BKK Umfrage 2014 Thema: Reform der GKV-Finanzierung Erhebungszeitraum: Mai 2014

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1 BKK Umfrage Thema: Reform der GKV-Finanzierung Erhebungszeitraum: Mai

2 Umfrage Durchführung und Methodik Am 03.0., 0.0. und wurde von Kantar Health im Auftrag des BKK Dachverbandes eine repräsentative Untersuchung zum Thema Reform der GKV-Finanzierung in der deutschsprachigen Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt. Zielgruppe der Untersuchung waren gesetzlich Krankenversicherte im Alter ab Jahren. Insgesamt wurden Interviews in Form einer telefonischen Mehrthemenbefragung via CATI (computer assisted telephone interview) durchgeführt. Die Telefonnummern wurden nach dem Random Last TwoDigits Verfahren in Anlehnung an das Gabler/ Häder-Verfahren generiert. Aus diesen generierten Telefonnummern wurde eine Zufallsstichprobe proportional zur Haushaltsverteilung nach Regierungsbezirken und Gemeindegrößen gezogen. Die Auswahlgrundlage bildete das ADM-MasterSample für generierte Telefonnummern. Die Stichprobe ist eine repräsentative Zufallsstichprobe. Mittels Screening wird sichergestellt, dass der Befragte zur gesuchten Zielgruppe GVK-Versicherte gehört. Die Stichprobe wird nach den Ausprägungen der Merkmale Bundesland, BIK-Ortsgröße, Geschlecht, Alter, Berufstätigkeit, Schulbildung und Haushaltsgröße gewichtet. Nach der Gewichtung ist die Stichprobe repräsentativ für gesetzlich Krankenversicherte ab Jahren, d.h. die erhobenen Daten sind im Rahmen der statistischen Schwankungsbreiten auf die Grundgesamtheit hochrechenbar.

3 Investitionsvorschläge zur Verbesserung des Gesundheitssystems Momentan haben viele Krankenkassen Überschüsse erwirtschaftet. Wo oder für was wäre Ihrer Meinung nach das Geld im Gesundheitssystem gut investiert? Bitte nennen Sie mir bis zu drei Vorschläge, die Ihnen spontan einfallen. GKV-Versicherte + Jahre Vorschläge betreffend Total : n = 1283 GKV-Versicherte + Jahre 12: n = 4023 Bevölkerung + Jahre Leistungen (z.b. Leistungen erhöhen allg., Zuzahlungen reduzieren, Zahnersatz) Krankenversicherung (z.b. Beitragssenkungen, - rückzahlungen) Vorsorge (z.b. Vorsorgeuntersuchungen) Patientengruppen (z.b. ältere Menschen, Kinder/ Jugendliche, Chronisch Kranke) Versorgung (z.b. Ärzteversorgung auf dem Land / allg.) Pflege (z.b. Pflege, Pflegeversicherung) Forschung (z.b. Forschung allg., Krebsforschung) Krankenhaus (z.b. bessere Krankenhausversorgung, -hygiene) Strukturen/ Verwaltung/ Kontrolle im Gesundheitssystem Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen (z.b. Bezahlung im Gesundheitswesen) weiß nicht/ keine Angabe Alle Angaben in Prozent // Signifikant größer als Total 12

4 Investitionsvorschläge zur Verbesserung des Gesundheitssystems Momentan haben viele Krankenkassen Überschüsse erwirtschaftet. Wo oder für was wäre Ihrer Meinung nach das Geld im Gesundheitssystem gut investiert? Bitte nennen Sie mir bis zu drei Vorschläge, die Ihnen spontan einfallen. GKV-Versicherte + Jahre Vorschläge betreffend Total -29 Jahre Jahre Jahre 0-9 Jahre 60+ Jahre Leistungen Krankenversicherung Vorsorge Patientengruppen Versorgung Pflege Forschung Krankenhaus Strukturen/ Verwaltung/ Kontrolle im Gesundheitssystem Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen weiß nicht/ keine Angabe n = n = 266 n = 182 n = 239 n = 6 n = Alle Angaben in Prozent // Signifikant größer als Total

5 Inanspruchnahme von Zusatzleistungen der Krankenkassen Der allergrößte Teil der Leistungen der Krankenkassen ist einheitlich durch den Gesetzgeber vorgegeben. Es gibt jedoch einige Zusatzleistungen, die Krankenkassen selbst bestimmen können. Ich werde Ihnen gleich einige Zusatzleistungen vorlesen, die Krankenkassen anbieten können. Welche dieser Leistungen haben Sie in den letzten 2 Jahren in Anspruch genommen? GKV-Versicherte + Jahre Total Frauen Männer Nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Apotheke Professionelle Zahnreinigung Brille/ Kontaktlinsen Attraktiver Geld-Bonus Kunststofffüllung statt Amalgamfüllung Alternative Arzneimittel 26 Reiseimpfungen Alternative Heilmethoden Ich habe keine dieser Zusatzleistungen in Anspruch genommen Weiß nicht/ keine Angabe 18 0 n = n = 688 n = 9 Alle Angaben in Prozent // Signifikant größer als Total

6 Krankenkassenwechsel und Gründe für den Krankenkassenwechsel Haben Sie in den letzten Jahren Ihre Krankenkasse gewechselt? Können Sie mir die Gründe beschreiben, die gegen Ihre letzte Krankenkasse gesprochen haben? GKV-Versicherte + Jahre GKV-Versicherte + Jahre, die in den letzten Jahren die KK gewechselt haben Total Wechselgründe (Hauptnennungen %): Unzufriedenheit mit den Leistungen n = 1283 Ja, ich habe 1 Mal meine KK gewechselt Ja, ich habe mehrmals meine KK gewechselt Private Gründe Berufliche Gründe Zusatzbeitrag Preis / zu teuer (allgemein) Unzufriedenheit mit Beratung/ Service Wechsel in Familienversicherung Umzug KK ist pleite gegangen Wechsel aus Familienversicherung n = Nein, ich habe meine KK nicht gewechselt Alle Angaben in Prozent

7 Wissensstand Krankenkassenbeitragssatz Momentan erheben die Krankenkassen einen gesetzlich festgelegten, einheitlichen Beitragssatz. Wissen Sie, wie hoch momentan dieser einheitliche Beitragssatz insgesamt, Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen genommen, in Prozent ist? GKV-Versicherte + Jahre ,9% 10,0% - 1,4% 1,% (richtiger Wert) 1,6% - 19,9%,0% + Weiß nicht / keine Angabe n = 1283 Durchschnitt: 18,7% Median: 1,0% Alle Angaben in Prozent

8 Akzeptanz von einem Aufschlag auf den reduzierten Beitragssatz? Ab 1 soll der einheitliche Beitragssatz per Gesetz von derzeit 1,% auf,6% gesenkt werden. Um Ihren Versicherten den gewohnten Versicherungsumfang mit den individuellen Zusatzleistungen bieten zu können, werden die allermeisten Krankenkassen einen Aufschlag von Ihren Versicherten auf den gesenkten Beitragssatz von,6% erheben müssen. Wie denken Sie persönlich darüber? GKV-Versicherte + Jahre Weiß nicht/ keine Angabe 11 Ich würde einen geringeren Versicherungsumfang, z.b. jegliche Streichung von Zusatzleistungen akzeptieren, da mir ein niedriger Beitragssatz von,6% wichtig ist 29 Damit der gewohnte Versicherungsumfang mit den individuellen Zusatzleistungen gehalten 60 werden kann, würde ich einen zusätzlichen Aufschlag auf den gesenkten Beitragssatz von,6% in Kauf nehmen n = 1283 Alle Angaben in Prozent

9 Zusammenfassung

10 Am 03.0., 0.0. und wurden gesetzlich Krankenversicherte ab Jahren zum Thema Reform der GKV-Finanzierung befragt. So wurde ermittelt, an welchen Stellen im Gesundheitssystem die Überschüsse der Kassen gut investiert wären und welche Zusatzleistungen der Krankenkassen von den Versicherten tatsächlich in Anspruch genommen wurden. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt war der Krankenkassenbeitragssatz. Hier wurde nach den Gründen für einen Krankenkassenwechsel gefragt, ebenso wie nach dem Wissensstand über die Höhe des aktuellen Beitragssatzes. Ausblickend wurden die Versicherten gefragt, wie sie sich verhalten würden, wenn der einheitliche Beitragssatz gesenkt wird und wieder zusätzliche Aufschläge von den Krankenkassen erhoben werden müssten. Zielgruppe dieser Umfrage waren Befragte, die Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sind. Um diese Zielgruppe zu identifizieren wurde den inhaltlichen Fragen eine Screeningfrage ( Wie sind Sie persönlich krankenversichert? ) vorangestellt. Die Vorschläge, wo oder für was im Gesundheitssystem das Geld gut investiert wäre, sind breit gefächert. Beim Thema Leistungen sehen durchschnittlich ein Drittel der Bürger Investitionsbedarf, z.b. Zuzahlungen reduzieren oder Leistungen erhöhen. Jeder vierte Befragte ist der Meinung, dass die Überschüsse in die Krankenversicherungen selbst investiert werden sollten, insbesondere Beitragssenkungen und Rückzahlungen werden von den GKV-Versicherten gewünscht. Weitere wichtige Schwerpunkte sind die Themen Vorsorge (%) und die Berücksichtigung von speziellen Patientengruppen (%), wie beispielsweise ältere Menschen oder Kinder/ Jugendliche. 12% aller Befragten haben keinen Vorschlag formuliert. Da diese Frage im Jahr 12 bereits schon einmal gestellt worden ist, kann man im Vergleich nun gut sehen, wie sich im Zeitverlauf die Schwerpunkte verschoben haben. Die Befragten sprechen sich im Jahr signifikant häufiger für eine Investition in Leistungen (33% in vs. 27% in 12), in die Krankenversicherung (2% in vs. 4% in 12) und in den Bereich Pflege (% in vs. 7% in 12) aus.

11 Betrachtet man die unterschiedlichen Altersgruppen, so zeigen sich auch hier Unterschiede in den Investitionsvorschlägen. Für die älteren Befragten (0-9 Jahre bzw. 60+ Jahre) sind unter anderem Investitionen in die Bereiche Patientengruppen, Pflege und Vorsorge deutlich wichtiger, als jüngeren Versicherten. Diese wiederum wünschen sich häufiger eine Investition der Überschüsse in das Krankenhaus. Mehr als die Hälfte der Befragten hat in den letzten 2 Jahren die Zusatzleistung Nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Apotheke in Anspruch genommen. Die professionelle Zahnreinigung folgt mit 4% auf dem zweiten Platz. Zwei von fünf Befragten haben auf Zusatzleistungen ihrer Krankenkasse beim Erwerb einer Brille oder Kontaktlinsen zurück gegriffen. Frauen haben häufiger Leistungen bezüglich Nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel, Brille/ Kontaktlinsen, alternative Arzneimittel und alternative Heilmethoden in Anspruch genommen als Männer. % der Befragten geben an, keine der aufgeführten Zusatzleistungen in Anspruch genommen zu haben. Insgesamt haben 11% der gesetzlich Krankenversicherten in den letzten Jahren ihre Krankenkasse gewechselt. Jeder Zehnte hat ein Mal in diesem Zeitraum seiner alten Versicherung den Rücken gekehrt und ist in eine neue Kasse eingetreten. Lediglich 1% der Befragten gibt an mehrmals die Krankenversicherung gewechselt zu haben. Knapp 90% der GKV-Versicherten sind in den letzten Jahren ihrer Krankenkasse treu geblieben. Als Hauptgrund für einen Wechsel in die neue Kasse wird die Unzufriedenheit mit den Leistungen der alten Krankenversicherung genannt (%). Danach folgen private (%) und berufliche (12%) Gründe auf den Plätzen zwei und drei. Der Zusatzbeitrag ist für 9% der Befragten der Grund für Ihren Versicherungswechsel. Nur jeder Zwanzigste kennt den gesetzlich festgelegten, einheitlichen Beitragssatz in Höhe von 1,%, der momentan von den Krankenkassen erhoben wird. Drei Fünftel der GKV-Versicherten gibt an, den Beitragssatz nicht zu kennen.

12 Wie reagieren die Versicherten, wenn der einheitliche Beitragssatz von 1,% auf,6% gesenkt wird und die Krankenkassen daraufhin von Ihren Mitgliedern einen Aufschlag auf den gesenkten Beitragssatz erheben müssen, um den gewohnten Versicherungsumfang mit den individuellen Zusatzleistungen anbieten zu können? Drei von fünf Befragten geben an, dass sie diesen zusätzlichen Aufschlag akzeptieren würden, damit der momentane Leistungsstandard (mit den individuellen Zusatzleistungen) aufrecht erhalten werden kann. 29% der GKV- Versicherten hingegen würden eine Streichung dieser Zusatzleistungen, d.h. einen geringeren Versicherungsumfang, akzeptieren, da ihnen ein niedriger Beitragssatz wichtig ist.

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