Rente und Lebensarbeitszeit

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1 Stefanie Janczyk, Ressort Allgemeine Sozial- und Arbeitsmarktpolitik Rente und Lebensarbeitszeit Forum auf der Bezirkfrauenkonferenz des IG Metall Bezirks Frankfurt 2. bis in Frankenthal

2 Rentensituation von Frauen 2

3 Die Rente wird weniger Durchschnittliche Zahlbeträge der Versichertenrenten (insgesamt) bei Rentenzugang (in Euro) Deutschland Gesamt West Ost Quelle: Deutsche Rentenversicherung: Rentenversicherung in Zeitreihen, Oktober 2011, S

4 ...und liegt bei Neurenten oft unter dem Grundsicherungsbedarf Durchschnittliche Höhe der Zugangsrenten (Zahlbeträge) und des Grundsicherungsbedarfs in den alten Bundesländern 4

5 Rentnerinnen stehen schlechter da...in Ost und West Durchschnittliche Zahlbeträge der Versichertenrenten (insgesamt) bei Rentenzugang (in Euro) Quelle: Deutsche Rentenversicherung: Rentenversicherung in Zeitreihen, Oktober 2011, S. 103 Männer West Männer Ost 666 Frauen Ost 494 Frauen West 5

6 West: Spannweite der Rentenhöhe ist groß, viele Frauen haben nur eine Minirente Verteilung der Versichertenrenten (insgesamt) in den alten Bundesländern 2010 (Zahlbetrag; Anteil in Prozent) 6

7 Ost: Verteilung ist (noch) deutlich homogener... Verteilung der Versichertenrenten (insgesamt) in den neuen Bundesländern 2010 (Zahlbetrag; Anteil in Prozent) 7

8 Die Höhe der Erwerbsminderungsrente sinkt stark Durchschnittliche Höhe bei Zugängen Erwerbsminderungsrente (Zahlbeträge) 8

9 Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Ursachen für Erwerbsminderungsrenten Erwerbsminderungsrenten nach ausgewählten Diagnosegruppen (in absoluten Zahlen) Insgesamt Männer Frauen 0 Insgesamt Skelett/Muskeln Herz/Kreislauf Stoffwechsel/Ver dauung Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2011: Rentenversicherung in Zeitreihen Krebs Psychische Störungen 9

10 Ursachen 10

11 Ursache 1: Der programmierte Sozialabbau in der Altersicherung 55 52,1 Entwicklung des Rentenniveaus vor Steuern 50 48,1 47, , , Anmerkung: Das prozentuale Rentenniveau vor Steuern entspricht der Bruttostandardrente eines sog. Eckrentners (45 Arbeitsjahre bei durchschnittlichem Jahreseinkommen) abzüglich des durchschnittlichen Eigenanteils der Rentner an der Kranken- und Pflegeversicherung im Verhältnis zum durchschnittlichem Jahreseinkommen der Aktiven abzüglich ihres durchschnittlichen Beitrags zur Sozialversicherung und zur zusätzlichen Altersvorsorge (Riester-Rente). Nicht enthalten sind die Verschlechterungen durch Rente mit 67 und den Ausgleichsfaktor. 11

12 Ursache 2: Lage am Arbeitsmarkt: Die neuen Jobs sind meistens prekär Veränderung der Beschäftigung zwischen 2008 und 2010 (in Tsd.) 2008 auf auf abhängig Beschäftigte davon: Normalerwerbstätige atypisch Beschäftigte davon*: - Leiharbeiter/innen befristet Beschäftigte Teilzeitbeschäftigte geringfügig Beschäftigte Quelle: Statistisches Bundesamt Juli 2011 (Mikrozensus), eigene Berechnungen (in Tsd.) * Mehrfachnennungen möglich 12

13 Geringfügige Beschäftigung: eine Frauendomäne Ausschließlich geringfügig Beschäftigte im März Anteil geringfügig Beschäftigter nach Alter und Geschlecht in Prozent Männer Frauen = 67% Jahre 1,0% 3,1% 9,0% 9,5% = 33% Jahre 1,3% 2,3% 11,0% 13,6% Männer Frauen Insgesamt Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt 13

14 Der Niedriglohnsektor hat ein Geschlecht! Fast jeder Vierte arbeitet zu einen Niedriglohn. Zweidrittel der Niedriglohnbeschäftigten sind weiblich Frauen sind von Niedriglöhnen doppelt so häufig betroffen wie Männer Fast jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau arbeitete 2010 für einen Niedriglohn Doppelt prekär: Bei Frauen kommen besonders häufig niedrige Stundenlöhne und kurze Arbeitszeiten zusammen 14

15 Nur etwa jeder zwanzigste 64-Jährige * war 2009 sozialversicherungspflichtig beschäftigt Vollzeitig sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren im Jahr 2009 (in Prozent)... 27,4 22,1 18,9 12,5 5,7 60 Jahre 61 Jahre 62 Jahre 63 Jahre 64 Jahre Quelle: BA, Beschäftigungsstatistik 2010; * 15

16 Ursache 3: Situation im Betrieb: Die gegenwärtige Altersstruktur der Metallund Elektro-Industrie Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre 65 Jahre und älter % Quelle: inqua-bericht 2011; Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag: ) 16

17 Maßnahmen für Ältere kaum verbreitet Maßnahmen für ältere Beschäftigte 50+ in der Metall- und Elektroindustrie Besondere Ausstattung der Arbeitsplätze für Ältere (50+) Reduzierte Leistungsvorgaben für Ältere ME-Industrie (N=223) 17 Prozent 9 Prozent Spezielle Arbeitsregelungen für Ältere Spezielle Angebote zur Gesundheitsförderung Älterer Spezielle Weiterbildungsangebote für Ältere 9 Prozent 10 Prozent 9 Prozent Quelle: Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, 17/5030, Antwort der Bundesregierung

18 Die Folgen: Die Hälfte aller Altersrentenzugänge ist heute von Abschlägen betroffen und besonders oft Frauen Rentenabschläge bei Altersrenten (Zugänge) 2000 bis

19 Fast alle, die 2010 erstmalig eine Erwerbsminderungsrente bezogen, sind von Abschlägen betroffen Anteil der Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente 2010 (in Prozent aller Zugänge in Erwerbsminderungsrente) Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2011: Rentenversicherung in Zeitreihen 19

20 Aktuelle Debatte 20

21 Mit 67 ist noch lange nicht Schluss Quelle: Die Welt, 12. September

22 Aktueller Rentendialog: Zuschuss-Rente Wenig Rente wenig Dialog Ursula von der Leyen will das Problem der Altersarmut durch Zuschuss-Rente bekämpfen: Wir haben den Auftrag, Gerechtigkeitslücken zu bearbeiten, die auf die lange Sicht zu Altersarmut führen." Ursula von der Leyen,

23 Fünf-Punkte-Programm der IG Metall Für einen Neuen Generationenvertrag 1. Alle rein ins Solidarsystem Für eine solidarische Erwerbstätigenversicherung! 2. Lebensstandardsicherung und Armutsvermeidung beides muss drin sein! 3. Betriebsrenten für Alle! 4. Flexible Übergänge - statt Rente mit 67! 5. Gute Arbeit gute in Rente! 23

24 Es bleibt beim klaren Nein zur Rente mit 67! die IG Metall wendet sich gegen die Rente mit 67 und alle weiteren Versuche die Lebensarbeitszeit darüber hinaus zu verlängern... E2 Gewerkschaftstag 2011 Antrag

25 Flexible Ausstiege als Alternative zur Einheits-Rente mit 67 Die IG Metall will das Einheits- Modell Rente mit 67 durch ein Modell optionaler Übergänge in den Ruhestand ersetzen. Unterschiedliche Beschäftigtengruppen benötigen unterschiedliche rentenrechtliche Möglichkeiten... Nicht für jeden ist jede Option geeignet, aber für jeden muss eine geeignete Option bestehen. E2 Gewerkschaftstag 2011 Entschließung 2,

26 Gute Arbeit für alle altersgerechte Arbeitsplätze schaffen Die IG Metall macht Missstände in der Arbeitswelt und die Verantwortung der Arbeitgeber zum Thema und fordert eine: altersgerechte Arbeitsgestaltung, die die Chancen der Beschäftigten verbessert, gesund in Rente zu gehen, Einstellungs- und Personalpolitik, die für Ältere Beschäftigungs- und Ausstiegsmöglichkeiten schafft....und hierzu: demographischer Interessenausgleich, im Betrieb, der entsprechende Regelungen enthält 26

27 Gut in Rente : Gewerkschaftstag der IG Metall fordert unterschiedliche Rentenarten Option: Neue Erwerbsminderungsrente Option: Neue Altersteilzeit Option: Rente mit 60 nach 40 Versicherungsjahren ohne Abschläge Option: Rente nach 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge Option: Ausstieg mit 63 (mit kompensierten Abschlägen) Option: Abschlagsfreier Ausstieg mit 65 sowie - auf freiwilliger Basis arbeiten über das 65. Lebensjahr hinaus 27

28 Die Kampagne der IG Metall sbeschluss 13. Dezember 2011 über Ob sbeschluss März 2012 über Wie Politischer Abschluss der Tarifrunde Sensibilisieren: Start in Betrieben (nach Sommerpause) Konfrontieren: Druck auf Politik (Bundestagswahl) Aktivieren: Aktivitäten/Aktionen im Betrieb (Herbst 2012/2013) Initialisieren: Funktionärsdialog (nach Beschluss) Vorphase (jetzt) 28

29 Vielen Dank! 29

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