Anleihe, Schuldscheindarlehen, Bankkredit (incl. Sicherheiten) und Franchising als Formen der langfristigen Außenfinanzierung mit Fremdkapital

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1 Hauptseminar Betriebswirtschaftslehre Wintersemester 1999/2000 Dozent: Prof. Dr. Dr. habil. Horst-Tilo Beyer Verfasserin: Katrin Pflanz Anleihe, Schuldscheindarlehen, Bankkredit (incl. Sicherheiten) und Franchising als Formen der langfristigen Außenfinanzierung mit Fremdkapital

2 GLIEDERUNG 1. Einleitung Seite 2 Einordnung des Themas in die Betriebswirtschaftslehre Ziel der Arbeit 2. Finanzplanung und Kapitalbeschaffung Seite 2 3. Anleihe Seite 3 Definition Eigenschaften Art der Emission Vorteile Zins Laufzeit Tilgungsmöglichkeiten Sicherheiten Kosten 4. Schuldscheindarlehen Seite 5 Definition Eigenschaften Art der Vermittlung Mittelaufbringung Unterschiede bei Abstimmung des Finanzmittelbedarfs Merkmale Vor-/Nachteile 5. Bankdarlehen Seite 8 Definition Verwendung Tilgungsmodalitäten Sicherheiten Leverage-Effekt 6. Franchising Seite 12 Definition Vorteile Beispiele 7. Anhang Seite Literatur Seite 16 1

3 EINLEITUNG Das Thema Langfristige Außenfinanzierung mit Fremdkapital gehört zum großen Kapitel FINANZIERUNG der Betriebswirtschaftslehre und stellt nur einen kleinen Teil dieses umfangreichen Themengebietes dar. Das Ziel dieser Arbeit ist es, vier mögliche Formen der langfristigen Kapitalbeschaffung die Anleihe, das Schuldscheindarlehen, das Bankdarlehen und das Franchising - vorzustellen und ihre Eigenschaften und Besonderheiten hervorzuheben. FINANZPLANUNG UND KAPITALBESCHAFFUNG Für das sichere und lange Bestehen eines Unternehmens ist von großer Bedeutung, dass es seinen Kapitalbedarf mit Hilfe einer guten Finanzplanung genau ermittelt, um stets ein finanzielles Gleichgewicht sicherzustellen. Ein Kapitalbedarf entsteht grundsätzlich durch die fehlende zeitliche Übereinstimmung von Ein- und Auszahlungsströmen. Bei Auszahlungsüberschüssen spricht man von einem positiven Kapitalbedarf, bei Einzahlungsüberschüssen von einem negativen Kapitalbedarf. Zur Deckung eines positiven Kapitalbedarfs sind verschiedene Finanzierungsformen geeignet, die in der folgenden Übersicht 1 dargestellt sind. Finanzierungs- Eigentums- quellen verhältnisse Eigenkapital bzw. Eigenfinanzierung Fremdkapital bzw. Fremdfinanzierung Außenfinanzierung (exogene oder Marktfinanzierung ) Beteiligungsfinanzierung (z. B. Aktienemission) Kreditfinanzierung (z.b. Kredite, Anleihen) Innenfinanzierung (endogene o. Selbstfinanzierung i.w.s.) Gewinnthesaurierung (Selbstfinanzierung i.e.s.) Eigengebildetes Fremdkapital (z.b. Rückstellungen) Interessant für das vorliegende Thema ist das markierte Feld, deshalb noch Erklärungen hierzu: Fremdkapital ist im Gegensatz zum Eigenkapital befristet, beinhaltet einen Zinsanspruch, räumt für den Kapitalgeber normalerweise keine Mitspracherechte ein und macht meist eine Besicherung notwendig. Außenfinanzierung ist die Beschaffung von Finanzmitteln, die ihre Quellen außerhalb der die Finanzmittel benötigten wirtschaftenden Einheit (Unternehmen, Privatperson) haben. 1 übernommen von Prof. Dr. Dr. habil. Beyer 2

4 Anleihe Die klassische Form der langfristigen Fremdfinanzierung ist die Ausgabe von Industrieanleihen 2 : Bei Industrieanleihen, die auch als Industrieschuldverschreibungen oder Industrieobligationen bezeichnet werden, handelt es sich um ein verbrieftes, in Teilschuldverschreibungen zerlegtes (gestückeltes) langfristiges Darlehen, das emissionsfähige Unternehmen (auch des Handels) über die Börse aufnehmen. Eine Anleihe ist grundsätzlich ein festverzinsliches Wertpapier, dessen Emittenten neben der Industrie auch die öffentliche Hand oder Kreditinstitute sein können. Bei all diesen Schuldverschreibungen verpflichtet sich der Emittent als Kapitalnehmer den Gläubigern gegenüber zu einer Reihe von Leistungen. Die wichtigsten sind die Zahlung der laufenden Verzinsung und die Rückzahlung eines Kapitalbetrages (Tilgung) am Laufzeitende. Industrieobligationen werden hauptsächlich von Großunternehmen ausgegeben, die den hohen Betrag in Wertpapiere mit einem bestimmten Nennwert (z.b. 100 DM, 500 DM oder 1000 DM) und mit einem im voraus festgelegten Nominalzinssatz (z.b. 6%, 6,25% oder 6,5%) stückeln. Falls die Industrieobligation bestimmte, genau festgelegte Kriterien erfüllt, wird sie zum Börsenhandel zugelassen. Im Gegensatz zu den öffentlichen Emittenten, die die Teilschuldverschreibungen häufig nur noch in der Form von Globalurkunden verbriefen, ist bei Industrieobligationen die Verbriefung in Einzelurkunden noch üblich. Sie bestehen, wie alle Effekten, im allgemeinen aus Mantel und Bogen. Der Bogen besteht aus den Zinsscheinen (Kupons) und dem Talon (Erneuerungsschein), der Mantel verbrieft das eigentliche Forderungsrecht. In Deutschland ist die Fremdemission von Anleihen durch ein Bankenkonsortium die gängige Vorgehensweise. Dieses Konsortium übernimmt die gesamte Anleihe auf eigene Rechnung, stellt dem Unternehmen sofort den Gegenwert der Anleihe zur Verfügung und gibt die Anleihen dann an die Öffentlichkeit weiter. Eine wichtige materielle Bedingung muss eine Obligation allerdings erfüllen: Sie muss ein Volumen haben, das laufend Angebot und Nachfrage an der Börse sicherstellt. Durch ihre Börsenfähigkeit besitzen die Anleihen für den Käufer eine hohe Fungibilität, da er sie jederzeit an der Börse wieder verkaufen und damit verwerten kann. Gleichzeitig hat er dann aber auch ein Kursrisiko zu tragen, denn die Preisbildung einer Teilschuldverschreibung richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Durch die Stückelung und die Fungibilität werden die unterschiedlichen Interessen von Kreditgeber und Kreditnehmer weitgehend ausgeglichen: So kann der Kreditnehmer einen Kapitalbetrag aufnehmen, der für einen einzelnen Kapitalgeber vom Volumen und vom Risiko her nicht bereitstellbar wäre. Auf der anderen Seite kann der Kreditnehmer langfristig Kapital aufnehmen, ohne dass es der einzelne Kreditgeber für die gesamte Laufzeit zur Verfügung stellen muss. Es besteht schließlich die Möglichkeit, die Obligation über die Börse zu veräußern. Die Emission von Industrieobligationen kann unterpari erfolgen, allerdings ist am Ende der Laufzeit der Nennbetrag zur Rückzahlung fällig. 2 Definition von THIESSEN/THIESSEN 3

5 Das Disagio (Differenzbetrag zwischen Kurs und Nennwert) stellt dann für den Obligationsinhaber einen höheren Zins dar, als den nominellen Zins. Die ungefähre Berechnung der effektiven Verzinsung ist mit dieser Formel möglich: r = N K i N + t K Beispiel: Angenommen die nominelle Verzinsung sei i=0,06, der Emissionskurs K=95 und die Laufzeit t=10 Jahre, so ist die effektive Verzinsung eines Anteils mit einem Nennbetrag von N=100: r = , = 0,0684 also 6,84% Die Laufzeiten der Industrieobligationen werden dem zu deckenden Kapitalbedarf und der aktuellen Kapitalmarktsituation angepasst. Zur Zeit beträgt die Laufzeit überwiegend zwischen 4 und 10 Jahren. Tilgungsmöglichkeiten: - Rückkauf: Hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, in den jeweiligen Tilgungsjahren einen bestimmten Mindestbetrag (Tilgungsfonds, Sinking Fund) zum Rückkauf der Anleihe aufzuwenden, wird von einem Tilgungsfondsrückkauf gesprochen. Gibt es eine solche Vereinbarung nicht, so gibt es den freihändigen Rückkauf, der sich insbesondere dann anbietet, wenn der Börsenkurs unter dem Rückzahlungskurs liegt, da die Unternehmung dadurch außerordentliche Erträge erzielen kann. Dieser Fall tritt vor allem dann ein, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt. Denn wegen ihrer festen Verzinsung wirkt die Anleihe daraufhin relativ unattraktiv, viele Anleger wollen verkaufen und deshalb fällt der Kurs. Der Rückkauf stellt eine stille Art und Weise der Tilgung dar und dient wegen der Nachfrage nach den Anleihen durch das Unternehmen auch der Kursstützung. - Einmalige Tilgung am Ende der Laufzeit: Da durch diese Form das Unternehmen finanziell sehr stark belastet wird, wird sie auch nur sehr selten gewählt. - Ratenweise Tilgung: Die Tilgung der Anleihe wird hier - nach einer vertraglich festgelegten tilgungsfreien Zeit - über mehrere Jahre verteilt und deshalb in Serien zerlegt, die in einer durch Auslosung bestimmten Reihenfolge aufgerufen werden. Die Raten werden entweder in gleichen Annuitäten 3 (d.h. im Zeitablauf steigender Tilgungsanteil bei entsprechend abnehmendem Zinsanteil) oder in kleiner werdenden Raten 4 (gebildet aus gleichbleibendem Tilgungsanteil und rückläufiger Zinslast) geleistet. 3 vgl. Annuitätentilgung beim Bankdarlehen 4 vgl. Abzahlungsdarlehen beim Bankdarlehen 4

6 Sicherheiten: Industrieobligationen werden im Unterschied zu Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand durch folgende übliche Sicherheiten unterlegt: - Dingliche Sicherheiten sind in der Regel gewerblich genutzte Grundstücke und Betriebsanlagen, die dann vor allem mit Grundschulden und Hypotheken belastet werden. - Bürgschaften werden nur dann anerkannt, wenn sie durch die öffentlich Hand geleistet werden. - Sicherungsklauseln sind Bestandteil der Anleihebedingungen und können sich zum Beispiel darauf beziehen, dass sich das Unternehmen verpflichtet, bestimmte Bilanzstrukturkennziffern einzuhalten. Eine weitere wichtige Klausel ist die Negativerklärung, die den Emittenten dazu verpflichtet, keinem anderen Gläubiger fortan eine bessere Sicherung einzuräumen als den Anleihegläubigern. Die Kosten einer Industrieobligation: - Einmalige Kosten: Dies sind vor allem die Vermittlungsprovision des Konsortiums, die der Preis für die Übernahme des Risikos der Unterbringung an der Börse ist, die Börseneinführungsprovision, Druckkosten und Kosten der Sicherheitenbestellung. - Laufende Kosten: Diese sind hauptsächlich die Zinszahlungen, daneben noch die Kosten für die Auslosung der zu tilgenden Serien, Provision für die Kuponeinlösung bei den Banken und andere. Schuldscheindarlehen Eine weitere Form der Fremdfinanzierung, die allerdings den organisierten Kapitalmarkt nicht in Anspruch nimmt, ist das Schuldscheindarlehen. Definiert wird es so 5 : Bei einem Schuldscheindarlehen handelt es sich um ein langfristiges (Groß-)darlehen, das Industrieunternehmen, öffentliche Stellen oder bestimmte Kreditinstitute mit Sonderaufgaben (direkt oder indirekt über eine Bank) in erster Linie bei Kapitalsammelstellen aufnehmen, und über das zu Zwecken der Beweissicherung ein Schuldschein ausgestellt wird. Der Schuldschein ist eine Urkunde, in der der Schuldner zur Beweiserleichterung das Bestehen einer Schuld bestätigt. Schuldscheindarlehen werden typischerweise von Versicherungsunternehmen, auch von Trägern der Sozialversicherung und anderen Kapitalsammelstellen, gewährt und 5 von THIESSEN/THIESSEN 5

7 erhielten ihren Namen von der früher üblichen Unterlegung langfristiger Darlehen durch einen Schuldschein. Der Schuldschein ist aber kein verbrieftes Darlehen, keine Schuldverschreibung und kein Wertpapier, sondern dient lediglich der Beweissicherung. Die Bonitätsanforderungen, die von den Versicherungsunternehmen an die sogenannte Deckungsstockfähigkeit einer Anlage gestellt werden, sind ausschlaggebend dafür, ob ein Unternehmen schuldscheinfähig ist oder nicht. Zum Deckungsstock: Versicherungen brauchen nur einen kleinen Teil ihrer Prämieneinnahmen für die laufende Risikoabdeckung. Der weitaus größere Teil kann deshalb als Sparbestandteil der langfristigen Vermögensanlage dienen. Solche Vermögensanlagen sind einem für die langfristigen Ansprüche der Versicherten reservierten Sondervermögen, dem sogenannten Deckungsstock (Prämienreservefonds), zuzuführen. Schuldscheindarlehen werden nur in Ausnahmefällen direkt und selbst vermittelt. In der Praxis kommen die Verträge über Schuldscheindarlehen meist indirekt über eine dazwischengeschaltete Bank zustande, wobei diese nur als reiner Vermittler auftreten kann. Oft nimmt sie aber nicht nur die Rolle des Maklers ein, sondern geht selbst eine Gläubiger-Schuldner-Beziehung mit den kreditsuchenden Unternehmungen ein. Anhand dieser unterschiedlichen Möglichkeiten, werden die Varianten des indirekten Schuldscheindarlehens folgendermaßen bezeichnet: - Bei einem Schuldscheindarlehen auf Zessionsbasis ist die Bank nur vorübergehend primärer Darlehensgeber, denn sie behält sich das Recht vor, die Forderung an Dritte abzutreten (Zession). Im Anschluss daran plaziert die Bank das Darlehen durch Teilabtretungen ihrer Darlehensforderung (kaum unter DM) bei anderen Kapitalsammelstellen. Dazu macht das Kreditinstitut den Versicherungsunternehmen ein Angebot zur Übernahme des gesamten Darlehens oder von Teilbeträgen. - Gewährt der Versicherer der Bank ein Schuldscheindarlehen mit der Bedingung, es an bestimmte Enddarlehensnehmer weiterzureichen, so spricht man von einem Refinanzierungsdarlehen. Letztendlich kommt es dann zu zwei fast identisch lautenden Verträgen, die aber voneinander unabhängig sind: Zum einen wird ein Darlehensvertrag zwischen dem Versicherer und der Bank geschlossen und zum anderen einer zwischen der Bank und dem endgültigen Darlehensnehmer. Diese Vorgehensweise mit Zwischenschaltung der Bank - hat den entscheidenden Vorteil, dass nun auch mittelständische Unternehmen als Kapitalnehmer in Frage kommen. Direkt wäre dies nicht möglich, da die Emissionen von Schuldtiteln solcher Unternehmen nicht deckungsstockfähig sind. - Globaldarlehen: Der Versicherer legt langfristig Geld bei einer Bank fest. Diese kann dann Enddarlehensnehmern, die zur Zeit der Schuldscheindarlehensvergabe durch den Versicherer noch nicht feststanden, Schuldscheine geben. Eine weitere Unterscheidung der Schuldscheindarlehen kann nach der Art der Mittelaufbringung getroffen werden: - Einzelschuldscheindarlehen: Ein einziger Versicherer bringt das Darlehen auf. - Konsortialdarlehen: Um das entstehende Risiko zu verteilen, wird das Darlehen von mehreren Versicherern aufgebracht. Oft werden dafür Banken oder andere Finanzmakler als Vermittler dazwischengeschaltet. 6

8 Schließlich noch Unterschiede bei der Abstimmung auf den Finanzmittelbedarf des Darlehensnehmers: - Laufzeitkonforme Plazierung: Der Darlehensgeber stellt das Kapital genau mit der Laufzeit zur Verfügung, für die der Kapitalnehmer Kapital sucht. - Laufzeitinkonforme Plazierung: Der Darlehensnehmer benötigt das Kapital für einen längeren Zeitraum als die Darlehensgeber bereit sind, es zur Verfügung zu stellen. Wenn die Bereitstellung von langfristigem Kapital dennoch funktionieren soll, so ist dies nur durch eine Fristentransformation möglich: Entweder verlängern die Darlehensgeber ihre Mittel jeweils nach Ablauf der Frist (Prolongation) oder neue Kapitalgeber werden gefunden, die die nicht prolongierten Beträge ersetzen (Substitution). Die wichtigsten Merkmale eines Schuldscheindarlehens sind die folgenden: - Laufzeit: Jahre, kann sich aber dann verringern, wenn steigende Inflationsraten erwartet werden - Zins: meist 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte über dem Zinssatz einer vergleichbaren Industrieobligation, da ein Schuldscheindarlehen wegen der fehlenden Börsennotierung unter Umständen keinen Sekundärmarkt hat und deshalb für den Kapitalgeber nicht unbedingt liquidierbar ist - Besicherung: Diese ergibt sich vor allem aus den Vorschriften über die Deckungsstockfähigkeit (in der Regel die Stellung von Grundpfandrechten 6 im 1. Rang) - Tilgung: Sie vollzieht sich entsprechend der Vertragsausgestaltung meistens ratenweise nach einigen tilgungsfreien Jahren (in der Regel 3 5 Jahre) - Umfang: normalerweise zwischen 0,5 Millionen DM und 100 Millionen DM Im Vergleich zur Industrieobligation bringt das Schuldscheindarlehen folgende Vorteile, die vor allem auf einer höheren Flexibilität beruhen, mit sich: - Das Mindestvolumen liegt unter dem einer Industrieobligation - Schuldscheindarlehen können auch von nicht-emissionsfähigen Unternehmen aufgenommen werden - Bestimmte Kreditbedingungen wie Bereitstellung in Teilbeträgen oder Tilgungsmodalitäten sind Verhandlungssache Es gibt aber auch folgende Nachteile: - Eine vorzeitige Tilgung des Darlehens ist in der Regel nicht möglich - Die Zinsbelastung übersteigt in der Regel die mit der Emission von Industrieobligationen verbundene Belastung. Die höheren Zinskosten werden allerdings dadurch kompensiert, dass die Emissionskosten erheblich unter denen einer Industrieobligation liegen und laufende Kosten wie Kuponeinlösungsprovisionen, Auslosungs- und Kurspflegekosten entfallen. siehe auch Tabelle 1 im Anhang 6 vgl. die Sicherheiten beim Bankdarlehen 7

9 Das Bankdarlehen Eine weitere Möglichkeit der langfristigen Kapitalbeschaffung ist die Aufnahme von Geld bei einem Kreditinstitut. Diese Finanzierungsform hat vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen eine große Bedeutung, da diese keinen Zugang zum organisierten Kapitalmarkt haben. Folgendermaßen kann das Bankdarlehen definiert werden 7 : Das Wesen des Kredits liegt darin, dass der Kreditgeber eine Leistung in der Gegenwart erbringt und damit zum Gläubiger wird, während der Kreditnehmer sich als Schuldner verpflichtet, die Gegenleistung erst in der Zukunft zu erfüllen. Bei der Kreditfinanzierung werden dem Unternehmen die Finanzmittel nur für einen exakt begrenzten Zeitraum und für ein festes vereinbartes Entgelt (Zinsen) zur Verfügung gestellt. In der Praxis spricht man von langfristigen Krediten, wenn die Ursprungslaufzeit mindestens vier Jahre beträgt. Sie dienen vor allem der Deckung langfristiger Kapitalbedarfe, hauptsächlich der Investitionsfinanzierung (z.b. Gebäude, Maschinen). Langfristige Kredite können aber auch für eine Umfinanzierung benötigt werden, also dass kurz- und mittelfristige Kredite abgebaut werden und durch langfristige Kredite ersetzt werden. Je nach Art der vereinbarten Tilgungsmodalitäten lassen sich die langfristigen Bankkredite unterteilen: - Gesamtfälliges Darlehen (Fest-, Block- oder Zinsdarlehen): Die Rückzahlung des Kredits erfolgt am Ende der Laufzeit in einer Summe und während der Laufzeit werden lediglich die Zinszahlungen geleistet. Solche Kreditverträge mit Endfälligkeit werden überwiegend von Personengesellschaften oder GmbHs in Verbindung mit einer Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Die Laufzeit der Versicherung und des Kredits sind identisch und so wird der Kredit mit der dann ebenfalls fälligen Lebensversicherungsleistung getilgt. - Annuitätendarlehen: Der Kreditnehmer zahlt jährlich gleichbleibende Beträge, von denen Jahr für Jahr ein zunehmender Teil der Tilgung und ein abnehmender Teil der Verzinsung der jeweiligen Restschuld dient. Berechnen kann man die Annuität mit folgender Formel: n (1 + i) i Annuität = N n (1 + i) 1 wenn n = Laufzeit, i = Zinssatz, N = Nominalbetrag Beispiel: n = 5 Jahre, i = 6% pro Jahr, N = DM 5 (1 + 0,06) 0,06 Annuität = = ,63 DM 5 (1 + 0,06) 1 siehe auch Tabelle 2 im Anhang 7 von HAGENMÜLLER/DIEPEN 8

10 - Abzahlungsdarlehen: Hier wird vom Kreditnehmer eine gleichbleibende Tilgungsrate bezahlt, wobei die Gesamtrate mit zunehmender Laufzeit abnimmt, da der Zinsaufwand durch die fortschreitende Rückzahlung geringer wird. siehe auch Tabelle 2 im Anhang Um einen Kredit von einem Institut zu erhalten ist es zunächst notwendig einen Antrag zu stellen, der die Grundlage bildet a, für die Prüfung der Kreditfähigkeit und der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers, b, für den Kreditvertrag und c, für den Kreditsicherungsvertrag Da das Kreditgeschäft für den Kreditgeber ein Risiko darstellt, nimmt die Sicherstellung der gewährten Kredite im Rahmen der Bearbeitung von Kreditanträgen einen relativ großen Raum ein. Sie erfolgt durch sogenannte Sicherheiten, die der Bank vom Kreditnehmer zur Verfügung gestellt werden. Diese Sicherheiten sollen dem Kreditgeber die Möglichkeit geben, sich aus ihnen zu befriedigen, sofern der Kreditnehmer den in Anspruch genommenen Kredit nicht zurückzahlen bzw. die mit der Kreditgewährung verbundenen Kosten nicht entrichten kann. Die Sicherheiten werden grundsätzlich in zwei Arten eingeteilt: - persönliche Sicherheiten: Hierbei haftet neben dem Kreditnehmer eine dritte Person für den Kredit (v.a. Bürgschaft) - Sachsicherheiten: Zur Sicherung des Kredits werden vom Kreditnehmer bestimmte Sachwerte zur Verfügung gestellt Die klassische Form der Absicherung langfristiger Bankkredite ist die Beleihung von Grund und Boden (Realkredit). Wegen der Eigenschaft der Akzessorität bei der Hypothek (siehe unten), steht diese in der Beliebtheitsskala mittlerweile hinter der Grundschuld. Die Besicherung durch Übereignung kommt dagegen seltener vor. In Ausnahmefällen werden zur Absicherung langfristiger Kredite auch Bürgschaften, Garantien, Abtretung von Lebensversicherungen, Übereignung von Kunstgegenständen und anderes gewählt, sofern sie langlebiger Natur sind. Sicherheiten, die aus dem Umlaufvermögen von Unternehmungen stammen, die also kurzlebiger Natur sind (wie zum Beispiel Abtretung von Forderungen aus Lieferung und Leistung), werden hingegen nicht zur Absicherung langfristiger Kredite herangezogen. Die wichtigsten Kreditsicherheiten werden nun vorgestellt: - Grundpfandrechte (Grundschulden, Hypothekenschulden und Rentenschulden): Charakteristisch für Grundpfandrechte ist deren Eintragung in ein öffentlich zugängliches Register, das sogenannte Grundbuch. Dieses enthält Informationen über Eigentumsverhältnisse und Belastungen von Grundstücken. Tritt nun der Fall ein, dass ein Schuldner, also der Besitzer des Grundstücks, zahlungsunfähig wird, so wird das belastete Grundstück zwangsversteigert. Zum Grundstück 9

11 zählen auch die darauf befindlichen Gebäude und anderes Zubehör. Mit dem daraus entstandenen Erlös werden die Forderungen es Gläubigers beglichen. Folgende 3 Arten von Grundpfandrechten kommen in der Praxis vor: - Erstens die Grundschuld, über die im 1191 Abs. 1 BGB folgendes steht: Ein Grundstück kann in der Weise belastet werden, dass an denjenigen, zu dessen Gunsten die Belastung erfolgt, eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu zahlen ist. Es ist dort nichts von einer tatsächlich bestehenden Forderung zu lesen und dies bedeutet, dass die Grundschuld, also die Zahlung einer festgelegten Summe aus dem Grundstück, auch von jemandem geltend gemacht werden kann, der keine Forderung gegen den Grundstückseigentümer hat. Der Eigentümer hat jedoch dann einen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung. Aufgrund dieser Tatsache bezeichnet man die Grundschuld als abstrakt. - Zweitens die Hypothekenschuld, die im Unterschied zur Grundschuld akzessorisch ist. Eine juristische Definition (vgl Abs. 1 BGB) lautet folgendermaßen: Die Hypothek ist eine Grundstücksbelastung des Inhalts, dass an denjenigen, zu dessen Gunsten die Belastung erfolgt (Hypothekengläubiger), eine bestimmte Geldsumme zur Befriedigung wegen einer ihm zustehenden Forderung aus dem Grundstück zu zahlen ist. Hier muss also eine tatsächliche Forderung bestehen. Die Hypothek erlischt mit dem Begleichen der Forderung. In der Praxis kommt es häufig vor, dass ein Grundstück nicht nur mit einer Hypothek belastet ist, sondern mit mehreren. Im Falle einer Zwangsversteigerung werden dann die Hypotheken der Reihe nach bearbeitet. Das heißt der Erlös wird zunächst zur Begleichung der Forderung aus der ersten Hypothek verwendet, dann zu der aus der zweiten Hypothek usw. Hier wird schon deutlich, dass die Hypothek um so risikoreicher ist, je weiter hinten der Gläubiger im Grundbuch eingetragen ist. Dieses Risiko wird in der Regel durch höhere Zinssätze der Kredite ausgeglichen. Werden nun aber einige Hypothekenforderungen von Gläubigern beglichen, so rücken die weiter hinten stehenden Hypothekare nach. Ihr Risiko vermindert sich also, während der Zinssatz genauso hoch bleibt, wie er im Kreditvertrag festgelegt wurde. Um dieser Ungerechtigkeit zu begegnen, gibt es die Möglichkeit, dass sich der Grundstückseigentümer selbst an der freigewordenen Stelle eine Grundschuld im Grundbuch eintragen lässt (dies ist möglich, da eine Grundschuld abstrakt ist, also keine Forderung bestehen muss). Hierbei spricht man von einer Eigentümergrundschuld. Zu einem späteren Zeitpunkt lässt sich dann dort wieder eine neue Hypothek einschieben. - Drittens die Rentenschuld, die die gleiche Eigenschaft wie die Grundschuld hat, also abstrakt ist. Bei dieser Grundstücksbelastung wird vereinbart, dass der Schuldner in gleichmäßigen zeitlichen Abständen Geldsummen aus dem Grundstück zu zahlen hat. Diese Summen können zum Beispiel Miet- oder Pachteinnahmen sein. 10

12 - Verpfändung von Wertpapieren, Waren und sonstigen Vermögenswerten (z. B. Schmuck): Das Pfandrecht ist ein dingliches, zur Sicherung einer Forderung dienendes, gegen jedermann wirkendes Recht an fremden beweglichen Sachen oder Rechten. Der Kreditgeber ist gegebenenfalls dazu berechtigt, aus dem Verkaufserlös des Pfandes seine Forderung zu begleichen. Eine wichtige Eigenschaft des Pfandes ist, dass der Gläubiger zwar Besitzer der beweglichen Sache wird, der Schuldner jedoch Eigentümer bleibt. - Der umgekehrte Fall herrscht bei der Sicherungsübereignung von beweglichen Sachen vor. Hier wird der Gläubiger Eigentümer der Sache, der Schuldner bleibt aber Besitzer. Juristisch betrachtet ist das Sicherungseigentum das durch die Übereignung einer beweglichen Sache seitens des Sicherungsgebers (Veräußerers) an den Sicherungsnehmer (Erwerber) begründete und zur Sicherung einer Forderung bestimmte Eigentum an einer Sache. Der Kreditgeber ist dazu berechtigt, die Sache zu verwerten und aus dem Erlös die gesicherte Forderung zu tilgen. Häufig werden zum Beispiel Fahrzeuge oder Maschinen übereignet, mit denen aber der Schuldner weiterhin arbeitet. Die Übergabe der Fahrzeuge bzw. Maschinen ist nur für eine eventuell nötige Zwangsversteigerung vorgesehen. - Die Bürgschaft ist ein einseitig verpflichtender Vertrag, durch den sich der Bürge dem Kapitalgeber (Gläubiger) eines Dritten gegenüber verpflichtet, für die Verbindlichkeiten des Dritten einzustehen. Die Bürgen haften gesamtschuldnerisch also jeder einzelne vollständig für die verbürgte Zahlungsverpflichtung des Kreditnehmers (Schuldners). Tritt der Fall ein, dass ein Bürge zahlen muss, so ist der Schuldner dazu verpflichtet nun dem Bürgen den entsprechenden Betrag zurückzuzahlen. Der Leverage-Effekt Auf eine Besonderheit, dem sogenannten Leverage-Effekt (Hebelwirkung) sei im Zusammenhang mit Kreditfinanzierungen noch hingewiesen. Der mögliche Vorteil für den Schuldner liegt darin, dass er am Fremdkapital verdienen kann und zwar dann, wenn es mehr erwirtschaftet, als es kostet. Begründung durch Anwendung bekannter Formeln: i = Kreditzinssatz G = Gewinn EK = eingesetztes Eigenkapital FK = eingesetztes Fremdkapital Z = Fremdkapitalzinsen Die Gesamtkapitalrentabilität (r GK )berechnet sich dann folgendermaßen: r GK = G + Z E + F 11

13 G Da gilt: Z= i F und Eigenkapitalrentabilität r EK = gilt auch: E r GK = r EK E + i F E + F bzw. r EK = r GK + (r GK i) E F Falls also nun der Kreditzins kleiner ist als die Gesamtkapitalrentabilität, kann die Eigenkapitalrentabilität durch weitere Fremdkapitalaufnahme erhöht werden. Beispiel: i=8%, r GK = 12%, E=500, F= r EK = 0,12+(0,12-0,08) = 0,16 also 16% 500 Bei einer Verdoppelung des Fremdkapitaleinsatzes ergibt sich: 1000 r EK = 0,12+(0,12-0,08) = 0,2 also 20% 500 Vorsicht ist dann geboten, wenn die Gesamtkapitalrentabilität kleiner als der Kreditzins ist. In diesem Fall sinkt nämlich die Eigenkapitalrentabilität und deshalb ist von einer Kreditfinanzierung abzuraten. Franchising Definition 8 des Begriffes Franchising : Franchising ist ein vertikales Vertriebssystem für Waren oder/und Dienstleistungen. Es beruht auf umfassender, längerfristiger Zusammenarbeit zwischen zwei Partnern, und zwar zwischen Franchise-Gebern und Franchise-Nehmern auf der Grundlage eines beiderseitigen längerfristigen Vertrages. Der Franchise-Geber gibt dem Franchise-Nehmer das Recht, dessen oder vom Franchise-Geber bestimmte Produkte oder Sortimente in einem meist bestimmten Gebiet exklusiv zu vertreiben. Der Franchise-Geber unterstützt den Franchise- Nehmer mit einem kompletten Paket von Dienstleistungen für die Vorbereitung, den Start und für das laufende Geschäft. Der Franchise-Nehmer verwendet Marke, Namen, Ausstattungszeichen, Einrichtungen und sonstige werbliche Ausstattung des Franchise-Gebers. Der Franchise-Nehmer verpflichtet sich, Personen oder sich selbst und Kapital (=Außenfinanzierung mit Fremdkapital) einzusetzen. Er befolgt das Marketing und Organisationssystem des Franchise-Gebers und erlaubt ihm Kontrollen und gibt ihm auch Informationen. Der Franchise-Nehmer bezieht vom Franchise-Geber oder von ihm bestimmten Dritten Waren und/oder zahlt ihm direkte oder indirekte Entgelte. Ein wichtiger Punkt dazu, der Franchise-Nehmer kauft und verkauft im eignen Namen und auf eigene Rechnung. 8 aus Tag des bayerischen Handels 12

14 Variante zur obigen Definition: Das Kapital kann auch vom Franchise-Geber gestellt werden. Dies wird dann durch höhere Entgeltzahlungen durch den Franchise-Nehmer wieder ausgeglichen. Die Vorteile und Möglichkeiten des Franchising sind: für den Franchise-Nehmer - schnellerer Marktzugang und risikoärmere Selbständigkeit - mehr Verdienst und Vermögenszuwachs in einer meist rentablen Unternehmensgruppe - schneller Einstieg durch schlüsselfertigen Betrieb - erprobtes und bewährtes Sortiment - umfassendes aktuelles Know-how durch Schulung und Training - erleichterte Diversifikation - Beschaffung/Überlassung eines guten Standorts - Erleichterung der Betriebsführung durch Buchhaltung/Betriebsvergleiche, Erfolgskontrollen und Aufgabendelegation - Image eines Großunternehmens, geschützter Name, gemeinsame Werbung - größere Umsatz-, Einkaufs- und Kostenvorteile - erhöhte Kreditfähigkeit - gezielte Beratung und beständige Kommunikation - Sicherheit und Menschlichkeit durch Kooperation - verminderter Konkurrenzdruck für den Franchise-Geber - Personalproblemlösung - Finanzierung - Markterschließung - Verdichtung des Standorts-/Organisationsnetzes auch an kleineren Orten - Einkünfte für Entwicklung, Know-how - Absatzsicherung - Nutzung auch bestehender Unternehmen und Standorte - Angliederung an bestehende Betriebe - Einkaufsvorteile und Kostendegression - Werbekraft/Imageerhöhung für den Verbraucher - Garantie der Nahversorgung - gute Waren und Dienstleistungen sind markiert : Marktübersicht und Preistransparenz - Qualitätsgarantie, gleichbleibende Garantie - neue Produkte und Dienste schneller erhältlich durch schnelle Expansion für Wirtschaft und Gesellschaft - Schaffung neuer Selbständiger, Erhaltung bestehender Existenzen - damit Schaffung neuer und Erhaltung bestehender Arbeitsplätze - Beschleunigung der Umstrukturierung der Wirtschaft - Produktivere und wirtschaftlichere Verwendung der volks- und betriebswirtschaftlichen Faktoren wie Know-how, Arbeit, Kapital und Immobilien 13

15 - Erhaltung und Förderung des Mittelstandes als Ausgleich zu Konzernen - mehr Chancen-Gleichheit Beispiele für Franchise-Unternehmen in Deutschland sind: - Coca-Cola (Getränke-Konzessions-Abfüllbetriebe) - Eismann (Tiefkühl-Heimservice) - Hertz (Autovermietung) - Holiday Inn (Internationale Hotelkette) - Ihr Platz (Haushalts/Gemischtwaren-Einzelhandel) - McDonald s (Fastfood-Restaurants) - OBI (Bau- und Heimwerkermärkte) - Photo Porst (Foto-Fachgeschäft) - Wienerwald (Restaurant-Kette) Beispiel eines Franchise-Systems: Eismann-Tiefkühl-Heimservice Die Idee, einen Tiefkühl-Heimservice zu gründen, kam mit dem Anstieg von Gefriergeräten in den Privathaushalten. Von 1970 bis 1973 lief die Testphase und im Mai 1974 wurde der Eismann-Tiefkühl-Heimservice als Franchise-System gegründet. Dieses System gibt den Franchise-Nehmern das Recht, unter dem Namen Eismann Eis, Konditortorten, Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Kartoffelerzeugnisse usw. an den Endverbraucher zu liefern. Gegen eine Fahrzeugüberlassungsgebühr stellt Eismann den Spezial-LKW zur Verfügung. Die Warenverteilung erfolgt über 60 Niederlassungen in Deutschland. Außerdem erhält der Franchise-Nehmer gegen eine Autorisierungsgebühr von DM eine umfangreiche Schulung, das gesamte Know-how und Gebietsschutz für den vertraglich festgelegten Verkaufsraum. Der Franchise-Vertrag wird dann nach einer Einarbeitungszeit (bis zu einem Jahr) für 6 Jahre abgeschlossen. Während dieser Einarbeitungszeit wird ein Grundgehalt mit zusätzlicher Provision gezahlt. Dadurch wird das Risiko für den Franchise-Nehmer reduziert. Vom Netto-Einkaufswert der Ware ist eine 6%ige Franchise-Gebühr zu entrichten, mit der die gesamte Verwaltung, Steuerung und Betreuung der Organisation durch die Zentrale in Mettmann finanziert wird. Für das Unternehmen hat der ideale Franchise-Nehmer folgende Eigenschaften: mindestens 25 Jahre alt, verheiratet, handwerkliche Ausbildung, besonders zielstrebig und leistungsorientiert 14

16 ANHANG Tabelle 1: Vergleich von Anleihen und Schuldscheindarlehen Kriterium Schuldscheindarlehen Industrieobligation Kreditnehmer Unternehmen mit beliebiger Rechtsform, jedoch erstklassiger nur emissionsfähige Unternehmen Bonität, in der Regel nur bedeutende Aktiengesellschaften Kreditgeber nur Kapitalsammelstellen institutionelle und private (Lebensversicherungen) Mindestvolumen DM Tilgung Verbriefung Handelbarkeit Zins Nebenkosten Kursrisiko in der Regel nach einigen tilgungsfreien Jahren feste jährliche Tilgungsrate nicht verbrieft, nur Vertragsdokument (Schuldschein) niedrig, da kein ausgebauter Sekundärmarkt wegen mangelnder Liquidierbarkeit 0,25 bis 0,5 % über Kapitalmarktzins bei Mittelaufnahme ca. 1 bis 2% des Nominalwertes; keine laufenden Nebenkosten nein, das heißt keine Abschreibung (falls Kurs sinkt) erforderlich Anleger wegen hoher Transaktionskosten ab ca. 5 Mio. DM lohnend nach festem Tilgungsplan; freihändiger Rückkauf möglich als Wertpapier verbrieft hoch, da an der Börse handelbar entspricht zum Emissionszeitpunkt dem Kapitalmarktzins Emissionskosten ca. 2,5 bis 4% des Nominalwertes; lfd. Nebenkosten ca. 1 bis 2% des Nominalwertes ja, Wertberichtigungsnotwendigkeit (falls Kurs sinkt), Niederstwertprinzip Tabelle 2: Restschuld, Zinsen und Tilgungszahlungen der jeweiligen Periode beim Annuitätendarlehen (obenstehendes Zahlenbeispiel) Zeitpunkt t Zinsen ( i K 1) t 6000, , , , ,76 Annuität Tilgung Restschuld K t 23739, , , , , , , , , , , , , , ,93 0,00 15

17 Tabelle 3: Restschuld, Zinsen und Tilgungszahlungen der jeweiligen Periode beim Abzahlungsdarlehen (mit Voraussetzung: Kredit = DM, Jahresrate DM, Laufzeit 5 Jahre) Zeitpunkt t Zinsen ( i K 1) t 6000, , , , ,00 Tilgung Gesamtrate Restschuld K t 20000, , , , , , , , , , , , , , ,00 0,00 LITERATUR FALTER: Die Praxis des Kreditgeschäfts, 13. Aufl., Stuttgart 1991 HAGENMÜLLER/DIEPEN: Der Bankbetrieb, 12. Aufl., Wiesbaden 1989 HANRIEDER: Franchising PAULI: Franchising, Düsseldorf 1990 SCHMALEN: Grundlagen und Probleme der Betriebswirtschaft, 10. Aufl., Köln 1996 TAG DES BAYERISCHEN HANDELS: Kooperation und/oder Franchising Zukunftsperspektiven für den mittelständischen Handel, Nürnberg 1991 THIESSEN/THIESSEN: Außenfinanzierung I, Wiesbaden 1996 THIESSEN/THIESEEN: Außenfinanzierung II, Wiesbaden

Langfristige Kreditfinanzierung

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