Internationaler Migrationsausblick 2013

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1 Internationaler Migrationsausblick 213 Pressebriefing im OECD Berlin Centre Berlin, 13. Juni 213 Thomas Liebig Abteilung für Internationale Migration OECD

2 Übersicht Allgemeine Migrationsentwicklung Migrationsflüsse, insbesondere aus Krisenstaaten Migrations- und Integrationspolitik Arbeitsmarktsituation von Migranten Fiskalimpakt der Migration Diskriminierung 2

3 Trends in der Migration 211/212 Über 4 Million Migranten sind in 211 in die OECD zugewandert erstmals seit 27 wieder ein bescheidener Anstieg (2%). Vor allem die Personenfreizügigkeit in der EU-27/EFTA stieg stark an (plus 15%) die Hälfte des Anstiegs ging allein auf Deutschland zurück. In absoluten Zahlen hatte Deutschland mit Abstand den stärksten Anstieg (+7 ), das Niveau (29 ) liegt jedoch nach wie vor relativ zur Bevölkerungsgrösse deutlich unter dem OECD-Schnitt. Auch relativ zum Vorjahresniveau hatte Deutschland nach Irland (wo sich die Zuwanderung nach starkem krisenbedingtem Einbruch 211 wieder erholte) den stärksten Anstieg, gefolgt von Österreich. Vorläufige Zahlen für 212 weisen darauf hin, das dieser Trend weiterhin Bestand hat. Die Schweiz hat zusammen mit Luxemburg erneut Spitzenplatz bei Zuwanderung aus der OECD bezogen auf die Bevölkerung.

4 Migrationsflüsse Personenfreizügigkeit und Migration aus südeuropäischen Ländern Verteilung der Migrationsflüsse aus den europäischen Krisenstaaten in 211, nach Destination Anstieg der Migrationsflüsse aus den europäischen Krisenstaaten zwischen 27 und 211, nach Destination (27= 1) Belgien 5% sonstige OECD-Länder 18% Niederlande 5% Schweiz 12% Deutschland 28% Vereinigtes Königreich 32% Gesamt 211: 275

5 Die Migration aus Südeuropa hat zwar stark zugenommen Migration aus ausgewählten EU-Ländern nach Deutschland Jul-Dez 21 Jan-Jun 211 Jul-Dez 211 Jan-Jun 212 Jul-Dez Italien Griechenland Spanien Portugal Quelle: Berechnungen des OECD-Sekretariats auf der Basis von Daten des Statistischen Bundesamts.

6 aber Zuwanderung aus Mittel- und Osteuropa ist nach wie vor bedeutsamer Migration aus ausgewählten EU-Ländern nach Deutschland, 212, und % der Migranten aus 211, die länger als ein Jahr blieben (rechte Skala) Zuwanderung %, die länger als ein Jahr blieben Quelle: Statistisches Bundesamt, AZR (vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bereitgestellte Daten), Berechnungen des OECD-Sekretariats. Aus allen diesen Ländern bleibt nur eine Minderheit der Zuwanderer aus der EU länger als ein Jahr

7 Auch Arbeitsmigranten aus Drittstaaten bleiben meist nur kurz in Deutschland Anteil der Arbeitsmigranten, die sich Mitte 212 noch in Deutschland aufhielten, nach Nationalität und Einreisejahr 1 Russ. Föderation Indien China Alle Arbeitsmigranten Ver. Staaten Kroatien Quelle: AZR (vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bereitgestellte Daten), Berechnungen des OECD-Sekretariats.

8 Trotz des Anstiegs ist die pro-kopf Migration nach Deutschland deutlich unter dem OECD-Schnitt 1,8 1,6 1,4 1,2 1,,8,6,4,2, Österreich erstmals seit Jahren wieder über dem OECD-Schnitt Dauerhafte Zuwanderung in % der Bevölkerung, 211

9 Beschäftigungssituation der Migranten hat sich in Deutschland und Österreich gegen den OECD-Trend in den letzten Jahren deutlich verbessert Veränderung der Beschäftigungsquote der jährigen zwischen 28 und 212, in Prozentpunkten Zuwanderer Nicht-Zuwanderer Die Beschäftigungsquote von Zuwanderern in Deutschland liegt praktisch gleichauf mit derjenigen in den Vereinigten Staaten und nur noch knapp (2.5 Prozentpunkte) hinter derjenigen in Australien und Kanada

10 Deutschland ist das einzige Land, in dem die Arbeitslosenquoten sowohl bei Zuwanderern als auch bei Nichtzuwanderern zurückgingen Veränderung der Arbeitslosenquote zwischen 28 und 212, in Prozentpunkten Zuwanderer Im Land Geboren

11 Diese Trends sind vor demographiebedingten Umbruch am Arbeitsmarkt zu sehen Geschätzte Differenz (in Prozent) zwischen den alterungsbedingten Abgängen und Zugängen aus der Bevölkerung im Erwerbsalter, of persons aged of women Quelle: Berechnungen des OECD-Sekretariats auf der Basis der Bevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen, Revision 21.

12 Entwicklungen in der Migrations- und Integrationspolitik Bessere Nutzung der Qualifikationen von Migranten (Anerkennung, etc.) steht weiterhin oben auf der Politikagenda in vielen Ländern (z.b. Deutschland, Österreich, Kanada, Schweden) Wettbewerb um hochqualifizierte Migranten nimmt weiter zu Internationale Studenten eine wichtige Zielgruppe; Deutschland hat bei den internationalen Studenten in den letzten Jahren erheblich an Marktanteil verloren Einführung der EU Blauen Karte war häufig mit weitreichenden Liberalisierungen verbunden, auch in Deutschland und Österreich 1. Juli 213: neue Beschäftigungsveordnung tritt Deutschland in Kraft Mehr Transparenz durch klare Trennung zwischen temporärer und dauerhafter Migration Impliziter Schlussstrich unter den Anwerbestopp Öffnung für Berufe im mittleren Qualifikationsbereich 12

13 Fiskalimpakt der Zuwanderung Einfluss auf den Staatshaushalt in den meisten Ländern gering, so auch in Deutschland (ohne Pensionssystem) und Österreich Negative Ergebnisse in Deutschland durch ungünstige Altersstruktur der zugewanderten Bevölkerung bestimmt hohe Pensionszahlungen, v.a. an (Spät-)Aussiedler Abgesehen davon erhalten Zuwanderer in Deutschland im Schnitt weniger Sozialtransfers als Nichtzuwanderer Fiskalimpakt der gegenwärtigen Arbeitsmigration kann als eindeutig positiv erwartet werden, aber kein Allheilmittel für den Staatshaushalt Schweiz ist das OECD-Land, dessen Staatshaushalt relativ am stärksten von der Zuwanderung profitiert 6.5 bis 11 Mrd. CHF jährlich Alter und Beschäftigungsstatus entscheidend für den Fiskalimpakt

14 Verbesserte Arbeitsmarktintegration würde Staatshaushalt erhebliche Mehreinnahmen verschaffen Geschätzte zusätzliche Staatseinnahmen, wenn Zuwanderer die gleiche Beschäftigungsquote hätten wie im Land geborene Personen, in % des BIP,8 Insgesamt Nur Hochqualifizierte,6,4,2, -,2 -,4 -,6 Dies gilt insbesondere für die Hochqualifizierten und die zugewanderten Frauen

15 Diskriminierung In Europa fühlen sich die Nachkommen von Zuwanderern stärker diskriminiert als die Zuwanderer selbst im Gegensatz zu den «klassischen» Einwanderungsländern. Personen mit Migrationshintergrund müssen häufig mehr als zweimal so viele Bewerbungen schreiben wie Personen ohne Migrationshintergrund mit ansonsten identischem Lebenslauf. Die Schweiz ist eines der wenigen OECD-Länder, das kein spezielles Gesetz zur Bekämpfung der Diskriminierung hat. Bedeutung eines ausgewogenen öffentlichen Diskurses für die Bekämpfung der Diskriminierung.

16 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Für weitere Informationen zur Arbeit der OECD im Bereich Migration und Integration:

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