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1 G E M E I N S A MES KREBSREGISTER G K R K u r z i n f o r m i e r t Juni 2008 Ausgabe 3 N E U : B R A N D E N B U R G E R K R E B S D A T E N A U F D E N I N T E R N E T - S E I T E N D E S G K R V E R F Ü G B A R Ab sofort können sich alle interessierten Bürger, Wissenschaftler, Politiker und Verantwortungsträger im Gesundheitswesen einen schnellen Überblick über das Krebsgeschehen im Land Brandenburg verschaf- fen. Auf den Internetseiten des GKR werden Kennzahlen zu Inzidenz und Mortalität für Krebs insgesamt und die wichtigsten Lokalisationen zur Verfügung gestellt. Die Daten beziehen sich auf den 5-Jahreszeitraum und werden nach Kreisen getrennt ausgewiesen. Informationsmöglichkeiten bisher Wer im Einzugsbereich des Gemeinsamen Krebsregisters Informationen über das Krebsgeschehen in einer bestimmten Region sucht, konnte und kann jederzeit eine Anfrage an das GKR richten. Die Bearbeitung der Anfrage wird mit dem Antragsteller genau auf dessen speziellen Informationsbedarf abgestimmt. Eine solche Anfrage an das GKR wird auch zukünftig der Weg sein, detaillierte Datenauswertungen oder z.b. auch Ergebnisse kleinräumiger Analysen für wissenschaftliche Forschungen zu erhalten. Den Informationsbedarf der breiten Öffentlichkeit und der Verantwortlichen aus Gesundheitswesen und Politik versucht das GKR mit eigens dafür konzipierten Publikationen zu bedienen. In der Schriftenreihe des GKR sind neben verschiedenen Projektberichten und Veröffentlichungen, die sich auf ausgewählte Fragestellungen beziehen, für die Jahre 1999, 2000 und 2001/2002 Jahresberichte zur Krebsinzidenz im GKR-Gebiet erschienen. Die Fertigstellung des Jahresberichts 2003/2004 ist noch in diesem Jahr vorgesehen. Neben den registereigenen Berichten finden sich entsprechende Kennzahlen für die GKR-Bundesländer wie für alle anderen Bundesländer auch in der Veröffentlichung Krebs in Deutschland. Die Broschüre wird alle 2 Jahre von GEKID, der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland, in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut herausgegeben. Zuletzt ist die Broschüre im April 2008 unter dem Titel Krebs in Deutschland , Häufigkeiten und Trends erschienen. Für den im Titel genannten Berichtszeitraum werden für Krebs insgesamt und die häufigsten Lokalisationen detaillierte Informationen zur Verbreitung, den Risikofaktoren, der altersspezifischen und der altersstandardisierten Inzidenz (Neuerkrankungsrate) und Mortalität (Sterberate) dargestellt hat das GKR im Rahmen seiner Schriftenreihe begonnen, Informationen zum Krebsgeschehen auf Bundeslandebene zu publizieren. Bisher erschienen sind mit Krebs in Thüringen und dem Krebsatlas Berlin Veröffentlichungen für zwei Bundesländer. In diesen Heften können die wichtigsten Kennzahlen zu Inzidenz und Mortalität sowie Daten zur Diagnosesicherung und zur Stadienverteilung jeweils auf Kreis bzw. im Falle von Berlin auf Stadtbezirksebene nachgeschlagen werden. Einen Schwerpunkt stellt dabei die Kartierung der Inzidenz bzw. Mortalitätsraten dar. Im Krebsatlas Berlin wurde darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz der Zusammenhang zwischen Krebsinzidenz und sozialer Belastung untersucht. Geplant ist, diese Reihe für die anderen Bundesländer im Einzugsbereich des GKR fortzusetzen. Ein Länderbericht für Mecklenburg-Vorpommern ist in Arbeit und soll in diesem Jahr erscheinen.

2 G K R K U R Z I N F O R M I E R T Seite 2 Seit Juni 2008: Brandenburger Krebsdaten im Internet verfügbar Seit Juni 2008 wird das Publikations- und Datenangebot des GKR ausgeweitet. Der Internetauftritt wurde überarbeitet und um die Rubrik Daten erweitert. Mit Brandenburg beginnend werden dort ab sofort detaillierte und aktuelle Kennzahlen für den 5-Jahreszeitraum zur Verfügung gestellt. Ganz bewusst wurde die Kreisebene als Form der räumlichen Gliederung gewählt. Regionale Unterschiede innerhalb eines Landes können so deutlich gemacht werden. Getrennt nach Geschlecht werden für Krebs insgesamt und die häufigsten Lokalisationen Daten zu Inzidenz und Mortalität veröffentlicht. Leicht lesbar in übersichtlichen Grafiken und Kartendarstellungen kann man sich über altersstandardisierte Inzidenz- und Mortalitätsraten auf Kreisbasis informieren. Zum Vergleich sind die Raten der anderen am GKR beteiligten Länder und für Deutschland insgesamt angegeben. Die ausgewählten Daten dienen dem schnellen Überblick über das Krebsgeschehen in einem einzelnen Land oder einem Kreis. Dabei ist der Datenüberblick für das Land Brandenburg nur der erste Schritt. Bis September 2008 soll die Rubrik für alle Länder im Einzugsbereich des GKR gefüllt sein. Für das Land Brandenburg und seine Kreise werden insgesamt 31 Inzidenzkarten (15 männlich, 16 weiblich) und 25 Mortalitätskarten (12 männlich, 13 weiblich) zu Krebs insgesamt und den wichtigsten Lokalisationen dargestellt. Für die Auswahl der Lokalisationen war die Häufigkeit der aufgetretenen Krebsfälle ausschlaggebend. Als Kriterium für die Einbeziehung einer Lokalisation in die Kartierung wurde eine Mindestanzahl von 20 Fällen in mindestens der Hälfte aller Kreise definiert. Für seltener auftretende Krebslokalisationen wurde wegen der geringen Fallzahl auf Kartendarstellungen verzichtet. Einblick in die Details des Datenservice Um eine Vorstellung zu vermitteln, wie die Daten im Rahmen der Internetpräsentation aufbereitet wurden und was der Nutzer erwarten kann, werden im folgenden die Inzidenzkarten und Balkendiagramme für Lungenkrebs bei Frauen und Männern gegenübergestellt und erläutert. Karten Für jede Lokalisation wird zunächst eine Karte in absoluter Skalierung gezeigt (Abbildung 1). Wie im Beispiel der kartografischen Darstellung der Lungenkrebsinzidenz anhand des dunkleren Farbtons auf einen Blick zu sehen, liegt die altersstandardisierte Inzidenzrate bei Männern in allen Kreisen und kreisfreien Städten des Landes Brandenburg deutlich höher als bei Frauen. Bei Männern liegt sie zwischen 61,4 und 85,9 Neuerkrankungen pro und bei Frauen zwischen 11,7 und 23,6 Neuerkrankungen pro Abbildung 1: Beispiel für absolute Skalierung, Lungenkrebs (links: männlich, rechts: weiblich)

3 Seite 3 A U S G A B E 3 Die Unterschiede in den Lebensgewohnheiten zwischen Stadt- und Landbevölkerung schlagen sich auch oft in Unterschieden zwischen den Krebsraten der verschiedenen Regionen nieder. Deutlich wird dies bei den Lungenkrebsraten der Frauen: die Inzidenzraten der kreisfreien Städte Frankfurt/Oder, Cottbus, Potsdam und Brandenburg liegen jeweils über denen der umliegenden Landkreise. Das ist in erster Linie auf das Rauchen als wichtigster Ursache für Lungenkrebs zurückzuführen. Man geht davon aus, dass Rauchen in 85-90% der Lungenkrebsfälle bei Männern und in mehr als 60% bei Frauen die Ursache für diese Erkrankung ist. In den Karten kommt augenscheinlich der größere Anteil von Raucherinnen in Städten verglichen mit den ländlichen Regionen zum Ausdruck. Am deutlichsten wird dieser Unterschied in Berlin, wie auch die Balkengrafik (Abbildung 3) zeigt. Hier erkranken die Frauen doppelt so häufig an Lungenkrebs wie im restlichen GKR-Einzugsgebiet. In einer weiteren Karte (Abbildung 2) werden in einer relativen Skalierung die Unterschiede in den Raten zwischen den brandenburgischen Kreisen durch farbliche Kennzeichnung gezeigt. Kreise, deren Neuerkrankungsrate unterhalb des Brandenburger Durchschnitts liegt, sind mit einem Blick durch ihre blaue Färbung und Regionen mit erhöhten Raten durch ihre rote Färbung zu erkennen. Die Skalierung ist so aufgebaut, dass Kreise mit 0-10%, 10-20%, 20-30%, 30-50% und mehr als 50% über bzw. unter dem Durchschnitt Brandenburgs voneinander unterschieden werden können. Hier bedeutet also der gleiche Farbton die gleiche Abweichung vom Landesdurchschnitt - im Unterschied zur absoluten Skala, in der der gleiche Farbton stets der gleichen Rate über alle Lokalisationen zugeordnet ist. In jeder Inzidenz bzw. Mortalitätskarte bedeutet also der dunkelste Rot bzw. Blauton, dass der entsprechende Kreis mindestens 50% über bzw. unter dem Landesdurchschnitt liegt. Abbildung 2: Beispiel für relative Skalierung, Lungenkrebs (links: männlich, rechts: weiblich) Balkengrafik Aus der Kopfzeile der Balkengrafik (Abbildung 3) ist die altersstandardisierte geschlechtspezifische Inzidenzrate für Lungenkrebs in Brandenburg insgesamt ablesbar. Sie beträgt bei Männern 74,6 und bei Frauen 18,1 je Zusätzlich ist ein Vergleich zur Rate der Bundesrepublik Deutschland insgesamt und zu den anderen Ländern des GKR-Gebiets möglich. Die Angabe des Konfidenzintervalls lässt eine Aussage zur Stabilität der Rate zu: je breiter das Konfidenzintervall, umso instabiler die Rate. Als Faustregel gilt, dass Raten sich signifikant unterscheiden, wenn sich die Konfidenzintervalle nicht überlappen. Die Ergebnisse eines exakten Tests auf statistisch signifikant erhöhte oder niedrigere Raten sind im Tabellenteil angegeben. Weiterhin lässt sich aus den Balkendiagrammen der so genannte DCO-Anteil (Death Certificate Only) ablesen, d.h. der Anteil der Fälle, die dem Krebsregister nur durch Leichenschauschein bekannt geworden sind, für die also keine ärztliche Meldung vorliegt.

4 Seite 4 A U S G A B E 3 Die Lungenkrebsrate bei Männern ist in Brandenburg deutlich höher als in Deutschland insgesamt, bei Frauen dagegen deutlich niedriger. Im Kreisvergleich fallen bei den Männern die signifikant niedrigen Raten in Cottbus (62,9), Potsdam (61,4) und im Landkreis Spree-Neiße (62,9) sowie die erhöhten Raten im Landkreis Oberhavel (85,9) und Oder-Spree (82,8) ins Auge. Bei den Frauen ist die Rate im Landkreis Barnim mit 23,4 deutlich erhöht. Die Inzidenzraten der Landkreise Oberspreewald-Lausitz (14,1), Spree-Neiße (12,2) und Elbe-Elster (11,7) sowie der kreisfreien Stadt Cottbus (14,0) liegen niedriger als im Brandenburger Durchschnitt. Diese Differenzen können auch meldebedingt sein, da es Unterschiede in der Vollzähligkeit der Krebsregistrierung zwischen den Kreisen Brandenburgs gibt. Abbildung 3: Beispiel für Balkengrafik, Lungenkrebs (links: männlich, rechts: weiblich) Tabellen Die Präsentation der Daten in Form von Karten und Grafiken wird vervollständigt durch einen umfassenden Tabellenteil. Hier können die wichtigsten Kennziffern (Fallzahl, DCO-Anteil und altersstandardisierte Rate mit Konfidenzintervall) für die Kreise Brandenburgs, die am GKR beteiligten Bundesländer und Deutschland insgesamt nachgeschlagen werden. Die als PDF-Dokument abrufbaren Informationen werden ergänzt durch Interpretationshilfen in Form von Erläuterungen zur Art und Weise der Berechnung, zum Inhalt und zur Aussagekraft der veröffentlichten Kennzahlen und zur Schätzung der Vollzähligkeit der Krebsregistrierung. Mit der Etablierung der Rubrik Daten leistet das Register einen weiteren wichtigen Beitrag zur kostenfreien informationellen Grundversorgung der Bevölkerung. Die kontinuierliche Bereitstellung von Daten zur Krebsepidemiologie durch das GKR wird damit aktueller sein als bisher und aufgrund der Veröffentlichung im Internet schneller und leichter verfügbar sein als bei Printausgaben. Die Präsenz des GKR in der Öffentlichkeit und die breiten Nutzungsmöglichkeiten der Daten werden erhöht.

5 Seite 5 A U S G A B E 3 GEMEINSAMES KREBSREGISTER DER LÄNDER BERLIN, BRANDENBURG, MECKLENBURG-VORPOMMERN, SACHSEN-ANHALT UND DER FREISTAATEN SACHSEN UND THÜRINGEN Brodauer Str Berlin Telefon: Fax: Sie finden uns auch im Internet unter: IN DER SCHRIFTENREIHE DES GKR SIND BISHER ERSCHIENEN: 1/2001 Brustkrebs - Epidemiologische Daten zum weiblichen Brustkrebs 2/2001 MEMO Analyse der Meldewege und Meldemodalitäten für Krebserkrankungen (Langfassung) 3/2001 MEMO 2000 (Kurzfassung) 4/2001 Das Gemeinsame Krebsregister (Sonderbericht) 1/2002 Krebsinzidenz 1999 (Jahresbericht) 1/ Jahre Krebsregistrierung (Festschrift) 1/2004 Krebsinzidenz 2000 (Jahresbericht) 2/2004 Follow-back zum Brustkrebs (Projektbericht) 1/2005 Krebsinzidenz 2001 und 2002 (Jahresbericht) 1/2007 Krebs in Thüringen (Länderbericht) 2/2007 Krebsatlas Berlin (Länderbericht) Publikationen aus der Schriftenreihe des GKR können ebenso wie diese Veröffentlichung kostenlos als PDF-Datei aus dem Internet heruntergeladen werden.

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