E.ON AG. Organisatorische Konsequenzen einer nationalen Fusion. Anette Bohn

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1 E.ON AG Organisatorische Konsequenzen einer nationalen Fusion Anette Bohn

2 Inhaltsüberblick 1. Definition von Merger & Acquisition 2. Ablauf eines M&A Prozesses 3. Ausgangssituation der Unternehmen 4. Die Fusion 5. Konsequenzen dieser Fusion 2

3 I. Theoretischer Teil 3

4 1. Definition von Merger & Acquisition Es gibt kein deutschsprachiges Gegenstück Merger = Verschmelzungen, Vereinigungen, Unternehmenszusammenschlüsse Acquisition = Jede Beteiligung eines Unternehmens mit einem anderen 4

5 1.1 Fusion = Unternehmenszusammenschluss Zusammenfassung zu einer rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit Verschmelzung zweier oder mehrerer Betriebsvermögen zu einem Betriebsvermögen 5

6 1.1 Fusion 1. Im Wege der Aufnahme a b Vermögen Unternehmen A Vermögen Unternehmen B Neues Unternehmen a, b = Aktionäre des Unternehmens a b 6

7 1.1 Fusion 2. Im Wege der Neugründung a b Vermögen Unternehmen A Vermögen Unternehmen B Neues Unternehmen a b 7

8 1.1 Fusion Horizontaler Zusammenschluss Vertikaler Zusammenschluss Konglomerater Zusammenschluss 8

9 2. Ablauf des M&A- Prozesses Phase I Phase II Phase III Strategieentwicklung Screening des Wettbewerbsumfeldes Verhandlungsphase Closing- Phase Post- Merger- Integration Business- Transformation Analyse Transaktion Integration 9 Quelle: Bullinger (2003), S.1301

10 2. Ablauf des M&A- Prozesses Integrationsoffice Integrationsvorstand Konzernbereiche Geschäftsbereiche Standorte/ Dienstleistungen Regionen/ Vertriebsstandorte Sonderprojekte Strukturierung Konzernbereiche Contolling Rechnungswesen... GB 1 F&E Produktion Marketing GB 2 Standortstrategie Standort A Standort B Technische Dienstleistungen... Europa Asien Mittel-/ Südamerika... Abwicklung Fusion Entwicklung Vision/ Strategie Personalsysteme IT- Systeme Gezielte Projektsteuerung über spezifische Lenkungsausschüsse Quelle: Vgl. Picot (2002), S

11 II. Praktischer Teil 11

12 3. Ausgangssituation - VEBA AG - = Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks- Aktiengesellschaft 1929: Gründung zur wirtschaftlichen Stabilisierung verschiedener in Schwierigkeiten geratener preußischer Staatsunternehmen, u. a. Preussag, PreussenElektra 1965 Auflegen der Bundesregierung eines Teil- Privatisierungs- Programms der VEBA 1987: vollständige Privatisierung durch die Bundesregierung mit der Börsenplatzierung ihrer restlichen Anteile an der VEBA 12

13 3. Ausgangslage VEBA AG Energie Chemie Immobilien Management Weitere Aktivitäten Preussen- Elektra 100% VEBA Oel 100% Degussa- Hüls 64,7% Viterra 99,9% Stinnes 65,5% VEBA Electronics 100% E.ON Telecom 100% MEMC 71,8% 13

14 3. Ausgangssituation - VIAG - = Vereinigte Industrie- Unternehmungen Aktiengesellschaft 1923:Gründung als Staatsholding durch das Deutsche Reich 1945: Verlust großer Unternehmensteile, die u.a. auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, Polens und Österreichs lagen 1951: Bund und einige Bundesländer übernahmen die VIAG 1988: vollständige Privatisierung der VIAG 14

15 3. Ausgangssituation VIAG AG Dienstleistungen Innovative Industrien Energie Telekommunikation Chemie Verpackungen Aluminium Bayernwerk AG 94,9% VIAG Telecom Beteiligungs GmbH 100% SKW Trostberg AG 63,7% Schmalbach- Lubeca AG 59,8% Gerresheimer Glas AG 72,96% VAW aluminium AG 100% 15

16 3. Ausgangssituation Die Konkurrenz: RWE und VEW haben zeitgleich ihr Fusionsvorhaben angemeldet Veränderung der Marktstruktur wurde beim Fusionsvorhaben der VEBA mit VIAG mit berücksichtigt RWE hat gleiche Marktstellung wie VEBA und VIAG zusammen 16

17 4. Die Fusion 27. Sept. 1999: Abschluss einer Grundsatz- Vereinbarung über den Zusammenschluß 14. Dez. 1999: Vorhaben ging beim Rat der EU- Kommission ein 10. Febr. 2000: außerordentliche Hauptversammlung zur Abstimmung über das Zusammenschlussvorhaben bei der VEBA 14. Febr. 2000: außerordentliche Hauptversammlung bei der VIAG 17

18 4. Die Fusion 16. Juni 2000: Entscheidung der EU- Kommission Es wurde davon ausgegangen, dass in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung im Bereich Energie und Chemie entsteht Problem bei Energie: Strom besitzt homogene Eigenschaft und Preis ist der vorrangige bzw. einzige Wettbewerbsparameter da VEBA/VIAG und RWE zusammen einen Marktanteil von 69,4% im Energiebereich halten würden --> Gefahr des Parallelverhaltens 18

19 4. Die Fusion Es bestehen noch einige Verflechtungen mit der RWE --> Gefahr der Absprachen Im Bereich Chemie: man sah eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Natrium- Dicyanamid (NDC) und Cyanuchlorid (CC). Kein Zutritt weiterer Wettbewerber in Sicht Könnte zum Zuwachs an Marktanteilen führen 19

20 4. Die Fusion Entscheidung: Zustimmung unter bestimmten Auflagen Elektrizität: VEBA/VIAG und RWE haben ihre Anteile an der VEAG zu veräußern Chemie: Für den Bereich des NDC und CC haben VEBA und VIAG die Möglichkeit das gesamte kommerzielle und technische Know- How als Veräußerungsgegenstand für die Herstellung und den Vertrieb auf eine Gesellschaft zu übertragen 20

21 4. Die Fusion Konzernstruktur nach der Verschmelzung E.ON AG Energie Spezialchemie Telekommunikation Immobilien Sonstige Aktivitäten VAW aluminium PreussenElektra Degussa- Hüls Klöckner & Co Bayernwerk VEBA Oel SKW Trostberg VIAG Telecom Viterra VEBA Electronics MEMC Schmalbach- Lubeca 21

22 4. Die Fusion VIAG übertrug ihr Vermögen als Ganzes auf die VEBA 16. Juni 2000: Eintragung in das Handelsregister VIAG erloschen Umwandlung der VEBA in E.ON 22

23 4. Die Fusion Die neue Holding wurde mit einer Doppelspitze besetzt merger of equals Vorstand besteht aus 3 Vorständen von der VEBA und 2 Vorständen aus der VIAG Aufsichtsrat besteht aus 20 Mitgliedern nach dem Mitbestimmungsgesetz von

24 4. Die Fusion Die E.ON Energie 10. Juli 2000: Verschmelzung der PreussenElektra mit dem Bayernwerk Aufgabe: Steuerung der Prozesse durch Koordination und Vernetzung und durch strategische Vorgaben das Gesamtoptimum zu sichern Strategische Zielsetzung: so viele Energiedienstleistungen wie möglich aus einer Hand anbieten 24

25 4. Die Fusion E.ON Energie E.ON Kernkraft E.ON Netz E.ON Sales & Trading Kernkraft Windkraft Wasserkraft 25

26 4. Die Fusion Strategie des E.ON Konzerns Stärkung des Kerngeschäfts Anstreben einer Stellung eines führenden globalen Powerhouses --> Versuch Großbritannien als wichtigen europäischen Markt zu gewinnen, um dann den größten Energiemarkt der Welt, die USA, zu erobern. 26

27 5. Konsequenz dieser Fusion Kritik wegen Stellenabbau Es gibt immer mehr Gegner bei dem Versuch einer neuen Fusion --> siehe Fusion E.ON / Ruhrgas Gedanken an Fusion nur von kurzer Dauer 27

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