Aktuelle Themen der Informatik. Matthias Knöpfle

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1 CONFIGURATION MANAGEMENT Aktuelle Themen der Informatik Matthias Knöpfle

2 INHALT ZIELE DES CONFIGURATION MANAGEMENTS...3 ABGRENZUNG...3 GRUNDLEGENDE KONZEPTE...4 VORTEILE UND MÖGLICH PROBLEME...6 VORTEILE...6 MÖGLICHE PROBLEME...6 AKTIVITÄTEN...7 PLANUNG...7 KONFIGURATIONSIDENTIFIKATION...7 KONFIGURATIONSKONTROLLE...10 KONFIGURATIONSSTATUSVERWALTUNG...10 KONFIGURATIONSÜBERPRÜFUNG UND AUDITS...11 PROZESSKONTROLLE...12 BERICHTE AN DAS MANAGEMENT...12 WICHTIGE PERFORMANCEINDIKATOREN...12 BEZIEHUNGEN ZU ANDEREN PROZESSEN...13

3 Ziele des Configuration Managements Das Configuration Management, als Teil der ITL, stellt ein logisches Modell der Infrastruktur oder eines Services dar, das durch Identifizierung, Überwachung, Wartung und Überprüfung aller existierender so genanter Configuration Items erstellt wird. Die Ziele des Configuration Management sind: Verwaltung aller IT-Aktivposten und Konfigurationen innerhalb der Organisation und ihrer Services Bereitstellung korrekter Informationen über Konfigurationen und ihrer Dokumentation zur Unterstützung aller anderen Service Management Prozesse Bereitstellungen einer guten Basis für Incident-, Problem, Change- und Service Management Abgleich der Konfigurationsdaten gegen die Infrastruktur und Korrektur aller Abweichungen Abgrenzung Configuration Management deckt die Identifikation, Aufnahme und Auswertung von IT-Komponenten einschließlich ihrer Versionen, der sie ausmachenden Komponenten und ihrer Beziehungen ab. Gegenstände die unter Configuration Management stehen sollten beinhalten Hardware, Software und dazugehörige Dokumentation. Configuration Management ist nicht synonym mit Anlagenverwaltung (einem Buchhaltungsprozess), da ein Hauptbestandteil des Configuration Management die Beziehungen zwischen den Gegenständen ist, was von der Anlagenverwaltung normalerweise nicht berücksichtigt wird. Grundlegende Aktivitäten des Configuration Management: Planung Identifikation Kontrolle Statusverwaltung Überprüfung und Audits

4 Grundlegende Konzepte Planung Besteht aus Übereinkunft und Definition von: - Strategie, Politik, Abgrenzung und Ziele von Configuration Management - Analyse der aktuellen Position von Gegenständen und Konfigurationen - Organisatorischer Kontext (technisch, Verwaltung) in dem Configuration Management Aktivitäten implementiert werden sollen - Politik für Verwandte Prozesse wie Change- und Release Management - Schnittstellen z.b. zwischen Projekten, Zulieferern - die maßgebenden Prozesse, Vorgehensweisen, Richtlinien, Unterstützungstools, Rollen und Verantwortungen für alle Configuration Management Aktivitäten Konfigurationsidentifikation und CI s Konfigurationsidentifikation ist die Auswahl, Identifikation und Beschriftung der Konfigurationsstrukturen und CI s. Dies beinhaltet die Findung von Bezeichnern für die CI s. Konfigurationskontrolle sorgt dafür, dass nur Genehmigte CI s verwendet werden und dass alle Aktionen auf CI s korrekt Dokumentiert werden. Konfigurationsstatusverwaltung ist die Aufzeichnung aller aktuellen und historischen Daten zu allen CI s. Konfigurationsüberprüfung und Audits besteht aus einer Serie von Überprüfungen und Audits, die das Vorhandensein von CI s und die Übereinstimmung mit den Daten in der CMDB überprüft. Konfigurationbaseline ist die Konfiguration eines Produkts oder Systems zu einem festen Zeitpunkt. Sie dient als Basis für weitere Aktionen. Bei Änderungen bleibt sie erhalten und es wird eine neue Version erstellt.

5 Configuration Management Datenbank (CMDB) Ist eigenständige Datenbank oder Teil eines Configuration Management Systems. Enthält alle Daten zu den CI s. Dazu gehören: Name, Kategorie (Hard-, Software, Dokumentation), Typ, Garantieablaufdatum, Versionsnummer, Ort, Besitzer (mit Datum), Quelle/Bezugsort, Lizenz, Lieferdatum, Annahmedatum, Status, Eltern/Kind CI s, Beziehungen, RFC-, Change-, Problem-, Incident- Nummern, Kommentar Die CMDB sollte, wo immer möglich durch automatisierte Prozesse aufgefüllt und aktualisiert werden. Software u. Dokument Bibliotheken sind Ansammlung von Software- oder Dokumentation CI s bekannten Typs und Status. Definitive Software Library (DSL) bezeichnet die Bibliothek in der die definierten, genehmigten Versionen aller Software CI s gespeichert und geschützt sind.

6 Vorteile und möglich Probleme Vorteile Configuration Management bietet einige Vorteile: genaue Informationen über CI s. Diese unterstützen alle anderen Service Management Prozesse. Identifikation nicht genehmigter Software ( Raubkopien ) Unterstützung bei Finanz- und Ausgabenplanung durch genaue Informationen über Hardware und Software (Lizenzen, Wartung, Ersatz) mögliche Probleme Probleme die in Zusammenhang mit Configuration Management entstehen könnene: der Detaillierungsgrad der CI s ist zu hoch (unnötige Mehrarbeit) oder zu niedrig (nicht genug Kontrolle) Durch ungenügende Analyse und Planung wird nicht das gewünschte Ergebnis erreicht. Die Unterstützung/Akzeptanz durch Mitarbeiter fehlt bzw. der Prozess wird regelmäßig umgangen.

7 Aktivitäten Planung Die Planung für Configuration Management sollte auf bestehende Vorgehensweisen und Pläne verweisen wo immer möglich. Ein Configuration Management Plan sollte definieren: Zweck, Abgrenzung, und Ziele des Configuration Management (und Zusammenspiel mit Organisationsweitem Change- und Configuration Management Plan) Configuration Management Rollen und Verantwortungen Den Zeitplan und Prozeduren um Configuration Management Aktivitäten durchzuführen Configuration Management Systemdesign, dies beinhaltete: - CMDB - Ort der Configuration Management Daten und Bibliotheken - Kontolierte Umgebungen, in denen CI s verändert weden - Unterstützungstools (z.b. Build- und Installations Tools) Geplante Configurationbaselines, wichtige Releases, Milensteine, für jede folgende Periode. Die Ergebnisse, relativ zum Plan, sollten regelmäßig überprüft werden um Abweichungen und Fehler im Planungsprozess zu korrigieren. Konfigurationsidentifikation Die IT-Infrastrukturkonfiguration sollte unterteilt und eindeutig Identifiziert werden, um eine effektive Kontrolle, Aufnahme und Berichterstattung von CI s auf dem vom Geschäft benötigten Detaillierungsgrad zu ermöglichen. Ein wichtiger Punkt bei der Konfigurationsidentifikation ist der benötigte Detaillierungsgrad. Konfigurationsstrukturen Konfigurationsstrukturen sollten die Beziehung und Position von CI s in jeder Struktur beschreiben. Zusätzlich zu Infrastruktur-Konfigurationsstrukturen sollten

8 Service-Konfigurationsstrukturen existieren, die alle Komponenten eines bestimmten Services identifizieren. CI s sollten durch Zerlegung eines Top-Level Gegenstandes gewonnen werden. Ein CI kann zur gleichen Zeit als Teil von beliebig vielen verschiedenen anderen CI s oder CI-Mengen existieren. Benutz -Verbindugen zu wieder verwendbaren und allgemeinen Komponenten des Services sollten definiert werden. Die Wahl des richtigen Detaillierungsgrad von CI s ist die Erreichung einer Balance zwischen den verfügbaren Informationen, dem richtigen ausmaß an Kontrolle und den Ressourcen und dem Aufwand der benötigt wird diese Aufrecht zu erhalten. Anderseits sollten tatsächliche Änderungen auch auf dem Niveau gemacht werden, das die CMDB unterstützt. Der Detaillierungsgrad sollte regelmäßig auf Angemessenheit hin überprüft werden. CI Typen und Lebenszyklus Komponenten sollten zur Vereinfachung in CI Typen klassifiziert werden. Für jeden Typ sollten Lebenszykluszustände definiert werden genauso wie die Rolle die für die Weiterschaltung im Lebenszyklus verantwortlich ist. CI Beziehungen Die Beziehungen zwischen CI s sollten gespeichert werden, um Abhängigkeits- Informationen zur Verfügung zu stellen. Möglich Beziehungen: ein CI ist Teil einer anderen CI ein CI ist verbunden mit einer anderen CI ein CI ist benutzt eine andere CI Viele andere Beziehungen sind möglich, alle werden in der CMDB gehalten. Es wird ein Mechanismus benötigt, der RFC s, Incident-, Problem-, Releasedaten und Known Errors mit den CI s verbindet, die sie betreffen. All diese Beziehungen sollten in die CMDB aufgenommen werden. Identifikation von Software- und Dokumentbibliotheken Physikalische und elektronische Bibliotheken sollten mit diesen Informationen eindeutig Identifiziert werden: Inhalt, Ort und Medium Bedingungen zur Aufnahme eines Eintrags

9 wie die Bibliothek gegen versehentliche und böswillige Veränderung und Verfall geschützt wird Bedingungen und Zugangskontrolle für Gruppen oder Typen von Personen die zugriff auf diese Bibliothek haben Identifikation von Konfigurationbaselines Eine Konfigurationbaseline kann aus einen oder allen der folgenden Gründe erstellt werden: als gesunde Basis für zukünftige Arbeit als Aufzeichnung welche CI s von einem RFC betroffen waren und welche tatsächlich geändert wurden als Rückfallpunkt falls etwas schief geht Konfigurationbaseline sollten einmalig sein, was ihre Zweck und die von ihr Kontrollierten CI s und Dokumentation angeht. Konfigurationbaseline sollten durch formale Übereinkunft zu einem bestimmten Zeitpunkt zustande kommen. Baseline zusammen mit genehmigten Änderungen bilden die momentan genehmigte Konfiguration. Mehrere Baselines, entsprechend verschiedene Stadien eines baselined - Gegenstandes, können existieren. Namenskonventionen Namenskonventionen für CI s, Konfigurationsdokumente, Änderungen, Baselines und Releases sollten eingerichtet und angewendet werden um eindeutige Namen zu vergeben. Alle Instanzen einer CI sollten durch einen eindeutigen Namen identifizierbar sein. Die Namenskonvention sollte die Verwaltung aller möglicher Beziehungen der Benamten Objekte untereinander zulassen. Beschriftung von CI s Alle CI s (Hardware, Datenträger, Dokumente) sollten mit ihrem Konfigurationsnamen beschriftet werden.

10 Konfigurationskontrolle Das Ziel der Konfigurationskontrolle ist, sicherzustellen dass nur genehmigte und identifizierbare CI s in die CMDB aufgenommen werden. Wenn eine Änderung durchgeführt wird, durchlaufen die zu ändernden Komponenten eine Reihe von geplanten/vereinbarten Zuständen. Vorgehensweisen und technische Kontrollen sollten eingeführt werden um nicht genehmigte Änderungen praktisch unmöglich zu machen. Registrierung neuer CI s und Versionen Der Prozess der Registrierung beginnt mit der Bestellung oder der Beauftragung der Entwicklung. Eigenentwicklungen Für Eigenentwicklungen ist der Aufnahmezeitpunkt normalerweise, wenn die Software für die betriebliche Abnahme bereit ist. Der gebrauch einer DSL ist empfohlen. Nicht genehmigte oder fehlerhafte Gegenstände sollten nicht erlaubt sein in der DSL. Aktualisierung von CI s Der Status von CI s ändert sich, wenn sie von Lieferung zu aktuellem Gebrauch weitergehen. Idealerweise sollte die CMDB automatisch aktualisiert werden. Änderungen an Attributen von CI s in der CMDB sollten über das Change Management erfolgen. Konfigurationsstatusverwaltung Statusberichte sollten regelmäßig erstellt werden und, für alle CI s unter Kontrolle, ihre aktuelle Version und Änderungshistorie. Statusverwaltungsberichte über aktuellen, vorherigen und geplante Stadien der CI s sollten enthalten: eindeutiger Name der sie ausmachenden CI s und deren Status Konfigurationbaselines, Releases und deren Status die verantwortliche Person für die Statusänderung Änderungshistorie offene Probleme/RFCs

11 Konfigurationsüberprüfung und Audits Konfigurationsüberprüfung und Audits dienen der Kontrolle das tatsächlich verwendete CI s mit den Daten in der CMDB übereinstimmen und umgekehrt. Sie sollten auch überprüfen dass Änderungs- und Releasedaten ordnungsgemäß vom Change Management genehmigt sind und dass implementierte Änderungen wie geplant sind. Sie sollen sicherstellen, dass korrekte und genehmigte CI s existieren und dass nur solche in einer Produktionsumgebung existieren und benutzt werden. Nicht registrierte oder nicht genehmigte Gegenstände die bei Überprüfungen auffallen sollten überprüft und Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden. Überprüfungen sollten zu folgenden Zeitpunkten bedacht werden: kurz nach Einführung eines neuen Configuration Management Systems vor und nach wichtigen/großen Änderungen an der IT-Infrstruktur nach einem Katastrophenrecovery und Wiederaufnahme des normalen Betriebs als Reaktion auf entdeckte nicht genehmigte CI s in (un)regelmäßigen Zeitabständen

12 Prozesskontrolle Configuration Management sollte kontinuierlich die Effizienz und Effektivität des Configuration Management Systems durch regelmäßige Berichte an das Management überwachen. Berichte an das Management Berichte an das Management sollten folgende Punkte behandeln: Ergebnis von Konfigurationsaudits Informationen über nicht registrierte oder fehlerhaft registrierte CI s und die Korrekturmaßnahmen Informationen über die Zahl registrierte CI s und CI Versionen nach CI- Kategorie, Typ und Status Wichtige Performanceindikatoren Messbare Ziele für Zielmetriken für die Effektivität des Configuration Management Prozesses sollten gesetzt werden. Folgende Metriken sollten betrachtet werden und Ziele zur Verbesserung über einen realistischen Zeitraum gesetzt werden: Ereignisse, wenn eine Konfiguration nicht genehmigt ist Incidents und Probleme die auf eine fehlerhaft gemachte Änderung zurückgeführt werden können REC die nicht erfolgreich abgeschlossen wurden wegen schlechter Auswirkungsanalyse, fehlerhafter Daten in der CMDB oder schlechter Versionskontrolle die Zykluszeit Änderungen zu genehmigen und durchzuführen entdeckte, nicht genehmigte IT-Komponenten in gebrauch

13 Beziehungen zu anderen Prozessen Configuration Management hängt stark von einer Reihe anderer Disziplinen ab. Effektives Change Management, Softwarekontolle, Release Management und Vorgehensweisen zur Installation und Annahme neuer/anderer Hardware und Netzwerkkomponenten sind unerlässlich. Wenn sie nicht existieren, sollten sie zusammen mit dem Configuration Management geplant weden. Effektive Problem Management Prozeduren sind auch höchst wünschenswert, da so der meiste Nutzen aus dem Configuration Management gezogen werden kann. Idealerweise sollte Change Management als Bestandteil des Configuration Management angesehen werden. Release Management kann als Teil von Configuration Management angesehen werden.

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