Pressekonferenz der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Steiermark Standort Steiermark zentrale Forderungen der Industrie

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1 Presseunterlage Pressekonferenz der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Steiermark Standort Steiermark zentrale Forderungen der Industrie Spartenobmann Mag. Christian Knill, Geschäftsführender Gesellschafter der Knill Holding Stv. Spartenobfrau Angelika Kresch, Geschäftsführende Gesellschafterin der REMUS-SEBRING Gruppe Dr. Stefan Pilz, Geschäftsführer der Sparte Industrie

2 Standortfaktor Qualifizierung: Techniker fehlen Aktuellen demographischen Studien zur Folge wird die Einwohnerzahl des Bundeslandes Steiermark im Gegensatz zu den anderen österreichischen Bundesländern - innerhalb der nächsten Jahre zurückgehen. Derzeit ist davon auszugehen, dass die steirische Bevölkerung bis zum Jahr 2021 um rund einen Prozentpunkt schrumpfen wird (Quelle: ÖROK). Die Steiermark belegt in diesem Zusammenhang im Österreichvergleich den traurigen zweiten Platz. Altersstruktur verschärft die Situation Besonders negative Auswirkungen ergeben sich nicht nur durch das Schrumpfen der Bevölkerung sondern auch durch die Altersstruktur der steirischen Bevölkerung. So wird bis zum Jahre 2030 der Anteil der 60-Jährigen und Älteren von gegenwärtig 21 Prozent auf 36 Prozent steigen. In etwa 50 Jahren gehört nach derzeitigen Berechnungen rund die Hälfte der steirischen Bevölkerung der Gruppe der Senioren an. Es ist davon auszugehen, dass bereits in den nächsten 5 bis 7 Jahren der

3 Wendepunkt in der Altersstruktur erreicht wird, wodurch der Anteil der Jugendlichen erstmals kleiner sein wird als jener der Menschen im Pensionsalter. Industrie benötigt Techniker Eine aktuelle steirischen Bedarfserhebung der Industrie- und Großgewerbebetriebe hat ergeben dass innerhalb der nächsten 10 Jahre rund Techniker benötigt werden. Dabei handelt es sich um technisch ausgebildete Spezialisten aus folgenden Fachbereichen: Maßnahmenpaket der Industrie Um dem Technikermangel entgegenzutreten hat die Sparte Industrie die Initiative Faszination Technik ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es die Anzahl der jugendlichen Menschen, welche sich für eine Ausbildung in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen interessieren nachhaltig zu steigern. Dabei

4 handelt es sich um imagebildende Maßnahmen, welche in Form von Projektpartnerschaften mit einzelnen Ausbildungseinrichtungen umgesetzt werden. Gleichzeitig fordert die Sparte Industrie die Umsetzung folgender Maßnahmen: Verpflichtende, professionelle Berufsorientierung in allen Schultypen Stärkeres Gewicht auf attraktiven Unterricht in technischnaturwissenschaftlichen Fächern Bedeutung der heimischen Wirtschaft bzw. Industrie im Unterricht akzentuieren Forschungsfinanzierung: Industrie fordert innovative F&E-Finanzierung Die Erfolge der Industrie im Innovationsland Steiermark sind auf die herausragenden Erfolge im F&E-Bereich zurückzuführen. Die Zusammenarbeit der Industrie mit der Wissenschaft hat zu einer Forschungsquote von 3,55 % des Regionalproduktes in der Steiermark geführt. Ein aktuelles Erfolgserlebnis war die Genehmigung der wichtigen Kompetenzzentren durch die Forschungsförderungsgesellschaft vor wenigen Tagen. Viele gute Ideen scheitern aber nach wie vor in der Umsetzung an Finanzierungsproblemen. Ein Grund für das Scheitern ist vielfach die fehlende Vermarktung von Innovationen. Die USA gelten als Vorreiter auf diesem Gebiet. Die Industrie fordert daher innovative Finanzierungsinstrumente für F&E bei der Umsetzung und bei der Vermarktung von Innovationen - vor allem für die KMUs.

5 Strompreis: Industrie fordert deutliche Senkung der Netztarife Die energieintensiven steirischen Industriebetriebe sind beim Strombezug gegenüber anderen österreichischen Bundesländern stark benachteiligt (außerhalb von Graz). Nach Erhebungen der Sparte Industrie weist die Steiermark mit einem Netztarif (in der Netzebene 5, Industriekunden) von 2,41 Cent / KWH derzeit den höchsten Netztarif Österreichs auf. Damit liegt die Steiermark beispielsweise mehr als 40 Prozent über dem Niveau des Bundeslandes Oberösterreich. Dieser schwerwiegende Wettbewerbsnachteil verursacht allein für 22 ausgewählte steirische Industriebetriebe jährliche Mehraufwendungen von rund 2 Mio. Euro. Insgesamt sind aber mehr als 100 Betriebe in ähnlicher Weise davon betroffen. Netzebene 5 3,0000 2,5000 2,4069 2,0000 1,6806 1,7296 1,7779 1,7823 1,7890 1,8410 1,8579 2,0011 2,0549 1,5000 1,0000 0,5000 0,0000 Oberösterreich Vorarlberg Wien Innsbruck Kärnten Salzburg Niederösterreich Tirol Burgenland Steiermark

6 Industrie fordert differenzierte Netztarife Begründet wird der hohe Netztarif durch die nach wie vor zersplitterte Struktur der steirischen Elektrizitätswirtschaft (die Steiermark hat als einziges Bundesland mehr als 50 EVU s). Daher fordert die Sparte Industrie differenzierte Netztarife für alle jene Industriekunden, die nicht im Versorgungsgebiet der SSG liegen (individuelle Netztariffestsetzung der Regulierungsbehörde E-Control). Ökostromgesetz: Industrie fordert Deckelung des Beitrages Das Ökostromgesetz verfolgt das Ziel den Anteil der erneuerbaren Energieträger in der Stromerzeugung deutlich anzuheben. Die Kosten für die Förderung von Ökostromanlagen werden im Wesentlichen von den Stromkonsumenten getragen. Besonders für die energieintensiven Industriebetriebe (Papier, Stahl, Elektronikindustrie) ergeben sich daher gravierende Mehrbelastungen. Bei der letzten Novelle konnte man sich nach langen Verhandlungen auf ein fixes Fördervolumen von 1 Mrd. für Neuanlagen (zusätzlich zu den 3 Mrd. Altanlagen) einigen. Um die Benachteiligung der energieintensiven Industriebetriebe zu beseitigen fordert die Sparte Industrie die Umsetzung folgender Maßnahmen: Keine Mehrbelastungen für die Industrie Marktverzerrung durch Überförderung der Biomasse vermeiden Vorrang der stoffliche Verwertung (Holz, Papier,

7 Lebensmittel) muss gewährleistet sein Deckelung mit 0,5 Prozent des Nettoproduktionswertes (NPW) Mitglieder der Sparte Industrie beschäftigen rund Mitarbeiter Betrachtet man die Wertschöpfung im Bundesland Steiermark so tragen die steirischen Industriebetriebe rund 37 Prozent zur Wertschöpfung bei (Tourismus 4 %, Landwirtschaft 3,5 %). Die Mitgliedsbetriebe beschäftigen rund Mitarbeiter und kommen für eine Bruttolohnsumme von rund 2,9 Mrd. auf. Medienkontakt: Martin Zechner, Pleon Publico Graz & Klagenfurt, Hartenaugasse 8, 8010 Graz Mobil: 0676 / Fax: 0316/ , Mail:

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