Daimler Betriebskrankenkasse Alkoholfrei leben. Mehr Lebensqualität ohne Promille.

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1 Daimler Betriebskrankenkasse Alkoholfrei leben. Mehr Lebensqualität ohne Promille.

2 Liebe Leserin, lieber Leser, Alkohol ist in unserer Gesellschaft ein fester Begleiter bei vielen Gelegenheiten er gehört einfach dazu: der Sekt zum festlichen Empfang, der Wein zum guten Essen, das Bier zum Feierabend vor dem Fernseher... Wohlgemerkt, es soll niemandem sein Glas Bier oder der Schoppen Wein missgönnt werden. Denn gegen Alkohol als ausgesprochenes Genussmittel und in geringen Mengen getrunken ist bei einem Gesunden nichts einzuwenden. Mancher versucht allerdings, den Alkohol als Problemlöser zu missbrauchen. Und für allzu viele wird dann aus dem Trinken-Wollen ein Trinken-Müssen. Missbrauch und Sucht sowie mögliche Wege aus diesem Teufelskreis sind hier unser Thema.

3 Missbrauch und Folgen Alkohol ist das in unserer Gesellschaft am weitesten verbreitete Genussmittel. Die Gefahr: Der Übergang zwischen Genuss, Missbrauch und Sucht ist fließend und wird von den Betroffenen ebenso wie von den Angehörigen oft nicht rechtzeitig bemerkt oder verharmlost. Das eben macht den Umgang mit Alkohol so problematisch. Ein guter Anhaltspunkt für ein unbedenkliches Limit: höchstens ein Standardglas Alkohol pro Tag für eine erwachsene Frau bzw. zwei Gläser für einen erwachsenen Mann bei mindestens zwei Tagen Alkoholfreiheit pro Woche. Häufigerer und/oder übermäßiger Alkoholkonsum ist kritisch, insbesondere dann, wenn damit Kummer und Sorgen heruntergespült werden sollen. Alkohol als vermeintlicher Problemlöser birgt ein sehr hohes Risikopotenzial, denn es gelingt mit der Zeit immer seltener, in unangenehmen Situationen ohne Alkohol auszukommen.

4 Alkoholmissbrauch liegt vor, wenn der Alkoholkonsum unabhängig von der getrunkenen Menge zu Schäden führt. Das können soziale, psychische und gesundheitliche Folgen sein. Soziale Probleme oder andere Schwierigkeiten in Partnerschaft und Familie gehören ebenso dazu wie finanzielle Probleme, der Verlust des Arbeitsplatzes, Agressionen und Gewalt gegen andere Menschen oder Sachen. Bei etwa zwei Millionen der 16- bis 64-jährigen Deutschen liegt Alkoholmissbrauch vor. Rund 9,5 Millionen zeigen ein gesundheitsgefährdendes Trinkverhalten, davon sind 1,3 Millionen alkoholabhängig. Unter können Sie schnell und sicher feststellen, ob Sie alkoholgefährdet sind. Alkohol macht die Organe krank > > Krebs: Alkohol hat das größte krebsfördernde Potenzial er erhöht nachweislich das Risiko für Tumore in Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Dickdarm, Mastdarm, Brust und Leber. > > Leber: Schädigung der Leberzellen; Leberschwellung (Fettleber) und nicht rückbildungsfähige, oft eigenständig fortschreitende Leberschrumpfung (Zirrhose). > > Bauchspeicheldrüse: Fetteinlagerungen, die zu Schmerzen, Verdauungsstörungen und Übelkeit sowie lebensbedrohlichen Entzündungen (Pankreatitis) führen. > > Darm: Verdauungsstörungen, Entzündungen und Blutungen

5 Krankheit Alkoholsucht Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, bei der sich das Leben zunehmend um die Droge Alkohol dreht und der Konsum nicht mehr gesteuert werden kann. Alkohol wird zum wichtigsten Lebensinhalt die Tage werden meist so geplant, dass Alkohol getrunken werden kann. Dies sind einige deutliche Anhaltspunkte: > > Es wird ein unkontrollierbares Verlangen nach Alkohol verspürt. > > Die Dosis muss immer weiter erhöht werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. > > Nach durchzechten Nächten treten Gedächtnislücken auf. > > Die Betroffenen schämen sich fürs Trinken. > > Ohne Alkohol leiden die Betroffenen unter Unruhe und Einschlafstörungen. > > Herz: Reduzierung der Schlagkraft, Herzschwäche (Schon einmaliger übermäßiger Alkoholkonsum kann zum Herztod führen!) > > Magen: Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre und -blutungen > > Nerven/Gehirn: Schädigung der Nervenzellen und des Gehirns mit Symptomen wie Kribbeln, Schmerzen und Taubheitsgefühlen in Händen und Beinen, Händezittern (Tremor) und Gangunsicherheit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Intelligenzminderung; auch Krampfanfälle und Halluzinationen bei Entzug (Delirium tremens). Spätfolgen: Hirnschrumpfungen, allmähliche Wesensveränderungen

6 > > Es kommt immer wieder zu Streitereien mit Angehörigen wegen des Alkoholkonsums. > > Die beruflichen Leistungen lassen infolge des Trinkens nach, Interessen werden vernachlässigt. > > Bei Versuchen, den Konsum zu reduzieren, kommt es zu Entzugserscheinungen (z.b. Zittern der Hände). > > Trotz deutlicher Schäden durch den Alkohol wird weiter getrunken. Spätestens jetzt ist es höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Der Entschluss muss aber vom Alkoholiker selbst kommen. Denn: Ohne eine Krankheitseinsicht beim Betroffenen ist jede Therapie zwecklos.

7 Wege aus der Sucht Werden Missbrauch und Abhängigkeitsentwicklung nicht gestoppt, gerät der Betroffene in einen Teufelskreis: Weder mit noch ohne Alkohol scheint das Leben noch lebenswert. Dennoch: Es gibt einen Weg aus Missbrauch und Sucht und das auch nach Rückfällen. Tipps zur Selbsthilfe Oft sind Stress und Angst Gründe für den Alkoholmissbrauch. In solchen Fällen kann versucht werden, auf sinnvolle Weise Gelassenheit und Ruhe zu finden: > > persönliche Frei-Zeiten einplanen und genießen > > lernen, sich zu entspannen und mehr zu bewegen > > ausreichend schlafen > > positiv in die Welt blicken und sich ab und zu etwas Gutes gönnen > > neue Menschen kennenlernen > > die eigene Meinung sagen und in Gesprächen mit anderen neuen Mut schöpfen Traurige Zahlen und Fakten > > Statistisch betrachtet trinkt jeder Deutsche über 15 Jahre pro Jahr 9,6 l reinen Alkohol. > > Todesfälle pro Jahr gehen hierzulande auf alkoholbezogene Gesundheitsstörungen zurück bei den 35- bis 65- jährigen Männern sind das ein Viertel aller Todesfälle. > > Von den 16- bis 17-jährigen Jungen trinkt im Durchschnitt jeder fast 90 g reinen Alkohol pro Woche das wären mehr als 2 l Bier und damit mehr als für Erwachsene noch zuträglich. > > Über Kinder und Jugendliche (2011), aber auch bis 50-Jährige (2011) mussten wegen akuter Alkoholvergiftung ins Krankenhaus einge liefert werden.

8 Wer seinen Alkoholkonsum nicht selbst in den Griff bekommt und bei bereits bestehender Abhängigkeit sind das nur sehr wenige, sollte sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Beratung Im ersten Schritt sollte die Situation mit einer fachkundigen Person besprochen werden. Das kann der Hausarzt sein, der bei einer körperlichen Untersuchung auch gleich feststellen kann, ob der Alkohol bereits zu organischen Schäden geführt hat. Auf jeden Fall wird er weitergehende Unterstützung, z.b. durch eine Suchtberatungsstelle, vorschlagen oder vermitteln. In der Beratungsstelle finden dann wöchentlich Gespräche statt, bei denen das Ausmaß des Alkoholproblems und die Lebensumstände geklärt und schließlich die Regeln zum Umgang mit Alkohol > > Trinken Sie als Frau täglich nicht mehr als ein Standardglas Alkohol, als Mann nicht mehr als zwei Gläser. Trinken Sie an mindestens zwei Tagen pro Woche keinen Alkohol. > > Betrinken Sie sich nicht. > > Trinken Sie keinen Alkohol im Betrieb, wenn Sie noch aktiv am Straßenverkehr teilnehmen wollen oder Sport treiben möchten. > > Alkohol gehört nicht in Kinderhand schon mit kleinsten Mengen können sich Kinder vergiften. > > Bei älteren Jugendlichen ist starker, häufiger oder sogar täglicher Alkoholkonsum ein Warnsignal.

9 weiterführenden Schritte geplant werden. Ziel ist es, dass der Kranke die Entscheidung trifft, alkoholfrei leben zu wollen. Entzug Voraussetzung für die Entwöhnungsbehandlung ist Nüchternheit. Wer seit Jahren keine nüchternen Tage mehr kennt, wird mit starken Entzugserscheinungen rechnen müssen und benötigt daher ärztliche Unterstützung. Der Entzug kann ambulant in einer suchtmedizinischen Schwerpunktpraxis erfolgen. Bei starker Abhängigkeit oder Angst vor dem Entzug wird die Entgiftung in einer speziellen Fachklinik durchgeführt. Entzugserscheinungen können dann sofort behandelt werden. Ambulante Suchthilfeangebote: BZgA-Info- Telefon , stationäre Angebote: Selbsthilfegruppen: Je früher Jugendliche beginnen, Alkohol zu trinken, desto größer ist die Gefahr, dass sie später gewohnheitsmäßig trinken oder abhängig werden. > > Seien Sie als älterer Mensch besonders zurückhaltend mit Alkohol. > > Leben Sie als Schwangere oder Stillende alkoholfrei. Jeder Tropfen Alkohol stellt eine Gefahr für Wachstum und Entwicklung Ihres Kindes dar. > > Klären Sie, ob Sie bei der Einnahme Ihrer Medikamente Alkohol trinken dürfen. > > Klären Sie, ob Sie aufgrund gesundheitlicher Risiken oder Belastungen alkoholfrei leben müssen.

10 Entwöhnung Auch die Entwöhnungsbehandlung kann ambulant oder stationär erfolgen. Die ambulante Betreuung in suchtmedizinischen Schwerpunktpraxen soll es den Alkoholkranken ermöglichen, in ihrem sozialen Umfeld statt unter Klinikbedingungen ein Leben ohne Alkohol zu erlernen. Auf diese Weise hofft man, dass die Betroffenen ihre Probleme besser und dauerhaft bewältigen können und die Rückfallquote, die derzeit bei 30 bis 50 % liegt, sinkt. Ziel der Entwöhnung, die in günstigen Fällen acht bis zwölf Wochen dauert, ist es, dass der Betroffene ein Leben ohne Alkohol erlernt. Arbeits-, Bewegungs- und Beschäftigungstherapie sind hierbei eine große Hilfe. Angehörige werden in der Regel einbezogen.

11 Nachsorge Die Nachsorgephase ist zur Stabilisierung der Entwöhnung unerlässlich. Seelisch und körperlich ge fes tigt, kann der Alkohol kranke schrittweise wieder in seine alten Lebensbereiche zu rück kehren. Arbeits losigkeit und Alleinleben erhöhen nachweislich die Gefahren für einen Rückfall. Daher sind die Rückkehr des Alkoholkranken an den Arbeitsplatz und die Unterstützung durch die Familie als Motivationshilfen nicht zu unterschätzen. In Selbsthilfegruppen können sich Alkoholkranke streng vertraulich über ihre Probleme austauschen und gemeinsam ein abstinentes Leben praktizieren. Denn: Jeder neue Tropfen Alkohol hat verheerende Folgen! Verhaltenstipps für Angehörige > > Informieren Sie sich über Alkoholsucht und akzeptieren Sie, dass es sich dabei um eine Krankheit handelt. > > Überprüfen Sie Ihr eigenes Trinkverhalten. > > Meistern Sie Krisen gemeinsam. Akzeptieren Sie die Art Ihres Angehörigen, sich vom Alkohol zu lösen. Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen. > > Alkohol vor dem Betroffenen zu verstecken oder ihn zu ver bieten ist sinnlos. Der Alkoholkranke muss selbst lernen, nein zu sagen. > > Trinken Sie während der Entwöhnung keinen Alkohol im Beisein des Kranken. Ihre Daimler BKK Wir leben Service! Besuchen Sie uns auch im Internet: MBO Verlag GmbH, Münster, Artikel-Nr.: A0008bd 11/13 Bildnachweis: Titel: Edyta Pawlowska/Fotolia.com, S. 1, S. 9: istockphoto/thinkstock, S. 2: Kzenon/Fotolia.com, S. 5: Klaus-Peter Adler/Fotolia.com

12 Daimler Betriebskrankenkasse 11/13

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