Medien- und IT-Berufe 2012

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1 Medien- und IT-Berufe 2012 Ausbildung Weiterbildung Studium Berufsprofile in der Metropolregion Hamburg von A - Z

2 Medien- und IT-Berufe 2012 Ausbildung Weiterbildung Studium Berufsprofile in der Metropolregion Hamburg von A - Z Alle Hamburger Kurse, Studiengänge und Ausbildungsangebote sowie Kosten, Fördermöglichkeiten und Anfangstermine laufend aktualisiert auf: K W B - Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. Service Digitale Arbeit SDA - Infopoint Personalentwicklung Medien + IT

3 IMPRESSUM I n h a lt Medien- und IT-Berufe Ausbildung, Weiterbildung, Studium und Berufsprofile in der Metropolregion Hamburg von A Z 7 Zum Herausgeber des Handbuchs 9 Grußwort Olaf Scholz Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg 10 Zu diesem Handbuch und seiner Handhabung 16. überarbeitete und erweiterte Auflage Herausgeber: KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. Service Digitale Arbeit Kapstadtring Hamburg Redaktion: Dierk Ladendorff (verantwortlich) Anja Heumann (Redaktionsleitung) Ulrike Jäckel (Redaktion) Werner Rolf Welzin (Redaktion) Angélique Zboralski (Layout/Gestaltung) Anika Stracke (Lektorat) Titelfoto: Werner Rolf Welzin Titelgestaltung: Angélique Zboralski Druck: CPI BOOKS GmbH ISBN: Rechtlicher Hinweis: Für die Richtigkeit der Angaben können Herausgeber und Redaktion trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr übernehmen. Die Meinungen, die in den Artikeln im Handbuch geäußert wurden, entsprechen nicht zwangsläufig denen des Herausgebers. Der Herausgeber haftet nicht für Copyright- Verletzungen von Autor/innen. Für die Schaltung einer Anzeige bedanken wir uns bei: Azubot GmbH, Berufsförderungswerk Hamburg GmbH, ComPers Computer Personalberatung GmbH, DDA Deutsche Dialogmarketing Akademie GmbH, EMBA - Europäische Medien- und Business- Akademie, Hamburger Akademie für Marketing und Kommunikation KG, Institute of Design GmbH & Co. KG, Macromedia GmbH Hamburg, im Februar 2012 Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. Trends und Perspektiven der IT- und Medienbranche 14 Journalismus im Wandel Prof. em. Dr. Hans J. Kleinsteuber Universität Hamburg, Journalistik und Politikwissenschaft 21 Wohl und Weh mit Gesetz und Recht Ines Hilpert-Kruck Nesselhauf Rechtsanwälte 25 Exzellente Jobaussichten in der ecommerce-hauptstadt Hamburg Dr. Esther Conrad e. V. 29 Willkommen in der Gamecity Hamburg! Achim Quinke Quinke Networks 34 Irgendwas mit Medien...zum Beispiel IT Andrea Spranger SinnerSchrader 38 IT-Fachkräftemangel - Realität oder Hype? Dierk Ladendorff KWB e. V., Service Digitale Arbeit 43 TALENT DAY Medien + IT Erlebe Deinen Traumberuf! Ulrike Jäckel KWB e. V., Service Digitale Arbeit 46 Praktikumsbörse Ulrike Jäckel KWB e. V., Service Digitale Arbeit 47 Berufe online hautnah erleben KWB e. V., Service Digitale Arbeit Ausbildung, Studium und Fortbildung in der Metropolregion Hamburg 52 Berufsausbildung Studium Fortbildung Eine Orientierungshilfe Dierk Ladendorff KWB e. V., Service Digitale Arbeit 2 3

4 Praktika können in der beruflichen Laufbahn entscheidende Wegweiser sein 79 Berufsbilder auf einen Blick 99 Studiengänge auf einen Blick 107 Berufe und Tätigkeiten in der Medien-, Event- und Werbebranche 203 Berufe und Tätigkeiten in der IT-Branche 25 1 Übersicht der Bildungsanbieter im Bereich Medien und Informationstechnologie 256 Bildungsanbieter von A-Z Weitere Adressen rund um Medien und IT 295 Arbeitsagenturen, Bildungsurlaub, Existenzgründung, Fördergelder, Gewerkschaften, Informations- und Beratungsstellen, Kammern, Rechteverwertung, Verbundausbildung, Vereine, Verbände PRAKTIKUMSBÖRSE JETZT NEU! Checklisten Wie finde ich das für mich Passende? 314 Ausbildung 316 Studium 318 Weiterbildung Hamburgs Praktikumsbörse der Medienund IT-Branche für die Zielgruppen: Schülerinnen und Schüler Jugendliche im Übergang Schule Ausbildung/Studium Studierende und Berufseinsteiger/innen KWB e. V. / SDA. Kapstadtring Hamburg. Tel Das Projekt wird aus dem Europäischen Sozialfonds ESF und von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.

5 h e r a u s g e b e r Z u m H e r au s g e b e r d e s H a n d b u c h s SDA - Infopoint Personalentwicklung Medien + IT ist Hamburgs zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Ausbildung, Weiterbildung, Studium und Personalentwicklung im Bereich der Medien und Informationstechnologie. Service Digitale Arbeit berät und informiert Führungskräfte, Personalverantwortliche und Beschäftigte, Schülerinnen und Schüler, Arbeitsuchende und deren Berater/innen sowie politische Entscheidungsträger/innen in persönlichen Gesprächen, Workshops, Fachtagungen und öffentlichen Veranstaltungen. Service Digitale Arbeit betreibt die Praktikumsbörse und die Website mit über tagesaktuellen Angeboten zur beruflichen Qualifizierung, ausführlicher Beschreibung aller Medien- und IT-Berufe sowie umfangreichen Fachinformationen für die o. g. Zielgruppen. Im Rahmen des jährlich durchgeführten TALENT DAY Medien + IT liegt ein weiterer Schwerpunkt der Dienstleistung des SDA in der Gewinnung von Fachkräftenachwuchs sowie in der Berufsorientierung. Service Digitale Arbeit ist regional in der Metropolregion Hamburg aktiv und verankert, bringt sich aber auch gestaltend in die zunehmend an Bedeutung gewinnende Entwicklung der europäischen Berufsbildungspolitik und den von ihr angestoßenen Reformprozess in Deutschland ein. Zentrales Themenfeld ist hier der europäische e-kompetenzrahmen für die europäische IKT-Branche. Dierk Ladendorff, Projektleiter des Service Digitale Arbeit, leitet die HR- Group, ist Sprecher des Forums Bildung und Personalentwicklung des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft e. V. sowie Mitglied des Steuerungskomitees des ICT-Skills Workshops des europäischen Komitees für Normung - CEN. Das Projekt wird aus dem europäischen Sozialfonds ESF und von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert. Kontakt: KWB - Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. Service Digitale Arbeit Haus der Wirtschaft Kapstadtring Hamburg (City-Nord) Tel Fax

6 G r u S S w o r t G r u s sw o r t Olaf Scholz Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Wer später etwas mit Medien oder IT machen möchte, sollte sich vor Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums umfassend über diese vielschichtigen Wirtschaftszweige und ihre Karrieremöglichkeiten informieren. Die in diesem Handbuch vorgestellten Branchen reichen von Verlagen über Funk und TV bis hin zur digitalen Wirtschaft. Von ihr geht, mit Bereichen wie e-commerce, Games und Social Media eine hohe Innovationsgeschwindigkeit aus. Dementsprechend befinden sich die beruflichen Anforderungen in einem permanenten Wandel. Für Hamburg als bedeutendem Standort der digitalen Wirtschaft sind qualifizierte Nachwuchskräfte das A und O, wenn es darum geht, Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen. Daher liegt es mir am Herzen, dass die beruflichen Perspektiven dieser Branchen kompakt und verständlich aufgezeigt werden. Der Service Digitale Arbeit (SDA) leistet dazu einen wichtigen Beitrag: Das vorliegende Handbuch, in seiner bereits 16. Auflage, bietet eine erste Orientierung, unterstützt bei der Karriereplanung und informiert umfassend über Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten. Der TALENT DAY Medien + IT richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen (siehe S. 43). Die Medien- und IT-Praktikumsbörse dient allen, die zwischen Schule und Berufseinstieg praktische Erfahrung sammeln möchten. Auf der Website mit aktuellsten Informationen zu Ausbildung, Studium, Weiterbildung und Personalentwicklung, werden alle fündig Jugendliche, Beschäftigte, Personaler und Arbeitsuchende. Auf dem Weg in Ihre berufliche Zukunft wünsche ich Ihnen persönlich alles Gute. Finden Sie einen Beruf, der Ihnen Freude macht und bleiben Sie stets offen für Neues. 8 9

7 H a n d h a b u n g H a n d h a b u n g Zu diesem Handbuch und seiner Handhabung Die Branchen Medien und Informationstechnologie (IT) sowie die Wirtschaftszweige Werbung und Eventmanagement bieten gerade in der Metropolregion Hamburg interessante und sehr vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten. Das wichtigste Potenzial dieser Branchen sind qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben bilden deshalb eine gute berufliche Ausbildung, ein Studium oder eine hochwertige Weiterbildung. Dieses Handbuch hilft Ihnen dabei, einen ersten Überblick über die Arbeitswelt der IT- und Medienbranche mit ihren verwirrend vielen Berufen und Tätigkeitsprofilen zu gewinnen. Darüber hinaus erleichtert es Ihre Suche nach der für Sie geeigneten Ausbildung, Weiterbildung oder Studium und den dazugehörigen Bildungsträgern. Vorab hat die Praxis das Wort. Autorinnen und Autoren beleuchten Trends und Perspektiven der Informationstechnologie- und Medienbranche. Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen unsere Orientierungshilfe Berufsbildung Studium Fortbildung auf den Seiten 52-77, die Ihnen das komplexe Bildungssystem und dessen Möglichkeiten näher erläutert. Die tabellarischen Übersichten Berufsbilder auf einen Blick und Studiengänge auf einen Blick ab Seite 80 enthalten alle gängigen Berufe und Tätigkeiten der IT- und Medien-, Werbe- und Veranstaltungsbranche sowie Studienangebote in der Metropolregion Hamburg, die zu ihnen führen. Ihnen sind Branchen, Bildungswege und Ausrichtungen zugeordnet. Auf welcher Seite Sie die konkrete Profilbeschreibung nachlesen können und wo Sie entsprechende Bildungsangebote in Hamburg und Umgebung finden, entnehmen Sie den letzten beiden Spalten der Übersicht. Zur Unterscheidung bezeichnen wir Berufe ohne gesetzliche Regelungen oder Abschluss mit Tätigkeiten. Die in der Tabelle Berufsbilder auf einen Blick aufgelisteten Berufe mit gesetzlich geregelter Aus- oder Weiterbildung mit Kammerabschluss sind mit dem Zeichen * gekennzeichnet. Die Profilbeschreibungen der einzelnen Berufe und Tätigkeiten im darauf folgenden Abschnitt des Handbuchs sind nach Medien und Informationstechnologie geordnet. Hier finden Sie in der Regel auch Hinweise zu geeigneten Vorbildungen. Die Beschreibungen wurden zum größten Teil mit der Berufenet-Datenbank der Agentur für Arbeit (www.berufenet.de) abgestimmt. Das Register der Bildungsanbieter, die Bildungsangebote in Medien, Informationstechnologie, Werbung und Veranstaltungsorganisation bereitstellen, enthält Hinweise auf die jeweiligen Angebotsschwerpunkte. Die für dieses Handbuch getroffene Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Tagesaktuelle und detaillierte Angaben zu Terminen, Kosten und Fördermöglichkeiten finden Sie laufend aktualisiert auf unserer Website: Nicht in das Verzeichnis aufgenommen wurden Firmen, die Ausbildungsplätze anbieten. Diese veröffentlichen ihre Gesuche zum Teil auf der von der Handelskammer Hamburg betriebenen Website Sehr empfehlenswert ist auch der Besuch der Hamburger Lehrstellenbörse vor Ort, die die Handelskammer Hamburg einmal jährlich im Herbst veranstaltet. Die meisten Unternehmen veröffentlichen ihre Ausbildungsplatzangebote und Stellenausschreibungen auch direkt auf der eigenen Firmen-Website. Weitere Anhaltspunkte für die sicher nicht einfache Suche nach einem Ausbildungsplatz finden Sie am Ende des Handbuchs in einer Checkliste zusammengestellt. Ob finanzielle Unterstützung im Studium, Hilfe bei der Vermittlung eines Ausbildungsplatzes oder Beratung zur Existenzgründung, unter Weitere Adressen (ab S. 296) finden Sie nützliche Adressen von Institutionen und Einrichtungen, bei denen Beratungen, Informationen sowie Unterstützung in Fragen des beruflichen Alltags und der Karriereplanung zu bekommen sind. Last but not least: Bevor Sie sich für ein Berufsziel, einen Bildungsweg oder ein konkretes Angebot entscheiden, sollten Sie dies so genau wie möglich prüfen! Eine erste Hilfestellung gibt der Artikel Berufsausbildung Studium Fortbildung, der Ihnen die diversen Ausbildungs-, Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten erläutert

8 Trends und Perspektiven der IT- und Medienbranche Redaktionelle Beiträge von Praktikern aus der Branche >

9 j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l G r u n d l a g e n j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l Prof. em. Dr. Hans J. Kleinsteuber Universität Hamburg Journalistik und Politikwissenschaft Im Kernbereich journalistischer Tätigkeit liegt die tagesaktuelle (franz. jour = Tag) Sammlung, Auswahl und Präsentation von Informationen. Es geht um Berichterstattung, Kommentierung und Hintergrundrecherche von Nachrichten, die speziell für Massenmedien aufgearbeitet werden. Journalisten arbeiten in herkömmlichen Medien, speziell im Printbereich (Zeitung und Zeitschrift), in den Funkmedien (Radio und Fernsehen), bei Nachrichtenagenturen und als neuere Entwicklung in den Netzmedien (Online). Publizistische Beiträge gibt es seit dem Beginn der Zeitungen in Mitteleuropa, also seit etwa 400 Jahren. Professionelle, hauptberufliche Journalisten sind allerdings erst seit dem 19. Jahrhundert tätig, als auflagenstarke Produkte begannen, die Massen, also große Teile der Bevölkerung, publizistisch zu bedienen, so dass es sich für Verleger lohnte, bezahlte Schreiber einzustellen. Der Journalistenberuf erfuhr in den letzten Jahrzehnten angesichts neuer digitaler Medientechniken und veränderter ökonomischer Rahmenbedingungen massive Veränderungen. Die Berufsbezeichnung Journalist ist nicht (wie bei Ärzten oder Rechtsanwälten) geschützt, jeder darf sich Journalist nennen. Allerdings sind nur bestimmte Organisationen berechtigt, einen Presseausweis herauszugeben, er ist an den Nachweis tatsächlicher journalistischer Tätigkeit geknüpft. Im Ergebnis finden wir heute neben dem Kernbereich des Journalisten benachbarte Tätigkeitsfelder, wie Pressesprecher, Öffentlichkeitsarbeiter (Public Relations), Moderatoren, Dokumentatoren oder Entertainer. Die Berufsfelder sind nicht immer klar von einander abgegrenzt, was noch dadurch erschwert wird, dass manche dieser Kommunikatoren zwischen verschiedenen Berufsfeldern wechseln, z. B. sowohl als Moderator wie als Journalist tätig sind. Auch die großen Selbstorganisationen der Journalisten, der Berufsverband Deutscher Journalisten Verband (DJV) und die dem deutschen Gewerkschaftsbund zugehörende deutsche journalisten union (dju) sind für Mitglieder benachbarter Sparten offen. Das erst vor zehn Jahren gegründete Netzwerk Recherche, das sich besonders der Pflege des investigativen Journalismus widmet, stellt dagegen in seinem Medienkodex heraus: Journalisten machen keine PR. Journalisten selbst führen Debatten darüber, was ihre Tätigkeit eigentlich ausmacht und sind sich selten einig. D e r B e r u f d e s J o u r n a l i s t e n Redakteure sind festangestellte Journalisten, die in Redaktionen arbeiten; dies sind arbeitsteilig aufgebaute Organisationen, die sich zumindest bei großen Medien in Ressorts aufteilen, wie Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Lokales, Foto. In weiter differenzierten Häusern finden sich auch Ressorts für Motor, Reisen, das Netz etc. Eine zunehmende Zahl von Journalisten arbeitet aus ökonomischem Zwang oder auch nach Wahl frei, also außerhalb einer festen Redaktionsanstellung. Der Journalist bedient sich bei seiner Arbeit immer Quellen, die sehr unterschiedlicher Natur sein können. Lokale Themen beruhen oft auf direkt übermittelten Informationen oder Pressemeldungen aus dem Rathaus und anderen örtlichen Organisationen. Die Hauptquellen für überregionale Berichterstattung sind Meldungen von Nachrichtenagenturen wie der Deutschen Presseagentur (dpa) oder auch von in der Ferne unterhaltenen Korrespondenten. Gute Journalisten verlassen sich nicht nur auf eine Quelle, sie recherchieren nach oder fragen Beteiligte, um Sicherheit zu haben, dass die Informationen stimmig sind, bevor sie sie veröffentlichen. Für alle Journalisten wurde das Internet zum unentbehrlichen Rechercheinstrument, zumal es ermöglicht, aus jedem Winkel der Welt Informationen zu sammeln und auszuwerten. Übergreifend für alle Ressorts gilt, dass es bestimmte immer wiederkehrende journalistische Stilformen gibt, darunter die kurze Nachricht, der längere Bericht, der die persönliche Meinung wiedergebende Kommentar, die ironisierende Glosse, das nachfragende Interview, das hintergründige Feature. Als Krönung der Stilformen gilt die Reportage, ein lebendig geschriebener und sorgsam komponierter Augenzeugenbericht. Auch der Fotojournalismus hat eine lange Tradition, bewegte Bilder beherrschen das Fernsehen. Wichtig ist, dass all diese Darstellungsformen, die sich schon vor vielen Jahren herausbildeten, auch in den digitalen Umwelten weiter bestehen

10 j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l Bisher wurde vor allem auf Konstanten im journalistischen Berufsfeld hingewiesen, tatsächlich befindet sich der Beruf in einem tiefen Wandlungsprozess, der vor einer Generation anfing und noch keineswegs abgeschlossen ist. Noch in den 80er Jahren wurden Zeitungsartikel auf der Schreibmaschine geschrieben, dann vom Setzer in Drucksatz übertragen und schließlich vom Layouter in das Zeitungsformat eingefügt. Heute arbeiten Journalisten am Bildschirm und setzen die Seiten selbst zusammen; sie übernehmen dabei die Aufgaben von Setzer und Layouter, deren einst hochqualifizierte Berufstätigkeit wegfiel. Diese Technisierung des Journalistenberufs zeigt sich auch in vielen anderen Feldern, der Reporter nimmt sein Interview auf digitalen Video- oder Audiodatenträgern auf und bearbeitet es selbst, aus der Ferne wird über das Satellitentelefon berichtet, die Studios bei Radio und Fernsehen werden digital gesteuert. N e u e B e r u f s b i l d e r Völlig veränderte Rahmenbedingungen entstanden mit den Online-Medien, die ganz neue Präsentationsmöglichkeiten ermöglichen. Sie sind in Deutschland in aller Regel Netzableger herkömmlicher Medien, spiegel online gilt z. B. als meistgenutzte Quelle für aktuelle Berichterstattung. Aber praktisch alle konventionellen Medien sind auch im Internet tätig, etwa in Hamburg abendblatt.de, mopo.de, taz.de, ndr.de etc. Die Digitalisierung ermöglicht eine multimediale Darstellung, die gleichzeitig Text, Bild, Ton, Grafik und Film umfasst. Als Ergebnis dieser Wandlungsprozesse arbeiten die meisten Journalisten heute sowohl für alte wie für neue Medien, während sie früher nur Zeitungs- oder Funkautor waren. Folglich sehen sie sich zunehmend als Inhalteproduzenten, die für mehrere Medien gleichzeitig arbeiten, der Spiegel-Journalist mag für das Printmagazin, den Online-Auftritt, für Spiegel-TV oder mehrere gleichzeitig tätig sein. Die Redaktionen werden unter diesen Bedingungen zunehmend zu Produzenten von Inhalten ( content ), die dann über verschiedene Ausspielkanäle ( playout channels ) an die Konsumenten gelangen. Jeder Journalist ist heute mit den neuen Rahmenbedingungen konfrontiert, insgesamt hat die Breite von Anforderungen und Tätigkeitsfeldern zugenommen, bestimmte technische Fertigkeiten sind unerlässlich. Während diese Feststellungen für alle Journalisten gelten, haben sich im digitalen Zeitalter auch neue, sehr spezifische Tätigkeitsfelder herausgebildet, zu denen zählen: Der Online-Journalist: Zwar sind heute die meisten auch online aktiv, gleichwohl gibt es darauf spezialisierte Journalisten, die kompetent mit den besonderen Bedingungen der Netzkommunikation umgehen können. Dazu zählt die Multimedialität, die Arbeit mit verschiedenen Präsentationsformen und deren Verknüpfung, das Beobachten des Netzes, der Umgang mit Links, also Verweisen auf andere Informationen oder Dokumente im Internet. Der Bildschirmjournalismus erfordert entsprechende Modifizierungen, Themen werden meist kürzer, lebendiger und visueller präsentiert. Dazu kommen intensivere Interaktionen mit den Nutzern über Kommentarfunktionen, redaktionelle Blogs, Facebook und Twitter-Gruppen etc. Der Grafik-Journalist: Unsere Kultur hat sich vor allem unter Einfluss des Fernsehens zunehmend visualisiert, was bildliche Darstellung von Zusammenhängen immer wichtiger werden lässt. Grafiken oder Animationen lassen sich am Computer besonders leicht gestalten und sie passen gut in die Multimedia-Umgebung von Online-Websites. Hier sind spezielle Kenntnisse im Webdesign gefragt. Der Netz-Journalist: Hier geht es um die Berichterstattung zu Themen rund um das Internet (so wie beim Sportreporter über Sport), bei manchen Medien ist daraus bereits ein eigenes Ressort geworden. Dies bezieht technische Neuerungen, Erfahrungen mit bestehenden Angeboten ebenso ein wie politische Initiativen, wirtschaftliche Interessen und kulturelle Experimente. Netzjournalismus gewinnt auch in herkömmlichen Medien an Bedeutung. Angesichts der Web-typischen Mitteilungsbereitschaft der Community ist hier intensive Kommunikation mit den Usern angesagt. Der Daten-Journalist: In großen computerbasierten Datenbanken sind riesige, oft kaum erschlossene Datenbestände gespeichert. Dies gilt etwa für Wikileaks-Datenpakete oder den britischen Haushalt, den die Zeitung Guardian insgesamt ins Netz stellte. Redakteure allein können diese gigantischen Bestände nicht auswerten. Darauf spezialisierte Journalisten bereiten das Material dann so auf, dass interessierte Bürger daran anknüpfen und eigenständig weiter recherchieren können. Der Social Web-Journalist: Viele Redaktionen halten über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter Kontakt mit ihren Nutzern, machen Vorschläge, warten auf Anregungen, 16 17

11 j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l laden zu Veranstaltungen ein. Die vielen Eintragungen in den sozialen Netzen erweisen sich zudem oft als lohnende, aber schwierig zu bewertende Quellen für Journalisten, viele Berichte und Bilder aus Krisengebieten, in denen Präsenz von Journalisten nicht möglich ist, sind nur hier zu finden. Aber es geht auch um interne Diskussionen in unseren Ländern, wo z. B. Hinweise auf Skandale oder Misswirtschaft zu finden sind. Es wird deutlich, dass IT-Fertigkeiten für Journalisten, die in den neuen digitalen Medien arbeiten, unerlässlich sind. Dies wird aber oft nicht ausreichen, denn auch ganz klassische Anforderungen nehmen zu. Wer z. B. Social Media in den Ländern des arabischen Frühlings beobachtet, sollte Landes- und Sprachkenntnisse haben, wer Grafiken erstellt, sollte sich mit Ästhetik und wirkungsvoller Präsentation auskennen. M e d i e n i n d e r K r i s e Jeder, der sich für dieses Berufsfeld interessiert und das sind viele -, sollte wissen, dass es sich in einer mehrfachen Krise befindet. Seit den 90er Jahren und verstärkt seit der Medienkrise 2002 sind feste Stellen in den Redaktionen massiv abgebaut worden, mehr und mehr Journalisten sind heute gezwungen, frei zu arbeiten. Die Bezahlung der Journalisten stagniert, der Not des Arbeitsmarktes gehorchend arbeiten nicht wenige unter ihnen unter prekären Bedingungen. Der gegenläufige Trend, dass Online-Journalisten auch neu eingestellt werden, fängt dieses Zerstörungswerk nicht auf. Die Gründe für die Krise sind mannigfach, dazu zählen große Medienkonzerne, die Redaktionen abbauen und den Arbeitsdruck erhöhen, der Rückgang von Werbeeinnahmen, zunehmendes Mediendesinteresse in der jungen Generation, eine ausgeprägte Gratismentalität. Besonders bedenklich ist das Ausufern von Boulevardberichterstattung, die auf Sensationsgier statt Analyse setzt, sowie die Zunahme von Unterhaltung bzw. Entertainisierung in der Berichterstattung, welche die viel kostenaufwendigere unabhängige und investigative Recherche zu ersetzen droht. Rationalisierungen haben zu einer Verdichtung und Arbeitsintensivierung geführt, was die Gründlichkeit journalistischer Arbeit gefährdet und neue Fehlerquellen schafft. Dazu kommt, dass große Unternehmen eher weniger Werbung schalten und stattdessen ihre Öffentlichkeitsabteilungen ausbauen, um den überarbeiteten Journalisten mit fertig produzierten Werbetexten zur Seite zu stehen. So ist die Zahl der Journalisten eher rückläufig, während die Abteilungen der Pressesprecher und PR- Mitarbeiter wachsen, in der viele frühere Journalisten Zuflucht genommen haben. Mit dem Rückgang des professionellen Journalismus entstehen ernsthafte Bedrohungen für das Funktionieren der Demokratie, denn sie bedarf der Medien als Vierte Macht, als Kontrollinstanz für die Sicherung politischer Sauberkeit. Gerade der investigative Journalismus, der besonders kostenaufwendig und erfolgsabhängig ist, leidet unter der Entwicklung. Das Netzwerk Recherche hat die Qualitäten guter journalistischer Arbeit in seinem Medienkodex zusammengefasst, darin finden sich Begriffe wie: unabhängig, sorgfältig, umfassend und wahrhaftig, Sicherheit vor Schnelligkeit, handwerklich saubere und ausführliche Recherche, Unterscheidung von Fakten und Meinungen. Die Medienethik kann also sehr genau benennen, was für guten Journalismus gefordert ist und woran es mangelt. Gleichwohl sind auch neue, ermutigende Entwicklungen zu vermerken. In den vom Zeitungssterben besonders bedrohten USA sind verstärkt Bürger (citizen journalism) mit Internetangeboten eingesprungen, zudem finanzieren gemeinnützige Stiftungen unabhängige Redaktionen (wie propublica). In Deutschland hat sich gezeigt, dass dort, wo Konsumenten selbst ihre Medien finanzieren und kontrollieren, wie bei der von einer Genossenschaft getragenen tageszeitung, die Unabhängigkeit am höchsten und die Auswirkungen der Medienkrise am geringsten ausfallen. Bürger müssen lernen, dass niemand etwas zu verschenken hat und auch scheinbar kostenfreie Medien letztlich von ihnen bezahlt werden. Sie erfahren in der Krise, dass wirklich unabhängige Berichterstattung immer ihren Preis hat. In den USA hat sich z. B. mit Spot.us eine Internetplattform etabliert, über die sich an Redaktionen vorbei Bürger und Journalisten direkt auf die Finanzierung und Bearbeitung eines beide Seiten interessierenden Themas einigen können. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Phase einer Hegemonie rein kommerziell agierender Medien ihren Höhepunkt überschritten hat. Wenn in Zukunft zivilgesellschaftliche Medienaktivität ohne staatliche Zensur oder Gewinnabsicht verstärkt nachgefragt wird, so sollte dies auch wieder Auswirkungen auf das Berufsprofil von Journalisten haben

12 j o u r n a l i s m u s i m wa n d e l w o h l u n d w e h m i t g e s e t z u n d r e c h t A u s b i l d u n g s w e g e Da der Zugang zum journalistischen Berufsfeld völlig frei ist, gibt es keine verbindlichen Ausbildungswege. Allerdings führt die Karriere der meisten Journalisten heute über ein Universitätsstudium und/oder ein zweijähriges Volontariat, wobei eine gründliche Ausbildung on the job in einer Redaktion nicht zu ersetzen ist. In vielen Universitäten haben sich eigene Journalistik-Studiengänge auf BA oder MA-Niveau etabliert, die oft mit Kommunikationswissenschaft verbunden sind, wie der Master-Studiengang Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg. Wichtige Stätten sind auch redaktionsübergreifende Journalistenschulen, wie sie große Medienhäuser unterhalten (etwa Henri-Nannen-Schule, Axel-Springer-Schule), in denen gebündelt der Nachwuchs ausgebildet wird. Da die Nachfrage groß ist, bieten inzwischen auch privat-kommerzielle Ausbildungsstätten gegen hohe Gebühren Ausbildung und Abschluss an. Im Prinzip werden heute deutlich mehr Journalisten in diesen Studiengängen ausgebildet als der Arbeitsmarkt aufnehmen kann, was Konkurrenz erhöht und auf die Bezahlung drückt. Viele ausgebildete Journalisten gehen daher in benachbarte Tätigkeitsfelder, werden Öffentlichkeitsarbeiter, Buchautoren, Kommunikationsberater, Moderationstrainer etc. Diese Überversorgung sollte nicht als Problem gesehen werden, gute Journalistenausbildung trägt dazu bei, insgesamt das Niveau kommunikativer Kompetenz in einer Gesellschaft zu erhöhen. Kontakt: Universität Hamburg Institut für Politikwissenschaft Prof. em. Dr. Hans J. Kleinsteuber Allende-Platz Hamburg W o h l u n d w e h m i t g e s e t z u n d r e c h t Ines Hilpert-Kruck Rechtsanwältin Urheber- und Medienrecht Nesselhauf Rechtsanwälte Hamburg In der Medien- und IT-Branche kommt es typischerweise sehr oft zu Berührungen mit Rechten, die man schon aus eigenem Interesse heraus nicht ignorieren sollte. Urheber-, Persönlichkeits- oder Markenrechte anderer werden häufig genutzt, z. B. bei der Gestaltung von Anzeigen, Websites für Produkte oder Dienstleistungen. Aber es entstehen vor allem auch bei denjenigen, die in diesen Branchen tätig sind, eigene Rechte z. B. an ihren Arbeitsergebnissen. Auch ihre Rechte werden vom Gesetz geschützt und es ist daher wichtig, sich früh zumindest mit einigen Grundlagen auseinanderzusetzen. Sowohl über eigene Rechte als auch über Rechte anderer wird manchmal ohne besondere Aufmerksamkeit verfügt. Erst bei Konflikten geraten die Rechte in den Fokus und machen das Leben schwer. Dabei hätten so manche Konflikte im Voraus vermieden werden können, wenn man frühzeitig einen Moment kritisch innegehalten hätte. Nur, was sind das für Rechte? Und, was bedeutet das für den Rechteinhaber bzw. was für den Nutzer? Hier ein kurzer Überblick: Alle Menschen sind Inhaber sog. Persönlichkeitsrechte unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Ansehen usw. Diese Rechte schützen den persönlichen Lebens und Freiheitsbereich von Menschen, die persönliche Ehre, das Recht am eigenen Bild und am Namen. Sie schützen lebenslang und in einzelnen Bereichen sogar bis 10 Jahre über den Tod hinaus. Einschränkungen der Persönlichkeitsrechte sind aufgrund grundgesetzlich garantierter Informations- und Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit oder aufgrund besonderer Gesetze von den Betroffenen zu dulden. Sog. Personen der Zeitgeschichte haben darüber hinaus unter besonderen Umständen weitere Einschränkungen ihrer Rechte in eng gestecktem Rahmen hinzunehmen. Nutzt man also z. B. Geschichten, Fotos oder Namen von lebenden oder noch nicht lange verstorbenen Personen, ist grundsätzlich eine gewisse Vorsicht geboten. Es ist zu prüfen, in welchem Umfang die Rechte der Abgebildeten oder Genannten betroffen sind und ggf. vorab zu klären, ob die Nutzung gestattet ist

13 w o h l u n d w e h m i t g e s e t z u n d r e c h t w o h l u n d w e h m i t g e s e t z u n d r e c h t Das Urheberrechtsgesetz schützt die sog. Urheberrechte, die automatisch entstehen, wenn ein urheberrechtlich geschütztes Werk geschaffen wird oder eine urheberrechtlich geschützte Leistung erbracht wird. Urheberrechtlich geschützte Werke sind Werke der Literatur, Kunst und Wissenschaft und das Gesetz enthält in 2 Urheberrechtsgesetz eine beispielhafte Aufzählung von Werkarten, zu denen neben den klassischen Werken der Musik, Sprachwerken, Werken der bildenden Kunst, z. B. auch Computerprogramme und Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, Bauwerke und Tanzchoreografien gehören. Der Schutz entsteht im Moment der Schöpfung des Werkes und dauert von diesem Moment an bis 70 Jahre nach Tod des Urhebers, ohne dass es einer förmlichen Bestätigung oder Registrierung bedarf. Voraussetzung ist lediglich, dass das konkrete Werk für Außenstehende wahrnehmbar ist, und eine gewisse individuelle Schöpfungshöhe erreicht wird. Ob die für den Urheberrechtsschutz erforderliche Schöpfungshöhe erreicht ist, ist manchmal streitig. Und insbesondere im Bereich der angewandten Kunst (bspw. Coverdesign, Webdesign) sind die Anforderungen an die Schöpfungshöhe doch meist höher. Ist das Urheberrecht an einem Werk entstanden, hat der Urheber automatisch eine Vielzahl von Rechten, die es ihm erlauben darüber zu entscheiden, was mit seinem Werk geschieht. Der Urheber ist dann Inhaber sog. urheberrechtlicher Nutzungsrechte. Er kann über die erste Veröffentlichung seines Werkes entscheiden, er hat das Recht über Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Aufführung, öffentliche Wiedergabe seines Werkes zu entscheiden. Im Rahmen von Lizenzverträgen werden urheberrechtliche Nutzungsrechte an Nutzer übertragen. Da das Urheberrecht tendenziell eher urheberfreundlich ist, ist in Verträgen, mit denen Nutzungsrechte übertragen werden, darauf zu achten, dass der Umfang der übertragenen Rechte oder zumindest der Vertragszweck hinreichend bestimmt sind. Im Zweifel verbleiben Rechte beim Urheber. Besonderheiten gelten für Urheberrechte, die im Rahmen der Tätigkeit als Arbeitnehmer entstehen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Arbeitgeber auf Grundlage des Arbeitsvertrages sehr weitgehende Rechte an urheberrechtlich geschützten Werken ihrer Mitarbeiter erwerben, sofern die zugrundeliegende Tätigkeit vom Arbeitnehmer geschuldet ist. Dennoch bleibt der Arbeitnehmer Urheber und urheberrechtliche Schutzvorschriften gelten grundsätzlich auch für ihn, sofern sich aus dem Arbeitsverhältnis nichts anderes ergibt. Neben urheberrechtlich geschützten Werken schützt das Urheberrechtsgesetz aber ausdrücklich auch Leistungen z. B. der ausübenden Künstler (Sänger, Musiker, Produzenten, Schauspieler, Cutter, Kameraleute etc.), Leistungen sog. Lichtbildner (Fotografen), Leistungen der Tonträger- und Filmhersteller, Leistungen der Datenbankhersteller, Sendeunternehmen, Veranstalter. Die Genannten erwerben mit Darbietung ihrer Leistung urheberrechtliche Leistungsschutzrechte, die es dem Leistungsschutzberechtigten ebenfalls erlauben, weitgehend über die Nutzung seiner Leistungen bzw. Leistungsergebnisse zu entscheiden. Die Schutzdauer ist je nach Leistungsart unterschiedlich, beginnt aber in der Regel mit Erscheinen, Veröffentlichung der Leistung und endet 25 bis 50 bzw. 70 Jahre später. Besonderheiten gelten z. B. im Bereich der Fotografie. Werke der sog. Kunstfotografie sind meist unzweifelhaft urheberrechtlich geschützt als sog. Lichtbildwerke. Bei dieser Art Fotografie kann sogar das zugrundeliegende Motiv geschützt sein. Ein Nachstellen solcher besonderen Motive wäre dann ebenfalls bis 70 Jahre nach Tod des Fotografen nur mit Genehmigung des Fotografen oder seiner Erben erlaubt. Aber auch einfache Lichtbilder, bspw. Abbildungen von Speisen, Gegenständen oder ganz alltäglichen Situationen sind laut Urhebergesetz geschützt. Geschützt ist die den Lichtbildern zugrundeliegende technische Leistung des Fotografen. Der Schutz endet 50 Jahre nach Erscheinen des Bildes. Aus diesem Grund können auch einfache Lichtbilder nicht ohne Genehmigung des Fotografen genutzt werden. Für Urheber und Leistungsschutzberechtigte enthält das Urhebergesetz zudem einige unabdingbare Regelungen, die deren Position zumindest theoretisch stärken. Der erst für Urheber und Leistungsschutzberechtigte geregelte Anspruch auf angemessene Vergütung ist immer wieder von Bedeutung. Bei der Beurteilung der Angemessenheit vereinbarter Vergütungen werden aber je nach Position der Betroffenen naturgemäß sehr unterschiedliche Standpunkte vertreten, die in der Praxis aber nicht immer durchsetzbar sind. Grundsätzlich gilt dieser Anspruch auch für angestellte Urheber. Auch sie sollten ihre Ansprüche zumindest kennen. Neben den vorgenannten Rechten spielen darüber hinaus auch die gewerblichen Schutzrechte eine besondere Bedeutung, wobei an dieser Stelle nur kurz auf die Markenrechte 22 23

14 w o h l u n d w e h m i t g e s e t z u n d r e c h t E x z e l l e n t e J o b a u s s i c h t e n e C o m m e r c e v o n A b i s Z u n d k l e i n b i s g r o S S Grundlage des Erfolgs sind die Hamburger Internet Retail Unternehmen. Dazu zählen große und umsatzstarke Unternehmen wie Otto, Tchibo, Bonprix, H&M, Görtz, Discount24, Globetrotter oder Tom Tailor, die auch bundesweit den Ton angeben, genauso wie einige kleinere und mittlere ecommerce-unternehmen mit einer regionaleren Strahlkraft. Außerdem bietet Hamburg eine rege StartUp-Szene, viele Unterstützungsmöglichkeiten und Netzwerke für Gründer. Gefunden werden die Informationen und Onlineshops dieser Händler am häufigsten mit der wohl bekanntesten Suchmaschine: Google, das seinen Deutschlandsitz in Hamburg etabliert hat - gar nicht weit von Facebook, das durch die vielen Facebook-Shops und Produktbewertungen ein wichtiger ecommerce Player ist. Auch Kelkoo, eine der größten europäischen ecommerce-websites, das Preisvergleichsportal guenstiger.de oder das größte deutsche online Business-Netzwerk XING sitzen in Haman Kennzeichnungen von Produkten oder Dienstleistungen im geschäftlichen Verkehr hinzuweisen ist. Auch markenrechtliche Auseinandersetzungen z. B. wegen der Verwendung einer verwechslungsfähigen, ähnlichen oder identischen Marke kommen in der Medienund IT-Branche häufig vor. Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer anwaltlichen Sicht ratsam, gestalterische Aufgaben welcher Art auch immer und Arbeitsergebnisse zumindest kritisch dahingehend zu betrachten, ob eventuell Rechte Dritter betroffen sein könnten. Und für die Rechteinhaber selbst ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Rechte, die sie haben, ein durchaus kostbares Gut sind, über das man nicht unbedacht verfügen sollte. Die Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt, Fragen vorher zu klären, Verträge genau zu lesen und manchmal sogar rechtzeitig Rat von außen einzuholen. Kontakt: Nesselhauf Rechtsanwälte Ines Hilpert-Kruck Rechtsanwältin Tel Alsterchaussee Hamburg e x z e l l e n t e j o b a u s s i c h t e n i n d e r e c o m m e r c e- h a u p t s ta d t h a m b u r g Dr. Esther Conrad Bereichsleiterin Medien und IT e. V. Hamburg Die Elbmetropole bietet interessante und vielseitige Karrieremöglichkeiten im Onlinehandel. Von einer traditionellen Kaufmannsstadt hat sich Hamburg längst zum führenden ecommerce-standort Deutschlands entwickelt. Die Umsätze im Onlinehandel sind in der Hansestadt mit 2,4 Milliarden Euro inzwischen so hoch wie bei den folgenden vier Standorten Berlin, Frankfurt, München und Köln zusammengerechnet. Hamburg ist bundesweit der einzige Standort, der das gesamte Spektrum und damit die vollständige Wertschöpfungskette des elektronischen Handels abdeckt. In der großen IT- und Telekommunikationsbranche der Hansestadt sind inzwischen mehr als Unternehmen im Onlinehandel tätig. Vom IT-Dienstleister über Onlinemarketingagenturen bis zum Logistikunternehmen ist hier alles vertreten. Auf Basis dieses wirtschaftlichen Potenzials entstehen ausgezeichnete Beschäftigungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Der Arbeitsmarkt im ecommerce boomt

15 e x z e l l e n t e j o b a u s s i c h t e n E x z e l l e n t e J o b a u s s i c h t e n burg und steuern ihren Part zu den milliardenschweren ecommerce-umsätzen bei. Doch nicht nur die vielen Handels- und Suchprofis tragen dazu bei, dass Hamburg als Zentrum des ecommerce floriert. Neben ihnen gibt es eine Vielzahl von Spezialisten, die wichtiges Know-how für Projekte aus dem Onlinehandel liefern: Softwarehäuser und Technologiedienstleister, Beratungsfirmen, Anbieter für Hosting und Wartung und Agenturen sowie Produzenten von interaktiven Anwendungen. K o m m u n i k at i o n a l s w i c h t i g e r o n l i n e- E r f o l g s fa k t o r Eine ganz entscheidende Rolle spielt im ecommerce die Kommunikationsbranche. Da beim Onlinehandel anders als beim stationären Handel der persönliche Kontakt mit dem Kunden fehlt, wird die Kommunikation zum absoluten Schlüsselfaktor. Dazu findet man in Hamburg überdurchschnittlich viele Unternehmen, die wissen, wie man erfolgreich Aufmerksamkeit für ein (digitales) Produkt erzeugt, um so erhöhte Online-Umsätze zu erzielen: Die Werbebranche entwickelt in großem Umfang Kampagnen für ecommerce-unternehmen, sowohl zur Online- wie auch Offlineverwendung. Gerade die Entwicklung von Apps für die unterschiedlichen Plattformen wie Android, ios oder Facebook nimmt hier einen großen Stellenwert ein. Das Kreativranking der Werbeagenturen für 2011 für den Interactive Bereich hat gezeigt, dass Hamburg gerade in der digitalen Werbung Spitze ist. Neben dem Gewinner kempertrautmann stehen auch weitere Hamburger Agenturen wie Jung von Matt oder Grabarz & Partner ganz oben. W e l c h e B e r u f s b i l d e r b i e t e n d i e g r ö S S t e n C h a n c e n? Viele Personaler sind aktuell händeringend auf der Suche nach gut ausgebildeten Spezialisten. In vielen Unternehmen geht es darum, Arbeitskräfte mit harten IT-Skills gekoppelt mit entsprechenden Soft Skills, z. B. für Vertrieb, PR oder Marketing zu gewinnen. Übersetzt heißt das: Der Fachkräftemangel ist nachdem er jahrelang nur ein Schlagwort war in den Unternehmen angekommen. Wo liegen also aktuell die größten Chancen? In vielen Hamburger ecommerce-unternehmen sind folgende Berufsbilder gefragt: > Webentwickler, z. B. für die Programmiersprache JavaScript oder HTML5, um das Rückgrat der Shops zu programmieren > Softwareentwickler, die z. B. das Programmieren von Applikationen für mobile Plattformen übernehmen können, da Onlinebestellungen zunehmend auch über Smartphones und Tablet-PCs wie dem ipad getätigt werden > Mediengestalter, Grafiker und Webdesigner, die trendige und innovative Shop- Designs umsetzen können > Online Marketing Experten, die etwas von SEO, SEM oder Affiliate-Marketing verstehen, um den Traffic zu optimieren und den User zum Kauf zu bewegen. Auch Social Media Experten sind in diesem Zusammenhang immer gefragter. > SAP-Berater, IT-Projektmanager oder Produktmanager, die das ecommerce Angebot abrunden, um z. B. Herausforderungen im Vertrieb, bei der Kundenkommunikation oder bei der Logistik der Produktlieferung zu meistern D u r c h s ta r t e n m i t d e m r i c h t i g e n e C o m m e r c e- K n o w - h o w Eine gute Möglichkeit, sich zum spezialisierten ecommerce Experten ausbilden zu lassen, bietet zum Beispiel ein ecommerce-studiengang, der seit dem Wintersemester 2011/2012 von der Fachhochschule Wedel in Kooperation mit OTTO angeboten wird. Darin werden Inhalte der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik und Betriebswirtschaftslehre kombiniert. Ziel des Studiums ist eine tiefgreifende Ausbildung in den Kernbereichen IT und ecommerce. Daneben sollen spezifische Praxiskompetenzen im Onlinehandel vermittelt werden. Für weiterführende Informationen siehe de/studiengaenge/e-commerce/. N a c h w u c h s f ö r d e r u n g v o n H a m b u r w o r k Um für Absolventen und gestandene Fachkräfte die Jobsuche übersichtlicher zu gestalten, haben und XING eine Onlinejobbörse speziell für den ecommerce gestartet. Unter finden Berufseinsteiger und Fachkräfte aus der Internetbranche aktuelle Hamburger Stellenangebote. Darüber hinaus vergibt gemeinsam mit den Softwareunternehmen Novomind und epages jährlich zwei ecommerce-stipendien an Studierende der Informatik. Bewerben können sich alle Informatikstudierenden aus Hochschulen der Metropolregion Hamburg, die sich im dritten oder vierten Fachsemester befinden. Einen Überblick über die Aktivitäten von work im ecommerce bietet die Website Für Jobsuchende besonders interessant ist der digitale Stadtplan aller Hamburger Unternehmen, die im Onlinehandel aktiv sind. Er liefert einen Überblick mit alleine mehr als 100 potenziellen Arbeitgebern

16 e x z e l l e n t e j o b a u s s i c h t e n w i l l k o m m e n i n d e r g a m e c i t y h a m b u r g Viel Erfolg bei der Jobsuche im Hamburger ecommerce! Kontakt: e. V. Dr. Esther Conrad Bereichsleiterin Medien und IT Habichtstraße Hamburg w i l l k o m m e n i n d e r g a m e c i t y h a m b u r g! Achim Quinke Geschäftsführer Quinke Networks Hamburg Computer- und Videospiele sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dabei zeigt die aktuelle Entwicklung, dass es sich bei der Leidenschaft für digitale Spiele um ein generationsübergreifendes Phänomen handelt: Jugendliche spielen die neuesten Konsolen- und PC-Spiele, Berufstätige spielen gerne zwischendurch Online-Games und Familien spielen zusammen im Wohnzimmer an der Wii. Für jede Zielgruppe von jung bis alt werden passende Spiele entwickelt. Was viele dabei nicht wissen: Eine große Anzahl dieser Spiele kommen aus Deutschland und finden von hier aus ihren Weg zu Spielern auf der ganzen Welt. Der deutsche Markt für Computerspiele befindet sich auf stetigem Wachstumskurs und ein Ende ist nicht in Sicht. Dabei zählt Hamburg zu den führenden Standorten der europäischen Games-Branche und ist in Deutschland seit Jahren die Nummer Eins. Mit seiner hervorragenden Infrastruktur ist Hamburg Hotspot der deutschen Games-Branche. Als erstes Bundesland fördert die Hansestadt seit 2003 mit der Initiative gamecity:hamburg gezielt den Ausbau dieses Wirtschaftssektors. Diese Unterstützung hat Hamburgs Weg auf die Pole-Position nachhaltig vorangetrieben. An folgenden Kennzahlen der Hamburger Games-Branche aus dem August 2011 lässt sich dies gut ablesen: Anzahl und Art der Unternehmen > 146 Unternehmen sind in Hamburg in der Games-Branche aktiv. > Davon sind 75 Developer oder Publisher - also Unternehmen, die Computerspiele entwickeln oder veröffentlichen. > Die restlichen 71 agieren im weiteren Umfeld der Games-Wertschöpfungskette, beispielsweise im Bereich Zahlungsdienstleistungen, PR oder bei Computerspiele-Magazinen

17 w i l l k o m m e n i n d e r g a m e c i t y h a m b u r g w i l l k o m m e n i n d e r g a m e c i t y h a m b u r g Aktuelle Beschäftigungszahlen > Festangestellte: > Freelancer: 382 > Angestellte in Hamburger Firmen, die außerhalb Hamburgs tätig sind: 676 Offene Stellen in Hamburg > Im Sommer 2011 gab es in Hamburg 497 freie Jobs in der Games-Branche. Unternehmen der Medien- und IT-Wirtschaft das spezifische Know-how, um eine branchenübergreifende Zusammenarbeit mit der Games-Branche zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund lässt sich auf die elterliche Aufforderung: Kind, lern bloß was Anständiges! also mit gutem Gewissen antworten: Mache ich - ich gehe in die Games- Branche! Aber welche Möglichkeiten gibt es für einen Einstieg und in welchen Bereichen sind qualifizierte Mitarbeiter besonders gefragt? D e i n E i n s t i e g i n d i e G a m e s - B r a n c h e Im Jahr 2011 konnte die Hamburger Games-Branche ein starkes Wachstum verzeichnen. Insbesondere die Anzahl an Entwicklern von Online-Games wächst überproportional und bildet bei den insgesamt 75 in Hamburg ansässigen Developern und Publishern die größte Gruppe. Derzeit beschäftigen in Hamburg sechs Unternehmen mit jeweils über 100 Mitarbeitern die Hälfte der Festangestellten. Gleichzeitig gibt es über 100 Betriebe mit nicht mehr als zehn Mitarbeitern. Aktuell suchen fast alle Firmen nach weiteren Talenten. Das Besondere an Online-Games ist, dass diese direkt im Internetbrowser gespielt werden und keine spezielle Hardware abgesehen von einem Computer und einem Internetzugang benötigen. So erreichen sie eine sehr große Zielgruppe und sind oftmals kostenlos spielbar. Bei den größten Hamburger Unternehmen im Games-Bereich haben sich die Mitarbeiterzahlen durch dieses erfolgreiche Geschäftsmodell in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Unternehmen wie Bigpoint, InnoGames oder Goodgame Studios entwickeln Online-Games, die in zahlreichen Sprachen von Millionen Spielern gespielt werden. Die Grafik zeigt: Bei der Games-Branche handelt es sich um einen aufstrebenden Zukunftsmarkt. Hamburg ist aber nicht nur Gamecity, sondern mit über Arbeitsplätzen im Kernbereich der Medien- und Werbewirtschaft eine Hochburg der deutschen Medienindustrie. Dies ist umso wichtiger, da die Games-Branche in ihren Produkten bereits heute und in Zukunft noch viel mehr nahezu alle Mediendisziplinen vereint. Ob Musik, Film, Werbung oder PR, Internet oder klassisches Fernsehen Spiele werden immer multimedialer und das auf allen Plattformen. Hier bietet Hamburg durch seine über Die Branche besitzt durch den internationalen Markt für Games und den ständigen technischen Fortschritt ganz eigene Anforderungen an Bewerber und gleichzeitig vielschichtige Berufsbilder. Gesucht werden Mitarbeiter in den Bereichen Programmierung (C++, PHP, Flash, Unity, Phyton und andere Programmierumgebungen), Grafik und Grafikdesign, Community Management, Online Marketing, PR, Game Design, Business Development, QA und Testing, IT und Audio-Services. Durch die speziellen Anforderungen der Branche an ihre Mitarbeiter können viele Arbeitsplätze nicht in dem Umfang besetzt werden, wie es das Wachstum der Unternehmen zulassen würde. Um diesem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bilden immer mehr 30 31

18 w i l l k o m m e n i n d e r g a m e c i t y h a m b u r g w i l l k o m m e n i n d e r g a m e c i t y h a m b u r g Hamburger Unternehmen der Branche selbst aus. Angeboten werden im Bereich der Programmierung insbesondere Ausbildungen zum/zur Fachinformatiker/in in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung und teilweise auch in der Fachrichtung Systemintegration sowie im kreativen Bereich Ausbildungen zum/zur Mediengestalter/in Digital und Print. Die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze findet man direkt auf den Internetseiten der Unternehmen oder auf speziellen Job-Portalen wie etwa Neben einem Interesse an der Thematik Games und dem Beschäftigen mit der Materie, werden für Auszubildende gute Englischkenntnisse immer wichtiger. Innerhalb der Unternehmen arbeiten Mitarbeiter mit vielen unterschiedlichen Nationalitäten und somit läuft in manchen Abteilungen bereits die gesamte Kommunikation auf Englisch ab. Neben einer Ausbildung in der Games-Branche ist oftmals der Einstieg nach oder schon während eines Hochschulstudiums erfolgreich. In Hamburg gibt es auch auf Bestreben der Förderinitiative gamecity:hamburg mehrere Angebote an Studiengängen, die speziell auf die Anforderungen der Branche zugeschnitten sind. So gibt es das GamecityLab Hamburg an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg), das als Gemeinschaftsprojekt des Departments Medientechnik der Fakultät Design, Medien, Information und des Departments Informatik der Fakultät Technik und Informatik entstanden ist. Es ist als ein Ort konzipiert, an dem Unternehmen der Region mit Studierenden und Lehrenden in stetigem Dialog stehen. Im Sommersemester 2010 startete der Masterstudiengang Zeitabhängige Medien Sound, Vision/Games am Department Medientechnik der Fakultät Design, Medien, Information der HAW Hamburg. Einzigartig an diesem Studiengang ist die internationale Ausrichtung, die enge Verzahnung mit den klassischen Medien Sound und Bewegtbild (Sound, Vision) sowie die Vernetzung mit der Hamburger Games-Branche, die bereits während der Studienphase aktiv betrieben wird. Die ersten Absolventen präsentierten im Juli 2011 ihre spielbaren Prototypen von PC-, Browser- und Social-Games. Alle haben bereits während ihres Studiums Angebote von Unternehmen erhalten und Praktika bei den Spieleentwicklern absolviert. Somit haben sie den direkten Übergang vom Studium in die Berufswelt mit Bravour gemeistert. Weitere Studiengänge für eine Karriere im rasant wachsenden Markt Games werden an der renommierten Fachhochschule Wedel (www.fh-wedel.de) oder am privaten SAE Institut (www.sae.edu) angeboten. Einige Games-Unternehmen, beispielsweise InnoGames, bieten auch Plätze für den dualen Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik an der privatwirtschaftlich organisierten Nordakademie in Elmshorn an. Ein Praktikum bringt oftmals Klarheit, ob einem ein bestimmter Job gefällt und auch liegt. Dabei ist es egal, ob das Praktikum über die Schule, während oder anschließend an ein Studium gemacht wird. Genauso verhält es sich mit den Berufseinstiegschancen in die Games-Branche. Egal ob als Auszubildender, Praktikant; Student oder Quereinsteiger die Hamburger Games-Branche sucht junge aufstrebende Talente. Die Games-Branche sucht Dich! Kontakt: Quinke Networks Achim Quinke Geschäftsführer Initiator gamecity: Hamburg & Games-Career.com HINWEIS: Einen guten Überblick über die unterschiedlichen Berufsfelder der Branche und ihre Anforderungen findet man auf Studiengänge, Beschreibungen der relevanten Ausbildungsberufe sowie einschlägige Weiterbildungsangebote unter Praktikumsplätze unter und

19 i r g e n d wa s m i t m e d i e n... z u m b e i s p i e l : i t i r g e n d wa s m i t m e d i e n... z u m b e i s p i e l : i t i r g e n d wa s m i t m e d i e n... z u m b e i s p i e l : i t Andrea Spranger Bereichsleiterin Entwicklung SinnerSchrader Deutschland GmbH Hamburg Benutzeroberflächen, setzte sich mit dem Erstellen von Webseiten fort - und fand schließlich in diversen Vorlesungen aus dem Bereich Software-Engineering einen unerwarteten Höhepunkt. Zugegeben, einige dieser Vorlesungen besuchte ich zu Beginn hauptsächlich, um dem Dozenten aufzuzeigen, dass ich auch als Nicht-Nerd den Anforderungen durchaus gewachsen war. Mein Interesse an dem früher missachteten Berufsfeld der IT war jedoch geweckt. Was, ob ich in der IT arbeiten will...?!? Nein, ich will doch was Kreatives machen - irgendwas mit Medien...! Das waren meine ersten Gedanken, als mir ein Lehrer vor 15 Jahren vorschlug, nach dem Abitur einen Beruf im IT-Umfeld zu ergreifen. Der Informatikunterricht in der Schule machte zwar Spaß, aber Informatik zu meinem Beruf zu machen - das hatte ich nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Hatte ich doch so vielfältige Interessen - und längst schon beschlossen, etwas Kreatives lernen zu wollen, etwas, bei dem ich gestalterisch tätig werden konnte - eben irgendetwas mit Medien. Ich war über den Vorschlag meines Lehrers sogar ein wenig erschrocken - sah er in mir etwa einen Nerd, der unkommunikativ den ganzen Tag im abgedunkelten Zimmer vor dem Monitor sitzen könnte? Heute weiß ich - die Idee meines Lehrers war bei Weitem nicht so abwegig wie sie mir damals erschien. Im Laufe meines Studiums zur Medien-Ingenieurin stellte ich schnell fest, dass beim Schreiben eines Zeitungsartikels (z. B. über die Rede des Vorsitzenden des Kleintierzüchtervereins anlässlich des jährlichen Brieftaubenwettbewerbs) auch nicht gerade Kreativitätsfeuerwerke erwartet wurden. Auch Ausflüge ins Marketing entpuppten sich als weit weniger kreativ als zunächst gedacht - und ich lernte schnell, dass ich entweder freischaffende Künstlerin werden müsste (dafür hatte ich allerdings nicht im Ansatz ausreichend Begabung) - oder meine Kreativität den Kundenwünschen würde unterordnen müssen. Während die Begeisterung für das kreative Irgendwas mit Medien damit nach und nach kleiner wurde, stieg die Faszination für die Arbeit mit Computern - das Ganze war doch deutlich bunter als zunächst gedacht - es begann mit der Konzeption von grafischen Und so setzte ich nach dem Studium meinen Weg in Richtung IT wie selbstverständlich fort - selbst das früher unvorstellbare Informatikstudium wurde neben der Arbeit noch angegangen - und das, so versicherte mir zumindest mein Freundeskreis, ganz ohne negative Auswirkungen auf mein Sozialverhalten. ;-) Wenn ich heute durch unsere Agentur gehe und dabei mein früheres Bild von IT-Berufen vor Augen habe, wird mir immer wieder bewusst, wie falsch ich mit meiner Einschätzung damals lag. Entwickler/-in, Designer/-in, Konzepter/-in, Projektleiter/-in, Berater/-in...? Wenn ich neuen Kollegen gegenüber stehe, liege ich mit meiner Einschätzung recht häufig daneben. Nicht nur äußerlich, auch in Bezug auf Kommunikationsverhalten, Kreativität, Eigenverantwortung und Innovationsgeist sind alle Disziplinen bunt gemischt. Und erst im engen Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen werden exzellente Ideen entwickelt. Sicher gibt es auch heute noch ausreichend IT-Jobs, die dem alten Klischee eher gerecht werden. Auch findet nicht jeder, der Spaß an der Arbeit mit Computern hat, Gefallen daran, in lebhaften Workshops mit Designern und Beratern über innovative Shop-Ideen zu diskutieren, mit Kollegen gemeinsam über neuen Benutzeroberflächen zu tüfteln oder die reibungslose Umsetzung einer Mobile App zu verantworten - nicht jeder, der Spaß am Umgang mit Computern hat, wird sich deshalb in der bunten Welt einer Digitalagentur zu Hause fühlen. Diejenigen von Euch, die eher nach einem klassischen IT-Job suchen, können beruhigt sein - auch für Euch gibt es nach wie vor vielfältige Möglichkeiten. Aber auch all jenen unter Euch, die sich zwar für unsere digitale Welt begeistern können, die einen Job in der IT für sich aber bislang abgelehnt haben, sei gesagt: Verpasst Eure Chance nicht! Macht Euch klar: Viele weltverändernde Innovationen sind durch ITler/-innen vorangetrieben worden, die die technische Innovationskraft z. B. des Internets erkannt haben

20 i r g e n d wa s m i t m e d i e n... z u m b e i s p i e l : i t i r g e n d wa s m i t m e d i e n... z u m b e i s p i e l : i t Erst durch technische Innovationen wurden neue Anwendungsfälle möglich. Google, Facebook[a], Nike+, etc. - alle diese Dinge wurden durch kreative Techniker erdacht und erschaffen. In Zukunft wird die IT noch stärker in den Alltag Einzug halten - in welcher Form, das wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zeigen. Ihr habt die Möglichkeit, daran aktiv teilzunehmen - und mit Euren Ideen und Eurer Kreativität die Zukunft maßgeblich mit zu gestalten. In meinen Augen gibt es aktuell kaum ein spannenderes und innovativeres Arbeitsfeld als das der IT - in all ihren Berufsbildern: Sei es als Bachelor oder Master der Informatik, als Fachinformatiker/-in, als Mediengestalter/-in, als Absolvent/-in eines anderen digitalen Studiengangs - oder auch als ambitionierte/-r Quereinsteiger/-in. Wichtig ist, dass Du Dich für die digitale Welt begeistern kannst, Lust auf kreative und innovative Projekte und natürlich keine Berührungsängste mit Computern hast. Kontakt: SinnerSchrader Deutschland GmbH Andrea Spranger Bereichsleiterin Entwicklung Völckersstraße Hamburg Über SinnerSchrader: SinnerSchrader gehört zu den führenden Digitalagenturen in Europa. SinnerSchrader entwickelt interaktive Strategien, Plattformen und Applikationen, die radikale Beziehungen zwischen Konsumenten und Marken schaffen. In der SinnerSchrader-Gruppe arbeiten rund 400 Mitarbeiter an den Standorten Hamburg, Frankfurt am Main, Berlin und Hannover für Kunden wie Allianz, TUI, Tchibo, simyo, REWE, comdirect bank, PPR Group, OTTO und Steigenberger. SinnerSchrader wurde 1996 gegründet und ist seit 1999 börsennotiert. Ganz nebenbei: Schon heute sind ITler/-innen auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt - eine Tatsache, die dank der immer stärkeren Durchdringung unseres Alltags mit Computern sicherlich noch weiter zunehmen wird. Lasst Euch diese Chance nicht entgehen - informiert Euch über die vielen Berufsbilder, die es in der IT heutzutage gibt. Nutzt die zahlreichen Möglichkeiten, Euch ein eigenes Bild zu machen und vielleicht noch bestehende Vorurteile abzubauen - kommt z. B. zum Hamburger TALENT DAY Medien + IT, um ganz unverbindlich den Kopf durch die Tür eines IT-Unternehmens - oder einer Digitalagentur wie SinnerSchrader - zu stecken und Euch über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren. Ihr werdet Euch wundern, welch bunte Welt Euch dort erwartet. Schaut Euch die Filme zu Ausbildungen im IT-Bereich auf an - oder lest die Berichte unserer Azubis auf unserem Blog radicalmonday.posterous.com. Wir brauchen Euch zur Gestaltung unserer digitalen Zukunft! 36 37

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