Asset Backed Securities

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1 Asset Backed Securities Was sind Asset Backed Securities? Bei Asset Backed Securities (ABS) handelt es sich Wertpapiere (Securities), die mit einem Forderungsbestand (Assets) gedeckt sind (Backed). Bei ABS wird der Forderungsbestand eines Unternehmens oder eines Kreditinstituts (sog. Originator) an eine eigens dafür gegründete, rechtlich selbstständige Gesellschaft veräußert. Diese sog. Zweckgesellschaft (SPV) verbrieft die Forderungen zu Wertpapieren und platziert sie am Kapitalmarkt. Die Besicherung erfolgt über den Forderungsbestand. Das Unternehmen erhält Liquidität. Das Debitorenmanagement bleibt weiterhin in der Hand des Unternehmers. ABS, die vom Mittelstand platziert werden, sind meist mit Handelsforderungen unterlegt. Große Verbriefungen in Deutschland basieren auf Autokredit bzw. -leasingforderungen. ABS mit Kreditkartenforderungen, Verbriefungen von Hypothekenforderungen oder handelbaren Anleihen hatten am deutschen Emissionsgeschäft nur einen geringen Anteil und sind seit der letzten Finanzkrise so gut wie nicht platzierbar. Für wen und wann sind ABS geeignet? Die ABS-Transaktionen für Mittelständler eignen sich vor allem für größere Unternehmen mit einem Bestand an homogenen Forderungen mit einem Volumen von durchschnittlich 30 Mio. Euro, die gegenüber einer größeren Anzahl von Schuldnern unterschiedlicher Branchen bestehen und insofern eine breite Risikostreuung aufweisen sollten. Unabhängig davon tragen ABS indirekt zu einer Verbesserung der Unternehmensfinanzierung bei: Dies gelingt, indem Banken ihre eigenen Kreditforderungen an kleine und mittlere Unternehmen bündeln und zur Strukturierung von ABS- Transaktionen heranziehen. So wird in den Bilanzen Platz für neue Kredite geschaffen. Wie funktionieren Asset Backed Securities? Bei einer standardisierten Verbriefung, d. h. einem echten Forderungsabgang aus der Bilanz (True Sale), verkauft eine Bank oder ein großes Unternehmen als sog. Originator Forderungen an eine allein dafür gegründete Zweckgesellschaft. Diese hat die Aufgabe, am Kapitalmarkt Anleihen zu platzieren, die mit den Zahlungsansprüchen aus den Forderungen besichert sind. In aller Regel wird der Originator zusätzlich die Dienste einer spezialisierten Investmentbank (Arranger) in Anspruch nehmen, die die Transaktion strukturiert, weitere Partner einbindet und beratend zur Seite steht. Um den Aufwand der Zweckgesellschaft möglichst gering zu halten, wird häufig auf ein Serviceunternehmen zurückgegriffen, das Verwaltungs- und Überwachungsdienstleistungen übernimmt. Investoren wie Banken, Versicherungen oder Kapitalanlagegesellschaften verlangen mindestens zwei anerkannte Ratingagenturen, welche die Bonität der Wertpapiere beurteilen. Das Rating der Wertpapiere kann durch Einschaltung externer Sicherungsgeber oder z. B. durch Übersicherungen verbessert werden und bietet Kostensenkungspotenzial. In jedem Fall muss eine Bank Liquiditätslinien für Unregelmäßigkeiten im Zahlungsfluss zur Verfügung stellen. Dabei ist bei der Strukturierung auf das Rating aller an der Transaktion beteiligten Institute zu achten. Der Markt für diese so genannten Term-Deals ist seit der Finanzkrise schwierig. Nur Unternehmen mit hoher

2 Reputation und Bekanntheitsgrad können als neue Emittenten auftreten. Das zu verbriefende Forderungsportfolio sollte mindestens 250 Mio. Euro betragen. Die Kosten belaufen sich pro Transaktion je nach Komplexität auf etwa Euro. Die für mittelständische Unternehmen mit Abstand relevanteste Form der Verbriefung ist die Verbriefung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie erfolgt im Rahmen von mit den Forderungen besicherten, kurz laufenden Geldmarktpapieren, sog. Asset Backed Commercial Papers (ABCP). Auch hier ist eine Zweckgesellschaft von besonderer Bedeutung. Die Zweckgesellschaft wird von einer Bank gegründet und eine Liquiditätslinie bereitgestellt. Dadurch hat die Zweckgesellschaft in der Regel das Rating der Bank, welches meist besser ist als das des Forderungsverkäufers. Hieraus ergibt sich ein Refinanzierungsvorteil. Die Zweckgesellschaft betreut und kauft Forderungen revolvierend auf. Das Unternehmen erhält dafür den Kaufpreis. Die Schuldner der Forderungen zahlen aber weiterhin an die Forderungsverkäufer und nicht an die Zweckgesellschaft und werden über die Verbriefung nicht informiert. Hierbei ist aber darauf zu achten, dass der Schuldner einem Verkauf seiner Forderungen zustimmen muss. Auch hier ist wie bei der True Sale -Verbriefung die Bewertung der Qualität der emittierten Wertpapiere durch mindestens zwei Ratingagenturen entscheidend. Der Markt für deutsche Mittelstandsverbriefungen über ABCP steht vielen Unternehmen je nach begleitender Bank ab Forderungsportfolios von 10 bis 15 Mio. Euro offen. Die Kosten belaufen sich pro Transaktion je nach Komplexität auf etwa Euro. Vorteile und Chancen von ABS Die Verbriefung von Krediten, Kreditrisiken und Handelsforderungen ist ein modernes und variables Finanzinstrument. Durch eine Verbriefung können ursprünglich nicht handelbare Vermögenswerte, wie z. B. Handelsforderungen, in handelbare Wertpapiere umgewandelt werden. Eigene Transaktionen ermöglichen eine Verbesserung von Bilanzkennzahlen und schonen Kreditlinien. Indirekt profitieren mittelständische Unternehmen auch durch bankeigene Verbriefungen, da diese den Kreditvergabespielraum der Banken erweitern. Unternehmen mit hohen regelmäßigen Forderungen können schnell Kapital erhalten. Die Refinanzierungskosten sind unabhängig von der Bonität des Originators. Sie hängen im Wesentlichen von der Qualität der zu verbriefenden Forderungen und der Ratings der beteiligten Partner ab. Über ABS ist häufig wegen der Streuung der Wertpapiere auf dem Kapitalmarkt eine höhere Unabhängigkeit vom Kapitalgeber als über Factoring möglich. Über ABS lässt sich die Bilanz- bzw. Kapitalstruktur steuern und ggfs. verbessern. Durch die Rückführung von Verbindlichkeiten wird der Verschuldungsgrad (Fremdkapital zu Eigenkapital) verringert, der Zinsaufwand reduziert und die Aktivastruktur optimiert. Eine Reduzierung der Forderungen führt zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquote. Dies wirkt sich positiv auf die Zinsposition und das Rating aus.

3 - Unternehmen können über die Verbriefung indirekt an den Vorteilen des Kapitalmarkts partizipieren. Nachteile und Risiken von ABS - Das Forderungsportfolio sollte breit diversifiziert werden. Sollten die Forderungen Klumpenrisiken aufweisen, wird das Risiko durch Warenkreditversicherungen reduziert, was die Transaktion teurer macht. Außerdem muss das Portfolio von mindestens zwei Ratingagenturen bewertet werden. - ABS stellen hohe Anforderungen an die Unternehmen. So muss ein stringentes Debitorenmanagement geführt werden, das einen fortlaufenden Verkauf von Forderungen erlaubt. Umfangreiche Informationen, wie z. B. Datenhistorien, müssen zur Verfügung gestellt werden. Ansonsten gibt es Abschläge beim Rating. - Die Wirtschaftlichkeit einer Verbriefung hängt neben den Einmalkosten insbesondere von der Höhe des zu verbriefenden Forderungsportfolios, der Laufzeit und den Kosten alternativer Refinanzierungswege ab. - Bis 2007 war der Verbriefungsmarkt ein wichtiger Eckpfeiler der Mittelstandsfinanzierung. Er stellte ein wirksames Instrument dar, um die Kreditvergabekapazitäten der Banken trotz Regulierung und erschwerter Refinanzierung auf hohem Niveau zu halten. Denn Verbriefungen ermöglichten es den Instituten, Risiken an den Kapitalmarkt auszulagern und damit ihr Eigenkapital zu entlasten. Dadurch wurden ohne Zuführung zusätzlichen Kapitals neue Freiräume für das Kreditgeschäft der Kreditinstitute geschaffen. Mit dem Zusammenbruch der verbrieften US-Subprime-Wohnungsbaudarlehen sind die Kreditverbriefungen in Verruf geraten. Zeitweilig ist in den USA wie auch in Europa der Markt für Kreditverbriefungen fast gänzlich zusammengebrochen und zeigt erst allmählich wieder Anzeichen einer Wiederbelebung. Eine Platzierung von Mittelstandsforderungen ist aber auch im derzeitigen Marktumfeld möglich. Verbriefungen können für mittelständische Unternehmen die Refinanzierungen verbessern und sind nicht mit den in der Krise in Verruf geratenen Subprime-Papieren zu vergleichen. So lagen in der Vergangenheit die kumulierten Verluste, die bisher in den verbrieften Portfolien etwa aus deutschen Mittelstands- oder Autokrediten aufgelaufen sind, im Durchschnitt unter 0,35 Prozent eine bessere Performance als z. B. Unternehmensanleihen. Wo kann man sich über ABS informieren? - Kreditinstitute - KfW Bankengruppe (www.kfw.de) - Weitere Informationen und Ansprechpartner stellt True Sale International GmbH, ein Branchenzusammenschluss deutscher Verbriefungsmarktakteure, bereit (www.tsi-gmbh.de). Stand: Oktober 2013

4 Hinweis: Dieses Merkblatt soll - als Service Ihrer IHK Köln - nur erste Hinweise geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Obwohl es mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurde, kann eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden. Mitgliedsunternehmen der IHK Köln und solchen Personen, die in der Region Köln die Gründung eines Unternehmens planen, erteilt weitere Informationen: Ihre Ansprechpartner: Industrie- und Handelskammer zu Köln Unter Sachsenhausen Köln Mathias Härchen Tel Fax Tanja Kinstle Tel Fax Geschäftsstelle Leverkusen/ Rhein-Berg An der Schusterinsel Leverkusen Geschäftsstelle Oberberg Talstraße Gummersbach Geschäftsstelle Rhein-Erft Bahnstraße Bergheim Michael Kracht Tel Fax Angelika Nolting Tel Fax Petra Maskow Tel Fax

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