Kapitalmarktresearch. Börsengänge. Kapitalmarktpanel, Juli Whitepaper für kapitalmarktrelevante. Hintergründe Thesen Meinungen Statistiken

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1 Kapitalmarktresearch Börsengänge Kapitalmarktpanel, Juli 2005 Whitepaper für kapitalmarktrelevante Hintergründe Thesen Meinungen Statistiken

2 Inhaltsverzeichnis Einleitung 3 1. Was sind die Erfolgsfaktoren eines Börsengangs? 4 2. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Kriterien von Managementqualität? 6 3. Welches sind aus Sicht des Unternehmens die drei größten Risiken, die ein IPO scheitern lassen können? 8 4. Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Gründe für die noch relativ niedrige Anzahl an IPO s in Deutschland? Wie stark ist Ihrer Ansicht nach der Erfolg von Börsengängen von der aktuellen Kapitalmarksituation abhängig? Welche Marktkapitalisierung sollte ein IPO-Kandidat mindestens zu Beginn der Börsennotierung aufweisen? Was sind aus Ihrer Sicht die drei größten Missstände potentieller IPO-Kandidaten? 16 Profil cometis AG 18 Impressum 20 1

3 Einleitung Was ist das Kapitalmarktresearch von cometis? Das Kapitalmarktresearch der cometis AG stützt sich auf diverse Umfragen und Studien unter den Protagonisten des deutschen Kapitalmarktes. In der vorliegenden Ausgabe erhalten Sie eine Zusammenfassung der aktuellen Ergebnisse unseres Kapitalmarktpanels, das in Kooperation mit den VDI nachrichten konzipiert wurde, um zukünftige Trends an den Kapitalmärkten zu analysieren und mögliche Informationsdefizite aufzudecken. Teilnehmer dieses Panels sind die jeweiligen Verantwortlichen des Emissionsgeschäfts (Equity Capital Markets) namhafter deutscher und ausländischer Banken. Die Befragung wird in jedem Quartal durchgeführt, um einen regelmäßigen Eindruck zum aktuellen Stimmungsumfeld an den Börsen einzufangen und Meinungen zu Spezialthemen zu analysieren. In diesem Dokument präsentieren wir Ihnen die anonymisierten, teilweise unveröffentlichten Ergebnisse zu unseren Spezialthemen. 2 3

4 1. Was sind die Erfolgsfaktoren eines Börsengangs? Erfolgsfaktoren eines Börsengangs (Ranking nach Schulnoten) Die Frage nach den Erfolgsfaktoren eines gelungenen Börsengangs identifiziert als wichtigstes Kriterium, mit rd. 71 % der Stimmen, die Managementqualität. Ein Kriterium, was sogar noch vor den fundamentalen Daten eines Unternehmens steht, das belegt wie wichtig der persönliche Eindruck und damit die Glaubwürdigkeit der handelnden Personen ist. Weiterhin sehen die Experten eine konservative Unternehmensbewertung mit Chancen auf Kurssteigerungen als Erfolgsfaktor an. Vergleichsweise nebensächlich wird dagegen eine wesentliche Beteiligung des Managements angesehen. Auch die zukünftige Höhe des Free Floats von über 50 % ist für einen erfolgreichen Börsengang nach Meinung der Experten nicht maßgeblich. Managementqualität Konservative Unternehmensbewertung mit Chance auf Kurssteigerung IPO-Projektmanagement Kapitalverwendung für weitere Expansion Platzierungszeitpunkt EBIT-Margen u. EBIT-Wachstum > 10 % p.a. Positive Medienberichterstattung Platzierungsvolumen > 50 Mio. Wachstumsperspektiven d. Branche > 3 % p.a. Umsatzwachstum > 10 % p.a. Unternehmensgröße > 100 Mio. Umsatz > Mitarbeiter Zukünftige Höhe des Free Floats > 50 % 1,44 1,72 2,08 2,20 2,24 2,28 2,40 2,44 2,60 2,72 3,04 3,20 Management zu wesentlichen Teilen am Unternehmen beteiligt 3,36 4 5

5 2. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Kriterien von Managementqualität? Die drei wichtigsten Kriterien von Managementqualität (Skala 1 = sehr wichtig, 6 = nicht wichtig) Um das vorgenannte wichtigste Kriterium, die Managementqualität, detail lierter zu beschreiben, identifizierten unsere Teilnehmer die wichtigsten Eigenschaften, welche ein qualitativ hochwertiges Management definieren: Managementerfolge / Track Record Zahlenverständnis und -kenntnis Gute Kommunikationsfähigkeiten 64 % 52 % 48 % Managementerfolge / Track Record (67 %) Zahlenverständnis und -kenntnis (54 %) Gute Kommunikationsfähigkeiten (50 %) Marktkenntnis (42 %) Marktkenntniss Langjährige Branchenerfahrung Persönliches Auftreten und Wirkung Kapitalmarkterfahrung Rückhalt bei der Belegschaft 40 % 24 % 24 % 16 % 12 % Dies unterstreicht auch die Bedeutung für die Investor Rela- Fachkenntniss zu Produkten & DL 12 % tions, in denen genau die Kommunikationsfähigkeiten und die Kenntnis der Finanzdaten und Markttrends gefragt sind, insbesondere im Dialog mit Fondsmanagern und Analysten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Managementqualität als das entscheidende Kriterium für einen erfolgreichen Börsengang gewertet wird, ist dies ein erstaunliches Ergebnis! Reputation Großes Kontaktnetzwerk Sonstiges 8 % 0 % 0 % 6 7

6 3. Welches sind aus Sicht des Unternehmens die drei größten Risiken, die ein IPO scheitern lassen können? Die größten Risiken für IPOs Die größten Risiken eines Börsengangs sind: Negatives Marktumfeld (fallende Aktienkurse) 56 % Negatives Marktumfeld mit fallenden Aktienkursen (54 %) Managementqualität 52 % Mangelnde Qualität des Managements (50%) Negative Berichterstattung in den Medien (42%) Negative Berichterstattung in den Medien 44 % Rechtliche Aspekte, wie z.b. die Nichtbeachtung der Going Public Grundsätze, oder auch einen hohen Umplatzierungsanteil, sehen die Banker nur als geringe Gefahr an. Gerade der letzte Punkt überrascht, da in der Vergangenheit häufig die Medien negativ berichtet haben, wenn sich die Altaktionäre von ihren Anteilen trennen und Kasse machen wollen. Negative operative Entwicklung während des Börsengangs Externe Schocks (z.b. Ölpreisanstieg, Terroranschläge, politische Krisen) Uneinheitliche Kommunikation der beteiligten Parteien (Vorstand, Investmentbanken, IR) nach außen Geringe Platzierungskraft des Bankenkonsortiums Nichtbeachtung rechtlicher Aspekte (z.b. Going Public Grundsätze, Corporate Governance Kodex) 36 % 32 % 32 % 20 % 12 % Mangelnde Qualität der Berater (Corporate Finance, RA, IR-Berater) 12 % Hoher Umplatzierungsanteil (> 30 %) d. Altaktionäre 4 % Management während des Börsengangs nicht nahe genug am operativen Geschäft 0 % 8 9

7 4. Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Gründe für die noch relativ niedrige Anzahl an IPOs in Deutschland? Gründe für die niedrige Anzahl an IPOs in Deutschland Gründe für die geringe Anzahl an Börsengängen in Deutschland sind in der zunehmenden Popularität alternativer Finanzierungsformen (63%), wie beispielsweise Private Equity, sowie der schleppenden Konjunktur (54 % der Befragten) zu sehen. Die hohe Skepsis, die in der Öffentlichkeit vorherrscht, trägt laut unseren Befragten ebenso Schuld, wie das niedrige Bewertungsniveau an der Börse. Ein knappes Drittel attestiert den Börsenaspiranten, dass sie unzureichende fundamentale Daten liefern. Wobei andererseits ca. 25 % die hohen Transaktions- und Folgekosten insbesondere für kleinere Emittenten bemängeln. Zunehmende Popularität alternativer Finanzierungsformen (z. B. Private Equity) Schleppende Konjunktur Hohe Skepsis in der öffentlichen Meinung Niedriges Bewertungsniveau an der Börse Unzureichende fundamentale Daten der Börsenaspiranten Zu hohe Transaktions- und Folgekosten insbesondere für kleinere Emittenten Hohe Skepsis der Unternehmen gegenüber der Financial Community (Verlust der Unabhängigkeit) Gestiegene rechtliche Anforderungen in den letzten Jahren (z. B. Berichtspflichten, AnSVG) 60 % 56 % 40 % 36 % 28 % 24 % 16 % 16 % Fehlendes IPO-Segment der Deutschen Börse AG 12 % 10 11

8 5. Wie stark ist Ihrer Ansicht nach der Erfolg von Börsengängen von der aktuellen Kapitalmarksituation abhängig? Wie stark ist der Erfolg von Börsengängen von der aktuellen Kapitalmarkt- situation abhängig? Ob ein Börsengang erfolgreich verläuft oder nicht, hängt nach der Einschätzung unserer Experten stark von der aktuellen Kapitalmarktsituation ab (Zustimmung 53 %). Weitere 40 % sehen eine gewisse Abhängigkeit von den Vorgängen am Markt. Die Minderheit von 7 % beurteilt den möglichen Einfluss der Kapitalmarktsituation als neutral. Stark abhängig: 53 % Neutral: 7 % Abhängig: 40 % 12 13

9 6. Welche Marktkapitalisierung sollte ein IPO-Kandidat mindestens zu Beginn der Börsennotierung aufweisen? Nötige Mindestkapitalisierung bei IPOs zu Beginn der Börsennotierung In Bezug auf die Mindestmarktkapitalisierung bei Börsengängen zu Beginn der Börsennotierung stimmen 41 % der Befragten für eine Spanne von Mio. EUR. Ca. 27 % votieren für ein Volumen über 100 Mio. EUR, rd. 14 % für über 250 Mio. EUR. Zwei Experten erwarten ein Volumen von über 500 Mio. EUR. 0 % 9 % 41 % Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR 27 % > 100 Mio. EUR 14 % > 250 Mio. EUR 9 % > 500 Mio. EUR 14 15

10 7. Was sind aus Ihrer Sicht die drei größten Missstände potentieller IPO-Kandidaten? Missstände bei potenziellen IPO-Kandidaten Unternehmen, die sich mit dem Gedanken eines Börsengangs tragen, sollten nach Meinung der Kapitalmarktexperten vorher die vier größten Fehler ausmerzen: Kein funktionierendes Controlling Geschäftsmodell weckt keine Fantasie 63 % 50 % Kein funktionierendes Controlling (65 %) Geschäftsmodell weckt keine Phantasie (48%) Verwendung des zusätzlichen Eigenkapitals für Umschuldungen / Refinanzierungen (35 %) Zu geringe Profitabilität (35 %) Unklare Unternehmensstrategie Verwendungszweck des zusätzlichen Eigenkapitals wäre in erster Linie für Umschuldung / Refinanzierung Zu geringe Profitabilität Hohe Abhängigkeit vom Firmengründer / -inhaber 38 % 33 % 33 % 25 % Weitere kritische Punkte: Eine unklare Unternehmensstrategie verwirrt die Marktteilnehmer. Ebenso wird eine hohe Abhängigkeit vom Firmengründer bzw. inhaber den Unternehmen nachteilig ausgelegt. Kein einziger der Experten meinte, dass die niedrigen Eigenkapitalquoten, für die der deutsche Mittelstand bekannt ist, als Missstand gewertet wird. Dies kann jedoch auch daran liegen, dass im Rahmen des Börsengangs auch die Eigenkapitalquote des Unternehmens gestärkt wird. Fehlende Führungsstrukturen Intransparente Konzernstruktur Starke Unterschiede im Eigen- und Fremdbild (eigene Sichtweise des Unternehmens versus Sichtweise von Banken und Investoren) Zu niedrige Eigenkapitalquoten Konglomerate, die nur in Teilen börsenfähig sind 21 % 17 % 17 % 0 % 0 % 16 17

11 cometis AG Anzeige Beratungskompetenz Profil IPO-Kommunikation Krisenkommunikation Kernkompetenz liegt in den Bereichen Investor- und Financial Media Relations Investor Relations Interne & Kundenkommunikation Seit mehr als acht Jahren eingespieltes, interdisziplinäres Team von rund 20 Mitarbeitern mit Erfahrung aus über 100 abgeschlossenen Kapitalmarktprojekten Financial Media Relations Online-Kommunikation Gewinner des Deutschen PR-Preises (Beste Investor Relations) M&A-Kommunikation Creditor Relations Kommunikation Corporate Publishing Geschäftsberichte Über 800 Investor Relations Abteilungen in Deutschland arbeiten mit mindestens drei unserer sechzehn Publikationen (Finanzkennzahlen, Corporate Finance, Medientraining) Unser Buch 100 Finanzkennzahlen wurde über mal verkauft und in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch übersetzt Private Equity Services Hauptversammlungen / Events Initiator und Betreiber von zusammen mit der DGAP / Equity Story (über 180 Kunden) Corporate Communication Coaching Gründung im Jahre 2000 Vorstand Michael Diegelmann, Henryk Deter, Ulrich Wiehle Sitz in Wiesbaden Partner in UK, Frankreich, USA, Kanada cometis AG Ansprechpartner Unter den Eichen Wiesbaden Tel.: Fax: Michael Diegelmann Henryk Deter Ulrich Wiehle 18 19

12 Impressum Weitere Publikationen Herausgeber cometis publishing GmbH & Co. KG Unter den Eichen Wiesbaden Tel.: Fax: Redaktion Michael Diegelmann, Henryk Deter, Ulrich Wiehle Redaktionsanschrift siehe Herausgeber Gesamtgestaltung Sara Heine, Doreen Blanke Anzeigen Preise auf Anfrage Erscheinungstermine quartalsweise Verkaufspreis 30,00 Euro / Exemplar Abonnementverwaltung siehe Herausgeber Druck Top Kopie GmbH, Frankfurt Haftung und Hinweise Artikeln, Empfehlungen und Tabellen liegen Quellen zugrunde, welche die Redaktion für verlässlich hält. Eine Garantie für die Richtigkeit kann allerdings nicht übernommen werden. Nachdruck 2008 cometis publishing GmbH & Co. KG, Wiesbaden. Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung der cometis publishing GmbH & Co. KG ist es nicht gestattet, diese Zeitschrift oder Teile daraus auf fotomechanischem Wege (Fotokopie, Mikrokopie) zu vervielfältigen. Unter dieses Verbot fallen auch die Aufnahme in elektronische Datenbanken, Internet und die Vervielfältigung auf CD-ROM. ISBN zu bestellen unter: 20

13 Autoren cometis AG Michael Diegelmann Henryk Deter Ulrich Wiehle Unter den Eichen Wiesbaden Tel Fax

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