Workshop zur Einführung der Kaufmännischen Rechnungslegung in den Fachhochschulen NRW

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1 Workshop zur Einführung der Kaufmännischen Rechnungslegung in den Fachhochschulen NRW Struktur des kaufmännischen Rechnungswesens und Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen gesetzlicher Vorgaben Referent: Prof. Dr. Helmut Pasch Hochschule Niederrhein HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW

2 Johann Wolfgang von Goethe in Wilhelm Meisters Lehrjahre Welche Vorteile gewährt die doppelte Buchhaltung dem Kaufmanne! Es ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes, und ein jeder gute Haushalter sollte sie in seiner Wirtschaft einführen HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 2

3 Geschichte der Kameralistik Die Kameralistik wurde im Jahr 1762 von dem österreichischen Hofrat Johann Mathias Puechberg entwickelt. Kameralistik kann als deutsches Pendant zum französischen Merkantilismus betrachtet werden. Anders als der Merkantilismus wandte sich der Kameralismus, seit 1727 als Universitätslehrfach Kameralwissenschaft(en) oder Kameralismus, auch Problemen der staatlichen Verwaltung und Finanzwirtschaft zu. Der wirtschaftspolitische Bestandteil der kameralistischen Lehre folgte merkantilistischen Grundsätzen HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 3

4 Geschichte der Buchführung Der Franziskanermönch und Mathematiker Luca Pacioli beschrieb 1494 in seinem Buch Summa de Arithmetica, Geometria, Proportioni et Proportionalità die erste geschlossene Darstellung der Venezianischen Methode (doppelte Buchführung), wie sie vermutlich in den Fernhandel treibenden italienischen Stadtstaaten praktiziert wurde. Venedig bildete damals das Zentrum einer Weltwirtschaft, die sich von Polen über Westeuropa und dem Mittelmeer bis zum Schwarzen Meer erstreckte. Das Grundprinzip der doppelten Buchführung, das auch für die Darstellung der Bilanz gilt, ist bis heute unverändert geblieben und wird weltweit angewandt HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 4

5 Kennzeichen und Schwächen des gegenwärtigen Haushaltsrechts Inputorientierung primär Einnahmen- und Ausgabenrechnung nicht zeitgemäße Gliederung mangelnde Flexibilität HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 5

6 HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 6

7 HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 7

8 HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 8

9 HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 9

10 HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 10

11 Inventur und Eröffnungsbilanz Eine Inventur ist für die erstmalige Eröffnungsbilanz und zum Schluss eines jeden Haushaltsjahres durchzuführen. Inventur bezeichnet den Vorgang der mengenmäßigen Erfassung und Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden zum Bilanzstichtag. Arbeitsergebnis der Inventur ist das Inventar. Im Inventar sind die einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden nach Art, Menge und Wert verzeichnet. Das Inventar ist Bestandteil einer ordnungsmäßigen erstmaligen Eröffnungsbilanz und eines jeden Jahresabschlusses. Unterschieden werden die körperliche Inventur durch Messen, Zählen und Wiegen der Vermögensgegenstände und die Buchinventur, die immer dann anzuwenden ist, wenn eine körperliche Bestandsaufnahme nicht möglich ist. Eine Buchinventur erfolgt beispielsweise bei Bankguthaben, Forderungen sowie Verbindlichkeiten. Hier werden Kontoauszüge und so genannte Saldenlisten zur Inventur genutzt. Auch für Gegenstände des Sachanlagevermögens kann eine jährliche körperliche Bestandsaufnahme unter Umständen unterbleiben, wenn sie ordnungsgemäß in einer Anlagenkartei fortgeschrieben werden. Die Inventur kann Fehler bei der laufenden Aufzeichnung der Zu- und Abgänge von Vermögensgegenständen und Schulden aufdecken. Sie verschafft zudem einen Eindruck vom tatsächlichen Zustand und der Werthaltigkeit der Vermögensgegenstände. Die Inventur ist damit ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung der Buchführung. Sie hat den gleichen Anforderungen an die Ordnungsmäßigkeit zu genügen wie die übrige Buchführung HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 11

12 Inventur =>Inventar A. Vermögen Anlagevermögen Büroausstattungen »... Laborausstattung Fuhrpark Umlaufvermögen Forderungen Bank Kasse Summe des Vermögens HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 12

13 B. Schulden Langfristige Verbindlichkeiten Kurzfristige Verbindlichkeiten C. Ermittlung des Reinvermögens Summe des Vermögens Summe der Schulden Reinvermögen (Eigenkapital) HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 13

14 Bilanz Aktiva Hochschule Takatuka Passiva Anlagevermögen Büroausstattung Laborausstattung Fuhrpark Umlaufvermögen Forderungen Bank Kasse Eigenkapital Kapitalkonto Fremdkapital Bankdarlehen Verbindlichkeiten HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 14

15 Auflösung der Bilanz in Konten Buchung im Journal (Grundbuch) Büroausstattung an Eröffnungsbilanzkonto (EBK) Laborausstattung an EBK Fuhrpark an EBK Forderungen an EBK Bank an EBK Kasse an EBK EBK an Eigenkapital EK EBK an Bankdarlehen EBK an Verbindlichkeiten HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 15

16 Auflösung in Konten Hauptbuch Büroausstattung Laborausstattung AB AB Fuhrpark Forderungen AB AB HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 16

17 Auflösung in Konten Hauptbuch Bank Kasse AB AB Eigenkapital Bankdarlehen AB AB HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 17

18 Auflösung in Konten Hauptbuch Verbindlichkeiten AB EBK Eigenkapital Kapitalkonto Fremdkapital Bankdarlehen Verbindlichkeiten Anlagevermögen Büroausstattung Laborausstattung Fuhrpark Umlaufvermögen Forderungen Bank Kasse HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 18

19 Auflösung in Konten Hauptbuch Kontenbezeichnung Kontenbezeichnung AB Abgänge Abgänge AB Zugänge Saldo Saldo Zugänge Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Bilanz Eigenkapital Zunahme EK Fremdkapital Passiva Kontenbezeichnung Kontenbezeichnung AB Abgänge Abgänge AB Zugänge Saldo Saldo Zugänge HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 19

20 Beispiele: Geschäftsvorfälle Kauf von Büroausstattung auf Ziel Abschreibungen auf Laborausstattung Zahlung einer Verbindlichkeit Die Hochschule erhält Studienzuschüsse vom Land HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 20

21 Buchungssätze aus Geschäftsvorfälle 1. Büroausstattung an Verbindlichkeiten Afa an Laborausstattung Verbindlichkeiten an Bank Bank an Studienerträge HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 21

22 Auflösung in Konten Hauptbuch Büroausstattung Bank AB AB Verbindlichkeiten Laborausstattung AB AB AfA Studienerträge HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 22

23 Abschluss der Konten: Ertrags- und Aufwandskonten über G. u. V. Konto GuV an Afa Studienerträge an GuV Abschluss GuV über EK GuV an EK HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 23

24 Abschluss der Konten: Bestandskonten über Schlussbilanzkonto Schlussbilanzkonto (SBK) an Büroausstattung SBK an Laborausstattung SBK an Fuhrpark SBK an Forderungen SBK an Bank SBK an Kasse Eigenkapital EK an SBK Bankdarlehen an SBK Verbindlichkeiten an SBK HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 24

25 Abschluss in Konten Hauptbuch Büroausstattung AB EB Bank AB EB Verbindlichkeiten AB EB Laborausstattung AB EB AfA EB Studienerträge EB HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 25

26 Abschluss in Konten Hauptbuch G. u. V. Konto Eigenkapital Afa Gewinn Studienerträge SBK AB Gewinn Bankdarlehen EB AB AB Kasse EB Fuhrpark Forderungen AB EB AB EB HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 26

27 Bilanz (SBK) Aktiva Hochschule Takatuka Passiva Anlagevermögen Büroausstattung Laborausstattung Fuhrpark Umlaufvermögen Forderungen Bank Kasse Eigenkapital Kapitalkonto Gewinn Fremdkapital Bankdarlehen Verbindlichkeiten HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 27

28 Auch der sch(limmste)önste Vortrag hat mal ein Ende! Da wir uns heute über die doppelte Buchführung unterhalten haben: Doppelten Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse! HÜF Hochschulübergreifende Fortbildung NRW 28

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