Infrastruktur Unternehmenssoftware Analyse & Optimierung Cloud WEB Security. FLAM-basierte Daten sorgen für Sicherheit

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1 4/2011 Infrastruktur Unternehmenssoftware Analyse & Optimierung Cloud WEB Security Content Management Das CMS der Zukunft Den kompletten Redaktionsprozess im Fokus Eine Publikation der WIN-Verlag GmbH & Co. KG Ausgabe-Nr.: 113 CH: sfr 21, A: 12, D: 11,50 Customer Experience Management ist derzeit eines der Buzzwords im Content-Management-Bereich. Aber was steckt dahinter? digitalbusiness sprach mit Jörn Bodemann, Vorstand der e-spirit AG, über das CMS der Zukunft und darüber, wie sich Redaktionsprozesse effizienter und einfacher gestalten lassen. Auf dem Weg zum Social Business Neue Trends bei Collaboration und die Social-Business-Strategie von IBM FLAM-basierte Daten sorgen für Sicherheit Ohne einen erhöhten Security-Level ist Cloud Computing undenkbar und das kostet Geld Nachfrage sucht und fi ndet Angebot Auf Online-Sourcing-Marktplätzen Anbieter für komplexe individuelle Aufträge finden

2 Ich habe viele Scanner getestet, und mich für Fujitsu entschieden. Ich bin EDV-Leiter. Vor einigen Monaten haben wir eine große Dokumentenerfassungslösung implementiert und dafür eine Reihe von Scannern getestet. Wir hatten viele Scanner zur Auswahl, aber nur Fujitsu überzeugte uns mit seinem auf Scanner spezialisierten Team, Qualitätsprodukten sowie hochwertigem Support die Voraussetzungen, um unsere Ziele zu erreichen. Alle Nutzer waren unerfahren im Umgang mit Scannern und mit Dokumentenerfassung. Die zu implementierende Erfassungslösung spielt eine wichtige Rolle für unser Unternehmen: Deshalb waren wir auf einen Anbieter angewiesen, der uns helfen konnte, die Herausforderungen unserer Aufgaben direkt beim ersten Mal zu meistern. Mit den Scannern von Fujitsu lassen sich die Dokumente schnell und präzise einscannen. Und wenn wir Unterstützung brauchen, reicht ein Anruf bei Fujitsus engagiertem Scannerteam. An weiteren Informationen interessiert? Folgen Sie uns auf Twitter unter Alle Namen, Herstellernamen, Marken- und Produktbezeichnungen unterliegen besonderen Schutzrechten und sind Herstellerzeichen und/oder eingetragene Marken der jeweiligen Inhaber. Alle Angaben unverbindlich. Änderungen an den technischen Daten ohne vorherige Ankündigung vorbehalten.

3 Editorial DER FRAUENANTEIL in Führungspositionen stagniert in Deutschland. So oder ähnlich lasen sich in den letzten Monaten die Schlagzeilen. Und der Spiegel titelte: Warum Deutschland die Frauenquote braucht. Den Auslöser für die neu entfachte Diskussion lieferte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen mit ihrem Vorschlag für eine gesetzliche Frauenquote in den Vorstands- und Führungsetagen der Wirtschaft betrug der Frauenanteil in den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen gerade mal 3,2 Prozent. Allein schon diese Zahl spräche für eine gesetzlich festgelegte Quote. Aber so viele Argumente dafür sprechen, gibt es auch genug Zweifel, ob eine solche gesetzliche Regelung qualifizierten Frauen den Weg nach oben erleichtern würde. Die Positionen zu dieser Fragestellung gehen jedenfalls quer durch alle Parteien, Gesellschaftsschichten und Entscheidungsebenen. Derweil immer noch über Sinn und Unsinn von Frauenquoten in Vorstandsetagen debattiert wird, platzte die überraschende Nachricht in unsere Redaktion: Am 4. Mai löst Martina Koederitz ihren Vorgänger Martin Jetter als neue Chefin von IBM Deutschland ab. Die 47-Jährige leitete bis dahin die Vertriebsorganisation von IBM in Deutschland, zuvor verantwortete sie das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen und den Geschäftspartnern von IBM in Deutschland. Jetter wechselt als neuer Strategiechef der IBM Corporation in die Unternehmenszentrale nach Armonk im US-Bundesstaat New York und löst zugleich Erich Clementi als Vorsitzenden des Aufsichtsrats ab. Respekt beim Thema Frauenquote ist IBM derzeit wirklich gut aufgestellt in der sonst eher männerdominierten IT-Branche. Die diesjährige CeBIT haben wir genutzt, uns mit Maria Gomez zu unterhalten, Director IBM Social Business and Collaboration Solutions bei IBM Deutschland. Das vollständige Interview zur Social-Business-Strategie von IBM und zu den Trends im Colloboration-Umfeld können Sie ab Seite 10 lesen. Selbstverständlich hoffen wir, Ihnen bald auch ein Interview mit Martina Koederitz präsentieren zu dürfen. Ebenfalls angefragt: Doris Albiez, Vice President Geschäftspartner und Mittelstand bei IBM Deutschland. Sie sehen: Frauen in Führungspositionen werden bei uns in nächster Zeit nicht zu kurz kommen... Ein anderes Thema, dem wir uns immer wieder widmen, ist die IT-Sicherheit. Wie viele Facetten dieser Begriff hat, zeigt der Beitrag von John Colley, Managing Director EMEA bei (ISC)2 (S. 13), wie auch das Interview mit Dr. Thomas Lapp, Vorstand der Nationalen Initiative für Internetsicherheit e. V., über die Sicherheit in der Kommunikation (S. 16). Und der Fachbeitrag von Heinz-Ulrich Wiebach, Geschäftsführer von limes datentechnik, beschreibt die Voraussetzungen für sichere Cloud-Computing-Anwendungen (S. 22). Offenbar liegt derzeit nichts mehr im Trend, als sich mit anderen zu vernetzen und Wissen zu teilen. Eine der schon länger bestehenden Online-Plattformen auf diesem Feld ist wer-weiss-was.de. Jetzt versucht es eine neue: Fiverr.de. Zu ihrem Deutschland-Start präsentierte sich das junge Fiverr-Team ganz euphorisch bei einer Pressekonferenz. Ihre Website will der Ort sein, an dem Leute alles teilen können, was sie für 5 Euro tun würden. Und das funktioniert so: Jeder registrierte User kann sein ganz spezielles Wissen zum Einheitspreis von fünf Euro anbieten. Zum Beispiel. Ich werde ihnen eine erfolgreiche Geschäftsidee zeigen. Oder: Ich werde eine Mosaik-Collage aus deinem Bild machen. Manche Skeptiker mögen darin ein neues Modell von Lohndumping sehen. Da heißt es aber, genauer hinzuschauen: Die Angebote müssen standardisier- und wiederholbar sein, um für den Anbieter lukrativ zu sein. So werden eher Liebhaber mit viel Freizeit hier ihr Wissen mit anderen teilen wollen. Also eher keine Konkurrenz für echte Profis. Ich wünsche Ihnen viele neue Einsichten beim Lesen dieser Ausgabe und genießen Sie den Frühling, Ihr Stefan Girschner Leitender Redakteur digitalbusiness Stefan Girschner Leitender Redakteur digitalbusiness 4/2011 3

4 Inhalt & mehr Jörn Bodemann, Vorstandsvorsitzender, e-spirit AG: Die einfache Integration von neuen Anwendungen wird künftig eine zentrale Anforderung an Content- Management-Systeme sein. Das CMS wird zur integrativen Plattform, die Inhalte aus verschiedenen Systemen zusammenführt und veröffentlicht. Im Fokus muss dabei die Effizienz des Redaktionsprozesses stehen. Seite 6 Titelinterview mit Jörn Bodemann Customer Experience und das CMS der Zukunft... 6 Social Software und Collaboration Auf dem Weg zum Social Business... 8 Produktfokus News Aktuelle News...10 Informationssicherheit IT-Sicherheit im Aufschwung...13 Maria Gomez, Director IBM Social Business and Collaboration Solutions, IBM: Ich denke, dass wir 2011 beobachten werden, wie immer mehr Unternehmen wichtige Schritte in Richtung Social Business unternehmen. Das bedeutet, sie werden an einem oder mehreren Punkten in das Thema einsteigen etwa in der Marketing-Kommunikation, in HR oder im Vertrieb und von hier aus wird es weitere Verbreitung finden. Seite 8 Management der Informationen E-Commerce Präzise Analyse des Kundenverhaltens...14 Sicherer Datenaustausch Projektarbeit sicher gestalten...15 Sicherheit in der Kommunikation Der Informationssicherheit mehr Beachtung schenken...16 Dr. Carsten Dittmar, Principal Business Intelligence Solutions, Steria Mummert: Rund die Hälfte der befragten Firmen investiert eine Million Euro und mehr pro Jahr in BI-Lösungen. Doch trotz dieses umfangreichen Budgets wird BI an vielen Stellen noch nicht richtig eingesetzt. Der Durchdringungsgrad in zahlreichen Unternehmen ist gering... Seite 36 Flexibilität der Geschäftsprozesse Legacy-Applikationen Echter Unicode für Screens...18 Umstellung auf virtuelle Desktops Mit Desktop-Virtualisierung Energiekosten senken...20 Cloud Computing FLAM-bierte Daten sorgen für Sicherheit...22 Read this first: IT-Sicherheit: Der Informationssicherheit mehr Beachtung schenken Seite 16 Business Process Management: Erfolgsmessung von BPM Seite /2011

5 Inhalt & mehr Produktivität der Mitarbeiter Mobile Kommunikation Echtzeit-Kommunikation für globale Belegschaft...24 E-Learning Interaktive Betrugsprävention nach dem Modul-Prinzip...26 Kompetenz Online Sourcing Nachfrage sucht und fi ndet Angebot...28 Business Process Management Erfolgsmessung von BPM...31 Zukunftsorientiert Unternehmensführung Wachstumsziele umsetzen aber wie?...41 Das Letzte Vorschau...45 Impressum...45 Personalien Köpfe...44 Glosse Von Kindern und anderen Geburten...46 Business Process Monitoring SAP mit System optimal einsetzen...34 Business Intelligence Ganzheitliche Strategie gefragt...36 Mittelstandsorientiert digitalbusiness ONLINE Enterprise Resource Planning Anforderungen mit fl exibler ERP-Technologie meistern...38 Customer Relationship Management Von Klebstoff und Kundenbindung...40 Tagesaktuelle Informationen und interessante Links fi nden Sie auf der Website Bitte beachten Sie das Partnerverzeichnis auf der Seite 25.

6 Titelinterview Content Management Customer Experience und das CMS der Zukunft Webprojekte werden immer komplexer, und die hohe Innovationsgeschwindigkeit des Internets stellt hohe Anforderungen an ein Content-Management-System aber auch an den Nutzer. digitalbusiness sprach mit Jörn Bodemann, dem Vorstandsvorsitzenden der e-spirit AG, über das CMS der Zukunft und darüber, wie Redaktionsprozesse effizienter und einfacher werden. digitalbusiness: Herr Bodemann, Customer Experience Management ist derzeit eines der Buzzwords im Content Management. Was steckt dahinter? Jörn Bodemann: Der Hype um das Customer oder Web Experience Management ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Es geht im Grunde darum, Anwendern eine positive Nutzererfahrung zu bescheren. Bei der aktuellen Diskussion stehen in erster Linie die Endnutzer im Vordergrund, also diejenigen, die digitalen Content konsumieren. Viele Anbieter und Unternehmen vergessen dabei den Management-Aspekt des Web Experience Management. Denn eigentlich geht es dabei nicht um die Ausgabeseite im Web, sondern vor allem um die Redaktionsseite, also um die Menschen, die den Content erstellen und sozusagen die Experience managen. digitalbusiness: Sie sprechen also von den Mitarbeitern in Produktmanagement, Marketing oder in der Unternehmenskommunikation, die für die Erstellung und Pflege der Inhalte verantwortlich sind? Bodemann: Genau. Besonders an diesem Punkt in der Informationskette sind positive Erfahrungen im Sinne der Customer Experience wichtig. Es geht darum, die Redaktionsprozesse für Online-Redakteure wesentlich schneller, agiler, effizienter und einfacher zu gestalten. Und natürlich auch darum, im Unternehmen auf diese Weise Zeit und Kosten zu sparen. Webprojekte werden immer komplexer. Das gilt sowohl für die Struktur einer Webseite als auch für die bereitgestellten Inhalte und Services. digitalbusiness: Die Erwartungen an eine Website steigen Bodemann: Zahlreiche Komponenten spielen zusammen: E-Commerce, Social Media, Content Targeting, Rich Media Management, Analytics usw. sorgen dafür, dass immer höhere Erwartungen an eine Webseite und damit immer höhere Anforderungen an das Content Management gestellt werden. Dem müssen Unternehmen begegnen, wenn sie von den Chancen, die das Web Jörn Bodemann ist Vorstandsvorsitzender der e-spirit AG. bietet, profitieren wollen. Ein Content- Management-System, das nicht nur den Inhaltskonsumenten im Blick hat, sondern auch auf die Anforderungen der Redakteure und effiziente Unternehmensprozesse zugeschnitten ist, kann ihnen dabei helfen. digitalbusiness: Laut Forrester und anderen Branchenkennern wird keine einzelne Plattform wirklich alle Anforderungen eines Unternehmens abdecken können. Wie sehen Sie das als Hersteller? Bodemann: Das sehen wir auch so. Die Innovationsgeschwindigkeit in der Internetbranche ist so hoch, dass kein einzelner Hersteller wirklich alle Anforderungen komplett richtig gut abdecken kann. Deshalb haben wir uns für eine Best-of-Breed-Strategie entschieden. Mit unserem Produkt FirstSpirit bieten wir Unternehmen eine High- End-Lösung, die out of the Box alle Content-Management-Anforderungen abdeckt. Wir wissen aber auch, dass es in angrenzenden Bereichen immer einen Spezialisten für bestimmte Anwendungen geben wird, der auf seinem Gebiet längst eine Lösung hat, die wir selbst nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand genauso gut entwickeln könnten. Nehmen Sie zum Beispiel den Bereich Videotechnologie. Da könnten wir natürlich versuchen, eine eigene Lösung auf die Beine zu stellen. digitalbusiness: Warum tun Sie das nicht? 6 4/2011

7 Titelinterview Bodemann: Den Vorsprung, den erfolgreiche Anwendungen wie zum Beispiel von MovingImage24 haben, könnten wir kaum aufholen. Deren Kernprodukt ist eine Speziallösung zum Videomanagement, die sie ständig verbessern und an die Anforderungen des Marktes anpassen. Gleiches gilt für hoch spezialisierte Suchfunktionalitäten oder Applikationen in den Bereichen Community-Software, Bildbearbeitung, - Marketing oder Webanalyse, für die es bereits gute, etablierte Anbieter gibt. e-spirit ist ein Content-Management- Spezialist, und das wollen wir bleiben. Wir verstehen unsere Aufgabe deshalb auch darin, die führenden Spezialisten für verschiedene Anwendungen zu finden und ihre Services unseren Kunden so schnell und einfach wie möglich in FirstSpirit zur Verfügung zu stellen. Wir bieten ihnen also eine Drehscheibe, die Content-Management-Funktionen mit Integrationsstärke vereint und die besten Lösungen in eine zentrale Arbeitsoberfläche integrieren kann. digitalbusiness: Auf der CeBIT haben Sie das AppCenter für FirstSpirit vorgestellt. Was steckt dahinter? Bodemann: Mit dem AppCenter stellen wir den Usern eine am Markt einzigartige Technologie zur Verfügung, die die Umsetzung unserer Best-of-Breed- Strategie bedingungslos unterstützt. Es handelt sich um eine Infrastruktur zur Einbindung von Web- und Desktopanwendungen in das CMS. Dazu gehören zum Beispiel Online-Bilddatenbanken, Bildbearbeitungs-, Video-, Geolocation-, Webanalyse-Dienste und Online-Enzyklopädien, aber auch Office-Programme sowie beliebige weitere Web-Anwendungen. Was diese Form der Integration so besonders macht: Der Redakteur arbeitet direkt im CMS in der Oberfläche der angebundenen Anwendung. digitalbusiness: Eine vollkommen neue Art der Nutzererfahrung? Bodemann: Richtig. Der Redakteur kann sich Inhalte aus integrierten Anwendungen direkt im CMS anzeigen lassen, per Drag and Drop übernehmen, redaktionell weiterverarbeiten und dann auf der eigenen Webseite, im Intranet und Ein Beispiel für eine AppCenter-Anwendung ist die Integration von Online-Bilddatenbanken wie Fotolia, Pixelio oder istockphoto in FirstSpirit. Der Redakteur kann direkt im CMS auf der gewohnten Oberfläche der Bilddatenbank arbeiten, Bilder suchen, per Drag & Drop ins CMS übernehmen (inklusive Dubletten-Check und Kaufabwicklung) und dann zum Beispiel auf einer Website veröffentlichen. beliebigen weiteren Kanälen veröffentlichen. Er bewegt sich in der gewohnten Oberfläche der Anwendung, zum Beispiel der Bilddatenbank. Wir nutzen die Erfahrungen, die er mit der ihm bekannten Softwarelösung schon hat, um seine Arbeit noch effizienter zu machen. Außerdem entfallen das umständliche Hin- und Her-Wechseln zwischen verschiedenen Programmen und das manuelle Übertragen von Content. Stellen Sie sich vor, was die Optimierung dieser Prozesse für die tägliche Arbeit an Zeitersparnis bedeutet. digitalbusiness: Welche Vorteile ergeben sich dadurch für Unternehmen außerdem? Bodemann: Viele Unternehmen bewegen sich in innovationsgetriebenen Marktbereichen und der Wettbewerbsdruck steigt in allen Branchen, auch was den jeweiligen Online-Auftritt betrifft da ist die Time to Market ein kritischer Erfolgsfaktor. FirstSpirit bietet ihnen eine zentrale Plattform, auf der sie schnell alle Ressourcen zusammenführen und ihre Wettbewerbsvorteile besser nutzen können. Die Einbindung einer Web- Anwendung realisieren wir mit dem AppCenter in kürzester Zeit. Heute sprechen wir mit den Standardisierungen durch das AppCenter nicht mehr von Integrationszeiten von mehreren Monaten, sondern von wenigen Tagen. Für Unternehmen bedeutet diese hohe Innovationsgeschwindigkeit einen enormen Zeit- und Kostenvorteil. digitalbusiness: Wohin wird sich der CMS-Markt Ihrer Ansicht nach in den kommenden Jahren entwickeln? Bodemann: Die Integration von neuen Anwendungen wird eine zentrale Anforderung sein. Content-Management- Systeme werden mehr und mehr zu einer integrativen Plattform, die Inhalte aus der immer heterogener werdenden System- und Applikationslandschaft des Unternehmens zusammenführt und dann in alle digitalen Ausgabekanäle veröffentlicht. Neben Internetauftritt und Intranet sind das auch E-Commerce-Lösungen mit der Möglichkeit zu Cross-Channel-Aktivitäten, die Ausgabe über Print-Produkte genauso wie über mobile Endgeräte, außerdem Kanäle zur Interaktion mit sozialen Netzwerken. Um mit den Anforderungen des Marktes Schritt halten zu können, muss die Branche den Nutzern schnell die passenden Werk zeuge liefern und eine überzeugende Customer Ex perience bieten können. Mit dem FirstSpirit AppCenter sind wir da ganz vorne mit dabei. Kennziffer: DBM /2011 7

8 Interview Social Software und Collaboration Auf dem Weg zum Social Business IBM entwickelt derzeit Social Software und Collaboration-Anwendungen zu einem neuen Konzept weiter: Social Business. Dadurch soll die durchgehende Vernetzung der Geschäftsbeziehungen und die Integration von Social-Media-Anwendungen im Unternehmen ermöglicht werden. Ziel ist, durch die verbesserte Zusammenarbeit auch den Geschäftserfolg zu erhöhen. Wir sprachen mit Maria Gomez, Director IBM Social Business and Collaboration Solutions, IBM Deutschland, über die Social-Business-Strategie von IBM, Trends und Entwicklungen im Collaboration-Umfeld sowie die damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmensanwender. digitalbusiness: Frau Gomez, seit Jahresbeginn sind Sie Direktorin für Collaboration Solutions bei IBM Deutschland. Wie haben Sie sich in Ihr neues Aufgabengebiet eingearbeitet? Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr gesetzt? Maria Gomez: Für mich persönlich war eine längere Einarbeitungszeit zum Glück nicht nötig, da ich schon seit 1994 in verschiedenen Funktionen bei IBM tätig und somit ein alter Hase bin. Und was die Zielsetzung angeht, die besteht angesichts der Veränderungen bei der Art und Weise, wie wir arbeiten und zusammenarbeiten Stichpunkt wachsende Bedeutung von Social Software, Collaboration Tools und dem Trend zum mobilen Arbeiten darin, Unternehmen auf ihrem Weg zu einem Social Business bestmöglich zu unterstützen. digitalbusiness: Auf der diesjährigen IBM Lotusphere war Social Business das bestimmende Thema. Welche Strategien verfolgt IBM in den nächsten Jahren? Gomez: IBM fasst unter diesem Dachbegriff die immer stärker vernetzten Geschäftsbeziehungen und die Integration der internen und externen Nutzung von Social Software zusammen. Die Integration sozialer Komponenten wird auch neue Bereiche durchdringen. So beinhaltet die Business Analytics-Suite IBM Cognos in der aktuellen Version Funktionen von IBM Connections für die bessere Zusammenarbeit bei Planung und Controlling. Auch die Integration von Enterprise Content Management in IBM Connections zeigen deutlich das Zusammenwachsen von ehemals unterschiedlichen Anwendungen und deren zunehmende Vernetzung. Dies gilt es, in den nächsten Jahren noch stärker voranzutreiben. digitalbusiness: Welche neuen Lösungen und Anwendungen werden Sie in diesem Jahr einführen? Wird sich die Marke Lotus Notes entsprechend der neuen Strategie verändern? Gomez: Es geht weniger um neue Produkte als vielmehr um die konsequente Maria Gomez, Director IBM Social Business and Collaboration Solutions bei IBM Deutschland. Bild: IBM Weiterentwicklung von Lösungen, die Funktionalitäten von Social Software integrieren. Eines unserer Leitthemen ist dabei die Integration von Informationen und Konversationen von unterschiedlichen Plattformen in einem einheitlichen Activity Stream. Zwar gibt es hier schon erste Tools, doch handelt es sich dabei üblicherweise um reine Linklisten, die es nicht erlauben, die Einträge direkt an Ort und Stelle zu bearbeiten. Mit ihnen bleibt die Komplexität der unterschiedlichen Benutzeroberflächen und Editoren bestehen und dem Nutzer ist nicht wirklich geholfen. Die Activity Streams erleichtern dagegen die tägliche Arbeit, da sie die Kommunikation über alle Kanäle an einem Ort bündeln. Die Integration funktioniert übrigens über das offene Social Business Toolkit, das man heute bereits im Greenhouse (http:// greenhouse.lotus.com) kostenlos ausprobieren kann. Auch Lotus Notes wird unter diesen Gesichtspunkten konsequent weiterentwickelt. Schon die nächste Version der IBM Collaboration Software wird erstmals eine einheitliche Benutzeroberfläche für alle verwendeten Kanäle bieten. Lotus Notes bleibt so ein zentrales Element in der Softwarestrategie von IBM. digitalbusiness: Dieses Jahr soll laut IBM das Motto Social everywhere im Mittelpunkt stehen. Was ist hierunter zu verstehen? Gomez: Darunter verstehen wir die Transformation eines Unternehmens in ein Social Business, das seinen Mitarbeitern 8 4/2011

9 Interview nicht nur die passenden Werkzeuge an die Hand gibt, um sich besser vernetzen zu können. Es fördert auch den möglichst breiten Zugang zu Wissen und Informationen. Es schafft Werte durch den Aufbau von Expertennetzwerken unter Kollegen wie auch zwischen Mitarbeitern und ihren Kunden und Partnern. Und schließlich zeichnet sich ein Social Business durch seine hohe Reaktionsbereitschaft aus. Die Team-Strukturen sind extrem flexibel: Sobald sich eine Aufgabe ändert, kann aus dem Netzwerk ad hoc die beste Mannschaft dafür aufgestellt werden. digitalbusiness: Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie in diesem Bereich? Gomez: Ein Trend liegt darin, dass weiterhin Entwicklungen, die sich im privaten Social-Media-Umfeld bewähren, auch für die Geschäftswelt produktiv werden unter der Voraussetzung, dass einige wichtige Anforderungen der Business-Welt erfüllt sind, zum Beispiel die Sicherheit und der Schutz der IP. Eine von IBM 2010 durchgeführte Studie unter CEOs zeigt auf, dass die Entwicklung hin zum Social Business über den Erfolg mit entscheidet: Unternehmen, die ihre Produkte und Services gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln, sind erfolgreicher. Sie nutzen verfügbare Daten besser aus und räumen der Kundennähe oberste Priorität ein. Auch kommen sie besser mit der Komplexität unserer heutigen Arbeitswelt zurecht. digitalbusiness: Wie werden sich die Arbeitsweisen und Kommunikationsformen durch Social Business in den Unternehmen ändern? Wie sollten Unternehmen darauf am besten reagieren? Gomez: Der Vernetzungsgrad der Mitarbeiter intern und extern wird steigen, Wissen wird den Vorrang vor Hierarchiestufen haben, die Bereitschaft zu teilen wird wichtiger, als den Erfolg für sich allein buchen zu wollen. Das wird im besten Fall eine neue Offenheit zur Folge haben und einige langwierige und veraltete Prozesse zum Verschwinden bringen. Unternehmen sollten diesen Wandel mitvollziehen und aktiv fördern. Das bedeutet auch, Mitarbeiter, die nicht zu den so genannte Digital Natives zählen, mit ins Boot zu holen. Das geht am besten, wenn auch die Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen. digitalbusiness: Kommen wir nochmals zu den Lösungen für Social Business zurück. Gerade hier werden Cloud-Lösungen und Apps immer wichtiger. In welcher Form werden Sie passende Lösungen anbieten? Gomez: Ein Beispiel ist die konsequente Weiterentwicklung unserer Cloud- Lösung LotusLive. So haben wir auf der Lotusphere LotusLive Symphony vorgestellt. Teammitglieder können nun gleichzeitig Dokumente wie etwa Präsentationen bearbeiten und sich dazu austauschen. Dies ermöglicht genau das flexible Arbeiten in verteilten Teams, wovon ich eben sprach. Zum Stichwort Apps: Das mobile Arbeiten ist ein Trend, der sich in allen Branchen immer stärker durchsetzen wird. Hier geht es uns darum, den Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen und ihm wirklich die Tools auch mobil an die Hand zu geben, die er für seine Arbeit benötigt. digitalbusiness: Apps und Cloud-Lösungen werden häufig zu deutlich geringeren Lizenzkosten angeboten. Wie sieht in diesem Bereich Ihr Geschäftsund Erlösmodell aus? Gomez: Lokal installierte Lösungen werden in Zukunft nicht überflüssig. Vielmehr werden Hybrid-Modelle die Praxis werden, das heißt, je nach Anforderungen in einem Unternehmen werden die Applikationen mal on premise, mal in der Cloud zur Verfügung stehen. Der Kunde steht dabei im Vordergrund. Ähnlich sieht es bei den mobilen Angeboten aus: Hier muss man sich anschauen, auf welchem Endgerät und für welches Nutzungsszenario Apps sinnvoll sind und wann eine browserbasierte Lösung die bessere Wahl darstellt. Auch hier steht natürlich der in diesem Fall mobile Nutzer im Mittelpunkt, der erwarten kann, dass er all die Funktionalitäten zur Verfügung hat, die er im mobilen Einsatz benötigt und nicht nur mobile Vollversionen, die im Zweifel zu viel auf einer nicht optimalen Nutzeroberfläche anbieten. digitalbusiness: Welche Auswirkungen dieser Social-Business-Strategie sind für Partner und Kunden zu erwarten? Werden sich die aktuellen Lizenzmodelle für Social-Business-Lösungen ändern? Gomez: Unsere Partner und Kunden dürfen von uns erwarten, dass wir uns selbst wie ein Social Business verhalten: Das heißt, wir werden noch enger mit ihnen zusammenarbeiten, uns noch mehr mit ihnen vernetzen, um gemeinsam das zu erarbeiten und zu liefern, was für den Wandel zum Social Business benötigt wird. Das haben wir schon in der Vergangenheit gemacht denken sie nur an unsere Innovation Jams und das werden wir in Zukunft noch verstärkt vorantreiben. Davon profitieren unsere Partner, indem sie unsere Innovationen noch besser zum Kunden bringen können. Davon profitieren die Kunden, weil ihre Collaboration- Lösungen jetzt noch genauer, ihrem persönlichen Feedback entsprechend, auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sein werden. digitalbusiness: Wie sieht Ihr persönlicher Ausblick auf das Jahr 2011 aus? Gomez: Ich denke, dass wir 2011 beobachten werden, wie immer mehr Unternehmen wichtige Schritte in Richtung Social Business unternehmen. Das bedeutet, sie werden an einem oder mehreren Punkten in das Thema einsteigen etwa in der Marketing-Kommunikation, in HR oder im Vertrieb und von hier aus wird es weitere Verbreitung finden. Andere Unternehmen werden das beobachten und reagieren und so wird sich das immer weiter fortsetzen. Ich schätze, wir werden hier auch einige Überraschungen von Unternehmen aus eher traditionellen Branchen erleben, ganz einfach, weil sich der große Nutzen von Social immer schneller verbreiten wird. Das sehe ich ja auch hier bei IBM: Hier sind mittlerweile Mitarbeiter auf Linkedin präsent, über Twitter Accounts werden von IBMlern gepflegt und in der Entwickler-Community developer- Works arbeiten etwa Mitarbeiter mit Externen zusammen. Es gibt bei uns mehr als interne Blogs und knapp interne Wikis. Das Gespräch führte Stefan Girschner. Kennziffer: DBM /2011 9

10 Produkt-Fokus Studie zu Cloud Computing Cloud Computing stärkt Rolle der IT Eine von CA Technologies veröffentlichte Studie zeigt, dass Cloud Computing der IT eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Unternehmensstrategie verleiht und zugleich ein Innovationstreiber ist. An der Studie, die von IDG Research Services im Auftrag von CA Technologies durchgeführt wurde, beteiligten sich 200 IT-Manager in den USA und in Europa. 96 Prozent der Befragten glaubt demnach, dass sich die Position der IT in den vergangenen fünf Jahren im Unternehmen gewandelt hat. 71 Prozent sagen, dass sich dieser Trend in den nächsten zwei Jahren fortsetzt. 54 Prozent der Befragten gab an, dass der aktuelle Wert der IT größtenteils durch ihre Aufgabe Virtualisierungstechnologie als Betreiber der IT-Infrastruktur definiert ist. Die Befragten gehen jedoch davon aus, dass die Hauptrolle der IT innerhalb der nächsten zwei Jahre in der Verwaltung der IT-Supply-Chain liegen wird. 50 Prozent gab an, dass eine Zunahme der Cloud-basierten Services zu dieser Entwicklung beiträgt. 63 Prozent der Befragten meint, dass Cloud Computing die Agilität beschleunigen und vorantreiben kann. 55 Prozent der Befragten sagen, dass Cloud Computing die IT-Produktivität ankurbelt und 40 Prozent glauben, dass dadurch der Ressourcenverbrauch und Zeitaufwand für den IT-Support sinkt. Kennziffer: DBM22298 Report zur Desktop-Virtualisierung Matrix42, Anbieter für Workplace Management, hat eine Umfrage zur Desktop-Virtualisierung durchgeführt. Die Studie zeigt, dass VDI einer der populärsten IT-Trends dieser Tage ist. Dennoch gaben 76 Prozent zu, dass in ihrem Unternehmen Bedenken hinsichtlich der Virtualisierung bestehen in erster Linie, was den Umstellungsprozess und das Management der virtuellen Umgebungen selbst betrifft. Die Studie fand heraus, dass sich eine signifikante Anzahl von Unternehmen aktiv damit beschäftigt, ihre Desktops zu virtualisieren: 80 Prozent der großen Firmen, 76 Prozent des Mittelstands und 58 Prozent der kleineren Unternehmen planen eine Desktop-Virtualisierung. Im Durchschnitt haben sie vor, mehr als die Hälfte der Unternehmensrechner zu virtualisieren, wobei die kleineren Unternehmen einen größeren Anteil umstellen wollen als die großen Firmen. Vor allem KMUs möchten in den nächsten zwei Jahren ihre Computer umstellen: 67 Prozent der Unternehmen mit maximal 100 Desktops und 45 Prozent des Mittelstands haben hierzu schon genaue Pläne. Bei den Gründen für die geplante Virtualisierung gaben 29 Prozent die Reduzierung der Soft- und Hardwarekosten an. Als Herausforderungen nannten jeweils 24 Prozent das Management der physikalischen und virtuellen Clients sowie den Zeitaufwand und die Anstrengung, die der Roll-Out sowie die Steuerung der virtuellen Computer mit sich bringen. Kennziffer: DBM22323 Mobiles Arbeiten Wie Unternehmen vom Apple iphone profi tieren Laut einer aktuellen Studie von PAC/Berlecon und der Fraunhofer ESK stellt das Smartphone iphone 4 ITK-Verantwortliche immer noch vor große Herausforderungen. Mit aktuellen Updates hat Hersteller Apple das Betriebssystem zwar um Device- Management-Optionen erweitert, allerdings sind diese für den Unternehmenseinsatz nicht zufriedenstellend. Die Analysten zeigen in der Studie konkrete Einsatzszenarien auf und geben praktische Empfehlungen für die Umsetzung von Nutzungsrichtlinien, die App-Auswahl sowie die Gerätekonfiguration. Ein zentraler Kritikpunkt der Analysten bleibt das Thema Mobile Device Management (MDM). So sind die Nutzung IT-Security Vernachlässigte Softwaresicherheit erhöht Risiken Die mangelnde Berücksichtigung von sicheren Prozessen und Vorgehensweisen im gesamten Softwarelebenszyklus erzeugt erhebliche Risiken für Unternehmen und Behörden. Das ist das wichtigste Ergebnis einer internationalen Umfrage zur Sicherheit im Application Lifecycle Management des Analystenhauses Creative Intellect Consulting in Zusammenarbeit mit (ISC)2 und der International Association of Software Architects (IASA). 59 Prozent der Befragten gab an, Verfahren zur Sicherstellung der Sicherheit und der Qualität nicht konsequent durchzuführen. 26 Prozent wendet nur teilweise oder überhaupt keine sicheren Softwareentwicklungsprozesse an. Änderungsmanagement-Prozesse eines Firmen-iTunes-Account und damit ein zentraler Einkauf von Software und deren Verteilung an die Mitarbeiter nicht möglich. Nur für eine begrenzte Anzahl von Geräten können Applikationen zentral bezogen und an die Anwender ausgerollt werden. Zudem erlaubt das iphone- Konfigurationsprogramm dem Administrator nicht, Unternehmensrichtlinien ohne Interaktion des Nutzers zu aktivieren. In der Neuauflage der Studie Das iphone 4 im Unternehmenseinsatz von 2010 zeigen die Analysten drei Einsatzszenarien für die geschäftliche Nutzung von iphones ohne die Nutzung von Mobile Device Management. Kennziffer: DBM22321 werden von über 93 Prozent der Befragten eingehalten. Die Führungsebene in Unternehmen engagiert sich zu wenig für eine höhere Sicherheit im Softwarelebenszyklus. Bei der Verbesserung der Sicherheit für den gesamten Softwarelebenszyklus wurden von fast zwei Dritteln der Befragten die mangelnde Unterstützung seitens der Unternehmensführung sowie unzureichende Investitionen als Hauptgründe angeführt. 70 Prozent der Befragten gaben an, es gebe keine ausreichenden Sicherheitsrichtlinien für wichtige Technologiemodelle wie Cloud Computing, Virtualisierung, mobile Endgeräte und Mainframes. Kennziffer: DBM /2011

11 Produkt-Fokus Green-IT-Lösungen Kosten für das Rechenzentrum senken Laut der aktuellen Studie Green IT in Rechenzentren von SGI, spezialisiert auf technisches Computing, haben sich 83 Prozent der befragten IT-Unternehmen mit Green-IT- Lösungen beschäftigt. Als Hauptgrund wurde hierfür neben der allgemeinen öffentlichen Diskussion um Klimawandel und Energieeffizienz vor allem die Meinung der eigenen Kunden genannt. 65 Prozent der Befragten registrieren ein steigendes Interesse von Kundenseite, ob man sich mit Green IT beschäftigt. Und einundvierzig Prozent reagieren auf das Feedback ihrer Kunden sogar mit konkreten Überlegungen zum entsprechenden Einsatz grüner IT-Lösungen. An der Studie beteiligten sich über 150 Unternehmen aus verschiedensten Branchen. 88 Prozent der Befragten versprechen sich zwar deutliche Energie- und Kosteneinsparungen durch den Einsatz von Green-IT-Lösungen, doch wenn es um die praktische Umsetzung geht, reichen gute Vorsätze allein nicht aus: Zwar erkennen 76 Prozent der Befragten, dass energieeffiziente Server einen wichtigen Umweltbeitrag leisten können, aber nur 34 Prozent berücksichtigen bei der Neuplanung eines Rechenzentrums tatsächlich die Implementierung von Green-IT-Lösungen. Zudem haben über 70 Prozent der Befragten gar keine oder nur eine vage Vorstellung von den Gesamtbetriebskosten ihres Rechenzentrums. 80 Prozent der befragten Unternehmen haben keine Jobposition geschaffen, die sich ausschließlich mit Green-IT in Rechenzentren beschäftigt. Zudem sind 78 Prozent der Befragten schlecht bis gar nicht darüber informiert, dass es staatliche Fördermittel für ihre Green-IT-Initiativen gibt. Kennziffer: DBM22406 Business Intelligence Neues Kompetenzzentrum für Business Analytics mit Netezza Im deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen wird das europaweit erste Kompetenzzentrum für Netezza-Technologien eröffnet. Wichtigste Aufgabe des Centers of Excellence für Netezza werden Testläufe auf der Netezza-Appliance unter realen Bedingungen sein. Kunden können ihre Unternehmensdaten IT-Infrastruktur Neue Server- und Grafi klösungen für den Mittelstand transtec bietet seine CALLEO-Server und Workstations der Marke Lynx ab sofort mit der neuen Intel-Prozessorgeneration Sandy Bridge an. Die IT- Lösungen eignen sich laut Hersteller besonders für mittelständische Unternehmen mit deren hohen Anforderungen an Systemstabilität, Sicherheit und Produktivität. Mit den transtec- zur Verfügung stellen und sie mit Hilfe der Netezza-Appliance analysieren und auswerten lassen, um so verschiedene Business-Intelligence-Lösungen zu vergleichen und sich von der Verarbeitungsgeschwindigkeit der Appliance zu überzeugen. Neben dem Netezza- Center sind noch weitere Centers of Excellence für Data Warehousing und Business Intelligence auf den Plattformen System z, Linux/Unix und Windows sowie Cognos auf SAP in Böblingen angesiedelt. Netezza wurde im November 2010 von IBM übernommen und entwickelt Data Warehousing Appliances. Kennziffer: DBM22402 Lösungen auf der Basis der CALLEO- Server erhält der Anwender genau die Hardware-Komponenten, die für seine Anforderungen notwendig sind. Dank der neuen Intel-Prozessorarchitektur sind Serverlösungen möglich, die im Vergleich von Leistungsfähigkeit, Systemstabilität und Produktivität besser abschneiden als die Vorgängerlösungen, aber weniger Investitions- und Betriebskosten verursachen. Systemvergleiche haben eine Leistungssteigerung um bis zu 30 Prozent zur vorhergehenden Prozessorgeneration ergeben. Kennziffer: DBM22322

12 Produkt-Fokus +++ TICKER +++ TICKER +++ TICKER +++ TICKER +++ TICKER +++ Intershop gewinnt Cancom als neuen Großkunden Die Intershop Communications AG hat mit der Cancom-Gruppe, Anbieter von IT-Infrastruktur und Dienstleistungen, einen Vertrag über ein Geschäftsvolumen von über einer Million Euro abgeschlossen. Das Unternehmen zählt damit zu den so genannten Platinum Accounts von Intershop. Dieser Auftrag erweitert die bestehenden Lizenzen um Consulting-Leistungen für den Online-Shop der Cancom- Gruppe. Das Online-Portal von Cancom zählt zu den umsatzstärksten deutschen Online-Shops für IT. Kennziffer: DBM22183 CMS-Lösung von e-spirit integriert IBM-WebSphere-Plattform Die e-spirit AG und IBM intensivieren ihre Zusammenarbeit im E-Commerce. Der Fokus liegt dabei auf der Integration des Content-Management-Systems FirstSpirit in die IBM-Plattform WebSphere Commerce. Die nahtlose Verbindung des CMS mit der Retail-Lösung ermöglicht Online-Händlern den Aufbau von leistungsfähigen E-Commerce-Plattformen. Dadurch können sie mit einer Basis die Inhalte für Internet und Online-Shop verwalten und pfl egen sowie in diversen Formaten und Kanälen ausgeben. Hierzu zählen HTML, XML, PDF, optimierte Ausgaben für mobile Geräte ebenso wie Newsletter, Prospekte oder Mailings. Kennziffer: DBM22320 Cubeware verstärkt Engagement in den USA Der Business-Intelligence-Spezialist Cubeware ist seit April in den USA vertreten. Von der neuen Dependance in Houston/ Texas aus möchte Cubeware die eigene Marke in den USA bekannter machen und dort den Partner-Kanal ausbauen. Von den insgesamt 65 zertifi zierten Business- Partnern haben Data 41 (Kalifornien), ivedix (New York) und Telemetree Systems (Pennsylvania) ihren Standort in den USA. Die neue Niederlassung wird von Steffen Kleinmanns geleitet, einem langjährigen Mitarbeiter von Cubeware und Partner Account Manager. Kennziffer: DBM22324 ekam solutions wird Conet Media Suite Alliance Partner Die Conet Solutions GmbH und die ekam solutions gmbh kooperieren künftig noch enger: Durch die Partnerschaft mit dem Hennefer IT-System- und Beratungshaus erweitert die in Aalen ansässige ekam solutions ihr Leistungsspektrum um die Media-Suite- Produktreihe, die sich aus den Kernmodulen Creator Content Manager), Oscar (Extended Mediabase) und CI4All web Content Integrator) zusammensetzt. Conet seinerseits profi tiert von zusätzlichen Vertriebswegen durch ekam solutions. Die ekam solutions gmbh als Systemhaus ist auf die Entwicklung und Implementierung von voll integrierten IBM-Lotus-Notes/Domino- Datenbanksystemen und die Administration von IBM-Lotus-Umgebungen spezialisiert. Kennziffer: DBM22184 As-a-Service -Portfolio für den Mittelstand von Fujitsu und TDS Die Fujitsu-Tochtergesellschaft TDS AG ist ab sofort SAP Business ByDesign Solution Reseller. Mittelständische Kunden von Fujitsu können dadurch von einem kompletten As-a-Service -Angebot aus einer Hand profi tieren: Dieses umfasst Infrastrukturdienstleistungen wie Infrastructure as a Service von Fujitsu sowie die Implementierung und Bereitstellung von SAP Business ByDesign durch die TDS AG. Hier unterstützen die SAP-Spezialisten von TDS Unternehmen mit Beratungsleistungen, der Migration von Daten oder der Anbindung von Drittsystemen. Kennziffer: DBM22185 Janz IT AG und Sycor GmbH kooperieren Die Janz IT AG, Anbieter von IT-Beratungsund Dienstleistungen, und der IT-Komplettdienstleister Sycor GmbH haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist die Bündelung von Kompetenzen und die Erweiterung der Angebotspalette. Mit dem erweiterten Portfolio an Produkten, Lösungen und Know-how können beide Unternehmen die Kosten senken und zudem neue Kunden generieren. Kennziffer: DBM22188 Storage Neue Enterprise- Speicherlösungen Seagate hat neue SSD- und HDD-Speicherlösungen für den Einsatz in Unternehmen präsentiert. Die Neuheiten umfassen jeweils zwei Produkte aus der Pulsar-SSD- Serie und Savvio- HDD-Serie (15K und 10K) sowie die neue Festplatte Constellation ES.2. Die Pulsar.2 mit bis zu 800 GByte Speicher ist die erste MLC-SSD-Festplatte von Seagate Die Savio-Festplattenserie in vier Kapazitätsstufen (von 300 bis 900 GByte) verfügt über 6GBit/s SAS und 4 GBit Fibrechannel. Bild: Seagate und soll Datenfehler, die während des normalen Betriebs auftreten können, automatisch erkennen und korrigieren. Die Pulsar XT.2 mit bis zu 400 GByte Speicher ist ein 2,5-Zoll-SLC-basiertes SSD-Laufwerk mit nativer 6GByte/s-SAS-Unterstützung und gehört so zur derzeit schnellsten Festplatte im Seagate-Portfolio. Die neue 2,5-Zoll-HDD-Festplatte Savvio 10K.5 mit 900 GByte Speicherplatz ermöglicht einfachere und flexiblere Speicher-Upgrades, mit denen sich hochkapazitive und performante Systeme bilden lassen. Die Savvio 15K.3 ist die derzeit schnellste Festplatte. Beide Modelle verfügen über die Protection-Information -Funktionalität, die einen besseren Schutz der Daten auf dem Weg vom Host zum Medium gewährleisten soll, und eine Selbstverschlüsselungs-Option (SED) für den Schutz von Daten. Die neue Constellation ES.2 bietet das größtmögliche Speichervolumen für Enterprise-Laufwerke und enthält folgende Funktionen: Protection Information, Raid Rebuild zur Verringerung der Wiederherstellungszeiten eines RAID, Power Choice für Energieeffizienz und RVFF-Technologie zum Erhalt der Leistungsfähigkeit in Multi-Laufwerksumgebungen. Kennziffer: DBM /2011

13 Produkt-Fokus Informationssicherheit IT-Sicherheit im Aufschwung Viele Unternehmen investieren wieder in die IT-Sicherheit. So ist die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften erheblich gestiegen. Das liegt jedoch nicht nur an der guten Wirtschaftslage, sondern auch an den wechselnden Bedrohungen, denen sich die Unternehmen ausgesetzt sehen. Von John Colley ZUERST die gute Nachricht: Die Zahl der Beschäftigten in der IT-Sicherheitsbranche liegt 2010 bei weltweit rund 2,28 Millionen und wird bis 2015 um 12,8 Prozent pro Jahr weiter steigen. Auch das Gehalt von rund 60 Prozent der über Umfrageteilnehmer der (ISC)2 Global Information Security Workforce Study ist 2010 gestiegen. Die schlechte Nachricht: Dies liegt nicht nur an verstärkten Investitionen der Unternehmen in die IT-Sicherheit, der damit verbundenen steigenden Nachfrage nach qualifizierten IT-Sicherheitsfachkräften und der guten wirtschaftlichen Lage. Es sind vielmehr die stetig wachsenden und immer schwerer zu kontrollierenden Bedrohungen, die zum Handeln zwingen. Neues Gefahrenpotenzial birgt laut Studie die Nutzung von Cloud Computing, mobilen Geräten und sozialen Netzwerken im Unternehmen, ohne über ein adäquates Sicherheitskonzept zu verfügen. Cloud Computing ist sowohl in Unternehmen als auch privat inzwischen zum Standard bei der Bereitstellung von IT-Diensten geworden. Mehr als 50 Prozent der befragten IT-Sicherheitsspezialisten unterhalten nach eigenen Angaben Clouds und über 40 Prozent arbeiten mit Software as a Service. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Erfreulich ist, dass 70 Prozent der Befragten die Herausforderung erkannt haben und wissen, dass Cloud-Sicherheit spezielles Know-how erfordert, über das viele der Nutzer noch nicht verfügen. Daher wird ein großer Bedarf an Sicherheitsschulungen im Cloud-Bereich prognostiziert. Komplexität der Aufgaben steigt Generell bereitet die starke Verbreitung von mobilen Endgeräten und darauf installierter Anwendungen vielen Unternehmen große Sorgen. Auch wenn es in manchen Organisationen Sicherheitsrichtlinien gibt, sind hier große Sicher- heitslücken entstanden, weil die Nutzer die Sicherheitsstandards in vielen Fällen schlicht und einfach nicht einhalten. Zum Glück haben die dynamischen Veränderungen in der IT den Stellenwert der Sicherheit steigen lassen, so dass diese immer mehr ein grundlegender Aspekt der Unternehmensstrategie wird. Jedoch steigt auch die Komplexität der damit verbundenen Aufgaben. Durch das Paradigma des mobilen Information on Demand wird Sicherheit immer schwieriger zu managen. Weil aber immer mehr Abläufe in den Aufgabenbereich der Verantwortlichen für Informationssicherheit fallen werden, während diese nicht ausreichend darauf vorbereitet sind, kommen schwierige Zeiten auf die Branche zu. Autor: John Colley, Managing Director EMEA, (ISC) 2. Kennziffer: DBM22274 Für jede Anforderung das richtige Werkzeug ERP-, PLM/CAx- und IT-Lösungen für den Mittelstand Die Unternehmensgruppe tritt jetzt unter einer Dachmarke auf:

14 Management der Informationen E-Commerce Präzise Analyse des Kundenverhaltens Eine neue E-Commerce-Lösung von Intershop unterstützt Xerox dabei, das Kundenverhalten zu analysieren, um sämtliche Arten von Online-Käufern anzusprechen. Gleichzeitig kann der auf Dokumentenmanagement spezialisierte Dienstleister den Bestellvorgang vereinfachen. Erste Ergebnisse bestätigen den Erfolg der neuen Strategie. Von Melanie Klagmann DAS PRINZIP Bürobedarf angeschaut, immer Empfehlungen zu Bürobedarf erhalten reicht im Online-Handel längst nicht mehr aus. Wer Käufer hier überzeugen will, sollte auf sie individuell zugeschnittene Empfehlungen nutzen. Personalisierungs- und Empfehlungsstrategien zählen zu den entscheidenden Instrumenten, mit denen sich Online-Händler einen Geschäftsvorteil verschaffen. Diese verbessern die Kundenbindung und -loyalität, reduzieren abgebrochene Kaufprozesse und erhöhen die Anzahl der Spontaneinkäufe. Diese Vorzüge wollte auch Xerox für sich nutzen und seine Website rundum erneuern. Die firmeneigene Online-Verkaufsplattform Xerox Direct (XD) passte Die Online-Handelsplattform von Xerox Direct. über die Jahre immer weniger zu den Anforderungen und es entstanden zunehmend hohe Kosten. So plante das Unternehmen, keine Einzelanpassungen vorzunehmen, sondern eine ganz neue Lösung einzuführen. Dabei galt es, das Vertrauen der Bestandskunden zu erhalten und zugleich einen neuen, leistungsfähigen Verkaufskanal aufzubauen. Xerox Direct entschied sich für die Enfinity Suite von Intershop, um die neuen Anforderungen konsequent bis ins Back-End umzusetzen. Beispielsweise war die Suchmaschinenoptimierung für Xerox äußerst wichtig, um prägnante URLs zu erzeugen und sowohl mit Suchmaschinen wie Google als auch über Produktsuchmaschinen schnell auffindbar zu sein. So bewährt sich die neue Suchmaschinenoptimierung auch, wenn der Online-Shop einmal umstrukturiert wird. Zudem sollten sich die Klickraten unkompliziert messen und so Aussagen über das Informations- und Kaufverhalten der Kunden treffen lassen. Das Projektteam führte die neue Lösung innerhalb der finanziellen Vorgaben im Laufe von vier Monaten ein. Mehr Komfort für die Nutzer Mittels eines Analysepakets lassen sich die Klickraten messen und folglich kann das Informations- und Kaufverhalten der Kunden bewertet werden. So überblickt Xerox jederzeit die Entwicklung des Online-Shops und ist bei Bedarf schnell handlungsfähig. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse haben sich bereits in einem klar strukturierten Seitenaufbau niedergeschlagen. So wurden ein One-Page-Check-Out und ein intuitives Navigationstool eingeführt, damit sich Besucher schneller auf der Seite zurechtfinden. Dazu trägt auch die Advanced-Search-Funktion bei, die auf der FactFinder-Technologie von Omikron basiert. Gibt ein Kunde im Suchfeld des Online-Shops eine Produktbezeichnung ein, wird immer das passende Ergebnis angezeigt auch bei Tippfehlern, falscher Rechtschreibung oder wenn eine andere Schreibweise in der Datenbank hinterlegt ist. Ebenfalls wichtig ist der neu hinzugekommene persönliche Kundenbereich. Dort findet sich eine individuelle Ansicht mit einem personalisierten Angebot für den Kunden. Verbesserte Resultate Xerox Direct verzeichnet seit der Umstellung auf die neue E-Commerce-Lösung deutlich verbesserte Resultate. So ist etwa der durchschnittliche Bestellwert um 27 Prozent gestiegen und der Order Attachement Value (der zusätzlich zum gesuchten Produkt generierte Bestellwert aufgrund von Produktempfehlungen) um 69 Prozent. Die Order Attachement Rate (die aufgrund von Produktempfehlungen zusätzlich generierte Bestellrate) verbesserte sich um 97 Prozent, die Check-Out Completion Rate um elf Prozent. Diese Ergebnisse belegen: Die von Grund auf neue Lösung hat sich für Xerox bereits ausgezahlt. Autor: Melanie Klagmann ist Redakteurin in Sindelfingen Xerox GmbH Kennziffer: DBM22124 Seit über 50 Jahren ist die Xerox GmbH als Anbieter von Dienstleistungen und Lösungen im Bereich Dokumentenmanagement mit derzeit rund Mitarbeitern in 160 Ländern weltweit tätig. Xerox unterstützt die Arbeit der Firmenkunden durch Innovationen, Technologien und Services. Dafür sorgen unter anderem technische Experten, Spezialisten im Direktvertrieb und akkreditierte Vertriebspartner. 14 4/2011

15 Management der Informationen Sicherer Datenaustausch Projektarbeit sicher gestalten Um sich gegen Wirtschaftskriminalität und Industriespionage zu wappnen und die Kommunikation innerhalb des Unternehmens und mit externen Partnern abzusichern, führte Voith IT-Solutions die kommerzielle Standardlösung Brainloop Secure Dataroom ein. Sie erlaubt den sicheren Versand von Dokumenten und erfüllt zugleich die Compliance-Vorgaben zur Dokumentenklassifizierung. Von Nicole Dietrich VOITH IST EIN weltweit tätiger Anbieter für Spitzentechnologie und Industriedienstleistungen. Das breite Portfolio aus Anlagen, Produkten und Services bedient mit Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe sowie Transport & Automotive weltweit fünf Märkte. Gegründet 1867, ist Voith heute mit knapp Mitarbeitern, 5,2 Milliarden Euro Umsatz und Standorten in rund 50 Ländern der Welt eines der großen Familienunternehmen Europas. In punkto sicherer Datenaustausch bringen die weltweite Präsenz und die internationale Zusammenarbeit Risiken in den Bereichen Wirtschaftskriminalität und Industriespionage mit sich. Um sich gegen diese Herausforderungen zu wappnen und die Kommunikation intern und mit externen Partnern abzusichern, prüfte die Voith IT Solutions GmbH die auf dem Markt verfügbaren Lösungen für sicheren Dokumentenversand. Ausgewählt wurde schließlich die webbasierte Standardlösung Brainloop Secure Dataroom. Dieser wurde in das Voith-Extranet eingebunden und erfüllt die Compliance-Auflagen des ISO zertifizierten Unternehmens für den sicheren und nachvollziehbaren Austausch und die Bearbeitung vertraulicher Dokumente. Der Hauptsitz der Voith AG liegt im baden-württembergischen Heidenheim. Die unverschlüsselte Übertragung von sensiblen Dokumenten per ist zu unsicher und nicht mehr zeitgemäß. Da der Weg der Daten durch das Internet unkalkulierbar ist, können unverschlüsselt versendete Dokumente abgefangen werden. Folglich haben wir eine Lösung gesucht, die neue Maßstäbe für den sicheren und schnellen Versand von Dateianhängen und deren vertrauliche Ablage setzt. Gleichzeitig sollten die Compliance-Vorgaben zur Dokumentenklassifizierung sowie die Wünsche unserer Geschäftspartner erfüllt werden, berichtet Ralf Pichler, der das IT-Projekt bei Voith IT-Solutions geleitet hat. In enger Zusammenarbeit zwischen Voith IT-Solutions und Brainloop wurde die Lösung für den sicheren Versand von Dokumenten in Microsoft Office Outlook integriert. Dokumente, die ausgetauscht werden, wechseln auf diese Weise geschützt den Empfänger. Verschickt wird lediglich ein Link, um das im Datenraum hinterlegte Dokument zu öffnen. Integration in das Extranet Seit der Integration des Brainloop Secure Dataroom in das Voith-Extranet wird der Datenraum in diversen Unternehmensbereichen eingesetzt. Dazu zählt der Konstruktions- und Entwicklungsbereich, der Dokumente mit externen Ingenieurbüros austauscht. Aber auch ein Teil des Personalbereichs nutzt den Brainloop-Datenraum zur verschlüsselten Ablage von Dokumenten. Er steuert damit einen Teil zur Erfüllung der Anforderung aus dem Bundesdatenschutzgesetz im Blick auf die im 9 BDSG geforderten Maßnahmen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten bei. Der Datenraum wird vom jeweiligen Eigentümer verwaltet, er allein bestimmt, welche Personen Zugriff haben. Jeder Zugriff wird automatisch protokolliert, so dass jederzeit nachvollzogen werden kann, wer wann welche Informationen eingesehen hat. Auch nach dem Download von Dokumenten bleiben die vergebenen Bearbeitungsberechtigungen aktiv. Somit haben nur Befugte die Möglichkeit, Daten zu lesen, zu verändern, zu drucken oder weiterzuleiten. Autor: Nicole Dietrich, Senior Director Marketing bei der Brainloop AG Kennziffer: DBM22216 Der Lösungsanbieter: Brainloop AG Die Brainloop AG mit Firmensitz in München und Boston ist Anbieter einer Document-Compliance-Management- Lösung. Der Brainloop Secure Dataroom, ein webbasierter Dokumententresor, sichert die Ablage, Bearbeitung und Verteilung vertraulicher Dokumente im Unternehmen und über Firmengrenzen hinweg ab. Dabei werden diese vor Angreifern bei gleichzeitiger Wahrung der gesetzlich vorgeschriebenen Nachvollziehbarkeit durch Protokollierung aller Zugriffe und Aktionen geschützt. Einsatzbeispiele sind Vertragsverhandlungen, Projektabwicklungen oder die Erstellung von Quartalsberichten. 4/

16 Management der Informationen Sicherheit in der elektronischen Kommunikation Der Informationssicherheit mehr Beachtung schenken Viele Unternehmen gehen nachlässig mit dem Thema Informationssicherheit um. Dies kritisiert die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit (NIFIS e.v.), eine Selbsthilfeorganisation, die die deutsche Wirtschaft im Kampf gegen die täglich wachsenden Bedrohungen aus dem Netz umfassend unterstützen möchte. Die NIFIS hat dazu verschiedene Konzepte entwickelt und diese in pragmatische Lösungen umgesetzt. Anlässlich der Veröffentlichung von zehn Leitlinien für bessere Informationssicherheit in Unternehmen sprach digitalbusiness mit Dr. Thomas Lapp, Vorstandsvorsitzender der NIFIS e.v. Dr. Thomas Lapp ist Vorstandsvorsitzender der NIFIS e.v. digitalbusiness: Herr Dr. Lapp, könnten Sie unseren Lesern zunächst die Nationale Initiative für Informationsund Internetsicherheit (NIFIS) und deren Ziele vorstellen? Dr. Thomas Lapp: NIFIS, die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.v., ist eine neutrale Selbsthilfe-Organisation, die die deutsche Wirtschaft im Kampf gegen die täglich wachsenden Bedrohungen aus dem Netz technisch, organisatorisch und rechtlich unterstützen möchte. Vornehmliches Ziel der Arbeit der unter dem Dach der NIFIS organisierten Gremien ist es, Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität sowie den sicheren Transport von Daten in digitalen Netzwerken sicherzustellen. Dazu entwickelt die NIFIS seit ihrer Gründung im Jahr 2005 unterschiedliche Konzepte und setzt diese in pragmatische Lösungen um. Grundidee unserer Organisation ist, von der Wirtschaft für die Wirtschaft Informationen, Handlungsempfehlungen und Erfahrungen über IT-Sicherheit auszutauschen. NIFIS ist also weder ein Lobby-Verband noch eine Branchenorganisation. NIFIS bringt Anwender und Anbieter von IT-Sicherheit zum Erfahrungsaustausch zusammen. digitalbusiness: Das im Oktober 2010 verabschiedete D -Gesetz bildet den Rechtsrahmen für kostenpflichtige D -Dienste, mit denen Dokumente sicher versendet werden können. Noch vor der Verabschiedung kritisierten Sie an dem Entwurf diverse Sicherheitslücken und die fehlende technische Kompatibilität. Wir beurteilen Sie nun das aktuelle Gesetz? Lapp: Das verabschiedete Gesetz wurde nur in wenigen Punkten gegenüber den vorhergehenden Entwürfen verändert. Insbesondere im Blick auf die von mir vorgebrachten Kritikpunkte hat sich keine Änderung ergeben. digitalbusiness: Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf bei D ? Lapp: D erweckt aufgrund des Gesetzes und der Ankündigungen der Provider den Eindruck einer Sicherheit, die tatsächlich nicht gewährleistet werden kann. Nur eine Ende-zu-Ende- Verschlüsselung würde die versprochene Sicherheit bieten. Man kann zwar mit D , wie mit normalen s auch, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwenden, allerdings bietet D dann keinen eigenständigen Nutzen mehr. Es fehlt ein generelles Konzept für die sichere elektronische Kommunikation unter Einbeziehung der Kommunikation mit Behörden und Gerichten und der bestehenden Infrastruktur der elektronischen Signatur. Außerdem ist das D -Gesetz nicht technikneutral, so dass andere Anbieter von sicheren Kommunikationslösungen benachteiligt werden. digitalbusiness: Die Verbreitung und Akzeptanz von D -Diensten ist derzeit noch gering. Worin sehen Sie die Ursachen für die fehlende Akzeptanz? Lapp: Für die Masse der Verbraucher fehlt der erkennbare Nutzen, da nur die qualifizierte elektronische Signatur die gesetzliche oder vertragliche Schriftform erfüllt. D -Dienste werden es Behörden und Unternehmen erlauben, an Verbraucher wirksam zuzustellen. Soweit jedoch für den Widerspruch gegen Behördenmitteilungen die Schriftform vorgeschrieben ist, muss der Verbraucher zusätzlich noch eine qualifizierte elektronische Signatur besitzen. Durch die besondere Struktur ist jeder Nutzer gezwungen, auf seine bisherige - Adresse zu verzichten beziehungsweise für D -Dienste eine neue - Adresse zu verwenden, mit der dann aber auch nur andere Nutzer von D - Diensten erreicht werden können. 16 4/2011

17 Management der Informationen digitalbusiness: Was können Anbieter von D -Diensten besser machen? Lapp: Es fehlt bislang eine Einbindung in bestehende Kommunikationsstrukturen. Man kann das Angebot nicht mit allgemein verfügbaren -Clients nutzen. Und eingerichtete Adressen können beim Wechsel des Providers nicht mitgenommen werden. Die Vergabe der Adressen folgt einem strengen Schema, bei dem der Name des Nutzers gnadenlos mit einer Zahl ergänzt wird, wenn er nicht der erste seines Namens bei diesem Provider ist. digitalbusiness:für welche Kommunikationsarten eignen sich D - Dienste? Was sollten Unternehmen bei der Nutzung dieser Dienste beachten? Lapp: D -Dienste eignen sich insbesondere für Unternehmen, die Nachrichten an eine große Gruppe von Kunden senden müssen und die daher Vorteile aus der Nutzung von D -Diensten ziehen können, wenn diese nicht von allen Kunden akzeptiert werden. Unternehmen müssen beachten, dass D -Dienste nur zur Kommunikation mit Personen eingesetzt werden können, die ebenfalls D -Dienste nutzen. Das nach dem D -Gesetz vorgesehene Angebot De-Safe zur elektronischen Archivierung genügt nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Archivierung. digitalbusiness: Der NIFIS hat kürzlich die Studie IT-Sicherheit und Datenschutz 2011 veröffentlicht. Warum stellt die IT-Sicherheit in vielen Firmen immer noch eine Schwachstelle dar? Lapp: IT-Sicherheit wird in zahlreichen Unternehmen immer noch nicht ausreichend beachtet. Ähnlich wie bei medizinischen Vorsorgeuntersuchungen (zum Beispiel die zahnärztliche Vorsorge oder eine Darmspiegelung) wissen zwar viele, dass etwas getan werden müsste, tun es aber nicht. Das gefühlte Restrisiko ist zu gering, als dass ausreichende Anstrengungen unternommen würden. digitalbusiness: Welche Hauptursachen sehen Sie für die Sicherheitslücken bei Unternehmen? Lapp: Hauptursache für Sicherheitslücken ist zum einen das fehlende Bewusstsein sowohl bei Geschäftsleitungen als auch den Mitarbeitern. Es wird zu wenig und zu abstrakt über die Folgen fehlender Sicherheit berichtet, als dass der einzelne sich davon angesprochen fühlen könnte. Sicherheit wird zudem als lästig und unproduktiv empfunden, die Vorteile werden nicht wahrgenommen. Produkte für Sicherheit sind häufig wenig komfortabel und schwer verständlich, so dass auch gutwillige Nutzer Probleme bei der täglichen Anwendung haben. Und oft muss der Nutzer kryptische Fragen beantworten. digitalbusiness: Wie lauten Ihre Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Informationssicherheit im Internet? Lapp: Wir empfehlen zehn erste Schritte zur besseren Informationssicherheit: Tipp 1: Führen Sie eine Risikoanalyse durch Tipp 2: Informationssicherheit beginnt von oben Tipp 3: Richten Sie Passwörter und Benutzernamen für jeden Rechnerzugang ein Tipp 4: Setzen Sie einen Virenscanner (auf jedem Client-PC) und eine Firewall ein Tipp 5: Informationssicherheit stellt die Betriebsfähigkeit des Unternehmens sicher Tipp 6: Erstellen Sie einen Notfallplan Tipp 7: Regeln Sie die private Nutzung Ihrer Infrastruktur einschließlich dem Zugang zum Internet Tipp 8: Mobile Datenträger sind notwendige Arbeitswerkzeuge Tipp 9: Ihre physikalische Infrastruktur sollte der Wichtigkeit entsprechend gesichert sein Tipp 10: Erstellen Sie Zugriffsregeln auf Ihre Daten auf den Servern digitalbusiness: Welche Auswirkungen hat die zunehmende Verbreitung von Cloud-Computing-Lösungen auf die IT-Sicherheit in Unternehmen? Lapp: Cloud Computing birgt etliche Risiken für die IT-Sicherheit in Unternehmen. Für Unternehmen ist es schon mit einem großen Risiko verbunden, nicht zu wissen, wo die eigenen Daten sich gerade befinden und wer für sie Verantwortung trägt. Gesetzliche Vorgaben zum Datenschutz, zur Aufbewahrung und Archivierung von Geschäftsbriefen und Geschäftsunterlagen lassen sich nur schwer mit Cloud Computing erfüllen. Allerdings gehen Anbieter von Cloud- Computing-Lösungen häufig sehr viel professioneller um mit den Daten als der typische deutsche Mittelständler. Das Gespräch führte Stefan Girschner. Kennziffer: DBM22275 IBM Lombardi Machen Sie den nächsten Schritt Geschäftsprozessmanagement mit IBM Lombardi bedeutet kontinuierliche Prozessverbesserung, Flexibilität bei Veränderungen und messbare Prozess-Performance. Sprechen Sie uns an! Lombardi-ROADSHOW Frankfurt Düsseldorf Ehningen Infos und Anmeldung unter: "IBM Lombardi - Next Generation BPM" ist eine gemeinsame Roadshow von MBS, IBM und logicline. Die Teilnahme ist für Kunden und Interessenten kostenlos. MBS Die Workflow-Spezialisten für Ihren Aufstieg.

18 Flexibilität der Geschäftsprozesse Legacy-Applikationen Echter Unicode für Screens Um zu vermeiden, dass Zeichensalat entsteht, wenn in Sprachen mit unterschiedlichen Zeichensätzen kommuniziert werden soll, bietet sich das Unicode-Enablement-Kit an. Es ermöglicht, für jeden User egal ob in China, Deutschland, Tschechien oder Griechenland Daten mit landesüblichen Sonderzeichen am Bildschirm darzustellen. Auch die Voestalpine Stahl Services Center GmbH aus dem österreichischen Linz hat sich dafür entschieden. Dabei kam die WebAPI-Technologie von PKS zum Einsatz. Von Jens Kluzik GLOBALISIERUNG ist ein aktuelles Thema doch wie kommuniziere ich ohne den Zeichensalat? Singlebyte ist eine Sprachumgebung für einen bestimmten Zeichensatz. In Deutschland wird immer der Zeichensatz 273 (EBCDIC) verwendet. Soll nun aber ein deutsches Unternehmen mit kyrillischen Zeichen umgehen können, muss je nach Anwendungsfall die CCSID der Datei und der Anzeigeeinheit entsprechend angepasst werden. Stehen beide Datensätze, kyrillische wie deutsche, in einer Datei, treten innerhalb der Darstellung die ersten Probleme auf: Der Anwender kann sich nicht gleichzeitig innerhalb einer Anzeigesession diese Daten in korrekter Form anzeigen lassen Daten werden in der gemeinsamen Datenbank nicht korrekt für beide Länder abgespeichert. Nun sind die Daten in einer normalisierten Form (Unicode) in der Datenbank abgespeichert. Die Terminals der i5 (5250-Datenstrom) können aber mit Unicode-Daten nichts anfangen und deswegen werden die Unicode-Daten vor der Ausgabe auf das Terminal automatisch wieder nach EBCDIC konvertiert, wodurch der Anwender automatisch Daten verliert. In der Praxis wird dies erst dann zum Problem, wenn ein Anwender sowohl Latin1 (deutsche Zeichen) als auch Latin2 (zum Beispiel tschechische Zeichen) gleichzeitig darstellen will oder womöglich sogar ein deutscher Anwender Daten von einem tschechischen Verfasser abändern möchte. Damit verliert der Anwender Inhalte und kann sogar Datenmüll erzeugen. Sollen zusätzlich noch mehr verschiedene Zeichensätze (asiatische Doublebytezeichen, Griechisch, Kyril- lisch usw.) verwaltet werden, wird dieses mir der heutigen Methode nahezu unmöglich. Abhilfe durch Unicode Abhilfe kann hier der Zeichensatz Unicode schaffen, der in der Windows- und Office-Umgebung schon ein alter Bekannter ist ein universeller Zeichensatz, mit dem sich alle gängigen Zeichen dieser Welt darstellen und verarbeiten lassen. Doch System-i-Nutzern blieb der Weg dorthin bisher versperrt. Zwar konnte man in der Datenbank schon lange die alten Zeichensätze durch Unicode ersetzen, aber die Terminals mit ihrem 5250-Datenstrom konvertieren vor der Ausgabe automatisch wieder nach EBCDIC und liefern Zeichensalat und Datenmüll. Mit dem neuen Unicode-Enablement- Kit wird es leicht, den Unicode-Standard in einer Cobol- oder RPG-Anwendung zu etablieren und bis zum Frontend zu bringen. Dazu wird der 5250-Datenstrom über einen Pre-Compiler-Prozess, der nahtlos in die Software-Entwicklung integriert ist, in ein definiertes XML-Format übersetzt. Dieser XML-Strom kann die Unicode-Daten aus dem Kundenprogramm dann direkt und korrekt am Front end (Browser oder Windows) anzeigen. Über diese Technik lassen sich sogar chinesische Zeichen auf einem Bildschirm Als Beispiel eine Anwendung mit Unicode-Einbindung. Bild: PKS Software GmbH 18 4/2011

19 Foto: nyul - Fotolia.com darstellen. Das Unicode-Enablement- Kit bietet genau das, was internationale Firmen von ihrer IT fordern: Für jeden User, egal ob in China, Deutschland, Tschechien oder Griechenland, sollen die Daten mit landestypischen Sonderzeichen am Bildschirm dargestellt werden natürlich ohne Redundanzen in der Datenbank und ohne komplizierten Administrationsaufwand hinsichtlich CCSIDs. Vor dieser Entscheidung stand auch die Voestalpine Stahl Service Center GmbH, die zum österreichischen Stahlkonzern Voestalpine gehört. Sie ist dessen Kompetenzzentrum für hochpräzise Zuschnitte von Feinblechen und beschäftigt etwa 320 Mitarbeiter. Hauptsitz ist Linz, Tochterunternehmen gibt es in Polen und Rumänien sowie Beteiligungen in Italien und Deutschland. SAP-Programme und RPG-Eigenentwicklungen unterstützen die Geschäftsprozesse, letztere auf einem hochverfügbaren System i mit etwa 600 Programmen und etwa 150 Usern. Mutter- und Tochterunternehmen arbeiten in einem gemeinsamen System und gemeinsam möchte man in Ost- und Südosteuropa weitere Märkte erschließen. Damit die Kommunikation in den unterschiedlichen Sprachen klappt (DE, EN, PL, RO, RU, BG) musste die Datenbank auf Unicode umgestellt werden für die SAP- wie für die RPG-Programme. WebAPI-Technologie Die Datenbank produzierte das bekannte Problem mit dem 5250-Datenstrom. Dies galt es zu beheben, damit die verschiedenen Schriften auch korrekt auf der Oberfläche abgebildet werden. Während die SAP-Anwendung bereits auf Unicode-Datenbank und -Präsentation umgestellt war, ergab sich Mitte 2010 auch für das RPG-Entwicklungsteam die Aufgabe, eine Änderung auf Unicode vorzunehmen. Die RPG-Anwendung kam zum damaligen Zeitpunkt modernisiert über IBM-Webfacing daher leider war hier keine Unicode-Unterstützung möglich und so musste auf eine Frontend-Technologie umgestellt werden, die die verschiedenen Schriften auch korrekt auf der Oberfläche abbilden kann. Zwei Monate lang prüfte man verschiedene Lösungen, wog Aufwand, Tempo und Risiko gegeneinander ab. Die PKS zeigte den plausibelsten Weg und man entschied sich im Juli 2010 für deren Support und Tools, konkret für die WebAPI-Technologie. WebAPI das ist eine regelbasierte Technologie, bei der die DDS-Beschreibungen in XML überführt und anschließend dynamisch im Browser dargestellt werden. Die Hauptherausforderung dabei: Bestimmte Standards, die für die Kommunikation der Programme mit der Oberfläche und in der DDS nötig sind, mussten in alle Sourcen eingebaut werden immerhin 600 Programme und ebenso viele DDS. In nur einem halben Jahr konnte die umfassende Modernisierung der kompletten RPG-Anwendung durchgezogen werden von der Datenbank über die Programme bis hin zur Oberfläche. Das Projekt ließ sich gut in das Tagesgeschäft der drei internen Entwickler integrieren. Für die Applikationstests wurden bis zu fünf Mitarbeiter aus den Fachabteilungen eingebunden, so dass neben der Funktionalität auch die intuitive Bedienbarkeit der Anwendung von Anfang an sichergestellt werden konnte. Da die WebAPI-Technologie recht einfach für jeden RPG-Entwickler zu bedienen ist, konnten auch drei externe Programmierer ins Projektteam aufgenommen und die Arbeit damit auf mehrere Schultern verteilt werden. Einen wichtigen Fokus legte das Projektteam auf die Integration der Individualsoftware in die SAP-Implementation sowie auf die zahlreichen Druckausgaben. Alle Tests verliefen erfolgreich und so konnte Anfang Dezember der Entwicklungsleiter das Projekt für die Produktivschaltung im Januar 2011 freigeben. Die Mehrsprachigkeit der Voestalpine Stahl Service GmbH ist nun gesichert und das bei gleichbleibender Funktionalität. DDS-Änderungen können jetzt sofort ohne Systemstopp aktiviert werden. Autor: Jens Kluzik, Marketing Manager bei der PKS Software GmbH Kennziffer: DBM22350 Fachkräfte sucht man in Fachmagazinen! Stellenanzeigen-Hotline: Emanuel Auracher Tel.: 08106/ Lösungen für Geschäftsprozesse

20 Flexibilität der Geschäftsprozesse Umstellung auf virtuelle Desktops Mit Desktop-Virtualisierung Energiekosten senken Immer mehr Unternehmer suchen nach Lösungen, die laufende Kosten minimieren. Sie wollen gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen und dabei den gewohnten Komfort beibehalten. Jetzt werden die einzelnen PCs unter die Lupe genommen zählt die Desktop-Virtualisierung laut Gartner zu den IT-Trendthemen. Von Melanie Klagmann ALS KONSEQUENTE Weiterentwicklung der Server- und Anwendungsvirtualisierung gilt die Desktop-Virtualisierung. Eine Gartner Studie prognostiziert, dass bis zum Jahr 2013 weltweit 40 Prozent der PCs als virtuelle Desktops arbeiten. Von derzeit 1,3 auf 65,7 Milliarden Euro soll der Umsatz steigen. Der Hauptgrund für diesen massiven Anstieg besteht darin, dass Unternehmen durch die Desktop-Virtualisierung ihre Energiekosten deutlich senken können. Anstelle einer einzelnen Komponente oder Anwendung werden bei der Desktop- Virtualisierung komplette Client-PCs im Rechenzentrum virtualisiert. Dadurch wird jeder einzelne Arbeitsplatz deutlich schlanker. Vorstöße in diese Richtung gab es schon häufiger, zuletzt war das beim Einsatz von Thin Clients der Fall. Bis heute konnten sich diese mehrheitlich nicht durchsetzen. Denn die notwendigen Netzverbindungen und vorhandenen Protokolle zwischen Client und Zielserver oftmals nicht den Anforderungen gerecht wurden. Das ICA (Independant Computing Architecture)-Protokoll ist nicht für Highspeed-Verbindungen entwickelt und wurde seit etwa zehn Jahren nicht mehr angepasst.mit den neuen Möglichkeiten der Desktop-Virtualisierung erhalten die Thin Clients nun ihre zweite Chance. Virtuelle Desktops und ihre Einsatzmöglichkeiten Nicht nur mit Thin Clients kann die Desktop-Virtualisierung realisiert werden. Als Endgeräte können auch Ultra Thin Clients, Workstations (Terminals) sowie herkömmlichen Fat-Clients eingesetzt werden. Chief Information Officers (CIOs), die mit den Anforderungen der einzelnen Abteilungen vertraut sind, können die Entscheidung für die jeweiligen Endgeräte leicht treffen. Aufgrund der Produktvielfalt an Hard- und Software besteht die größere Herausforderung darin, das passende Angebot auszuwählen. Die gängigen Produkte sind meist serverbasiert, aber auch die clientbasierte Desktop-Virtualisierung ist möglich. Um hier die richtige Wahl zu treffen, sind viele Unternehmen auf den Rat und die Erfahrungen eines Fachmanns angewiesen. Wer auf virtuelle Desktops umstellen möchte, sollte langfristig planen. Ideal ist es, wenn ein Austausch schrittweise erfolgt, da in der Regel nicht alle Geräte gleichzeitig angeschafft wurden, so Rüdiger Kolp, Geschäftsführer der circular Informationssysteme GmbH. Sinnvoll ist es beispielsweise, zuerst einzelne Abteilungen umzustellen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Umstellung nicht nach Arbeitsplätzen, sondern nach Anwendungen zu strukturieren. So 20 4/2011

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