Globales Lernen als Bildungsauftrag

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1 Globales Lernen als Bildungsauftrag Bad Boll, 14. Mai 2012 Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik 1 Agenda Weltgesellschaft Lernherausforderungen Globales Lernen als Bildungsangebot Orientierungsrahmen Globale Entwicklung Globales Lernen konkret 2

2 Weltgesellschaft Räumlich Sachlich Entgrenzung und Glokalisierung des Referenzrahmens Komplexität und Kontingenz des Wissens Zeitlich Beschleunigter Sozialer Wandel & Entzeitlichung Sozial Individualisierung und Pluralisierung der Lebenswelten 3 Globales Lernen als Bildungsauftrag pädagogische Reaktion auf die Entwicklungstatsache der Weltgesellschaft (Scheunpflug/Schröck 2002, 10) Im Zentrum steht die Frage, welche Bedeutung der Mensch bei der menschlichen Gestaltung von Welt spielen kann und soll. Es geht um Bildungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten des Menschen [ ] sowie um die Funktion von Bildung in einer zunehmend ökonomisierten Welt in Nord und Süd [ ] (Lang-Wojtasik 2010, 116) 5

3 Globales Lernen als Bildungsangebot Entgrenzung und Glokalisierung des Referenzrahmens Fakten Komplexität und Kontingenz des Wissens Beschleunigter Sozialer Wandel & Entzeitlichung Orientierung Individualisierung und Pluralisierung der Lebenswelten Handlung 6 Orientierungsrahmen Global Entwicklung als Offerte Fakten Orientierung Handlung 7

4 Globales Lernen als Bildungsauftrag Orientierungsrahmen Globale Entwicklung 11 Kernkompetenzen Erkennen ( Wissenserwerb) Informationsbeschaffung und -verarbeitung, Erkennen von Vielfalt, Analyse des globalen Wandels, Unterscheidung gesellschaftlicher Handlungsebenen Bewerten (Werte und Bewerten) Perspektivenwechsel und Empathie, Kritische Reflexion und Stellungnahme, Beurteilen von Entwicklungsmaßnahmen Handeln (Kommunikation und Handeln) Solidarität und Mitverantwortung, Verständigung und Konfliktlösung, Handlungsfähigkeit im globalen Wandel, Partizipation und Mitgestaltung 8 Globales Lernen konkret Fakten Orientierung Handlung 9

5 Globales Lernen konkret Vorbereitung Mögliche Lernfelder/-orte: Glokale Stadterkundung Weltladen und Fairer Handel Projekte der Agenda 21 Friedensprojekte und Rüstungsunternehmen Besuch im Asylbewerber/innen-Heim Besuch im Parlament/Gemeinderat Schulpartnerschaften Nachbereitung 10 Beispiel: Weltladen als Lernort Fairer Handel: Fair Trade ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Es trägt zur nachhaltigen Entwicklung, indem er bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für marginalisierte Produzenten und Arbeiter insbesondere in den Süden. Fair Trade- Organisationen (gestärkt durch Verbraucher) geben aktive Unterstützung zu den Produzenten, für Bewusstseinsbildung und Kampagnenarbeit für Änderungen in den Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels (http://www.european-fair-tradeassociation.org/observatory/index.php/de/fairtrade) 11

6 Beispiel: Weltladen als Lernort Zentrale Grundsätze: langfristige Zusammenarbeit mit den Produzierenden Verwirklichung demokratischer, transparenter Strukturen Zahlung existenzsichernder Preise Gewährung von Vorfinanzierung Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards Reinvestition der Gewinne in den Fairen Handel Projektpartner v.a. Genossenschaften und Kooperativen Verwendung des Mehrerlöses oftmals für soziale Einrichtungen (Asbrand/Schößwender 2006) 12 Themen des globalen Wandels als Lernherausforderungen Beispiel Weltladen (Klassen-)korrespondenzin neuen Netzwerkstrukturen (glokal) Entgrenzte Produktionsverläufe Ernährung und Ernährungssicherheit Fairer/konventioneller Handel und ethischer Konsum Intergenerationeller Dialog über Modernität und Traditionalität Süd-Nord-Kommunikation jenseits von Zeitzonen (Produktabläufe) Heterogene Kommunikation Globale Solidarität 13

7 Diskussion Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Das regt mich an! Das regt mich auf! Das verstehe ich nicht! Asbrand, B./Schößwender, B.: Themenfeld Ökonomie und Fairer Handel. In: Asbrand, B./Bergold, R./Dierkes, P./Lang-Wojtasik, G. (Hg.): Globales Lernen im Dritten Lebensalter. Ein Werkbuch. Bielefeld 2006, Beck, U.: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt Beck, U.: Weltrisikogesellschaft. Frankfurt BMZ/InWEnt/ISB/KMK (Hg.): Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Bonn Castells, M.: Das Informationszeitalter. Opladen 2002/2003 (3 Bde.). Lang-Wojtasik, G.: Interkulturelles Lernen in einer globalisierten Gesellschaft. Differenzpädagogische Anregungen am Beginn des 21. Jahrhunderts. In: Ruep, M. (Hg.): Bildungspolitische Trends und Perspektiven. Baltmannsweiler/Zürich 2011, Lang-Wojtasik, G.: Risiko und Weltgesellschaft. In: Lang-Wojtasik, G./Klemm, U. (Hg.): Handlexikon Globales Lernen. Münster/Ulm 2012/i.E. Lang-Wojtasik, G.: Zukunft des Globalen Lernens. In: Datta, A. (Hg.): Zukunft der transkulturellen Bildung. Zukunft der Migration. Frankfurt 2010, Luhmann, N.: Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt Meadows, D./Meadows, D./Zahn, E./Milling, P.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Stuttgart Scheunpflug, A./Schröck, N.: Globales Lernen. Einführung in eine pädagogische Konzeption zur entwicklungsbezogenen Bildung. Stuttgart 2002 (2. Aufl.). 14

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