Die Erwerbsbiografien der Babyboomer ein Risiko für Altersarmut?

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1 Die Erwerbsbiografien der Babyboomer ein Risiko für Altersarmut? Julia Simonson Deutsches Zentrum für Altersfragen Veranstaltung der Sektion Alter(n) und Gesellschaft Alter(n) im Sozialen Wandel Rückkehr der Altersarmut? 35. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Frankfurt am Main, Oktober 2010

2 Alterssicherung der Babyboomer: Rahmenbedingungen Demografische Entwicklung Rentenrechtliche Änderungen Anhebung des Rentenzugangsalters Paradigmenwechsel der Alterssicherung: Sinken der Bezüge aus der Gesetzliche Rentenversicherung und Stärkung der betrieblichen und privaten Sicherung Veränderung von Lebensläufen Pluralisierung Inhomogenisierung Seite 2

3 Datengrundlage: Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) Daten für wissenschaftliche Forschung und Sozialberichterstattung Fokus Zweite Lebenshälfte, Alter und Altern Quer- und längsschnittlicher Survey, bundesweit repräsentative Stichprobe von Personen ab 40 Jahren in privaten Haushalten Befragung: Persönliches Interview (CAPI) + schriftlicher Fragebogen (PAPI) Förderung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Durchführung Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA) Seite 3

4 Datengrundlage: Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) Stichproben B-1996: Deutsche Bevölkerung in Privathaushalten (n=4.838) P : Sechs-Jahre-Panel (n=1.524) B-2002: Bevölkerung in Privathaushalten in Deutschland (Deutsche n=3.084, Ausländer n=586) 70 P : Zwölf-Jahre-Panel (n=994/740) 55 P : Sechs-Jahre-Panel (n=1.001) Erste Welle 2002 Zweite Welle 2008 Dritte Welle B-2008: Bevölkerung in Privathaushalten in Deutschland (n=6.205) Seite 4

5 Lebensalter /11 NS-Übernahme Gründung Mauerbau 1968 Vereinigung RRG 99 BRD/DDR RRG 01 Pflegevers. NS BRD/DDR WWK Alter der Babyboomer WWK WK II 2008: Jahre Alter der Nachkriegskohorte 2008: Jahre WWK Alter der Nachkriegskohorte 1996: Jahre Mittlere Lebenserw. m/f Regelaltersgrenzen Grenze gem. Altersteilzeitgesetz Zeit 1996: DEAS I 2008: DEAS III

6 Erwerbszeiten bis zum Alter von Jahren 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% Jahre Jahre Jahre 0-10 Jahre 10% 0% NK BB NK BB NK BB NK BB Männer Frauen Männer Frauen NK: geb BB: geb Alte Bundesländer DEAS 1996 (Nachkriegskohorte, n=1102), 2008 (Babyboomer, n=1352), gewichtet Neue Bundesländer Seite 6

7 Erwerbsunterbrechungen von mehr als sechs Monaten NK: geb BB: geb DEAS 2008 (n=2666), gewichtet Seite 7

8 Mittlere Dauer von Erwerbsunterbrechungen NK: geb BB: geb DEAS 2008 (nur Personen mit Erwerbsunterbrechungen, n=1207), gewichtet Seite 8

9 Erwerbsunterbrechungen wegen Arbeitslosigkeit Prozent ,9 14,0 Nachkriegskohorte Babyboomer 5 5,1 9,1 8,4 6,0 4,9 9,3 0 Männer Frauen Männer Frauen Alte Bundesländer Neue Bundesländer NK: geb BB: geb DEAS 2008 (n=2692), gewichtet Seite 9

10 Zwischenfazit Abnehmende Erwerbszeiten der Babyboomer, aber: bei Frauen in den alten Bundesländern weniger Biografien mit sehr kurzen Erwerbszeiten bei Männern in den neuen Bundesländern gleichzeitige Zunahme von sehr langen und sehr kurzen Erwerbszeiten Erwerbsunterbrechungen werden häufiger dabei deutlicher Anstieg von Arbeitslosigkeitsphasen (insbesondere bei Männern in den neuen Bundesländern) Im Zusammenspiel mit Veränderungen der Alterssicherungssysteme zukünftig abnehmende Einkünfte aus der Gesetzlichen Rentenversicherung wahrscheinlich Seite 10

11 Ausgleich durch andere Vorsorgeformen? Vermögen Private staatlich geförderte Altersvorsorge Seite 11

12 Vermögensbesitz im Alter von Jahren NK: geb BB: geb DEAS 1996 (Nachkriegskohorte, n=853), 2008 (Babyboomer, n=878), gewichtet Seite 12

13 Nutzung staatlich geförderter Altersvorsorge 2008 NK: geb BB: geb DEAS 2008 (n=1811), gewichtet Seite 13

14 Nutzung staatlich geförderter Altersvorsorge 2008 nach Bildungsgruppen NK: geb BB: geb DEAS 2008 (n=1811), gewichtet Seite 14

15 Fazit Insgesamt abnehmende Erwerbszeiten und Zunahme von Erwerbsunterbrechungen der Babyboomer werden wahrscheinlich zu abnehmenden Einkünfte aus der GRV führen (in Bezug auf Rentenanwartschaften) positive Entwicklung bei Frauen in den alten Bundesländern: Erwerbszeiten steigen, sind aber immer noch vergleichsweise gering Unklar, inwieweit andere Vorsorgeformen sinkende GRV-Bezüge abfedern können - Sinkende Vermögen in den neuen Bundesländern - Zunehmende Nutzung privater (staatl. geförderter) Vorsorge, aber bisher unvollständig und nach Bildung (und Einkommen) strukturiert Seite 15

16 Ausblick: Umfassende Analyse der Lebensläufe der Babyboomer im Projekt Lebensläufe und Alterssicherung im Wandel (LAW) Beteiligte Institutionen: Arbeitsgruppe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin, Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) Gefördert von der Volkswagenstiftung ( ) Untersuchungsfragen: 1) In welchem Ausmaß sind Lebensläufe der Babyboomer durch zunehmende Pluralisierung und Inhomogenität gekennzeichnet? 2) Welche Auswirkungen haben Veränderungen der Lebensläufe auf die materielle Lebenssituation künftig Älterer? 3) Wie ist Alterssicherung weiterzuentwickeln, um auch nicht-traditionale Formen von Lebensläufen in Zukunft hinreichend abzusichern? Seite 16

17 Ausblick: Umfassende Analyse der Lebensläufe der Babyboomer im Projekt Lebensläufe und Alterssicherung im Wandel (LAW) Verknüpfung von Survey- und Registerdaten (SOEP, DEAS, VSKT) über statistisches Matching Zusammenbringen von ausführlichen erwerbsbiografischen Informationen der Rentenversicherung mit Informationen zu Familienbiografie, Haushaltskontext, Einkommen und Vermögen sowie zu objektiven und subjektiven Indikatoren der Lebenssituation im Alter aus Surveydaten Fortschreibung der Erwerbs- und Familienbiografien der Babyboomer bis 2032 Längsschnittliche Analyse der Lebensläufe und deren Auswirkungen auf die zukünftig materielle Lebenssituation im Alter auf der Basis der integrierten Daten Seite 17

18 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Seite 18

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