BAG Pflege im Krankenhaus: Auf den Zuschnitt kommt es an Auf den Zuschnitt kommt es an...

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "BAG Pflege im Krankenhaus: Auf den Zuschnitt kommt es an Auf den Zuschnitt kommt es an..."

Transkript

1 Auf den Zuschnitt kommt es an... Skill Mix auf Krankenstationen Eine Bewertung aus der Sicht der Praxis 1

2 Herausgeber: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e. V. (DBfK) Salzufer Berlin Bildnachweis: S. 20, 25, 34 und 36: Microsoft Layout und redaktionelle Bearbeitung: Johanna Knüppel, DBfK Bundesverband 2

3 Auf den Zuschnitt kommt es an Skill Mix auf Krankenstationen Eine Bewertung aus der Sicht der Praxis Verfasst von den Mitgliedern der DBfK Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Pflege im Krankenhaus: Silvia Dieckmann, Andreas Häußler, Paul Kindlein, Johanna Knüppel, Beate Klessen, Dorothee Kutsch, Robert Lippert, Gesine Schnurr und Monika Zirkelbach. Berlin, Dezember 2011 Hinweis: Die Verfasser erlauben sich, bei weiblichen und männlichen Personen in der Regel die männliche oder neutrale Anrede zu nutzen. Die nicht genannte weibliche Anredeform ist selbstverständlich jeweils mit eingeschlossen. 3

4 Inhalt 1. Einleitung Das Jahr 2011 im Zeichen der Pflege? Profession und Professionalität Pflegen kann jeder! Kann jeder Pflege? Krankenpflege ein Beruf Helfer im Pflegeteam unverzichtbare Ressource Mit Sicherheit delegieren Begriffsbestimmung Worauf kommt es bei einer Delegation an? Wer trägt die Verantwortung? Qualifikationsmix erfordert Augenmaß Achtung Risiko Kontinuität der Versorgung auf der Station Patientensicherheit Der Maßstab: Patientenorientierung Personalbemessung Kommunikation und Dokumentation Wertschätzung und Motivation Organisation Stellenbeschreibung Ausfallkonzept und Vertretungsregelung Weisungsbefugnisse Qualifikation und fachliche Grundlagen Das Bildungskonzept des Deutschen Bildungsrats für Pflegeberufe (DBR) Die Frage nach den Nebenwirkungen Woher die Stelle der Hilfskraft nehmen? Wer trägt tatsächlich die Verantwortung im Alltag? Zusammenfassung und Ausblick Anhang CIRSmedical: Fall des Monats Oktober 2011 Nitrospray für die Mundpflege??? Übersicht über relevante Ausbildungsgänge auf Assistent(inn)enniveau mit staatlich anerkanntem Abschluss

5 1. Einleitung Wirtschaftsfaktor Krankenhaus: Wertschöpfung im Klinikum gleich Wertschöpfung in der Stadt, Effizient und hochmodern Neustrukturierung von Krankenhäusern. So oder ähnlich lauten die Überschriften in einschlägigen Fachzeitschriften für das Krankenhaus-Management dieser Tage. Das Diktat der Ökonomie ist allgegenwärtig. Effizienzsteigerung, Prozessoptimierung, Kostendämpfung und Wettbewerbsorientierung bestimmen handlungsleitend die strategische Richtung. Dass das Zentrum, Auslöser, Auftrag und Daseinsberechtigung aller Aktivitäten eigentlich der kranke Mensch mit seinen individuellen Anforderungen und Bedürfnissen war, gerät hierbei allzu leicht in den Hintergrund. Im Sozialgesetzbuch SGB V, 39 Krankenhausbehandlung, heißt es: Die Krankenhausbehandlung umfasst im Rahmen des Versorgungsauftrags des Krankenhauses alle Leistungen, die im Einzelfall nach Art und Schwere der Krankheit für die medizinische Versorgung der Versicherten im Krankenhaus notwendig ist, insbesondere ärztliche Behandlung, Krankenpflege, Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, Unterkunft und Verpflegung; die akutstationäre Behandlung umfasst auch die im Einzelfall erforderlichen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt einsetzenden Leistungen zur Frührehabilitation. 12: Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Ein Mensch, der sich aus den verschiedensten Gründen zur Behandlung in ein Krankenhaus begibt - sei es, weil er zu einer geplanten medizinischen Behandlung/Diagnostik kommt, oder weil er aufgrund eines Notfalles in eine Klinik gebracht wird erwartet im Ergebnis eine Verbesserung seines Zustands. Diesem Anspruch und den gesetzlichen Anforderungen an Versorgungsqualität gemäß hat das Krankenhaus dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen. (SGB V, 2) Jeder Leistungserbringer im Gesundheitswesen ist zudem gut beraten, sich an die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen zu halten. Sie wurde 2005 von der Bundesregierung veröffentlicht, primär für die Bereiche stationäre Altenhilfe und ambulante Versorgung, aber durchaus auch übertragbar auf das Krankenhaus. Die Charta orientiert sich an den im Grundgesetz verbrieften Grundrechten und soll die Rolle und die Rechtsstellung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen stärken. Sie soll Leitlinie für die Menschen und Institutionen sein, die Verantwortung in Pflege, Betreuung und Behandlung übernehmen. Sie appelliert an Pflegende, Ärztinnen, Ärzte und alle Personen, die sich von Berufs wegen oder als sozial Engagierte für das Wohl pflege- und hilfebedürftiger Menschen einsetzen. Dazu gehören auch Betreiber von stationären und teilstationären Einrichtungen sowie Verantwortliche in Kommunen, Krankenund Pflegekassen, Wohlfahrtsverbänden und anderen Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen. Ebenso sind die politischen Instanzen auf allen Ebenen sowie die Leistungsträger aufgerufen, die notwendigen Rahmenbedingungen zur Gewährleistung der hier beschriebenen Rechte, insbesondere auch die finanziellen Voraussetzungen, weiter zu entwickeln und sicher zu stellen. 1 Dies sind einige der für die Krankenhausbehandlung relevanten Artikel der Charta: Artikel 2: Körperliche und Seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, vor Gefahren für Leib und Seele geschützt zu werden. Artikel 4: Pflege, Betreuung und Behandlung Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf eine an seinem persönlichen Bedarf ausgerichtete, gesundheitsfördernde und qualifizierte Pflege, Betreuung und Behandlung. Artikel 5: Information, Beratung und Aufklärung 1 Präambel zur Charta, 5

6 Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf umfassende Informationen über Möglichkeiten und Angebote der Beratung, der Hilfe, der Pflege sowie der Behandlung. Artikel 8: Palliative Begleitung, Sterben und Tod Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben. All dies unter wirtschaftlich und politisch eng gesteckten Begrenzungen erfolgreich und zur Zufriedenheit von Patienten, Einweisern, Krankenhausträger und Mitarbeitern umzusetzen ist eine enorme Herausforderung für das Klinikmanagement. Unterschiedliche Wege werden beschritten, Lösungsansätze erprobt, nach international bewährten Konzepten gesucht. Ob dann am Ende die Rechnung aufgeht zeigt sich häufig erst Jahre später. Die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Pflege im Krankenhaus haben eine in den letzten Jahren zunehmend umgesetzte Strategie der Krankenhäuser thematisch aufgegriffen. Wir möchten in dieser Broschüre vor dem Hintergrund eigener Erfahrung aus der Praxis das Thema Verlagerung von Tätigkeiten der Pflege an Assistenzpersonal und damit verbundene Chancen und Risiken diskutieren. Im Gegensatz zu eher theoretischen Ansätzen in umfangreichen Hand- und Fachbüchern für das Management kommen hierbei die bisherigen Erfahrungen mit dem Qualifikationsmix und daraus abgeleitete Empfehlungen der Praxis für den Einsatz von Assistenzpersonal zu Wort. 2. Das Jahr 2011 im Zeichen der Pflege? Attraktivität der Pflegeberufe wird 2011 im Fokus stehen so lautet die Überschrift der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit vom Für 2011 hat die Bundesregierung das Jahr der Pflege ausgerufen. Dieser Schritt ist allerdings nicht ganz freiwillig geschehen. Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits 2007 versichert hatte, sie wolle die Pflege unterstützen, ist lange Zeit nichts passiert, um die dramatische Abwärtsentwicklung in den Pflegeberufen zu stoppen. Warmen Worten wie Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten, verdienen mehr Anerkennung (ehemaliger Bundesgesundheitsminister Rösler im März ) folgten keine Taten. Es brauchte massiven Druck wie z.b. die Aktion Gelbe Karte an die Kanzlerin des DBfK im November 2010 und einen dramatisch ansteigenden Pflegefachkräftemangel, um die Aufmerksamkeit des zuständigen Bundesministers zu erlangen. Die Belastung der Pflegefachpersonen im Krankenhaus steigt. Einige Zahlen können dies verdeutlichen: Im Jahr 2010 wurden erstmals über 18 Millionen Patientinnen und Patienten vollstationär im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Behandelten stieg gegenüber dem Vorjahr um etwa (+1,2%). 4 Die Zahl der Belegungstage lag 1991 noch 43% über dem Wert von Dieser Rückgang konnte nur durch eine deutliche Reduzierung der durchschnittlichen Verweildauer erreicht werden: Sie sank von 14 auf 8,0 Tage. 5 Und der Trend setzt sich fort, mittlerweile ist die durchschnittliche Krankenhausverweildauer unter 8 Tage abgesunken. Übrig geblieben ist somit die akute und erfahrungsgemäß besonders personalaufwändige Versorgungsphase. 2 BMG Pressemitteilung vom : Attraktivität der Pflegeberufe wird 2011 im Fokus stehen am am Pressemitteilung Nr. 304 Statistisches Bundesamt vom

7 Der Demografische Wandel wird zu einem Personalmangel bei Pflegekräften führen: Im Jahr 2025 werden rund Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen, um die dann zu erwartende Zahl an Krankenhauspatientinnen und patienten und Pflegebedürftigen versorgen zu können. Bislang konnte der Bedarf an Pflegepersonal aber noch über ungelernte bzw. angelernte Pflegekräfte kompensiert werden. Selbst der bislang hohe Zugewinn an fachfremdem Pflegepersonal wird spätestens im Jahr 2018 nicht mehr ausreichen, um den steigenden Bedarf zu decken. 6 Diese Aussagen stammen nicht von den Interessenvertretungen des Pflegefachpersonals, sondern vom Statistischen Bundesamt und dem Bundesinstitut für Berufsbildung. In einer Studie bestätigt das Wifor-Institut diese Prognosen: Dramatisch ist die Entwicklung im Pflegebereich. Fehlen hier bereits im Jahr 2020 über Krankenschwestern, -pfleger und Hilfspflegekräfte, werden es 2030 annähernd zu wenig sein. 7 Statistiker und Versorgungsforscher nennen gelegentlich unterschiedliche Zahlen, wenn es um die Prognose der Zahl der Pflegebedürftigen und des Pflegefachkräftemangels geht. Der allgemeine Trend, sowohl für die Altenwie für die Krankenpflege, ist aber unübersehbar: Die Schere zwischen Bedarf und Angebot öffnet sich dramatisch übrigens nicht nur in Deutschland, sondern weltweit in allen Industrienationen. Die Pflege kranker und älterer Menschen ist sehr personalintensiv und muss überwiegend von qualifizierten Personen geleistet werden. bereits heute (wird) fachfremdes Personal in der Pflege eingesetzt, um den Bedarf decken zu können. ein Personalmangel in Zukunft voraussichtlich auch nicht durch zusätzliche Beschäftigung ungelernter bzw. angelernter Pflegekräfte verhindert werden kann. 8 Was sagen die unmittelbar Betroffenen? Das Deutsche Institut für Pflegeforschung (dip) hat in seinem Pflegethermometer 2007 Pflegefachpersonen aus den Krankenhäusern befragt 9. Weniger Pflegekräfte, höherer Arbeitsaufwand und Mehrarbeit so sieht danach für 92% der Pflegefachpersonen ihr Alltag aus. Während seit 1995 in den Krankenhäusern rund Stellen im Pflegedienst abgebaut wurden, erfolgte im gleichen Zeitraum ein Aufbau des ärztlichen Personals um 26%. Dies geschah nicht nur im Zusammenhang mit der Einführung der Krankenhausfinanzierung über Diagnosis Related Groups (DRG), die den Kostendruck enorm steigerten. Nach Untersuchungen von Prof. Michael Simon hat es in den Kliniken eine Umverteilung zu Lasten der Pflege gegeben. Mehr als die Hälfte des Stellenabbaus wäre auf Grund der allgemeinen Budgetentwicklung nicht erforderlich gewesen, sondern erfolgte offenbar, um im Rahmen einer internen Umverteilung Mittel für andere Zwecke freizusetzen. Gewinner der internen Umverteilung war der ärztliche Dienst. 10 Wegen der angespannten Finanzlage der Länder wurden darüber hinaus Personalkosteneinsparungen bei der Pflege zur Finanzierung von Investitionen verwendet. Von Hilfskräften erwarten die Pflegefachpersonen wenig Entlastung. Die Hälfte der Befragten des Pflegethermometers sieht in den kommenden Jahren einen deutlichen Ausbau dieser Stel- 5 ankenhaeuser/tabellen/content100/krankenhaeuserjahre,templateid=renderprint.psml am Afentakis, A Tobias Maier, T. : Projektionen des Personalbedarfs und -angebots in Pflegeberufen bis 2025 Statistisches Bundesamt Wirtschaft und Statistik 11/2010 S. 990 ff veroeffentlichungen/wirtschaftstatistik/gesundheitswesen/projektionpersonalbedarf112010,property=file.pdf am Wifor-Institut und PriceWaterhouseCoopers, veröffentlicht am ; Studie zu Fachkräftebedarf und angebot im deutschen Gesundheitswesen, Daten beziehen sich auf die Pflege in Krankenhäusern, die Altenpflege ist nicht berücksichtigt. 8 siehe

8 len. Aber nur jeder Siebte geht davon aus, dass der vermehrte Einsatz von Hilfskräften die angespannte Situation im Pflegebereich stabilisieren kann. Neben der hohen Belastung der Pflegefachkräfte durch die Folgen von Stellenabbau, Arbeitsverdichtung und immer mehr ältere, multimorbid erkrankte Patienten verschärft sich die Lage durch Delegationsbestrebungen der Ärzteschaft. Eine Reihe bisher ärztlicher Aufgaben ist bereits, offen oder stillschweigend, in die Zuständigkeit der Pflege übergegangen. In aller Regel ohne dass die damit verbundenen Personalkapazitäten mit übertragen wurden. Die Delegation ärztlicher Leistungen auf den Pflegedienst ist nur ein erster Schritt. Sie muss Hand in Hand gehen mit einer Entlastung der Pflegespezialisten. 11 Das sagt die VPU-Vorsitzende Irene Maier, langjährige Pflegedirektorin der Universitätsklinik Essen. Die Definition und Kombination von Aufgabenfeldern, ein Neuzuschnitt von Qualifikationen und die innovative Ausrichtung von Prozessen und Strategien in den Krankenhäusern sind entscheidende Weichen in Gegenwart und Zukunft. Das Jahr der Pflege 2011 hat zwar Diskussionen angestoßen, die Öffentlichkeit sensibilisiert, aber bisher keine erkennbaren Verbesserungen der Situation in Gang gesetzt. 3. Profession und Professionalität 3.1. Pflegen kann jeder! Diese Einschätzung von Norbert Blüm aus seiner Amtszeit als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung (1982 bis 1998) ist legendär und hat in der Bevölkerung und bei Pflegefachpersonal seitdem zu zahlreichen Diskussionen geführt. Ungeachtet aller Professionalisierungsbestrebungen in den Pflegeberufen drängte sich allerdings auch bei den folgenden Regierungen wiederholt der Verdacht auf, dass man Pflege zuallererst als angeborenes Talent und vor allem weibliche Begabung und Verpflichtung betrachtet. Signal dafür war beispielsweise im Juni 2009 die trotz vielstimmiger Warnung der Experten von der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt durchgesetzte Öffnung der Pflegeausbildung für Hauptschüler und damit Absenkung des Ausbildungsniveaus. Der Vorschlag der Bundeskanzlerin Angela Merkel, Hartz IV- Empfänger in die Altenpflege zu schicken, sowie die Empfehlungen von Bundesfamilienministerin Schröder, erfahrene Pflegehelfer zu Pflegefachkräften zu erklären, werten den Pflegeberuf ab. Dies wird auch in der Berufsgruppe selbst so wahrgenommen und verstärkt die Frustration und Verzweiflung derjenigen, die von ihrer Regierung eigentlich Unterstützung erwartet hatten. Die impliziten Botschaften aus prominentem Munde haben sehr zum Imageverlust der professionellen Pflege und in der Folge zum Pflegefachpersonalmangel beigetragen. Aus Kostengründen wird die professionelle Pflege zunehmend durch Assistenzberufe und/oder Laien ersetzt, in jüngster Zeit wird dieser Trend durch den Mangel an Pflegefachpersonen auf dem Arbeitsmarkt noch beschleunigt. Pflegen kann jeder! Der Begriff Pflege ist weder genau definiert noch als Berufsfeld rechtlich geschützt. Pflegen heißt sich kümmern, für etwas sorgen, zuständig sein - als Laie oder Profi Kann jeder Pflege? Was bedeutet eigentlich Professionalisierung? Bei Wikipedia findet sich zu diesem Stichwort die folgende Definition: Unter Professionalisierung im weiteren Sinne versteht man die Entwicklung einer privat oder ehrenamtlich ausgeübten Tätigkeit zu einem Beruf (entspricht: Verberuflichung). Eine solche Professionalisierung geht oft mit einer Steigerung der Effizienz einher. Im Rahmen der Professionalisierung werden häufig Qualitätsverbesserungen und Standardisierungen erreicht. Im engeren Sinne bezeichnet Professionalisierung die Entwicklung eines Berufs zu einer Profession (von lateinisch professio Bekenntnis/Gewerbe/Beruf ). Als Profession wird dabei ein akademischer Beruf mit hohem Prestige betrachtet, der vor allem wegen der Herausforderung, die in der Aufgabe liegt, ausgeübt wird. 11 ng_fuer_pflegepersonal.html am

9 Weitere Merkmale einer Profession sind: ein hoher Grad an beruflicher Organisation (Standesorganisation), persönliche und sachliche Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit in der Tätigkeit sowie eine eigene Berufsethik. Die Profession wird abgegrenzt gegen den Job (befristete Tätigkeit, ausschließlich zum Gelderwerb) und zum Beruf, der den Lebensunterhalt auf Dauer sichern soll. Zu den Professionen gehörten zunächst nur wenige Berufe wie Arzt, Jurist, Geistlicher. Andere Berufe wie Beratung (Counseling) oder Soziale Arbeit befinden sich auf dem Weg zur Profession (Stichwort Wissensgesellschaft, Verwissenschaftlichung). 12 Anders die Definition des Deutschen Bildungsrates für Pflegeberufe (DBR): Der Begriff der Professionalisierung bezeichnet den Prozess, in dem die Berufsbildung und die Weiterentwicklung der professionellen Wissensbasis systematisiert und institutionalisiert und bestimmte Tätigkeitsfelder für die Angehörigen eines Berufs reserviert werden. Herausgehobene Merkmale der professionalisierten Tätigkeit sind die an rationalen Handlungsweisen orientierten Verrichtungen, die stellvertretend für die Gesellschaft als Sonderfunktionen zu deren Aufrechterhaltung vollzogen werden. Insofern erbringen Professionen Leistungen, die auf bedrohte, gefährdete oder gestörte Zentralwerte wie Gesundheit, Recht oder demokratisch-selbstbestimmte Lebensformen bezogen sind, um diese wiederherzustellen bzw. deren Ermöglichung einzufordern. Die Begründungsbasis professionellen Handelns bildet wissenschaftliches Wissen (Pflegewissenschaft), deren Entwicklungsort eine habitualisierte Praxis ist, die unter dem Primat einer selbstkontrollierten Professionsethik operiert. 13 Die Weiterentwicklung der Gesundheits- und Kinder-/Krankenpflege ebenso wie der Altenpflege ist mehr als nur eine Verberuflichung. Legt man die beschriebenen Kriterien zugrunde so sind die Pflegeberufe auf direktem Weg zu einer Profession. Allerdings ist zu konstatieren, dass eine Professionalisierung erst einmal auch in der eigenen Berufsgruppe ankommen und von der individuellen Pflegefachperson und ihrer Berufsauffassung ausgehen muss, bevor sie eine Gesellschaft durchdringen kann. Ich bin nur Altenpflegerin antworten viele Kolleginnen im Gespräch auf die Frage nach ihrem Beruf. Wenig Selbstbewusstsein und Professionalität zeigen auch handgemachte Namensschilder oder die Tatsache, dass man sich am Arbeitsplatz mit Schwester X oder lediglich dem Vornamen anreden lässt. Professionalität fängt beim äußeren Erscheinungsbild an und hört bei der lebenslangen Weiterentwicklung des Fachwissens nicht auf. Gerade im Hinblick auf die Umverteilung von Aufgaben und den Neuzuschnitt eines Qualifikationsmix auf den Stationen ist es bedeutsam, sich als Fachkraft von anders und/oder geringer qualifizierten Mitarbeitern erkennbar abzuheben. Eine Gesundheits- und Krankenpflegerin berichtet: Die Ehefrau eines Patienten kam zu mir und wollte den behandelnden Arzt sprechen. Der war aber wie meistens im OP. Ich fragte nach, ob ich denn behilflich sein könne. Die Frau sagte, sie wolle wissen, wie es jetzt mit ihrem Mann weiter gehe. Ich erklärte ihr, dass ihr Mann bei der Mobilisation gute Fortschritte mache, dass eine Anschlussheilbehandlung geplant und der Sozialdienst mit der Organisation beauftragt sei. Die Frau bedankte sich und sagte: Sie haben mir sehr geholfen. Das Gespräch mit dem Arzt hat sich somit erübrigt. Es ist so viel einfacher, auf beeindruckende Weise über eine Herztransplantation zu reden als darüber, dass der Patient nur durch Pflege überlebt hat und im Wesentlichen durch Pflege wieder ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Lebensqualität gewonnen hat. Wir Pflegende selbst nehmen die kleinen Dinge, die den großen Unterschied machen, als zu selbstverständlich hin. Wir sehen sie nicht als spezifische Kompetenz, sondern als Voraussetzung für die eigentliche Arbeit. Häufig wird übersehen, dass es der Kontext ist, der die Anforderungen, in denen die Unterstützung gegeben wird, so hoch macht, eben Professionalität erfordert. Zu erkennen, was zu tun ist, ist häufig die Herausforderung, die die Spezialistin notwendig macht. Aber es sind natürlich auch immer wieder spektakuläre, hochdramatische Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, die deutlich machen, wie zentral die Rolle der Pflegenden für Gesundheit und Krankheit der betroffenen Menschen ist. So hat es DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz 12 aufgerufen Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe: Pflegebildung offensiv; Handlungsleitende Perspektiven; 2010; S. 13 9

10 Wagner in seinem Vorwort zu Der Pflege eine Stimme geben ausgedrückt. 14 Und die amerikanische Journalistin Suzanne Gordon, Mitautorin des Buches, hat zu diesem Thema ein eindrucksvolles Poster entwickelt: Just a nurse. 15 Die professionelle pflegerische Patientenversorgung beinhaltet weit mehr als das Infusions- und Medikationsregime, den komplizierten Wundverband oder die gezielte OP-Vorbereitung. Ein adäquates Ernährungsmanagement, Körperpflege, Prophylaxen, Mobilisation und vor allem den individuellen Bedürfnissen der Patienten und Angehörigen entsprechende Kommunikation und Beratung gehören elementar dazu. Wer diese Tätigkeiten an Assistenzpersonal verlagern möchte berührt unmittelbar das berufliche Selbstverständnis der Pflegeberufe. Da gilt es gründlich abzuwägen Krankenpflege ein Beruf Bis Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die berufliche Ausübung der Krankenpflege parallel zu Erkenntnissen und Anforderungen der Medizin. Eine Weiterentwicklung (primär ausgehend von den USA) durch Einführung konzeptioneller Pflegemodelle (Henderson, Roper, Orem) fand etwa ab 1970 statt. Pflege emanzipierte sich in vielen Ländern und wurde, mit Ausnahme von wenigen Staaten, eigenständiger akademischer Beruf. In Deutschland wird eine dreijährige Berufsausbildung an Pflegeschulen eingeführt, später entwickeln sich Fachweiterbildungen und ab 2003/2004 erste grundständige Pflegestudiengänge. Gesetzliche Regelungen für die Weiterbildung in Pflegeberufen gibt es derzeit in 14 Bundesländern, Weiterbildungsrichtlinien sind durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erlassen. Originäre Aufgaben sind nicht definiert. Über die Berufszulassung ausgewiesene Handlungsbereiche für die Bestimmung selbständiger Kompetenzen der Pflegefachperson sind bisher nicht im Sozialgesetz verankert. Es ist offenbar politischer Konsens, für den Bereich der beruflich ausgeführten Krankenpflege nur eng begrenzte finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Gesetzliche Mindeststandards oder verpflichtend einzusetzende Personalbemessungsinstrumente als Vorgabe für die vorzuhaltende Anzahl von Pflegefachpersonen pro Station/Abteilung/Gesundheitseinrichtung gibt es seit 1996 nicht mehr. Woran liegt das? Wird der immense Anteil der Pflegefachpersonen am Behandlungsprozess nicht sichtbar, nicht wahrgenommen, ignoriert bzw. für verzichtbar erachtet? Ganzheitliche Ansätze (Primary Nursing, Advanced Nursing Practice) haben sich bisher in Deutschland wenig etabliert. Stattdessen findet ein schlichtes Umverteilen der Aufgaben von oben nach unten statt. Bisherige Tätigkeiten der Pflege werden ausgegliedert (z.b. die Speisenversorgung der Patienten), um Zeiträume im Pflegedienst frei zu machen, die dann sehr schnell wieder mit ärztlichen Arbeiten aufgefüllt werden. Berufliche Pflege eine Dienstleistung wie in anderen Berufen auch? Der Kunde ist Ziel und Zentrum des Handelns und setzt eine bestimmte Qualität der Leistungserbringung voraus, der Patient und/oder Pflegebedürftige tut dies ebenso. Beruf ganz allgemein bedeutet, dass hierfür notwendige Fähigkeiten in einer geregelten Ausbildung erworben werden. Professionelle Pflege setzt ein fundiertes theoretisches Wissen und spezielle praktische Fertigkeiten, nachgewiesen durch ein Examen, voraus. 14 Bernice Buresh, Suzanne Gordon: Der Pflege eine Stimme geben; Bern 2006; Verlag Hans Huber 15 aufgerufen

11 Aufgaben in der professionellen Krankenpflege lassen sich über die Ausbildung nach dem bundesweit geltenden Krankenpflegegesetz, bzw. über Anlage 1 zu 1 Abs. 1A definieren. In 1, Abschnitt 1 ist die Erlaubnis zum Führen von Berufsbezeichnungen geregelt und gesetzlich geschützt: Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger Die Ausbildung selbst ist auf Länderebene geregelt und verläuft somit in jedem Bundesland etwas unterschiedlich. Übergeordnet für alle Pflegefachpersonen wurde durch den Deutschen Pflegerat e.v. eine Rahmen-Berufsordnung erstellt und am veröffentlicht (Einige Bundesländer, z.b. Bremen, haben sich daran orientiert und länderspezifische Berufsordnungen für die Pflege erlassen.): In 1 ist der Geltungsbereich der Berufsordnung für Pflegefachpersonen in der Bundesrepublik Deutschland festgelegt. Eigenverantwortliche Aufgaben der Pflegefachpersonen sind in 2, III abgebildet: Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege. Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege Beratung, Anleitung und Unterstützung von Leistungsempfängern und ihrer Bezugspersonen Einleitung lebenserhaltender Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes oder der Ärztin. Aufgaben im Rahmen von Mitwirkung sind: Eigenständige Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen. Pflegefachpersonen arbeiten interdisziplinär mit anderen Berufsgruppen zusammen. Sie entwickeln multidisziplinäre und berufsübergreifende Lösungen von Gesundheitsproblemen 16. ICN (International Council of Nurses) ist der Weltbund des Pflegefachpersonals. Hier wurde 1953 erstmals ein internationaler Ethikkodex professioneller Pflege erstellt. Seit 2005 gilt eine überarbeitete Fassung, die vier Kernelemente beinhaltet: 1. Pflegefachpersonen und ihre Mitmenschen 2. Pflegefachpersonen und die Berufsausübung 3. Pflegefachpersonen und die Profession 4. Pflegefachpersonen und ihre KollegInnen. Definition der Pflege nach ICN: Pflege 17 umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürf- 16 Rahmen-Berufsordnung für professionell Pflegende ( ); erstellt vom Deutschen Pflegerat e.v.; Original unter 17 Pflege meint hier professionelle Pflege durch eine/n Altenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in oder Gesundheits- und Krankenpfleger/in 11

12 nisse (Advocacy), Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung. 18 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert den Auftrag der Pflege folgendermaßen: Der gesellschaftliche Auftrag der Pflege ist es, dem einzelnen Menschen, der Familie und ganzen Gruppen dabei zu helfen, ihr physisches, psychisches und soziales Potential zu bestimmen und zu verwirklichen, und zwar in dem für die Arbeit anspruchsvollen Kontext ihrer Lebens- und Arbeitsumwelt. Deshalb müssen Pflegende Funktionen aufbauen und erfüllen, welche die Gesundheit fördern, erhalten und Krankheit verhindern. Zur Pflege gehört auch die Planung und Betreuung bei Krankheit und während der Rehabilitation, und sie umfasst zudem die physischen und sozialen Aspekte des Lebens in ihrer Auswirkung auf Gesundheit, Krankheit, Behinderung und Sterben. Pflegende gewährleisten, dass der einzelne und die Familie, seine Freunde, die soziale Bezugsgruppe und die Gemeinschaft gegebenenfalls in alle Aspekte der Gesundheitsversorgung einbezogen werden, und unterstützen damit Selbstvertrauen und Selbstbestimmung. Pflegende arbeiten auch partnerschaftlich mit Angehörigen anderer, an der Erbringung gesundheitlicher und ähnlicher Dienstleistungen beteiligter, Gruppen zusammen Helfer im Pflegeteam unverzichtbare Ressource In den Jahren 2005 und 2006 führte Dr. Karen Jaehrling, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ), das Forschungsprojekt Einfache Tätigkeiten im internationalen Vergleich (Branche Krankenhäuser) durch. In ihrem Bericht schreibt sie 2007: Im internationalen Vergleich fällt in Deutschland die geringe und weiterhin rückläufige Anzahl an Pflegehilfskräften in Krankenhäusern ins Auge. Aktuell kommt nur noch auf etwa jede 12. Pflegefachkraft eine Pflegehilfskraft (gemeint sind in erster Linie Krankenpflegehelfer mit 1-jähriger staatlicher Ausbildung, nach Zahlen des statistischen Bundesamtes nahm die Zahl der Pflegefachkräfte zwischen 1997 und 2004 um 1 %, die der Pflegehilfskräfte im selben Zeitraum um 26 % ab), während das Verhältnis in anderen Ländern bei rund 1:2,5 (Großbritannien) bzw. sogar 1:1 (Frankreich) liegt. Die Frage stellt sich vor dem Hintergrund des aktuellen Abbaus von Pflegefachkräften, wer an ihrer Stelle Aufgaben wie das Waschen von Patienten übernimmt und was die Gründe für diese offensichtlich veränderte Arbeitsorganisation sind. Niedrige Personalbemessung in der Pflege - eine deutsche Besonderheit Aus den Fallstudien und Kontextinterviews (des Projekts) lassen sich für diese Entwicklung drei wesentliche Ursachenbündel ausmachen: die traditionell niedrige Personalbemessung in der Gruppe der Pflegekräfte, welche hohe Anforderungen an ihre zeitliche und funktionale Flexibilität stellen, die geringen Lohndifferenzen zwischen Pflegehilfskräften (mit staatlicher Anerkennung) und Pflegefachkräften sowie die Existenz von einer Reihe anderer kostengünstiger Hilfskräfte. Die niedrige Personalbemessung in der Pflege ist eine Besonderheit, die die Beschäftigungsstruktur in deutschen Krankenhäusern bereits seit langem von denen anderer Länder unterscheidet. Gefragt, warum sie die durch ausscheidende Krankenpflegehelfer/innen freigewordenen Stellen nicht wieder durch Helfer/innen ersetzen, hatten im Rahmen der Studie die befragten Pflegeleitungen geantwortet: Dadurch, dass der Stellenschlüssel auf den einzelnen Stationen und Abteilungen immer weniger wird, da müssen Sie auf der anderen Seite gucken, dass diese wenigen Stellen mit Personal besetzt werden, die alles machen können, die alle Schichten arbeiten können. Als besonders wichtig wurde dabei genannt, dass alle Mitarbeiter genügend qualifiziert für die Nachtschicht sein müssten ; Definition der Pflege International Council of Nurses ICN; Deutsche Übersetzung, konsentiert von DBfK, ÖGKV und SBK; engl. Original unter ; Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO 1993, S. 15)

13 Inzwischen ist der Anteil an Pflegefachpersonen in den pflegerischen Teams der Krankenhäuser drastisch zurückgefahren worden. Wer im Jahr 2011 eine Krankenstation besucht oder dort als Patient behandelt wird, begegnet einer Vielzahl von Assistenten und Helfern der unterschiedlichsten Art. Neben den ersten Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) trifft man auf Schüler der Gesundheitsberufe, studentische Aushilfen, Pflegeassistenten, Alltagshelfer, Ehrenamtliche wie z.b. die sog. Grünen Damen, Berufs- oder Schulpraktikanten, Menüassistenten, Versorgungsassistenten, Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ), Rettungsassistenten, Servicekräfte usw. Was sind ihre Aufgaben, wofür sind sie zuständig? Wurden sie dafür qualifiziert? Wie ist die Rechtslage, vor allem dann, wenn es um die Abgrenzung von Zuständigkeiten oder Haftungsfragen geht? Und wie kam es zu solchem Sinneswandel im Management, sind all diese Helfer nach dem Maßstab der Führungskräfte flexibel genug einsetzbar? Seit Jahren stehen die Krankenhäuser unter vielfältigen Zwängen. Als solche lassen sich identifizieren: ökonomischer Druck infolge der seit 1993 bestehenden Budgetdeckelung, verschärft seit 2001 durch Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf Diagnosis Related Groups (DRGs); personeller Druck infolge knapper werdender Ressourcen an pflegerischem und ärztlichem Fachpersonal; nicht über die Budgetierung gedeckte Tarifsteigerungen v.a. auf ärztlicher Seite, und andere Preissteigerungen wie z.b. die Mehrwertsteuererhöhung 2007, gestiegene Energiekosten, etc.; Investitionsrückstau wegen fehlender Investitionsbereitschaft der Länder; zeitlicher Druck aufgrund der stark zunehmenden Verwaltungstätigkeiten in allen Bereichen auch den patientennahen. Durch diese Zwänge kommt es immer stärker zur Diskussion über einen verstärkten Einsatz von Assistenzpersonal in den patientennahen Bereichen und die Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten durch die Pflegefachpersonen. Bei dieser Kaskade von oben nach unten sollen die Helfer den examinierten Pflegekräften einfache Aufgaben (z.b. Servicetätigkeiten, Reinigungsaufgaben, Versorgung mit Verbrauchsmaterialien ) abnehmen, während Pflegefachpersonen die Stationsärzte durch Übernahme ärztlicher Tätigkeiten wie z.b. Blutentnahmen, Injektionen oder Infusionen entlasten sollen. Häufig wird diese veränderte Aufgabenteilung nach außen hin von der Geschäftsführung als Innovation etikettiert. Man wolle im Interesse von Patienten und Angehörigen die Serviceleistungen des Hauses verstärken, gleichzeitig sollten sich die medizinischen Fachkräfte auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Ob dies tatsächlich gelingt bzw. welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung neuer Aufgabenzuschnitte in der Patientenversorgung der Krankenhäuser erforderlich sind ist das Thema dieser Broschüre. In der Theorie klingt es nachvollziehbar und plausibel: angesichts der knappen Ressource Pflegefachkraft wird es unumgänglich sein, eine Ausdifferenzierung von Funktionen und Aufgaben in der pflegerischen Versorgung einzuleiten (wie z.b. Servicekräfte im Krankenhaus). Aus heutiger Sicht zählen zukünftig folgende Mitarbeitergruppen zu Schlüsselbelegschaften: Ein Beispiel für eine erfolgreiche Entlastung von Pflegefachpersonal auf einer kardiochirurgischen Intensivstation: Einsatz von Medizinischen Fachangestellten (Schichtdienst Frühoder Zwischendienst, am Wochenende Zwischendienst). Tätigkeiten: Vorbereitung von Laboranforderungen, bei regelmäßigen Blutgaskontrollen Eingabe in das Gerät (spart viel Zeit für die Pflege), Kontroll-EKG`s, Patientenaufnahme im PC, Bettplatz auf- und abrüsten nach Standard, Auffüllen/Lagerbestellung von Verbrauchsmaterialien, Annahme der Telefonate für die Station, Besucher einlassen, Botengänge, Entsorgung Zentralsterilisation, Mithilfe bei Lagerung von Patienten, Wartung von Blutzuckermessgeräten usw. Assistenz-, Begleitungs- und Servicekräfte: Sie verrichten einfache, für den Kunden sichtbare Tätigkeiten und Hilfen bei der Alltagsgestaltung. Sie tun dies jedoch nicht mehr arbeitsteilig. Vielmehr werden solche Aufgaben in einer Person quasi gebündelt. Sie erbringen Assistenzleistungen insgesamt. Damit werden sie Bezugspersonen, die dem Kunden ein regelmäßig wie- 13

14 derkehrendes Gesicht bieten und die deshalb auch einen Blick für Veränderungen seines Zustandes und seiner Befindlichkeit haben, die sie strukturiert den Fachkräften mitteilen. Obwohl sie nur einfache, nicht mehr weiter delegierbare Tätigkeiten ausführen, sind diese Mitarbeitergruppen für die Zufriedenheit des Kunden zentral. Pflege: Mit dem Einsatz solcher Mitarbeiter ist zugleich eine Konzentration der Fachkräfte auf ihre Kernaufgaben verbunden unter Preisgabe weiterreichender Sozialfunktionen. Die knappe Ressource Pflegefachkraft,, bleibt Bedarfslagen und situationen vorbehalten, in denen ein Fachkrafteinsatz indiziert oder im Zuge von Delegationsleistungen eine supervidierende Begleitung von Nicht-Fachkräften haftungsrechtlich unabdingbar ist. Im System der Bezugspflege werden sich also im Zuge eines sich verknappenden Angebots an Fachkräften Steuerungsfunktionen mit Ergebniskontrolle und die Leistungserbringung stärker in den jeweiligen Verantwortlichkeiten ausdifferenzieren (von flachen Hierarchien zur Gesamtverantwortung für den Leistungserstellungsprozess bei arbeitsteiliger Erstellung). 21 Eine Veränderung muss wohl überlegt, durch Analysen vorbereitet und unter frühzeitiger konsequenter Einbindung aller Beteiligten umgesetzt werden. Anders formuliert: Was vor einigen Jahren ausschließlich der Kostensenkung diente ist wegen des Pflegefachpersonenmangels auf dem deutschen Arbeitsmarkt inzwischen in vielen Regionen die einzige, kurzfristig umsetzbare Lösung. Man besetzt Fachkraftstellen mit nicht oder geringer qualifiziertem Assistenzpersonal. Oberflächlich betrachtet ist damit der ungehinderte Betrieb des Krankenhauses bzw. der bettenführenden Bereiche sichergestellt. Und tatsächlich haben Beobachtungen und Befragungen von Pflegefachkräften schon vor Jahren ergeben, dass etliche Elemente ihrer täglichen Arbeit nur wenig fachliche Kompetenz erfordern, sondern im Gegenteil zu den sogenannten pflegefremden oder patientenfernen Tätigkeiten gehören, die durchaus ohne Qualitätsverlust übertragbar wären. Hier ist eine Prozessoptimierung, auch im Sinne einer Effizienzsteigerung und besseren Nutzung wertvoller und vergleichsweise teurer Personalressourcen, durchaus machbar und geboten. Ein solcher Wandel muss aber wohl überlegt, durch Analysen vorbereitet und unter frühzeitiger konsequenter Einbindung aller Beteiligten umgesetzt werden. Assistenten im pflegerischen Team können eine große Unterstützung und Bereicherung sein wenn sie angemessen motiviert, qualifiziert und ihre Arbeitsfelder sinnvoll konfiguriert werden. Aufgrund des demografischen Wandels wird der deutsche Arbeitsmarkt spätestens nach 2025 mit einem massiven Arbeitskräftemangel konfrontiert. In den Gesundheitsberufen ohne Approbation wird dieser Mangel schon ab 2018 eintreten. Auch der Bedarf an Pflegepersonal, das Teil dieses Berufsfeldes ist, kann bei einer Fortschreibung der derzeitigen alters- und geschlechtsspezifischen Krankenhausdiagnose- und Pflegewahrscheinlichkeiten (Status-quo-Szenario) und unter Beibehaltung der derzeitigen Beschäftigtenstruktur zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gedeckt werden. Bereits jetzt müssen fachfremde Arbeitskräfte um- oder angelernt werden, um ausgebildete Pflegekräfte zu ersetzen oder um diese in ihren Aufgaben zu unterstützen. Neben dem Aufzeigen von Engpässen werden aber auch Lösungswege genannt, wie der Herausforderung eines Pflegepersonalmangels begegnet werden kann. Die Stellschrauben sind zum einen in der beruflichen Flexibilität, zum anderen in der Beschäftigungsstruktur in Pflegeberufen zu finden Dr. Roland Schmidt, Professor für Gerontologie und Versorgungsstrukturen, FH Erfurt, in Fachpflege: Nachfrage und Ausdifferenzierung des Profils 22 Projektionen des Personalbedarfs und angebots in Pflegeberufen bis 2025, Statistisches Bundesamt, Wirtschaft und Statistik 11/

15 5. Mit Sicherheit delegieren 5.1. Begriffsbestimmung Delegation ist in den Krankenhäusern ein häufig strapazierter Begriff. Nicht immer allerdings ist die damit verknüpfte Bedeutung einschließlich der juristischen Konsequenzen wirklich bekannt und geläufig. Vorab sollen deshalb einige, im Kontext der Delegation bedeutsame, Begriffe erklärt werden: Das Wort Delegation kommt aus dem Lateinischen Delegatio - und bedeutet Zuweisung, Überweisung. Es geht um Übertragung einer Vollmacht, Befugnis, Zuständigkeit. 23 Eine weitere Definition spricht von einer Übertragung von Aufgaben (und Verantwortung) auf hierarchisch nachgeordnete organisatorische Einheiten. 24 Im gesellschaftlichen Kontext, z. b. in der Politik, ist dies eine Abordnung einer Gruppe von Geschäftsträgern. Im rechtswissenschaftlichen Sprachgebrauch bedeutet das Wort Delegation das Übertragen einer Vollmacht oder Befugnis auf eine andere Person. Zu dieser Übertragung gehören entsprechende Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zur selbstständigen Erledigung der delegierten Aufgaben. 25 Der Begriff Kompetenz hat zwei Bedeutungen: Einmal ist damit der Sachverstand einer Person bezüglich bestimmter Aufgaben gemeint. Im anderen Fall geht es um die Zuständigkeiten und Handlungsspielräume dieser Person im gegebenen Aufgabenfeld, also die Reichweite der unabhängigen und selbstständigen Entscheidungsbefugnisse und Handlungsspielräume. Die sog. Handlungskompetenz wird im Bereich der Personalfragen in vier verschiedene Teilbereiche unterschieden, nämlich die Fach-, Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenz. 26 In der Betriebswirtschaft ist mit dem Begriff Delegieren das Aufteilen von Aufgaben gemeint Die Übertragung geschieht zumeist vertikal, vom Delegierenden auf einen (zumeist untergeordneten) Delegationsempfänger. Die Entscheidung, ob und welche Aufgabe übertragen wird, hat der Delegierende. Im Bericht des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) zur Neuordnung von Aufgaben des Pflegedienstes unter Beachtung weiterer Berufsgruppen, wird die Delegation als Übertragung der Durchführungskompetenz der pflegerischen Tätigkeit in eigener Verantwortung. Der Delegationsempfänger entscheidet eigenverantwortlich über die Frage des Wie der pflegerischen Tätigkeit 27 gesehen. Entsprechend diesen Definitionen erfolgt die Delegation von pflegerischen Tätigkeiten auf Hilfspersonal tatsächlich nicht durch die einzelne Pflegefachperson. Denn nicht sie entscheidet, ob und was sie delegieren will, sondern das wird ihr in aller Regel von der Unternehmensleitung vorgegeben. Die eigentliche Delegation findet auf der Managementebene statt. Die Entscheidung für den Einsatz von Assistenzpersonal wird vom Träger/Geschäftsführer getroffen. Er delegiert die Umsetzung an seine nachgeordneten Führungskräfte ( z.b. Pflegedienstleitung ), die dann (im Idealfall gemeinsam mit ihren Stationsleitungen) einen organisatorischen Rahmen erarbeiten, und den dafür erforderlichen Qualifikationsmix planen, den sie dann ihren Stationsleitungen zur Verfügung stellen. An diese delegieren sie dann die Aufgabe, aus diesem Gemisch an verschiedenen Qualifikationen täglich alle Schichten so zu besetzen, dass der erforderliche Qualifikationsmix erreicht wird. 23 Wahrig. Fremdwörterlexikon TheFreeDictionary.com Deutsches Wörterbuch Neuordnung von Aufgaben des Pflegedienstes unter Beachtung weiterer Berufsgruppen - Bericht des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) Dr. Matthias Offermanns unter Mitarbeit von Prof. Dr. Karl Otto Bergmann (S. 113 ) 15

16 Bei dieser Struktur bleibt die Verantwortung für die Delegation bzw. Übertragung von Aufgaben an Helfer beim Träger. Er hat die Arbeit so zu organisieren, dass medizinische und pflegerische Standards eingehalten werden. Nicht nur, indem er für eine fehlerfreie Organisation sorgt, sondern auch, indem er ausreichend qualifiziertes Personal bereitstellt. Allein die Tatsache, dass keine oder nur wenige Fachkräfte zur Verfügung stehen, darf nicht dazu führen, dass Aufgaben von nicht ausreichend qualifiziertem Personal übernommen werden. In der o.g. DKI-Studie wird dazu weiter folgendes festgestellt: Es ist Aufgabe des Krankenhausträgers, fachkundiges, nicht ärztliches Personal für die Behandlung des Patienten zu stellen und organisatorisch sicherzustellen, dass das Personal ausreichende Anweisungen erhält. Insofern kommt der Organisationsverantwortung des Krankenhausträgers und der Notwendigkeit ärztlicher Überweisung der pflegerischen Tätigkeit entscheidende Bedeutung zu. An die Organisationspflichten des Krankenhausträgers stellen die Gerichte hohe Anforderungen. Der Organisationsbereich des Krankenhausträgers umfasst ein sehr weites Spektrum. So hat der Krankenhausträger die Pflicht, ausreichend qualifiziertes, ärztliches und nichtärztliches Personal zur Verfügung zu stellen, anzuleiten, zu überwachen und weiterzubilden. In jeder Behandlungsphase muss ein qualifizierter Arzt bereit stehen, um die notwendigen Anweisungen zu geben und zu überwachen. Der Krankenhausträger muss darüber hinaus die ärztlichen und pflegerischen Standards in personeller und fachlicher Hinsicht gewährleisten. Eine sehr wichtige Verpflichtung des Organisationsträgers besteht in der Organisation der horizontalen und der vertikalen Arbeitsteilung. Bei der horizontalen Arbeitsteilung geht es um die Zusammenarbeit mehrerer Abteilungen bei der Behandlung eines Patienten. Diese Form der Zusammenarbeit ist durch Gleichordnung und Weisungsfreiheit gekennzeichnet. Die Übertragung pflegerischer Tätigkeiten an andere Berufsgruppen im Rahmen der vertikalen Arbeitsteilung setzt also die fehlerfreie Organisation von fachlicher Über- und Unterordnung voraus Worauf kommt es bei einer Delegation an? Eine gelungene Delegation kann ein wesentlicher Motivationsfaktor für Mitarbeiter/-innen sein, und für den Auftraggeber eine spürbare Entlastung. Sie ist förderlich für Kooperation und wertschätzende Arbeitsatmosphäre, da jede Seite Vorteile für sich daraus ziehen kann. Was bedeutet aber nun eine gelungene Delegation? Anders gefragt: Welche Voraussetzungen und Absprachen braucht es, damit eine Delegation für beide Seiten befriedigend ist oder sich gar förderlich und motivierend auf den Mitarbeiter auswirkt? Zunächst ist wichtig, dass der Inhalt der übertragenen Aufgabe klar definiert und beschrieben ist. Der Delegierte muss die notwendige Sachkenntnis aufweisen und die Bedeutung des Auftrages einschätzen können. Auch sollte er wissen, welche Ziele erreicht werden sollen. Die getroffenen Absprachen über Kompetenzen und Handlungsspielräume müssen für beide Seiten konkret und eindeutig beschrieben und verbindlich sein. Die Kommunikation zwischen Delegierendem und Übernehmendem muss der Aufgabe entsprechend ausreichend stattfinden. Die organisatorischen Rahmenbedingungen müssen vorab geklärt und gesichert sein. Mit welchen Hindernissen ist aber auch zu rechnen? Widerstände gegen die Erteilung eines Auftrages können möglicherweise bei beiden Beteiligten vorliegen. Der Delegierende hat eventuell Schwierigkeiten, Entscheidungsbefugnisse und Macht abzugeben. Vielleicht befürchtet er, Macht und Prestige zu verlieren, während 28 siehe 27, S

17 sich der Delegierte profiliert. Oder der Auftraggeber gibt gerade die Tätigkeit ab, die er sehr gern tut. Der Auftragnehmer hat eventuell Sorge wegen der zusätzlichen Belastung. Die Aufgabe gilt als schwierig, die Person fühlt sich überfordert oder nicht gut vorbereitet. Eventuell sind auch die Rahmenbedingungen zu wenig geklärt, und es sind noch Fragen zu der neuen Tätigkeit offen, z. B. die Entlohnung der neuen und zusätzlichen Aufgabe. Oder der Delegierte hat einfach das Gefühl, dass er letztlich nur Zuarbeiter ist, während andere den Glanz und die Ehre davon tragen. 29 Wie anfangs erwähnt, kann die Delegation ein wichtiger Faktor für das Engagement und die Weiterentwicklung eines Mitarbeiters sein. Dies ist erst recht der Fall, wenn die Mitarbeiter durch einen partizipativen Führungsstil Einflussmöglichkeiten haben und Ideen einbringen können. Hier zeigt sich, dass die Delegation auch in vertikaler Richtung positive Auswirkungen auf Mitarbeiter haben kann. Aufgaben sollten immer Spielräume und Anforderungen auf der Ebene des Denkens und Planens ebenso wie auf der Ebene des Handelns umfassen. Es kann also nicht um ein Abschieben von Aufgaben gehen, zu denen der Delegierende keine Lust hat. Durch eine zweckmäßige und angemessene Beauftragung für ein bestimmtes Aufgabenfeld werden Chancen zur Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Mitarbeiter geschaffen. 30 In Ergänzung dazu Empfehlungen der American Nurses Association (ANA) 31 : Grundsätze der Delegation: Die Gesundheits- und Krankenpflegerin (GKP) ist für die Erbringung der Pflegemaßnahmen verantwortlich. Die GKP leitet die Pflege und bestimmt über den angemessenen Einsatz einer Assistentin bei der Erbringung direkter Pflegeleistungen am Patienten. Die GKP kann einzelne Bestandteile der Pflege, jedoch nicht den Pflegeprozess selbst, delegieren. Untrennbar mit der Pflegepraxis verbundene Aufgaben wie Bewertung, Planung, Evaluation und Pflegebeurteilung können nicht delegiert werden. Die Entscheidung darüber, ob eine Delegation bzw. Übertragung von Pflegeleistungen stattfinden sollte, hängt davon ab, wie die GKP den Zustand des Patienten, die Kompetenz der Mitglieder im Pflegeteam und den bei der Delegation einer Maßnahme notwendigen Grad der Supervision (Überwachung) durch die GKP beurteilt. Die GKP delegiert ausschließlich Maßnahmen, für deren Durchführung andere in der Gesundheitsversorgung Beschäftigte nach Auffassung der GKP über die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, wobei Weiterbildung, kulturelle Kompetenzen und Erfahrungen sowie Richtlinien und Vorgehensweisen von Einrichtungen bzw. Behörden zu berücksichtigen sind. Die GKP stimmt die Kommunikation in Bezug auf die Delegation individuell auf das Assistenzpersonal und die Situation des Patienten ab. Die Kommunikation sollte klar, präzise, richtig und vollständig sein. Die GKP prüft, ob von Seiten des Assistenzpersonals alles verstanden wurde und ob die Delegation und die mit ihr verbundene Verantwortung akzeptiert wird. Die Kommunikation sollte ein wechselseitiger Prozess sein. Das Assistenzpersonal sollte die Möglichkeit haben nachzufragen und/oder genauere Informationen über die Anforderungen zu bekommen. 29 Wer delegiert-gewinnt. Neue Freiräume für die Seelsorge. Bischöfliches Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart (2003) 30 Siehe Joint Statement on Delegation Gemeinsame Erklärung zum Thema Delegation ; als Download in deutscher Übersetzung veröffentlicht durch den DBfK; S. 6-7; aufgerufen am

18 Kritisches Hinterfragen und professionelle Beurteilung bei der Einhaltung der Fünf Kriterien der Delegation durch die GKP sollen gewährleisten, dass es sich um eine Delegation bzw. Übertragung - der richtigen Aufgabe - unter den richtigen Umständen - an die richtige Person - mit den richtigen Anweisungen und der richtigen Kommunikation, und - mit der richtigen Supervision/Überwachung und Evaluation handelt. Pflegepersonal in leitender Funktion ist für die Schaffung von Systemen zur Evaluation, Aufsicht, Prüfung und Vermittlung der jeweils vorausgesetzten Kompetenzen in den mit Delegation verbundenen Bereichen verantwortlich. Verantwortung und Verantwortlichkeit für Delegation liegen sowohl bei dem Einzelnen als auch bei der Organisation. Die Verantwortung einer Organisation für einen Delegationsvorgang beinhaltet, dass sie ausreichende Mittel zur Verfügung stellt, wie: - eine ausreichende Anzahl von Personal in angemessener Personalzusammensetzung; - eine Dokumentation der Kompetenzen des Personals, das mit der direkten Patientenpflege befasst ist. Dies gewährleistet, dass die GKP Zugriff auf alle Informationen über die Kompetenzen des Personals hat, an das Pflegeaufgaben delegiert werden; - eine aktive Beteiligung aller GKPs an der Entwicklung von Delegationsgrundsätzen für die Organisation, in denen anerkannt wird, dass Delegation ein professionelles Recht und professionelle Verantwortung ist Wer trägt die Verantwortung? Bei der Frage nach Verantwortlichkeiten geht es in erster Linie um Haftungsfragen. Wer haftet, wenn ein Fehler aufgetreten ist, wenn ein Mensch zu Schaden gekommen ist? Aufgrund des Behandlungsvertrags ist der Krankenhausträger verantwortlich für etwaige Fehler des Delegationsempfängers, da dieser nicht eigenständig handelt. ( 280 i. V. m. 278 BGB sowie deliktisch aus 823, 831,847 BGB). Haftungsrechtlich muss man sich insgesamt vergegenwärtigen, dass es für die zivilrechtliche Haftung der Einrichtung irrelevant ist, welcher Mitarbeiter einen Fehler bei der Bereitstellung von Medikamenten begeht. Wird ein Schaden dadurch verursacht, dass einem Patienten oder Bewohner falsche Medikamente verabreicht werden, und ist dies auf ein Verschulden eines Mitarbeiters der Einrichtung zurückzuführen, so haftet die Einrichtung aus dem Behandlungs- bzw. Heimvertrag unabhängig davon, ob der Fehler von einer examinierten Pflegekraft oder von einer angelernten Kraft ohne pflegerische Ausbildung begangen wurde. Beide sind Erfüllungsgehilfen der Einrichtung, für deren Verschulden die Einrichtung einzustehen hat; eine Entlastung ist im Rahmen der vertraglichen Haftung nicht möglich. 32 Gleichzeitig trägt aber der Durchführende auch eine eigene Verantwortung: Er muss einschätzen, ob seine Kompetenz geeignet ist, den Auftrag zu übernehmen (Übernahmeverantwortung), ihn ggf. zurückweisen. Im Fall einer Übernahme der Tätigkeit ist damit die Durchführungsverantwortung verbunden. Dadurch sind dem Krankenhausträger im Schadensfall in einem zweiten Schritt Möglichkeiten des Durchgriffs (Regress) auf den Arbeitnehmer gegeben. Stellenbeschreibungen und exakte Abgrenzungen der Tätigkeiten sind unbedingt erforderlich, diese zu erstellen und zu überwachen liegt auch in der Verantwortung des Trägers. Gleichwohl hat jede Pflegefachperson die Möglichkeit zu entscheiden, dass bestimmte Tätigkeiten nur von ihr selbst durchgeführt werden. 32 UNION-Versicherungsdienst GmbH: Antwort auf eine Anfrage bzgl. Haftungsproblemen bei der Stellung von Medikamenten;

19 Im Arbeitsalltag bei der Übertragung von einzelnen Tätigkeiten spielt die Qualifikation der nachgeordneten Hilfskraft eine entscheidende Rolle. Wenn eine formale Qualifikation vorliegt (z.b. Ausbildung zur KPH oder auch Pflegeassistent/in, wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt), kann davon ausgegangen werden, dass diese bestimmte Aufgaben auch selbstständig ausführen können. Hier gilt der Grundsatz des Vertrauens: Die Pflegefachperson darf darauf vertrauen, dass der beauftragte Mitarbeiter seine Pflichten korrekt erfüllt, dass er seiner eigenen Verantwortung nachkommt. Denn innerhalb seiner Zuständigkeit ist der einzelne Mitarbeiter verantwortlich für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht. Bei ungelernten oder angelernten Assistenten liegt es in der Verantwortung der delegierenden Fachkraft zu prüfen, ob diese die Tätigkeit ausführen kann. Hier gilt es unterschiedliche Kriterien zu beachten: die formelle (Ausbildung) und die materielle (Fähigkeit, Fertigkeit) Eignung sowie die objektive Gefährlichkeit der Aufgabe. Die delegierende Fachkraft ist verantwortlich für die fachgerechte Auswahl und auch Überwachung des nachgeordneten Mitarbeiters. 6. Qualifikationsmix erfordert Augenmaß Achtung Risiko Die Qualität der stationären Patientenversorgung vor dem Hintergrund einer sinkenden Fachkraftquote auf den Stationen soll in diesem Kapitel zur Sprache kommen. Dabei handelt es sich um ein vielschichtiges Thema, bei dem aus unserer Sicht u.a. die Patientensicherheit, die Bedürfnisse der Patienten sowie die Kontinuität der pflegerischen Versorgung und die Fachkräftebemessung berücksichtigt werden sollen. Angesichts des immer gravierender werdenden Pflegefachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt müssen allerdings auch Aspekte der Mitarbeiterbindung und motivation und die Qualität des Managements in die strategischen Überlegungen einbezogen werden Kontinuität der Versorgung auf der Station Aufgrund der ausgedünnten Personaldecke fällt es dem Krankenhausmanagement immer schwerer, eine adäquate Patientenversorgung zu gewährleisten. Die Kontinuität der Patientenbetreuung durch spezielle Formen der Pflege wie z.b. das sog. Primary Nursing ist dabei fast unmöglich. Primary Nursing bedeutet, dass eine Pflegefachperson über die gesamte Dauer eines Aufenthalts für bestimmte Patienten verantwortlich ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Dabei führt sie auch so viele pflegerische Handlungen wie möglich am Patienten selbst durch, um den Kontakt zu intensivieren, die von ihr veranlassten Pflegemaßnahmen zu evaluieren, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und bei der Pflegeplanung zu berücksichtigen. So werden die Pflege und der gesamte Behandlungsprozess für den Patienten in optimaler Weise durchgeführt. In diesem System können Helfer auf Anweisung zuarbeiten, ersetzen können sie die Fachkräfte keinesfalls. 33 In allen Kliniken ist die Kontinuität der pflegerischen Versorgung inzwischen infrage gestellt. Nicht nur aufgrund der fehlenden Fachkräfte kommt immer mehr ungelerntes Personal auf die Station, das für einfache Pflegetätigkeiten in Anspruch genommen wird. Dadurch reduziert sich die Kontaktzeit zwischen dem Patienten und der für ihn verantwortlichen Pflegefachperson immer weiter. Eine hoch kompetente, fachlich getragene Pflege ist heute schon aufgrund der o.g. Gründe kaum mehr zu leisten sogar knapp 30% der Pflegemanager waren lt. Pflegethermometer 2007 der Ansicht, dass die Möglichkeit, eine ausreichende pflegerische Versorgung anzubieten (wie sie das SBG V fordert), gesunken ist Zur Vertiefung empfehlen wir Marie Manthey: Primary Nursing Ein personenbezogenes Pflegesystem; 3. Ergänzte Auflage 2011, Verlag Hans Huber 34 Pflegethermometer 2007, Seite 37 19

20 Die zur Verfügung stehende Zeit am Patientenbett sinkt dramatisch. Die Kontinuität der Patientenbetreuung ist aber nötig, um die Fehlerquote möglichst gering zu halten, auftretende Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und Schaden durch umgehend eingeleitete Gegenmaßnahmen vom Patienten abzuwenden. Was passiert, wenn eine Pflegefachperson ein Essenstablett abräumt? Sie schaut auf die laufende Infusion, sie sieht einen vollen Urinablaufbeutel, sie schaut auf den Nachttisch und bemerkt, dass der Patient seine Medikamente noch nicht eingenommen hat. Sie erinnert freundlich daran. Der Patient sagt, ihm sei nicht gut. Die Pflegefachperson sieht, dass kaum etwas gegessen wurde. Sie weiß, der Patient ist Diabetiker. Vor dem Essen war der Blutzucker in Ordnung, der Patient hat Insulin erhalten. Die Pflegefachperson fragt, warum der Patient nichts gegessen hat. Dieser erwidert, es sei das falsche Essen. Er mag keinen Fisch. Aber er wollte auch nichts sagen. Sie haben doch so viel zu tun! Als die Menüassistentin am Vortag die Bestellung aufgenommen hatte, war der Patient gerade zur Untersuchung. Die Pflegefachperson organisiert eine Ersatzmahlzeit engmaschige Blutzuckerkontrollen erfolgen. Dieses Beispiel soll zeigen, was an so scheinbar banalen Tätigkeiten wie dem Austeilen oder Einsammeln von Essenstabletts hängt. Im Idealfall erkennt eine aufmerksame Hilfskraft, wenn ein Patient nichts isst und sie regelmäßig das nahezu unberührte Tablett wieder abräumt. Sie informiert die Pflegefachperson. Im Normalfall erfolgt durch diese dann eine Diagnostik im Rahmen ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten. Was hat dazu geführt, dass der Patient nicht isst? Hat er keine Zahnprothese dabei? Hat er Schmerzen im Mund? Leidet er unter Übelkeit oder Schmerzen? Ergibt die Inspektion der Mundhöhle gar eine Entzündung oder eine Pilzinfektion? Der Personalmangel macht solche pflegerischen Handlungen heute nahezu unmöglich! Die zur Verfügung stehende Zeit am Patientenbett sinkt dramatisch. Eine Entwicklung, die beängstigend ist. Die Patienten, die heute in die Krankenhäuser kommen, sind akut erkrankt. Zu einem hohen Prozentsatz sind es ältere, multimorbide Menschen. Sie brauchen rund um die Uhr professionelle Betreuung. Jede Minute, die dabei gefüllt wird durch medizinisch-pflegerisch unzureichend ausgebildetes Personal, ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko und kann zu schweren Komplikationen führen. So kann beispielsweise die Bereitstellung von Getränken ein komplexes Hintergrundwissen erfordern. Es ist schwierig, eine korrekte Flüssigkeitsbilanzierung durchzuführen, wenn die Hilfskraft nicht eingewiesen ist. Dafür müsste sie Detailinformationen über jeden von ihr betreuten Patienten haben, quasi im Sinne einer Übergabe. Dies kostet Zeit, Geld. Bei Patienten mit Herz- und Niereninsuffizienz und eingeschränkter Trinkmenge kann es gravierende Folgen haben, wenn die Servicekraft dem Wunsch des Patienten nachkommt und ihm Getränke bringt. Gerade bei dementiell erkrankten Patienten kann man in der Regel das Wissen um solche Dinge wie z.b. die Einschränkung der Trinkmenge und Getränkeauswahl nicht voraussetzen. Den Servicekräften hingegen fehlt das medizinische Hintergrundwissen, sie sind sich möglicher Auswirkungen nicht bewusst Patientensicherheit Herr Meier sitzt reglos mit geschlossenen Augen neben seinem Bett in einem Stuhl. Die Serviceassistentin ist bereits einige Minuten in dem Vierbettzimmer und erledigt Aufräumarbeiten, reinigt die Nachtschränke. Als sie Herrn Meier fragt, ob sie noch etwas zu trinken holen soll, reagiert dieser nicht. Die Assistentin fragt nochmals keine Reaktion. Sie geht auf den Flur und schaut sich hilfesuchend um. Eine Reinigungskraft ist die erste Person, die sie sieht. Sie ruft sie zu sich und zeigt auf Herrn Meier. Der Reinigungskraft kommt dies irgendwie seltsam vor. Sie sucht eine Pflegefachperson, die sie, nach einigem Suchen, in einem anderen Patientenzimmer findet. Die Pflegefachperson reagiert schnell: Sie holt sich Unterstützung, um Herrn Meier ins Bett zu legen. Sie lagert seine Beine hoch, verständigt den Arzt, ermittelt Puls und Blutdruck. Herr Meier kommt wieder zu sich. Diesmal ist es gut gegangen. 20

21 Im Rückblick auf die letzten Jahre kann festgestellt werden, dass im Krankenhausbereich aber nicht nur da die Personalausstattung in der Pflege es immer schwerer und an manchen Stellen unmöglich gemacht hat, die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten 35, so berichtet der Geschäftsführer des DBfK-Bundesverbandes e.v. Franz Wagner schon Und sowohl das Gutachten des Deutschen Krankenhaus Instituts (DKI) zur Neuordnung von Aufgaben unter Beachtung weiterer Berufsgruppen 36 vom Mai 2010 als auch die Pflegethermometer des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.v. (dip) der Jahre 2007 (Befragung von Pflegemanagern, S ) und 2009 (Befragung von Krankenpflegekräften, S ) 37 sprechen von Situationen für Patienten, die darauf hindeuten, dass ein erhöhtes Gefährdungspotenzial für Patienten aufgrund der ausgedünnten Pflegepersonaldecke nicht ausgeschlossen werden kann. Dabei ist eine deutliche Verschlechterung der Situation von 2007 bis 2009 zu verzeichnen. Das DKI nimmt die in den vergangenen Jahren dramatisch gesunkenen Zahlen an in der stationären Krankenhauspflege Beschäftigten (minus 14%) zum Anlass, über eine Übertragung von Tätigkeiten des Pflegedienstes auf andere, meist weniger qualifizierte Beschäftigte im Krankenhaus nachzudenken. Dass die gesunkenen Beschäftigungszahlen, parallel zu einem ca. 8%-igen Anstieg der Behandlungsfälle und einer Verkürzung der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus einher gehen mit einer Arbeitsverdichtung für den Pflegedienst, scheint ersichtlich zu sein, wird von den Pflegefachpersonen im Pflegethermometer 2009 auch so benannt. Die Maxime der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde der späten 1990-er Jahre ( schneller, besser, billiger ), die allem Anschein nach zur Effizienzsteigerung auch Einzug in die bundesdeutsche Krankenhausfinanzierung gehalten hat die sich ständig erhöhenden Kosten bei gedeckelten Einnahmen wurden v.a. durch den Abbau von Stellen im Bereich des Pflegepersonals kompensiert, kann so nicht gehalten werden. Man hatte offensichtlich nicht bedacht, dass man auf Dauer immer nur zwei der drei Eigenschaften erreichen kann: Wird es schneller und besser, so wird es langfristig teurer. Soll es schneller und billiger werden, so wird es langfristig schlechter. Wenn eine Organisation dies ignoriert, stehen ihre Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit vor einem Dilemma, denn sie sollen zueinander in Widerspruch stehende Unternehmensziele erfüllen, obwohl dies de facto nicht möglich ist. 38 Notwendige pflegerische Tätigkeiten wie die Mobilisation zu den Mahlzeiten können immer seltener geleistet werden. Gerade in diesem Dilemma stehen Pflegekräfte, so dass es zur Rationierung von Pflegetätigkeiten kommen muss, womit zunächst ein Sinken der Pflegequalität, dann aber auch ein Sinken der Patientensicherheit einhergeht. Dabei wird von den Pflegefachpersonen ein Höchstmaß an Entscheidungskompetenz zur Priorisierung gefordert, um bei den unterschiedlichen Patienten und deren z.t. hochkomplexen Erkrankungen in kürzester Zeit das Maß und den Umfang der Rationierung der Pflegetätigkeiten fest zu legen. Diese beziehen sich i.d.r. zunächst auf grundpflegerische Tätigkeiten, in der Folge kommen aber auch Tätigkeiten der Prophylaxe und der Hygiene hinzu. So können Patienten zur Vorbeugung des Wundliegens nicht in angemessenen Zeitintervallen bewegt werden, außerdem nimmt die Zahl der im Krankenhaus erworbenen Infektionen (nosokomiale Infektionen) deutlich zu (vgl. hierzu die Pflegethermometer). Auch notwendige pflegerische Tätigkeiten wie die Mobilisation zu den Mahlzeiten können immer seltener geleistet werden dann muss der Patient im Bett bleiben, andere Komplikationen können entstehen, der Genesungsprozess zieht sich unnötig in die Länge. Ein wesentliches Element der Patientensicherheit in Krankenhäusern ist, Komplikationen und Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Fehler müssen wo immer möglich verhindert bzw. aus entstandenen Fehlern gelernt werden, gefahrgeneigte Ab- 35 aus Stellenschlüssel per Gesetz? Die Schwester Der Pfleger (07/2008) 36 unter: 37 unter: 38 aus Krankenhausfinanzierung: Personalausstattung und ErgebnisQualität Die Schwester Der Pfleger (01/2010) 21

22 läufe sind zu identifizieren und zu verändern. Dafür braucht es allerdings die Kompetenz und Erfahrung, über die nur Fachkräfte verfügen Der Maßstab: Patientenorientierung Patienten, die sich aus medizinischen Gründen in ein Krankenhaus begeben müssen, erwarten von den dort beruflich Tätigen, in ihrer Situation ernst genommen und entsprechend behandelt und betreut zu werden. Aus Sicht der Patienten und ihrer Angehörigen entstehen durch die oben genannten Rationierungen Konflikte. Fragen wie: Warum dauert es so lange, bis eine Pflegekraft kommt, wenn ich klingele? Warum kommen zu mir immer Hilfskräfte? Welche Pflegekraft ist denn für mich zuständig? Was machen die Pflegekräfte den ganzen Tag? sind keine Seltenheit und berechtigt. Auch die oft so notwendigen Gespräche, die Pflegefachpersonen mit Patienten bei der Verrichtung von Pflegetätigkeiten führen, sind für die Patienten wichtig, da sie oft die einzige Möglichkeit bieten, über Ängste, Sorgen, Bedenken und Fragen zu sprechen: Häufiger als dem Arzt klagen sie gegenüber den Pflegenden. Nähe, Beziehung, Hilfebedarf bei vielen, auch intimen täglichen Aktivitäten bewirken eine ganz spezifische Atmosphäre, die ungewöhnlich zwischen sich eigentlich fremden Erwachsenen ist. [ ] Interaktionen in der Pflege umfassen ein großes Spektrum: Pflegende trösten, informieren, helfen bei der Suche nach Sinn, sie unterstützen Hoffnung, schlichten Konflikte, verbreiten Ablenkung und Humor, sie beraten und schulen. Ein großer Teil dieser Interaktionen dient der Gefühlsarbeit, der Stabilisierung und der Identitätserhaltung, der Wiedergutmachung und anderer Kategorien. Zunächst von Soziologen als emotional work" beschrieben (Strauss, Fagerhaug 1980), haben auch Arbeitspsychologen diesen wichtigen Teil von Pflegearbeit immer wieder bestätigt. 39 Hier werden die Bedürfnisse der Patienten und deren Angehörigen nach Nähe, Einfühlungsvermögen, Erklärung, Hilfestellung, Wahrnehmen von Angst, Not, Trauer, Resignation, Wut, etc. deutlich. Leider ist dieser Teil der Arbeit von Pflegefachpersonen immer seltener zu leisten, da mehr Kontaktzeit wegen Arbeitsverdichtung, kurzer Verweildauer und mangelnder personeller Ressourcen oft nicht leistbar ist. Und auch von Hilfskräften können diese emotional hoch komplexen Gespräche, die, wie o.g., oft bei pflegerischen Handlungen stattfinden, nicht geleistet werden schon allein wegen des fehlenden fachlichen Hintergrundes. Interaktionen in der Pflege umfassen ein großes Spektrum: Pflegende trösten, informieren, helfen bei der Suche nach Sinn, sie unterstützen Hoffnung, schlichten Konflikte, verbreiten Ablenkung und Humor, sie beraten und schulen. Schwester, können Sie mir das nochmal erklären? So hört man es immer wieder aus dem Munde der Patienten, v.a. nach Aufklärungsgesprächen von Ärzten. Jeder Arzt fragt zwar immer, ob alles klar und deutlich war und auch verstanden wurde. Doch offenbar benötigt der Patient die alltagstauglichere und weniger verklausulierte Erläuterung des Pflegepersonals, um sich das Gesagte noch einmal vor Augen zu führen und zu durchdenken. Hier leisten Pflegefachpersonen eine wertvolle Arbeit, um Patienten Unklarheiten und damit verbunden v.a. Ängste zu nehmen. Diese Arbeit kann keine Assistentin abnehmen! Pflegefachpersonen spielen darüber hinaus eine wichtige Rolle, indem sie eigenständig und nicht erst auf Nachfrage Beratungsleistungen erbringen. Aufgrund ihres Fach- und Erfahrungswissens nehmen sie Handlungsbedarfe, individuelle Bedürfnisse, Ressourcen und Defizite wahr, richten ihr pflegerisches Handeln danach aus, vermitteln Kontakte zu Therapeuten, suchen das klärende Gespräch mit Angehörigen und tragen wesentlich zu mehr Sicherheit und Eigenständigkeit des Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung bei. All dies ist Bestandteil von Professionalität und professioneller Verantwortung von Pflegefachpersonen, dafür sind sie qualifiziert. Dieses Potenzial kommt immer seltener zum Einsatz, verkümmert, wird weder abgefragt noch gefördert in der Versorgung fehlt es aber offensichtlich. Klinikpatienten beklagen seit Jahren, dass ihnen während ihres Krankenhausaufenthaltes niemand zur Verfügung stand, der Fragen beantworte- 39 vgl. dazu den Artikel Außergewöhnliche Kommunikation: Gespräche sind Pflegehandlungen! aus Die Schwester Der Pfleger (04/2009) 22

23 te, und sie sich deshalb unzureichend auf die Entlassung vorbereitet fühlten. Nachgewiesene Versorgungsbrüche beim Übergang stationär zu ambulant und eine hohe Wiedereinweisungsquote ins Krankenhaus sind teure Konsequenzen daraus Personalbemessung Die Ergebnisqualität der Krankenhausbehandlung hängt maßgeblich vom Zahlenverhältnis Patient Pflegefachperson ab. Liegt dieses unter einer kritischen Grenze, so kann davon ausgegangen werden, dass die Raten an nosokomialen Infektionen, an Stürzen und Druckulzera sowie fehlerhaften Medikamentenapplikationen zunimmt. Und: es spielt auch die Qualifikation des Personals eine bedeutsame Rolle: Ein hoher Anteil von examinierten Pflegekräften verbessert die Ergebnisqualität, während diese leidet, wenn zu hohe Anteile von Hilfskräften, angelerntem Personal oder Aushilfskräften ( ) auf einer Station eingesetzt werden. 40 In einer Studie des Universitätsklinikums Genf aus dem Jahre 2007 werden Studienergebnisse aus den USA bestätigt. 41 Es wurde untersucht, welcher Pflegeschlüssel als kritischer Grenzwert zu betrachten sei. Sank der Pflegeschlüssel unter diesen Wert, kam es zu einem Anstieg der Infektionsinzidenz (die Rate, um die sich ein best. Auftreten verändert hat, Anm. d. Red.) um 2,3 Infektionen pro 100 Patiententage. Der unmittelbare Zusammenhang zwischen quantitativer wie qualitativer Pflegepersonalbemessung und patientenbezogenen Outcomes ist international seit langem durch Studien belegt. Durch die Untersuchungen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung in den Pflegethermometern fällt auch in Deutschland seit Jahren auf, dass eine verdeckte Rationierung pflegerischer Leistung in den Kliniken zunimmt. Der Pflegepersonalabbau seit Wegfall der gesetzlichen Grundlage PPR für die Personalbemessung (1996) hat deutliche Einbußen für die Versorgungsqualität und Patientensicherheit erbracht. Die deutschen Ergebnisse der aktuellen internationalen Pflegestudie RN4Cast (Registered Nurse Forecasting), bei der in 49 deutschen Akutkliniken sowohl Pflegefachpersonal wie Patienten befragt wurden, zeigen die Defizite auf. Im RN4Cast-Fragebogen wurden die Pflegefachkräfte ebenfalls nach Pflegetätigkeiten gefragt, die während ihres letzten Dienstes nötig gewesen wären, aber aus Zeitmangel nicht im erforderten Ausmaß durchgeführt werden konnten. Bei diesen Pflegetätigkeiten handelt es sich um Tätigkeiten aus dem Pflegealltag wie z. B. Hautpflege, Mundpflege oder regelmäßiges Umlagern. Den Auswertungen zufolge fehlte demnach bei 28% des Pflegepersonals in Deutschland die notwendige Zeit für die Hautpflege von Patienten, bei 30% für die Mundpflege und sogar bei 82% die Zeit für Zuwendungen und Patientengespräche. Da viele Pflegekräfte jedoch ein hohes Berufsethos haben und es für sie nicht leicht ist einzugestehen, dass sie ihrem hohen Anspruch nicht gerecht werden können, ist anzunehmen, dass die eigentlichen Zahlen viel höher liegen. Denn Rationierungen von Pflegeleistungen finden mittlerweile im deutschen Klinikalltag in erheblichem Umfang statt, worunter viele Mitarbeiter in der Pflege extrem leiden und auch die Patientensicherheit gefährden lassen. 42 Allerdings ist es keineswegs damit getan, pflegerische Kapazität schlicht durch Steigerung der Personenzahl zu vergrößern, wie es im folgenden Beispiel versucht wurde. Eine der Strategien der neuen Betreiber des besteht darin, teure Arbeitskräfte einzusparen und durch billigere zu ersetzen. Aktuell sollen die Pflegeassistenten zusätzlich in einigen Abteilungen in einer Anrechnung 1 bis 1,5 auf eine Pflegestelle eingesetzt werden; es soll also eine Pflegestelle durch eine bis anderthalb Pflegeservicekräfte ersetzt werden. Die Leistungen der Pflegekräfte sollen so aufgeteilt werden, dass die Pflegekraft sich um ihr Kerngeschäft kümmert, während die Hilfskraft Tabletts abräumt, Schränke auswischt oder die Wäsche der Patienten stapelt. Die Geschäftsführung nimmt an, dass die Pflege durch diesen Schlüssel vgl. dazu den Artikel Gefährliche Einsparungen aus Die Schwester Der Pfleger (06/2008) 41 Hugonnet S et al. The effect of workload on infection risk in critically ill patients. Crit care Med (2007) 35: Britta Zander, Prof. Dr. Reinhard Busse: Hat die Arbeitssituation einen Effekt auf Pflege- und Patientenergebnisse?, in Die Schwester Der Pfleger 06 11, S

24 Stunden abgibt und dafür eine 30-Stunden-Kraft bekommt. So könnten auf den Stationen angeblich zehn Stunden mehr geleistet und eine Verbesserung der Situation erreicht werden. Der Betriebsrat sieht das kritischer. Wenn nämlich 1 zu 1,5 angerechnet wird und es gibt sogar Pläne, zu 1 zu 1 überzugehen -, dann ergibt sich unter dem Strich eine Ausdünnung der pflegerischen Kompetenz. Wenn unter diesen Voraussetzungen am Wochenende oder in der Nacht Dienste geregelt werden, hat man irgendwann ein Problem. In den betroffenen Schichten wären weniger Beschäftigte, die eine Stationsversorgung machen könnten. In einer Notfallsituation, in der eine Pflegeassistenz, die keinen Rettungskurs absolviert hat, alleine auf einer Station ist, kann es dann zu einer Katastrophe kommen. Vor ein paar Jahren gab es am Wochenende eine Mindestbesetzung von zwei examinierten Pflegekräften pro Schicht. Jetzt ist in jeder Schicht nur noch eine examinierte Kraft auf der Station. Wenn eine Kraft ausfällt, ist kein Spielraum für eine Umdisponierung da. 43 Die Kollegin aus einer anderen Klinik drückt es so aus: Mehr Servicequalität für alle sollte es geben. Es ist ja auch ganz nett, dass ich nicht mehr selbst die Spülmaschine aus- und einräumen muss. Aber die Fachkollegin, deren Stelle jetzt eine Servicemitarbeiterin besetzt, fehlt mir ständig, z.b. beim Lagern oder Waschen eines schwerkranken Patienten. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Aussage vieler Pflegefachpersonen, dass sie angesichts des immensen Arbeitsanfalls und des hohen Arbeitstempos von Anfang bis Ende jeder Schicht hin und wieder eine kleine Verschnaufpause brauchen. Die ließe sich in der Regel aber nicht anders als durch Übernahme weniger anspruchsvoller Tätigkeiten realisieren. Da ziehe ich mich ganz bewusst und freiwillig ab und zu in den Schmutzraum zurück und putze ein Bett, um dem Stress eine Weile aus dem Weg zu gehen, so beschreibt es eine Kollegin. Nach konsequenter Ausgliederung solcher Tätigkeiten werden sie also gelegentlich zum Luftholen im stressigen Arbeitsalltag vermisst. Konsequenz für das Management: Wer Akzeptanz und Integration von Assistenten in die pflegerischen Teams erreichen will muss an anderer Stelle selbstverständlich die nötigen Atempausen für die Pflegefachpersonen einbauen. Seit langem weist der DBfK auf die Brisanz der Situation in der Krankenpflege und die falschen und folgenschweren Weichenstellungen hin und hat dies im Januar 2010 erneut in einem Positionspapier getan: Die Patienten- /Bewohnersicherheit ist gegenwärtig gefährdet. Angesichts des Personalmangels erleben die Pflegefachkräfte tagtäglich ein moralisches Dilemma, weil sie den Mangel organisieren und sich zwischen ihrem eigenen professionellen Qualitätsanspruch und einer Versorgung, die lebensbedrohliche Vernachlässigung der Klienten bedeutet, entscheiden müssen. Sie sind gezwungen, mit unzureichenden Mitteln eine Minimalversorgung aufrecht zu erhalten. Pflegende sind durch ihr Verantwortungsgefühl für Patienten/Bewohner erpressbar; einzelne Arbeitgeber beuten sie dadurch aus. Die Pflegende ist persönlich verantwortlich und rechenschaftspflichtig für die Ausübung der Pflege. (Auszug aus ICN-Ethikkodex, 2005) Der DBfK unterstreicht die individuelle ethiethische Verantwortlichkeit jeder einzelnen Pflegefachkraft für ihr Handeln und Unterlassen. Zu einer professionellen Haltung in der Pflege gehört auch, auf strukturelle und organisatorische Ursachen von Minder- oder Fehlversorgung zu reagieren und diese adäquat und an zuständiger Stelle deutlich zu machen. 44 Im März 2011 veröffentlichte eine internationale Forschergruppe im New England Journal of Medicine ihren Kurzbericht über eine aktuelle Studie Nurse Staffing and Inpatient Hospital Mortality 45 Sie hatte Pflegeschichten von je acht Stunden in 43 unterschiedlichen Klinikabteilungen untersucht. Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen mit Fachpflegepersonal unterbesetzten Schichten und der stationären Mortalität der Patienten. Die Studie zeigte außerdem, dass ein hoher Patientendurchlauf (viele Aufnahmen, Entlassungen und 43 Nils Böhlke Patientenversorgung am Fließband in Dr. med. Mabuse 186, Juli/August 2010; S DBfK-Positionspapier Position des DBfK zum aktuellen Pflegepersonalmangel, 2010; unter 24

25 Verlegungen) die Todesrate um etwa vier Prozent ansteigen ließ. In ihrem Fazit appellieren die Forscher sehr dringend an Krankenhausmanager, je nach Anzahl schwerkranker und versorgungsintensiver Patienten genügend erfahrene Pflegefachpersonen vorzuhalten, um eine bedarfsgerechte Pflege zu ermöglichen und die Mortalität zu senken. Solange es in Deutschlands Krankenhäusern für die Personalbemessung der Pflege keine verpflichtenden gesetzlichen Mindeststandards und am Pflegebedarf orientierten validen Messinstrumente gibt ist zu erwarten, dass sich das Management weiterhin vorrangig nach Kassenlage und damit am kaum noch zu vertretenden Minimum orientiert. Dies gilt auch für die Fachkraftquote auf den Stationen. Hier ist die Politik in der unmittelbaren Verantwortung, Rahmenbedingungen vorzugeben und deren Einhaltung zu kontrollieren Kommunikation und Dokumentation Die essentielle Bedeutung einer guten, berufsgruppen- wie abteilungsübergreifenden sicheren Kommunikation und Dokumentation ist für die therapeutische und pflegerische Arbeit im Krankenhaus unbestritten. Immer häufiger fallen heutzutage allerdings Fall- oder Problembesprechungen, gemeinsame Visiten und Übergabegespräche wegen des immensen Zeitdrucks einfach weg sie sind durch schriftliche Berichterstattung nicht immer zu kompensieren. Mit jeder delegierten patientennahen Tätigkeit entstehen neue Schnittstellen mit zusätzlichen Anforderungen an die sichere Kommunikation. Schnittstellen sind per se immer ein Risiko. Die Abläufe zu sichern und für eine adäquate, vollständige Informationsweitergabe zu sorgen muss daher hohe Priorität erhalten. Für die Übertragung von Tätigkeiten auf Assistenzpersonal heißt das: Es reicht eben nicht, wenn der gemessene Blutdruckwert von der Pflegeschülerin in die Pflegedokumentation eingetragen wird. Er muss interpretiert und bewertet werden, ggfs. ist umgehendes Handeln erforderlich. Hyper- oder Hypotonus können wichtige Anzeichen einer lebensbedrohlichen Komplikation sein und dürfen keineswegs übersehen werden. Eine solche richtige Einschätzung setzt allerdings Wissen, gründliche Einarbeitung und gute Kommunikationswege innerhalb der Teams voraus. Das Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen hat in den Jahren 2003, 2006 und 2008 den Einfluss der DRGs auf Arbeitsbedingungen und Versorgungsqualität von Pflegekräften im Krankenhaus durch Befragungen von Pflegekräften in Akutkrankenhäusern untersucht. Die Studien haben u.a. ergeben: Der Informationsfluss hat sich daher unter DRG- Bedingungen verschlechtert, obwohl beschleunigte Abläufe vermehrte Kommunikation erfordern, um beispielsweise (Behandlungs-)Fehler zu vermeiden. haben sich die formellen Kommunikationsstrukturen unter DRG-Bedingungen eher verschlechtert als verbessert. Vor allem die gemeinsame Visite von Pflegekräften und Ärzten findet immer seltener statt, weil die Pflegekräfte aufgrund der Personalknappheit weniger Zeit haben und die Ärzte keine festen Visitenzeiten einhalten, auf die sich die Pflegekräfte einstellen können. Durch den Wegfall der gemeinsamen Visite werden Informationsverluste und Fehler bei der Patientenversorgung wahrscheinlicher. 46 Die Studien haben eine weitere besorgniserregende Entwicklung aufgezeigt: Eine ausführliche Pflegeaufnahme findet regelhaft unter DRG-Bedingungen deutlich seltener statt, obwohl unter der Bedingung abnehmender Liegezeiten und in Verbindung mit der Zunahme des Anteils schwerer und pflegeintensiver Fälle eine umfassende Aufnahme für die zielgerichtete Pflege 45 Jack Needleman et al; New England Journal of Medicine 2011, 364: ; March 17, Bernard Braun et al: Einfluss der DRGs auf Arbeitsbedingungen und Versorgungsqualität von Pflegekräften im Krankenhaus Ergebnisse einer bundesweiten schriftlichen Befragung repräsentativer Stichproben von Pflegekräften an Akutkrankenhäusern in den Jahren 2003, 2006 und 2008; artec-paper Nr. 173; 2011; S

26 unter Zeitdruck sinnvoll erscheint. 47 Berichte von Patienten bestätigen diesen Trend, häufig wird die gründliche Pflegeanamnese und Pflegeplanung ersetzt durch von Helfern oder Auszubildenden gemessene Vitalwerte und abgefragte Speisenpräferenz. Die Chance, durch ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem Patienten und ggfs. Angehörigen einen professionellen Eindruck von seinem Befinden, seinen Bedürfnissen und Erwartungen, und dem Umfeld, in das er nach der Behandlung wieder entlassen werden muss, zu erhalten, ist so nicht gegeben. So fällt ein weiteres zentrales Element professioneller Pflege dem Zeitdruck zum Opfer Wertschätzung und Motivation Was hält Krankenschwestern im Beruf? Diese Frage stellte Dr. phil. Margret Flieder, Professorin für Pflegewissenschaft und Pflegepraxis, in einer empirischen Untersuchung im Jahre Eine der zentralen Erkenntnisse aus ihrer Befragung lautet: Entscheidender für den Verbleib (im Krankenpflegeberuf) schien die Passung zwischen der individuellen Interessen- bzw. Motivationslage und den Bedingungen in der Praxis bzw. im Team zu sein 48 Dass erfahrene Pflegefachpersonen ihre oberste Priorität bei der patientennahen Tätigkeit sehen konnte in dieser Untersuchung auch konkretisiert werden: Formen der Handlungsorientierung zugunsten von Patienten/-innen werden deutlich anhand von Aussagen, die die Bevorzugung von patientennahen Aufgaben begründen. Bei den folgenden zwei Aussagen schimmert ein Verständnis in der Wahrnehmung von Pflegearbeit durch, das einen kurzen Exkurs verdient. Also, ich arbeite schon gerne nahe am Patienten. Ich denke, ich bin ja für den Patienten da Und ich war diejenige, die immer draußen war, also bei dem Patienten, und mit den Patienten. Und wir können ja, wenn nichts ist, kann ich mit dem Patienten spielen und sehe, wie er sich verhält oder was da für eine Resonanz kommt oder wie weit er da ist. Ich gehe lieber zum Patienten raus. Eine neue Untersuchung aus der Hochschule Osnabrück bestätigt diese Ergebnisse. Erwartungen und Realität im Berufsalltag der Alten- und Krankenpflege haben sie zum Thema gemacht: In der Studie Unsichtbare Pflegearbeit. Fürsorgliche Praxis auf der Suche nach Anerkennung stellt ein wissenschaftliches Autorinnenteam die Diskrepanz zwischen dem Alltag in der Altenund Krankenpflege und den Erwartungen der Pflegekräfte an ihren Beruf dar. In den Interviews mit Pflegenden wurde deutlich, dass eine Beziehung zu den Menschen das Kriterium ist, das Frauen und Männer gleichermaßen an den Pflegeberuf bindet. Gerade in gewinnorientierten Einrichtungen ist diese Beziehung besonders gefährdet, da der Zeitdruck und die vorgegebene Taktung die entscheidende kommunikative Seite der Pflegehandlung kaum noch zulassen. Das Resultat: Der Beruf verliert für Frauen und Männer seine Attraktivität. 49 Drastischer formuliert der Fernsehsender n-tv in einem Beitrag vom 02. August 2011 unter der Überschrift Pflege (immer noch) in Not Wer braucht einen Urin-Kellner? 50 : Die beiden Ausbildungsberufe Altenpfleger und Krankenpfleger sind im vergangenen Jahrzehnt quasi systematisch ruiniert worden. Nichts Ernsthaftes wurde getan, um dem Image des Urin- Kellners oder Hintern-Abwischers entgegenzutreten. Ja, zum Berufsbild gehört die Körperpflege der Kranken und Alten. Aber eben auch: Umgang mit lebenserhaltender High-Tech, mit teuren und hochwirksamen Medikamenten, mit Extremsituationen und sich sorgenden Angehörigen. Eine Pflegekraft ist ein bisschen Arzt, ein bisschen Seelsorger, ein bisschen Manager, ein bisschen Bestatter, ein bisschen Koch, ein bisschen Sportler, ein bisschen Hygieneexperte, ein bisschen Apotheker, kurz: eine Allround-Fachkraft mit anspruchsvoller, lernintensiver Ausbildung. 47 wie 46, S Margret Flieder: Was hält Krankenschwestern im Beruf? 2002; Mabuse-Verlag 49 Pressemitteilung der Hochschule zur Veröffentlichung der Studie am 23. März aufgerufen am

27 Um diesem hohen und aus der Perspektive von Patienten und Angehörigen durchaus berechtigten Anspruch an die kompetente Arbeit einer Pflegefachperson entsprechen zu können braucht sie allerdings auch die nötigen Rahmenbedingungen: Zeit zur unmittelbaren Versorgung der Patienten, Gelegenheiten zur Kommunikation, Zeit für die Krankenbeobachtung und Bewertung von Beobachtungsergebnissen, Zeit zur Planung und Evaluation von Pflegemaßnahmen. Unmittelbares Feedback durch den Patienten und sichtbare, wenn auch oft kleine, Verbesserungen in seinem Befinden sind ganz wesentliche Faktoren der Motivation des Pflegefachpersonals. Der Beruf, ohnehin geprägt und belastet durch geringe Wertschätzung innerhalb des Gesundheitssystems, braucht das Element der direkten Fürsorge, um anziehend zu bleiben. Denn die überwiegende Mehrzahl aller Pflegefachpersonen benennt dies als wichtigstes Kriterium für die eigene Berufswahl. Wenn die an die individuellen Bedürfnisse angepasste persönliche Zuwendung und pflegerische Betreuung im Berufsalltag wegen des hohen ökonomischen Drucks abhandenkommt, geht die Bindung an den Beruf verloren. Der inneren kann schnell die formale Kündigung folgen. Eine Untersuchung der Abwanderungsmotive deutscher Pflegefachpersonen unterstreicht das: als Push-Faktoren (d.h. solche, die Pflegekräfte aus Deutschland wegtreiben) beklagen Pflegekräfte die hohe Zahl unqualifizierten Personals sowie die zunehmende Einschränkung qualitativ hochwertiger Arbeitsansätze aus Kostengründen. 51 Ich habe während meines einwöchigen Krankenhausaufenthaltes in meinem Zimmer nur Praktikanten und Schüler erlebt, die Krankenschwestern waren draußen am Computer oder Telefon und hatten es eilig, berichtet eine Patientin nach ihrer Entlassung. Und wie sichert man Wertschätzung und Motivation der Helfer? Allzu oft fühlen sie sich als Mitarbeiter zweiter oder dritter Klasse, ausschließlich weisungsgebunden ohne eigenen Gestaltungsspielraum. Delegiert werden häufig Tätigkeiten, die zeitaufwändig und für die anderen Berufsgruppen lästig sind, wenig Neues bieten und schnell zur Routine werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Assistenten oft stationsübergreifend eingesetzt sind, viele Auftraggeber haben und keinem festen Team angehören. Auf Dauer funktionieren solche Modelle nicht, sondern führen zu Unzufriedenheit und Frustration, Überlastung, Unverbindlichkeit, hohen Krankheitsquoten und frühem Ausstieg. Helfer sollten stations- oder höchstens abteilungsbezogen eingesetzt werden, sie müssen formal einem Team angehören und sich ihm auch zugehörig fühlen, ihren Platz kennen. Für die Identifikation mit einer Aufgabe ist das eine wesentliche Voraussetzung und fördert Engagement, fachliche wie persönliche Entwicklung und gegenseitiges Vertrauen Organisation Welche Aspekte sind bei der Gestaltung des Qualifikationsmix auf den Stationen zu berücksichtigen, welche Profile sind möglich und sinnvoll? Was muss zentral geregelt werden, wo sind stationsbezogen individuelle Lösungen besser? Ausgangspunkt für die Umgestaltung von Tätigkeiten muss eine gründliche Analyse der Abläufe sein innerhalb der Station/des Bereiches/der Fachabteilung wie auch in den angrenzenden Bereichen. Schwachstellen müssen aufgespürt, Reibungsverluste verringert und Prozesse nach Möglichkeit optimiert und verschlankt werden. Häufig lässt sich so bereits ein großes und bis dahin unbeachtetes Potenzial heben. Im April 2003 veröffentlichte das Deutsche Krankenhaus Institut (DKI) die Studie Pflegefremde und patientenferne Tätigkeiten im Pflegedienst der Krankenhäuser Bestandsaufnahme und Verbesserungsvorschläge. Nach Verbesserungsvorschlägen befragt hatten die teilnehmenden Pflegefachpersonen wichtige Hinweise gegeben, die neben der Verlagerung von Tätigkeiten an anders Qualifizierte auch einrichtungsinterne Abläufe betrafen: Bestehende Aufgabenbereiche, Besetzung, Präsenz oder Qualifikation vorhandener Dienste sollten erweitert werden. Einstellung von Stationssekretärinnen/-assistenten 51 Diana Ognyanova: Warum migrieren Pflegekräfte? In Die Schwester Der Pfleger,

28 Einrichtung eines Patientenbegleitdienstes Beschäftigung von Versorgungsassistenten Einstellung von Arzthelferinnen Einsatz von Dokumentationsassistenten Stärkerer Rückgriff auf ehrenamtliche Helfer/Grüne Damen Schaffung eines zentralen Servicebereichs, der Hotelleistungen, Hol- und Bringedienste, Reinigungsdienste etc. abdeckt Einsatz von Hauswirtschaftskräften/Hostessen zur Menübestellung und Essensverteilung Bestückung der Patientenzimmer mit Pflegeutensilien durch Hauswirtschaftskräfte Delegation der Desinfektion an Hauswirtschaftskräfte Stellenausbau im Stationssekretariat Ausbau des Hol- und Bringedienstes Personell zuverlässige Besetzung zentraler Dienste Bessere Besetzung von Patientenbegleitdiensten zu Stoßzeiten Ganztägige Präsenz des Reinigungsdienstes Präsenz von Hilfsdiensten an Wochenenden/Feiertagen Dienstzeiten zentraler Dienste dem Bedarf anpassen. Neben der Verlagerung auf andere Berufsgruppen bildet eine bessere technische Ausstattung einen zweiten Schwerpunkt der Handlungsoptionen : Elektronische Patientenakte EDV-gestützte Pflegedokumentation Verbesserte EDV-Lösungen für Pflegedokumentation Krankenhausweites EDV-System Online-Bestellungen Online abrufbare Befunde/Untersuchungstermine Mobile Leistungserfassung Scannertechnik zur Anforderung von Pflege-/Medizinprodukten Modulschränke Rohrpost. Verbesserungsvorschläge zur Ablauforganisation : Standardpflegepläne (mit Ankreuzfeldern) zur Reduktion des umfangreichen Pflegeberichts Klar definierte Behandlungspfade, die eine spezielle Dokumentation nur bei Abweichungen notwenig machen Reduktion der Dokumentation auf das absolut Notwendige Zentrale Patientenaufnahme und Pflegeanamnese Primary Nursing. 52 Seit 2003 haben die Krankenhäuser große Veränderungen erlebt, viele dieser Verbesserungsvorschläge wurden sicherlich in den meisten Kliniken bereits realisiert oder mindestens angestoßen. Vor allem in die technische und EDV-Ausstattung wurde investiert, denn Krankenhausinformationssysteme müssen passgenau sein, für viele Zwecke einen sicheren Datentransfer gewährleisten und sind Grundvoraussetzung für die Sicherung der Erlöse. Wer neue Berufsgruppen oder gezielt gestufte Kompetenzprofile und Qualifikationen in die Pflegeteams integrieren will, sollte dabei vor allem von Beginn an für größtmögliche Transparenz sorgen. Die Entwicklung und Umsetzung solcher Modelle kann nur gelingen, wenn das Know- How der Pflegefachpersonen maßgeblich einfließt, ihre Vorschläge berücksichtigt werden und für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation resultiert. Wer den Pflegefachpersonen spürbare Entlastung und den Patienten besseren Service verspricht, wird am Ende an den Ergebnissen gemessen. Allerdings sollte das auf diesem Wege umsetzbare Entlastungspotenzial für die Pflegefachpersonen auch nicht überschätzt werden. Viele Tätigkeiten fallen situationsbedingt und wenig 28

29 planbar an, Krankheitsverläufe und Therapieverfahren werden immer komplexer, die zunehmende Multimorbidität und steigender Altersdurchschnitt des Patientenklientels erfordern in der Versorgung dieser Menschen ein hohes Maß an Fachkenntnis Stellenbeschreibung Aus bisherigen Erfahrungen geht klar hervor, dass es nicht sinnvoll ist, einzelne Tätigkeiten oder Verrichtungen von Pflegefachpersonal auf andere Berufsgruppen zu übertragen. Bei dem Versuch, eine Aufgabenverteilung zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Krankenhaus vorzunehmen, erweist sich die Orientierung an Einzeltätigkeiten als nicht zielführend. Die Zergliederung von Aufgabenkomplexen schafft zusätzliche Schnittstellen und erhöht damit die Gefahr von Schnittstellenproblematiken 53 Stattdessen sind Aufgabenfelder zu definieren, Aufgaben und Zuständigkeiten sinnvoll zu bündeln, damit vollständige Arbeitsplätze entstehen können. Folgende Aspekte sind dabei zwingend zu berücksichtigen: Zeit: Wann und wie oft fällt die Tätigkeit an, wie lange dauert sie? Sind Zeitpunkt und Zeitdauer flexibel zu gestalten? Inhalt: Was kann, soll und darf übertragen werden? Effizienz: Ist es ökonomisch sinnvoll, die Aufgabe zu delegieren? Qualifikation: Welche Kompetenz ist erforderlich bzw. steht zur Verfügung? Hieraus abgeleitet sind Stellenbeschreibungen zu erstellen, in denen die Einordnung der Stelle in die Unternehmensorganisation (Organigramm), Stellvertretung, Tätigkeitsbereiche (Zielsetzung der Stelle, Aufgaben, Kompetenzen und Pflichten, Anforderungen an den Stelleninhaber, Zusammenarbeit mit anderen Stellen), Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Leistungskriterien sowie Organisatorischen Angaben (nächste Überprüfung ) klar festgelegt und abgegrenzt werden. Ob das Aufgabenfeld einer Servicekraft in chirurgischen Abteilungen identisch definiert wird wie das auf einer internistischen Station hängt von der Gesamtstruktur des Krankenhauses, der Personalbesetzung für den Servicebereich und dem beabsichtigten Aufgabenzuschnitt ab. Unbedingt zu berücksichtigen ist allerdings, dass jede Neuordnung von Aufgaben zumindest eine konsequente Überprüfung bzw. Neudefinition aller davon berührten Prozesse beinhalten sollte. Maßstab müssen die Qualität der Patientenversorgung und die uneingeschränkte Patientensicherheit sein. Problematisch scheinen die personellen Umstrukturierungen dann zu sein, wenn lediglich ein simplifizierter tätigkeitsbezogener Ansatz für Skill Mix angewendet wird. Dieser ausschließlich tätigkeitsbezogene Ansatz blendet mögliche Auswirkungen eines veränderten Qualifikationsniveaus aus. Hierunter sind die Ansätze zu verstehen, bei denen die Anzahl der höher qualifizierten Pflegepersonen vermindert wird und die gleichen pflegerischen Aufgaben vermehrt von schlechter ausgebildetem Personal durchgeführt werden. Als Beurteilungskriterium steht das Pflegeergebnis im Zentrum des Interesses. 54 Dass eine zeitlich wie inhaltlich angemessene Einarbeitung geleistet werden muss ist darüber hinaus selbstverständlich. Eine Nachfrage beim Haftpflichtversicherer des Krankenhauses ist anzuraten, wenn Aufgaben an andere Berufsgruppen delegiert werden. Er hat zu prüfen, ob der Versicherungsschutz unberührt bleibt und/oder vertragliche Regelungen wie beispielsweise der Aufnahme- bzw. Behandlungsvertrag umformuliert oder ergänzt werden muss Ausfallkonzept und Vertretungsregelung Auch Versorgungsassistenten, Servicekräfte und Pflegehelfer haben Anspruch auf tariflichen Urlaub, fallen adhoc durch Krankheit aus. Was dann? Kein Problem, die Pflegefachpersonen sind doch rund um die Uhr da, auch am Wochenende. Sie haben die Arbeit früher ja auch getan und können sofort einspringen! So stellt sich das wohl mancher Geschäftsführer vor. Ablösung 52 DKI: Pflegefremde und patientenferne Tätigkeiten im Pflegedienst der Krankenhäuser; 2003; S Stemmer, R.; Haubrock, M.; Böhme, H.: Gutachten zu den zukünftigen Handlungsfeldern in der Krankenhauspflege, Mainz 2008, S wie 53, S

30 und Ausfälle, geplant wie beim Urlaub oder unvorhersehbar wie bei Krankheit, müssen von Anfang an mitgedacht und mitgeregelt werden. Wer Aufgaben verlagert muss dies konsequent tun, ohne Hintertürchen. Viele Modelle sind denkbar, vom Stellenpool über ein Rotationssystem, bei dem in regelmäßigen Abständen andere Mitarbeiter die Tätigkeiten ausüben und dann ggfs. vertreten können, bis hin zu Arbeitsverträgen mit Stand-By-Modus. Dabei wird die Arbeitszeit vertraglich so vereinbart, dass in Vertretungszeiten mehr Arbeitsleistung abgerufen werden kann. Auch auf die gewünschten Abläufe zugeschnittene Teilzeitverträge können dafür eine gute Grundlage bilden. Dazu ein Beispiel aus den Kliniken Maria Hilf, Mönchengladbach, wo man etliche bislang pflegerische Tätigkeiten an zwei neue Berufsgruppen verlagert hat: Service-Kräfte (arbeiten 7 Tage die Woche) und Leitstellen-Mitarbeitende (Stationssekretariat, arbeiten 5-6 Tage die Woche). Die Projektleitung berichtet: Neu eingerichtete Stellen sind grundsätzlich Teilzeitstellen, damit der erforderliche Schichtbetrieb gewährleistet werden kann. Um den Bedarf einer Station an Service-Kräften abzudecken, sind bis zu vier MitarbeiterInnen erforderlich. Für die Leitstellenbesetzung sind bis zu drei MitarbeiterInnen notwendig. Die Neuverteilung der Aufgaben wurde entsprechend der Fähigkeiten der MitarbeiterInnen vorgenommen. Dadurch konnte eine höhere Motivation und Qualität erreicht werden. Mit gleichem Budget werden mehr MitarbeiterInnen beschäftigt, da die jeweiligen übernehmenden Berufsgruppen preisgünstiger sind als die bisherigen Aufgabenerbringenden. Die eingesparten Personalkosten verbleiben in der Pflegedirektion und werden zur Personalvermehrung verwendet Weisungsbefugnisse Die Regelung von Weisung und Weisungsbefugnissen in horizontaler wie vertikaler Richtung ist elementarer Bestandteil einer Stellenbeschreibung, dennoch soll hier gesondert darauf eingegangen werden. Bei der Ausgestaltung neuer Aufgabenfelder besteht immer die Gefahr, dass sich mit der Zeit Dinge verselbständigen, andere bzw. zusätzliche Tätigkeiten aufgetragen werden, sich der Zuständigkeitsbereich allmählich ändert bzw. von Dritten verändert wird. Das kann manchmal sinnvoll sein, birgt immer aber auch die Gefahr der Überforderung. Hinzu kommt, dass gering qualifizierte Mitarbeiter häufig nicht den Mut haben sich zur Wehr zu setzen, wenn ihr Arbeitspensum zu groß wird, wenn ihnen (in ihren Augen) hochrangige Mitarbeiter weitere Aufgaben übertragen, denn sie fühlen sich abhängig oder fürchten um ihren Arbeitsplatz. Mancher neigt auch zur Selbstüberschätzung und bringt dadurch Patienten in Gefahr. Für solche Situationen Schutz zu bieten ist Sache der Führungskräfte. Wer ist Dienstvorgesetzter? Wer darf Aufträge erteilen, wer nicht? Wo beginnt und wo endet die Zuständigkeit? Wann müssen Stellenbeschreibungen überprüft und ggfs. angepasst werden? All dies sind Fragen, die vorab durchdacht und geregelt werden müssen. 7. Qualifikation und fachliche Grundlagen Pflegenotstand Per Crashkurs zur Krankenschwester? So der Titel einer Meldung am 11. August 2011 im Bayrischen Rundfunk 56. An immer mehr Kliniken in Oberbayern fehlen Fachkräfte für die Pflege. Die Situation am Klinikum ist so dramatisch, dass jetzt verstärkt Hilfskräfte für die Pflege ausgebildet werden. Die gelernten Schwestern sollen sich so auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können. Die Lücke im Pflegebereich will das Krankenhaus jetzt mit Hilfskräften füllen. Die ersten Pflegehelfer haben mittlerweile einen dreimonatigen Schnellkurs absolviert und werden im Schichtdienst eingesetzt. Sie sollen Nebentätigkeiten wie das Waschen von Patienten oder die Essensverteilung übernehmen, und das examinierte Personal so entlasten. Zweimal im Jahr will die Klinik Quereinsteiger in den Schnellkursen ausbilden. Zwar sei das Modell nur als Notlösung entstanden, es werde aber auf Jahre hinaus ohne Alternative bleiben ID xml, aufgerufen am

31 Der Einsatz von Hilfs- und Servicekräften soll einerseits Pflegefachpersonal entlasten, Kapazitäten öffnen für die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten, und andererseits die Servicequalität steigern. Diese wird als wichtiges Merkmal im Wettbewerb um den Kunden Patient angesehen. Derzeit kreieren viele Kliniken allerdings eine Mogelpackung: Der unkritische Einsatz von nicht oder nur sehr gering qualifizierten Assistenten belastet die Pflegefachpersonen noch mehr. Die Helfer werden nicht zusätzlich, sondern als Ersatz für Pflegefachpersonal eingesetzt. Dies hat eine Reduzierung der Kontaktzeiten zwischen Fachpersonal und Patienten zur Folge. Um die pflegerische Qualität nicht noch weiter zu gefährden ist es notwendig, ein Mindestmaß an pflegerischer Bildung bei allen Assistenten zu gewährleisten. Die Patienten in einem Krankenhaus befinden sich in einer akuten, oftmals kritischen Phase ihres Lebens. Sie bedürfen einer fachlich hochwertigen Betreuung auch und gerade im pflegerischen Bereich. Die Krankenbeobachtung ebenso wie die Weitergabe von Informationen durch Helfer an Fachkräfte darf nicht an zufällig vorhandene persönliche Fähigkeiten der Assistenten geknüpft sein. Der eine kann es und tut es, der andere eben nicht. Dem Einsatz muss eine gründliche und auf das Arbeitsfeld und den Einsatzort zugeschnittene Qualifizierung vorausgehen. Aktuell existiert keine einheitliche Ausbildung von Assistenzpersonal in der Pflege. Zum Teil stricken Krankenhäuser hausinterne Qualifizierungen, in der Regel mit so wenig Aufwand wie irgend möglich, bildungs- und berufspolitisch eine Sackgasse. Vergleichbarkeit unter den diversen Abschlüssen ist nicht gegeben. Das bedeutet auch für die auf diesen Wegen qualifizierten Personen Unsicherheit im Einsatzgebiet. Ihr Arbeitsmarkt ist eng begrenzt, sie sind nicht flexibel in unterschiedlichen Krankenhäusern der verschiedenen Bundesländer einsetzbar. Ausbildungen zur Schwesternhelferin/Pflegehelfer können beispielsweise bei den Maltesern in 120 Stunden absolviert werden 57. Jedoch ist der Einsatzbereich laut Angaben auf der Homepage beschränkt auf die ambulante Pflege und die stationäre Altenhilfe. Auch die Pflegehelfer-Ausbildung der Johanniter qualifiziert in 118 Unterrichtseinheiten der Theorie, in 82 Stunden praktischer Unterweisung und einem 3-stündigen Abschlussgespräch zu Tätigkeiten in einer Sozialstation, der häuslichen Pflege oder anderen Pflegeeinrichtungen 58. Deutlich weiter reicht die Qualifizierung zur Fachkraft für Pflegeassistenz. Es ist eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen. Je nach Bundesland führt die Ausbildung zu unterschiedlichen Abschlussbezeichnungen, die Ausbildung dauert 2 bis 3 Jahre. Eine andere Variante wird seit kurzem in Österreich erprobt: Vergangene Woche startete in Vorarlberg ein Pilotprojekt des neuen Lehrberufs Betriebsdienstleister/in. Jugendliche haben die Möglichkeit, nach dem Pflichtschulabschluss eine dreijährige Lehre mit kaufmännischen, hauswirtschaftlichen und handwerklichen Tätigkeiten zu absolvieren. Die erworbenen Kompetenzen können u.a. in Pflegeeinrichtungen, etwa bei der Lagerführung, Hausverwaltung (Einkauf, Administration usw.) oder im Servicebereich angewendet werden. Nach Abschluss der Lehre besteht die Möglichkeit, an der Krankenpflegeschule Feldkirch die Ausbildung zum/zur Pflegehelfer/in gemäß GuKG 1997 zu absolvieren. Ein Beispiel aus Berlin: Seit dem 1. September können junge Menschen mit Hauptschulabschluss in Berliner Spitälern einen neuen, zweijährigen Ausbildungsberuf Sozialassistent erlernen und damit eine wichtige Personallücke schließen helfen, teilte der Krankenhauskonzern Vivantes in Berlin mit. Dieses Angebot will auch SchulabgängerInnen mit weniger guten Zeugnisnoten, aber mit sozialer Kompetenz ansprechen vor allem auch MigrantInnen sollen für die Entlastung der Pflege von berufsfremden Aufgaben gewonnen werden. Die Schweiz startete im Sommer bereits in neun Kantonen die zweijährige Ausbildung zum neuen Berufsbild Assistent/in Gesundheit und Soziales EBA. 59 Weitere Beispiele unterschiedlicher Assistenzberufe im deutschen Gesundheitssystem, nach Bundesländern sortiert, sind im Anhang unter zu finden. Alle diese Modelle mögen zweckmäßig, attraktiv und finanzierbar sein. Nachhaltig sind sie erst, wenn sie eine echte berufliche Existenz ermöglichen. Pflegeassistenz sollte ein Berufsbild sein, 57 vgl. ( ) 58 vgl. ( ) 59 LAZARUS Newsletter Nr ; S

32 das ein breites Tätigkeitsfeld in allen Sektoren der Gesundheitsversorgung und damit einen großen Arbeitsmarkt eröffnet. Es muss den Lebensunterhalt ohne ergänzende Transferleistungen sichern können. Erweiterungen der Qualifikation und damit Durchlässigkeit muss gegeben sein: Für den einen ist die Pflegeassistenz das berufliche Ziel, für andere eine erste Etappe und Sprungbrett der individuellen beruflichen Entwicklung in Gesundheitsberufen. Pflegeassistenz kann als erster Einstieg jungen Menschen aus bildungsfernen Schichten, Quer- oder Umsteigern Tätigkeitsfelder im Gesundheitssystem erschließen. Zur nachhaltigen Qualifizierung von Pflegefachpersonal hat der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe (DBR) 2006 ein Bildungskonzept vorgelegt, welches auch die Ausbildung von Assistenten in der Pflege mit einschließt Das Bildungskonzept des Deutschen Bildungsrats für Pflegeberufe (DBR) Der DBR befasst sich mit allen Aspekten der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pflegeberufe. Er setzt sich zusammen aus Expertinnen und Experten der beruflichen und hochschulischen Bildungspraxis. 60 Auf der untersten Ebene wird ein Berufsabschluss zum Assistent Pflege erlangt. Dieser setzt eine zweijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule voraus. In diesen zwei Jahren können grundlegende pflegerische Kompetenzen vermittelt werden, welche zu pflegerischen Arbeiten unter Aufsicht einer Pflegefachperson befähigen. Eine einheitliche Regelung der gestuften Ausbildung für Hilfskräfte in der Pflege ist zu begrüßen, da nur so eine Vergleichbarkeit möglich ist. Darauf aufbauend könnten klare Aufgabenkataloge erstellt werden. Zum Einstieg in den Pflegeberuf im Rahmen der Assistenz ist ein Schulabschluss auf Niveau der Sekundarstufe I ausreichend. Dabei sollten die bisherigen gesetzlichen Regelungen nicht weiter herabgesetzt werden. Das heißt: eine Mindestschuldauer von 10 Jahren muss vorhanden sein und das Mindestalter von 16 Jahren soll nicht unterschritten werden. Das Bildungskonzept ist durchlässig. Es ermöglicht einen Durchstieg zur Hochschulreife und somit bei entsprechender Eignung einen Aufstieg im Sinne des lebenslangen Lernens, sogar bis hin zur Promotion. Abbildung Grafik Bildungskonzept ( ) 32

33 Es bietet sich eine Chance zum Abschluss in Sekundarstufe I, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, jedoch nicht direkt den Einstieg als Pflegefachperson. Denn von diesen wird unter anderem in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPflAPrV) schon heute verlangt: Die Schülerinnen und Schüler sind zu befähigen, sich einen Zugang zu den pflegewissenschaftlichen Verfahren, Methoden und Forschungsergebnissen zu verschaffen, Pflegehandeln mit Hilfe von pflegetheoretischen Konzepten zu erklären, kritisch zu reflektieren und die Themenbereiche auf den Kenntnisstand der Pflegewissenschaft zu beziehen, Forschungsergebnisse in Qualitätsstandards zu integrieren. 62 Dies sind hohe Anforderungen, welche schnell zu Überforderung und Demotivierung führen können, wenn schulische Grundlagen nicht ausreichend gelegt sind. Die detaillierten Vorschläge des DBR zur Qualifizierung Pflegeassistenz lauten wie folgt: Die sich stark ausdifferenzierenden Aufgaben im Gesundheitssektor und in den Arbeitsfeldern der Pflege machen eine Qualifizierung von Assistenten für delegierbare Tätigkeiten notwendig. Dem Bedarf an Differenzierung in den Arbeitszuschnitten der Pflege wird dadurch Rechnung getragen. Diese Ausbildung mit dem Abschluss Assistentin Pflege führt ausdrücklich nicht zur Berechtigung, pflegerische Tätigkeiten eigenständig zu planen, auszuführen und zu bewerten: Der Status einer Pflegefachkraft nach SGB V oder SGB XI wird somit nicht erworben. Die Qualifizierung wird als Assistenzberuf eingeordnet, der sich deutlich von berufsrechtlich geregelten Heilberufen unterscheidet und zu diesen in einem nachgeordneten Verhältnis steht. Die Assistentin Pflege löst die bisherigen Ausbildungen Krankenpflegehilfe/Altenpflegehilfe ab. Die normativen und inhaltlichen Bedingungen der bisherigen Helferausbildungen sind nicht auf die neue Qualifizierung übertragbar. Der DBR geht davon aus, dass Modellversuche zur Erprobung dieser Qualifizierung benötigt werden, um die Möglichkeiten des Praxistransfers und der Implementierung ins Arbeitsfeld zu prüfen. Die Qualifizierung zur Assistentin Pflege stellt eine primär schulische Ausbildung dar. Bildungssystemisch ist dieser zweijährige Bildungsgang im Berufsfachschulsystem nach Länderrecht verortet. Hier sollen Schülerinnen mit dem Hauptschulabschluss (unterhalb der Sekundarstufe I) neben der beruflichen Qualifizierung zur Assistentin einen höheren allgemeinbildenden Abschluss (Sekundarabschluss I: Fachoberschulreife) erwerben. Mit der Ausbildung und diesem doppelqualifizierenden Abschluss soll eine Qualifikation auf der Kompetenzstufe 3 nach EQF (Europäischer Qualifikationsrahmen) angestrebt werden. Diese umfasst eine breite Allgemeinbildung und fachspezifische praktische sowie grundlegende theoretische Kenntnisse sowie die Fähigkeit, Aufgaben nach Anweisung auszuführen. Lernende lernen eigenverantwortlich und verfügen über gewisse praktische Erfahrungen in einem spezifischen Arbeits- oder Lernbereich (vgl. Kap ). Dieser Abschluss eröffnet nicht den Zugang zu den skizzierten Weiterbildungsangeboten für professionell Pflegende, aber er berechtigt zum Zugang in die pflegeprofessionelle Ausbildung, ohne Anspruch auf Verkürzung dieser Ausbildung. 63 So eröffnet sich für die Assistentin Pflege die Chance, sowohl berufspraktisch tätig zu werden wie auch des Einstieges in eine weiterführende pflegerische Berufskarriere. Die berufsbezogene Qualifizierung ist generalistisch auf unterschiedliche Arbeitsfelder der Pflege ausgerichtet und befähigt zur allgemeinen Unterstützung der Selbstpflege von orientierten Klientinnen und Klienten in stabilen Pflegesituationen, zum Erbringen von Hotelleistungen im stationären Bereich und für hauswirtschaftliche Leistungen in pflegerischen Settings. Die Unterstützung des hilfebedürftigen Menschen in der Erfüllung seiner Selbstpflege erfolgt im beruflichinstitutionellen Kontext unter Verantwortung professionell Pflegender. Sie ist nicht gleichzuset- 61 unter: Rubrik: Downloads 62 ( ) 63 Eine Verkürzung wäre ein gesetzeswidriges Verhalten, vgl. dazu KrPflG

34 zen mit der neuen Unterstützungsform Persönliche Assistenz, die im privatrechtlichen Kontext stattfindet. Die Assistentin Pflege stellt für professionell Pflegende eine notwendige Ergänzung im Leistungsangebot von Pflegeteams dar und bietet die Möglichkeit, eine ökonomisch vertretbare Aufgabenverteilung orientiert am Leistungsanspruch zu gestalten. Die Position der Assistenz Pflege erfordert eine Teamzusammensetzung mit klarer Aufgabenzuteilung und festgelegten Verantwortlichkeiten. Diese Ausbildungsstufe zielt zum einen auf Interessentinnen und Interessenten, die den Zugang in das Arbeitsfeld mit einem Schulabschluss suchen, der unterhalb des Qualifikationsniveaus professionell Pflegender liegt. Zum anderen zielt die berufliche Qualifikation auf Interessentinnen und Interessenten mit anderen Berufs- und Bildungsabschlüssen, die sich ein neues Arbeitsfeld dauerhaft eröffnen wollen. 64 Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine umfassende Novellierung der Bildung im Pflegeberuf in Deutschland längst überfällig ist. Eine einheitliche Regelung der Ausbildung von Assistenten der Pflege sorgt für mehr Sicherheit bei Trägern, Pflegefachkräften und Patienten. Aber auch die Assistenten selbst würden davon profitieren. Klare, einheitliche Aufgaben, welche sie gut qualifiziert erfüllen könnten und dies deutschlandweit. Eine mindestens zweijährige Qualifikation würde auch ein Gehalt bedingen, von dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten. Die Pflege ist kein Arbeitsplatz für ungelernte Kräfte im Niedriglohnsektor. Es geht um die Gesundheit jedes Einzelnen und die hängt bei einem Krankenhausaufenthalt nicht zuletzt von einer qualitativ hochwertigen Pflege ab. 8. Die Frage nach den Nebenwirkungen Pflegehelfer ohne Ausbildung, jedoch mit Erfahrung in der Pflege und evtl. mit Basisqualifikation, werden kaum in Krankenhäusern eingesetzt, da aufgrund des fehlenden pflegerischen und medizinischen Fachwissens die Gefahr besteht, schwerwiegende Fehler in Ausübung ihrer Tätigkeit zu begehen. Einsetzbar wäre diese Mitarbeitergruppe lediglich bei relativ einfachen pflegerischen Tätigkeiten, wie bei der Essensanreichung oder Waschen des Patienten, Vorlesen, Telefondienst und Botengänge. (2004) 65 Die Realität sieht sieben Jahre später anders aus! 8.1. Woher die Stelle der Hilfskraft nehmen? Die zunehmende Arbeitsverdichtung in der Krankenpflege und Umverteilung von Aufgaben der Patientenversorgung erfordert die konstruktive Suche nach Lösungen. Hierbei ist der Einsatz von Assistenten ein durchaus denkbarer und bereits vielfach beschrittener Weg im Klinikalltag. Dieser oftmals wohlgemeinte Einsatz von Helfern zur Entlastung der Pflegenden darf aber unter dem Strich nicht zu Lasten der schon am Limit arbeitenden Pflegefachpersonen gehen. Doch die Realität zeigt, dass die Helfer in der Regel auf Kosten des Pflegestellenplanes eingesetzt werden, d.h. die Pflege bekommt die Stelle der Hilfskraft vom Stellenplan gestrichen oder sie wird 1:1 auf den pflegerischen Stellenplan angerechnet. So wird nicht selten, bei ohnehin spärlicher Personalbemessung, die Fachkraftquote weiter abgesenkt. Hier müssen sich die Verantwortlichen die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Stellenfinanzierung gefallen lassen. Diese Kostendämpfungsvarianten sind keine Lösung, sondern schaffen weitere Probleme. Sie tragen keinesfalls zur Sicherung qualitativ hochwertiger Pflege, zur Entlastung von Pflegefachpersonal und zur Sicherung und Sicherheit der Patientenversorgung bei. Gefragt sind dagegen tragfähige Modelle eines Skill 64 Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe: Pflegebildung offensiv; Elsevier 2006; S

35 Mix mit gestuften Qualifikationen, die sicher, nachhaltig und zukunftsfest gestaltet werden und den heutigen und künftigen Patientenbedarfen entsprechen. Zur Finanzierung sind selbstverständlich die Personalbudgets aller Berufsgruppen heranzuziehen, die in die Patientenversorgung involviert sind. Ein Neuzuschnitt von Aufgaben im Krankenhaus erfordert innovatives Denken jenseits tradierter Rollenmuster und darf keine Rücksicht nehmen auf Erbhöfe. Welche Auswirkungen entstehen, wenn der wesentliche Beitrag von Fachpflege im Behandlungsprozess ausschließlich als Kosten- und nicht als Wertschöpfungsfaktor betrachtet wird haben die vergangenen Jahre im DRG-System deutlich gezeigt. Das Pflegepersonalbudget wurde Jahr für Jahr mehr zur ökonomischen Verfügungsmasse, zum zugreifbaren Einsparpotenzial, um an anderer Stelle Lücken im Gesamtbudget zu schließen. Die nun nicht mehr zu kaschierenden Defizite der Patientensicherheit und kontinuierlich steigende Krankheitsquoten der Pflegefachpersonen sind unmittelbare und mittelfristig teure Folgen dessen Wer trägt tatsächlich die Verantwortung im Alltag? Es darf - bei aller möglichen Entlastung durch eine Hilfskraft - nicht die daraus resultierende Belastung des Pflegefachpersonals durch ein Mehr an Verantwortung, Aufgaben und Kontrollfunktionen vernachlässigt werden. Gerade vor dem Hintergrund der oft unklaren fachlichen Qualifikation der Helfer obliegt es in der Regel der diensthabenden Pflegefachperson, die ihr unterstellten Assistenten einzuweisen, anzuleiten, zu überwachen, und damit mehr als zuvor, Verantwortung für die fach-und sachgerechte Versorgung der Patienten durch alle beteiligten Mitarbeiter zu übernehmen. Hinzu kommt, dass es bei vielen Aufgaben zeitaufwändiger sein dürfte, wenig qualifizierte Helfer ausreichend einzuweisen als die Aufgabe selbst zu erledigen. Am grünen Tisch entwickelte Theorie und die Erfordernisse der Stationsrealität klaffen in der Regel weit auseinander, längst nicht jedes Modell ist alltagstauglich. In Interviews beschrieben Patienten, dass sie zu Assistenzpersonen einen häufigeren und engeren Kontakt hatten als zu Pflegefachpersonen. Damit haben Assistenzpersonen Zugang zu wichtigen Informationen, die sie aber möglicherweise nicht richtig einschätzen und einordnen können. Zudem sind sie nicht immer in die Patientendokumentation eingewiesen, beziehungsweise nehmen nicht an Übergaben teil. Welche Informationen an die Pflegefachpersonen weitergereicht werden, hängt dann stark von den persönlichen Beziehungen im Team ab. Der Verlust dieser Informationen kann aber die Sicherheit von Patienten gefährden. (Keeney et al.2005). 66 Zu warnen ist vor einer Aufsplitterung der Versorgungsprozesse in kleinste Schritte, die dann vom jeweils geringstmöglich qualifizierten Mitarbeiter übernommen werden. Hier ist der Kommunikations-, Anleitungs- und Überwachungsaufwand potenziell größer als der erwartete Nutzen. Auch leidet darunter die Flexibilität des Arbeitseinsatzes bei Arbeitsspitzen. 67 Wiederholt hat sich bei wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt, dass in Zeiten hoher Arbeitsintensität oder niedriger Fachkraftquote Assistenzpersonen auch Tätigkeiten übernahmen, die nicht ihrem Qualifikationsniveau entsprachen. In Österreich beispielsweise ergaben Studien, dass pflegerische Assistenten zu 50 Prozent Aufgaben durchführten, die eigentlich Pflegefachpersonen vorbehalten waren, umgekehrt übrigens genauso. Zum Teil einfach deshalb, weil man gerade am Ort des Geschehens, meist am Patientenbett war. Dies ist vor allem wegen der Gefährdung der Patientensicherheit als äußerst problematisch zu bewerten. Pflegefachpersonen sind nicht per se auf die Rolle als Delegierende vorbereitet, dies muss geschult und erlernt werden. Die Übernahme von mehr Verantwortung in qualifikationsgestuften Teams ist eine Herausforderung, der sich mancher ungern stellt, ist sie doch auch eine Anfrage an die eigene Fachkompetenz und die Bereitschaft, getroffene organisatorische und/oder fachliche Entscheidungen zu verteidigen. Vor diesem Hintergrund stellt sich das Pflegefachpersonal auch die berechtigte Frage, wie dieses Mehr an Delegationsaufgaben und die damit verbundenen Verantwortung und Sorge für die Patientensicherheit honoriert wird. Die Verlagerung einfacher Tätigkeiten an andere Berufsgruppen führt automatisch zu einer Verdichtung hochkomplexer Anforderungen 65 Pflege Aktuell April 2004 S. 224 Elke Bachstein 66 Keeney, S., Hasson, F., McKenna, H., Gillen, P. (2005): Nurses, midwives and patients perceptions of trained health care assistants. J Adv Nurs, 50, Aus Position des DBfK zur Neuordnung von Aufgaben im Krankenhaus März

36 und Aufgaben bei den Pflegefachpersonen, durchaus ein Grund für eine tarifliche oder außertarifliche Zulage. Gute, qualifizierte Arbeit hat ihren Preis, auch oder ganz besonders in der Versorgung hilfebedürftiger, kranker Menschen. Ein genügend großes Lohngefälle zwischen unterschiedlichen Qualifikationsstufen ist nötig, um ausreichend Anreiz zu bieten für berufliche Ausund Weiterbildung. 9. Zusammenfassung und Ausblick Unter der Überschrift Personalmanagement ist für deutsche Krankenhaus-Chefs derzeit wichtigstes Thema veröffentlichte die Personalberatung Rochus Mummert am 18. Oktober 2011 die Ergebnisse ihrer Studie Klinikmanagement 2011 : 68 Für mehr als zwei Drittel der kaufmännischen Geschäftsführer und Verwaltungsdirektoren deutscher Krankenhäuser steht das Thema Personalmanagement aktuell ganz oben auf der Agenda. Damit rangiert die Rekrutierung und Entwicklung von Mitarbeitern sowohl bei Häusern in öffentlicher als auch in privater Trägerschaft deutlich vor den weiteren Top-Themen Wirtschaftlichkeit (63 %), medizinisches Leistungsportfolio (56 %) und Servicequalität (55 %). Wie die Studie zeigt wird innerhalb des Personalmanagements der Personalentwicklung die höchste Priorität eingeräumt, Mehr als 90 Prozent der kaufmännischen Klinikleiter halten es für wichtig, die Krankenhausmitarbeiter und zwar auf allen Hierarchieebenen für künftige Aufgaben zu qualifizieren und gleichzeitig auch zu motivieren Die Ziele eines modernen Personalmanagements sind, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig für die Klinik zu gewinnen und diese wertschöpfend für das Haus einzusetzen. Für im Krankenhaus beschäftigte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sind dies neue Töne aus dem Topmanagement. Ging es doch bisher strategisch zuallererst um die Effizienz als höchste Maxime und das um jeden Preis. Dass man mit der Pflegepersonalpolitik der vergangenen Jahre kein Fachpersonal gebunden, sondern eher in die Flucht geschlagen hat, ist nun offenbar in den Köpfen angekommen. Die vielfältigen Anforderungen an die Pflege in einer alternden Gesellschaft und auch der zunehmende internationale Wettbewerb der Gesundheits- und Heilberufe vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels erfordern neues Denken, Paradigmenwechsel und innovative Konzepte. Künftig werden weit mehr als bisher auch in den bettenführenden Bereichen der Kliniken pflegende Mitarbeiter/innen mit sehr unterschiedlichem Qualifikationsprofil in der unmittelbaren Patientenversorgung tätig werden. Von Mitarbeiter/innen mit erweiterter, fortgeschrittener Praxis im Sinne von Advanced Nursing Practice (ANP) nach internationalem Vorbild über grundständig mit Bachelorabschluss ausgebildete Gesundheits- und Kinder-/Krankenpfleger/innen, die während ihres Studiums zusätzliche Kenntnisse erworben haben und adäquate Aufgaben und Arbeitsplätze erwarten, bis hin zu Assistenten mit breitgefächerter Ausbildung, die eigenständige Tätigkeitsfelder abdecken, reicht das Spektrum der gestuften Qualifikationen. Vor diesem Hintergrund sind Konzepte für den Einsatz von Assistenzpersonal zu entwickeln. 68 aufgerufen

37 Zusammengefasst sind für den Einsatz von Assistenzpersonal folgende Aspekte zu berücksichtigen: Chancen Konzentration der Fachkräfte auf Kernaufgaben Zeitgewinn für komplexe Pflegetätigkeiten Entlastung Professionalisierung Verantwortungszuwachs Klare Zuständigkeitsregelungen Linderung des Fachkräftemangels Mehr Servicequalität Personalentwicklung für geeignete Assistenten Ökonomische Spielräume Neues Berufsfeld bei breit angelegter Qualifizierung Assistenzausbildung kann auf spätere Fachausbildung angerechnet werden Risiken Deprofessionalisierung Zunahme von Schnittstellen Arbeitsverdichtung, Atempausen entfallen Kommunikationsdefizite Kompetenzüberschätzung/-überschreitung Haftungsrisiko Eingespielte Abläufe werden verändert. Assistenten sind weniger flexibel einzusetzen. Kontaktzeit Fachkraft/Patient sinkt Fehlendes Patientenfeedback für Fachkräfte Sinkende Versorgungsqualität, Mängel in der Patientensicherheit Verdichtung komplexer Aufgaben für Fachkräfte Das Pflegeorganisationssystem der ersten Wahl beim Einsatz gestufter Qualifikationen ist das Konzept Primary Nursing. Durch die Zuordnung jedes Patienten zu einer Primary Nurse, die während seines gesamten Aufenthalts auf der Station rund um die Uhr für ihn zuständig ist und alle Abläufe seiner Behandlung koordiniert, ist eine größtmögliche Sicherheit gewährleistet. Die Primary Nurse ist zentraler Ansprechpartner für den Patienten und seine Angehörigen, behandelnde Therapeuten und weitere Dienste, sorgt für die zeitnahe und angemessene Informationsweitergabe und Dokumentation, passt pflegerische Maßnahmen bedarfsgerecht an und sorgt für eine Entlassung bzw. Verlegung ohne Versorgungsbruch. Dabei bindet sie je nach Bedarf, Zustand des Patienten und vorhandener Fachkompetenz Assistenzpersonal ein. Allerdings gilt auch für die Organisationsform Primary Nursing: Sie kann niemals fehlende Kapazität von Pflegefachpersonal kompensieren. Der Traum vieler Geschäftsführer, mit der Einführung von Primary Nursing einen Personalabbau abzufedern und damit einhergehende Versorgungsrisiken zu minimieren, bleibt ein Traum und hat mit der Alltagsrealität nichts zu tun. Auf den Zuschnitt kommt es an, so haben wir diese Broschüre genannt. Niemand möchte Kleidung tragen, die nicht passt, die eigenen Proportionen unvorteilhaft betont, Bewegung behindert und nicht funktional ist. Ob all diese Anforderungen erfüllt werden können hängt vom verwendeten Material, also der Stoffqualität, aber ganz entscheidend von der Form des Kleidungsstücks, also dem Zuschnitt, ab. Schneider/innen wissen, dass ein falscher oder fehlerhafter Zuschnitt kaum noch korrigiert werden kann. Wir finden, der Vergleich passt. Der Zuschnitt eines pflegerischen Teams auf der Station trägt ganz entscheidend dazu bei, ob eine patientenorientierte gute Versorgung geleistet werden kann, ob alle Mitarbeiter/innen motiviert und gesund bleiben und die Einrichtung weiterempfohlen wird. Hochwertige Kleidung erfordert dabei gutes Material, in diesem Fall eine angemessene Qualifikation, und die fachgerechte Verarbeitung. Beides kostet Geld und ist nicht im Discount zu haben. Wer beim Neuzuschnitt von Tätigkeiten die schnelle und unreflektierte Lösung sucht produziert Verschnitt, Maßarbeit dagegen zahlt sich mittel- und langfristig immer aus. 37

38 10. Anhang CIRSmedical: Fall des Monats Oktober 2011 Nitrospray für die Mundpflege??? 38

39 39

Aktuelles aus der Pflegepolitik Wohin geht die Reise?

Aktuelles aus der Pflegepolitik Wohin geht die Reise? Aktuelles aus der Pflegepolitik Wohin geht die Reise? Bestandsaufnahme und Perspektive Andreas Westerfellhaus Präsident des Deutschen Pflegerates e.v., Berlin Pflegemanagementsymposium, Augsburg 22. Juni

Mehr

Wie verändern sich Tätigkeiten in der Pflege?

Wie verändern sich Tätigkeiten in der Pflege? Wie verändern sich Tätigkeiten in der Pflege? Auswirkungen auf die Ausbildung und notwendige Kernkompetenzen Gliederung Einleitung Wie verändern sich Tätigkeiten in der Pflege? - Analyse der Berufssituation

Mehr

Bremer Pflegeinitiative. Arbeitsgruppe 3 Bildung und Weiterentwicklung. Monitoringveranstaltung 04.06.2015

Bremer Pflegeinitiative. Arbeitsgruppe 3 Bildung und Weiterentwicklung. Monitoringveranstaltung 04.06.2015 Bremer Pflegeinitiative Arbeitsgruppe 3 Bildung und Weiterentwicklung Monitoringveranstaltung 04.06.2015 Grundlage unseres Handelns: Vereinbarung zur Bremer Pflegeinitiative, 2012 Notwendigkeit einer Reform

Mehr

18.06.2009 Der Chefarzt und seine Mitarbeiter ist die jur. Verantwortung für Patienten delegierbar?

18.06.2009 Der Chefarzt und seine Mitarbeiter ist die jur. Verantwortung für Patienten delegierbar? 18.06.2009 Der Chefarzt und seine Mitarbeiter ist die jur. Verantwortung für Patienten delegierbar? Prof. Dr. Martin Rehborn Rechtsanwalt Fachanwalt für Medizinrecht Honorarprofessor der Universität zu

Mehr

Rechtliche Problemstellungen und Lösungsansätze im Case Management Schwerpunkt Krankenhaus

Rechtliche Problemstellungen und Lösungsansätze im Case Management Schwerpunkt Krankenhaus Rechtliche Problemstellungen und Lösungsansätze im Case Management Schwerpunkt Krankenhaus Thomas Berg, BScN, M. A. (cand.) Jörg Kurmann, BScN, M. A. (cand.) 1 Allgemeine Einführung Definition Case Management

Mehr

Chancen für Praktiker - Der Wert der Erfahrung

Chancen für Praktiker - Der Wert der Erfahrung Chancen für Praktiker - Der Wert der Erfahrung Neues PflegeWISSEN nutzen Aus der Hochschule für die Praxis Fachtagung der Caritas Gemeinschaft Bayern e.v. München, 26. Februar 2013 Chancen für Praktiker

Mehr

Behandlungspflege in Werkstätten für behinderte Menschen

Behandlungspflege in Werkstätten für behinderte Menschen Behandlungspflege in Werkstätten für behinderte Menschen Werkstätten:Messe 2012 Nürnberg Jasmin Fischer Rechtsanwältin Iffland & Wischnewski Rechtsanwälte Begriffsbestimmung Behandlungspflege Grundpflege

Mehr

Pflege führt. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür. Peter Bechtel Vorstandsvorsitzender Bundesverband Pflegemanagement e. V.

Pflege führt. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür. Peter Bechtel Vorstandsvorsitzender Bundesverband Pflegemanagement e. V. Pflege führt. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür. Peter Bechtel Vorstandsvorsitzender Bundesverband Pflegemanagement e. V. .und Opa lebt im Paradies! Fachkraftquote - Flexibilisierung - Fachkraftbedarf

Mehr

Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten AltenpflegerIn -Ein Beruf für`s Leben-

Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten AltenpflegerIn -Ein Beruf für`s Leben- Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten AltenpflegerIn -Ein Beruf für`s Leben- Quelle: Fotolia.com Vorstellung Joachim Gruttmann Gesundheits- und Krankenpfleger Lehrer für Pflegeberufe Fachseminarleiter

Mehr

Infomappe. Weiterbildung Systemischer Gesundheits- und Pflegeberater nach 7a SGB XI

Infomappe. Weiterbildung Systemischer Gesundheits- und Pflegeberater nach 7a SGB XI Infomappe Weiterbildung Systemischer Gesundheits- und Pflegeberater nach 7a SGB XI Die DGpW Weiterbildung zum Systemischen Gesundheits- und Pflegeberater ist die erste systemische Beratungsausbildung für

Mehr

Pflegerische Herausforderungen in diesem Jahrzehnt

Pflegerische Herausforderungen in diesem Jahrzehnt Pflegerische Herausforderungen in diesem Jahrzehnt Bestandsaufnahme und Perspektive Andreas Westerfellhaus Präsident des Deutschen Pflegerates e.v., Berlin 2. Bamberger Pflegetag, 29.November 2011 Die

Mehr

Pflegedienste / Pflegeheime Merkblatt

Pflegedienste / Pflegeheime Merkblatt Pflegedienste / Pflegeheime Merkblatt Voraussetzungen für die Gründung von Pflegeeinrichtungen Was das Pflegeversicherungsgesetz regelt Bei der Gründung einer Pflegeeinrichtung (Pflegedienst oder Pflegeheim)

Mehr

Compliance bei der Therapie chronischer Krankheiten am Beispiel der Heimbeatmungstherapie

Compliance bei der Therapie chronischer Krankheiten am Beispiel der Heimbeatmungstherapie Diplomarbeit von Dipl.-Ökonom Dan Litvan, vorgelegt am 27. August 2008, XOPA Compliance bei der Therapie chronischer Krankheiten am Beispiel der Heimbeatmungstherapie A U S Z U G 6. Zusammenfassung und

Mehr

Dschungel der Berufs- und Bildungslandschaft Pflege

Dschungel der Berufs- und Bildungslandschaft Pflege Landesgruppe Baden-Württemberg Göppingen, 02.02.2010 Dschungel der Berufs- und Bildungslandschaft Pflege Was braucht die Pflege an Aus- Fort- und Weiterbildung? Irene Hößl Pflegemanagerin Klinikum Fürth

Mehr

Verzeichnis der Weiterbildungen

Verzeichnis der Weiterbildungen 68 69 Verzeichnis der Weiterbildungen Thema der Weiterbildung Fachpflege Psychiatrie Fachpflege Rehabilitation und Langzeitpflege Praxisanleiter/in Geprüfte/r Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen

Mehr

Pro Jahr werden rund 38 Millionen Patienten ambulant und stationär in unseren Krankenhäusern behandelt, statistisch also fast jeder zweite Deutsche.

Pro Jahr werden rund 38 Millionen Patienten ambulant und stationär in unseren Krankenhäusern behandelt, statistisch also fast jeder zweite Deutsche. Pro Jahr werden rund 38 Millionen Patienten ambulant und stationär in unseren Krankenhäusern behandelt, statistisch also fast jeder zweite Deutsche. Sie können auf die medizinische und pflegerische Qualität

Mehr

Servicekräfte in der Pflege Ein Statement aus Sicht der Pflege Pflegekongress 29. Januar 2011 Berlin Irene Maier

Servicekräfte in der Pflege Ein Statement aus Sicht der Pflege Pflegekongress 29. Januar 2011 Berlin Irene Maier Servicekräfte in der Pflege Ein Statement aus Sicht der Pflege Pflegekongress 29. Januar 2011 Berlin Irene Maier Pflegedirektorin Universitätsklinikum Essen Vorsitzende des Verbandes der Pflegedirektorinnen

Mehr

24.04.2013. Die Heilkundeübertragungsrichtlinie- Vorteile für die Patienten und die Gesellschaft? Historie

24.04.2013. Die Heilkundeübertragungsrichtlinie- Vorteile für die Patienten und die Gesellschaft? Historie SGB V 63 / Abs. 3c Die Heilkundeübertragungsrichtlinie- Vorteile für die Patienten und die Gesellschaft? 20. Jahrestagung der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.v. 11./

Mehr

Von wegen pflegen kann jeder/e 100 Jahre Berufliche Bildung

Von wegen pflegen kann jeder/e 100 Jahre Berufliche Bildung 17. November 2007 neuer Tag der Pflege Von wegen pflegen kann jeder/e 100 Jahre Berufliche Bildung Zukünftige Qualifikationen und Kompetenzen Prof. Dr. rer. medic. Birgit Vosseler Hochschule Ravensburg-Weingarten

Mehr

König Strässer & Partner GbR www.ksp-rechtsanwaelte.de

König Strässer & Partner GbR www.ksp-rechtsanwaelte.de Einsatz von Assistenz- und Honorarkräften in Pflegeteams Rechtsanwalt Ralf Hörentrup König Strässer & Partner GbR www.ksp-rechtsanwaelte.de Zunehmender Einsatz von Nicht- Pflegefachkräften Segen oder Unheil?

Mehr

Qualität und Wirtschaftlichkeit: Personalmanagement in der Pflege

Qualität und Wirtschaftlichkeit: Personalmanagement in der Pflege Qualität und Wirtschaftlichkeit: Personalmanagement in der Pflege GQMG Jahrestagung 15. April 2011 Dirk Ashauer, Diplom Pflegemanager (FH) Folie 1 1 15.01.2010 Prof. Dr. G. Holtmann, MBA Ist die Zitrone

Mehr

Pflegewissenschaftliche Aspekte bei Familien mit chronisch kranken Kindern

Pflegewissenschaftliche Aspekte bei Familien mit chronisch kranken Kindern Pflegewissenschaftliche Aspekte bei Familien mit chronisch kranken Kindern Bernadette Bächle-Helde Pflegeexpertin Kinderkrankenschwester Diplompflegepädagogin (FH) Pflegewissenschaftlerin MScN Überblick

Mehr

Ausbildung im Gesundheitswesen: Chancen und Perspektiven für die Zukunft

Ausbildung im Gesundheitswesen: Chancen und Perspektiven für die Zukunft Ausbildung im Gesundheitswesen: Chancen und Perspektiven für die Zukunft DRK Krankenhaus GmbH Saarland Vaubanstraße 25 66740 Saarlouis Tel. (0 68 31) 171-0 Fax (0 68 31) 171-352 www.drk-kliniken-saar.de

Mehr

Fragenkatalog zur öffentlich- und privatrechtlichen Gesundheitsversorgung

Fragenkatalog zur öffentlich- und privatrechtlichen Gesundheitsversorgung Modellstudiengang Pflege P r o f. D r. C h r i s t o f S t o c k Modul 2: Rechtliche Rahmenbedingungen pflegerischen Handelns Teilbereich 2 Fragenkatalog zur öffentlich- und privatrechtlichen Gesundheitsversorgung

Mehr

Bundesärztekammer Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern

Bundesärztekammer Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern Bundesärztekammer Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern Honorarärzte in Deutschland aktuelle Einschätzungen M. Rudolphi Bundesärztekammer Bundesärztekammer 2013 Agenda 1) Arbeitsgruppe Honorarärzte

Mehr

Dschungel Psychotherapie - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Dschungel Psychotherapie - Antworten auf die wichtigsten Fragen Dschungel Psychotherapie - Antworten auf die wichtigsten Fragen von Dr. Christine Amrhein und Fritz Propach In diesem Dossier behandeln wir u.a. folgende Themen: Was ist Psychotherapie? Was ist ein Psychotherapeut?

Mehr

Die Zukunft - Übertragung ärztlicher Tätigkeiten auf Pflegende Landespflegekonferenz 08. November 2012 - Halle

Die Zukunft - Übertragung ärztlicher Tätigkeiten auf Pflegende Landespflegekonferenz 08. November 2012 - Halle SGB V 63 / Abs. 3c Die Zukunft - Übertragung ärztlicher Tätigkeiten auf Pflegende Landespflegekonferenz 08. November 2012 - Halle Mitglied im Vorstand e.v. Pflegedirektorin Sana Ohre- Klinikum GmbH Kiefholzstr.

Mehr

Zukünftige Kompetenz- anforderungen in der Pflege: Ein neues achtstufiges Karrieremodell

Zukünftige Kompetenz- anforderungen in der Pflege: Ein neues achtstufiges Karrieremodell Zukünftige Kompetenz- anforderungen in der Pflege: Ein neues achtstufiges Karrieremodell Rebecca Spirig, Prof, PhD, RN Zentrum Klinische Pflegewissenschaft, UniversitätsSpital Zürich & Institut für Pflegewissenschaft,

Mehr

Akademisch qualifizierte Pflegepersonen in der Pflegepraxis

Akademisch qualifizierte Pflegepersonen in der Pflegepraxis Akademisch qualifizierte Pflegekräfte fte in der Pflegepraxis - eine Standortbestimmung der BALK - Bachelor meets Management Dialogtag der Akademie Städtisches Klinikum München GmbH 17. November 2010 Irene

Mehr

Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum Was ist zu tun? aus Sicht der Pflege Andrea Weskamm Dipl. Pflegewirtin (FH) Hebamme und Ges.-und Krankenpflegerin Referentin beim DBfK Bundesverband Frankfurt,

Mehr

Branchen Informationen kompakt

Branchen Informationen kompakt IHK Reihe: Ich mache mich selbstständig Branchen Informationen kompakt Pflegedienste Pflegeeinrichtungen Alten- und Pflegeheime Stand: Mai 2014 Ansprechpartner der IHK Cottbus Industrie- und Handelskammer

Mehr

Neue Wege für eine gute Pflege?

Neue Wege für eine gute Pflege? Angelika Graf, MdB angelika.graf@bundestag.de www.grafspd.de Berlin, 25. September 2012 Neue Wege für eine gute Pflege? Für eine umfassende Pflegereform: Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe stärken

Mehr

Qualifizierung durch Modularisierung

Qualifizierung durch Modularisierung Qualifizierung durch Modularisierung Chancen und Grenzen einer modularisierten Altenpflegequalifizierung 5. Stuttgarter Altenpflegetag am 5. Oktober 2011 Gliederung 1. Ausgangslage 2. Pflegebildung neu

Mehr

Erklärung von Alma-Ata

Erklärung von Alma-Ata Erklärung von Alma-Ata Die Internationale Konferenz über primäre Gesundheitsversorgung, die am zwölften Tag des Monats September neunzehnhundertachtundsiebzig in Alma-Ata stattfand, gibt angesichts des

Mehr

Pflegebedürftige. Pflegebedürftige. Pflegebedürftige insgesamt 2.501.441. Pflegebedürftige in Heimen 29,7% (743.120)***

Pflegebedürftige. Pflegebedürftige. Pflegebedürftige insgesamt 2.501.441. Pflegebedürftige in Heimen 29,7% (743.120)*** Pflegebedürftige Nach Nach,, in absoluten in absoluten Zahlen Zahlen und und Anteile in Prozent, Jahresende 2011 2011 Pflegebedürftige insgesamt 2.501.441 Pflegebedürftige zu Hause versorgt 70,3% (1.758.321)

Mehr

Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege. (13. Dezember 2012 31. Dezember 2015)

Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege. (13. Dezember 2012 31. Dezember 2015) Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege (13. Dezember 2012 31. Dezember 2015) Vorstellung Sascha Reinecke, M. A. Vorstand Öffentlichkeitsarbeit im Arbeitskreis Ausbildungsstätten für Altenpflege

Mehr

Fragen und Antworten zur Begutachtung von Behandlungsfehlern durch den MDK

Fragen und Antworten zur Begutachtung von Behandlungsfehlern durch den MDK Fragen und Antworten zur Begutachtung von Behandlungsfehlern durch den MDK Was ist ein Behandlungsfehler? Patientinnen und Patienten haben Anspruch auf eine ärztliche oder zahnärztliche Behandlung, die

Mehr

Das Risiko, ein Pflegefall zu werden

Das Risiko, ein Pflegefall zu werden Das Risiko, ein Pflegefall zu werden Von Günter Ickler Die wachsende Zahl älterer Menschen bringt eine immer größere Zahl r mit sich. Zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit wurde

Mehr

Familiengesundheitspflege - ein neues Handlungsfeld für Pflegende und Hebammen im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung

Familiengesundheitspflege - ein neues Handlungsfeld für Pflegende und Hebammen im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung 29. Deutscher Krankenhaustag, Düsseldorf Pflegeforum, Teil III, 16.11.2006 Familiengesundheitspflege - ein neues Handlungsfeld für Pflegende und Hebammen im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung

Mehr

sozialpolitische positionen

sozialpolitische positionen sozialpolitische positionen Die Zieglerschen - Altenhilfe Wir, die Zieglerschen, sind uns bewusst, dass wir als diakonisches Unternehmen Mitverantwortung für gesellschaftliche Fragen tragen. Diese Verantwortung

Mehr

Arbeitsplatz Krankenhaus

Arbeitsplatz Krankenhaus Arbeitsplatz Krankenhaus Studie zu den Geschäftserwartungen von Institutionen der Gesundheitswirtschaft Wissenschaftliche Leitung der Studie: Univ. Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor

Mehr

Empfehlungen der Spitzenverbände der Pflegekassen und. des Verbandes der privaten Krankenversicherung e. V.

Empfehlungen der Spitzenverbände der Pflegekassen und. des Verbandes der privaten Krankenversicherung e. V. Empfehlungen der Spitzenverbände der Pflegekassen und des Verbandes der privaten Krankenversicherung e. V. zur Förderung von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten sowie Modellvorhaben zur Erprobung neuer

Mehr

Staatlich anerkannte Weiterbildung Fachpflege für den Operationsdienst. 15. Lehrgang Oktober 2015 Frühjahr 2017

Staatlich anerkannte Weiterbildung Fachpflege für den Operationsdienst. 15. Lehrgang Oktober 2015 Frühjahr 2017 Klinikum Bremen-Mitte Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe Bereich: Fort- und Weiterbildung/IBF Fachweiterbildung Operationsdienst Staatlich anerkannte Weiterbildung Fachpflege für den Operationsdienst

Mehr

Qualifizierung zum Praxisanleiter mit der Spezialisierung: Führen und Leiten von Teams und Systemische Beratung in der familienzentrierten Pflege

Qualifizierung zum Praxisanleiter mit der Spezialisierung: Führen und Leiten von Teams und Systemische Beratung in der familienzentrierten Pflege Institut für System-Pflege-Management René Limberger M.A., M.Sc. Qualifizierung zum Praxisanleiter mit der Spezialisierung: Führen und Leiten von Teams und Systemische Beratung in der familienzentrierten

Mehr

Wahl der Bundesarbeitsgemeinschaften im DBfK 2015. Liste BAG Pflege im Krankenhaus

Wahl der Bundesarbeitsgemeinschaften im DBfK 2015. Liste BAG Pflege im Krankenhaus Wahl der Bundesarbeitsgemeinschaften im DBfK 2015 Liste BAG Pflege im Krankenhaus Name: Rosi Ernst Fachkrankenpflege Intensiv Gesundheits- und Krankenpflegerin 1981 A+F 1987 Palliative Care 2007 Studium

Mehr

Aufgabenverteilung im Krankenhaus Haftung und Effizienz aus rechtlicher Sicht

Aufgabenverteilung im Krankenhaus Haftung und Effizienz aus rechtlicher Sicht Detmold Aufgabenverteilung im Krankenhaus Haftung und Effizienz aus rechtlicher Sicht 31. Deutscher Krankenhaustag Düsseldorf, den 20. November 2008 Mitglied der Geschäftsleitung Detmold 1 2 Neuordnung

Mehr

Impulse aus gesundheits- und bildungspolitischer Perspektive. Ist Deutschland bereit für ANP? Elke Irlinger-Wimmer, MHSc., RN 1

Impulse aus gesundheits- und bildungspolitischer Perspektive. Ist Deutschland bereit für ANP? Elke Irlinger-Wimmer, MHSc., RN 1 Impulse aus gesundheits- und bildungspolitischer Perspektive Ist Deutschland bereit für ANP? Elke Irlinger-Wimmer, MHSc., RN 1 Begriffsklärung ANP: Clinical Nurse Specialist und Nurse Practitioner Gesundheitspolitische

Mehr

Dogmatik der Haftung und Delegation im Pflegebereich

Dogmatik der Haftung und Delegation im Pflegebereich Dogmatik der Haftung und Delegation im Pflegebereich Rechtsanwalt Dr. Max Middendorf Fachanwalt für Medizinrecht Lehrbeauftragter der Universität Münster 13. Deutscher Medizinrechtstag, Berlin 14.09.2012

Mehr

ganz genau Wenn auf den ersten Blick ein zweiter folgt die wichtigsten Fragen und die Antworten dazu.

ganz genau Wenn auf den ersten Blick ein zweiter folgt die wichtigsten Fragen und die Antworten dazu. ganz genau Wenn auf den ersten Blick ein zweiter folgt die wichtigsten Fragen und die Antworten dazu. Seite 2 7 Wenn auf den ersten Blick ein zweiter folgt, dann stellen sich unweigerlich viele Fragen:

Mehr

Stefan Schrank. Fragen Sie Ihre Patienten bevor es der MDK tut

Stefan Schrank. Fragen Sie Ihre Patienten bevor es der MDK tut Stefan Schrank Fragen Sie Ihre Patienten bevor es der MDK tut Stefan Schrank Fragen Sie Ihre Patienten bevor es der MDK tut Kundenbefragung als Element der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege Bibliografische

Mehr

Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses Entlassungsmanagement

Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses Entlassungsmanagement Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses Entlassungsmanagement Inhalt Definition Gesetzliche Grundlage Expertenstandard Entlassungsmanagement in der Pflege Möglichkeiten der praktischen

Mehr

Gehaltstarifvertrag für Arzthelferinnen

Gehaltstarifvertrag für Arzthelferinnen Gehaltstarifvertrag für Arzthelferinnen Zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, und dem Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt-

Mehr

Anleitung für Backup und Absenden des Fragebogens

Anleitung für Backup und Absenden des Fragebogens Anleitung für Backup und Absenden des Fragebogens 1) Für den Zugriff auf die Backup Optionen und Absenden des Fragebogens, Klicken Sie auf "Mailen", die sich auf der letzten Seite des Dokuments : 2) Ein

Mehr

GUTE PFLEGE. Darauf kommt es an DIE PFLEGESTÄRKUNGSGESETZE

GUTE PFLEGE. Darauf kommt es an DIE PFLEGESTÄRKUNGSGESETZE GUTE PFLEGE DIE PFLEGESTÄRKUNGSGESETZE Geplante Verbesserungen im Überblick Stand 2./3. Lesung Deutscher Bundestag 14. Oktober 2014 DIE PFLEGESTÄRKUNGSGESETZE Liebe Leserinnen und Leser, die Menschlichkeit

Mehr

Ambulanter und palliativer Pflegedienst

Ambulanter und palliativer Pflegedienst Wohnanlage Sophienhof gemeinnützige GmbH Am Weiherhof 23, 52382 Niederzier Ambulanter und palliativer Pflegedienst Sie möchten im Alter oder Krankheitsfall zu Hause versorgt werden? Damit das auch bei

Mehr

Pflegequalität in Heimen und durch Pflegedienste hat sich verbessert

Pflegequalität in Heimen und durch Pflegedienste hat sich verbessert GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG MDS UND GKV-SPITZENVERBAND Pflegequalität in Heimen und durch Pflegedienste hat sich verbessert Essen/Berlin (14.01.2015). Die Versorgungsqualität in Pflegeheimen und ambulanten

Mehr

Honorarärzte Verantwortung, Möglichkeiten, Grenzen. Dr. Nicolai Schäfer Berlin

Honorarärzte Verantwortung, Möglichkeiten, Grenzen. Dr. Nicolai Schäfer Berlin Honorarärzte Verantwortung, Möglichkeiten, Grenzen Dr. Nicolai Schäfer Berlin Über uns Struktur Gegründet 2008 in Berlin mit 30 Personen, unabhängig, Non-profit e.v., Aktuell 400 Mitglieder. Arbeit Vernetzung

Mehr

Möglichkeiten und Grenzen. beim Aufbau von. Demenzpaten-Projekten

Möglichkeiten und Grenzen. beim Aufbau von. Demenzpaten-Projekten Möglichkeiten und Grenzen beim Aufbau von Demenzpaten-Projekten Dipl.-Theologin, Dipl.-Psycho-Gerontologin aufschwungalt, München Konzeptumsetzung Beachtung der Kriterien eines modernen bürgerschaftlichen

Mehr

Kanzlei am Ärztehaus. Neuordnung der Aufgabenverteilung der Gesundheitsberufe und neue Formen der Zusammenarbeit

Kanzlei am Ärztehaus. Neuordnung der Aufgabenverteilung der Gesundheitsberufe und neue Formen der Zusammenarbeit Kanzlei am Ärztehaus Neuordnung der Aufgabenverteilung der Gesundheitsberufe und neue Formen der Zusammenarbeit Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe aus juristischer Sicht Quelle:

Mehr

Charta zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Charta zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf Charta zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf Präambel Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eines der wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Anliegen, das sowohl die Familien als

Mehr

Fortbildung zur Fachhauswirtschafterin. Ein Instrument der Personalentwicklung. Andreas Thieme Pflegedienstleitung Gerontopsychiatrische Fachkraft

Fortbildung zur Fachhauswirtschafterin. Ein Instrument der Personalentwicklung. Andreas Thieme Pflegedienstleitung Gerontopsychiatrische Fachkraft Fortbildung zur Fachhauswirtschafterin. Ein Instrument der Personalentwicklung. Andreas Thieme Pflegedienstleitung Gerontopsychiatrische Fachkraft 1 Ausgangslage beim BRK Zunehmend steigender Bedarf an

Mehr

Pflegeversicherung SGB XI Bestandsaufnahme, Weiterentwicklung und Perspektiven

Pflegeversicherung SGB XI Bestandsaufnahme, Weiterentwicklung und Perspektiven Pflegeversicherung SGB XI Bestandsaufnahme, Weiterentwicklung und Perspektiven Wilhelm Rohe Referatsleiter Pflege Verband der Ersatzkassen e.v. (vdek) Landesvertretung Nordrhein-Westfalen 20. Oktober 2010,

Mehr

Aktionsprogramm 2020 Stark für die Pflege!

Aktionsprogramm 2020 Stark für die Pflege! Aktionsprogramm 2020 Stark für die Pflege! 2 DBfK Aktionsprogramm 2020 Impressum: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe Bundesverband e.v. Salzufer 6 10587 Berlin Telefon (030) 21 91 57-0 Telefax (030)

Mehr

Delegation ärztlicher Tätigkeiten. Haftungsrechtliche Aspekte. Hamburg. Rechtsanwalt Stephan Kreuels Münster

Delegation ärztlicher Tätigkeiten. Haftungsrechtliche Aspekte. Hamburg. Rechtsanwalt Stephan Kreuels Münster Delegation ärztlicher Tätigkeiten - Haftungsrechtliche Aspekte 10. Gesundheitspflege-Kongress 2012 Hamburg Rechtsanwalt Stephan Kreuels Münster 1 2 Definition Delegation Übertragung g bestimmter ärztlicher

Mehr

Der Nachweis der schwerwiegend chronischen Erkrankung ist durch ein ärztliches Attest zu belegen.

Der Nachweis der schwerwiegend chronischen Erkrankung ist durch ein ärztliches Attest zu belegen. Krankenversicherung Gesetzliche Krankenversicherung...2 Schwerwiegend chronisch krank... 2 Fahrtkosten für Krankenfahrten... 3 Krankengeld...4 Leistungen bei Heimhämodialyse... 4 Private Krankenversicherung...4

Mehr

Förderung von Kindern und Jugendlichen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe - Schulabsenz und exzessive Internetnutzung/Internetsucht

Förderung von Kindern und Jugendlichen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe - Schulabsenz und exzessive Internetnutzung/Internetsucht Deutsch-Japanisches Studienprogramm für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe 2014 Förderung benachteiligter Jugendlicher Ergebnispräsentation der Fachdelegation A2: Förderung von Kindern und Jugendlichen

Mehr

Ihr Werbeträger Nr. 1. Beim Leser Beim Kunden

Ihr Werbeträger Nr. 1. Beim Leser Beim Kunden Ihr Werbeträger Nr. 1 Beim Leser Beim Kunden Leseranalyse 2015 WIEDER DIE NUMMER 1 IN IHRER ZIELGRUPPE MIT ALTENPFLEGE ERREICHEN SIE DIE ENTSCHEIDER! GUT AUFGELEGT 15.437 Exemplare Die Fachzeitschrift

Mehr

GKV-Spitzenverband 1. Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene

GKV-Spitzenverband 1. Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene Vereinbarung nach 115 Abs. 1a Satz 6 SGB XI über die Kriterien der Veröffentlichung sowie die Bewertungssystematik der Qualitätsprüfungen nach 114 Abs. 1 SGB XI sowie gleichwertiger Prüfergebnisse in der

Mehr

Die Pflegeversicherung. Ausbau der Sozialversicherung - ein Mittel gegen sozialen Abstieg im Alter und zur Sicherung der Pflege Hartmut Vöhringer

Die Pflegeversicherung. Ausbau der Sozialversicherung - ein Mittel gegen sozialen Abstieg im Alter und zur Sicherung der Pflege Hartmut Vöhringer Ausbau der Sozialversicherung - ein Mittel gegen sozialen Abstieg im Alter und zur Sicherung der Pflege Hartmut Vöhringer 2 Einführung Pflegebedürftig Pflegestufen Die Hilfe bei den ATL Leistungen bei

Mehr

Neue Regelungen für Pflegebedürftige

Neue Regelungen für Pflegebedürftige Neue Regelungen für Pflegebedürftige Erstes Pflegestärkungsgesetz tritt am 1. Januar 2015 in Kraft von Katja Kruse Durch zwei Pflegestärkungsgesetze will die Bundesregierung in dieser Wahlperiode die pflegerische

Mehr

Kontaktstudiengang. Palliative Care Pädiatrie. Eine Kooperation

Kontaktstudiengang. Palliative Care Pädiatrie. Eine Kooperation Kontaktstudiengang Palliative Care Pädiatrie G e m ä s s d e n A n f o r d e r u n g e n f ü r F a c h - u n d F ü h r u n g s k r ä f t e i n H o s p i z e n u n d e n t s p r e c h e n d d e n R i c

Mehr

Berlin, den 23.03.2005

Berlin, den 23.03.2005 Berlin, den 23.03.2005 Stellungnahme des Bundesverbandes zu den Empfehlungen des Gemeinsamen Bundesausschusses zu den Anforderungen an die Ausgestaltung von strukturierten Behandlungsprogrammen für Patientinnen

Mehr

Kompetenzverlagerungen im Umfeld der Pflegeprofession. Tobias Immenroth M.A., Dipl.-Kfm. (FH), Krankenpfleger

Kompetenzverlagerungen im Umfeld der Pflegeprofession. Tobias Immenroth M.A., Dipl.-Kfm. (FH), Krankenpfleger Kompetenzverlagerungen im Umfeld der Pflegeprofession Tobias Immenroth M.A., Dipl.-Kfm. (FH), Krankenpfleger Überblick Pflege als Kontinuum von Nursing und Caring Trianguläres Spannungsfeld der Pflege

Mehr

Rechtliche Aspekte der komplementären Pflege Professionalität auf neuen Wegen

Rechtliche Aspekte der komplementären Pflege Professionalität auf neuen Wegen Rechtliche Aspekte der komplementären Pflege Professionalität auf neuen Wegen Mag. Dr. Christian Gepart Rechtsanwalt Diplom in der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege Komplementäre Pflege? Anwendung

Mehr

Unterstützung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen- der Beitrag der Modellprogramme zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung

Unterstützung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen- der Beitrag der Modellprogramme zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung Unterstützung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen- der Beitrag der Modellprogramme zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung Netzwerk Pflegebegleiter in Thüringen - Fachveranstaltung Erfurt,

Mehr

Ablauf und Inhalt einer Qualitätsprüfung durch den MDK

Ablauf und Inhalt einer Qualitätsprüfung durch den MDK Ablauf und Inhalt einer Qualitätsprüfung durch den MDK Gesetzliche Grundlage 114 ff SGB XI (Pflegeversicherungsgesetz) Dort ist insbesondere geregelt, dass Prüfungen grundsätzlich unangemeldet stattfinden

Mehr

PLÖTZLICH EIN PFLEGEFALL IN DER FAMILIE - WAS MUSS ICH WISSEN?

PLÖTZLICH EIN PFLEGEFALL IN DER FAMILIE - WAS MUSS ICH WISSEN? PLÖTZLICH EIN FALL IN DER FAMILIE - WAS MUSS ICH WISSEN? 26.02.2014 1 26.02.2014 1 ÜBERBLICK > Wie organisiere ich die Pflege? > Wie finanziere ich die Versorgung? > Worauf muss ich bei pflegerischen Handgriffen

Mehr

Haus Bethanien Altenpflegeheim

Haus Bethanien Altenpflegeheim Haus Bethanien Altenpflegeheim 1 Leben im Haus Bethanien Musik und Rythmus: Angebot der Ergotherapie Das Haus Bethanien ist eine Pflegeeinrichtung und Teil des profilierten und innovativen Diakonieunternehmens

Mehr

ICN-Ethikkodex für Pflegende

ICN-Ethikkodex für Pflegende ICN-Ethikkodex für Pflegende Die Rechte der Originalfassung in Englisch (2012) liegen beim International Council of Nurses (ICN), 3, place Jean-Marteau, CH-1201 Genf. Die Rechte der deutschen Übersetzung

Mehr

Außerklinische Intensivpflege. Pflege und Rehabilitation

Außerklinische Intensivpflege. Pflege und Rehabilitation Außerklinische Intensivpflege Pflege und Rehabilitation Wir sind für Sie da Rehabilitationsmaßnahmen nach Unfällen oder schweren Erkrankungen sind irgendwann zu Ende. Doch was ist, wenn Ihr Angehöriger

Mehr

Personal- und Managementberatung. evitura

Personal- und Managementberatung. evitura Personal- und Managementberatung evitura INHALT Vorwort 03 Vorwort 05 Philosophie 07 Beratungsprinzipien 09 Erfolgsfaktoren 11 Personalberatung 13 Managementberatung 15 Mergers + Acquisitions 17 Wirtschaftsmediation

Mehr

Die Sicht der Betroffenen auf die psychiatrische Versorgung: Diskussion der Ergebnisse einer Online-Erhebung mit Angehörigen und Betroffenen

Die Sicht der Betroffenen auf die psychiatrische Versorgung: Diskussion der Ergebnisse einer Online-Erhebung mit Angehörigen und Betroffenen Workshop Die Sicht der Betroffenen auf die psychiatrische Versorgung: Diskussion der Ergebnisse einer Online-Erhebung mit Angehörigen und Betroffenen Beat Sottas, Sarah Brügger, Adrienne Jaquier Andreas

Mehr

SFB 882-Teilprojekt B3: Verwirklichungschancen im Berufs- und Privatleben

SFB 882-Teilprojekt B3: Verwirklichungschancen im Berufs- und Privatleben Befragung von Großbetrieben in Deutschland Unternehmen stehen heute angesichts vielfältiger Lebensentwürfe von Arbeitnehmern vor gestiegenen Herausforderungen, qualifizierte Beschäftigte nicht nur zu gewinnen,

Mehr

Quelle: Berab. n.: Telearbeit und Frauen v. Norbert Kordey, empirica, Bonn 04/02

Quelle: Berab. n.: Telearbeit und Frauen v. Norbert Kordey, empirica, Bonn 04/02 Fach: DaF / Teil A: Hörverständnis / Grammatik Kurs: W-OK und Externe Bearbeitungszeit: 100 Minuten Textumfang: 500 Wörter Hilfsmittel: Einsprachiges Wörterbuch Thema: Telearbeit Quelle: Berab. n.: Telearbeit

Mehr

Geänderte rechtl. Rahmenbedingungen. Erstes Pflegestärkungsgesetz (PSG) Pflegestärkungsgesetze. Schwerpunkte des 1. PSG

Geänderte rechtl. Rahmenbedingungen. Erstes Pflegestärkungsgesetz (PSG) Pflegestärkungsgesetze. Schwerpunkte des 1. PSG Geänderte rechtl. Rahmenbedingungen Pflegeneuausrichtungsgesetz, seit 01.01.2013 in Kraft Erstes Pflegestärkungsgesetz (PSG) Umsetzung der Landesheimbauverordnung (LHeimBauVO) vom 18.04.2011 (gültig ab

Mehr

Familiengesundheitspflege auf kommunaler Ebene - ein neues Handlungsfeld für die Pflege. Verein zur Förderung der Familiengesundheit e.v.

Familiengesundheitspflege auf kommunaler Ebene - ein neues Handlungsfeld für die Pflege. Verein zur Förderung der Familiengesundheit e.v. Familiengesundheitspflege auf kommunaler Ebene - ein neues Handlungsfeld für die Pflege 9. Fachtag Pflege in der Gerontopsychiatrie Stephan Vogt, Familiengesundheit 21 e.v. Kaufbeuren, 18.10.2012 Familiengesundheitspflege

Mehr

Standardisierung und Haftungsrecht

Standardisierung und Haftungsrecht Fachanwalt Standardisierung und Haftungsrecht Standards, Leitlinien, Richtlinien und ihre haftungsrechtliche Bedeutung Haftung für Pflege- und Behandlungsfehler im Krankenhaus Vertraglich Patient Krankenkasse

Mehr

WEITERBILDUNG FÜR LEITUNGSAUFGABEN IN PFLEGEEINRICHTUNGEN BERUFSBEGLEITEND 1 WEITERBILDUNG FÜR LEITUNGSAUFGABEN IN PFLEGEEINRICHTUNGEN

WEITERBILDUNG FÜR LEITUNGSAUFGABEN IN PFLEGEEINRICHTUNGEN BERUFSBEGLEITEND 1 WEITERBILDUNG FÜR LEITUNGSAUFGABEN IN PFLEGEEINRICHTUNGEN DEB-GRUPPE FORT- UND WEITERBILDUNG BERUFSBEGLEITEND 1 2 4 5 DEUTSCHES ERWACHSENEN-BILDUNGSWERK gemeinnützige GmbH Zentrales Informations- und Beratungsbüro der DEB-Gruppe. Pödeldorfer Straße 81. 96052

Mehr

Vertrag über die Förderung der ambulanten Hospizarbeit

Vertrag über die Förderung der ambulanten Hospizarbeit Vertrag über die Förderung der ambulanten Hospizarbeit zwischen den für die Wahrnehmung der Interessen der ambulanten Hospizdienste maßgeblichen Spitzenorganisationen - dem Arbeiterwohlfahrt Bundesverband

Mehr

Stärkung des Selbstbestimmungsrechts als Korrektiv im Gesundheitswesen?

Stärkung des Selbstbestimmungsrechts als Korrektiv im Gesundheitswesen? Stärkung des Selbstbestimmungsrechts als Korrektiv im Gesundheitswesen? 1 Sibylle Kraus Dipl.- Sozialarbeiterin (FH) Sozialmanagerin Leiterin der sozialen und therapeutischen Dienste Somatik - St. Hedwig

Mehr

Das Verhältnis Arzt Patient

Das Verhältnis Arzt Patient Das Verhältnis Arzt Patient Die Grundlagen des Behandlungsverhältnisses zwischen Arzt und Patient, insbesondere die sich hieraus ergebenden gegenseitigen Rechte und Pflichten, sollten nicht nur Ihnen als

Mehr

Pflegegeschichte der DDR. Was ist Pflege? Geschichtliches

Pflegegeschichte der DDR. Was ist Pflege? Geschichtliches Pflegegeschichte der DDR Was ist Pflege? Pflege ist Unterstützung durch eine Pflegefachperson zur möglichst selbständigen Alltagsbewältigung durch Förderung der gesunden Anteile und durch Maßnahmen gegen

Mehr

Die hisa ggmbh ist Trägerin mehrerer Kinderbetreuungseinrichtungen mit einem vielfältigen

Die hisa ggmbh ist Trägerin mehrerer Kinderbetreuungseinrichtungen mit einem vielfältigen T R Ä G E R K O N Z E P T I O N Einleitung Die ist Trägerin mehrerer Kinderbetreuungseinrichtungen mit einem vielfältigen Familien ergänzenden Bildungs- und Erziehungsangebot. Entstanden aus der Elterninitiative

Mehr

Unterstützung für Einzelne und Familien bei schwerer Krankheit und Trauer

Unterstützung für Einzelne und Familien bei schwerer Krankheit und Trauer Unterstützung für Einzelne und Familien bei schwerer Krankheit und Trauer Hospiz- und Palliativ beratungsdienst Potsdam »Man stirbt wie wie man man lebt; lebt; das Sterben gehört zum Leben, das Sterben

Mehr

Die Finanzierung des Gesundheitswesens mit Fokus Langzeitpflege

Die Finanzierung des Gesundheitswesens mit Fokus Langzeitpflege Die Finanzierung des Gesundheitswesens mit Fokus Langzeitpflege Jubiläumsanlass 10 Jahre Spitex Bern Referat von Peter Marbet Leiter der Abteilung Politik und Kommunikation Mitglied der Direktion santésuisse

Mehr

Soziale Dienste in Deutschland

Soziale Dienste in Deutschland Soziale Dienste in Deutschland Ist Deutschland nicht nur exportstark und wohlhabend, sondern auch sozial? Wie können Junge EU-Länder wie Rumänien im Bereich soziale Dienste profitieren? Ökonomische Perspektive

Mehr

INDUSTRIE 4.0. Sind Sie gewappnet für die nächste industrielle Revolution? Vortragsprotokoll Handelskammer Bremen 25. Februar 2015

INDUSTRIE 4.0. Sind Sie gewappnet für die nächste industrielle Revolution? Vortragsprotokoll Handelskammer Bremen 25. Februar 2015 INDUSTRIE 4.0 Sind Sie gewappnet für die nächste industrielle Revolution? Vortragsprotokoll Handelskammer Bremen 25. Februar 2015 LECLERE SOLUTIONS 2015 Protokoll vom 25.2.2015 1 Ablauf der Veranstaltung!

Mehr

Anhörung Perspektiven zur Akademisierung der Gesundheitsfachberufe

Anhörung Perspektiven zur Akademisierung der Gesundheitsfachberufe Anhörung Perspektiven zur Akademisierung der Gesundheitsfachberufe Rainer Kontermann 14.10.2013 BWKG I. Ausgangspunkt Alternde Bevölkerung und rückläufige Schülerzahlen an allgemeinbildenden Schulen erfordern

Mehr

Berufliche Fort und Weiterbildung im Gesundheitswesen

Berufliche Fort und Weiterbildung im Gesundheitswesen DEGRO Kongress Wiesbaden 2012 OViRO e.v Berufliche Fort und Weiterbildung im Gesundheitswesen Christine Limbacher Centrum für Kommunikation Information Bildung cekib Berufliche Bildung Fort und Weiterbildung

Mehr

Freie Hansestadt Bremen. Gesundheitsamt. Sozialmedizinischer Dienst für Erwachsene. Dolmetscherdienst für Migrantinnen und Migranten

Freie Hansestadt Bremen. Gesundheitsamt. Sozialmedizinischer Dienst für Erwachsene. Dolmetscherdienst für Migrantinnen und Migranten Gesundheitsamt Freie Hansestadt Bremen Sozialmedizinischer Dienst für Erwachsene Dolmetscherdienst für Migrantinnen und Migranten Zum Hintergrund Der Dolmetscherdienst Bremen ist aus einer gemeinsamen

Mehr