München, im September 2009

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1 RESEARCH CENTER FOR FINANCIAL SERVICES CFDs im Vergleich Studie im Auftrag des Contracts for Difference Verband e. V. München, im September 2009 Steinbeis Research Center for Financial Services Rossmarkt München (Germany) Fon: +49 (0) Fax: +49 (0) Direktoren: Prof. Dr. Jens Kleine + Prof. Dr. Markus Venzin Steinbeis-Hochschule Berlin Steinbeis-Haus Gürtelstr. 29A/ Berlin (Germany) Fon: +49 (0)

2 Inhalt Ermittlung des Marktvolumens von CFDs und Knock-Out-Produkten Vergleichsmöglichkeiten und Problemfelder Gewählte Vergleichsmethodik Ergebnisse: Volumen und Hebel Zusammenfassung 1

3 CFDs im Vergleich: Ermittlung des Marktvolumens von CFDs und Knock-Out-Produkten Das Marktvolumen von CFDs und Knock-Out-Produkten wird unterschiedlich ermittelt Ermittlung des Marktvolumens Definition Marktvolumen Beispiel CFDs Summe der Positionsvolumina, welche sich aus dem Quotienten von geleisteter Marginzahlung und dem für die jeweilige Position geforderten Marginsatz ergibt Das Volumen einer Position entspricht somit dem Wert des Underlyings multipliziert mit der Anzahl erworbener Kontrakte Ein Investor kauft einen CFD auf eine Aktie, die derzeit bei 100 EUR notiert Die zu leistende Margin beträgt, bei einem Marginsatz von 5%, 5 EUR Durch Division der geleisteten Margin (5 EUR) durch den Marginsatz (5%) errechnet sich ein gehandeltes Volumen von 100 EUR Knock-Out-Produkte Summe der Produkte aus gehandelter Stückzahl und jeweiligem Preis über alle Knock-Out-Produkte Ein Investor kauft ein Knock-Out-Produkt (Bezugsverhältnis 10:1; Basispreis 98 EUR) auf eine Aktie, die derzeit bei 100 EUR notiert Der Preis des Knock-Out-Produkts (ohne Aufgeld) ist somit 0,2 EUR ((100 EUR - 98 EUR) x 0,1) Das Bezugsverhältnis von 10:1 bedeutet, dass der Investor 10 Knock- Out-Scheine erwerben muss, um an Veränderungen des Basiswertes vollständig zu partizipieren Hierdurch wird ein Volumen von 2 EUR generiert (0,2 EUR dividiert durch das Bezugsverhältnis von 0,1) Eine Vergleichbarkeit der beiden Produkte ist aktuell nicht gegeben, da bei der Ermittlung des Marktvolumens von CFDs die Hebelwirkung dieser Produkte berücksichtigt wird, bei Knock-Out-Produkten jedoch nicht Möglichkeiten zur Herstellung einer Vergleichbarkeit: 1. Bereinigung des CFD-Volumens um die Hebelwirkung: Diese Möglichkeit wird aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht weiter verfolgt wirtschaftlich: Auch bei der Ermittlung des Future-Volumens wird die tatsächliche wirtschaftliche Position herangezogen technisch: CFD-Anbieter verfügen nicht über Daten zum ungehebelten Volumen 2. Berücksichtigung des Hebels bei der Ermittlung des Volumens von Knock-Out-Produkten: Im Folgenden verwendete Methode 2

4 CFDs im Vergleich: Ermittlung des Marktvolumens von CFDs und Knock-Out-Produkten Zur Ermittlung des gehandelten Volumens von Knock-Out-Produkten sind zwei Möglichkeiten denkbar Ermittlung des Marktvolumens Ermittlung des durchschnittlich verwendeten Hebels bei Transaktionen mit Knock-Out-Produkten Bei Kenntnis des durchschnittlichen Hebels von Knock-Out-Produkten ist es möglich, das gehebelte Volumen von Knock-Out-Produkten zu ermitteln Die Berechnung erfolgt durch Multiplikation des Hebels eines Knock-Out-Produktes mit dem jeweils in diesem getätigten Umsatz Hierfür sind zwei Varianten denkbar: Variante A Variante B Erhebung des Volumens und des zugehörigen Hebels aller Knock-Out- Produkte in bestimmten Intervallen Ermittlung des durchschnittlichen Hebels durch die Bildung eines volumensgewichteten Durchschnitts über alle Produkte Ermittlung des durchschnittlichen Tageskurses eines Basiswertes sowie des durchschnittlichen Preises für das jeweilige Knock-Out-Produkt Berechnung des durchschnittlichen Hebels anhand der Formel (Herleitung s. Folgeseite) Vorgehen Durchschnittlicher Hebel für Produkt i (dhi) = Basispreis von Produkt i (BPi) Bezugsverhältnis x +/- * von Produkt i (Bi) Durchschnittlicher Preis von Produkt i (dpi) Beurteilung Einfache Möglichkeit sich approximativ an den durchschnittlichen Hebel von Knock-Out-Produkten anzunähern Ergebnisqualität steigt mit der Anzahl der Datenerhebungen Durchschnittlicher Preis von Produkt i (dpi) Minimierung der notwendigen Datenmenge und Unabhängigkeit vom Erhebungszeitpunkt Bisher liegen noch keine Ergebnisse über die Aussagekraft und Anwendbarkeit dieser Methode vor *Bei Puts muss der durchschnittliche Preis eines Produkts abgezogen werden 3

5 CFDs im Vergleich: Vergleichsmöglichkeiten und Problemfelder Herleitung der Formel zum durchschnittlichen Hebel (Variante B) (1) Berechnung des Hebels eines Knock-Out-Produktes: Hebel von Produkt i (Hi) = Kurs des Basiswerts von Produkt i (Ui) x Bezugsverhältnis von Produkt i (Bi) Preis von Produkt i (Pi) (2) Berechnung des Preises eines Knock-Out-Produktes: Preis von Produkt i (Pi) = [Kurs des Basiswerts (Ui) - Basispreis von Produkt i (BPi)] x Bezugsverhältnis von Produkt i (Bi) (3) Berechnung des durchschnittlichen Preises eines Knock-Out-Produktes auf Tagesbasis: Durchschnittlicher Preis von Produkt i (dpi) = Gesamtumsatz mit Produkt i (GUi) Gehandelte Stücke von Produkt i (GSi) Berechnung des durchschnittlichen Hebels eines Knock-Out-Produktes auf Tagesbasis aus (1), (2) und (3): Durchschnittlicher Hebel von Produkt i (dhi) = Basispreis von Produkt i (BPi) x Bezugsverhältnis von Produkt i (Bi) +/- * Durchschnittlicher Preis von Produkt i (dpi) Durchschnittlicher Preis von Produkt i (dpi) *Bei Puts muss der durchschnittliche Preis eines Produkts abgezogen werden 4

6 CFDs im Vergleich: Vergleichsmöglichkeiten und Problemfelder Beide Varianten zur Ermittlung des gehandelten Volumens von Knock-Out-Produkten weisen Schwächen in der praktischen Umsetzbarkeit auf Schwächen der Vergleichsmöglichkeiten Variante A Variante B Schwächen resultieren insbesondere aus der begrenzten Datenmenge und der technischen Umsetzbarkeit Exakte Bestimmung erfordert die Erhebung des Hebels und des gehandelten Volumens bei jeder Kursbewegung aller Produkte Schwächen aufgrund der unterschiedlichen Produktausgestaltungsformen von Knock-Out-Produkten und der Methodik der Berechnung über Durchschnittswerte Durchschnittswerte können immer nur ein approximatives Ergebnis liefern Intervalle der Kursstellung sind zu kurz, um diese Daten vollständig zu erheben Variante liefert bisher nicht für alle Produkte valide Ergebnisse 5

7 CFDs im Vergleich: Gewählte Vergleichsmethodik Es bestehen grundsätzlich drei praktikable Möglichkeiten zur Ermittlung des durchschnittlichen Hebels Methodik des aktuellen Vergleichs Gewählte Variante Erhebungszeitraum Erhebungsgegenstand Vorgehen Für die Ermittlung des gehandelten Volumens wurde der durchschnittliche Hebel nach Variante A erhoben * Datenerhebung EUWAX Die 50 umsatzstärksten Knock-Out-Produkte an der EUWAX Dreimal tägliche Erfassung (10.00, 13.30, Uhr) der Volumina, Hebel und Basiswerte, der zu den Erhebungszeitpunkten 50 umsatzstärksten Knock- Out-Produkte Aggregation der über den Erhebungszeitraum gewonnen Daten Berücksichtigt wurden nur die Produkte, die sich bei der letzten täglichen Erhebung unter den 50 umsatzstärksten Produkten befanden Volumensgewichtete Ermittlung des Hebels anhand der täglichen Daten Bei Produkten, für die die Daten nicht dreimal täglich erhoben werden konnten, die bei der letzen Erhebung aber unter den 50 umsatzstärksten Produkten rangierten, fließen die Daten entsprechend der Erhebungshäufigkeit in die Berechnung ein Datenerhebung Clearstream Für die Ermittlung des gehandelten Volumens wurde der durchschnittliche Hebel nach Variante A erhoben Die 50 umsatzstärksten Knock-Out-Produkte an der EUWAX, Scoach und in Teilen des OTC-Bereichs Einmal tägliche Erfassung der Volumina, Hebel und Basiswerte, der zu den Erhebungszeitpunkten 50 umsatzstärksten Knock-Out-Produkte Aggregation der über den Erhebungszeitraum gewonnen Daten Volumensgewichtete Ermittlung des Hebels anhand der täglichen Daten Getrennte Datenerhebung EUWAX / Scoach sowie OTC Ermittlung nach Variante A und B möglich Bisher keine Erhebung durchgeführt Die 50 umsatzstärksten Knock-Out-Produkte an der EUWAX und Scoach Bisher keine Erhebung durchgeführt Vorteil Längste Datenhistorie (meiste Erhebungszeitpunkte) Größte Marktabdeckung (Institutionelle und Privatkunden) Fokus auf Privatanleger (EUWAX und Scoach) Fokus auf Institutionelle (OTC-Handel) Schwächen Ergebnis *Daten für den nicht verfügbar Scoach- und OTC-Daten werden nicht berücksichtigt, dadurch sind Privatkunden nicht vollständig und der institutionelle Bereich kaum berücksichtigt Der durchschnittliche Hebel von Knock-Out-Produkten betrug im August ,3 Hohe Volumina institutioneller Investoren in Produkten mit niedrigem Hebel, speziell im OTC-Handel, senken den Gesamthebel auf ein für den Privatkundenbereich nicht vollkommen repräsentatives Maß Der durchschnittliche Hebel von Knock-Out-Produkten betrug an den drei Erhebungstagen im September ,54 6 Bisher keine Erhebung durchgeführt Bisher keine Erhebung durchgeführt

8 CFDs im Vergleich: Gewählte Vergleichsmethodik Unterschiede in der Höhe des ermittelten Hebels sind aufgrund der Erfassung unterschiedlicher Investorengruppen zu erkären Interpretation der Ergebnisse Ergebnisse bei Verwendung der EUWAX- Daten Grundlage der täglichen Datenerhebung waren die Daten der 50 umsatzstärksten Knock-Out-Produkte an der EUWAX Handel an der EUWAX erfolgt überwiegend durch Privatinvestoren Eine mögliche Erklärung für den nahezu doppelt so hohen Hebel von 22,3 (im Vergleich zum Ergebnis bei Verwendung der Clearstream-Daten) ist das vorherrschende Einsatz als spekulatives Finanzprodukt mit hohem Hebel durch Privatinvestoren Die Daten repräsentieren somit eher den Handel von Knock-Out-Produkten durch Privatanleger Ergebnisse bei Verwendung der Clearstream- Daten Getrennte Datenerhebung Grundlage der Datenerhebung waren die Daten der 50 umsatzstärksten Knock-Out-Produkte an der EUWAX, der Scoach und in Teilen des OTC-Bereichs Während der Handel an den Börsen zumeist mit Privatinvestoren erfolgt, findet der OTC-Handel überwiegend durch institutionelle Investoren statt Institutionelle Investoren verwenden Knock-Out-Produkte hauptsächlich aus Gründen des Hedgings, wofür Produkte mit geringen Hebeln bevorzugt werden Durch die Berücksichtigung von institutionellen Investoren, die hohe Volumina von Knock-Out-Produkten mit geringem Hebel handeln, ist der im Vergleich zu den EUWAX-Daten geringe Hebel von 12,54 zu erklären Die Clearstream-Daten repräsentieren somit den Handel von Knock-Out-Produkten am Gesamtmarkt Durch eine getrennte Datenerhebung von EUWAX/ Scoach und des OTC-Bereichs mittels Clearstream könnte die Aussagekraft der Ergebnisse weiter erhöht werden, zudem wäre eine teilweise höhere Vergleichbarkeit mit den veröffentlichten Volumens-Daten des DDV gegeben Durch die getrennte Ermittlung des an den Börsen verwendeten Hebels sowie des im OTC-Bereich verwendeten Hebels, wäre eine getrennte Aussage über die dort jeweils gehandelten Volumina und somit ein besserer Vergleich zum CFD-Markt möglich 7

9 CFDs im Vergleich: Ergebnisse Volumen und Hebel Mit CFDs wurde im August 2009 ein Volumen von 33,5 Mrd. EUR gehandelt Gehandeltes Volumen von CFDs, Knock-Out-Produkten und Futures (August 2009) In Mrd. EUR Hebelprodukte für Institutionelle 4.303,4 Ableitungen Das gehandelte CFD- Volumen lag im August 2009 bei 33,5 Mrd. EUR Möglichkeiten zur Berechnung des Knock- Out-Volumens: Hebelprodukte für Privatanleger Hebelprodukte für Private und Institutionelle 119,6 1. Börsenumsatz (DDV) x Hebel Basis Clearstream (15,1) 2. Börsenumsatz (DDV) x Hebel Basis EUWAX (26,8) 3. Gesamtumsatz (Clearstream) x Hebel Basis Clearstream (119,6) ,5 26,8 15,1 CFDs Knock-Out-Produkte Futures Futures wiesen, mit 4.303,4 Mrd. EUR, das mit Abstand höchste gehandelte Volumen im August 2009 auf Quellen: 1) Daten der CFD-Anbieter 2) Clearstream, EUWAX, DDV Börsenumsatzstatistik August 2009, eigene Berechnungen 3) Eurex Monthly Statistics August

10 CFDs im Vergleich: Zusammenfassung Das Volumen privater Hebelprodukte liegt zwischen 0,92% und 3,56% des Volumens von Futures Zusammenfassung Ermittlung des Marktvolumens Möglichkeiten des Vergleichs Varianten und Problemfelder CFDs und Knock-Out-Produkte unterscheiden sich grundsätzlich in der Ermittlung des Marktvolumens Während bei der Ermittlung des Marktvolumens von CFDs die Hebelwirkung berücksichtigt wird, erfolgt bei Knock-out-Produkten die Ermittlung des Marktvolumens ohne Berücksichtigung des Hebels Durch die Ermittlung des durchschnittlichen Hebels von Knock-Out-Produkten kann auf deren Marktvolumen auf Basis des Marktvolumens von CFDs geschlossen werden Der durchschnittliche Hebel von Knock-Out-Produkten kann zum einen durch die Erfassung des Hebels und des gehandelten Volumens zu bestimmten Zeitpunkten bestimmt werden, für eine exakte Bestimmung des durchschnittlichen Hebels müsste diese Erfassung jedoch bei jeder neuen Kursstellung aller Produkte erfolgen Eine andere Möglichkeit wäre die Bildung von Durchschnittswerten, deren Ergebnisse unabhängig vom Erhebungszeitpunkt wären, allerdings noch nicht in allen Fällen valide Ergebnisse liefern Für den aktuellen Vergleich wurden die Daten nach der ersten Möglichkeit erhoben Methodik des aktuellen Vergleichs Daten wurden zum einen aus den 50 umsatzstärksten Knock-Out-Produkten der EUWAX und zum anderen aus den 50 umsatzstärksten der EUWAX, Scoach und des OTC-Bereichs gewonnen Zukünftig wäre auch eine Trennung zwischen den Daten der Börsen und des OTC-Bereichs denkbar, was Unterschiede beim Produkteinsatz zwischen den Investorengruppen stärker herausstellen könnte Bei Verwendung der EUWAX-Daten konnte ein durchschnittlicher Hebel bei Knock-Out-Produkten von 22,3 ermittelt werden Ermittelte Ergebnisse Der durchschnittliche Hebel bei Verwendung der Clearstream-Daten betrug 12,54 Unterschiede in den ermittelten Hebeln erklärt sich aus der Beteiligung unterschiedlicher Investorengruppen Je nach verwendeten Daten liegt das Volumen von Hebelprodukten für Privatanleger (CFDs und Knock-Out-Produkte) zwischen 0,92% und 3,56% des Volumens von Futures 9

11 Ansprechpartner RESEARCH CENTER FOR FINANCIAL SERVICES Prof. Dr. Jens Kleine oder Tim Weller Dr. Georg F. Oehm Prof. Dr. Markus Venzin & Prof. Dr. Jens Kleine STEINBEIS RESEARCH CENTER FOR FINANCIAL SERVICES Rossmarkt München (Germany) Fon: +49 (0) Fax: +49 (0) Dr. Georg F. Oehm Contracts for Difference Verband e.v. Eysseneckstraße 9 D Frankfurt am Main Tel.: +49/69/ Gürtelstr. 29A/ Berlin (Germany) Fon: +49 (0) Fax: +49 (0)

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