Trends in der Clusterpolitik: Implikationen für

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1 Trends in der Clusterpolitik: Implikationen für kleine und mittelständische Unternehmen Prof. Christian H. M. Ketels Institute for Strategy and Competitiveness Harvard Business School Jahrestagung Kompetenznetze Deutschland 2. Februar 2010 Berlin

2 Wie hat sich die Clusterpolitik in Deutschland und Europa entwickelt? Welche Rolle spielen Cluster für KMUs? Was kommt in der Zukunft? # Und was bedeutet das für Sie? 2 Copyright 2010 Christian Ketels

3 Beobachtungen Die Beschäftigung in Branchen mit überregionaler Marktausrichtung konzentriert sich auf eine begrenzte Anzahl von Standorten je Branche Erfolgreiche Unternehmen in diesen Branchen finden sich überdurchschnittlich an Standorten, an denen starke Cluster mit einer Vielzahl spezialisierter i Zulieferer und relatierter t Institutionen vorhanden sind Regionen mit einem hohen Anteil ihrer Beschäftigung in solchen Gruppen lokal vernetzer Unternehmen erreichen höhere Löhne, Produktivität, und Innovation 3 Copyright 2010 Christian Ketels

4 Evolution der Clusterpolitik Frühe 1990s: Regionale Pioniere Mitte1990s bis Mitte 2000s: Entrepreneure der Clusterpolitik Seid Mitte der 2000s: Clusterpolitik im Mainstream Herausforderung: Wettbewerbsverzerrungen Herausforderung: Wirksamkeit 4 Copyright 2010 Christian Ketels

5 Entwicklung der Clusterpolitik in Deutschland Landesebene Bundesebene Instrument der Innovations- und KMU-Politik Neue Rolle für regionale und lokale Wirtschaftsförderung Umfassende Nutzung von Wettbewerbsmodellen Quelle: VDI (2010) 5 Copyright 2010 Christian Ketels

6 Entwicklung der Clusterpolitik auf Europäischer Ebene 2000 Latvian IT Cluster (SHARE program) Vorläufer Reaktion auf Aktivitäten in den Mitgliedsländern Instrument der KMU-Politik Experimente mit begrenztem Budgeteinsatz 2006 EU-10 Cluster Mapping 2002: SME Observatory Report on Clusters 6 Copyright 2010 Christian Ketels

7 Entwicklung der Clusterpolitik auf Europäischer Ebene 2000 Latvian IT Cluster (SHARE program) Vorläufer EU-10 Cluster Mapping 1. Phase Inno-Nets Inno-Actions High Level Advisory Group on Clusters European Cluster Observatory 2008 Commission Communication on Clusters Systematisierung von Maßnahmen zur Förderung von Clustern Bereitstellung von Daten zur Präsenz von Clustern Instrumente zur Unterstützung von Clusterinitiativen Vielzahl von Experimenten 2002: SME Observatory Report on Clusters 2008 European Cluster Memorandum 7 Copyright 2010 Christian Ketels

8 Entwicklung der Clusterpolitik auf Europäischer Ebene Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz von Clusterprogrammen Konsolidierung von Maßnahmen in einer kleineren Anzahl von Programmen Vorläufer 1. Phase 2000 Nutzung von cluster politischen Instrumenten in weiteren Politikbereichen 2000 Latvian IT Cluster (SHARE program) 2002: SME Observatory Report on Clusters 2006 EU-10 Cluster Mapping 2008 European Cluster Memorandum Inno-Nets Inno-Actions High Level Advisory Group on Clusters European Cluster Observatory 2008 Commission Communication on Clusters 2. Phase ECPG Recommendations Innovation Union Industrial Policy for the Globalization Era 8 Copyright 2010 Christian Ketels

9 Wohin steuert die Europäische Clusterpolitik? Proliferation Projekte Kapazitätsaufbau EU als Antreiber Konsolidierung Institutionen Exzellenz EU als Hilfsmittel Europäische Clusterakademie Spitzenclusterwettbewerb in Cluster Observatory europäischen Großregionen Ko-Finanzierung von nationalen Programmen Konditionalität 9 Copyright 2010 Christian Ketels

10 Verschiedene Ansätze zu Clusterpolitik BESSER (Wettbewerbsfähigkeit) ZIEL MEHR (Agglomeration) 10 Copyright 2010 Christian Ketels

11 Clusterpolitik und Marktversagen Plattform für gemeinsame Handlung Organisation öffentlicher Förderung Pfadabhängigkeit Lokale Externalitäten Koordinationsprobleme Informationsasymmetrien 11 Copyright 2010 Christian Ketels

12 Clusterinitativen als Handlungsplattform Fokus auf ein regionales Cluster Ausrichtung auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Kombination von Unternehmen, Forschung, und öffentlicher Hand Projekte zu Marktstrategie und Unternehmenseffizienz Projekte zur Verbesserung des clusterspezifischen Unternehmensumfeldes Netzwerkbildung zur Verstärkung von Clustereffekten 12 Copyright 2010 Christian Ketels

13 Cluster als Organisationsprinzip für Wirtschaftspolitik Erhöhung der Wirksamkeit durch Mobilisierung externer Effekte Gruppen von Unternehmen, Forschungs- und Ausbildungsinstittionen, etc. als Partner Unternehmensansiedlung Exportförderung Ausbildung Forschung und Innovation Cluster Market Information Standards d and Disclosure Infrastruktur Umweltschutz 13 Copyright 2010 Christian Ketels

14 Was ist das Neue am Clusteransatz? Gruppe von Branchen Zusammenarbeit PPP Regionale Perspektive Produktivität Nutzerorientierung Stärken stärken 14 Copyright 2010 Christian Ketels

15 Cluster und Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) Dynamische Cluster leben von der Interaktion einer Vielzahl von Unternehmen aller Größenklassen Möglichkeiten für KMUs Zugang zu spezialisierten Produktionsfaktoren, d..h. Arbeitskräften, Infrastruktur, und einer Vielzahl anderer wichtiger Partner Zugang zu globalen Märkten über die Kooperation mit Großunternehmen und Universitäten Herausforderungen für KMUs Verschärfter Wettbewerb um Arbeitskräfte Abschöpfung des ökonomischen Nutzens von Innovationen durch Großunternehmen 15 Copyright 2010 Christian Ketels

16 Cluster und Unternehmensgründungen Neue Forschungsergebnisse CLUSTER Neue Unternehmen haben eine höhere Überlebenschance, wenn sie Teil eines starken Clusters sind Überlebensrate neuer Unternehmen Neue Industriezweige Neue Unternehmen Neue Unternehmen entstehen häufiger, wenn sie Teil eines starken Clusters sind Neue Industrieweige entstehen häufiger, wenn sie Teil eines starken Clusters sind Neue Unternehmen zeigen höheres Beschäftigungswachstum, wenn sie Til Teil eines starken Clusters sind Beschäftigung in neuen Unternehmen Quelle: Porter, The Economic Performance of Regions, Regional Studies, 2003; Delgado/Porter/Stern, Clusters and Entrepreneurship, Journal of Economic Geography, 2010; Delgado/bPorter/Stern, Clusters, Convergence, and Economic Performance, mimeo., Copyright 2010 Christian Ketels

17 Wirtschaftspolitik für KMUs KMUs sind ein zentraler Bestandteil aller Volkswirtschaften Mehrheit aller Beschäftigten, neuen Jobs, und der Wertschöpfung KMUs haben auf Grund ihrer geringen Größe besondere Bedürfnisse Begrenzte Präsenz in der Wertschöpfungskette Begrenzte Resourcen für langfristige Investitionen Begrenzte Kapazität zum Management von Kooperationsprojekten ABER KMUs lassen sich durch wirtschaftspolitische Programme nur schwer kosteneffektiv erreichen KMUs sind keine homogene Gruppe von Unternehmen Wachstumsorientierte Unternehmen Spezialisierte Zulieferer Lokale Dienstleister 17 Copyright 2010 Christian Ketels

18 Clusterinitiativen als kritische Brücke Großunternehmen Kleine und Mittlere Unternehmen Cluster- initiative Kooperation Staatliche Programme 18 Copyright 2010 Christian Ketels

19 Clusterpolitik heute Clusterpolitik hat bisher begrenzte Wirkung über die an Projekten beteiligten Partner hinaus Clusterpolitik steht vor der Herausforderung, mehr Breitenwirkung und mehr Strukturwandel zu erzeugen Die Wirtschaftskrise zwingt zu effizienterem Mitteleinsatz auf allen Ebenen Die Wirtschaftskrise erhöht den Bedarf nach Instrumenten zur Stimulierung nachhaltigen Wachstums 19 Copyright 2010 Christian Ketels

20 Die Zukunft von Clustern Globalisierung der Märkte Globalisierung des Standortwettbewerbs Globalisierung der Wertschöpfung Offene Innovation Globalisierung des Wettbewerbs Mobile creative class Spezialisierung von Regionen Dritte Aufgabe von Unviersitäten Ekzellenzsinitiative Cluster werden eher noch wichtiger Cluster spezialisieren sich mehr entlang der Wertschöpfungskette Neue Cluster entstehen an den Schnittstellen bestehender Branchen und Cluster Globale Netzwerke zwischen Clustern wachsen stark an 20 Copyright 2010 Christian Ketels

21 Trends Die Zukunft der Clusterpolitik Professionalisierung des Managements von Clusterinitiativen Erhöhte Verfügbarkeit von Daten zu Clusterpräsenz und der Wirkung von Cluster-orientierten Maßnahmen Verwendung wettbewerblicher Instrumente zur Vergabe öffentlicher Mittel Konzentration staatlicher Mittel auf Cluster in bestimmten Bereichen, z.b. erneuerbare Energien Herausforderungen Integration der clusterpolitischen Maßnahmen über verschiedene staatlichen Ebenen (Kommune, Land, Bund, EU) und Politikfelder (Innovation, KMUs, Regionalpolitik, Investitionsansiedlung, etc) Entwicklung effektiver Instrumente zur Mobilisierung von entstehenden Clustern Erhöhung der regionalen Breitenwirkung von Clustern 21 Copyright 2010 Christian Ketels

22 Maßnahmenintegration durch Clusterpolitik Entwicklungstrends in den USA White House Interministerielle Arbeitsgruppe zu regional Clustern Economic Development Administration Programme E-RIC Progamm Department of Energy Small Business Administration NIH / NSF / I6 Challenge Regional Innovation Clusters Programm Department of Agriculture Department e t of Defense 22 Copyright 2010 Christian Ketels

23 Breitenwirkung von Clusterpolitik Entwicklungstrends VON Cluster- Inseln ZU einem wettbewerbsfähigeren Standort Management regionaler Clusterportfolios Systematische Verbesserung des Wirtschaftsumfeldes unter Nutzung der Clusterprozesse Cluster als Symbol regionaler Stärken 23 Copyright 2010 Christian Ketels

24 Innovationsimpluse durch Clusterpolitik Entwicklungstrends Spezialisierung Fokus auf Bestehendem UND systematische Förderung des Strukturwandels Fokus auf Wachstumschancen zwischen und neben bestehenden Clustern + Einsatz eines Teils der Clusterpolitik auf risikoreichere entstehende Cluster Wachstum Stärkung des Gesamtumfeldes für Unternehmertum und Innovation 24 Copyright 2010 Christian Ketels

25 Implikationen für KMUs Die Kosten, außerhalb von Clustern, von Clusterinitativen, und von deren Projekten zu stehen, werden sich für KMUs erhöhen Clusterprogramme mit Ambition für mehr Breitenwirkung und Struktur- wandel werden überproportional Chancen für KMUs erzeugen KMUs brauchen eine klare Strategie, um optimalen Nutzen aus Clusterinitiativen zu ziehen Bei welchen Aktivitäten will man mit dabei sein (wo sind Kompetenzen, um den höchsten Nutzen aus den gebotenen Möglichkeiten zu ziehen)? Wie minimiert man die Gefahr des Ausblutens an Großunternehmen im Cluster? Clustermanagement sielt eine kritische Rolle bei der effektiven Integration von KMUs in Clusterprojekete Professionalisierung von Clustermanagement und Konsolidierung wirtschaftspolitischer Maßnahmen sollten es für KMUs einfacher machen, an Clusterprogrammen teilzunehmen 25 Copyright 2010 Christian Ketels

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