Die staatliche Hermesdeckung

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1 Die staatliche Hermesdeckung Risikoabsicherung und Finanzierung des deutschen Mittelstandes bei Exportgeschäften Matthias Klaholt Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der Mandatare Euler Hermes Deutschland AG und PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. München, 6. Mai 2013

2 Seit über 60 Jahren werden deutsche Exporteure unterstützt Die Bundesregierung hat die Abwicklung dieses Instrumentariums an ein Mandatarkonsortium übergeben als Federführer Exportkreditgarantien des Bundes im Auftrag und für Rechnung der Bundesrepublik Deutschland Ermächtigungs- Rahmen im Haushaltsgesetz 135 Mrd. EUR Seite 2

3 Deutsche Exporteure können wirtschaftliche und politische Risiken absichern Ziele der Exportkreditgarantien Schutz vor wirtschaftlich und politisch bedingten Zahlungsausfällen Zugang zu schwierigen Märkten Aufrechterhalten von Exportmöglichkeiten bei Krisen Erleichterung der Exportfinanzierung Chancengleichheit für deutsche Exporteure im internationalen Wettbewerb Seite 3

4 An die Übernahme von Exportkreditgarantien sind Voraussetzungen geknüpft Förderungswürdigkeit Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen, die 75 % der Anträge stellen) Risikomäßige Vertretbarkeit Üblichkeit der Vertragsbedingungen Einhaltung haushaltsrechtlicher Vorgaben Seite 4

5 Länder mit den höchsten neu übernommenen Deckungen Russland R.F In Mio. Algerien China, VR Ägypten Brasilien HJ HJ 2011 Türkei Indien Israel Ukraine Saudi Arabien Seite 5

6 Unterstützung für den Mittelstand 1. Absicherung wirtschaftlicher und politischer Risiken für revolvierende Lieferantenkredite, die die private Kreditversicherung nicht deckt 2. Fabrikationsdeckungen für Spezialanfertigungen im Investitionsgüterbereich 3. Günstige Finanzierungsangebote für ausländische Käufer zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure 4. Entlastung des Avalrahmens deutscher Exporteure über das Instrument der Avalgarantien Seite 6

7 Kreditlaufzeit Anwendungsbereich der Hermesdeckungen Deckungsfähigkeit In Abhängigkeit vom Bestellerland Und Kreditlaufzeit innerhalb der Kern-OECD Sitz des Abnehmers außerhalb der Kern-OECD bis zwei Jahre Keine Deckung* Deckung möglich ab zwei Jahre Deckung möglich Deckung möglich *Ausnahme: Griechenland Seite 7

8 OECD-Kernstaaten (Marktfähige Risiken) Seite 8

9 Tunesien DECKUNGSMÖGLICHKEITEN Kurzfristgeschäft Es bestehen keine formellen Deckungseinschränkungen. Mittel- / Langfristgeschäft Es bestehen keine formellen Deckungseinschränkungen. Sicherheiten Es besteht kein generelles Sicherheitenerfordernis. Länderkategorie 4 ANERKANNTE BANKEN Als Garant bzw. Darlehensnehmer anerkannt: African Export-Import Bank (Afreximbank) Seite 9

10 0,0 3,0 0,0 0,0 4,9 19,6 in Mio. EUR 39,9 57,6 69,4 65,9 71,6 72,0 Tunesien Entwicklung des neu übernommenen Deckungsvolumens Aufteilung der Einzeldeckungen nach Sektoren für das 1. Halbjahr Juni 2012 Eine Aufteilung nach Sektoren kann für das 1. Halbjahr 2012 nicht erfolgen, da keine neuen Einzeldeckungen in diesem Zeitraum dokumentiert wurden. kurzfristig mittelfristig gesamt Seite 10

11 Absicherung von Handelsgeschäften Einbeziehung bei der APG Einbeziehungsrecht in OECD-Ländern Einbeziehungsrecht in Nicht-EU/-OECD-Ländern Keine Deckungen Australien Island Japan Kanada Neuseeland Norwegen Schweiz USA EU - Länder Alle Abnehmer in Korea Mexiko Türkei Chile Israel Öffentliche Abnehmer Verbundene Unternehmen Akkreditive Begrenzte Einbeziehungsmöglichkeit für Griechenland Private Abnehmer Seite 11

12 Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG) Eckpunkte der APG Sammeldeckung Länderumfang Gedeckte Risiken Einbeziehungswahlrecht für alle Länder außerhalb der EU und Kern-OECD Nichtzahlung innerhalb von 6 Monaten weitere wirtschaftliche und politische Risiken Selbstbeteiligung wahlweise 10 % oder 5 % Entgelt Gebühren Vertragslaufzeit individueller Prozentsatz des versicherten Umsatzes (i.d.r. zwischen 0,5 % und 0,8 %) keine weiteren Gebühren 1 Jahr Seite 12

13 Regelungen des OECD Konsensus Gültig für (fast alle) Geschäfte ab 1 Jahr Kreditlaufzeit mind. 15 % An- und Zwischenzahlungen bis zum Starting Point Erfordernis von mind. halbjährlichen Tilgungen ab Beginn der Kreditlaufzeit Anteil der ausländischen Zulieferungen (<30% / <49% / >49%) maximal 23 % örtliche Kosten maximale Kreditlaufzeit (je nach Ländergruppe und Warenart 5 18 Jahre) Seite 13

14 Praxisbeispiel mittelfristiger Lieferantenkredit Ausgangspunkt: Lieferteile für ein Photovoltaikprojekt nach Ecuador Auftragswert abzgl. Anzahlung gedeckter Auftragswert EUR EUR EUR Ecuadorianischer Abnehmer wünscht Finanzierung über drei Jahre aus Deutschland ohne Einbeziehung seiner Hausbank (deutsches Zinsniveau) Seite 14

15 Finanzierung mittelfristiger Lieferantenkredit Ausländ. Besteller Exporteur Hermesdeckung Refinanzierung Abtretung 1. Kaufpreisforderung 2. Ansprüche aus der Hermesdeckung Kreditinstitut Seite 15

16 Finanzkreditdeckung ausländischer Besteller Kaufpreiszahlung bei Lieferung Exporteur Kreditinstitut Finanzkreditdeckung des Bundes Seite 16

17 Praxisbeispiel Vertragsgarantien Ausgangspunkt Lieferung von Windkraftanlagen nach Aserbaidschan - Bietungsgarantie Euro - Auftragswert EUR - 20 % Anzahlung gegen Anzahlungsgarantie - 80 % aus Akkreditiv - Gewährleistungsgarantie Euro Erforderliche Avale EUR Seite 17

18 Praxisbeispiel Vertragsgarantien Ziel der Avalgarantie: Zusätzliche Liquidität durch Entlastung der Avallinien bei den Banken Nutzung der gewonnenen finanziellen Möglichkeiten für zusätzlichen Export Details: Für Bietungs-, Anzahlungs-, Liefer-, Leistungs-, Gewährleistungsgarantien Befristete und unbefristete Garantien Direkte und indirekte Garantien Übernahme von maximal 80 % der Avalsumme durch den Bund Exporteur zahlt marktübliche Avalprämie an den Garantiegeber Seite 18

19 Praxisbeispiel Vertragsgarantien 1. Schritt Prüfung der Förderungswürdigkeit des Exportgeschäftes 2. Schritt Übernahme einer Vertragsgarantiedeckung Kosten je nach Länderkategorie 0,12 % 0,84 % (Aserbaischan LK5-0,52 %) Im Rahmen einer Fabrikationsdeckung u.u. bereits enthalten 3. Schritt Exporteur beantragt Avalgarantie Begünstigter ist das Kreditinstitut, welches Aval ins Ausland stellt Absicherung des Garantiebetrages zugunsten des Garantiestellers bis zu 80% Kein zusätzliches Entgelt für den Exporteur Bund erhält anteilige Avalprämie vom Kreditinstitut Entlastung des Avalrahmens des Exporteurs! Seite 19

20 Investitionsgarantien im Überblick (I) Absicherung politischer Risiken bei Auslandsinvestitionen: Enteignung / enteignungsgleiche Eingriffe Krieg Bruch von staatlichen Zusagen Konvertierungs-/Transferrisiken, Zahlungsmoratorien Garantievoraussetzungen: jede rechtliche Form einer Direktinvestition ist grds. absicherungsfähig (u.a. Beteiligung, beteiligungsähnliches Darlehen) operatives Unternehmen mit Sitz in Deutschland Förderungswürdigkeit (u.a. Auswirkungen in Deutschland/Gastland) Rechtsschutz (insb.: bilateraler Investitionsförderungs- und -schutzvertrag) Aktiver Geleitschutz des Bundes: Schadensvermeidung durch effektives Krisenmanagement Diplomatische Interventionen zur Rettung der Projekte gerettete Projekte i.d. letzten Jahren: rd. EUR 1,0 Mrd Seite 20

21 Investitionsgarantien im Überblick (II) Entschädigung: Verlustausgleich durch angemessene Entschädigung Orientierung an deutschen Rechtsgrundsätzen und Völkerrecht neues Garantievolumen in 2012: Garantiebestand Ende 2012: EUR 6,1 Mrd. EUR 32,7 Mrd. Kosten: grds. weltweit einheitliches Garantieentgelt von 0,5 % p.a. Der Ermächtigungsrahmen gem. aktuellem Haushaltsgesetz liegt bei EUR 60 Mrd. (gemeinsamer Rahmen mit UFK-Garantien) Fazit: Projektgerechte u. praxisnahe Absicherung / Gewährung von langfristigem, politischen Flankenschutz Seite 21

22 Krisenmanagement Grönland Ukraine rechtswidrige Beschlüsse der Steuerbehörden Island Russland Eingriffe lokaler (Steuer-)behörden OECD-Länderklassifizierungen Kanada Vereinigte Staaten Venezuela und Bolivien Eingriffe in Verträge, KT-/ZM-Risiken Mexiko Guatemala El Salvador Costa Rica Kuba Belize Honduras Nicaragua Ecuador Kroatien und Ungarn Probleme mit kommunalen Zahlungsverpflichtungen Bulgarien Verweigerung von Projektgenehmigungen Jamaika Panama Haiti Kolumbien Peru Domenikanische Republik Venezuela Bolivien Guyana Suriname Französisch- Guayana Paraguay Brasilien Westsahara Irland Portugal Marokko Mauritanien Norwegen Schweden Finnland Estland Dänemark Lettland Litauen Niederlande Weiss- Großbritannien Deutschland Polen russland Belgien Tschechien. Ukraine Lux. Slowakei Öster- Frank- Schweiz reich Ungarn Moldawien reich Kroatien Rumänien Bos.& Italien Her. Serbien Bulgarien Albanien Mazedonien Spanien Türkei Mali Algerien Tunesien Niger Malta Libyen Tschad Griechenalnd Zypern Syrien Israel Irak Jordanien Ägypten Senegal Gambia Burkina Sudan Guinea-Bissau Guinea Faso Benin Nigeria Elfenbein- Sierra Leone Togo küste Zentralafrikan. Ghana Liberia Kamerun Republik MENA Aufruhr, Sicherheitslage, Bestand von Verträgen Äquatorialguinea Uganda Gabun Kongo Rep. Demokrat. Kenia Rep. Ruanda Burundi Kongo Angola Sambia Simbabwe Namibia Botsuana Eritrea Georgien Usbekistan Armenien Aserbaidschan Turkmenistan Äthiopien Tansania Malawi Swasiland Kasachstan Kuwait Pakistan Bahrain Katar Vereinigte Arab. Emirate Saudi- Arabien Oman Jemen Iran Afghanistan Kirgisistan Tadschikistan Indien Nepal Russland Türkei Bruch staatlicher Zusagen Mosambik Dschibuti Somalia Bhutan China Bangladesch Myanmar (Burma) Mongolei Laos Thailand Kambodscha Iran Sri Lanka Sicherheitslage in der Malaysia Region Indien Bruch staatlicher Zusagen Madagaskar Vietnam Brunei Indonesien China Probleme mit Genehmigungsbehörden Südkorea Taiwan Nordkorea Philippinen Osttimor Australien Japan Philippinen Enteignung, Eingriffe in Verträge Papua- Neuguinea Salomon Inseln Neu-Kaledonien 0/ Chile Argentinien Uruguay Argentinien Eingriffe in Forderungen und Verträge, Bruch staatlicher Zusagen Südafrika Neuseeland 7 Seite 22 Stand: März 2013

23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Matthias Klaholt +49 (0) 151 / Daniela Kowski +49 (0) 40 / Weitere Informationen erhalten Sie unter: Telefon: +49 (0) 40 / Seite 23

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