegen starken Schwankungen. Kurzfristig kann eine nicht prognostizierbare Häufung von Todes- und/oder Invaliditätsfällen zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Die jährlich eingenommenen Risikoprämien decken zwar langfristig die im Durchschnitt zu erwartenden Schäden; die kurzfristig auftretenden Schwankungen im Risikoverlauf können jedoch nur unvollständig aufgefangen werden. Aus diesem Grund werden diese Risiken rückgedeckt. Die Rückdeckung erfolgt mittels einer Stop Loss-Rückversicherung. Dabei trägt die Vorsorgestiftung das Risiko von Todes- und Invaliditätsfällen sowie von pendenten Invaliditätsfällen selbst bis zu dem vertraglich festgelegten Selbstbehalt. Gemäss Art. 23 BVG und Rechtsprechung ist diejenige Vorsorgeeinrichtung für die Ausrichtung einer Invalidenrente verantwortlich, bei welcher der Versicherte bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit versichert war. Wenn im Extremfall alle aktiven Versicherten aus der Vorsorgestiftung austreten würden, müsste sie dennoch während mindestens zwei Jahren neue Invalidenrenten übernehmen. Bildung und Auflösung Der Risikofonds entspricht dem Risikofonds des Vorjahres zuzüglich Zinsen (technischer Zinssatz) und eingenommenen Risikobeiträgen, abzüglich der Prämie für die Stop Loss-Rückversicherung und den Risikokosten durch die eingetretenen Todesoder Invaliditätsfälle. Der Experte für berufliche Vorsorge berechnet die Risikokosten jährlich. Er prüft im Rahmen der Deckungskapitalberechnung die Höhe des Risikofonds und die Risikostruktur des Versichertenbestands und empfiehlt dem Stiftungsrat bei Bedarf eine Anpassung des Risikobeitrags. Rückstellung für die Zunahme der Lebenserwartung Rentner Sachverhalt Bei den Rentenbezügern bestimmt sich das erforderliche Deckungskapital aus den laufenden Renten als vorgegebene Grösse und den jeweiligen technischen Grundlagen. Die von der Vorsorgestiftung für die Berechnungen verwendeten technischen Grundlagen werden als sogenannte Periodentafel periodisch den neuen statistischen Gegebenheiten angepasst. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die weitere Zunahme der Lebenserwartung eine Verstärkung des Deckungskapitals der Rentenbezüger erfordert.

5 3 Bildung und Auflösung In der Regel wird bei denselben technischen Grundlagen die Rückstellung des Vorjahres um 0.5 % des Deckungskapitals der Rentner erhöht. Die Höhe der Rückstellung wird durch den Experten für berufliche Vorsorge bei der jährlichen Deckungskapitalberechnung überprüft und an die aktuellen Verhältnisse angepasst. 2.2 Rückstellung Umwandlungssatz Sachverhalt Bei den aktiven Versicherten wird beim Altersrücktritt das vorhandene Altersguthaben mit Hilfe des Umwandlungssatzes in eine Rente umgerechnet. Der Umwandlungssatz von 6.8 % im Alter 65 entspricht dem versicherungstechnisch korrektem Umwandlungssatz basierend auf den technischen Grundlagen BVG 2000 und einem technischen Zinssatz von 4%. Bei einem technischen Zinssatz von 3.5 % müsste der Umwandlungssatz von 6.8 % auf 6.45 % gesenkt. In Anlehnung an das BVG wird von einer Senkung vorläufig abgesehen. Soll die aus einer künftigen Senkung des Umwandlungssatzes resultierende Leistungsreduktion ausgeglichen werden, ist dafür eine Rückstellung von rund 5 % der vorhandenen Altersguthaben notwendig. Der Sollwert der Rückstellung beträgt bei einer Reduktion des technischen Zinssatzes um 0.5 % rund 5 % der vorhandenen Altersguthaben. Bildung und Auflösung In der Regel wird die Rückstellung des Vorjahres um 0.5 % der vorhandenen Altersguthaben erhöht. Die Höhe der Rückstellung wird durch den Experten für berufliche Vorsorge jährlich überprüft. 2.3 Weitere Rückstellungen Allfällige weitere Rückstellungen (z.b. für Teilliquidationen) sind nach fachmännischen Grundsätzen zu bilden. Die Überprüfung der Höhe bzw. der Bildung und Auflösung der Rückstellungen erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Experten für berufliche Vorsorge.

6 4 3. Freie Mittel Freie Mittel können ausgewiesen werden, wenn alle Rückstellungen gemäss Ziffer 2 und die Wertschwankungsreserve mit ihren Sollbeträgen vorhanden sind. Der Stiftungsrat entscheidet im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Vorsorgestiftung über den Einsatz der freien Mittel. Die Renten werden nach den finanziellen Möglichkeiten der Vorsorgestiftung der Preisentwicklung angepasst, wobei der Stiftungsrat jährlich entscheidet, ob und in welchem Umfang dies möglich ist (Art. 24 Reglement). Unabhängig vom Verwendungszweck ist der Grundsatz der Gleichbehandlung der Destinatäre zu gewährleisten. Es sind sowohl die aktiven Versicherten als auch die Rentenbezüger angemessen und nach objektiven Kriterien zu berücksichtigen. Die freien Mittel können insbesondere wie folgt eingesetzt werden: Leistungsverbesserungen für aktive Versicherte durch individuelle Gutschrift auf das Altersguthaben. Leistungsverbesserungen für Rentenbezüger durch Anpassung der laufenden Renten oder einmalige Rentenzulagen. Bildung von weiteren Rückstellungen. Sarnen, Unterschrift Stiftungsrat

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