Art der Info: Technische Background Info Teil 2 (April 2002)

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1 Betrifft: Autor: Oracle 9i New Features SQL und PL/SQL Christine Hansen Art der Info: Technische Background Info Teil 2 (April 2002) Quelle: Aus dem NF9i-Kurs und NF9i-Techno-Circle der Trivadis Einleitung Im ersten Teil haben wir von den neuen Features in Oracle 9i die SQL-Funtkionen betrachtet. In diesem zweiten Teil werden wir uns nun mit den Neuerungen im Bereich der ANSI kompatiblen Join-Syntax und dem Sub-Query Factoring beschäftigen. ANSI kompatible Join-Syntax Oracle unterstützt mit der Version 9i jetzt auch die ANSI-SQL-Syntax 99. Es stehen dabei folgende Join-Typen zur Verfügung: Cross Join Natural Join Join mit USING-Klausel Join mit ON-Klausel Outer-Join (Left, Right und Full) Diese Neuerungen erleichtern nicht nur den Umstieg von und zu anderen Datenbanken, sie verbessern zusätzlich, durch die Trennung von Join- und WHERE-Bedingung, die Lesbarkeit des Codes. Cross Join Der Cross Join entspricht dem kartesische Produkt von zwei oder mehr ohne Join- Bedingung selektierten Tabellen. SELECT ename, d.deptno, dname FROM emp CROSS JOIN dept d

2 Es ist zu bemerken, dass eine kartesisches Produkt zweier Tabellen äußerst selten in der Praxis benötigt wird. Durch die neue Syntax hat der Anwender den Vorteil hat, dass er auf einen Blick erkennen kann, dass mit dem Statement wirklich ein Cross Join gemeint ist und nicht einfach nur die WHERE-Clause vergessen wurde. Natural Join Der Natural-Join basiert auf den Tabellenspalten mit gleichem Namen und Datentyp. Bei dieser Verknüpfung werden automatisch alle Spalten mit gleichem Namen und Datentyp in die Join-Bedingung eingebunden. Die SELECT * - Syntax liefert allerdings Spalten nicht doppelt zurück. SELECT ename, deptno, dname FROM emp NATURAL JOIN dept Nicht zulässig ist die Qualifizierung von Spaltennamen mit Tabellennamen oder Aliasen: SQL> SELECT ename, d.deptno, dname 2 FROM emp NATURAL JOIN dept d; SELECT ename, d.deptno, dname * ERROR at line 1: ORA-25155: column used in NATURAL join cannot have qualifier Wie gewohnt kann nach der Join-Klausel eine oder mehrere WHERE-Bedingungen folgen: SQL> SELECT ename, deptno, dname 2 FROM emp NATURAL JOIN dept 3 WHERE deptno = 10; ENAME DEPTNO DNAME CLARK 10 ACCOUNTING KING 10 ACCOUNTING MILLER 10 ACCOUNTING Join mit USING-Klausel Während beim Natural Join alle übereinstimmenden Spalten zweier Tabellen zur Verknüpfung verwendet werden, kann über die USING-Klausel explizit eine bestimmte Spalte für die Join-Bedingung angegeben werden. Auch hier müssen die Spalten in beiden Tabellen den gleichen Namen und Datentyp besitzen.

3 SQL> SELECT ename, deptno, dname 2 FROM emp INNER JOIN dept USING(deptno) 3 WHERE job = SALESMAN ; ENAME DEPTNO DNAME ALLEN 30 SALES WARD 30 SALES MARTIN 30 SALES TURNER 30 SALES Join mit ON-Klausel Join Prädikate können auch mit ON definiert werden. Dies ist z.b. dann erforderlich, wenn die Spalten für die Join-Bedingung in den beiden Tabellen nicht den selben Namen haben. SQL> SELECT k.marke, k.typ, d.baujahr, d.km_stand 2 FROM kfz k INNER JOIN kfz_detail d 3 ON (k.id = d.kfz_id); MARKE TYP BAUJAHR KM-STAND VW GOLF AUDI A Es könnten auch alle anderen Bedingungen in der ON-Klausel definiert werden: SQL> SELECT marke, typ, baujahr, km_stand 2 FROM kfz k INNER JOIN kfz_detail d 3 ON (k.id = d.kfz_id 4 AND marke = JAGUAR ); Zu empfehlen ist diese Variante aber nicht. Es ist sinnvoller die Join-Bedingung von den einschränkenden Bedingungen (WHERE) zu trennen. Besser wäre also folgendes Statement: SQL> SELECT marke, typ, baujahr, km_stand 2 FROM kfz k INNER JOIN kfz_detail d 3 ON (k.id = d.kfz_id) 4 WHERE marke = JAGUAR ; Outer-Join (Left, Right und Full) Neben dem Left- und Right-Outer-Join ist mit Version 9i nun auch der Full-Outer-Join möglich. Der (+) Operator kann hier nicht mehr verwendet werden, wenn die ANSI-Join- Syntax angewendet wird.

4 Left-Outer-Join: SQL> SELECT d.deptno, sum(nvl(e.sal,0)) sum_sal 2 FROM dept d LEFT OUTER JOIN emp e 3 ON d.deptno = e.deptno 4 GROUP BY d.deptno; DEPTNO SUM_SAL Natürlich sind sämtliche Kombinationen von Joins möglich: SQL> SELECT a.ename, a.mgr, b.ename manager, d.dname 2 FROM 3 emp a LEFT OUTER JOIN emp b 4 ON (a.mgr=b.empno) 5 INNER JOIN dept d 6 ON (a.deptno=d.deptno); ENAME MGR MANAGER DNAME FORD 7566 JONES RESEARCH SCOTT 7566 JONES RESEARCH JAMES 7698 BLAKE SALES TURNER 7698 BLAKE SALES... JONES 7839 KING RESEARCH SMITH 7902 FORD RESEARCH KING ACCOUNTING 14 rows selected. Full-Outer Join: Um dieses Beispiel anschaulich darstellen zu können, wurde der Tabelle emp ein Angestellter mit empno 8000 und job Controler aber ohne Eintrag in department hinzugefügt. Das Ergebnis eines Full-Outer Join von dept und emp sieht dann wie folgt aus: SQL> SELECT d.deptno, d.dname, e.empno, e.job 2 FROM dept d FULL OUTER JOIN emp e 3 ON (d.deptno = e.deptno);

5 DEPTNO DNAME EMPNO JOB RESEARCH 7369 CLERK 30 SALES 7499 SALESMAN 30 SALES 7521 SALESMAN 20 RESEARCH 7566 MANAGER RESEARCH 7902 ANALYST 10 ACCOUNTING 7934 CLERK 40 OPERATIONS 8000 CONTROLER 16 rows selected. Der Full-Outer-Join wird als Union-Statement optimiert: Execution Plan SELECT STATEMENT Optimizer=CHOOSE (Cost=4 Card=42 Bytes=1722) 0 VIEW (Cost=4 Card=42 Bytes=1722) 1 UNION-ALL 2 HASH JOIN (OUTER) (Cost=3 Card=41 Bytes=2214) 3 TABLE ACCESS (FULL) OF 'DEPT' (Cost=1 Card=41 Bytes=902) 3 TABLE ACCESS (FULL) OF 'EMP' (Cost=1 Card=41 Bytes=1312) 2 NESTED LOOPS (ANTI) (Cost=1 Card=1 Bytes=45) 6 TABLE ACCESS (FULL) OF 'EMP' (Cost=1 Card=41 Bytes=1312) 6 INDEX (UNIQUE SCAN) OF 'PK_DEPT' (UNIQUE)

6 Sub-Query Factoring Sub-Queries bieten eine weitere Möglichkeit Daten aus mehreren Tabellen miteinander zu verknüpfen. Ein neues Feature in Oracle 9i ist hier die WITH-Klausel. Sie erlaubt einen bestimmten Teil einer Sub-Query, welcher mehrfach vorkommt, einmalig zu definieren und dann mehrfach zu verwenden. Der Optimizer entscheidet dabei, ob die benannte Sub- Query als Inline View oder als Temporary Table behandelt werden soll. Das Sub- Query Factoring gehört zum SQL-99 Standard. WITH query_name AS (subquery) [, query_name AS (subquery) ]... Dazu ein Beispiel das die Mitarbeiter anzeigt, deren Gehalt über dem Durchschnittsgehalt liegt: SQL> WITH 2 emp_sal AS ( 3 SELECT deptno, ename, dname, SUM(sal) sal 4 FROM emp INNER JOIN dept USING(deptno) 5 GROUP BY ename, deptno, dname) 6 SELECT * FROM emp_sal 7 WHERE sal > 8 (SELECT avg(sal) FROM emp_sal) 9 ORDER BY deptno, ename; DEPTNO ENAME DNAME SAL

7 Execution Plan: 10 CLARK ACCOUNTING KING ACCOUNTING FORD RESEARCH JONES RESEARCH SCOTT RESEARCH BLAKE SALES 2850 Execution Plan SELECT STATEMENT Optimizer=CHOOSE 2 RECURSIVE EXECUTION OF 'SYS_LE_2_0' 0 TEMP TABLE TRANSFORMATION 2 SORT (ORDER BY) 3 FILTER 4 VIEW 5 TABLE ACCESS (FULL) OF 'SYS_TEMP_1_0_FD9D6615' 4 SORT (AGGREGATE) 7 VIEW 8 TABLE ACCESS (FULL) OF 'SYS_TEMP_1_0_FD9D6615'' Durch die WITH Klausel steigert sich nicht nur die Performance des SQL-Statements, auch dessen Übersichtlichkeit wird dadurch verbessert. Restriktionen: Der Queryname ist sichtbar für alle Sub-Queries und die Main-Query Diese Klausel kann nicht verschachtelt werden. Dies bedeutet, dass es nicht möglich ist die Sub-Query Factoring Clause als eine Sub-Query innerhalb einer anderen Sub- Query Factoring Clause zu spezifizieren. In einer Query mit gesetzten Operatoren kann der Operator nicht die Sub-Query Factoring Clause beinhalten. Nur die FROM Subquery kann die Sub-Query Factoring Clause enthalten. Fazit Oracle hat mit der Version 9i im Bereich Sub-Query Factoring einige interessante Neuerungen, die die Performance von Statements betreffen, gebracht. Außerdem hat man sich jetzt auch im Bereich der Joins dem ANSI 99 Standard angepasst, was eine Erleichterung für alle Umsteiger bedeutet. Falls Sie noch mehr über die New Features von 9i erfahren wollen, dann lesen Sie weiter in Teil 3 in dem es um hierarchische Abfragen und CURSOR Expressions gehen wird. Darüber hinaus würde es uns freuen, Sie in einem unserer 9i-Kurse (NF9i, AI9-A, AI9-B) begrüßen zu dürfen.

8 Trivadis GmbH Mail: Cityforum im Eichsfeld Tel: Ferdinand-Stuttmann-Str. 13 Fax: D Rüsselsheim Internet:

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