Kinderrechte. Arbeitshilfe für JugendgruppenleiterInnen

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1 Es gibt weder große Entdeckungen noch wahren Fortschritt, solange noch ein unglückliches Kind auf der Welt ist. Albert Einstein ( ) Physiker Kinderrechte Arbeitshilfe für JugendgruppenleiterInnen Landesverband Hessen/ Rheinland-Pfalz/Saar

2 Vorwort Liebe JugendgruppenleiterInnen, die Johanniter-Jugend des Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar möchte im Jahr 2005 einen Schwerpunkt auf die Verbreitung der UN-Kinderrechtskonvention legen. Damit sind wir zum Glück nicht alleine. Auf Seite 31 findet Ihr interessante Links und Literaturhinweise und auf unserer CD-Rom Materialien für die Kinder- und Jugendarbeit findet Ihr auch noch einiges an zusätzlichem Material zum Thema. In dieser Arbeitshilfe findet ihr eine Menge an Vorschlägen für Eure Gruppenstunden. Nehmt die Chance wahr und beschäftigt Euch mit diesem wichtigen Thema. Die Gruppenstundenvorschläge sind immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Am Anfang gibt es eine tabellarische Übersicht über die Stunde und danach folgen alle notwendigen Informationen zum Inhalt der Stunde. Weiterhin möchten wir auf die Seite 28 hinweisen. Dort findet Ihr allgemeine Tipps und Aktionsideen von A bis Z. Wir hoffen dass Ihr mit dieser Arbeitshilfe viele interessante Gruppenstunden gestalten könnt. Wir freuen uns über Berichte, was denn bei Euch in der Gruppe so zum Thema Kinderrechte passiert ist. Die AG Arbeitshilfe wünscht Euch viel Spaß! Kirstin Bode, Petra Kriegsmann, Silke Meers, Daniela Linder Impressum: Johanniter-Jugend Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar Johanniterstraße Butzbach /

3 Inhaltsverzeichnis Einführung Kinderrechte... 4 Das Recht auf eine saubere Umwelt... 8 Das Recht auf eine intakte Umwelt Das Recht auf Bildung Das Recht auf Ruhe und Freizeit Kinderarbeit Das Recht auf Informationen Das Recht auf Mitbestimmung Das Recht auf Hilfe Allgemeine Tipps Link- und Literaturliste Anhang... 32

4 Einführung Kinderrechte 4 Einführung Kinderrechte Inhalt Methode Material Einleitende Worte des JGL Jeder TN schreibt auf Meta-Plan Karten welches Recht er gerne hätte Jeder TN stellt seine Rechte vor und pinnt sie an Gemeinsam mit der Gruppe werden die Rechte sortiert und Überbegriffe gesucht Der JGL nennt die 10 wichtigsten Kinderrechte und fragt die TN, was diese wohl im Alltag bedeuten. Verschiedene Szenarien spielen und nachbesprechen Wie könnte man die Kinderrechtskonvention mehr Kindern und Jugendlichen bekannt machen? Vortrag Einzelarbeit Vortrag Diskussion Lehrgespräch Rollenspiel und Diskussion Brainstorming Kärtchen und genügend Stifte Pinnwand, Nadeln alternativ: an Wand kleben Plakat Flip-Chart, Stifte Einleitende Worte des JGL Wisst ihr eigentlich, dass Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ganz besondere Rechte haben? Doch bevor ich euch die vorstelle, möchte ich von Euch erst mal wissen, welche Rechte ihr Euch wünschen würdet... Die 10 wichtigsten Kinderrechte 1. Das Recht auf Gleichheit 2. Das Recht auf Gesundheit 3. Das Recht auf Bildung 4. Das Recht auf Spiel und Freizeit 5. Das Recht auf freie Meinungsäußerung, Information und Gehör 6. Das Recht auf gewaltfreie Erziehung 7. Das Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung 8. Das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht 9. Das Recht auf elterliche Fürsorge 10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung

5 Einführung Kinderrechte 5 Der Deutsche Kinderschutzbund schreibt auf seiner Homepage KINDER HABEN RECHTE Jedes Kind hat das Recht auf - Vieles. Dieses ist in dem Menschenrechtsabkommen für Kinder - der UN-Konvention über die Rechte des Kindes - festgelegt. Seit 1989 gibt es die Kinderrechtskonvention und nur zwei Länder der Welt haben bisher nicht unterschrieben, dass sie Kinderrechte durchsetzen wollen. In Deutschland gilt die Konvention seit Die Kinderrechtskonvention sagt: Alle Kinder müssen gleich behandelt werden - Mädchen und Jungen, arme und reiche, weiße und schwarze, behinderte und nicht behinderte. Politiker und Verwaltungen müssen bei allen Entscheidungen prüfen, ob diese gut für Kinder sind - in ihrem eigenen Land und weltweit. Kinder müssen bei allen Angelegenheiten, die sie betreffen, mitbestimmen können. Das gilt für neue Spielplätze, in der Familie und in der Schule. Klar ist, dass alle Rechte genau da aufhören, wo die Rechte von anderen anfangen. In 41 Artikeln werden die Rechte für alle Kinder bis 18 Jahre genau beschrieben: Recht auf Entwicklung heißt Jedes Kind soll so gut und gesund wie möglich leben. Jedes Kind soll in die Schule gehen können und lernen, mit anderen Menschen friedlich zusammen zu leben. Jedes Kind soll spielen und sich erholen können. Jedes Kind soll mit seiner Mutter, seinem Vater, seinen Geschwistern und anderen aus seiner Familie zusammen sein können, auch wenn sie nicht zusammen wohnen. Kinder, die in einem fremden Land leben, dürfen ihre Sprache sprechen. Recht auf Versorgung heißt Kein Kind soll arm sein. Kein Kind soll zu wenig zu essen haben oder schlechtes Wasser trinken müssen. Die Eltern kümmern sich um das Kind. Wenn sie das nicht so gut können, sollen sie Unterstützung dabei bekommen. Für alle Kinder muss soziale Sicherheit, das heißt genügend Geld da sein. Recht auf Schutz heißt Kein Kind soll geschlagen, gequält, vernachlässigt oder sexuell missbraucht werden. Kein Kind soll durch Kinderarbeit ausgebeutet werden. Keinem Kind soll durch grausame Filme im Fernsehen oder durch Pornographie im Internet geschadet werden. Kein Kind soll Kindersoldat sein oder im Krieg leiden müssen. Kein Kind soll entführt oder verkauft werden. Kein Kind soll drogenabhängig werden.

6 Einführung Kinderrechte 6 Recht auf Mitbestimmung heißt Kinder dürfen sich zusammentun. Kinder dürfen ihre Meinung sagen und Erwachsene müssen zuhören. Kinder dürfen Privatheit haben. Kinder müssen gefragt und gehört werden, wenn es um ihre Angelegenheiten geht. Für einige Kinder gibt es besondere Bestimmungen die aus ihrem Land flüchten mussten die behindert sind die keine Eltern haben oder adoptiert sind die im Heim leben die straffällig geworden sind Verschiedene Szenarien spielen und nach besprechen Sobald jemand Rechte bekommt zieht das auch Pflichten nach sich. Ich habe zwar das Recht, aber andere haben auch Rechte. Dieser Zwiespalt soll in den folgenden Szenarien deutlich werden. Nachdem die Kinder/Jugendlichen einen guten Überblick über Kinderrechte erworben haben, könnte man folgende Szenarien spielen, zeichnen, in Kleingruppen oder in der großen Gruppe diskutieren. Hier einige Szenarien zum Auswählen: Ein Mädchen namens Elena, wacht mitten in der Nacht auf. Normalerweise kann sie schnell wieder einschlafen, nur heute klappt das nicht so richtig. Nachdem sie sich schon eine Zeit lang in ihrem Bett herumwälzt beschließt sie, ihr Radio einzuschalten und etwas Musik zu hören. Aus dem Radio ertönt kurz darauf in ziemlicher Lautstärke ihr aktueller Lieblingssong der neuesten Boygroup. Sonntag mittags, es gab ganz leckere Pizza und alle, Max, seine Schwestern Erna und Julia sitzen satt und glücklich am Tisch. Am Nachmittag steht das Freibad auf dem Programm. Alle haben schon am Vormittag begonnen Schwimmflossen, Handtücher und Sonnenmilch zusammenzupacken. Auch Max hat seinen Tasche schon fast fertig, einige Dinge fehlen noch. Als ihn seine Mutter zum Geschirrspülen verdonnert, wird er furchtbar zornig und beschließt das Geschirr kaputt zu machen, anstatt es zu spülen. Heute ist wieder Taschengeldtag. Nachdem Jonas nun 16 Jahre alt ist, verlangt er von seinem Vater natürlich auch mehr Taschengeld als früher. Er hätte gerne 50. Euro im Monat. Sein Vater will ihm aber nicht so viel geben. Um Uhr sind Moritz und sein jüngerer Bruder Klaus gerade mit dem Mittagessen fertig und beschließen, draußen vor der Garage noch ein bisschen Basketball zu spielen, bevor sie mit den Hausaufgaben anfangen. Zufällig kommen noch zwei Freunde vorbei und sie beginnen ein lautstarkes Match. Plötzlich kommt die Nachbarin angestürmt und verbietet den Jungs das Ballspielen, denn schließlich sei ja Mittagsruhe. Vielleicht fallen dir ja weitere Situationen ein. Erfinde selbst einige Szenen.

7 Einführung Kinderrechte 7 Diskussionsanregungen zu den Szenarien: Welche Rechte stoßen hier aufeinander? Beschreibe die Sichtweisen aller Beteiligten? Was glaubst du, wie sich die in der Szene Beteiligten jeweils fühlen bzw. wie fühlten sich die Spieler in dieser Rolle? Sind meine Rechte wichtiger als deine? Gibt es auch so was wie 'Erwachsenen-Rechte'? Was ist ein Kompromiss? Wie kann man einen solchen Streit schlichten/vermeiden/lösen? Aus dieser Gruppenstunde heraus könnte eine Aktion entstehen, um die Kinderrechtskonvention weiter zu verbreiten. Einige Aktionsideen finden sich weiter hinten in dieser Arbeitshilfe.

8 Das Recht auf eine saubere Umwelt 8 Das Recht auf eine saubere Umwelt Ablauf des Gruppenstundenmoduls Thema Methode Material Einführung: TN sollen ein Bild malen, was sie im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung bewegt und es danach kurz vorstellen Alternative für ältere Gruppenmitglieder: Auseinandersetzung mit der Fragestellung Wo werden wir im täglichen Leben mit Umweltverschmutzung konfrontiert? Die Fragestellung Warum gehört das zu den Kinderrechten? bearbeiten Teilmodul 1 oder Teilmodul 2 Malen / Einzelarbeit Einzelarbeit oder Kleingruppenarbeit Bilder anschauen Gruppengespräch Papier, Stifte, Wachsmalkreide oder Wasserfarben Teilmodul 1 Thema Methode Material Orte finden an, denen es in der näheren Umgebung dreckig ist. Orte zusammentragen und diskutieren Einen Ort für eine Aktion (siehe Aktion I) wählen Aktion (siehe Aktion I) planen und durchführen (in die nächsten Gruppenstunden einbauen) Gruppenarbeit oder Einzelarbeit Gruppenarbeit Teilmodul 2 Thema Methode Material Orte finden, an denen es in der näheren Umgebung dreckig ist. Orte auflisten und eine Strategie entwickeln für die Umsetzung einer Aktion (siehe Aktion II) Aktion (siehe Aktion II) durchführen (in einer der nächsten Gruppenstunden) Gruppenarbeit oder Einzelarbeit Gruppenarbeit Papier, Stifte

9 Das Recht auf eine saubere Umwelt 9 Zielgruppe (besonders auf das Alter bezogen) Dieses Gruppenstundenmodul ist für jede Altersstufe geeignet. Bei jüngeren Mitgliedern muss die Aktion stärker von den JGL`s unterstützt werden, die älteren hingegen können schon einige Aufgaben allein übernehmen. Eine Gruppe mit einer gemischten Altersstruktur passt hier hervorragend. Thematischer Hintergrund Ein Recht auf saubere Umwelt hat doch jeder Mensch und vor allem Kinder. Kinder sind doppelt so hart von Umweltverschmutzung und ökologischen Fehlentwicklungen betroffen. Zum einen reagieren sie körperlich wesentlich empfindlicher auf Umweltbelastungen. Bei Kindern genügen schon wesentlich niedrigere Schadstoffbelastungen, um zu gesundheitlichen Schäden beizutragen, als es bei Erwachsenen der Fall ist, da ihre Körper noch nicht ausgewachsen sind. Zum anderen werden die heutigen Kinder noch wesentlich länger in diesem Land und auf dieser Erde leben als die meist 40- bis 70jährigen PolitikerInnen, die über die Zukunft unserer Umwelt entscheiden. Außerdem sind Kinder häufig viel sensibler für Umweltschäden als Erwachsene, da sie mit dem Thema Umwelt groß geworden sind. Oft nehmen Erwachsene die Ängste und Befürchtungen von Kindern aber nicht ernst oder übergehen sie. Es muss für den Staat selbstverständlich werden, dass er viel stärker als bisher auf die Giftstoffe in der Luft, dem Wasser und der Nahrung achtet. Es ist nämlich so, dass z.b. der Grad der Luftverschmutzung in vier Metern Höhe gemessen wird. Wer spielt schon in 4 Metern Höhe. Die Werte bei denen dann Smogalarm ausgelöst wird, richten sich nach einem gesunden jungen, 75 kg schweren Mann. 1 Beispiel Ein Ozean an Müll von Wolfram Wichman: Robben strangulieren sich, Wale verheddern sich in Geisternetzen, Vögel verhungern mit vollem Magen. Ein riesiger Müllteppich im Pazifik zeigt das wahre Ausmaß des Problems. Mitten im Nordpazifik treibt ein nahezu geschlossener Festmüllteppich von der Größe Mitteleuropas. Gefangen in einer gigantischen ozeanischen Ringströmung aus Nordäquatorial-, Kuroshio- und einem Teil des Nordpazifikstromes, kreisen etwa drei Millionen Tonnen "Wegwerf-Kultur" um ein Zentrum ungefähr Seemeilen nordwestlich von Hawaii. Der Abfall, der aus allen Teilen der Welt stammt, wird von der Meeresströmung hauptsächlich entlang der Pazifikküsten Nordamerikas und Japans "eingesammelt". Das überwiegend aus Plastik zusammengesetzte, pazifische "Wertstoff"-Vorkommen macht nach Ansicht von Meeresforschern mittlerweile etwa das Sechsfache des dort lebenden Zooplanktons aus. Bekannt wurde die ozeanische Deponie fernab jeder menschlichen Behausung schon Anfang des Jahres, nachdem ein Forschungsschiff der 1 Auszüge aus dem Heft: Naturfreundejugend Deutschlands. Ökologische Kinderrechte, Remagen 1997

10 Das Recht auf eine saubere Umwelt 10 Umweltschutzorganisation Algalita Marine Research Foundation sie auf einer Patrouille etwa 1600 Kilometer vom kalifornischen Festland entfernt gefunden hatte. Nach Angaben des Kapitäns Charles Moore stammt ein Teil der "Kulturgüter" noch aus den 1950er Jahren, den Anfangszeiten industrieller Kunststoffproduktion. Mindestens fünfzehn Jahre, wahrscheinlich aber noch länger werden die im Ringstrom des North Pacific Gyre-Systems aufkonzentrierten Abfälle noch verweilen, bevor sie sich wieder in andere Meeresregionen zerstreut haben. Bis zu 500 Jahre könnte es dagegen dauern, so das Magazin GEO, bis sich die widerstandsfähigen Materialien durch Sonne und Luftsauerstoff zersetzt und endgültig in ihre chemischen, oft toxischen Bestandteile aufgelöst haben. 2 Aktion I Müll sammeln Sucht einen Platz im Ort oder in der näheren Umgebung aus, an dem Ihr eine Müllsammelaktion starten wollt. Bedenkt und beachtet dabei folgendes: Ist der Ort öffentlichkeitswirksam? Wen wollt Ihr in die Müllsammelaktion einbeziehen (evtl. vorher Aufruf in der Bevölkerung starten)? Wo könnt ihr den gesammelten Müll entsorgen? Informiert unbedingt die Presse und die Landesjugenddezernentin über Eure Aktion! Informiert Euch vorher bei den Behörden, was ihr beachten müsst und lasst Euch die Aktion genehmigen! Die Planung einer solchen Aktion solltet Ihr nicht unterschätzen. Nehmt Euch genug Zeit zum planen und sprecht evtl. Eltern oder MitarbeiterInnen der JUH an, die Euch bei der Planung unterstützen können. Macht eine Müllausstellung mit dem gesammelten Müll in der Fußgängerzone, beim Wochenmarkt, in der Sparkasse... Sprecht die Pressearbeit mit Eurem Vorstand ab, in den meisten Fällen wird die JUH Euch das abnehmen, oder Euch wenigstens dabei unterstützen. Aktion II Fotoserie oder Entwickeln von Plakaten In der Gruppenstunde habt Ihr eine Liste mit dreckigen Orten in Eurer Stadt/Umgebung erstellt. Plant einen Gruppenausflug, bei dem Ihr diese Orte besucht und macht Bilder und sammelt Informationen über die Situation vor Ort. Aus Euren Ergebnissen könnt ihr Plakate mit Texten, Bildern, mahnenden Sprüchen etc. erstellen. Genauso könnt ihr eine Fotoserie entwickeln und diese nett darstellen. Mit den Plakaten, Bildern und Fotos könnt ihr eine Ausstellung planen, vielleicht in einem Einkaufszentrum oder in der Vorhalle eines Kinos. Lasst Euch einen Ort, an dem Ihr Aufmerksamkeit erhaltet, einfallen. Ihr könnt auch die Presse zu Eurer Ausstellung einladen. Auch hier gilt, dass ihr abklärt, ob Ihr die Örtlichkeit benutzen dürft. Sprecht die Pressearbeit mit Eurem Vorstand ab, in den meisten Fällen wird die JUH Euch das abnehmen, oder Euch wenigstens dabei unterstützen. 2

11 Das Recht auf eine intakte Umwelt 11 Das Recht auf eine intakte Umwelt Thema Methode Material Einführung: Gruppenmitglieder sollen ein Bild malen, was sie im Zusammenhang mit Energieverschwendung bewegt und danach kurz vorstellen Alternative für ältere Gruppenmitglieder: Auseinandersetzung mit der Fragestellung Wo verschwenden wir im täglichen Leben unnötig Energie? Die Fragestellung Warum gehört das zu den Kinderrechten? bearbeiten Was kann dagegen getan werden? Wie können wir Energie sparen als Liste zusammentragen Aktion daraus ableiten: Gesammelte Informationen in einem Zeitungsartikel für die Schülerzeitungen oder die normale Presse verfassen Themen: Warum müssen wir sparen und die besten Spartipps. Malen / Einzelarbeit Einzelarbeit oder Kleingruppenarbeit Gruppengespräch Gespräch und visualisieren an der Tafel oder Flipchart Kleingruppenarbeit Blätter, verschieden Malutensilien Tafel/Flipchart, Stifte evtl. Vorlagen/ Hilfestellungen zum Schreiben von Zeitungsartikeln, Beispielartikel Zielgruppe Dieses Gruppenstundenmodul ist für jede Alterstufe geeignet. Auch Kinder können gemeinsam einen Artikel für eine Zeitung schreiben, dass ist mal was Besonderes. Thematischer Hintergrund Siehe Thematischer Hintergrund von Das Recht auf eine saubere Umwelt. Kathrin Kappler von der Ortsgruppe der Naturfreunde in Kettig bei Koblenz hat ein ganz tolles Bild gemalt. Ihr Heimatort liegt in der Nähe des Kernkraftwerkes Mühlheim-Kärlich. Aus Gesprächen mit Erwachsenen, der Zeitung und dem Fernsehen weiß Kathrin, dass ein Unfall in einem Kernkraftwerk ganz schlimme Folgen für die Menschen und die Umwelt hat. Was sich Kathrin wünscht, sieht man auf dem Bild. Sie möchte, dass das Kernkraftwerk für immer außer Betrieb bleibt und von der Natur zurück erobert wird. Doch wie kann sich Kathrins Traum und der vieler anderer Kinder und Erwachsenen erfüllen? Die Antwort heißt, alle müssen mithelfen und sparsam mit Strom und anderen Energien umgehen. Zum Beispiel: Fernsehen und Radio ausmachen, wenn

12 Das Recht auf eine intakte Umwelt 12 sowieso niemand hinsieht oder hinhört. Oder, wenn man den Raum verlässt, das Licht ausmachen. Und wenn zudem immer mehr Menschen die große und zudem kostenlose Kraft der Sonne nutzen, können die Kernkraftwerke vielleicht bald verschwinden. Allein durch den Einsatz von regenerativen Energien, wie der Solarenergie kann der Strom aus der Atomenergie jedoch nicht ersetzt werden, zumal die Umstellung auf solche Energien eine gewisse Zeit erfordert. Was also tun? Das Ziel kann nur erreicht werden, wenn Energie effektiver genutzt bzw. eingespart wird. Das kann zum einen durch technische Neuerungen, wie beispielsweise Niedrig- oder Nullenergiehäuser, Strom sparende Elektrogeräte etc., zum anderen durch bewusstere und sparsamere Energienutzung durch den Einzelnen erfolgen. Energiesparungen sind sowohl zu Hause, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Freizeit wie im Verkehr möglich. Hierzu im folgenden eine Auswahl von Tipps. 3 Energiespartipps Wäsche maximal bei 60 waschen Nur voll beladene Waschmaschine einsetzen Duschen statt Baden; während des Einseifens Wasser abschalten; Wasser sparende Armaturen einsetzen Abwasch unter fließendem Wasser vermeiden; Geschirrspüler nur voll beladen einsetzen Wasser nur auf die Temperatur erwärmen, die benötigt wird Dem Durchmesser der Kochplatte entsprechende Töpfe einsetzen Kochen nur mit Deckel auf dem Topf, Schnellkochtöpfe verwenden Heizungen nicht mit Gardinen oder Möbelstücken verdecken Undichte Fenster und Türen abdichten Heizung herunterdrehen, wenn niemand zu Hause ist; Räume der Nutzung entsprechend heizen Am frühen Abend Rollläden und Vorhänge schließen Elektrogeräte wie Fernseher und Radio nicht im Stand-By-Betrieb laufen lassen Elektrogeräte und Computer abstellen, wenn die Arbeit beendet ist Lichtquellen gezielt einsetzen; Licht in unbenutzten Räumen abschalten Kühlschrank und Gefriergeräte regelmäßig abtauen und nicht zu lange offen stehen lassen Energiesparlampen verwenden Vorzugsweise Geräte (z.b. Taschenrechner) mit Solarzellen verwenden Mit Bus, Bahn und Fahrrad fahren 3 Auszüge aus dem Heft: Naturfreundejugend Deutschlands. Ökologische Kinderrechte, Remagen 1997

13 Das Recht auf Bildung 13 Das Recht auf Bildung Artikel 28 der Kinderrechtskonvention: Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine kostenlose Grundschulausbildung. Außerdem soll ihnen der Besuch einer weiterführenden Schule ermöglicht werden. Thema Methode Material Vorstellen des Rechtes Vortrag Plakat Themenbearbeitung 1 Thema Methode Material Welche Kinderrechte aus der Kinderrechtskonvention greifen bei uns im Bereich Schule? Einzelarbeit Meta-Plan-Karten, ausreichend Stifte, Kinderrechte-Karten Themenbearbeitung 2 Thema Methode Material Ist das in anderen Ländern auch so? Jede Gruppe erhält ein Land und soll ein Plakat dazu erstellen. Das Infomaterial stellt der JGL zur Verfügung. Gruppenarbeit Berichte / Bilder aus anderen Ländern, Klebstoff, bunte Pappe, Scheren, Präsentationsflächen, Tesafilm Raumdekoration Schulutensilien z.b. Block, Bleistifte, Filzstifte, Schulbücher, Ranzen, usw. Hintergrund 121 Millionen Kinder im Grundschulalter gehen weltweit nicht zur Schule. Dieses ergeben neueste, sorgfältige Schätzungen von UNICEF Millionen dieser Kinder sind Mädchen, 56 Millionen Jungen. Mädchen sind trotz großer Bemühungen in vielen Ländern, wie zum Beispiel in Afrika oder Indien, beim Schulbesuch nach wie vor benachteiligt. Sie werden seltener eingeschult, verlassen die Schule häufiger frühzeitig und schließen sie seltener ab als Jungen. 4 Quelle: Zur Situation der Kinder in der Welt UNICEF 2004

14 Das Recht auf Bildung 14 Einführung Vorstellen des Rechtes durch visualisieren auf Plakat. Fragestellung: Wo ist bei uns der Schulbesuch geregelt? Im Hessischen Schulgesetz, Landesgesetz über die Schulen in RLP, Schulordnungsgesetz (Saarland). Themenbearbeitung 1 Welche Kinderrechte aus der Kinderrechtskonvention greifen bei uns im Bereich Schule? Schule Recht auf Bildung Zusammenstellung am Metaplan mittels Kinderrechte-Karten (s. Anhang), die ausgeteilt wurden, Kids sollen Begründungen auf leere Karten schreiben. Mögliche Ergebnisse: Artikel 2, 5, 12, 13, 14, 15, 17, 22, 23, 27, 28, 29, 30, 33 Begründungen aus dem Schulalltag: Klassenrat Klassensprecher Schülervertreter Klassenlehrerstunde Schulsozialarbeit Vertrauenslehrer Konfliktgespräche z.b. auch mit Elternvertretern zur Konfliktklärung Pausenhofgestaltung Mitarbeit in AGs z.b. Schulsanitätsdienst Patenschaften für Schulneulinge Heimatsprachlicher Unterricht AG- Bereich mit vielen Themen Themenbearbeitung 2 Gegenüberstellung verschiedener Länder anhand von Berichten und Bildern z.b. Somalia, Finnland, Indien, Deutschland. Plakate erstellen und in der Gruppe präsentieren, Stellwände bestücken für eine Ausstellung im Jugendraum oder im Gemeindehaus, Pressebericht schreiben.

15 Das Recht auf Ruhe und Freizeit 15 Das Recht auf Ruhe und Freizeit Artikel 31 der Kinderrechtskonvention: Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Erholung, Freizeit und die Teilnahme an kulturellen und künstlerischen Aktivitäten. Thema Methode Material Einführung: Vorstellen des Rechtes Kinder verändern ihre Welt Vortrag, Visualisieren durch Plakat Plakat Themenbearbeitung 1 Thema Methode Material Spielplatzbesuch mit der Aufgabenstellung zu überlegen, was den Kids dort gut oder weniger gut gefällt. In der nächsten Gruppenstunde: Zusammentragen der gesammelten Infos Besichtigung, Gruppenarbeit Gruppenarbeit Flipchart, Stifte Themenbearbeitung 2 Thema Methode Material In der Gruppe gemeinsam überlegen: Wo können wir spielen? Wo können wir Sport treiben? Was gibt es in unserer Stadt/Region für Möglichkeiten, unsere Freizeit zu verbringen? Welche Kosten entstehen dabei? Interviews mit Kindern und Jugendlichen in der Stadt/Region über diese Fragen führen: Wird der Artikel der Kinderrechtskonvention in unserer Stadt/Region erfüllt? Gruppenarbeit, Diskussion Kleingruppenarbeit Flipchart, Stifte Infomaterial über örtliche Jugendmitbestimmungsmöglichkeiten Aufnahmegeräte, Videokamera...

16 Das Recht auf Ruhe und Freizeit 16 Themenbearbeitung 3 Thema Methode Material Wo und was gibt es in unserer Stadt / Region für Kinder und Jugendliche an Freizeitmöglichkeiten? Zusammenstellen der Möglichkeiten Erstellen von Kinderstadtplänen Kinderstadtpläne und evtl. Wünsche können an den Bürgermeister oder das für Jugend zuständige Amt weitergereicht werden. Gruppenarbeit Gruppenarbeit Stifte, Papier, evtl. Zeichenblock oder Tonkarton, dicke Stifte, Klebstoff, bunte Pappe, Scheren, Computer, Stadtplan... Adressen der Ansprechpartner Raumdekoration Spielsachen z.b. Ball, Brettspiele, Federballspiel, Kartenspiele, Musikinstrument, Hintergrund Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt es bei uns viele. Spielplätze, Jugendzentren, kirchliche oder städtische Jugendarbeit, Schwimmbäder, Kegelbahnen, Sportvereine, Jugendmusikschulen und viele andere bieten eine Fülle an Angeboten. In vielen Städten gibt es auch schon Möglichkeiten der Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche. So wurden z.b., Stellen für Kinder- und Jugendbeauftragte geschaffen und Koordinationsstellen für Kinder- und Jugendbeteiligung oder Jugendbüros eingerichtet. Diese bieten immer wieder Aktionen an, bei denen Kinder und Jugendliche mitarbeiten können z.b. bei der Ausstattung eines neuen Spielplatzes. Diese Aktionen werden dann als Zukunftswerkstatt bezeichnet. Häufig kennen die Kids die Möglichkeiten in ihrer Stadt gar nicht. Weitere Infos bekommt man z.b. über die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendbeteiligung in Hessen, Wilhelmshöher Allee , Kassel, Infos über Rheinland-Pfalz: In allen anderen Bundesländern gibt es ähnliche Einrichtungen. Hinweise zu Themenbearbeitung 1 Spielplatzbesuch mit der Aufgabenstellung zu überlegen, was den Kids dort gut oder weniger gut gefällt. Ist dieser Platz kindgerecht? Ist er auch für behinderte Kinder geeignet? Sind für alle Altersstufen Spielmöglichkeiten und -geräte vorhanden? Haben die Eltern kleinerer Kinder die Möglichkeit, sich zu setzen? In der nächsten Gruppenstunde Zusammentragen der gesammelten Infos Was würden sich die Kids auf diesem Spielplatz wünschen? Die Ergebnisse malen, basteln, schreiben z.b. auf Fußschablonen

17 Kinderarbeit 17 Kinderarbeit Thema Methode Material Bilderschau (Bilder aus der LG oder eigene) Kinder fragen, was sie sehen und was sie damit verbinden damit das Thema Kinderarbeit einleiten Allgemeine Informationen zur Kinderarbeit Was ist Kinderarbeit? Zahlen und Fakten Lebensverhältnisse von Kindern vergleichen Die Lebensverhältnisse der 3 Kinder beschreiben. Praxisbeispiel Tüten kleben und zu Rechenbeispiel überleiten Rechenbeispiele aus dem Alltag der Kinderarbeit Zum Ende sollten evtl. noch eigene Ideen einfließen, die auf die Gruppen abgestimmt sind. (z.b.: Meinungen der Gruppenmitglieder, Soll das Thema weiter verfolgt werden ) Seid kreativ! gedruckte Bilder zeigen Gespräch mit den Kindern Vortrag in einer großen Gruppe (mit Bildern, Plakaten arbeiten) Zahlen auf Flipchart schreiben Bilder von Kindern auf den verschiedenen Erdteilen von den Gruppenmitgliedern ordnen lassen. Evtl. Bilder auf den Boden legen lassen. 3 Bilder herausgreifen (Sita, Lakshmi, Tobias) und erzählen Alle Kinder basteln 15 Minuten lang Tüten Bilder Plakate, Flipchart, Stifte Bilder Geschichte, Bilder Bastelanleitung, Papier und Kleber Rechnen/Vorrechnen Tafel o. ä. Zielgruppe Dieses Gruppenstundenmodul ist bis auf die Rechenbeispiele für alle Alterstufen geeignet. Bitte beachtet dazu die Hinweise bei den Rechenbeispielen. Scheut nicht davor zurück auch Jugendliche Papiertüten basteln zu lassen. Bevor sie über solche Dinge lachen, sollen sie selbst spüren, wie andere Menschen und vor allem Kinder ums Überleben kämpfen müssen. Bezogen auf die Thematik solltet ihr dieses Modul nur in einer Gruppe halten, die ihr schon eine Weile kennt, da das Thema Kinderarbeit sicherlich sehr sensibel ist und auch so verstanden werden soll. Es liegt an Euch, dieses Thema so feinfühlig wie nötig zu halten.

18 Kinderarbeit 18 Benötigtes Material Bilder mit Kindern aus Ländern der Kinderarbeit und aus Europa Die Bilder könnt ihr euch selbst suchen (Google, Bildersuche, Kinderarbeit) oder von der Landesjugenddezernentin per bekommen. Thematischer Hintergrund Kinderarbeit gibt es auf der ganzen Welt, vor allem aber in Ländern, in denen viele arme Menschen leben: zum Beispiel in Indien, das liegt in Asien, in Teilen Mittel- und Südamerikas und in vielen Ländern Afrikas. Wenn die Eltern dort nicht genug Geld verdienen, dann müssen die Kinder mithelfen, damit die Familie zum Beispiel genug Geld für Essen hat. Kinderarbeit kann ganz unterschiedlich aussehen. Oft müssen Kinder auf dem Feld mithelfen. Da arbeiten sie dann manchmal bis zu 14 Stunden am Tag. Das ist für Kinder sehr anstrengend. Genauso lang müssen viele Kinder unter der Erde arbeiten. Das ist eine sehr harte und gefährliche Arbeit, die Kinder oft krank macht. Wieder andere Kinder müssen den ganzen Tag in Fabriken arbeiten und dort zum Beispiel Teppiche knüpfen. Die Kinder müssen mit ihrer Arbeit wichtiges Geld verdienen. Viele Eltern brauchen dieses Geld dringend, um zu überleben. Sie kommen nicht darauf, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Das hat für die Kinder schlimme Folgen: Wenn sie nichts lernen, dann finden sie wahrscheinlich später auch keinen richtigen Beruf. Das bedeutet, dass sie später auch nicht genug Geld verdienen können, um ihre Familien zu ernähren. Und deswegen werden ihre Kinder eines Tages wohl auch hart arbeiten müssen. Das ist ein sehr trauriger Kreislauf. Wenn man wirklich etwas gegen Kinderarbeit tun will, muss man allen Erwachsenen klar machen, dass Schule sehr wichtig ist. Dort können die Kinder etwas lernen und so später einen richtigen Beruf finden. 5 Die Kinderrechtskonvention will Kinder vor der Kinderarbeit schützen. Die Arbeit, die die meisten Kinder verrichten, schadet ihrer Gesundheit und ihrer Entwicklung. Kinder sollten zur Schule gehen, damit sie später einen ordentlichen Beruf ausüben und ein besseres Leben führen können als ihre Eltern. In ihrer Freizeit sollen sie mit anderen Kindern spielen und sich erholen. Die Kinderarbeit muss aber noch aus einem anderen Grund verboten werden. Die Fabrikbesitzer und Unternehmer sollen in ihren Betrieben die Eltern beschäftigen, damit die genug Geld verdienen können, um ihre Kinder zu ernähren und zur Schule zu schicken. Kinder verdienen nicht viel Geld. Das heißt, für die Fabrikbesitzer ist es billiger, Kinder zur Arbeit zu zwingen, als die Erwachsenen zu beschäftigen aus: Die Rechte der Kinder von logo einfach erklärt

19 Kinderarbeit 19 Kinderrechtskonvention - Artikel 32: Schutz des Kindes vor Ausbeutung und Kinderarbeit Die Regierungen verurteilen Kinderarbeit und Ausbeutung von Kindern als Arbeitssklaven. Jedes Kind hat ein Recht darauf, vor körperlicher Ausbeutung und wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt zu werden. Keiner soll sich an der Billigarbeit von Kindern bereichern können. Keiner soll auf dem Buckel von schuftenden Kindern sein Geld verdienen. Kinderarbeit ist verboten. Besonders, wenn sie gesundheitsschädlich ist. Darum versprechen die Regierungen, ein Mindestalter festzulegen, ab dem ein Kind bezahlte Arbeit machen darf. Sie legen fest, wie lange ein Kind dann arbeiten darf. Sie bestimmen genau, unter welchen Umständen ein Kind beschäftigt werden darf und wann nicht. Dabei gehen die Regierungen davon aus, dass Kinder keine Billiglohnsklaven sind, sondern Menschen, die nicht daran gehindert werden dürfen, sich gesund und fröhlich zu entfalten. Diese Möglichkeit wird Kindern durch Kinderarbeit vielfach genommen, indem sie die Kinder verkrüppelt, gefährdet, überfordert und ausnutzt. 7 Zahlen und Fakten Es wird geschätzt, dass weltweit 250 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren das Geld zum Leben alleine verdienen oder zum Einkommen der Familien beitragen. Die größte Verbreitung hat Kinderarbeit in Afrika südlich der Sahara. Hier arbeitet fast jedes dritte Kind (29 Prozent). In Asien ist es jedes fünfte Kind (19 Prozent), in Lateinamerika jedes sechste Kind (16 Prozent). Zum Vergleich: In den Industriestaaten arbeitet jedes 50ste Kind. Beispiele von Kinderarbeit Die achtjährige Sita aus Indien 8 Ihre Eltern sind so arm, dass sie Sita und ihre Geschwister nicht alleine ernähren können. Eines Tages kam ein Mann aus einer großen Stadt. Er versprach für Sita zu sorgen. Also haben Sita s Eltern ihre Tochter an den Mann verkauft. Mit dem Geld konnte die Familie eine Weile überleben. Sita lebt nun in einer fremden Stadt. Von morgens bis abends sitzt sie auf dem Boden und knüpft Teppiche, gemeinsam mit vielen anderen Kindern. Dort, wo sie arbeitet, isst und schläft sie auch. Lohn erhält Sita keinen. 7 Aus: 8 aus: Die Rechte der Kinder von logo einfach erklärt, S. 52

20 Kinderarbeit 20 Lakshmis Geschichte 9 In Südindien können viele Kinder nicht zur Schule gehen, weil sie arbeiten müssen. So ging es auch der 12jährigen Lakshmi. Logo hat Lakshmis Geschichte für euch aufgeschrieben. Lakshmi ist 12 Jahre alt und lebt in Südindien. Lakshmi ist die älteste Tochter in der Familie. Deshalb muss sie der Mutter im Haushalt und beim Wasserholen helfen. Aber diese Arbeit macht ihr nichts aus. Bisher musste Lakshmi sehr viel härter arbeiten. Schon mit sechs Jahren arbeitete Lakshmi auf den Baumwollfeldern und den Maisfeldern - jeden Tag 12 lange Stunden. Und das bei 50 Grad Hitze für nur 25 Rupien am Tag. Das sind umgerechnet etwa 50 Cent am Tag. In die Schule konnte Lakshmi nicht gehen. Dafür hatte sie keine Zeit. Das hat sich jetzt geändert. Eine indische Hilfsorganisation, die mit der Deutschen Welthungerhilfe zusammenarbeitet, hat Lakshmi geholfen. Anstatt auf dem Feld zu arbeiten, darf sie jetzt auf eine Spezialschule gehen. Dort soll sie alles nachholen, was sie wegen der Arbeit auf dem Feld verpasst hat. Danach wird sie dann eine ganz normale Schule besuchen. Lakshmis Eltern haben begriffen, dass Lernen für Kinder sehr wichtig ist. Deshalb dürfen jetzt auch Lakshmis Geschwister zur Schule gehen und müssen nicht mehr jeden Tag zwölf Stunden auf dem Feld arbeiten. Tobias aus Deutschland 10 Tobias hat ein teueres Hobby: Er surft leidenschaftlich gern im Internet. Einen Computer hat er von seinen Eltern zu Weihnachten bekommen. Doch die Telefonund Benutzungsgebühren für das Internet wollen die Eltern nicht alleine bezahlen. Deshalb hat Tobias einen Job angenommen. Zweimal in der Woche trägt er Zeitungen aus. Mit dem Geld, dass er dabei verdient, beteiligt er sich an den Telefonkosten. Rechenbeispiel 11 Hinweis zum Alter: Kinder lernen schon in der zweiten Klasse Multiplizieren Wenn sie vom JGL unterstützt werden kann man diese Rechnung also mit Kindern ab ca. 9 Jahren durchführen. Bei jüngeren Kindern können die Beispiele einfach vorgerechnet werden und evtl. die Anzahl der Tüten (wo noch realistisch) hingelegt werden dazu könnt ihr die Tüten nehmen, die ihr selbst beim Vorbereiten der Stunde gebastelt habt und die von den Kindern. 9 aus: 10 aus: Die Rechte der Kinder von logo einfach erklärt, S aus:www.zzzebra.de

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