Herausforderungen der KAGB-Einführung in mittelständischen Unternehmen. - Ein Erlebnisbericht -

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1 Herausforderungen der KAGB-Einführung in mittelständischen Unternehmen - Ein Erlebnisbericht -

2 I. Die KVG-Werdung

3 I. Die KVG-Werdung 1. Zeugung Die Geschäftsleitung trifft die Entscheidung, dass man sich den Herausforderungen des KAGB stellen und eine KVG gründen möchte. 2. Schwangerschaft In Unwissenheit dessen, was da eigentlich auf einen zukommt, bereiten sich die designierten Geschäftsleiter und ihr Team auf den Tag der Geburt vor.

4 I. Die KVG-Werdung (II) 3. Geburt Erlaubnis-/Registrierungsverfahren bei der BaFin; nach mehr oder weniger starken Wehen ist sie dann endlich da: Die neue KVG 4. War s das? Nein, denn jetzt fängt der Spaß erst richtig an!

5 II. KVG werden ist nicht schwer, KVG sein dagegen sehr

6 II. KVG werden ist nicht schwer, KVG sein dagegen sehr 1. Die Unsicherheit der frischgebackenen Geschäftsleiter a. Wie strukturiere ich ein mittelständisches Unternehmen zum Kapitalmarktteilnehmer um? b. Wie organisiere ich das Unternehmen neu? c. Wie nehme ich die Mitarbeiter auf diese Reise mit? d. Was muss neu organisiert werden, was kann bleiben wie es ist? e. Was erwartet die BaFin konkret von mir und meinem Unternehmen? f. Welche Partner brauche ich in der neuen KAGB-Welt? g. Bis wann muss das alles funktionieren, eingespielt sein? usw.

7 II. KVG werden ist nicht schwer, KVG sein dagegen sehr (II) 2. Die ersten Schritte Geschäftsleitung und Mitarbeiter beginnen die graue Theorie des zur Geburt erstellten Organisationshandbuches mit Leben zu füllen und stellen dabei fest, dass es viel leichter ist, einen Prozess abstrakt zu beschreiben, als ihn tatsächlich zu leben. 3. Die ersten Worte Die Mitarbeiter stehen vor der Herausforderung, sich im Tagesgeschäft nunmehr auf Basis des KAGB zu artikulieren, d.h. ihre Arbeit gesetzeskonform abzuwickeln. Dies geht oft nur Wort für Wort und Satz für Satz und ist mit großen Unsicherheiten verbunden.

8 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps -

9 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - 1. Portfoliomanagement Die sich im Bereich des Portfoliomanagements stellenden Herausforderungen unterscheiden sich grundlegend, je nach Entstehungsgeschichte der KVG

10 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (II) a. Die aus einem Asset-Unternehmen entstandene KVG Asset-bezogene Prozesse sind im Regelfall vorhanden Umbau vorhandener Prozesse auf Wortlaut und Struktur des KAGB Ergänzungen des vorhandenen Prozessbestandes und noch nicht vorhandener Prozesse Restrukturierung setzt den Willen sich von alten Prozessen zu lösen und sich auf die vom KAGB vorgeschriebenen Strukturen einzulassen voraus Dies kann nicht jeder Mitarbeiter!

11 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (III) b. Die aus einem Vertriebs-Unternehmen entstandene KVG Asset-bezogene Prozesse sind nicht vorhanden; das war immer Aufgabe der Produktpartner Aufbau eines eigenen Dokumentations- und Prozesssystems Eigene Produktverantwortung, die nicht mehr auf einen Produktpartner delegiert werden kann Aufbau einer eigenen Asset-Kompetenz (Nicht nur Häuptlinge, auch Indianer!) Finden geeigneter Auslagerungspartner Aufbau einer funktionierenden Auslagerungssystematik (Synchronisierung zweier Arbeitswelten)

12 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (IV) 2. Risikomanagement - die große Unbekannte - im klassischen Mittelstand sind kaum Risikomanagementsysteme vorhanden Was gilt es zu beachten: Risikomanagement ist eine eigene Sprache Man muss sich auf eine lange Reise einstellen form-over-substance Risikomanagement kann nicht nach dem EDA-Prinzip implementiert werden Risikomanagement ist dem System nach simpel, aber aufwendig in der Umsetzung man muss Prozessabläufe definieren, die das Risikomanagement mit einbeziehen

13 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (V) 3. Liquiditätsmanagement Liquiditätsmanagement ist in der Regel in mittelständischen Unternehmen vorhanden, muss aber noch besser mit den Kernbereichen Portfoliomanagement, Risikomanagement und Finance verdrahtet werden.

14 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (VI) 4. Compliance-Management/Prüfungswesen - das unentdeckte Land - Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen hatten damit bisher kaum Berührungspunkte Schaffung einheitlicher Prozessstrukturen unter Einbeziehung von Compliance-Gesichtspunkten Schulung der Mitarbeiter in regelmäßigen Veranstaltungen (Sensibilisierung) Pflicht zur einheitlichen Dokumentation aller relevanten Geschäftsvorfälle (XRM-Systeme)

15 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (VII) 4. Compliance-Management/Prüfungswesen Umsetzung all dessen, was eigentlich schon lange gesetzlich Pflicht ist

16 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (VIII) 4. Compliance-Management/Prüfungswesen Etablierung einer externen internen Revision Im klassischen Mittelstand sind alle Mitarbeiter zu nah am Geschehen Eigene Fehler fallen nicht auf Die Chance auf kontinuierliche Verbesserung wird verschenkt

17 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (IX) 5. Auslagerungsmanagement Die Partner von gestern sind nicht unbedingt geeignete Partner für morgen nach dem KABG obliegt der KVG umfassende Verantwortung für nahezu alle Bereiche, die mit dem verwaltetenaif zu tun hat das heißt nicht, dass die KVG alles selbst tun muss, sie muss aber alles beherrschen und kontrollieren Umfassender Zugriff auf Daten und Dokumentation der Geschäftspartner muss gewährleistet sein, einschließlich Einbindung in die eigene Dokumentation

18 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (X) 5. Auslagerungsmanagement Partner muss bestimmte Qualitätsstandards (Compliance, Interessenkonfliktmanagement, Mitarbeitergeschäfte, etc.) aufweisen und entsprechende Sicherungsverfahren etabliert haben Zertifizierungen; Kapitalmarktzulassungen ersparen langwierige Prüfungen

19 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (XI) 6. Verwahrstelle Treuhänder vs. Bank Der Treuhänder ist ausgebildeter Berater in rechtlichen und wirtschaftlichen Themen. Mit dieser Expertise kann er einem sich noch entwickelnden Unternehmen bei der Strukturfindung helfen

20 III. Leben mit dem neuen Kapitalmarktbürger - Erziehungstipps - (XII) 7. Berater Die one-for-all-zeiten sind vorbei das hat seinen Grund nicht in einer mangelnden Kompetenz der bisherigen Berater, sondern ist den Compliance-Vorschriften geschuldet Regelungen des KAGB bzw. Jahresabschlusserstellung Jahresabschlussprüfung Ankaufsbewertung von Gesellschaften Interne Revision Compliance-Beauftragter Geldwäsche-Beauftragter Datenschutzbeauftragter Neue Berater sind, kollegiales Zusammenwirken vorausgesetzt, kein Schaden sondern sichern den Weg in einer sehr komplexen Materie

21 IV. Kleine KVG kleine Sorgen, große KVG große Sorgen? - Ausblick -

22 IV. Kleine KVG kleine Sorgen, große KVG große Sorgen? - Ausblick - Der KVG-Arbeitsalltag wird noch über einige Jahre von Projekten zur Umsetzung des KAGB geprägt sein. Dem müssen sich Geschäftsleiter und Mitarbeiter stellen. KVG ist ein Lernprozess, der allerdings mit jedem Projekt leichter wird. Der Weg ist das Ziel!

23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Referent: Rechtsanwalt Markus Stock Treuhand GmbH Franken Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rathsberger Str Erlangen Tel.: / Fax.: /

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