Bedrohungssituationen im Behörden- und Verwaltungsalltag

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1 Bedrohungssituationen im Behörden- und Verwaltungsalltag Informationsveranstaltung VZGV, Effretikon,

2 Bedrohungssituationen im Behörden- und Verwaltungsalltag Ereignisse Gründe für eine Eskalation Frühzeitiges Erkennen gefährlicher Situationen Verhalten bei einer Eskalation Vorgehen nach einer Eskalation Belästigungen Stalking

3 Gründe für eine Eskalation Persönlicher Lebensplan fällt in sich zusammen (Scheidung, Kündigung, Konkurs, Verlustsituation). Plötzlich aufkommende Perspektivenlosigkeit. Bisher war Drohen erfolgreich, warum nicht weiter dieses Vorgehen wählen? Verwaltungsstellen oder Behörden gingen unverantwortlich mit der eigenen Macht um.

4 Frühzeitiges Erkennen/Verhindern gefährlicher Situationen Ungute Gefühle nicht unterdrücken. Innere Warnblinker nicht ausblenden. Ausgestossene Drohungen oder Warnungen ernst nehmen. Gespräche im Zweifelsfall nicht alleine führen, evtl. mit Polizeischutz. Nur eine Ansprechperson innerhalb der Verwaltung bestimmen, sonst besteht die Gefahr unterschiedlicher Auskünfte und Haltungen. Verwaltungsstellen werden gegeneinander ausgespielt. Günstigen Besprechungsort auswählen.

5 Verhalten bei einer Eskalation Ruhig bleiben, Hektik oder Panikzeichen vermeiden. Unterstützung beiziehen. Nicht lähmen lassen von aufkommenden Angstgefühlen. Aktiv bleiben. Drohungen nicht einfach hinnehmen. Keine Opferrolle übernehmen. Klar kommunizieren, dass Drohungen nicht akzeptiert werden. Kontakt mit dem Gegenüber halten. Blickkontakt nicht abbrechen und sachliche Kommunikation möglichst aufrecht erhalten. Diskutieren statt polarisieren. Keine geringschätzigen Äusserungen über das Gegenüber oder dessen Verhalten. Keine Einschüchterungsversuche, dennoch klar zum Ausdruck bringen, dass das Verhalten des Gegenübers nicht akzeptiert wird. Körperkontakt vermeiden. Distanz von ca. einer Armlänge sollte nicht unterschritten werden. Droher auffordern, klar zu machen, warum seine Drohungen nicht ernst gemeint waren und niemand Angst haben müsse (setzt ihn unter Zugzwang).

6 Vorgehen nach einer Eskalation Attacke nicht stehen lassen. Die mildeste Form der Nachbearbeitung ist ein Gespräch mit der entgleisten Person unter Einbezug weiterer Personen. Generelle oder versteckte Drohungen müssen verifiziert werden (z. B. Sie werden mich schon noch kennen lernen). Konkrete Drohungen (XY steht auf meiner Abschussliste) immer ernst nehmen. Wenn physische Angriffe erfolgten und/oder wenn die ausgestossenen Drohungen ernst genommen werden: unbedingt Anzeige erstatten! Schnelle Kontaktaufnahme mit dem Kader der Kantonspolizei Zürich. Bei Drohungen sind immer Personen Geschädigte. Beim Tatbestand Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte können sowohl Einzelpersonen wie auch gesamte Behörden geschädigt sein. Sofort Aktennotiz erstellen, s und Schreiben der Polizei übergeben.

7 Belästigungen Telefonische Belästigungen zu jeder Tages- und Nachtzeit, evtl. mit offenen oder versteckten Drohungen. Amtsstellen oder Behörden mit einer Flut von Eingaben lahm legen. Nach jedem Kontakt eine Beschwerde einreichen und an möglichst hohe Stelle adressieren. Vor dem Haus stehen und hereinschauen, ohne strafbare Handlungen zu begehen. -Attacken

8 Stalking Was ist das? Stalking ist eine Form von "Psychoterror", bei dem eine Person (Stalking-Opfer) durch eine andere Person (Stalker oder Stalkerin) belästigt, verfolgt, überwacht, geängstigt, drangsaliert oder schikaniert wird. Erst die Wiederholung und / oder Kombination solcher Grenzüberschreitungen während eines längeren Zeitraums machen Stalking aus. Stalking als Gesamtverhalten führt dazu, dass das Opfer in Angst versetzt wird und / oder sich gezwungen sieht, seine Lebensgestaltung zu ändern, um sich den störenden Einwirkungen zu entziehen. Das Spektrum der einzelnen möglichen Stalking-Handlungen ist vielgestaltig. Es kann sich um (im Einzelfall) sozial gerade noch akzeptable Verhaltensweisen handeln, die erst durch ihre stete Wiederholung vom Opfer als unerträglich und beängstigend empfunden werden. Es kann sich aber auch um eine Häufung von oder Kombination mit strafrechtlich relevanten Vorgängen handeln. Beispielsweise Sachbeschädigung, Nötigung, Drohung, telefonische oder Internetbelästigungen oder Formen von körperlicher Gewalt. Durch Stalking soll Macht und Kontrolle, Nähe oder Rache am Opfer ausgeübt werden.

9 Stalking Wie reagieren? Was tun, wenn Sie "gestalkt" werden? Kontakt vermeiden Umfeld informieren Alle Vorkommnisse dokumentieren Technischer Schutz Polizei beiziehen

10 Strafgesetzbuch (StGB) Fünfzehnter Titel: Strafbare Handlungen gegen die öffentliche Gewalt Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Art. 285 Ziff. 1 Wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer Handlung, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer Amtshandlung nötigt oder während einer Amtshandlung tätlich angreift, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

11 Strafgesetzbuch (StGB) Vierter Titel: Verbrechen und Vergehen gegen die Freiheit Drohung, Art. 180 Ziff. 1 Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

12 Strafgesetzbuch (StGB) Vierter Titel: Verbrechen und Vergehen gegen die Freiheit Nötigung, Art. 181 Ziff. 1 Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

13 Strafgesetzbuch (StGB) Fünfzehnter Titel: Strafbare Handlungen gegen die öffentliche Gewalt Hinderung einer Amtshandlung, Art. 286 Wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten an einer Handlung hindert, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, wird mit Geldstrafe bis zu 30 Tagessätzen bestraft.

14 Drohungen oder Belästigungen von Behördenmitgliedern und Verwaltungsangestellten dürfen nicht tatenlos hingenommen werden. Wer Drohungen stehen lässt, ist mitverantwortlich für weitere und evtl. schwerere Bedrohungssituationen. Mit staatlicher Macht ist immer sorgsam und mit Augenmass umzugehen. Kreativität und Alternativen führen häufig aus Sackgassen. Informationsveranstaltung VZGV

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