Der Film in der Bilanz: Neue Bilanzierung für die Medienwirtschaft - Chancen und Risiken

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1 Advisory Der Film in der Bilanz: Neue Bilanzierung für die Medienwirtschaft - Chancen und Risiken Dr. Markus Kreher Medientage München 30. Oktober

2 Agenda Stand des Gesetzgebungsverfahrens zum BilMoG Ziele des BilMoG Aktivierung von immateriellen Vermögensgegenständen Weitere Elemente des BilMoG 2

3 1. Stand des Gesetzgebungsverfahrens Ref-E BilMoG Reg-E BilMoG Verabschiedung finales Erstanwendung heute Gesetz erster vollständiger BilMoG- Abschluss Nov Q4/ Aktueller Stand: Zeitpunkt der Erstanwendung (Diskussion) Stellungnahme durch Bundesrat sowie Gegenäußerung der Bundesregierung erfolgten im Sommer Lesung im Bundestag am 26. September 2008 und Verweisung an die Ausschüsse Anpassungen am RegE werden derzeit durchgeführt (Fehlerbeseitigung) Finanzmarktkrise könnte Auswirkungen auf Erstanwendungszeitraum haben 3

4 2. Ziele des BilMoG Umfassendste Modernisierung des Bilanzrechts seit dem Bilanzrichtliniengesetz 1985 Umsetzung i.w. zweier Rechtsakte der EU: Abänderungsrichtlinie Abschlussprüferrichtlinie Schaffung einer gleichwertigen, aber weniger komplexen und kostengünstigeren Alternative zu den IFRS Erhöhung der Aussagekraft, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen Steuerneutrale Umsetzung Eigenes steuerliches Änderungsgesetz? Eingriffe in 29 Bundesgesetze und Verordnungen 4

5 2. Ziele des BilMoG Unterschiede zwischen Handelsrecht und internationalen Rechnungslegungsstandards nehmen ab HGB (alt) IFRS Basis für Steuerbilanz BilMoG HGB (neu)? Entkoppelung Steuerbilanz BilMoG führt zur Internationalisierung des deutschen Handelsrechts Unterschiede zwischen HGB und IFRS nehmen ab Nur noch kleiner Schritt zwischen HGB (neu) und IFRS BilMoG-Conversion ist überwiegend mit IFRS-Conversion vergleichbar Umstellungsaufwand für bisherige IFRS-Bilanzierer geringer (bestehende Prozesse können verwendet werden Beispiel: Aktivierung von Entwicklungskosten) Größerer Umstellungsaufwand für reine HGB-Bilanzierer 5

6 3. Immaterielle Vermögensgegenstände Wesentliche bilanzielle Änderungen betreffen: 1. Maßgeblichkeit 2. Bildung von Bewertungseinheiten 3. Zeitwertbilanzierung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten 4. Abschreibungen 5. Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden 6. Immaterielle Vermögensgegenstände 7. Verbindlichkeiten und Rückstellungen 8. Konzernabschluss 9. Latente Steuern 6

7 3. Immaterielle Vermögensgegenstände Geplante Gesetzesänderung im HGB Geltendes Recht (HGB) Aktivierungsverbot für nicht entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ( 248 Abs. 2 HGB) BilMoG Aktivierungspflicht durch Aufhebung des Aktivierungsverbots für selbsterstellte immaterielle VG des AV Aktivierungspflicht der auf die Entwicklungsphase entfallenden HK Ausschüttungssperre in Höhe der aktivierten Herstellungskosten (EK+ variable GK) Aktivierungsverbot für Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten und ähnliche VG, die nicht entgeltlich erworben wurden 7

8 3. Immaterielle Vermögensgegenstände Geplante Gesetzesänderung im HGB Geltendes Recht (HGB) BilMoG Abgrenzung Forschung & Entwicklung Forschung ist die Suche nach Erkenntnissen, über deren technische Verwertbarkeit und wirtschaftliche Erfolgsaussichten keine Aussagen gemacht werden können Entwicklung ist die Anwendung von Forschungsergebnissen für die Neuentwicklung von Gütern und Verfahren Prospektive Anwendung, wenn mit der Entwicklung nach dem 31. Dezember 2008 begonnen wurde 8

9 3. Immaterielle Vermögensgegenstände Verbleibende Unterschiede zu IFRS Definitionsunterschiede Vermögensgegenstand versus Vermögenswert Kein Kriterienkatalog zur Abgrenzung der Forschungsund Entwicklungsphase wie in IAS Allerdings ergeben sich im Umkehrschluss aus der Definition von Forschung die folgenden Kriterien nach HGB-E: Nachweis der technischen Verwertbarkeit Nachweis von wirtschaftlichen Erfolgsaussichten Stellungnahme des Bundesrates fordert Ersatz der vorgesehenen Aktivierungspflicht durch Aktivierungswahlrecht 9

10 4. Weitere Elemente Ausschüttungssperre Zweiteilung der BilMoG-Reformelemente: Anpassungen mit direkter Auswirkung auf die Ausschüttung Anpassungen ohne direkte Auswirkung auf die Ausschüttung Betroffene Themen gemäß 268 HGB-E mit Ausschüttungssperre: Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens; aktive latente Steuern; Bewertung von zu Handelszwecken erworbenen Finanzinstrumenten oder Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert Berechnung des ausschüttungsfähigen Gewinns als Herausforderung Softwarehersteller haben dazu noch keine fertigen Lösungen entwickelt Betrag muss manuell (Excel) ermittelt werden (Problem: Fortschreibung der vielen Adjustments) 10

11 4. Weitere Elemente Wirtschaftliche Zurechnung von Vermögensgegenständen Wirtschaftliche Zurechnung wird in HGB verankert Allerdings behalten steuerliche Leasingerlasse ihre Gültigkeit. Auswirkungen bei Geschäften sonstigen Geschäften relativ ungeklärt, z.b.: 1) Sale and lease back-gestaltungen 2) Factoring, 3) ABS-Gestaltungen und ähnliche Transaktionen, Formulierung im Gesetzestext weist Fehler auf 11

12 4. Weitere Elemente Anhangangaben Zusätzliche Anhangangaben / teilweise Erleichterungen Anhangangaben zu Art, Zweck sowie Risiken und Vorteile, soweit dies für die Beurteilung der Finanzlage notwendig ist Nicht in der Bilanz erscheinende Geschäfte, z.b. Factoring, Pensionsgeschäfte, Verträge mit unbedingter Zahlungsverpflichtung, Forderungsverbriefungen über gesonderte Zweckgesellschaften, Leasingverträge Angaben zu Haftungsverhältnissen Angabe zum Abschlussprüferhonorar ( 285 Nr. 17, 314 Abs.1 Nr.9 HGB-E) Angabe zum Anteilsbesitz ( 285 Nr. 11 und 11a HGB-E) Umsetzungsthemen Identifikation von Einheiten innerhalb des Konzerns, die zusätzliche Angaben vornehmen müssen Ausarbeitung von Musterformulierungen 12

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