Von Wilcoxon bis McNemar es kann nur einen Signifikanztest geben

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1 Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie Von Wilcoxon bis McNemar es kann nur einen Signifikanztest geben

2 Zum Nacharbeiten

3 Auswahl von Signifikanztests 2 prinzipielle Unterscheidungskriterien: a) Wie ist die Zielgröße erfasst? stetig time to event binär b) Wie ist das Design der Studie? verbunden unverbunden (intraindividuell) (interindividuell)

4 stetig, verbunden 4 Abweichung TGDc - Goldmann [mmhg] N = 68 Vorzeichentest (sign test): testet, ob viele intraindividuellen Differenzen gleiche Richtung (=gleiches Vorzeichen) zeigen

5 stetig, unverbunden 6000 Gesamtkosten beidseitiger LASIK N = 34 Mainz 120 Mannheim LASIK-Zentrum Wilcoxon-Test (Mann/Whithney test): vergleicht Lage zweier unverbundener Boxplots

6 time to event, unverbunden 1,0,9,8 Nachstar-Freiheitsrate,7,6,5,4,3 rund,2,1 scharf kantig 0, Zeitspanne seit Implantation [Monate] Logrank-Test: vergleicht Lage zweier unverbundener KM-Kurven

7 kategorial, unverbunden Nachstar? ja nein Linse I 10 % 90 % Linse II 30 % 70 % Fisher-Test (Fisher s exact test): vergleicht zwei unverbundene Häufigkeiten

8 kategorial, verbunden Meniskus-Ruptur Radiologe I: ja Radiologe I: nein Radiologe II: ja Radiologe II: nein 37 % 24 % 8 % 31 % McNemar-Test (test for symmetry): vergleicht zwei verbundene Häufigkeiten betrachtet Asymmetrien auf Nebendiagonale testet auf Tendenz in diskordanten Befunden

9 Auswahl von Signifikanztests unverbunden verbunden stetig Wilcoxon Vorzeichen time to event Logrank binär Fisher McNemar

10 Warnung vor dem t-test!!! t-test für unverbundene Stichproben vergleicht zwei unverbundene Mittelwerte t-test für verbundene Stichproben vergleicht Mittelwert der Differenzen aus zwei verbundenen Messreihen mit 0 Differenzen 0 t-tests sind anwendbar, wenn Mittelwerte sinnvoll!!!

11 Auswahl von Methoden Tabelle Graphik Signif.-Test (p-wert) kategorial Zeilenprozente Balkendiag Fisher McNemar* stetig Mediane und Quartile** Boxplots** Wilcoxon Vorzeichen* Zeitspanne Mediane und Quartile** KM-Kurven Logrank *: bei intraindividuellen Vergleichen **: intraindiv.: Mediane, Quartile und Boxplots der Differenzen

12 Auswahl von Methoden Um die Effizienz der Hüft-TEP-Chirurgie beurteilen zu können, soll die Schnitt-Naht-Zeit als ein Maß der Kosten des Eingriffes (human ressources) für eine Orthopädische Klinik gemessen werden. Dazu werden die Schnitt-Naht- Zeiten [min] für alle Eingriffe des Jahres 2008 in den Orthopädien der Universitätsklinika Dresden und Leipzig erhoben. Bei einer ersten deskriptiven Analyse zeigt sich, dass aufgrund von Komplikationen während einzelner Eingriffe merkliche Ausreißer in den Schnitt-Naht-Zeiten beider Kliniken auftreten. Konkret soll getestet werden, ob sich die beiden Kliniken hinsichtlich der Schnitt-Naht-Zeiten signifikant unterscheiden.

13 Auswahl von Methoden Im internen Qualitätsmanagement werden für das erste Quartal des Jahres 2009 an der Dresdner Orthopädie die Schnitt-Naht-Zeiten aller Hüft-TEP-Eingriffe bestimmt. Konkret soll getestet werden, ob sich diese gegenüber den Dresdner Schnitt-Naht-Zeiten des Jahres 2008 signifikant verändert haben.

14 Auswahl von Methoden In einem weiteren Schritt sollen die Schnitt-Naht-Zeiten der Dresdner Orthopädie mit entsprechenden Gesamtangaben einer privaten Klinik-Kette verglichen werden. Diese stellt jedoch keine Fall-basierten Daten zur Verfügung, sondern nur die mediane Dauer aller Eingriffe in den von ihr betriebenen Häusern aus dem Jahr Nun soll getestet werden, ob die Dresdner Schnitt-Naht- Zeiten signifikant von dieser Sachsen-weiten benchmark abweichen.

15 Auswahl von Methoden Die Verbesserung der maximalen Gehstrecke [m] ist ein Maß für die Wirksamkeit einer Rehabilitation nach Hüftendoprothetik. Für jeweils 40 Patienten wird eine vierwöchige Rehabilitation vorgenommen, wobei randomisiert eine Patientengruppe einer physiotherapeutischen, eine weitere einer kombiniert physio- und schmerztherapeutischen Intervention unterzogen wird. Eingeschlossen werden Patienten mit einer prä-interventionellen maximalen Gehstrecke unter 1000 m. Primärer Endpunkt dieser randomisierten Studie ist die post/prä- Änderung der maximalen Gangstrecke zum Zeitpunkt drei Monate nach Ende der Rehabilitation. Es soll geprüft werden, ob kombiniert physio/schmerz-therapierte Patienten einen signifikant höheren Zuwachs in ihrer maximalen Gehstrecke haben als alleinig physiotherapierte Patienten.

16 Auswahl von Methoden Die Auswertung dieser jeweils 40 randomisierten Patienten wird im Rahmen von Zusatzanalysen noch erweitert: Es interessiert, ob durch die Rehabilitation die maximale Gehstrecke eines Patienten auf mindestens 1000 m angehoben werden konnte (Messung drei Monate nach Ende der Rehabilitation). In diesem Fall kann von einem klinisch relevanten Effekt der Intervention ausgegangen werden. Konkret soll geprüft werden, ob kombiniert therapierte Patienten signifikant häufiger einen klinisch relevanten Nutzen aus der Rehabilitation ziehen konnten als alleinig physiotherapierte Patienten.

17 Auswahl von Methoden Die jeweils 40 randomisierten Patienten werden einer maximal fünfjährigen Nachbeobachtung unterzogen mit jeweils halbjährlichem Recall. Es interessiert, ob bei einem der Recalls die maximale Gehstrecke eines Patienten wieder auf oder unter das Niveau vor Beginn der Rehabilitation gesunken ist. Konkret soll geprüft werden, ob kombiniert therapierte Patienten einen signifikant längerfristigen Nutzen hinsichtlich der maximalen Gehstrecke haben als alleinig physiotherapierte Patienten.

18 Auswahl von Methoden Im Rahmen der kieferorthopädischen Diagnostik und Therapiesteuerung wird oft die Strecke Sella Gonion [mm] als prognostisch relevanter Endpunkt verwendet. Deren Bestimmung erfolgt durch Ausmessen einer lateralen Fernröntgen-Aufnahme und ist vom auswertenden Operateur bzw. dessen Erfahrungsgrad abhängig. Um das Ausmaß dieses möglichen observer bias bewerten zu können, wird diese Strecke für jeden von 250 Patienten sowohl von einer Fachärztin als auch einer Assistenzärztin der Klinik für Kieferorthopädie auf Basis der entsprechenden 250 Fernröntgen- Aufnahmen vermessen. Nun soll geprüft werden, ob die Messergebnisse der Assistenzärztin signifikant von denen der Fachärztin abweichen.

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