Zukunft. Von Anfang an ZUKUNFT. VON ANFANG AN PROJEKTINFORMATION

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1 Zukunft. Von Anfang an PROJEKTINFORMATION ZUKUNFT. VON ANFANG AN Ein Gemeinschaftsprojekt der Caritas Tirol und Garmisch-Partenkirchen für Kinder und Eltern

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3 Für die Kinder ist es oft nicht leicht Kinderleicht Zukunft. Von Anfang an Sucht und psychische Erkrankungen in der Familie sind keine seltenen Phänomene. So gibt es in Deutschland mehr als 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, bei denen ein Elternteil im Laufe des Lebens eine Alkoholstörung (Alkoholmissbrauch oder abhängigkeit) entwickelt. Damit ist etwa jedes 7. Kind zumindest zeitweise von einer elterlichen Alkoholstörung betroffen. Hinzu kommen ca bis Kinder und Jugendliche, die einen Elternteil besitzen, bei dem ein Missbrauch von illegalen Drogen vorliegt. In Österreich sind rund 10% der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre im Laufe ihrer Kindheit von elterlichem Alkoholismus betroffen. Betrachtet man den Alkoholkonsum in der engen Familie oder Verwandtschaft, der als gefährlich einzustufen ist (Alkoholmissbrauch), ist ungefähr die Hälfte aller österreichischen Kinder und Jugendliche im Laufe ihrer Kindheit damit konfrontiert. Beim Vorliegen familiärer Suchtbelastungen wird eine Transmissionsquote von 30% (Alkoholstörungen) bis ca. 45% (Drogenabhängigkeit) beobachtet. Transmission wird die Weitergabe einer Störung von einer Generation zur nächsten genannt. Kinder suchtkranker Eltern müssen daher als eine der größten und am stärksten gefährdeten Risikogruppen für Suchtstörungen und andere psychische Störungen (z.b. Ängste, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen) angesehen werden! Für die betroffenen Eltern(-teile) hält die Suchtkrankenhilfe ein reichhaltiges Angebot bereit. Die Kinder Suchtkranker erhalten hingegen nur sehr selten direkte Hilfestellungen bei der Bewältigung ihrer Lebensumstände. Der Fokus richtet sich auf die Eltern die Kinder nimmt kaum jemand wahr.

4 ENTWICKLUNGSRISIKEN Ist ein Familienmitglied suchtkrank oder leidet unter einer anderen psychischen Erkrankung so stellt dies immer eine Belastung für alle Beteiligten dar. Der Versuch eine ausgewogene Balance des Familiensystems zu schaffen führt häufig zu Überforderungen. Insbesondere für die Kinder ist es sehr belastend. Sie leben ständig in einer unplanbaren Stresssituation. Welche Entwicklungsrisiken das elterliche Suchtverhalten oder die psychische Erkrankung der Eltern(-teile) auf die Kinder hat, zeigt sich, wenn man den familiäre Alltag dieser Kinder betrachtet, der geprägt wird von: Orientierungslosigkeit Durch die Unberechenbarkeit des elterlichen Verhaltens, der unklaren Grenzen sowie deren Stimmungsschwankungen fehlt es den Kindern an Orientierung. Unzuverlässigkeit Die Kinder erleben häufig Enttäuschungen, da die Eltern gemachte Versprechungen nicht einhalten (können). Schuldgefühle Die Kinder beziehen das durch die Krankheit geprägte Verhalten des Elternteils oft auf sich selbst. Kommunikationsverbot Den Kindern wird verboten über die Erkrankung der Eltern zu sprechen. Soziale Isolation Die Eltern verbieten Kinderbesuche, damit das Familiengeheimnis gewahrt wird. Die Kinder schämen sich für die familiäre Situation und laden deshalb keine Freude ein und werden deshalb auch selbst kaum mehr eingeladen. Loyalitätskonflikte Die Kinder schwanken zwischen Loyalität zu den eigenen Eltern und Distanzierung zu ihnen aus Scham. Instabile Beziehungsmuster Die Kinder leiden unter Trennungsängste und haben Schwierigkeiten vertrauensvolle Beziehungen zu knüpfen und aufrecht zu erhalten. Parentifizierung Die Kinder übernehmen schon frühzeitig Verantwortung und Aufgaben in der Familie, so dass sie nicht die Möglichkeit erhalten ihre kindlichen Bedürfnisse auszuleben. Traumatisierungen Die Kinder erleben konflikthafte Auseinandersetzungen und Disharmonie zwischen den Eltern mit, sind oft psychischen, seelischen oder sexuellen Missbrauch ausgesetzt und sind Zeuge und/oder Opfer von Gewalt

5 Eine gesunde Entwicklung ist für Kinder suchtkranker oder psychisch kranker Eltern(-teile) keinesfalls kinderleicht. Jedoch lässt sich die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Kindern gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken fördern und festigen. Mit Ihrer und unserer Unterstützung wollen wir diesen Kindern einen besseren Start ermöglichen eben: Zukunft. Von Anfang an

6 Talente entdecken, Stärken ausbauen Unsere Angebote Caritas heißt Nächstenliebe und ist ein Grundauftrag jedes Christen. Ausgangspunkt unserer Hilfe sind konkrete menschliche Notsituationen. Wir versuchen, Kinder aus suchtbelasteten Familien und Kinder psychisch kranker Eltern zu begleiten, sie in ihren vorhandenen Ressourcen zu stärken um ihnen eine Zukunft von Anfang an zu ermöglichen. Als Caritas stehen wir auf der Seite derer, die keine Lobby haben. Es sollen vor allem jene Menschen erreicht werden, denen sonst nur unzureichend oder von niemandem geholfen wird ungeachtet ihrer Herkunft oder Religion. Kinderleicht. Zukunft von Anfang an mit diesem Präventionsgedanken wollen wir Kinder aus suchtbelasteten Familien und Kinder psychisch kranker Eltern beraten und unterstützen, um sie für das Leben stark zu machen. Werden Kinder in schwierigen Situationen früh unterstützt kann eine positive Persönlichkeitsentwicklung trotz widriger Umstände gut gelingen. Kinderleicht soll die Stärken und Ressourcen dieser Kinder entdecken und fördern und ihnen so die Chance bieten, ihr Gefühl für Selbstwirksamkeit zu stärken. Abhängigkeits- und psychische Erkrankungen betreffen die ganze Familie. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die altersentsprechende Beratung der Kinder und Jugendlichen zur familiären Situation. Mit kindgerechten, spielerischen Methoden werden dem Kind Informationen über die elterliche Erkrankung vermittelt, um besser damit umgehen zu können. Für eine emotionale Entlastung sollen Zusammenhänge und Auswirkungen aufgezeigt werden, damit das Kind die familiäre Situation neu einschätzen und ein von den Eltern unabhängiges Wertesystem entwickeln kann. Die Stärkung der Eltern im Umgang mit ihren Kindern ist Schwerpunkt der begleitenden Elternarbeit. Das Angebot wird ergänzt durch das Informations- und Fortbildungsangebot für Fachkräfte. Unsere Angebote auf einen Blick: Einzelberatung für Kinder und Eltern Beratung für Erzieherinnen, Lehrerinnen und andere Berufsgruppen Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche Freizeit- und Kreativangebote für Kinder und Jugendliche Ggf. Vermittlung zu weiteren Hilfsangeboten Informationen und Fortbildungen für Multiplikatoren und Interessierte

7 Prävention kennt keine Grenzen INTERREG Bayern / Österreich Kinderleicht. Zukunft von Anfang ist ein grenzübergreifendes Präventionsprojekt zwischen der Caritas Tirol und der Caritas Garmisch-Partenkirchen, dass zum größten Teil durch die INTERREG Förderung realisiert wurde. INTERREG ist ein Förderprogramm des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Auf der Tiroler Seite wird das Projekt kinderleicht zusätzlich durch den Fonds Gesundes Österreich unterstützt. Aktion Mensch, der Kinder- und Jugendfonds des Diözesan-Caritasverband München und Freising e.v. sowie der Landkreis Garmisch-Partenkirchen beteiligen sich außerdem an der Projektfinanzierung auf bayrischen Seite. Mit INTERREG sollen die Grenzräume ausgewogen entwickelt sowie grenzbedingte Nachteile überwunden und damit ein Beitrag zur europäischen Integration geleistet werden. Die Erhaltung eines attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraums sowie die verstärkte grenzübergreifende Kooperation stehen dabei im Vordergrund. Peiting Caritas Garmisch-Partenkirchen Oberammergau GAP Murnau Mittenwald Telfs Innsbruck Caritas Tirol Startgebiet: Innsbruck Stadt und Innsbruck Land Die Caritas Tirol und die Caritas Garmisch-Partenkirchen arbeiten grenzüberschreitend für eine optimale und nachhaltige Versorgung. Jeder Mensch hat für uns Anspruch auf die bestmögliche Hilfe und darum streben wir nach Zusammenarbeit mit anderen HelferInnen sowie anderen Hilfsorganisationen. Die Vernetzung von (inter-)nationalen ExpertInnen stellt in der Versorgung von Kindern aus suchtbelasteten Familien einen wichtigen Bestandteil dar. Während des Projektzeitraumes sollen Kooperationsformen zwischen den verschiedenen Einrichtungen und Fachdiensten aufgebaut werden, um die betroffenen Kinder und Jugendliche optimal zu erreichen und eine Nachhaltigkeit des Angebot zu sichern. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit versuchen wir die Gesellschaft für die Tabuthemen Sucht und psychische Erkrankungen in der Familie zu sensibilisieren.

8 Caritas-Zentrum Garmisch-Partenkirchen Fachambulanz Dompfaffstraße Garmisch-Partenkirchen Tel. +49 (0) Gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus nationalen Finanzmitteln ZUKUNFT. VON ANFANG AN Ein Gemeinschaftsprojekt der Caritas Tirol und Garmisch-Partenkirchen für Kinder und Eltern

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