Ausbildungsplanung abstimmen Infrastruktur für die Lernortkooperation Was bereits getan wird Beispiele guter Praxis... 3

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1 Inhalt Ausbildungsplanung abstimmen Infrastruktur für die Lernortkooperation... 2 Was bereits getan wird Beispiele guter Praxis... 3 Erkundung in der betrieblichen Praxis... 4

2 Ausbildungsplanung abstimmen Infrastruktur für die Lernortkooperation Dietrich Kruse (Georg-Schlesinger-Schule, OSZ Maschinen- und Fertigungstechnik) Das Team der OSZ Georg-Schlesinger-Schule besteht aus 75 Lehrer/innen, 15 Labortechniker/innen und Büromitarbeiter/innen sowie 4 Lehrern für die Fachpraxis. Die Berufsschule bildet ca Schüler/innen in 11 Ausbildungsberufe aus und verfügt über ca. 300 betriebliche Ausbildungspartner. Nach der Einführung von Lernfeldern für die industriellen Metallberufe durch den Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz (KMK) wurde an der Georg-Schlesinger-Schule ein detailliertes Lernfeldkonzept erstellt. Dieses Lernfeldkonzept dient den beteiligten Lehrerteams als Grundlage zur Planung ihres Unterrichts und will die Zusammenarbeit mit den ausbildenden Betrieben verbessern. So werden in den Lernfeldplänen den Lernsituationen angemessene Überblicksdarstellungen zu Kompetenzen, Inhalten und zur zeitlichen Gliederung des Lernfeldes dargestellt. Der zeitliche Ablauf der Unterrichtsinhalte wird in Wochenplänen definiert. Diese geben Lehrenden wie Lernenden eine genaue Orientierung über die in den Unterrichtsstunden vorgesehenen Inhalte. Eine gezielte Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsinhalte ist für die Auszubildenden anhand der transparenten Wochenpläne möglich. Die jeweils aktuelle Wochenplanung hängt im Klassenraum aus und wird den Ausbildungsbetrieben elektronisch zur Verfügung gestellt. Dietrich Kruse betonte, dass die Entwicklung der Lernfeld- bzw. Wochenpläne die weitere Arbeit des Teams in den Lernfeldern erleichtert und zu hohen Synergieeffekten führen kann. Alle Lehrkräfte können nun auf ein Instrument mit hoher Verbindlichkeit zurückgreifen. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Lernfeld- und Wochenpläne die Transparenz der schulischen Planung für die Ausbildungsbetriebe erhöhen.

3 Was bereits getan wird Beispiele guter Praxis Sabine Venke, Bernd Roske (Oberstufenzentrum TIEM) Lernortkooperation findet am OSZ TIEM (Oberstufenzentrum für Technische Informatik, Industrieelektronik und Energiemanagement) in vielfältiger Weise statt. Als Praxisbeispiel gelungener Lernortkooperation präsentierten Frau Venke (Leiterin des OSZ) und Herr Roske (Abteilungsleiter) den Ausbildertag. Das OSZ TIEM bündelt unter seinem Dach mehrere Bildungsgänge und bietet neben der dualen Berufsbildung auch Angebote der allgemeinen Bildung, der schulischen Berufsbildung sowie der Berufsvorbereitung an. Das OSZ TIEM, das für seinen Ausbildungsgang "Assistent für regenerative Energietechnik und Energiemanagement" mit dem Deutschen Solarpreis gewürdigt wurde, kooperiert auf internationaler Ebene mit Partnern im Bereich der vollschulischen Assistentenausbildung und möchte diese Kooperationen auch für die duale Ausbildung öffnen. Der Ausbildertag im Oberstufenzentrum findet mit regem Zuspruch der Betriebe bisher einmal jährlich statt und wird aufgrund der großen Nachfrage zukünftig zweimal durchgeführt, jeweils am Anfang und Ende des Jahres. Ausbilder haben an diesem Tag die Möglichkeit, das Oberstufenzentrum TIEM kennenzulernen und können vergleichbar mit einem Elternabend die Gelegenheit nutzen, sich individuell vor Ort mit dem zuständigen Lehrpersonal der Berufsschule austauschen. Dadurch gewinnen sie Einblicke in den Schulalltag ihrer Auszubildenden und es können bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Unterstützung von Auszubildenden vereinbart werden. Sie können Kontakte zu den Lehrenden knüpfen, was den Auszubildenden wiederum individuell zugutekommt. Die Teilnehmenden hatten in der anschließenden Diskussionsgruppe Gelegenheit, sich mit den Experten über den Ausbildertag auszutauschen, sowie weitere Beispiele der Lernortkooperation zu vertiefen.

4 Erkundung in der betrieblichen Praxis Thorsten Quitsch (Gühring Hartstoffe) Michael Boger, Thorsten Joschko (Georg-Schlesinger-Schule, OSZ Maschinen- und Fertigungstechnik) Thorsten Quitsch sowie Michael Boger und Thorsten Joschko stellten gemeinsam die Praxis der Lernortkooperation der Georg-Schlesinger-Schule mit ausbildenden Unternehmen vor. In der Zusammenarbeit für die Durchführung betrieblicher Erkundungen für den Berufsschulunterricht können die Georg-Schlesinger-Schule und das Unternehmen Gühring Hartstoffe auf eine 13 jährige Kontinuität zurückblicken. Dadurch wird für die beteiligten Berufsschullehrer erkennbar, wie stark die technischen Veränderungen von Jahr zu Jahr in der Produktion sind. Die betrieblichen Erkundungen in dem Werk Gühring Hartstoffe finden im Zeitumfang von etwa zwei Stunden einmal jährlich statt. Die Besucher erhalten eine Führung durch das Werk, bei der die Fertigung von zwei Meistern vorgestellt wird. Abschließend haben die Gäste Gelegenheit, noch offene Fragen zu stellen. In der Lernortkooperation werden die verschiedenen Kooperationsebenen des Informierens (z.b. Berichtshefte, Wochenpläne) Abstimmens (z.b. bei Ausbildertage oder Einrichtung des Schuljahres) und Zusammenwirkens (z.b. Betriebsbesichtigungen) unterschieden. Hierbei wurde deutlich, dass es verschiedene bestehende institutionalisierte Formen von Lernortkooperationen gibt. Auf der Ebene des Zusammenwirkens wurde vorgestellt, wie gemeinsame Projekte von Unternehmen und Berufsschulen umgesetzt werden. Im Berufsschulunterricht werden Arbeitsaufträge für die Auszubildenden theoretisch vorbereitet und besprochen, die dann in den Betrieben von den Auszubildenden selbständig umgesetzt werden. Bei der Umsetzung der Arbeitsaufträge wird von den Auszubildenden gefordert, sich zu vernetzen und mit anderen Auszubildenden und Fachkräften zusammenzuarbeiten. Das Ergebnis stellen die Auszubildenden dann im Anschluss im Oberstufenzentrum vor. Der Aufwand der Organisation der beiden Praxisbeispiele wurde unterschiedlich bewertet. Bei Betriebsbesuchen lässt sich der Organisationsaufwand klar abgrenzen. Die Umsetzung von Ausbildungsprojekten stellt höhere Abstimmungsanforderungen, da Berufsschullehrer/innen jeweils in mehrere Klassen eingebunden sind.

5 Es wurde deutlich, dass sich die Notwendigkeit zur Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen aus deren unterschiedlichen Bildungsaufträgen bzw. -zielen ergibt. So bilden Unternehmen für den eigenen Fachkräftebedarf für teilweise sehr spezifische Arbeitsaufgaben aus, während Schulen darüber hinaus einen gesellschaftlichen Auftrag haben. Eine Vertiefung der Zusammenarbeit wäre daher wünschenswert. Sie sollte über die Ebene der Information hinausgehend auch eine inhaltliche Kooperation anstreben wie zum Beispiel: Gemeinsame Projekte, in denen Bauteile, Werkstücke oder technische Systeme an beiden Lernorten konzipiert und gefertigt werden. Didaktische und methodische Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Projekten. Die Teilnehmenden hatten in der anschließenden Diskussionsgruppe Gelegenheit, sich mit den Experten der Lernortkooperation auszutauschen.

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