Fragen und Antworten zu «Vereinfachtes Abrechnungsverfahren» und «Schwarzarbeit»

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1 Fragen und Antworten zu «Vereinfachtes Abrechnungsverfahren» und «Schwarzarbeit» Ist jeder Franken beitragspflichtig? Vom Lohn, der Fr. 2'200. pro Jahr und Arbeitgeber nicht übersteigt, werden die Beiträge nur erhoben, wenn der Arbeitnehmer dies verlangt. Es spielt auch keine Rolle, ob das Einkommen im Haupt- oder Nebenerwerb erzielt wird. Anders verhält es sich bei Arbeitsverhältnissen zwischen Privaten und Hausangestellten ( in Privathaushalten beschäftigten Personen ). Dort müssen Beiträge immer, d.h. ungeachtet der Höhe des Lohnes bezahlt werden. Warum müssen auch auf ganz kleinen Löhnen von in Privathaushalten beschäftigten Personen Beiträge an die Sozialversicherungen bezahlt werden? Weil andernfalls Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die ausschliesslich minimen Tätigkeiten nachgehen, welche in ihrer Gesamtheit aber praktisch einer vollen Erwerbstätigkeit gleichkommen, durch unser Sozialversicherungssystem nicht geschützt wären. Müssen auch Jugendliche unter 18 Jahren Beiträge bezahlen? Die Beitragspflicht für Erwerbstätige entsteht ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres. Weitere Informationen können dem AHV-Merkblatt Lohnbeiträge an die AHV, die IV und die EO entnommen werden. Muss ich Beiträge bezahlen, wenn ich pensioniert bin? Befinden Sie sich im Rentenalter und sind Sie weiterhin erwerbstätig, so sind nur AHV/IV/EO-Beiträge zu bezahlen, wenn Ihr Einkommen pro Arbeitgeber Fr. 1'400. im Monat oder Fr. 16'800. im Jahr übersteigt. Andernfalls sind keine Beiträge geschuldet und ist der Lohn mit der Ausgleichskasse nicht abzurechnen. Es müssen nur auf dem Teil des Einkommens, das den eben erwähnten Freibetrag übersteigt, Beiträge bezahlt werden. Altersrentnerinnen und Altersrentner müssen zudem keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung bezahlen. Beschäftigt ein Arbeitgeber einen Rentner, so hat er jedoch in jedem Fall eine Unfallversicherung für diesen abzuschliessen. Was ist die Quellensteuer im vereinfachten Abrechnungsverfahren? Mit dem vereinfachten Abrechnungsverfahren ist neu auch eine Quellensteuer eingeführt worden. Diese Quellensteuerpflicht besteht für alle Personen (auch CH-Bürger), deren Lohn im vereinfachten Abrechnungsverfahren abgerechnet wird. Der Arbeitgeber zieht die Quellensteuer von 5% (0,5% Direkte Bundessteuer, 4,5% Kantons- und Gemeindesteuer) bei jeder Lohnzahlung vom AHV-pflichtigen Lohn des Arbeitnehmers ab und leitet diesen Betrag einmal im Jahr zusammen mit den Sozialversicherungsbeiträgen an die Ausgleichskasse weiter. Der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin erhält eine Bescheinigung über die abgelieferte Steuer, welche er seiner Steuererklärung beilegt. Eine solche Besteuerung hat den Vorteil, dass das Einkommen, welches vereinfacht abgerechnet wird, nicht mehr versteuert werden muss. Damit fällt ein solches Einkommen auch nicht in die Progression. Seite 1 von 5

2 Muss eine Putzhilfe, die bei mehreren Arbeitgebern arbeitet, von jedem Arbeitgeber separat unfallversichert werden? Ja, eine Putzhilfe, die an mehreren Orten tätig ist, ist von jedem ihrer Arbeitgeber separat gegen Unfall zu versichern. Wer darf vereinfacht abrechnen? Arbeitgebende können für ihre Arbeitnehmenden das vereinfachte Abrechnungsverfahren wählen, wenn der in einem Kalenderjahr ausbezahlte Lohn den Grenzbetrag nach Artikel 7 des BVG nicht übersteigt (diese Grenze liegt 2007 bei Franken), die gesamte jährliche Lohnsumme des Betriebs den doppelten Betrag der maximalen Altersrente der AHV nicht übersteigt (dieser Betrag liegt 2007 bei Franken), die Löhne des gesamten Personals im vereinfachten Verfahren abgerechnet werden. Diese Voraussetzungen müssen alle erfüllt sein Arbeitgebende, die die Löhne ihrer Arbeitnehmenden im vereinfachten Verfahren abrechnen wollen, müssen sich zu Beginn des Arbeitsverhältnisses bzw. bei einem bereits bestehenden Arbeitsverhältnis zu Beginn des Jahres bei der AHV-Ausgleichskasse anmelden. Die Anmeldung muss innerhalb eines Monats erfolgen. Ein Wechsel zum vereinfachten Abrechnungsverfahren oder zurück zum ordentlichen Verfahren kann jeweils nur auf Beginn eines Kalenderjahres erfolgen Lohnabzüge im vereinfachten Verfahren Die AHV-Ausgleichskasse erhebt folgende Beiträge bzw. Steuern: AHV/IV/EO/ALV-Beiträge Beiträge nach dem Bundesgesetz über die Familienzulagen in der Landwirtschaft Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern Beiträge für die Familienzulagen Die Arbeitgebenden ziehen diese Beiträge und die Steuern laufend vom Lohn ab und entrichten diese einmal im Jahr der Ausgleichskasse. Die Prämien der obligatorischen Unfallversicherung werden direkt durch den Unfallversicherer erhoben. Die Arbeitgebenden müssen über die geschuldeten Beiträge und Steuern bis am 30. Januar des Folgejahres abrechnen und diese innerhalb von 30 Tagen ab Rechnungsstellung durch die Ausgleichskasse bezahlen. Geringfügige Löhne (ausser bei in Privathaushalten Beschäftigten) sind von der Beitragsentrichtung befreit. Ist Nachbarschaftshilfe Schwarzarbeit? Nein. Gelegentliche Hilfeleistungen unter Nachbarn oder Freunden (wie einmalige Garten- oder Reparaturarbeiten) gelten nicht als Erwerbstätigkeit und folglich auch nicht als Schwarzarbeit. Aber Achtung: Sobald Sie diese Tätigkeiten mit Geld oder Naturalleistungen bezahlen, die mehr als einen symbolischen Wert haben, und sobald die helfende Person aus finanziellen Beweggründen «Hilfe leistet», handelt es sich um eine Erwerbstätigkeit, die Sie korrekt abrechnen müssen. Dazu steht Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen das vereinfachte Abrechnungsverfahren zur Verfügung. Seite 2 von 5

3 Wie hoch sind die Beiträge, die bei Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit bezahlt werden müssen? Die Höhe der Beiträge, also der Beitragssatz für AHV/IV/EO und ALV, beträgt 12,1 % des Lohns (AHV 8,4%, IV 1,4%, EO 0,3%, ALV 2%). Diese Beiträge sind vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer je hälftig zu tragen. Der Arbeitgeber zieht die Hälfte dieser Beiträge (6,05%) dem Arbeitnehmer vom Lohn ab und bezahlt diesen Anteil zusammen mit der anderen Hälfte (ebenfalls 6,05%) bei der Ausgleichskasse ein. Der Arbeitgeber bezahlt ausserdem einen Beitrag an die Familienausgleichskasse (FAK-Beitrag, 1,3 2,8 % des Lohns bei Zuständigkeit einer kantonalen Familienausgleichskasse, 0,1-4,2 % bei Zuständigkeit einer Verbands-Familienausgleichskasse; im Kanton Wallis besteht zudem eine Beitragspflicht des Arbeitnehmers von 0,3 % des Lohns) oder, sofern der Arbeitnehmer in der Landwirtschaft eingesetzt wird, an die eidgenössische Familienzulage in der Landwirtschaft (2 % des Lohns) sowie einen Verwaltungs-kostenbeitrag (VK, variiert je nach Ausgleichskasse, beträgt jedoch nicht mehr als 3 % der AHV/IV/EO-Beitragssumme). Schliesslich hat der Arbeitgeber die Kosten der Berufsunfallversicherung des Arbeitnehmers zu tragen. Die Höhe der Prämie bemisst sich grundsätzlich nach dem Risiko der Berufstätigkeit. Sie wird in Promillen der Lohnsumme erhoben. Der Versicherer kann jedoch eine Minimalprämie von höchstens Fr pro Jahr erheben, auch wenn der berechnete Prämienbetrag weniger als Fr betragen würde. Sofern der Arbeitnehmer für 8 Stunden oder mehr pro Woche angestellt wird, ist er vom Arbeitgeber auch gegen Nichtberufsunfälle zu versichern. Die hierfür zu leistenden Prämien gehen jedoch zulasten des Arbeitnehmers, sofern keine abweichende vertragliche Vereinbarung getroffen wird. Der Arbeitgeber schuldet den gesamten Prämienbetrag. Er zieht den Anteil des Arbeitnehmers (bei einer allfälligen Nichtberufsunfallversicherung) vom Lohn ab. Rechnet der Arbeitgeber den Lohn des Arbeitnehmers im vereinfachten Abrechnungsverfahren ab, muss dem Arbeitnehmer zusätzlich zu den Beiträgen an die Sozialversicherungen noch ein Anteil Quellensteuer von 5% vom Lohn abgezogen und der Ausgleichskasse überwiesen werden. Das Total der Abzüge vom Lohn des Arbeitgebers macht somit einen Anteil von % (6.05 % für AHV/IV/EO/ALV + 5 % für die Quellensteuer) des Lohns aus. Diese Ausführungen gelten für Jahreslöhne bis Fr Bei Jahreslöhnen über Fr. 19'890. ist zusätzlich an die berufliche Vorsorge zu denken. Dazu das folgende, konkrete Rechenbeispiel: Frau Müller beschäftigt Frau Sutter zur Reinigung ihrer Privatwohnung in Zürich. Die beiden vereinbaren einen Bruttolohn (Lohn vor Sozialversicherungsabzügen und Quellensteuer) von Fr pro Monat, ein Arbeitspensum von 2 Stunden pro Woche und einen Ferienanspruch von 4 Wochen pro Jahr. Der Satz für den FAK-Beitrag beträgt im Kanton Zürich 1.3 % des Lohns. Frau Müller möchte den Lohn von Frau Sutter im vereinfachten Verfahren abrechnen. Zuständige Ausgleichskasse ist die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich. Diese erhebt bei AHV/IV/EO-Beitragssummen bis Fr. 25'000. einen Verwaltungskostenbeitrag (VK) von 3 % der AHV/IV/EO-Beiträge. Berechnet auf den Monatslohn und auf den Jahreslohn sind somit folgende Beiträge zu leisten: Monatslohn: Arbeitnehmerbeitrag (AN-Beitrag) AHV/IV/EO 5.05 % Fr ALV 1.00 % Fr Quellensteuer 5.00 % Fr Total AN-Beitrag % Fr Seite 3 von 5

4 Arbeitgeberbeitrag (AG-Beitrag) AHV/IV/EO 5.05 % Fr ALV 1.00 % Fr FAK-Beitrag 1.30 % Fr Zwischentotal 7.35 % Fr VK Fr Total AG-Beitrag (exkl. BU) Fr Nettolohn Arbeitnehmer Bruttolohn Fr Total AN-Beitrag - Fr Nettolohn AN Fr Totalaufwand AG (exkl. BU) Bruttolohn Fr Total AG-Beitrag Fr Totalaufwand AG (exkl. BU) Fr Zusätzlich trägt Frau Müller noch die Prämie für die Berufsunfallversicherung (BU) von Frau Sutter, welche vorliegend mit einem Betrag von Fr pro Jahr veranschlagt wird. Da Frau Sutter nur für 2 Stunden pro Woche, also für weniger als 8 Stunden pro Woche angestellt ist, ist sie gegen das Risiko von Nichtberufsunfällen nicht zu versichern. Sofern sie für mehr als 8 Stunden pro Woche angestellt wäre, so wäre ihr der Prämienaufwand für die Nichtberufsunfallversicherung ebenfalls vom Bruttolohn von Fr abzu-ziehen. Jahreslohn: Frau Sutter verdient im Jahr total Fr (12 mal Fr. 250., davon 4 Wochen als Ferienlohn). Es resultieren somit pro Jahr folgende Beiträge: Arbeitnehmerbeitrag (AN-Beitrag) AHV/IV/EO 5.05 % Fr ALV 1.00 % Fr Quellensteuer 5.00 % Fr Total AN-Beitrag % Fr Arbeitgeberbeitrag (AG-Beitrag) AHV/IV/EO 5.05 % Fr ALV 1.00 % Fr FAK-Beitrag 1.30 % Fr Zwischentotal 7.35 % Fr VK Fr Total AG-Beitrag (exkl. BU) Fr BU Fr Total AG-Beitrag Fr Seite 4 von 5

5 Jahresnettolohn AN Bruttolohn Fr. 3' Total AN-Beitrag - Fr Jahresnettolohn AN Fr. 2' Jahrestotalaufwand AG Bruttolohn Fr. 3' Total AG-Beitrag Fr Totalaufwand AG Fr. 3' Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass die Ausgleichskasse Frau Müller beim vereinfachten Abrechnungsver-fahren einen Betrag von Fr (AN-Beitrag Fr Total AG-Beitrag [exkl. BU] Fr ) in Rechnung stellt. Die Unfallversicherungsprämie von Fr hat Frau Müller direkt der Unfallversicherung zu leisten. Sie haben keine Antwort auf Ihre Frage gefunden? Senden Sie diese bitte direkt an Herr Reto Sommer (Tel oder Diese FAQ-Liste wird auch mit den von Ihnen gestellten Fragen laufend ergänzt /fib Seite 5 von 5

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