Pflanzen erlernen und sich der Bedeutung der Pflanzen für die Umwelt bewusst werden.

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2 1) Englischunterricht in Bena Jema s. 2. Bericht 2) Umwelterziehung in Bena Jema s. 2. Bericht 3) Schulgarten Beschreibung: Zusammen mit einigen Mitarbeitern Alianza Arkanas haben wir zum Tag der Erde in Bena Jema einen Schulgarten angelegt. Dieser ist wie ein Mandala aufgebaut und besteht aus 6 Parzellen, in der Mitte befindet sich ein Bananenkreis. Ende des Jahres sollen die Schulinder unter Anleitung den Garten bepflanzen und sich um diesen kümmern. Leider konnte ich in diesem Bereich noch nicht mit den Kindern arbeiten, da es wegen der großen Hitze in der Trockenzeit keinen Sinn gemacht hätte, Setzlinge zu Pflanzen. Ziel: Die Kinder sollen durch den Schulgang praktische Erfahrung im Umgang mit Pflanzen erlernen und sich der Bedeutung der Pflanzen für die Umwelt bewusst werden. Kritik: Ich kann an dieser Stelle weder positive noch negative Kritik äußern, da das Projekt stark davon abhängt, wie effizient die Arbeit mit den Kindern im Schulgarten läuft. Link zum Video über das Anlegen des Schulgartens: https://www.youtube.com/watch? v=fadsrtbhssu 4) Lese-AG und private Nachhilfe Beschreibung: Da mir - leider erst nach knapp 9 Monaten - aufgefallen ist, dass einiger der Kinder kaum oder gar nicht lesen können (sogar noch in der sechsten Klasse), habe ich nachmittags nach dem Unterricht für die 5. Und 6.-Klässler eine LeseAG eingeführt, in der wir ein Buch von Cornelia Funke gelesen haben. Es kamen dazu auch immer jüngere Schüler, die gerne den Geschichten lauschten. Wir lasen mehrmals in der Woche pro Nachmittag etwa 3 Kapitel, danach malten wir ein Bild zu dem, was wir gelesen hatten oder bastelten kleine Handpuppen. Mit den Erst- und Zweitklässlern SEITE 2

3 übte ich das Schreiben im Unterricht anhand selbst erstellter Arbeitsblätter zu den Vokalen. Hierbei sollten die Kinder Buchstaben nachschreiben, den gerade behandelten Buchstaben in Wörtern oder Bilder versteckt suchen. Die Idee war, dass die Lehrer aktiv am Unterricht teilnehmen und der Lehrmethoden bzw. Arbeitsblätter übernehmen, da der Unterricht zum Lesen und Schreiben lernen momentan nicht sehr sinnvoll ist; die Kinder schreiben Wörter von der Tafel ab, ohne die Buchstaben gelernt zu haben. Dies führt dazu, dass Kinder in der sechsten Klasse immer noch nicht lesen können, sondern nur diese komischen Symbole von der Tafel aus Übung immer schneller abschreiben können. Zusätzlich habe ich ein paar Kindern bei mir zu Hause private Nachhilfe beim Lesen gegeben, Hier haben wir z.b. Märchen oder Jim Knopf gelesen. Ziel: Ziel war ganz klar die Alphabetisierung der Kinder. Kritik: Dadurch, dass mir erst sehr spät aufgefallen war, dass der Großteil der Kinder weder lesen noch schreiben kann, war es schwer, noch viel zu bewegen. Auch der Lehrer der ersten und zweiten Klasse war wenig interessiert an neuen Lehrmethoden oder Arbeitsblättern und verbrachte die Zeit, die ich in der Klasse war, lieber im Freien am Essen oder Reden. Trotzdem denke ich, dass diese kleinen Aktionen sehr effektiv waren, da einige Kinder durch die AG Spaß am Lesen entwickelt haben (dies spiegelte sich darin wieder, dass gerade viele kleinere Kinder zum Lauschen und Basteln kamen) und ich mit einem kleinen Mädchen durch die Nachhilfe große Fortschritte beim Lesen erzielen konnte. Der Unterricht war dagegen eher ohne Wirkung, da hier die Lehrer zu wenig Interesse zeigten. SEITE 3

4 5) Zähneputzen Beschreibung: In der großen Pause putzte ich abwechselnd mit den Klassenstufen 3 bis 6 die Zähne. Dazu ließ ich als Motivationshilfe laut Musik laufen, um das Zähneputzen nicht mit etwas lästigem, sondern mit einem positiven Gefühl zu verbinden. Zusätzlich habe ich Zahnputzunterricht mit einem Zahnmodell gegeben und ließ in der Klasse 1 und 2 selbstgemachte Arbeitsblätter ausmalen, die das Thema Zähneputzen aufgriffen (ich erfand eine kleine Geschichte über Bakterien und malte Bilder dazu). Ziel: Die Kinder sollten lernen, wie wichtig Zähneputzen ist und das Putzen richtig erlernen. SEITE 4

5 Kritik: Gerade in der ersten und zweiten Klasse konnte ich das Zähneputzen nicht durchführen, da ich nicht alleine mit 40 Kindern im Freien Zähne putzen konnte und dafür sorgen konnte, dass alle Zahnbürsten wieder an mich zurückgehen. An dieser Stelle möchte ich auch noch meinem Mitfreiwilligen Jonathan Förster danken, der mir beim Bau von 3 Schränken geholfen hat (einen für jedes Klassenzimmer), um darin die Zahnbürsten und Kunstmaterialien zu lagern. Vielen Dank nochmal! In der dritten und vierten Klasse dagegen war der Spaß am Zähneputzen sehr groß, ich wurde immer gefragt, wann wir wieder Zähne putzen können, dagegen waren die Fünft- und Sechstklässler anfangs sehr schüchtern beim Putzen. Erschwert wurde die Arbeit mal wieder dadurch, dass ich alleine war und somit nicht mit allen Kindern jeden Tag Zähne putzen konnte. Außerdem gab es in der Schule nicht immer Wasser, um sich den Mund auszuspülen, dies führte auch dazu, dass manche Kinder das Putzen als etwas Negatives auffassten. Trotzdem hat das Putzen einigen Spaß gemacht und ich bin der Ansicht, dass, wenn etwas Spaß macht, der Lerneffekt auch immer da ist. 6) Schulfrühst ück Beschreibung: Theoretisch sollten jeden Tag zwei Mütter das vom Staat gelieferte Essen für die Schüler zubereiten (Haferflocken, Reismehl, Zucker, Reis, Nudeln und Thunfisch aus Dosen etc.). Mich störte daran einerseits die sehr ungesunde und einfältige Ernährung, auf der anderen Seite wurde das Frühstück, wenn überhaupt, erst um 10 Uhr zubereitet, was meiner Meinung nach zu spät für ein Schulfrühstück ist. Darum bin ich jeden Tag Obst und Gemüse einkaufen gegangen und um 6 Uhr morgens zur Schule aufgebrochen, um gemeinsam mit den Müttern Frühstück vor Unterrichtsbeginn zuzubereiten. Während des Kochens habe ich den Müttern erklärt, welche Nährstoffe die Zutaten enthalten und wofür diese wichtig sind. SEITE 5

6 Ziel: Mein Ziel war den Kindern wenigstens eine Mahlzeit am Tag zu sichern und die Konzentration im Unterricht zu steigern; bisher klagten fast alle Kinder im Unterricht über Hunger. Außerdem wollte ich vermeiden, dass die Pause (eigentlich von 10Uhr bis 10:30 Uhr) weiterhin um fast 30 Minuten überzogen wird, mit der Ausrede, dass die Kinder essen müssten. Kritik: Da ich nicht zu allen Müttern direkten Kontakt hatte war es für mich schwer das Frühstück selbstständig zu organisieren. Aus diesem Grund wandte ich mich an einen der Lehrer, der den Kindern allerdings nur im Gehen zurief, dass deren Eltern am kommenden Tag zum Frühstück zubereiten kommen müssen. Ob die Mütter einfach keine Lust hatten, oder die Kinder vergaßen ihren Müttern Bescheid zu geben, weiß ich nicht, jedenfalls kam es ab und zu vor, dass ich alleine dastand dann sahen mich jedoch meistens einige der Mütter, mit denen ich engeren Kontakt hatte und halfen mir beim Kochen, obwohl dies nicht ihr Tag war. Diese Mütter fassten meine Unterstützung sehr positiv ein und sprachen sich sogar vor anderen Müttern für mich aus. Daraufhin stieg auch die Anwesenheitsquote der Mütter. Ein anderes Problem war, dass der zuständige Lehrer wohl nicht verstanden hatte, dass die Zutaten, die vom Staat geliefert wurden, für die Schüler zu verwenden sind. So wollte er den Kindern kein Essen mehr geben, um den Reis für das Essen des Jubiläums der Schule aufzuheben. Ich denke, dass der grundsätzliche Ansatz der richtige ist, es aber noch einige Zeit dauern wird, bis die Notwendigkeit eines Frühstücks und ausgewogener Ernährung bei allen ankommt. SEITE 6

7 Fazit Insgesamt beurteile ich mein FSJ in Peru sehr positiv. Für mich war dieses Jahr eine einzigartige Erfahrung, die mich auch sehr geprägt hat. Trotzdem muss ich sagen, dass mein Einsatzplatz vielleicht auch nicht für jeden etwas gewesen wäre, da meine Aufgaben zu Beginn meiner Meinung nach nicht sehr sinnvoll waren und ich mir selbst eine sinnvolle Aufgabe suchen musste. Dies habe ich in Form von Arbeit an der Grundschule in Bena Jema, dort gab es für mich auch reichlich zu tun. Vor Ort hat sich für mich auch niemand wirklich verantwortlich gefühlt, was allerdings auch daher rühren kann, dass ich von Anfang an selbstständig Arbeit gesucht habe. Trotzdem war es komisch, dass teilweise niemand wusste, was ich arbeite (besonders in den ersten Monaten). Ich habe die Freiheit und das Vertrauen, das ich hatte, sehr genossen, da ich so wirklich in dem Bereich arbeiten konnte, in dem ich arbeiten wollte. Die Arbeit war trotzdem nicht immer einfach, da man eben in so kurzer Zeit doch nur sehr wenig bewirken und weitergeben kann, einige Sachen, die schieflaufen, fallen einem doch erst sehr spät auf; wie mir z.b., dass sehr viele Kinder nicht lesen können. Kritisch sehe ich auch noch, dass ich an der Grundschule als selbstständige Lehrerin gearbeitet habe, ich musste zwar keine Noten geben, war aber eigentlich immer allein im Unterricht, da die Lehrer mich als ihren Ersatz angesehen haben und nicht als zusätzliche Unterstützung. Über die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit muss ich sagen, dass ich vor allem am Anfang nicht wirklich gesehen habe, warum ich diese Arbeit tun soll; vor allem das Unterrichten von Englisch in einer Grundschule, in der die Kinder noch nicht einmal lesen und schreiben können. Nach einem Gespräch mit Alianza Arkana meinten diese auch, dass sie den Englischunterricht nicht weiterführen wollen, jedoch wird weiterhin Englisch unterrichtet. Trotz dieser Kritikpunkte war das Jahr doch sehr positiv für mich, ich bin mir sicher, dass ich sowohl von peruanischer wie auch deutscher Seite Unterstützung gehabt hätte, wenn ich diese benötigt hätte und möchte mich deshalb auch hier noch einmal sowohl bei ecoselva e.v., wie auch bei Alianza Arkana für das tolle Jahr und die einzigartigen Erfahrungen bedanken, die ich dank ihnen machen konnte. SEITE 7

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