Transfer von den Global Playern (der Medizintechnik) Lernen

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1 1 Transfer von den Global Playern (der Medizintechnik) Lernen Tagung "Technologietransfer in den Biowissenschaften" Georg Rose Lehrstuhl für Medizinische Telematik und Medizintechnik Fakultät für Elektro- und Informationstechnik OvGU, Magdeburg

2 2 Inhalt Motivation Forschung und Transfer bei den Global Playern Vergleich Global Player LSA Voraussetzungen für erfolgreichen Transfer IP&R Strategie Randbedingungen für den Transfer Zusammenfassung: Neuer Transferansatz für den Bereich Medizintechnik

3 3 Probleme bei aktuellen Transfer-Ansätzen: Mangelnde Anzahl innovativer KMUs in LSA Bedarf der KMUs Expertise der Uni gegenseitig nicht bekannt Bei gemeinsamen Projekten: geringes Commitment beiden Seiten Uni-Forschung nicht kompatibel mit wirtschaftlichen Interessen - Publikationen Geheimhaltung, Vertrauen (IP&R) - Bedingungen an Promotionen Forschungsorientiertheit, Publikationen Patente, Themen-Kontinuität - Motivation für Professoren (nur DFG, SFB zählen) Bewertung von Patenten, Transfers, Spin-offs - Themen der Firmen häufig wenig forschungsorientiert - Mangelnde Flexibilität der Unis: Bürokratie, Mittelverwaltung, - Projektende meistens vor transferierbaren Resultat ( letzte Meile bis zum Prototypen fehlt) Transferabteilungen meistens von (jungen) Wissenschaftlern besetzt

4 4 Wie funktioniert Forschung und Transfer bei den Global Playern Phase 1: Scouting bei den Business Units (BU) - Sehr guter Informationsaustausch zw. der Forschung und den BUs - Bedarf sehr gut bekannt - Zuständige Ansprechpartner auf beiden Seiten - Keine Informations-Barrieren z.b. wegen Patentrechten Corporate company Konzernzentrale Zentrale Forschung BU BU BU BU BU BU

5 5 Wie funktioniert Forschung und Transfer bei den Global Playern Phase 2: Interne Beantragung und Durchführung von Forschungsprojekten - Themen müssen ein hohes wirtschaftliches Potential haben: Interesse und Empfehlung durch eine BU - Interne Auswahl (Forschungsmanagement, BU, Zentrale) - Förderung durch die Zentrale (Company Research) ( Beteiligung der BU nicht notwendig) - IP & R Strategie: Flankierung des Geschäftsfeldes durch Patente ( Patentverwertung) Einreichung von Erfindungsanmeldungen in einer sehr frühen Phase Publikationsstrategie - Ziel: spätestens nach 3 Jahren Übernahme als:

6 6 Wie funktioniert Forschung und Transfer bei den Global Playern Phase 3a: Contract Research - Finanzierung durch BU - Ansteuerung durch die BU - Abbruch jährlich möglich - Ziel: Phase 4: Transfer ins Produkt - Auswahl durch BU Phase 3b: Spin-off Self financing Activity - Unterstützung der Forscher bei der Ausgründung durch Profis (New Business Abteilung) - Minderheitsbeteiligung durch Corporate Company - Rückkehrgarantie zum Konzern Phase 5: Belohnung: - Awards für erfolgreiche Transfers und Spin-offs

7 7 Vergleich: Corporate company LSA Zentrale Forschung Konzernzentrale Landes- Regierung BU BU BU BU BU BU KMU KMU KMU KMU KMU KMU Forschungsportfolio an der OvGU Universitäten Forschungsportfolio der zentr. Forschung Bedarf der BUs LSA Bedarf der Industrie Bundesweit Wenige, nicht forschungs- orientierte Unternehmen.

8 8 Voraussetzungen für erfolgreichen Transfer Forschungsportfolio an der OvGU KMU LSA Forschungsportfolio an der OvGU KMU LSA Forschungsportfolio an der OvGU KMU LSA I. Ausrichtung der Forschung auf die vorh. KMU II. Gründung neuer Unternehmen III. Ansiedlung von Großunternehmen IV. Neue Geschäftsfelder in vorhandenen Unternehmen

9 9 I. Ausrichtung der Forschung auf KMUs BMBF-Programme (ZIK, Innoprofile, Format, ) Entspricht genau der Company Research Strategie Problem: zu wenige innovative, leistungsfähige KMU Förderung durch LSA notwenig Gezielter auf die vorhandenen (sehr kleinen) KMU Einbindung von KMU in die Auswahl Einbindung der KMU Keine finanzielle Beteiligung Aber: Commitment mit Bedingungen für die Übernahme der Ergebnisse

10 10 II. Gründung neuer Unternehmen Entrepreneurship-Schulung potentieller Gründer Bereits während des Studiums Etablierung einer Gründungsmentalität Abbau von Ängsten - Verbreitung des Mindsets Der Gründer eines nicht erfolgreichen Spin-offs hat eine einmalige Erfahrung und damit ausgezeichnete Berufsperspektiven. Unterstützung der Transferabteilungen in Universitäten durch externe erfahrene Profis dringend notwendig Persönliche Absicherung der Gründer Perspektive beim Scheitern - Rückkehrgarantie? Unterstützung bei der Jobsuche

11 11 III. Ansiedlung von Großunternehmen (Aufgabe der Politik) Unterstützung bei viel versprechenden Kontakten z.b. Gespräche mit Siemens über die Gründung eines gemeinsamen Kompetenzzentrums für interventionelle Medizintechnik Im Umfeld der Großen bilden sich häufig Spin-offs IV. Neue Geschäftsfelder in vorhandenen Unternehmen Geeignete Fördermaßnahmen Vorhandenes Patentportfolio Induktion durch Uni-Projeke erfordert etablierte Kooperation

12 12 IP & R Strategie Verwertbares Patent ist Schlüssel für die Gründung für nachhaltiges Arbeiten kontinuierliches IP&R-Portfolio nötig aber: weltbewegende Patente extrem selten und zufällig Paradigmenwechsel bei der Patentgenerierung: - Warten auf zufällige gute Patenten Patentstrategie - Patentgenerierung in definierten Fokusbereichen, mit dem Ziel Geschäftsfelder zu schützen und flankieren (nicht ausschließlich Verwertung) - Wenn Erfindungsmeldung im Fokusbereich: Patent-Agenturen: gesamten Prozess der Erteilung Empfehlung/Ablehnung Erfindung durchboxen! mit möglichst vielen/breiten Claims Aufbau eines eigenen Patentportfolios ( Selbständigkeit) - Politik: Ausschreibung/Förderung von Patent-GENERIERUNG in den definierten Fokusbereichen???

13 13 Randbedingungen für den Transfer Generierung eines IP&R Portfolios für die KMU Absicherung des Geschäftsfeldes Publikationsstrategie (d.h. Restriktionen) Geheimhaltung, Vertraulichkeit NDA Fördermaßnahmen für Transferprojekte Finanzierung der letzten Meile (schnell, unbürokratisch) z.b. Verbundprojekte Nachvollziehbare Regeln/Vereinbarungen für Gegenleistungen der KMU Honorierung/Anerkennung des Transferoutputs der Professoren

14 14 Neuer Transferansatz für den Bereich Medizintechnik Aufbau einer Medizintechnik-Transferplattform - Kompetente Scouts Zusammenstellung der Tätigkeits- und Bedarfsprofile der lokalen KMU Akquise von Projekten bei den Firmen - Explizite Förderung der letzten Meile (zw. academics und seed capital) autonom, schnell, unbürokratisch auch Anreiz für den Professor - Vermittlung von Firmen für den Transfer von Resultaten (bundesweit) - Enge Kooperation mit einem Global Player (z.b. Auftragsforschung für Siemens) - Professionelle Unterstützung von Ausgründungen - Vertragliche Gestaltung von Transfers - Services für lokale KMU (Beratung, IP&R, Zulassung, Förderungen, ) - Ziel: Selbständigkeit in 3 Jahren - Einbindung einer Unternehmensberatung mit klaren Zielvereinbarungen

15 15 Vielen Dank!

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