Medienservice. Handelsbrunch in Linz. Linz, am 11. Jänner Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:

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1 Medienservice Handelsbrunch in Linz Linz, am 11. Jänner 2007 Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung: KommR Franz Penz Obmann der Sparte Handel der WKO Oberösterreich KommR Heinz Hofmann Obmann der WKO Linz-Stadt Dr. Franz Dobusch Bürgermeister der Stadt Linz Susanne Wegscheider Wirtschaftsstadträtin der Stadt Linz Medienservice im Internet: Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: WKO Oberösterreich Oberösterreich, 4020 Linz, Hessenplatz 3, T , F , E W DVR

2 Handelsbrunch Linz Seite 2 KommR Franz Penz, Obmann der Sparte Handel der WKO Oberösterreich: Rahmenbedingungen für den oö. Handel verbessern Die Sparte Handel der WKO Oberösterreich sieht es als wichtigste Aufgabe der Interessenvertretung, die Rahmenbedingungen für den oö. Handel zu verbessern. Dazu wurde ein Forderungs- und Arbeitsprogramm ausgearbeitet, dessen Kernthemen unter anderem die Raumordnung, Förderungen für den Handel oder auch gezielte Weiterbildung sowohl für den Unternehmer selbst als auch für die Mitarbeiter betreffen. Ein weiteres Ziel der Sparte Handel ist, den aktiven Meinungs- und Ideentausch zwischen den Bezirken und der Landesebene zu fördern. Dazu wurde eine Veranstaltungsreihe in den einzelnen Bezirken initiiert, bei der handelspolitische Themen und regionale Fragen und Probleme mit Entscheidungsträgern aus der Politik und regional ansässigen Handelsbetrieben diskutiert werden. Die heutige Veranstaltung der Reihe Handelsbrunch in Linz beschäftigt sich mit aktuellen Handelsthemen im Bezirk Linz-Stadt. Die Bedeutung des Handels wird vielfach unterschätzt. Immerhin beschäftigen die österreichweit rund Handelsbetriebe (OÖ: ) mit rund Mitarbeitern (OÖ: ) rund ein Fünftel der gesamten Mitarbeiter der gewerblichen Wirtschaft. Damit ist der Handel innerhalb der WKO Oberösterreich die mit Abstand mitgliederstärkste Sparte und der zweitgrößte Arbeitgeber. Gemessen an den wichtigsten volkswirtschaftlichen Größen müsste eigentlich der Handel insgesamt als die Leitbranche der österreichischen Wirtschaft angesehen werden, insbesondere dann, wenn man sich die weitere Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft vergegenwärtigt. Andererseits befindet sich der Handel, vor allem der Einzelhandel, in einer Umbruchphase: Seit Jahren ist ein Konzentrationsprozess feststellbar, der sich einerseits in einer sinkenden Unternehmenszahl und andererseits in einer steigenden Anzahl von Filialen der Marktführer ausdrückt. Diese Entwicklung dürfte sich zum Leidwesen des Handels weiter fortsetzen. Dies geht einher mit steigenden Verkaufsflächen, sowohl insgesamt im gesamten Einzelhandel wie auch im Durchschnitt je Geschäft, denn die neuen Einzelhandelsgeschäfte weisen generell eine höhere durchschnittliche Verkaufsfläche auf. Ein steigender Filialisierungs- bzw. Konzentrationsgrad bewirkt ein weiteres Ansteigen der Wettbewerbsintensität im Handel, befürchtet Spartenobmann Penz. Die Klein- und Mittelbetriebe des Einzelhandels werden sich voraussichtlich verstärkt zu Verbünden zusammenschließen und Kooperationen eingehen müssen, um so auch von der Zugkraft bekannter Marken profitieren

3 Handelsbrunch Linz Seite 3 zu können, so der Handelsobmann, der aber nicht nur bei den Händlern Eigeninitiative einfordert, sondern auch Handlungsbedarf auf politischer Ebene ortet. Wirkungsvoller Ordnungsrahmen für faire Wettbewerbsbedingungen Laut Grundsatzprogramm der WKO Oberösterreich bedarf die Freiheit auf dem Markt eines wirkungsvollen Ordnungsrahmens, um faire Wettbewerbsbedingungen und die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens zu sichern. Dieser Ordnungsrahmen muss im Besonderen auch ein ausgewogenes Miteinander von großen, kleinen und mittelständischen Unternehmen gewährleisten. An erster Stelle der Forderungen des Handels steht für Penz natürlich der Stopp des zügellosen und unkontrollierten Verkaufsflächenzuwachses in Oberösterreich: Dass die oö. Raumordnungsnovelle in Kraft getreten ist, ist sicher ein großer Erfolg unseres jahrelangen intensiven Lobbyings. Mit ihr gibt es nun ein Instrument, mit dem gegen den ungezügelten Verkaufsflächenzuwachs, vor allem auf der,grünen Wiese eingeschritten werden kann. Aber neben der Raumordnungsnovelle bedarf es auch eines interkommunalen Finanzausgleiches durch Umverteilung der Kommunalabgabe von,reichen EKZ-Standortgemeinden zur Förderung von Orts- und Stadtzentren und eines effizienteren Kartellgesetzes und dessen rigorosen Vollzugs gegen wirtschaftliche Machtkonzentration und folgenden Machtmissbrauch. Allerdings wird es nicht genügen, sich alleine darauf zu verlassen, um das fortschreitende Veröden der Stadt- und Ortszentren zu verhindern und die Nahversorgung zu erhalten. Auch Optimismus unter den Händlern, Eigeninitiativen und Initiativen in den einzelnen Städten und Gemeinden selbst sind gefordert. Das haben beispielsweise die Städte Wels und Vöcklabruck schon erkannt. Wels hat beispielgebend für andere Städte mit der Agenda Kernzone, die nicht nur die Modernisierung der Innenstadt beinhaltet, sondern auch ein Startpaket für den Einzelhandel und nicht unwesentliche Förderungen für Portal- und Ladeneinrichtung, auf die neu entstandenen Einkaufszentren in Wels-West reagiert. Und in Vöcklabruck wurde im Vorjahr das Unternehmen Masterplan für die Innenstadt von Vöcklabruck nach der BID-Methode (Business Improvement District) begonnen. Hier wurden erstmals auch die Liegenschaftseigentümer mit ins Boot geholt. Solche Initiativen sind geeignete Instrumentarien, um die Orts- und Stadtzentren auch weiterhin attraktiv zu erhalten, und hoffentlich auch beispielgebend für andere Städte und Orte, ist Penz überzeugt.

4 Handelsbrunch Linz Seite 4 KommR Heinz Hofmann: Unverwechselbarkeit des Linzer Handels erhalten Die Wurzeln der Stadt Linz liegen traditionell im Handel und im nahversorgenden Gewerbe und Handwerk. Linz hat sich trotz starker Konkurrenz aus den Umlandgemeinden als Einkaufsstadt mit Flair etabliert. Großinvestitionen des Handels wie etwa die Neugestaltung des Passage Centers und des Atrium City Centers oder der Umbau von Intersport Eybl oder Thalia haben die Einkaufsstadt Linz zudem attraktiviert. Die Stadt Linz benötigt diese vitale Handelslandschaft aber nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Stadtteilen. Experten warnen davor, dass Stadtteile ohne breitgefächerte Handelslandschaft zu leblosen Geisterstädten werden. Prosperierender Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und Tourismus garantieren überhaupt, dass die Stadt lebt und die Lebensqualität für die Bewohner stimmt. Nationale und internationale Handelsketten in fast allen Handelsbranchen kann der Konsument mittlerweile in jeder Klein- und Großstadt vorfinden. Das Plus und der Mehrwert der Einkaufsstadt Linz für den Konsumenten zu den Einkaufszentren auf der grünen Wiese sind die vielen kleinen, gewachsenen, eigentümergeführten, unverwechselbaren Geschäfte. Wichtig sind daher verstärkte Unterstützungsaktivitäten der Stadt Linz für den Linzer Einzelhandel, das nahversorgende Gewerbe und den Tourismus in allen Stadtteilen, um auch den Konsumenten von der Angebotsvielfalt zu überzeugen um das vorhandene Kaufkraftpotenzial möglichst in der Stadt abzuschöpfen. Die Stadtpolitik hat einen großen Einfluss auf die städtische Wirtschaftsentwicklung. Durch ihre Abgaben- und Förderungspolitik entlastet und fördert sie gezielt Unternehmen und Unternehmenskooperationen. Ebenso gestaltet die Politik im Bereich der Verkehrs-, Raumordnungs- und Städtebaupolitik die übergeordneten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für erfolgreiches Wirtschaften. Das 5-Jahres-Programm der WKO Linz-Stadt beinhaltet daher städtische Maßnahmen, die noch umzusetzen oder auszubauen sind oder sich erst in Grobplanung befinden. Speziell für den Handel sind folgende Rahmenbedingungen wichtig 1. Kulturhauptstadt 2009: einzigartige Chance für Kultur und Wirtschaft Die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze und zahlt Steuern. Damit ist die Schaffung von Kulturbauten und Kulturgenuss für die Bevölkerung erst möglich. Daher fordert die Linzer Wirtschaft, dass zumindest zehn Prozent der Budgetmittel für die Kulturhauptstadt nicht nur für Marketingmaßnahmen und Kulturprojekte für eine einmalige Besuchersteigerung, sondern ebenso für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Stadt in den

5 Handelsbrunch Linz Seite 5 Bereichen Städtebau, Donauraumgestaltung, Stadt- und Stadtteilmarketing, Ticketsysteme sowie Projekte an der Schnittstelle Wirtschaft und Kultur eingesetzt werden. Die Kulturhauptstadt Linz muss so attraktiv werden, dass alle Linz09- Besucher mehrmals wiederkommen, auch Nicht-Kultur-Interessierte begeistert sind und es zu einem nachhaltigen Kaufkraftzufluss nach Linz kommt. Viele Linzer Unternehmen und Unternehmergruppen haben bereits Ideen aus Sicht der Wirtschaft für die Vorbereitungs- und Durchführungsphase der Kulturhauptstadt Linz eingebracht. Daraus ist ein abgestimmtes Gesamtprogramm zu erstellen, bei dem Kultur, Tourismus, Handel, Gastronomie, Hotellerie, Verkehr, usw. gemeinsam mit Politik und Verwaltung für den Erfolg der Kulturhauptstadt an einem Strang ziehen. 2. Linz als attraktives Einkaufs- und Besuchsziel Politik, Verwaltung, Interessenvertretung, Vereine und Unternehmen ziehen wie die großen Einkaufszentren bei werblichen Aktivitäten an einem Strang (zb Krippenstadt); Aufstockung der Förderungen für die regionalen Werbe- und Interessengemeinschaften zur Durchführung von Werbeaktivitäten, Events, Kaufkraftbindungsaktionen, usw.; Einbindung der Wirtschaft in städtische Events (z.b. Pflasterspektakel, Kronefest, Urfahraner Markt, Linz-Marathon) und Ausdehnung der Events auf 1B und 2A-Lagen (z.b. äußere Landstraße, Altstadt, Hauptstraße Urfahr, Wienerstraße, Seitenstraßen und Landstraße); Durchführung von regelmäßigen Wirtschaftsanalysen (Frequenzzählungen, Kaufkraftströme, Branchenmix, etc.) als Entscheidungsgrundlage für Marketingmaßnahmen; Investitionen in Sicherheit, Sauberkeit, Beleuchtung und Beschilderung von Einkaufsstraßen, Parkanlagen, etc. 3. Leistungsfähige Verkehrs- und Parkinfrastruktur ermöglicht Wachstum und Beschäftigung bedarfsgerechte Parkmöglichkeiten an der Oberfläche und in Tiefgaragen mit attraktiven Shopping- und Halbstunden-Tarifen; Erhalt der Oberflächenparkplätze bei Tiefgaragenprojekten; städtische Parkmünzen für alle betroffenen Linzer Unternehmen und Annahme in Parkgaragen; Einführung des Handyparkens; keine City-Maut für Linz; attraktive Linz-Linien-Tickets z.b. 24 Stunden-Ticket, Samstageinkaufsticket, sowie flächendeckend Automaten mit Wechselgeld.

6 Handelsbrunch Linz Seite 6 4. Weitblickende Raumordnung in Bezug auf Standortsicherung, Nahversorgung, Betriebserweiterung und Betriebsansiedlungen wirtschaftlich verträgliche Gestaltung des Frachtenbahnhof-Areals; attraktive Neugestaltung des Urfahraner Zentrums (Lentia 2000, Mühlkreisbahnhof, Hinsenkampplatz, Urfahraner Markt); Neugestaltung der unteren Landstraße rund um das neue Musiktheater mit Verbindung zur Wienerstraße; keine Shopping-Cities im Linzer Stadtgebiet. 5. Finanzielle Förderungen Schwerpunkte statt Gießkanne Einzelbetriebliche Förderungen dort, wo es entweder keine Landesoder Bundesförderungen gibt oder städtische Schwerpunkte als Hilfe zur Selbsthilfe gesetzt werden sollen wie etwa in den Bereichen Nahversorger- und Marktstruktur, Ersatz baustellenbedingter Umsatzrückgänge, Weihnachtsbeleuchtung, Schaufenster, Fassaden, Portale, Forcierung von Kooperationsprojekten und Wirtschaftsinitiativen in den Stadtteilen. Entlastung von städtischen Abgaben: Abschaffung aller Abgaben mit Bagatellbeträgen, Abgabenverzicht bei Stadtteil- und Einkaufsstraßenfesten Handelsunternehmen in Linz In Linz gibt es 4504 Handelsunternehmen (Stand ). Innerhalb der Sparte Handel bildet der Handel mit Maschinen, Computersystemen, technischem und industriellem Bedarf mit 524 Mitgliedschaften die größte Gruppe. Der Direktvertrieb folgt mit 413 Mitgliedern und an dritter Stelle liegen die Handelsagenten mit 392 Mitgliedern. Der Eisen- und Hartwarenhandel hat in Linz 348 Mitglieder. Im Jahr 2005 gab es im Handel in Linz 210 Neugründungen und damit ist der Handel in Linz nach der Sparte Information und Consulting (244 Neugründungen) die gründungsintensivste Sparte.

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