Sicherheit in Netzen Modul 5: TLS Transport Layer Security

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1 Sicherheit in Netzen Modul 5: TLS Transport Layer Security 1. TLS-Einordnung (OSI-Referenzmodell, Geschichte) 2. TLS-Datenübertragung 3. TLS Schlüssel und Algorithmen 4. TLS-Handshake 5. TLS-Implementierung (PDUs, TLS-Sockets) 6. Angriffe gegen TLS

2 Einordnung von TLS in die TCP/IP-Architektur und das OSI-Modell application Kern- Appl. Kern- Appl. presentation (TLS)-SAP (TLS)-SAP session TLS (TLS)-PDUs TLS (TLS)-SAP (TCP)-SAP (TCP)-SAP transport (TCP)-PDUs TCP TCP UDP system A system B M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 2

3 Historie: Entwicklung von SSL zu TLS PCT (1995) (Private Communication Technology) Microsoft First Release WTLS (1998) WAP Forum DTLS 1.0 (April 2006) IEFT (RFC 4347) SSLv1 (1994) Netscape nicht veröffentlicht SSLv2 (1994) Netscape First Release SSLv3 (1995) Netscape TLS 1.0 (1999) IEFT (RFC 2246) TLS 1.1 (April 2006) IEFT (RFC 4346) TLS 1.2 (Aug. 2008) IEFT (RFC 5246) TLS 1.3 (April 2014) IEFT (draft-ietf-tlsrfc5246) Sicherheitsmängel nur noch geringe Modifikationen Designentscheidungen und Ziele: Einfachheit Ende-zu-Ende-Sicherheit Integration von SSL/TLS in die Anwendung und nicht in das Betriebssystem (Kernel) SSL/TLS setzt auf TCP auf ( DTLS) Integrität und Vertraulichkeit (von Datenströmen) (Starke, gegenseitige) Authentifizierung möglich Schutz vor Replayattacken Mehrere Verbindungen in einer Sitzung M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 3

4 TLS: Sicherheitsdienst / Grenzen und Probleme Sicherheitsdienst: Flexible Instanzen-Authentisierung Zertifizierung (RSA, ECC (gemäß RFC4492)) Vertraulichkeit ausgetauschter Nutzdaten Verschlüsselung (RC4, DES, Triple-DES, AES, ) Nachrichtenauthentisierung und Datenintegrität Hashing + Verschlüsselung Schutz gegen Replay-Attacken Grenzen und Probleme: Verbindlichkeit von Transaktionen nur aufwändig realisierbar keine Anonymität keine (etablierte) Unterstützung UDP-basierter Dienste kein automatischer Rückruf von Zertifikaten, manuelles Trust-Management M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 4

5 Sicherheit in Netzen Modul 6: TLS Transport Layer Security 1. TLS-Einordnung (Geschichte, OSI-Referenzmodell) 2. TLS-Datenübertragung 3. TLS Schlüssel und Algorithmen 4. TLS-Handshake 5. TLS-Implementierung (PDUs, SSL-Sockets) 6. Angriffe gegen TLS

6 TLS-Sitzung und TLS-Verbindung Handshake Secure Session abgekürzter Handshake connection state connection state connection state session state Secure Connection Secure Connection Secure Connection session state session identifier: Identifikator der Session peer certificate: X509.v3[X509] Zertifikat des Partners (optional). compression method: Kompressionsalgorithmus cipher spec: definiert Sicherheitsalgorithmen für Schlüsselaustausch, Verschlüsselung, Hashwertbildung master secret: 48-Byte Geheimzahl is resumable: ein Flag, das anzeigt, ob aus der Session heraus neue Verbindungen aufgebaut werden können. connection state server and client random: Zufallszahlen, die von Client und Server zu Beginn der Verbindung gewählt werden. server / client write MAC secret: die Geheimzahl, die bei MAC bzw. HMAC Operationen auf Daten vom Server angewandt wird. server / client write key: Schlüssel für die symmetrische Datenverschlüsselung initialization vector: Initialisierungsvektor im CBC-Mode sequence numbers: zählen der TLS-Records durch (64-Bit lang) M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 6

7 TLS-Architektur: Feinstruktur TLS Anwendung Handshake protocol Alert protocol Change cipher spec protocol App. data protocol handshake layer Record Layer TCP Layer Sockets IP Layer M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 7

8 TLS-Architektur: Feinstruktur TLS Anwendung Handshake protocol Alert protocol Change cipher spec protocol Steht zu Beginn jeder neuen Verbindung Leitet im Fehlerfall eine Meldung Vereinbarung von kryptographischen über den darunterliegenden besteht nur aus einer Nachricht, die Schlüsseln und Algorithmen Record-Layer anzeigt, zwischen an das andere dass die Ende sendende Fragmentierung der Server und Client der Verbindung Applikation weiter. zu dem Übermittelt im Handshake die Nutzdaten höherer vereinbarten Anwendungsdaten kryptographischen Schichten an den Record Layer. Die zertifikatsbasierte Authentifizierung Algorithmus Komprimierung und Schlüssel (optional) Daten werden wechselt. gemäß der bestehenden Session-Parameter fragmentiert, des Servers sowie optional desclients Absicherung gemäß Vereinbarungen im komprimiert Handshake- und verschlüsselt. Protokoll Weiterreichung an die Transportschicht App. data protocol handshake layer Record Layer TCP Layer Sockets IP Layer M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 8

9 TLS-Architektur: Feinstruktur (blasenfreier Text) Handshake protocol - Steht zu Beginn jeder neuen Verbindung. - Vereinbarung von kryptographischen Schlüsseln und Algorithmen zwischen Server und Client - zertifikatsbasierte Authentifizierung des Servers sowie optional des Clients Alert protocol: Leitet im Fehlerfall eine Meldung über den darunterliegenden Record-Layer an das andere Ende der Verbindung weiter. Change cipher spec protocol besteht nur aus einer Nachricht, die anzeigt, dass die sendende Applikation zu dem im Handshake vereinbarten kryptographischen Algorithmus und Schlüssel wechselt. App. data protocol: Übermittelt die Nutzdaten höherer Schichten an den Record Layer. Die Daten werden gemäß der bestehen-den Session-Parameter fragmentiert, komprimiert und verschlüsselt. Record Layer: - Fragmentierung der Anwendungsdaten - Komprimierung (optional) - Absicherung gemäß Vereinbarungen im Handshake-Protokoll - Weiterreichung an die Transportschicht M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 9

10 TLS-Architektur: Record-Protokoll Anwendungsstrom a b c d e f g h i j fragment Fragment bcd efg hij compress komprimierter Block seq.nr. keyed-hash kompr. Block + MAC encrypt verschlüsselter Block add header Record transmit TCP-Strom M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 10

11 Berechnung des Record-MAC-Werts HMAC_hash (MAC_write_key, seq_num + type + version + length + fragment) hash ist der gekeyed MAC-Algorithmus, auf den sich beide Partner geeinigt haben, z.b. HMAC-SHA seq_num ist die Sequenz Nummer für diesen Rekord Die Sequenznummer (64 bit) wird nicht explizit übertragen Diese Sequenz Nummer ist in keiner Weise mit der Sequenznummer von TCP korreliert Die Sequenznummer wird auf Null gesetzt, wenn die TLS-Verbindung gestartet wird die Sequenznummer wird nach jedem Rekord erhöht nach einem Overflow muss das Schlüsselmaterial neu verhandelt werden M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 11

12 Sicherheit in Netzen Modul 6: TLS Transport Layer Security 1. TLS-Einordnung (Geschichte, OSI-Referenzmodell) 2. TLS-Datenübertragung 3. TLS Schlüssel und Algorithmen 4. TLS-Handshake 5. TLS-Implementierung (PDUs, SSL-Sockets) 6. Angriffe gegen TLS

13 TLS orientiert sich am Standardablauf hybrider Verfahren Schritt 1: Erzeuge private und öffentliche Schlüssel Schritt 2: Besorge öffentlichen Schlüssel des Kommunikationspartners Schritt 3: Bilde ein shared Secret Schritt 4: Bilde aus dem Shared Secret einen symmetrischen Sitzungsschlüssel Schritt 5: mit symmetrischen Verfahren gesicherte Kommunikation PKI z.b. Diffie-Hellmann Hash DES / AES RSA / ellipt. sk1 PKI pk1 pk2 sk2 Dif.-Hell. man-inthe-middle Dif.-Hell. shared secret = shared secret M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 13

14 Definition von TLS-Cipher-Suites Eine Cipher-Suite definiert Sicherheitsalgorithmen für Schlüsselaustausch Verschlüsselung beim Datenaustausch (Record Protocol) Hashwertbildung Beispiel: TLS_ECDH_ECDSA_WITH_AES_128_CBC_SHA bedeutet: Schlüsselaustausch mit ECDH_ECDSA (= Fixed ECDH (= elliptic Curve Diffie-Hellman) with ECDSA-signed certificates) AES mit 128 Bit Blocklänge im Cipher Block Chaining Mode Der Secure Hash Algorithm SHA-1 wird zur Berechnung des MAC (message authentication code) benutzt. Der Zahlencode für TLS_ECDH_ECDSA_WITH_AES_128_CBC_SHA ist 0xC0, 0x04, siehe RFC 4492 Elliptic Curve Cryptography (ECC) Cipher Suites for Transport Layer Security (TLS) M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 14

15 Definition von TLS-Cipher-Suites Was bedeutet die Cipher-Suite TLS_NULL_WITH_NULL_NULL? Was bedeutet die Cipher-Suite TLS_NULL_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA? Was bedeutet in dieser Cipher-Suite 3DES_EDE? Bemerkungen: Bislang sind über 60 Cipher-Suites definiert. TLS_NULL_WITH_NULL_NULL ist die Default-Cipher-Suite, wenn nichts anderes vereinbart ist. Angriffe im Zusammenhang mit Cipher-Suites: Rollback-Angriffe (bzw. Downgrad-Angriff) M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 15

16 Schlüsselhierarchie und Schlüsselgenerierung client-random server-random Pre-Master-Secret hängt von Key-Exchange- Algorithmus ab pseudo-random function (PRF) Die recht komplexe Bildung der PRF (basierend auf SHA-256) ist in RFC5246, 5. HMAC and the Pseudorandom Function beschrieben Master-Secret Immer 48 Byte lang pseudo-random function (PRF) clientwrite- MACkey serverwrite- MAC- Key key_block clientwrite- Key server write Key clientwrite- IV serverwrite- IV wird für jede Verbindung in der Session neu erzeugt M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 16

17 Sicherheit in Netzen Modul 6: TLS Transport Layer Security 1. TLS-Einordnung (Geschichte, OSI-Referenzmodell) 2. TLS-Datenübertragung 3. TLS Schlüssel und Algorithmen 4. TLS-Handshake 5. TLS-Implementierung (PDUs, SSL-Sockets) 6. Angriffe gegen TLS

18 TLS-Handshake: Einführung Es werden verschiedene Methoden für die Authentifizierung und den Schlüsselaustausch unterstützt Ein wesentliches Ziel des Handshakes ist es, das Pre-Master-Secret zu erzeugen, von dem alle weiteren Schlüssel abgeleitet werden Für die Erzeugung des Pre-Master-Secrets gibt es (neben pre-shared keys) zwei grundsätzliche Verfahren: RSA-Verfahren Das Pre-Master-Secret ist eine vom Client erzeugte Zufallszahl, die verschlüsselt zum Server geschickt wird. Das ClientKeyExchange ist das verschlüsselte Pre-Master-Secret Ein ServerKeyExchange ist nicht notwendig und entfällt Diffie-Hellman-Verfahren Im ClientKeyExchange und ServerKeyExchange werden die unterschriebenen Diffie- Hellman-Werte (öffentliche Schlüssel) ausgetauscht Daraus wird dann nach dem Diffie-Hellman-Verfahren das Pre-Master-Secret berechnet Wenn die Diffie-Hellman-Werte für jede TLS-Verbindung gleich sind, spricht man von (statischem) Diffie-Hellman Wenn die Diffie-Hellman-Werte für jede TLS-Verbindung unterschiedlich sind, spricht man von Diffie-Hellman-Ephemeral ( Perfect Forward Secrecy) M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 18

19 Handshake mit RSA encrypted premaster secret - Prinzip Client Erzeugung des Pre_Master_Secret Public Key Server Private Key Verschlüsselung des Pre_Master_Secret mit dem Public Key des Servers Pre_Master_Secret M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 19

20 Handshake mit RSA encrypted premaster secret - Protokoll Client Server (1) Unterstützte Cipher-Suites, Zufallszahl 2) gewählte Cipher-Suite, Zufallszahl, Zertifikat Erzeugung Premaster secret 3) verschlüsseltes Premaster_Secret Entschlüsselung Premaster secret Berechnung der Schlüssel Berechnung der Schlüssel (4) MAC von Handshake-Nachrichten (5) MAC von Handshake-Nachrichten M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 20

21 Handshake mit Diffie-Hellman-Key-Exchange gewählte CypherSuite mit DH Client (1) Unterstützte Cipher-Suites, Zufallszahl Server (2) gewählte Cipher-Suite, Zufallszahl, Zertifikat, KeyExchange (3) KeyExchange Diffie-Hellman Diffie-Hellman Berechnung Schlüsselmaterial (4) MAC über alle Handshake-Nachrichten Berechnung Schlüsselmaterial (5) MAC über alle Handshake-Nachrichten M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 21

22 Ablauf des Handshake-Protokolls (Detail) Client Server ClientHello (Vers, Random; CipherSuites, ComprMeths) ServerHello (Vers., Random, SessionID, CipherSuite, ComprMeth) ServerCertificate* ServerKeyExchange* CertificateRequest* ServerHelloDone ClientCertificate* ClientKeyExchange CertificateVerify* [ChangeCipherSpec] Finished [ChangeCipherSpec] Finished * = optional [ ] = Sonderprotokollelement ServerCertificate: wird für die üblicherweise eingesetzte Serverauthentifizierung gesendet ServerKeyExchange: nur im Fall von ephemeralem und anonymem (zertifikakslosem) Diffie-Hellman CertificateRequest: wird gesendet, falls Server Clientzertifizierung fordert ChangeCipherSpec: Ein Byte, das anzeigt, dass alle weiteren Nachrichten verschlüsselt übertragen werden ( = verschlüsselt) Finished: signierter MAC über alle vorangegangenen Handshakenachrichten. Datenaustausch erst dann, wenn Finished, des Kommunikationspartners überprüft. Reihenfolge Authentisierung- Verschlüsselung ist wesentlich für Sicherheit. [1] Application Data [1] Hugo Krawczyk: The Order of Encryption and Authentication for Protecting Communications (or: How Secure Is SSL?), Lecture Notes In Computer Science; Vol archive, Proceedings of the 21st Annual International Cryptology Conference on Advances in Cryptology, 2001, Pages: M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 22

23 Server Key Exchange Message (RFC 5246, Kap ) Server Key Exchange Message wird nur gesendet, wenn öffentlicher Schlüssel im Zertifikat nicht ausreicht. Das ist der Fall für: DHE_DSS: Ephemeraler DH. Die DH-Werte werden mit einem DSS-Schlüssel signiert. Überprüfung des signierten DH-Wertes mittel Zertifikat. (DSS = Digital Signature Standard) DHE_RSA: DH_anon: Ephemeraler DH. Die DH-Werte werden mit einem RSA-Schlüssel signiert. Überprüfung des signierten DH-Wertes mittel Zertifikat. Diffie-Hellman-Wert, ohne Einsatz von Zertifikaten. Gefahr von Man-in-the-Middle-Angriffen Server Key Exchange Message darf nicht gesendet werden, wenn DH-Wert aus dem öffentlicher Schlüssel im Zertifikat gewonnen werden kann. Das ist der Fall für: RSA: Client erzeugt Pre-Master-Secret. Öffentlicher Schlüssel aus Zertifikat wird zur Verschlüsselung des Pre-Master_Secrets verwendet. DH_DSS: Statischer DH. Zur Signatur wird DSS verwendet. DH_RSA: Statischer DH. Zur Signatur wird RSA verwendet. M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 23

24 Authentifizierung bei RSA-basiertem Verfahren Serverauthentifizierung Der Client prüft das Serverzertifikat. Das reicht, denn der Client weiß, dass nur der Server das verschlüsselte Pre- Master-Secret entschlüsseln kann. Clientauthentifizierung Findet im Standardfall nicht statt Im Fall von CertificateRequest durch Server, muss der Client sein Zertifikat zusammen einem signierten Hashwert über das Master-Secret und alle Handshake Nachrichten senden. Finished-Nachricht von Client und Server In der Finished-Nachricht sind gehashed und verschlüsselt enthalten: Master-Secret Alle Handshake Nachrichten M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 24

25 Authentifizierung bei DH-basiertem Verfahren Serverauthentifizierung Fall 1: statisches Diffie-Hellman-Verfahren: Der Server sendet dem Client sein Zertifikat, das den DH-Wert als öffentlichen Schlüssel enthält Der Client überprüft das Server-Zertifkat Fall 2: ephimerales Diffie-Hellman-Verfahren Der Server sendet dem Client einen ephemeralen DH-Wert der mit dem vereinbarten Signaturalgorithmus signiert ist. Um Replay-Attacken zu verhindern, wird der DH-Wert mit den Zufallswerte aus der Hello-Nachricht gesalzen. Der Client überprüft die Signatur der DH-Werts Clientauthentifizierung Fall 1: statisches Diffie-Hellman-Verfahren: analog Serverauthentifizierung Fall 2: ephimerales Diffie-Hellman-Verfahren: analog Serverauthentifizierung Beim statischen Diffie-Hellman-Verfahren wird stets das gleiche Pre-Master- Secret erzeugt. Das Master-Secret wird jedoch stets verschieden sein, denn die Zufallswerte aus den Hello-Nachrichten gehen in das Master-Secret ein. M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 25

26 Wiederaufnahme einer TLS-Session Client Server ClientHello (Random, SessionID) ServerHello (Random, SessionID) ChangeCipherSpec Finished ChangeCipherSpec Finished Clientseitige Wiederaufnahme der Verbindung durch Bezugnahme auf bestehende Sitzungs-ID Server-Annahme durch ServerHello mit Sitzungs-ID Verwendet bereits bestehendes Master_Secret Application Data M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 26

27 Sicherheit in Netzen Modul 6: TLS Transport Layer Security 1. TLS-Einordnung (Geschichte, OSI-Referenzmodell) 2. TLS-Datenübertragung 3. TLS Schlüssel und Algorithmen 4. TLS-Handshake 5. TLS-Implementierung (PDUs, SSL-Sockets) 6. Angriffe gegen TLS

28 Ablauf des Handshake-Protokolls: ClientHello-PDU ClientHello version 3.1 random [32]= 38 f3 cb de 80 4c b4 79 0a 07 9f b3 51 ba b e3 8f bf ce c7 ff 25 3c 3b b2 5e f7 sessionid = 0 ciphersuites TLS_DHE_RSA_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA TLS_DHE_DSS_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA TLS_RSA_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA TLS_RSA_WITH_IDEA_CBC_SHA TLS_RSA_WITH_RC4_128_MD5 compressionmethod NULL :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 28

29 Ablauf des Handshake-Protokolls: ServerHello-PDU ServerHello version 3.1 random [32]= 38 f3 cb de b4 79 8c 07 9f b3 51 ba b b 8f bf 5a c7 ff 25 3c 3b e f7 sessionid = 76 f3 cb de a1 63 b4 79 a3 07 9f b3 51 f5 b b 8f bf 5a c7 ff 25 3c 3b ef 5e f7 ciphersuites TLS_RSA_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA compressionmethod NULL :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 29

30 Ablauf des Handshake-Protokolls: Certificate (Server) Certificate subject C=AU ST=Queensland O=Cryptsoft Pty Ltd CN=Server test cert (512 bit) issuer C=Au ST=Queensland O=Cryptsoft Pty Ltd CN=Test CA (1024 bit) serial 04 certificate[493]= 38 f3 cb de :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 30

31 Ablauf des Handshake-Protokolls: ClientKeyExchange-PDU ClientKeyExchange EncryptedPreMasterSecret[64]= 38 f3 cb de b4 79 8c 07 9f b3 51 ba b b 8f bf 5a c7 ff 25 3c 3b e f :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 31

32 Ablauf des Handshake-Protokolls: Finished-PDU Finished( verify_data[12]= 38 f3 cb de b4 79 8c 07 9f b3 ) Bedeutung: verify_data = PRF(master_secret, finished-label, MD5 (handshake_messages)+ sha-1(handshake_mesages)) [o..11]; :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 32

33 Implementierungen: Von TLS benutzte TCP-Ports Identifier Ports Zweck https 443/ tcp TLS-HTTP-Protokoll smtps 465/ tcp TLS-SMTP-Protokoll nntps 563/ tcp TLS-Usenet news ldaps 636/ tcp TLS-LDAP-Protokoll corba-iiop-ssl 684/ tcp CORBA IIOP TLS ftps 930/ tcp TLS-FTP-Protokoll impas 993/ tcp TLS-IMAP4 pop3s 995/ tcp TLS-POP3 Aber: RFC 2616 (Upgrading to TLS Within HTTP/1.1) beschreibt, wie TLS über den well-known TCP Ports 80 abgewickelt werden kann :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 33

34 Sicherheit in Netzen Modul 6: TLS Transport Layer Security 1. TLS-Einordnung (Geschichte, OSI-Referenzmodell) 2. TLS-Datenübertragung 3. TLS Schlüssel und Algorithmen 4. TLS-Handshake 5. TLS-Implementierung (PDUs, SSL-Sockets) 6. Angriffe gegen TLS

35 Downgrade-Angriffe auf TLS Vorgehensweise Angreifer schaltet sich als Man-in-the-Middle in die Kommunikation ein. Angreifer löscht starke Cipher-Suites Folge davon: Client und Server einigen sich auf ein schwaches Verfahren Lösung Signierter Hashwert über alle ausgetauschten Nachrichten in der Finished- Nachricht Hierdurch kann können Sender und Empfänger überprüfen, ob TLS- Schlüsselaustausch unverändert beim gegenüber ankam :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 35

36 Poodle-Schwachstelle Veröffentlich: 14. Oktober 2014 Voraussetzung alte Protokollversion SSL 3.0 auf Server und Client werden noch unterstützt Test des Browsers durch https://www.poodletest.com/ Stand 11/2014: Firefox (neg.), IE (neg), Chrome (o.k.) Voraussetzung für den Angriffs ist: JavaScript-Code in den Browser des Opfers einschleusen und den verschlüsselten Netzwerkverkehr überwachen und manipulieren können (Manin-the-Middle) Dann Downgrade auf SSL 3.0 forcieren RC4 Verschlüsselung + CBC haben erwiesene Schwachstellen Genaue Beschreibung des Angriffs: https://www.openssl.org/~bodo/ssl-poodle.pdf https://www.imperialviolet.org/2014/10/14/poodle.html :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 36

37 TLS mit Perfect Forward Secrecy Definition Unter Perfect Forward Secrecy (kurz Forward Secrecy) versteht man den Schutz eines (temporären) Sitzungsschlüssels, wenn der Langzeit Schlüssel kompromittiert ist. Konkret: Wenn ein Angreifer die mit einem Sitzungsschlüssel verschlüsselte Kommunikation mitschneidet, soll er nicht in der Lage sein, diese nachträglich zu entschlüsseln, auch wenn er in den Besitz des Langzeitschlüssels kommt. Fragen: Unterstützt TLS Forward Secrecy? Unter welchen Bedingungen unterstützt TLS Forward Secrecy? Wie muss TLS konfiguriert sein, damit es Forward Secrecy unterstützt? :21:28 M. Leischner Sicherheit in Netzen Folie 37

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